DE204082C - - Google Patents
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Classifications
-
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-
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Description
KAISERLICHES 7k
PATENTAMT,
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verarbeitung metallhaltigen
Guts, besonders sulfidischer Erze und ähnlich zusammengesetzter Hüttenerzeugnisse, die sich
vorzugsweise, wenn auch nicht ausschließlich, in fein verteiltem Zustande befinden.
Es wird durch die vorliegende Erfindung angestrebt^ unter anderem eine schnelle und
ökonomische Verarbeitung des Arbeitsguts
ίο herbeizuführen, ferner zu ermöglichen, daß die
Erze nach der Behandlung sich in einem physikalischen Zustande befinden, der eine
schnelle und billige Behandlung während verschiedener aufeinanderfolgender Reduktions-Stadien
zuläßt und schließlich eine stetige Behandlung der Materialien zu ermöglichen, im
Gegensatz zu Verfahren, nach denen ihrer Natur entsprechend absatzweise gearbeitet
werden muß.
ao Fein verteilte pulverförmige Erze, sogenanntes
»Feingut«, setzten bisher der Verarbeitung und infolgedessen der Gewinnung des in ihnen enthaltenen Metalles bekanntlich
außerordentliche Schwierigkeiten entgegen, weil
s5 bei dem Verblasen das Gut stets nur teilweise
zusammensinterte.
Nach Ansicht des Erfinders rührt dies von der Bewegung und Verschiebung der Erzteilchen
während des Rost- und Sinterpro-
■30 zesses her; man kann günstige Resultate erzielen,
wenn man durch geeignete Vorrichtungen dafür sorgt, daß die Erzteilchen während der Behandlung in ihrer Lage zueinander
nicht verändert werden.
Man kann dies dadurch erreichen, daß man beispielsweise durch die Erzmasse, die unten
von einem Roste und seitlich von festen Wänden begrenzt ist; während des Röstprozesses
von oben her Luft zutreten und unten wieder austreten läßt, wodurch sich an der Oberfläche des Erzes zuerst eine zusammengesinterte
Schicht bildet, die ein Aufwirbeln und eine Verschiebung der darunter liegenden Erzteilchen verhindert. Oder man begrenzt
die Erzmasse sowohl oben wie unten durch für die Luft und Gase durchlässige Flächen
(RosteJ. '
Bei solchen Vorrichtungen sind die Unterlagen für das Erz während des Verfahrens
feststehend angeordnet. Wenngleich die hierdurch erzielten Wirkungen denen überlegen
sind, die bei Anwendung der bisher bekannten Apparate oder Verfahren zu erreichen waren,
so hat sich doch herausgestellt, daß mancherlei wünschenswertes nur zu erreichen ist,
wenn das Arbeitsgut Behandlungsweisen unterworfen wird, die bei Apparaten mit feststehenden
Unterlagen nicht angewendet werden können. So erscheint eine schnelle, vollkommene
und gleichmäßige Entzündung der Masse wünschenswert, und es hat sich herausgestellt,
daß dies in der Weise zu erreichen ist, daß man die ganze Masse gegen die Ent. zündungsstelle bewegt, wo die Entzündung
'durch geeignete Zündvorrichtungen, an die die
Masse herangebracht wird, vor sich geht,
Des weiteren ist bei Vorrichtungen der erv
wähnten Art ein ununterbrochenes und gleicrimäßiges Arbeiten der Luftzuführungsvorrichtungen
nicht gewährleistet, während nach dem beanspruchten Verfahren alle Teile der Masse
gleichmäßig der Einwirkung eines ununterbrochenen Stromes von Luft oder eines die-'
ίο Verbrennung unterstützenden Gases durch Be-'
wegung der ganzen Erzmasse ausgesetzt werden. '
Zudem läßt sich das Arbeitsgut in an sich bekannter Weise in verhältnismäßig dünnen
ι« Lagen behandeln, damit die Luft mit Leichtigkeit
dasselbe passieren kann, ohne daß tioher
mechanischer Druck erforderlich ist, durch den die Behandlung größere Kraft erfordern
und somit verteuert werden würde.
so Bei der praktischen Ausübung des Verfahrens
wird das Erz in ,einer oder mehreren Lagen so angeordnet, daß es von einem Punkt
zum andern durch die einzelnen Behandlungsphasen hindurchbewegt werden kann, wodurch
8$ eine' schnelle, gründliche und gleichmäßige
Entzündung der brennbaren Bestandteile ermöglicht wird. Das Erz wird des weiteren
so angeordnet, daß ein Luft- oder Gasstrom, der die Verbrennung . unterstützt, leicht hindurchgeleitet
werden kann. Es wird dafür Sorge getragen, daß solcher Luft- oder Gasstrom
jederzeit gleichmäßig zur Anwendung gelangt und daß er der Beschaffenheit des zu
verarbeitenden Erzes entspricht. Außer Luft können zur Unterhaltung der Verbrennung
noch andere Gase oder Gasgemische Verwendung finden, wie sie bei Kühlprozessen bekannt
sind, z.B. Dampf in Mischung mit Luft oder Dampf in Mischung mit Kohlensäure
oder Sauerstoff in Mischung mit Luft und ähnliche mehr.
