DE2101148C2 - Verfahren zur Herstellung eines organischen Sulfids mit hohem Gehalt an gebundenem Schwefel - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines organischen Sulfids mit hohem Gehalt an gebundenem SchwefelInfo
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Description
Verschiedene Vorschlage zur Herstellung von organischen Sulfiden durch Behandlung von Olefinen mit
Schwefelchloriden und anschließende Umsetzung der erhaltenen Zwischenprodukte mit schwefelhaltigen Verbindungen sind bereits bekannt. Beispielsweise können
organische Polysulfide durch Sulfochlorlerung von Olefinen mit sechs oder mehr Kohlenstoffatomen und weitere
Behandlung mit anorganischen höheren Polysulflden gemäß der US-Patenischrllt 27 08 199 hergestellt werden.
Weiterhin Ist In der US-Patentschrift 34 71 404 angegeben, daß derartige Sulfurlerungsreaktlonen durch Umsetzung eines sullochlorler'.en Isobutylenzwlschenproduktes
mit einem Gemisch von Alkallsullld und freiem Schwefel In einem Molverhältnis von mindestens 2:1 mit
anschließender verlängerter Behandlung mit wäßrigem Natriumhydroxid, offensichtlich zur Verringerung des
hohen Chlorgehaltes, zur Herstellung von Hochdruckzusätzen durchgeführt werden können. In der US-Patentschrift 30 68 218 ist angegeben, daß die sulfochlorierten
Produkte mit verbesserter Farbe erhalten werden, wenn Polymere z. B. des Propylens mit acht oder mehr Kohlenstoffatomen in einem wäßrigen Reaktionsgemisch sulfochloriert werden und dann das Zwischenprodukt mit
einer Lösung von Natriumsulfid in Wasser und Isopropanol sulfuriert wird, wobei Produkte mit Schwefelgehalten
in der Größenordnung von 10 bis 34 Gew.-% erhalten werden. Gemäß der US-Patentschrift 22 49 312 wirf das
sulfochlorierte Addukt von Amylen oder höheren Olefinen mit Natriumsulfid und/oder anderen Alkallverbindungen unter Bildung stabiler Produkte von relativ niedrigem Schwefelgehalt und allgemein hohem Chlorgehalt
behandelt.
Im allgemeinen haben die bisherigen Verfahren zur Herstellung von organischen Sulfidverbindungen eine
oder mehrere ungünstige Eigenschaften wie z. B. hohe Kosten, niedrigen Schwefelgehalt und korrodierenden
Angriff der Produkte auf Metalle und Legierungen, die in den Maschinen verwendet werfen. Produkte mit einem
Chlorgehalt oberhalb 2% und auch diejenigen, die aus Natriumpolysulfid als Reaktionsteilnehmer erhalten wurden, sind üblicherweise ziemlich korrodierend.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines organischen Sulfids mit einem hohen Gehalt an
gebundenem Schwefel durch Umsetzung von Schwefelmonochlorid (S2CI2) mit geradkettigen, verzweigtkettigen
oder cyclischen Olefinen mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen In Gegenwart einer katalytischen Menge eines niederen
aliphatischen Alkohols bei Temperaturen bis zu 600C und bei einem Molverhältnis von Olefin zu Schwefelmonochlorid zwischen 1 : 1 und 1,65:1 unter Bildung eines
sulfochlorierten Zwischenproduktes und anschließende Sulfurierung und Dechiorlerung des Zwischenproduktes
mit einem Alkalimonosulfid in Gegenwart einer wesentlichen Menge eines niederen aliphatischen Alkohols, ist
dadurch gekennzeichnet, daß man das Alkallmonosulfid In Form einer wäßrigen Alkallmonosulfidlösung einsetzt,
die durch aufeinanderfolgende Behandlungen einer wäßrigen Alkaiihydroxldablauge aus der Kohlenwasserstoffraffination zunächst mit Schwefelwasserstoff und dann
mit Alkalihydroxid erhalten wurde und einen erheblichen Gehalt an gebundenem Schwefel aufweist, wobei
die ,ulfurlerungs-Dechlorlerungs-Reaktlon bei einer Temperatur zwischen etwa 66 und 121" C ausgeführt
wird.
