DE204406A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-Jig 204406 KLASSE 15&. GRUPPE
Firma WECK Freres in BRÜSSEL.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 19. September 1907 ab.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Übertragung von Bildern, welche
mit auf photomechanischem Wege erzeugten Druckplatten hergestellt werden, wie sie beispielsweise
im Lichtdruck, im Autotypiedruck und im Dreifarbendruck Anwendung finden. Das Verfahren, welches auf Abziehbilder Anwendung
findet, gestattet es, solche Bilder, welche bei der Übertragung teils wegen des
ίο leichten Verlaufens der Farben und des Verziehens
und Verzerrens des Bildes beim Abziehen des als Unterlage für das Bild dienenden
Papiers, teils wegen der außerordentlich schwachen und dünnen Beschaffenheit der
Farben Schwierigkeiten boten, auf eine beliebige Unterlage derart zu übertragen, daß
ein Verzerren, Verwischen und Verlaufen nicht stattfindet und das Bild in allen seinen Abstufungen
und Halbtönen unverändert wiedergegeben wird. Man hat bereits, um bei Abziehbildern das Verlaufen zu verhindern und
ein Verzerren beim Abziehen des Papiers von der Unterlage, auf welche das Bild übertragen
wird, zu verhüten, zwischen der das Papier bedeckenden wasserlöslichen Schicht und dem
Bild noch eine wasserunlösliche Schicht angebracht, was jedoch den Übelstand bot, daß
nach dem Abziehen des Papiers die wasserunlösliche Deckschicht das Bild bedeckte
und neben und über dem Bilde sichtbar blieb. Außerdem blieb auch hierbei immer noch die
Schwierigkeit bestehen, daß das Bild in den Halbtönen oft fast gar keinen Farbkörper
mehr aufwies, weil bei den oben gekennzeichneten Lichtdruckverfahren nur Farben ange-
wandt werden können, welche wenig Körper haben und verhältnismäßig dünn und trocken
sind. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, wird nun der Körper der Farbe des fertigen,
auf dem Abziehpapier befindlichen Bildes verstärkt und dadurch einerseits die Übertragungsmöglichkeit
gesteigert und andererseits das Bild selbst gegen das Zerfließen geschützt, ohne daß eine Deckschicht zwischen
Bild und wasserlöslicher Schicht angeordnet zu werden braucht. Diese Verstärkung des
Farbkörpers und die damit erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen die Einwirkung des Wassers wird dadurch erreicht, daß man zunächst
das fertige Bild in der beim Steindruck zum Schutz der einen Farbe gegen nachfolgende
auf dasselbe Bild zu überdruckende Farben bekannten Weise einstaubt und alsdann noch die Halbtöne, welche wegen der
äußerst geringen Masse ihres Farbkörpers das Einstäubungsmittel nur wenig annehmen, nochmals
durch Überdrucken mit Trockenfirniß verstärkt und dann nochmals einstaubt, worauf
das Übertragen des Bildes von dem Papier auf die damit zu versehende Unterlage, beispielsweise
unter Anwendung eines Klebfirnisses, . geschehen kann. Das Einstäubungsmittel und der Firniß auf druck wirkt also hier
ausschließlich als Mittel zur Verstärkung des Farbkörpers des fertigen Bildes zwecks Erleichterung
der vollkommenen Übertragung der Farben und der Verhinderung der Einwirkung
von Feuchtigkeit, und zur größeren
Sicherheit gegen die Möglichkeit eines Verzerrens beim Abziehen des Papiers im Gegensatz
zum Steindrück bei der Verwendung schwerer, massiger Farben und eventuell von
gestrichenem, mit einem Kreideüberzug o. dgl. versehenem Papier, wo man einerseits zuweilen
einen Firnißton überdruckt, um den etwa von dem Papier aufgesaugten Firniß in der Farbe
wieder zu ersetzen, und andererseits das Einstäuben verwendet, um beim Mehrfarbendruck
die darunterliegende Farbe zu bedecken, bevor man die nächste Farbe aufdruckt.
Wenn das Bild durch einfachen Lichtdruck erhalten wird, wird die Lichtdruckplatte zweckmäßigerweise
mit einer Lösung von Formalin (beispielsweise einer 25 prozentigen Lösung) behandelt, wodurch die Gelatine ihre Klebrigkeit
einbüßt, ohne ihre Quellbarkeit zu verlieren. Dadurch wird, beispielsweise bei warmem
Wetter, wo die Gelatine klebrig wird, das Zerreißen des Papiers verhütet. Die Behandlung
mit Formalin kann beispielsweise dadurch geschehen, daß man die Platte 5 bis 10 Minuten lang mit der Lösung befeuchtet.