Obgleich die Verbrennung und das Verfahren selbsttätig zu Ende geführt wird, ist
es doch möglich, die Verbrennungszeit und das Verfahren überhaupt beliebig zu verändern.
Die Behandlung der Erze kann stetig vorgenommen werden, was den Vorteil der Billigkeit hat und wodurch mit der Hand
vorzunehmende Arbeiten nahezu ganz vermieden werden.
Schließlich können die Plätze für die Beschickung und das verblasene Gut bei dem
vorliegenden Verfahren getrennt werden, wodurch sich das An- und Abfahren des Roh-
SS erzes und des zusammengesinterten Produktes
bequemer gestaltet. Alle eben erwähnten Einrichtungen können, wenn sie einmal getroffen
sind, gleichmäßig aufrecht erhalten bleiben, wodurch es ermöglicht wird, alle erforderlichen
Maßnahmen möglichst wirksam zu gestalten,' Während bei unterbrochenem Verfahren bei
jeder einzelnen Beschickung die Apparatur von neuem eingestellt werden muß.
Die Zeichnung stellt einen einfachen Apparat zur Ausführung des Verfahrens dar. 65 :
Fig. ι ist ein Längsschnitt einer Ausfüh- ,.
rungsform, durch die eine stetige Behandlung .' im Sinne des Verfahrens ermöglicht wird; ■
Fig. 2 ist eine perspektivische Ansicht zweier Abteilungen der Erzbeförderungsvorrichtung,
die in Fig. !dargestellt ist;
Fig. 3 ist ein Querschnitt im Sinne der . ' Linie 3-3 von Fig. 1. ,
In diesen Zeichnungen stellt A eine Füh- ' rung dar für die Träger, auf denen die Erze
geröstet und zusammengesintert werden. ■·■■
Sie besteht aus einem länglichen, am besten wagerechten kastenartigen Gebilde aus geeignetem,
schwer schmelzbarem Stoff. Eine Seite a der Führung bleibt zweckmäßig offen. An
diesem Ende wird das. Gut herausgeschafft, an dem anderen Ende ist eine Beschickungsvorrichtung vorgesehen, und zwar ist in dem
dargestellten Beispiel eine unterbrochen wir- ■
kende Beschickung dargestellt. ;
Diese Vorrichtung kann beliebiger Bauart . sein; auf der Zeichnung besteht sie aus einem ·
Kolben B, der durch eine Schraubenspindel C ·
mit einer Kurbel c bewegt wird.
Bei a1 befindet sich eine Beschicköffnung
auf der oberen Wand der Führung A, durch welche das zu verarbeitende Gut auf Träger :v, .■'·..
für das Erz gebracht werden kann. Dieser '■;'.,.
besteht vorteilhaft aus einer Reihe von Kasten G, von denen jeder einen mit Löchern
versehenen Boden g und Seitenwände g1 be- r
sitzt (Fig. 2); oben und an den Enden sind die Kasten G offen. Mit diesen Enden stoßen ,
die benachbarten Kasten aneinander, so daß sie einen Rost oder Erzträger von beliebiger
Länge bilden1. ' . .._
An irgendeiner Stelle in der Mitte ist der ''(Tj ■
Boden der Führung, über den die Erzkasten sich bewegen, rostartig durchbrochen, und nur
durch diesen Rost werden die Erzträger von 105 einem Luftkasten E getrennt, der durch ein .!·.■.'
Rohr F mit irgendwelchen geeigneten Saugevorrichtungen in. Verbindung steht. Der zusammengesetzte
Träger und die von ihm getragene Erzmasse werden allmählich durch,
den Apparat hindurchbewegt, und zwar mit-. ·.··■"
tels "der bereits beschriebenen Speisevorrichtung. Der Kolben B kann unmittelbar an
dem Kasten oder Träger am Beschickende der Vorrichtung anliegen; es ist jedoch vor- 115 x
zuziehen, zwischen ihm und dem Ende des Erzträgers einen Block H einzuschalten. Wird
der Kolben durch die Spindel C vorwärts- ::
bewegt, so bewegt er die Erzmasse und ihre ;
Bettung um ein Stück vorwärts, das zum mindesten die Länge eines Kastens G besitzen
muß, worauf der Kolben zurückgezogen und
ein neuer Kasten an die Beschickstelle gebracht wird, um mit Erz gefüllt zu werden,
wenn die Vorwärtsbewegung wieder vorgenommen wird. I stellt ein Brett oder ein«:
Stütze am Ende der Führung dar, auf weTchei das Erz, das die Form «ines porösen zusammengesinterten
Kuchens annimmt, wenn es bis dorthin .gelangt ist, kommt und wo es
gebrochen und in beliebiger Weise entfernt werden kann. .Die einzelnen Teile des Erzträgers
werden nach der Entleerung zum neuen Gebrauch an die Beschickungsstelle der Vorrichtung zurückgebracht. Die Führung
und Unterlage A für die Erzträger ist zweck-15' mäßig in beliebiger Weise zugedeckt, um unnützen
Wärmeverlust durch Strahlung zu vermeiden. Indessen ist die Bedeckung unterbrochen,
um der Luft, die die Verbrennung /■"""Nunterstützen soll, freien Durchgang zu ge-
\Avähren und auch um die Zuführung des Gutes auf die Erzträger zu ermöglichen.