Bei der Bildung von organischen Sulfiden nach dem eriindungsgemäßen Verfahren wird eine Anzahl von
wichtigen und unerwarteten Vorteilen erhalten. Im Hinblick auf Ihre Anwendbarkeit als Zusätze bei Höchstdrucken für Schmieröfc und Fette zeigen die nach dem
vorliegenden Verfahren erhältlichen Produkte In den meisten Fällen nicht nur eine äußerst günstige goldene
Farbe und vollständige Mischbarkelt mit Ölen und Fetten, sondern sie haben auch den erwünschten sehr hohen
Schwefelgehalt von mehr als etwa 44 Gew.-%, typlscherwelse
etwa 46 bis 48% an gebundenem Schwefel und sind
frei von freiem Schwefel, so daß sie die höchstmögliche
Bewertung von 209* kg bei dem SAE-Belastungsversuch bei 1000 Umdrehungen mit 4,4% Zusatz Im Schmiermittel erreichen. Typischerwelse zeigen die Chlorgehalte In
der Größenordnung von nur 0,2% und geringer und eine ausgezeichnete Bewertung beim Kupferstrelfenkorroslonstest gemäß ASTM-Nr. D 130-56 von IB nach 6
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Stunden bei 100° C unter Anwendung einer Konzentration von 3% Zusatz. Weil höhere Reaktionsgeschwindigkeiten und Ausbeuten als bisher sind bei der Sulfudierungs-Dechlorierungsstufe beim vorliegenden Verfahren
erzielbar; hierbei wird die Umsetzung so lange Fortgefahrt, bis die genannten niedrigen Chlorgehalte des Produktes erreicht sind, wodurch die übliche Waschbehandlung mit Ätzalkalien weggelassen werden kann. Hieraus
ergeben sich weitere technische Vorteile des Verfahrens. Der Fortfall dieser Stufe ist besonders insofern günstig,
als eine Ätznatronwasche ungünstige Folgen hat und den Schwefelgehalt des Produktes meist um etwa 2% erniedrigt. Da, wie bereits festgestellt, weit kürzere Reaktionszeiten möglich sind und keine signifikante Zunahme des
Polymerisationsgrades des sulfurierten Produktes beobachtet wird, können Produkte von außergewöhnlich
niedriger Viskosität erhalten werden, und die niedrige Viskosität erleichtert sowohl die Handhabung als auch
das Vermischen und bewirkt einer Erniedrigung des Stockpunktes.
Es ist überraschend, daß derartig verbesserte Ergebnisse auf Grund des Einsatzes einer Beschickung erhalten werden, welche als Reaktionsteilnehmer Alkalisulfid
enthalt, das aus leicht zuganglichen Raffinerienebenproduktströmen aus verschiedenen Kohlenwasserstoffrelnigungsarbeltsgängen stammt. Im Hinblick auf den steigenden Bedarf an Erdölprodukten mit niedrigem Schwefelgehalt werden nämlich bei der üblichen Ölralflnatlon
große Mengen an verbrauchter wäßriger Ätznatronlösung gebildet, die - aus der Sicht der Örafflnation - Verunreinigungen wie Schwe ^!wasserstoff und andere Schwefelverbindungen, beispielsweise Mercaptane oder Mecaptide
und/oder phenolische und thlophenolische Verbindungen enthalten, aber Im eriindungseemäß»n Verfahren mit
unerwartetem Vorteil verwertet werden.
Als olefinische Substanzen können in der Anfangsstufe
(Sulfochlorlening) Olefine mit end- oder innenständigen
Doppelbindungen, die 2 bis 8 KohlenstofTatome je Molekül entweder In gerader Kette, verzweigter Kette oder als
cyclische Verbindung enthalten, eingesetzt werden; Beispiele hierfür sind Äthylen, Propylen, Buten-(l), eis- und
trans-Buten-(2), Isobutylen, Diisobutylen, TrIisobutylen,
die Pentene, Cyclopentene, die Hexene, Cyclohexen oder die Octone. Im allgemeinen sind Cj-C6-Oleline oder
Gemische derselben günstig zur Herstellung der sulfurierten Produkte im Hinblick auf deren Anwendung als
Zusätze für extreme Drucke, da der gebundene Schwefelgehalt des Produktes mit erhöhter Anzahl der Kohlenstoffatome abnimmt und die Mischbarkelt mit Öl bei
Propylen- und Äthylenderivaten niedriger ist.
