DE2055955B2 - Verfahren zur Errichtung von Wandkonstruktionen - Google Patents
Verfahren zur Errichtung von WandkonstruktionenInfo
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Classifications
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- E21D—SHAFTS; TUNNELS; GALLERIES; LARGE UNDERGROUND CHAMBERS
- E21D11/00—Lining tunnels, galleries or other underground cavities, e.g. large underground chambers; Linings therefor; Making such linings in situ, e.g. by assembling
-
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf den Bau von Wandkonstruktionen, insbesondere von Tunnelwänden
mit dauernder Veränderung ausgesetzter Belastung.
Im Hoch- und Tiefbau gibt es eine alte Bestrebung, die zwischen den einzelnen Bauelementen, Bauteilen
auftretenden Druck- und Scherkräfte längs einer je größeren Oberfläche, mit einer je geringeren spezifischen
Kraft zu übergeben, so daß die mechanische Beanspruchung der Körper auf einem möglichst kleinen
Wert gehalten werden kann. Die größere Beanspruchung nämlich — wenn sie sich auch nur als lokaler
Spitzenwert ergibt — benötigt ein Material mit besseren mechanischen Eigenschaften, also ein kostenaufwendigeres
Material.
Diesem Zweck dienten in der Vergangenheit die verschiedenen Mörtel, welche die übergebene Kraft
verteilen und nach Erhärtung ein lasttragendes Element der Konstruktion bilden. Diesem Zwecke dienten
gleichfalls die verschiedenen Unterlagen und Zwischenschichten, wie Holz, Papier, elastische Schichten z. B.
Kunststoffschichten, usw. Die Mörtel- und Ausfüllschichten sichern in vielen Fällen zugleich auch die
Richtung und Isolierung.
Wenn jedoch die Lager der benachbarten Körper (Elemente, usw.) sich im Verhältnis zueinander ändert —
z. B. infolge von Setzung, Schwinden, Wärmedehnung, Änderung der dauernden Belastung, usw. — treten
schädliche Erscheinungen auf. Der veränderten Lage entsprechend ändert sich auch das Kräftespiel, es
können sich derartige Spitzenbeanspruchungen ergeben, die weder der Mörtel, noch das Bauelement
verträgt, Beschädigungen treten auf und außerdem hört auch die Dichtungs-, Isolierungswirkung auf.
Solche Erscheinungen kann man z.B. bei dem Tunnelbau erleben. Infolge der Abmessungstoleranz bei
der Erzeugung war das Zusammenpassen der vorgefertigten Wandteile oft nicht einwandfrei. Deshalb sind
sehr viele Fertigteile unter dem auf sie einwirkenden großen Druck der Schildpressen zusammengebrochen.
Wenn es gelungen war, die Gleichmäßigkeit der Fugen beim Bau zu sichern, dann traten später infolge des mit
der Zeit sich langsam ändernden Erddruckes Verschiebungen ein, die das eingebaute Bindematerial zerstörten
und gleichzeitig die Dichtungs- und Isolierungswirkung desselben vernichteten.
Viel Sorgen machte auch der Ufermauerbau in stehenden Gewässer. Auf die am Ufer erbaute Wand
übte das Eis einen großen Druck aus, es setzte die Verkleidung in Bewegung und drückte die Bindeschicht
ab. Dann unterhöhlte die starke dynamische- und to Saugewirkung des Wellenschlages gänzlich die Ufermauer
und richtete dieselbe zugrunde.
Sogar bei solchen, lediglich als Wandkonstruktion betrachtbaren Bauobjekten, wie der Straßenbelag, hat
die nicht entsprechend vorbereitete, keine gleichmäßige Unterstützung bietende Bettung oder Boden großen
Schaden verursacht, nicht minder das Verfrosten der Bettung oder des Bodens mit nicht entsprechender
Kernverteilung, was sich als Wirkungskraft eigentlich gleichfalls in der Änderung des Bodendruckes zeigte.