Die Masse wird am besten mittels einer öl- oder Gasflamme entzündet, die quer zu
den Erzbettungen so angeordnet ist, daß sie auf die Oberfläche der Erzmasse einwirkt,
wenn diese durch die Entzündungslinie / be-.wegt wird. .
Natürlich müssen die einzelnen Teilchen des Erzes, worauf bereits hingewiesen ist, zueinander
im Zustand der Ruhe verbleiben, auch wenn die Erzmasse in ihrer Gesamtheit während der Bearbeitung in der beschriebenen
Weise bewegt wird.
Die auf der Oberfläche der Erzmasse eingeleitete Verbrennung und das Zusammensintern
setzt sich innerhalb der Erzmasse nach unten fort, bis die auf der Rostfläche der Erzträger ruhenden Teile erreicht sind
und die ganze Masse durch und durch ge-ο röstet und zusammengesintert ist, indem der
^Röstvorgang Und das Zusammensintern an "einer vor Bewegung geschützten Oberfläche
der Masse beginnt und sich 'zu der anderen Fläche, die gleichfalls .unbewegt bleibt, fortsetzt,
wo die Verbrennungs-. und Reaktionsgase entweichen.
Es ist einleuchtend, daß die in der Zeichnung dargestellte Form der Erzträger, die aus
einem aus mehreren Teilen zusammengesetzten Rost besteht, nur eine Ausführungsform der
Unterlage darstellt, auf welcher das Erz ruhen kann, während es der Behandlung nach vor·
liegendem Verfahren, unterworfen wird, wenngleich gerade diese Form in der Praxis viele
Vorteile bjetet. Man ist aber bei Anwendung der Erfindung auf diese besondere Form, die·
hier zum Zwecke der Erläuterung dargestellt ist, nicht beschränkt.
So können beispielsweise die einzelnen Erzträger voneinander getrennt sein und besondere
Kasten bilden, oder der Apparat kann so ausgebildet werden, daß die Erz träger auf
endloser Bahn angeordnet, bei selbsttätiger Erzzuführung und Entleerung dauernd über
eine Luftleitungsvorrichtung geführt werden.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:i. Verfahren zum Entschwefeln und Zusammensintern von metallhaltigem, pulverigem Gut durch Verblasen unter Verhinderung einer Bewegung der Gutteilchen, dadurch gekennzeichnet, daß das Arbeitsgut auf einem Roste durch eine Entzün-' dungszone hindurchgefühlt wird, wobei ein Luftstrom oder Gasstrom durch die Masse so durchgeleitet wird, daß das Entschwefeln und Zusammensintern der Masse in der Zeit zwischen dem Beginn der Bewegung der Masse und der Entleerung des zusammengesinterten Gutes sich voll- 80' zieht.
' 2. Ausführungsform des Verfahrens nach■·,. Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Entzündung des Erzes an seiner Oberfläche beginnen läßt und den Luft-, oder Gasstrom durch die Masse von oben nach unten leitet..3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch eine Reihe beweglicher go Erzträger mit durchlässigem Boden, welche auf einer mit einer Windleitung in Verbindung stehenden Führung nach einer der Einleitung des Röstvorganges dienenden, Wärmequelle durch eine beliebige Einrichtung, z. B. einen durch eine Schraubenspindel beeinflußten Kolben, hinbewegt werden können.
■4. Ausführungsform der Vorrichtung. nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, ioo daß unter der Bewegungsbahn für die Erzträger eine mit einer Saugevorrichtung in Verbindung stehende Kammer angeordnet ist.. '-■■'· V . .... . .'.. ·;:- ■". -V- -.■'■''..-;Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE204082T | 1907-07-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE204082C true DE204082C (de) | 1908-11-10 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1907204082D Expired DE204082C (de) | 1907-07-30 | 1907-07-30 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE204082C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1235875B (de) * | 1963-11-13 | 1967-03-09 | Siemens Ag | Verfahren zur Herstellung von neodymdotierten Calciumfluorid-Einkristallen fuer Laser |
-
1907
- 1907-07-30 DE DE1907204082D patent/DE204082C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1235875B (de) * | 1963-11-13 | 1967-03-09 | Siemens Ag | Verfahren zur Herstellung von neodymdotierten Calciumfluorid-Einkristallen fuer Laser |
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