DE206409C - - Google Patents

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DE206409C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01DCOMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
    • C01D3/00Halides of sodium, potassium or alkali metals in general
    • C01D3/14Purification
    • C01D3/16Purification by precipitation or adsorption

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVe 206409 KLASSE 12/. GRUPPE
STE. MARCH^VILLE DAGUIN et CH in PARIS.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 20. Februar 1907 ab.
Die Tatsache/ daß einerseits Kochsalz in der Wärme löslicher als in der Kälte ist, sowie die Tatsache, daß anderseits Gips in der Wärme weniger löslich ist wie in der Kälte, ist, da dies auch für den Fall zutrifft, daß beide Salze gleichzeitig in einer wäßrigen Lösung vorhanden sind, dazu benutzt worden, eine Trennung des Chlornatriums von Calciumsulfat in salzhaltigen Wässern vorzunehmen.
ίο ' Die erwähnten verschiedenen Löslichkeitsverhältnisse haben zur Folge, daß eine wäßrige, kaltgesättigte Lösung, die gleichzeitig Kochsalz und Gips enthält, nicht mehr mit Chlornatrium gesättigt sein wird, wenn man sie erhitzt, während sie anderseits infolge der Erwärmung Gips verlieren wird. .Dieses letztere wird sich entweder als Niederschlag oder als kristallinischer Überzug an den Wänden des Behälters, der die Lösung enthält, absetzen. Dieselbe in der Wärme ungesättigte Kochsalzlösung kann dann durch Verdampfen einen bestimmten Prozentsatz Wasser noch verlieren, ohne daß eine Kristallisation des gelösten Chlornatriums stattfindet, während
25- die Wasserverminderung naturgemäß eine weitere Gipsabscheidung zur Folge hat.
Die durch diese Konzentration in der Wärme erhaltene Lösung gibt, wenn man sie an der Luft kristallisieren läßt, durch die Abkühlung und nachfolgende Verdunstung einen reinen Kochsalzniederschlag ohne Gipsverunreinigung, da Gips in der Kälte löslicher ist als in der Wärme.
"Die abgekühlte Lösung ist nach der Chlornatriumablagerung imstande, von neuem Wasser durch Konzentrierung in der Wärme abzugeben, ohne daß jetzt eine Chlornatriumablagerung stattfindet, sondern vielmehr unter neuer Gipsabscheidung.
Wird die Lösung nun von neuem in das Kristallisationsgefäß gebracht, so findet eine neue Ausscheidung reinen Kochsalzes statt und so fort. ■
Die Trennung des Kochsalzes von Gips, die so unterbrochen vorgenommen wird, kann nach vorliegender Erfindung durch die nachfolgend beschriebene, in der beiliegenden Zeichnung schematisch dargestellte Einrichtung zu einer kontinuierlichen gemacht werden.
Ein Heizgefäß α enthält Wasser, das durch einen Herd b erwärmt wird; der Wasserdampf zirkuliert in einem Schlangenrohr c. Der kondensierte Dampf kehrt zu dem Heizgefäß a durch den Wasserverschluß d zurück.
In der Zeichnung tritt der Dampf von oben in das Schlangenrohr ein; ebensogut könnte er von unten hineingelangen, wobei das kondensierte Wasser durch Wasserverschlüsse von jedem Teil des Wellenrohres getrennt ist.
Die salzhaltige Lösung, welcher man das Salz entziehen will, rieselt fortwährend über das Rohr c und konzentriert sich, ohne daß Salzabscheidung stattfindet. Der Gips dagegen scheidet sich entsprechend dem oben Gesagten an dem Schlangenrohr ab. Die konzentrierte, zum Teil entgipste Flüssigkeit fällt in ein Kristallisiergefäß /, wo sie sich abkühlt und reines Kochsalz abscheidet. Die abgekühlte Lösung wird durch eine Pumpe β oder irgendeine Hebevorrichtung zu dem Ver-
teiler g gehoben, der das salzhaltige Wasser von neuem auf das Schlangenrohr bringt und so fort.
Die Verdampfung des Wassers und die Kochsalzablagerung werden durch. Zugabe frischen, salzhaltigen Wassers, z. B. beim Ansaugen der Pumpe oder in dem Verteiler, ausgeglichen.
Gegenwärtig gehen bei den Salinen die beschriebenen Fällungen und Kristallisierungen gleichzeitig vor sich. Die Gipsablagerung (»Schlotter« genannt) findet, wie auch oben beschrieben, an der angeheizten Stelle statt, d. h. der Gips lagert sich gegen die Bleche ab, die den Boden der Verdampfungspfannen bilden.
Die Tatsache, daß sich der Gips innerhalb des Kochsalzes ablagert, hat zur Folge, daß die Trennung schwierig durchgeführt werden kann.
Hiergegen gewährt das oben beschriebene Verfahren den besonderen Vorteil, daß, weil sich der Gips an den Heizstellen, d. h. an den Schlangenrohren, absetzt (die von dem Kristallisationsort vollkommen getrennt sind), der Gips sich mit dem Kochsalz nicht vermengen kann. Man erhält daher reines Kochsalz ohne Beimengung von »Schlotter«. Außerdem ermöglicht ein einfaches, Abklopfen die Entfernung des Absatzes auf dem Schlangenrohr und die vollkommene Gewinnung des raffinierten Produktes, was in den Pfannen, wo die Entfernung der Schlotter niemals vollkommen ist, unmöglich ist.
Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Einrichtung besteht darin, daß die beiden Gefäße, in denen sich die Salzlösung befindet, nicht erwärmt werden, daß vielmehr die Anwärmung der Lösung ausschließlich durch das Zirkulieren derselben über ein Rohrsystem, das von der Heizvorrichtung gespeist wird, erfolgt.
Hierdurch wird die nachteilige Wirkung vermieden, die durch die schlechte Leitfähigkeit des Gipses verursacht wird, welche eine schnelle Abnutzung der dem Feuer ausgesetzten Gefäße bewirkt.
Die beschriebene Anordnung kann auch abgeändert werden, ohne irgendwie das Wesen der Erfindung zu verändern. So kann z. B. das Schlangenrohr durch jedes beliebige System von Wärmeaustauschapparaten ersetzt werden, und die Erwärmung könnte anstatt wie in dem gewählten Beispiele durch Wasserdampf mit Hilfe jeder geeigneten Wärmequelle bewirkt werden, z. B. durch Gas, heiße Flüssigkeiten und anderes mehr.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Gewinnung von Kochsalz aus unreinen Rohlaugen, dadurch gekennzeichnet, daß die Salzrohlösung in stetigem Kreislauf frei derart über geheizte Verdampfkörper herabfällt, daß sich auf diesen lediglich die in der Sole enthaltenden schwerlöslichen Verunreinigungen, wie Gips u. dgl., abscheiden, während das Kochsalz erst in einem , unter dem Verdampfkörper befindlichen Behälter zur Kristallisation gelangt. , '
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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