Aus der DE-AS 12 07 908 ist es bekannt, bei der Errichtung von Bauwerken, welche auf einer Seite
einem im Lastfall wechselnden Druck ausgesetzt sein können, zwischen dem Bauwerk und dem anstehenden
Boden, also in der Fuge zwischen Bauwerk und Boden oder Gebirge eine rheolog konsolidierende Masse
vorzusehen, welche es erlaubt, daß bei einer Änderung der Zustaridsform der Masse infolge auftretender
größerer Kräfte die Teile des Bauwerkes auch eine Lageveränderung ausführen können und dann nach
Abklingen der äußeren Kräfte sich die Verfüllmasse wieder konsolidiert und hierbei ein satter Schluß
zwischen Bauwerk und Boden gewährleistet ist.
Ausgehend von diesem Stand der Technik kann es bei der Erfindung im wesentlichen darauf ankommen, eine
schadlose Bewegung der Teile gegeneinander bei größeren Drücken zu erlauben und eine im wesentlichen
formschlüssige Verbindung zwischen Rückwand der Bauteile und dem anstehenden Erdreich zu gewährleisten,
wobei es auch auf eine sichere Wahrung der Dichtheit der Konstruktion ankommt.
Es kommt somit darauf an, daß nicht nur die Fuge zwischen Rückwand der Bauwerke und dem anstehenden
Boden mit dem rheolog konsolidierenden Material verfüllt werden soll, sondern auch die Bauteile durch
entsprechende Fugen unterteilt werden und diese mit dem rheolog konsolidierenden Material verfüllt sein
sollen.
Der Gegenstand der Erfindung ist aus den vorangestellten Ansprüchen ersichtlich.
Aufgabe der Erfindung war es also, Maßnahmen vorzusehen, die eine weitere Verbesserung der Dichtheit
der Konstruktion bei künftiger Form- und Lageänderungen der Bauteile gewährleisten.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist es also wesentlich, daß die Fugen zwischen den Wandelementen und auch zweckmäßigerweise zwischen der Wand und dem Material, das auf die Wand angreifend wirkt und eine dauernde Belastung ergibt (z. B. Erde, Felsen usw.) mit rheolog konsolidierendem Material verfüllt
Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist es also wesentlich, daß die Fugen zwischen den Wandelementen und auch zweckmäßigerweise zwischen der Wand und dem Material, das auf die Wand angreifend wirkt und eine dauernde Belastung ergibt (z. B. Erde, Felsen usw.) mit rheolog konsolidierendem Material verfüllt
ω werden, z. B. mit körnigem und/oder faserigem Material
gemischtes Bitumen (Asphalt) Bentonitsuspension-Steinsplittmischung
usw., und hiernach die relative Bewegung der Bauelemente abgewartet wird, bis der
Überbau in einem annähernden Gleichgewichtszustand gelangt, und danach jedoch die Fugen an ihren offenen
Enden durch die eigene Konsolidierung der rheolog konsolidierenden Schicht oder mittels besonderer
Abschiußieiie usw. abgeschlossen werden.
Die rheolog konsolidierenden Materialien sind im allgemeinen Konglomerate, die aus körnigen und/oder
faserigen Teilchen bestehen und die Lücken zwischen den festen Teilchen durch halbflüssiges, flüssiges oder
gasartiges Material ausgefüllt werden.