Bei einigen Ausführungsformen der Erfindung wird Isobutylen, besonders als einziger olefinischen Reaktionsteilnehmer, bevorzugt, jedoch kann es auch, günstigerweise in größerem Anteil, Im Gemisch mit einem oder
mehreren weiteren Olefinen verwendet werden; weiterhin kann die Beschickung gesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffe, beispielsweise Methan, Äthan, Propan, Butan
oder Pentan enthalten. Diese Alkane sind vorzugsweise In kleinen Mengen enthalten, um eine unnötige Verdünnung des Reaktionsgemisches zu vermelden, da sie
weder reagieren noch In den Produkten verbleiben, sondern mit den Abgasen entweichen oder bei der anschließenden Destillation abgetrieben werden. Mischbeschlkkungen können jedoch wesentlich günstiger sein, da derartige Produkte technisch leichter zugänglich sind als
relativ reines Isobutylen.
Die flüchtigen Olefine sind hüullg In flüssiger Form
leicht verfügbar und es Ist meistens günstig, die Oleüne
flüssig einzubringen; sie werden durch die Reaktionswärme verdampft, so daß diese Abdampfung einen
wesentlichen Kühleffekt ergibt, wodurch die zur Kühlung des Reaktors zügelOhrte Wassermenge erheblich
verringert werden kann. Es ist somit günstig, daß man bei der Sulfochloriening eines flüssigen, unter Normalbedingungen flüchtigen Olefins die Reaktionswärme
zumindest teilweise durch Verdampfung des Olefins abführt. Auch hat es den Anschein, daß die Anwendung
eines flüchtigen flüssigen Olefinreaktionsteilnehmers den
unerwarteten und günstigen Effekt einer Erniedrigung der Viskosität des Endproduktes hat.
Der andere Reaktionsteilnehmer in der ersten Stufe ist
Schwefelmonochlorid (S2Cl2).
Das Molverhältnis von Olefin zu Schwefelmonohalogenid liegt im Bereich von etwa 1 :1 bis 1,65:1. Es gibt
Anzeichen dafür, daß bei Verhältnissen oberhalb von 1,65 :1 Produkte mit dunklerer Farbe in geringerer Ausbeute erhalten werden. Im Fall von Isobutylen und
Schwefelmonochlorid scheint das optimale Verhältnis zwischen etwa 1,55:1 und 1,60:! zu Ücgcn.
Obwohl wasserfreie Reaktionsbedingungen allgemein bessere Ergebnisse erbringen, kann eine geringe Menge
Wasser Im Bereich bis zu etwa 10 Gew.-« des Schwefelhalogenlds bei der Anfangsreaktion vorhanden sein; üblicherweise wird es jedoch bevorzugt, den Wassergehalt
unterhalb etwa 4« zu nahen. Um eine Zersetzung des Schwefelchlorids zu vermeiden, sollte ein Zusatz von
Wasser entweder gleichzeitig mit der Einbringung des Olefins in den Reaktor oder anschließend erfolgen. Die
Umsetzungstemperaturen liegen bei der Sulfochloriening zweckmäßig zwischen 49 und 600C. Der bevorzugte
Bereich der Reaktionstemperatur liegt zwischen etwa 49 und 57° C und eine Temperatur von etwa 52° C scheint
das Optimum zu sein. Typische Reaktionszeiten bei der Anfangsstufe des Verfahrens liegen zwischen etwa 1 und
15 Stunden.
Die Sulfochlorierung Ist exotherm, entwickelt z. B. im
Fall von Isobutylen eine erhebliche Wärmemenge und eine Kühlung ist notwendig, damit ein Anstieg der Temperatur Über etwa 600C, was eine Dunkelfärbung des
Produktes und merkliche Ausbeuteabnahme nach sich ziehen würde, vermieden wird.
Der Reaktionsdruck Ist nicht kritisch und kann zwischen etwa 1 und 8 bar In Abhängigkeit von der Reaktionstemperatur und der Flüssigkeit des Oleflnmaterials
liegen. Die Anfangsreaktion wird mit einem niedrigen aliphatischen Alkohol mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
beispielsweise Methanol, Äthanol, Propanol und lsopropanol, katalysiert. Von diesen werden Methanol und
Äthanol üblicherweise bevorzugt. Insbesondere das erster;, und Mengen des Alkohols Im Bereich von 0.2 bis
10 Gew.-% des Schwefelchlorids können angewendet werden, jedoch werden Mengen In der Größenordnung
von 0,5 bis 3* üblicherweise bevorzugt. Obwohl der Alkohol als Katalysator In den Reaktor Im flüssigen
Zustand eingeführt werden kann. Ist es häufig günstiger,
ihn als Dampf einzuführen.
