DE206177C - - Google Patents
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- DE206177C DE206177C DENDAT206177D DE206177DA DE206177C DE 206177 C DE206177 C DE 206177C DE NDAT206177 D DENDAT206177 D DE NDAT206177D DE 206177D A DE206177D A DE 206177DA DE 206177 C DE206177 C DE 206177C
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B32/00—Carbon; Compounds thereof
- C01B32/90—Carbides
- C01B32/914—Carbides of single elements
- C01B32/991—Boron carbide
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Carbon And Carbon Compounds (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 206177 KLASSE 12«. GRUPPE
Die Erfindung bezweckt, Borcarbid von sehr starkem Borgehalt, z. B. die Verbindung S6 C,
aus im Handel erhältlichen, verhältnismäßig wenig kostspieligen Borverbindungen im elektrischen
Ofen fertig darzustellen. Es soll also nicht notwendig sein, das Borcarbid von Metallen
oder anderen Körpern, in denen es suspendiert oder mit denen es innig verbunden ist, erst nachträglich, d. h. nach der Herausnähme
aus dem elektrischen Ofen, unter Aufwendung erheblicher Kosten zu trennen. Überdies
soll das Erzeugnis unmittelbar anwendbar sein, d. ti. in Stückform erhalten werden, also
nicht wie nach den bekannten Verfahren als feiner Staub oder als äußerst feines Pulver,
dessen einzelne Körner sich nur unter dem Mikroskop als kleine Kristalle erweisen.
Einige der bisher bekannten Verfahren, die ebenfalls von der Anwendung einer Borverbindung
ausgingen, beruhen darauf, daß der Verbindung andere Körper beigemengt werden,
in denen sich das Erzeugnis löst. Z. B. empfahl M ο iss an, als geeignetstes Verfahren zur
Darstellung eines Borcarbids von verhältnismäßig niedrigem Borgehalt (B C) eine Mischung
von Bor und Kohlenstoff bei den im elektrischen Ofen erreichbaren Temperaturen in gewissen
Metallen zu lösen. Zur Trennung des Erzeugnisses von den als Lösungsmittel verwendeten
Metallen ist dann ein mühevolles und kostspieliges Auflösen der Metalle notwendig.
Dabei ergibt sich nur eine recht geringe Ausbeute an gepulvertem Carbid, und dieses Pulver ist überdies derart mit Graphit
gemischt, daß es bei Berührung den Finger schwärzt.
Bei einem anderen Verfahren, welches auf Beimengung des Moissanschen Silicates des
Aluminiums und Anwendung der Borsäurereaktion beruht, ist das Erzeugnis mit Siliciumcarbid
innig verbunden.
Das ebenfalls bekannte Verfahren, aus Mischungen von amorphem Bor und Kohlenstoff
ohne Beimengung anderweitiger Bestandteile ein staubähnliches (amorphes) Pulver zu ge? 45
winnen,. .wird von der vorliegenden Erfindung nicht betroffen, vielmehr hat das Erzeugnis,
auf dessen Darstellung sich die Erfindung bezieht, gänzlich andere Eigenschaften. Auch
das nach.einem anderen bekannten, lediglich Borsäure und Kohle benutzenden, aber ohne
Druck arbeitenden Verfahren erhältliche Produkt stellt ein staubähnliches Pulver dar.
Das spezifische Gewicht des neuen Stoffes beträgt ungefähr 2,7. Er ist schwer schmelzbar
und ist gleichzeitig ein elektrischer Leiter. Daher können daraus Glühfäden, bei hohen
•Temperaturen anwendbare Widerstände und sonstige elektrische Leiter hergestellt werden,
welche sogar den Temperaturen des elektrisehen Lichtbogens widerstehen. Das neue
Material eignet sich z. B. zur Herstellung von Klemmen für Bogenlicht und für elektrolytische
Zwecke. Das neue Borcarbid ist äußerst hart, härter als Korund und Karborundum,
wie sich daraus ergibt, daß sich die beiden zuletzt genannten Körper mit dem neuen Borcarbid
ritzen lassen. Sogar zum Schleifen von Diamanten kann es Anwendung finden. Die Härte dieses Carbids würde nur von sehr
geringem Wert sein, wenn es nicht in Stückform erhalten werden könnte. Die Form der
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Stücke ist keineswegs so bestimmt, wie z. B. die der flachen nadelartigen Kristalle des Karborundums;
auch ist das neue Borcarbid nicht so spröde und nicht so leicht zerbröcklich wie
jene Kristalle, dabei aber doch viel härter als sie. Die neuen Borcarbidstücke können für
eine ganze Reihe von technischen Zwecken angewendet werden, z. B. an Stelle von Diamanten
für Gesteinsbohrer, als Schneideorgan
ίο für die Bearbeitung harter Steine und für
Glas, selbst zum Bearbeiten von Schmirgel- und Korborundumscheiben. Werden solche
Borcarbidstücke mit Bohrungen versehen, so . sind sie wie die bekannten aus Kohlenstoß:
und Diamanten hergestellten Formen zum Ziehen von Draht anwendbar. Endlich ist
das neue Borcarbid ein wertvolles Mittel zum Legieren von Metallen. Auch für die schon
erwähnte Anwendbarkeit des neuen Borcarbids für die Herstellung elektrischer Leiter und
Elektroden ist die Stückform von besonderer Bedeutung.