Das rheolog konsolidierende Material weicht dem Weg des Druckes bei einem höheren als ein gewisser
Druck aus, ist also formänderungsfähig; gleichzeitig konsolidiert es sich bei einer Dicke, die geringer als ein
gewisser Grenzwert ist, wobei der hier auftretende Druck eine gewisse Grenze überschreitet und in diesem
Zustand auch für die Aufnahme eines größeren Druckes geeignet ist
Wenn der Tunnel auf obige Weise aus Wandelementen erbaut wird, so drückt sich das z. B. aus Asphalt
bestehende Fugenfüllmaterial so lange durch die Fugen der Tunnelwand heraus, bis der annähernde Gleichgewichtszustand
sich einstellt, so können die Fugen so dünn werden, daß die dünnere Asphaltschicht sich unter
dem Druck konsolidiert. Sie wird dahzu fähig einen
größeren Druck aufzunehmen, bildet eventuell in diesem Zustand eine Abschlußschichi in der Fuge —
oder wenn die Abmessung der Fuge eine solche war, daß dieser Fall nicht eintreten konnte, waren die Fugen
mit besonderen Abdeckelementen vom Tunnelinneren abgeschlossen, um in dieser Weise das weitere
Herausquellen des Asphalts zu verhindern.
Die Erfindung wird anhand einer beispielsweise beschriebenen Ausführungsmethode für Tunnelbau
unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen eingehender beschrieben.
An den Abb. la—Ie wird das Verhalten der Fugen
und des fugenfüllenden rheolog konsolidierenden Materials dargestellt und an den Abb.2a—2d das
Beispiel eines Tunnelbaus.
Aus der Abb. la ist die anläßlich des Baues zustandegekommene regelmäßige Anordnung der
Wandkonstruktionselemente, 1, II und III ersichtlich. Die Pfeile mit Strichellinie stellen die Resultanten der
Kraftwirkungen dar, während mit kurzen Pfeilen die verteilte Belastung bezeichnet wurde.
Auf der A b b. Ib sind die Bauelemente im Verhältnis
zueinander verschoben. Da das Material 1, welches die Fuge ausgefüllt, rheologen Charakter hat, gibt es der
Bewegung nach und gruppiert sich in seiner Masse der neuen Lage entsprechend um. Es dringt von dem
engeren Raum ir die weiteren Räume. Es vermittelt den
Druck auch jetzt gleichmäßig. Ein Teil des Füllmaterials dringt am Ende der Fuge gegen den freien Raum nach
außen. An der A b b. Ic zwischen dem Bauelement I und II wird die Fuge so dünn, daß das Ausfüllmaterial sich im
Abschnitt »k« konsolidiert: das konsolidierte Material schließt selbst den Weg vor dem noch nicht konsolidierten,
rheologen Teil des Ausfüllmaterials 1 ab, so daß dieser Teil nicht mehr aus der Fuge in den freien Raum
dringen kann. Wenn die Fuge — wie auf Abb. Id sichtbar — mit separaten Abschlußelementen 2 — ζ. Β.
Metalleisten — abgeschlossen wird, verhindert das nicht eine gewisse weitere Bewegung der Elemente, sondern
ausschließlich nur das Ausdringen des Ausfüllmaterials 1. Natürlich kann — wie aus Abb. Ie ersichtlich — in
gewissen Fällen sich auch hier der Abschnitt »K« bilden, an welchen die Konsolidierung des Ausfüllmaterials 1
erfolgt.
Die Abb.2a stellt den Querschnitt eines im Bau
befindlichen Tunnels dar, die A b b. 2c zeigt vergrößert den in der A b b. 2a mit »A« bezeichnete Bereich des
Tunnels und die A b b. 2d den in der A b b. 2b mit »B« bezeichneten Bereich desselben.
In der Fuge des Bauelementes 3 und dem Ausfüllmaterial 4 — z. B. Beton — das zwischen den Felsen und
das Bauelement injiziert wurde, ist Asphalt I untergebracht.
Auf die Konstruktion wirken während des Bauvorganges die in der Abb.2b mit Pfeilen bezeichneten
Schilddruckkräfte und die an den A b b. 2c und 2d mit Pfeilen bezeichneten Injektionskräfte und dann später
der Gesteindruck ähnlicher Richtung ein, dessen Größe und Verteilung sich jedoch in der Zeit ändert. Die
Baufertigteile 3, welche die Konstruktion bilden, ändern ihre relative Lage infolge der Krafteinwirkungen in der
Zeit, infolgedessen sich auch die ursprüngliche Form und Schichtendicke des Asphaltes 1 ändert. Nachdem
man — nach ein-zwei Monaten — feststellt, daß der annähernde Gleichgewichtszustand zustande kam,
schließt man die zwischen den Bauelementen 3 bestehenden Fugen von innen mit den Abschließplatten
2 ab.