Hierauf beginnt der Druck in der üblichen Weise, nachdem man die Platte beispielsweise
mit Glyzerin usw. präpariert hat.
Das fertige Bild wird beispielsweise auf dem Papier mit Talkum eingestaubt und dann
wieder gut abgestaubt. Es hat sich gezeigt, ■ daß von den bekannten Einstäubungsmitteln
Talkum sich deshalb am besten eignet, weil es sich am leichtesten mit der Farbe bindet,
und der Druck sofort trocknet. Um nun die Halbtöne, an welchen das Einstäubungsmittel
gar nicht oder nur sehr wenig haftet, zu verstärken, wird alsdann über das ganze Bild
ein Trockenfirniß gedruckt, wozu man sich eines beliebigen Druckverfahrens, sei es Lichtdruck,
Steindruck oder Buntdruck, bedienen kann. Man kann auch die vorher zur Erzeugung
des Bildes benutzte Lichtdruckplatte zur Aufbringung des Firnisses benutzen, wobei
es nicht nötig ist, daß sich die Firnißpunkte genau mit den Bildpunkten decken, indem
der aufgebrachte farblose Firniß dazu dienen kann, die Bildpunkte zu vergrößern und miteinander
zu verbinden. Der aufgebrachte Trockenfirniß besteht beispielsweise aus folgenden
Bestandteilen: 3 Teile Steindruckfirniß, ι Teil Leinölfirniß, 2 Teile dunkles Sikkativ,
1Z2 Teil Sikkativpulver. Nachdem der Überdruck
mit dem farblosen Firniß hergestellt ist, wird der Papierbogen von neuem ein- und
abgestaubt. Das Pulver setzt sich dabei auf dem ganzen Bilde fest. Hierauf läßt man
das Ganze einen halben Tag gut trocknen.
Um die Bilder auf andere Gegenstände zu übertragen, wird beispielsweise ein Klebfirniß
auf die Bilder aufgebracht, wobei man sich 6p wiederum jedes beliebigen Druckverfahrens
bedienen kann. Dieser Firniß, der sich hierbei vollständig mit dem Talkum oder dem anderen
Einstäubungsmittel verbindet, kann aus Stein- ■ druckfirniß, Leinöl, Gelatine, hellem und dunklern
Sikkativ und trockenem Sikkativpulver zusammengesetzt sein. Ist dieser letzte Überzug
trocken, so können die Bilder von dem Papier auf die betreffende Unterlage, beispielsweise . Glas, Porzellan, Steingut und Email,
übertragen werden. Für alle anderen Unterlagen muß der Firniß noch in feuchtem Zustande
verwendet werden. Zwecks Übertragung taucht man die Bilder z. B. 1 bis 2 Minuten
in Wasser ein, legt sie auf den zu dekorierenden Gegenstand auf, drückt die Luftblasen
vorsichtig heraus, feuchtet nochmals ι bis 2 Minuten die Rückseite der Bilder an
und zieht das Papier derselben vorsichtig ab. Hierauf steht das Bild, sei es durch Lichtdruck,
durch Autotypiedruck oder Dreifarbendruck erhalten, auf dem zu dekorierenden
Gegenstand in allen' seinen Schönheiten, ohne Verzerrung und ohne jegliche Veränderung
und ohne ein dasselbe überdeckendes Hautchen.
Claims (2)
1. Verfahren, um ein mittels photo-■ mechanisch hergestellter Druckplatten erhaltenes
Bild zur Übertragung auf beliebige Gegenstände geeignet zu machen, dadurch gekennzeichnet, daß das fertig abgedruckte
Bild, um der Farbe Körper zu verleihen, eingestaubt, dann gefirnißt und wieder eingestaubt wird, um auch den
feinsten Halbtönen Stärke zu verleihen, worauf die Übertragung des Bildes durch einen über das ganze Bild gedruckten
Klebfirniß o. dgl. geschehen kann.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
bei der Herstellung des Abziehbildes mittels Lichtleimdruck die Druckplatte mit Formalin behandelt wird..
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