Zur Darstellung des neuen Borcarbids werden Kohlenstoff und eine Borverbindung, ζ. Β.
Borsäureanhydrid (BorsesquioxydJ32O3), letztere
im Überschuß, jedoch unter Ausschluß sonstiger .Zusätze gemischt und unter geeignetem Druck
in einem elektrischen Ofen erhitzt. Dort wird die Erhitzung zunächst so weit getrieben, bis
das Borsäureanhydrid schmilzt und eine glasartige, etwas viskose Beschaffenheit annimmt.
In dieser Phase des Verfahrens ist es wünschenswert, daß die Mischung umgerührt oder
geschüttelt werde. Gleichzeitig wird die Temperatur auf ungefähr 25000 C. gesteigert, wobei
eine durch die Temperatur genau bestimmte Reaktion erfolgt.
Für einige Zwecke ist es vorteilhaft, eine längliche Heizkammer anzuwenden und die
Temperatur an einem Ende dieser Heizkammer etwas höher zu treiben als am anderen. Dabei
lagern sich die bei den verschiedenen kritischen Temperaturen erzeugten, in der Beschaffenheit
und in ihrer Stückform sich unterscheidbaren Massen von selbst schichtenweise an. Auf
solche Weise werden Massen von praktisch genommen reinem Carbid erhalten, die einen
metallähnlichen Bruch, beträchtliche Dichte und große mechanische Festigkeit besitzen.
In der Heizkammer, die z. B. ein Schmelztiegel sein kann, lassen sich auch Kristalle erzeugen.
Solche bilden sich gewöhnlich um Hohlräume, die in der Masse infolge von Abkühlung entstehen.
Es wurde gefunden, daß die Kristalle größer und zahlreicher werden, weniger leicht
brechen und besser benutzbar sind, wenn die Abkühlung verlangsamt wird, was sich dadurch
erreichen läßt, daß der elektrische Strom nicht., plötzlich unterbrochen, sondern nur in seiner
Stärke allmählich vermindert wird. Die erhaltenen Massen besitzen auch hier einen
metallähnlichen Bruch und bestehen, praktisch genommen, aus reinem Borcarbid von der Zusammensetzung
B6 C. . .
Claims (3)
1. Verfahren zur Darstellung borreicher Carbide, z. B. B6 C, aus einer Borverbindung,
ζ. B. Borsäureanhydrid und Kohle, im elektrischen Ofen, darin bestehend, daß
zwecks Gewinnung der Carbide in Stückform eine Mischung der Borverbindung und Kohle, erstere im Überschuß unter
Druck einer sehr bedeutenden Erhitzung (auf ungefähr 25000 C.) unterworfen wird.
2. Verfahren zum Trennen der bei Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1
sich ergebenden Borcarbide, darin bestehend, daß dieselben einer abgestuften Erhitzung
vorteilhaft in einem länglichen Behälter ausgesetzt werden, indem die Temperatur an einem Ende des Behälters
etwas höher getrieben wird als am anderen.
3. Ausführungsart des Verfahrens nach Anspruch 1, darin bestehend, daß nach
Beendigung der Reaktion die Temperatur nicht plötzlich, sondern allmählich vermindert
wird, vorteilhaft indem der elektrische Strom nicht augenblicklich unterbrochen,
sondern nur in seiner Stärke allmählich verringert wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE206177C true DE206177C (de) |
Family
ID=468367
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT206177D Active DE206177C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE206177C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE851553C (de) * | 1933-10-20 | 1952-10-06 | Norton Ges M B H Deutsche | Verwendung von Borkarbid fuer harte Gebrauchsgegenstaende und Verfahren zu deren Herstellung |
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- DE DENDAT206177D patent/DE206177C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE851553C (de) * | 1933-10-20 | 1952-10-06 | Norton Ges M B H Deutsche | Verwendung von Borkarbid fuer harte Gebrauchsgegenstaende und Verfahren zu deren Herstellung |
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