Das erfindungsgemäße Verfahren wurde beim Tunnelbau versuchsweise ausprobiert. Es wurde festgestellt,
daß infolge seiner Anwendung der Bruch einzelner Bauelemente, der früher oft vorgekommen ist, praktisch
vollkommen aufhörte, die Konsolidierung des rheolog konsolidierenden Materials in den Fugen in den meisten
Fällen erfolgte und die volle Wasserdichtigkeit der Konstruktion bei allen meßbaren Formveränderungen
bestehen blieb.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verfahren zur Errichtung von Wandkonstruktionen, insbesondere von Tunnelwänden, welche im
Lastfall Form- bzw. Lageänderungen durch die Wandkonstruktion beeinflussende Kräfte ausgesetzt
sind und bei welchen der; Raum, d. h. die Fuge zwischen Rückwand der Konstruktion und dem
anstehenden Erdreich mit rheolog konsolidierender Masse verfüllt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wandkonstruktionen durch entsprechende durchgehende Fugen unterteilt und diese mit
der rheolog konsolidierenden Masse in entsprechendem Maße verfüllt werden und hiemach bei
Ermöglichung einer relativen Bewegung der Bauelemente
abgewartet wird, bis die WandkonstruLtion in einen annähernden Gleichgewichtszustand gelangt,
und danach die Fugen an ihren offenen Enden durch die eigene Konsolidierung der rheolog konsolidierenden
Schicht abgeschlossen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fugen mittels besonderer Abschlußteile
abgeschlossen werden.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19702055955 DE2055955C3 (de) | 1970-11-13 | 1970-11-13 | Verfahren zur Errichtung von Wandkonstruktionen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2055955A1 DE2055955A1 (de) | 1972-05-31 |
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| DE2055955C3 DE2055955C3 (de) | 1980-06-19 |
Family
ID=5788053
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2055955C3 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3332242A1 (de) * | 1983-09-07 | 1985-03-28 | Dyckerhoff & Widmann AG, 8000 München | Roehrenfoermiger unterirdischer hohlraum, wie verkehrstunnel, rohrleitung oder dergleichen |
| DE3427882A1 (de) * | 1984-07-28 | 1986-02-06 | Dyckerhoff & Widmann AG, 8000 München | Verfahren zum herstellen eines roehrenfoermigen unterirdischen hohlraumes |
| DE3515680A1 (de) * | 1983-09-07 | 1986-11-06 | Dyckerhoff & Widmann AG, 8000 München | Verfahren zum herstellen eines roehrenfoermigen unterirdischen hohlraums, z. b. einer rohrleitung, sowie vorrichtung zum durchfuehren des verfahrens |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| NL191096C (nl) * | 1984-02-29 | 1995-01-16 | Dyckerhoff & Widmann Ag | Pijpvormige ondergrondse holle ruimte. |
-
1970
- 1970-11-13 DE DE19702055955 patent/DE2055955C3/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3332242A1 (de) * | 1983-09-07 | 1985-03-28 | Dyckerhoff & Widmann AG, 8000 München | Roehrenfoermiger unterirdischer hohlraum, wie verkehrstunnel, rohrleitung oder dergleichen |
| DE3515680A1 (de) * | 1983-09-07 | 1986-11-06 | Dyckerhoff & Widmann AG, 8000 München | Verfahren zum herstellen eines roehrenfoermigen unterirdischen hohlraums, z. b. einer rohrleitung, sowie vorrichtung zum durchfuehren des verfahrens |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2055955A1 (de) | 1972-05-31 |
| DE2055955C3 (de) | 1980-06-19 |
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