Chlorwasserstoff wird bei der Reaktion entwickelt,
welcher aus dem Reaktor abgeblasen wird. Er kann als Salzsäure In einem Wasserabsorptionssystem zurückgewonnen werden.
In einer Integrierten Raffinerie werden wäßrige Aizalkalllösungen In weitem Umfang zur Reinigung In flüssiger Phase für eine Vielzahl von Kohlenwasserstoffströmen angewandt; die bei diesen Arbeltsgängen verbrauchten wäßrigen Flüssigkelten werden als »anorganische
Ätzlaugen« und »organische Ätzlaugen« bezeichnet. Die
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sogenannten anorganischen Ätzlaugenlösungen haben üblicherweise einen relativ niedrigen Gehalt an organischen
Verbindungen und werden im allgemeinen bei der Behandlung von flüssigem Propan, Butan, Butylen,
Lösungsnaphtha und Alkyüerungsabströmen zur Entfernung von Mercaptanen, Schwefelsäure und insbesondere
Schwefelwasserstoff erhalten, die sogenannten organischen Ätzlaugenflüssigkeiten stammen aus der Behandlung
von Katalytbenzinen und schwereren Destillaten und enthalten etwas geringere Mengen an Sulfidverunreinigungen,
jedoch große Anteile, beispielsweise oberhalb 25 Gew.-%, an organischem Material hauptsächlich in
Form von aromatischen Derivaten, beispielsweise phenolischen und thiophenolischen Verbindungen. Obwohl
Kaliumhydroxid für diese Reinigung anwendbar ist, werden aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nets Natriumhydroxidlösungen
verwendet. Nach dem Vermischen sämtlicher verbrauchter Ätzlaugenlösungen in einer typischen
Raffinerie ist die ungefähre Zusammensetzung des Gemisches beispielsweise folgende:
Natriumhydroxid
Natriumhydrogensulfid
Natriumkresylate *)
Natriumsulfat
Natriumchlorid
Öl
Eisensulfid
Wasser
Gew.-%
6,! bis 0,3 4,9 bis 5,4
14,6 bis 20,4 0,5 bis 0,7 0,4 bis 0,06 0,3 bis 0,4
(5 bis 10 ppm)
Rest
*) Natriumsalze von Kresolen, Thiokresolen, Phenol,
Thlophenol und Xylenolen
Der Hauptbestandteil der gelösten Stoffe In dieser gemischten Ablauge ist das Natrlumkresylatgemisch,
welches leicht verkaufsfähig ist, nachdem es in Form von rohen Kresylsäuren gewonnen wurde. Deren wirtschaftliche
Gewinnung als Nebenprodukt aus der katalytischer! Hydrodesulfurislerungseinheit kann durch
Behandlung der Ätzlaugeniösung mit Schwefelwasserstoff
erfolgen. Durch diese Behandlung werden die Kresylatsalze durch Umwandlung in die Kresylsäuren als
organische Phase abgetrennt und zugleich das Natriumsulfid und -hydroxid In der wäßrigen Phase in Natriumhydrogensullid
überführt. Beim Stehen bildet das Gemisch xwei Schichten, wobei d-vi obere Schicht hinsichtlich
der Farbe von bernstelnfarbig bis schwarz variiert und die Kresylsäuren und andere organische Verbindungen
enthält, wahrend die Bodenschicht als wäßrige Natriumhydrogensulfldi^sung sich sauber als milchweiße
oder farblose Flüssigkeit abtrennt, die zur Anwendung Im vorliesenden Verfahren abgezogen wird. Durch die
Behandlung mit Schwefelwasserstoff werden so nicht nur
die wertvollen Kresylsäure- und Thiokresylsäureverblndungen abgetrennt und der unerwünschte Schwefelwasserstoff
verbraucht, sondern es ergibt sich auch der günstige Effekt einer wesentlichen Erhöhung des Schwefelgehaltes
der wäßrigen Phase zur Anwendung Im Rahmen der vorliegenden Erfindung.
Die Schwelelwasserstoftbehandlung wird üblicherweise
praktisch bis zur Beendigung fortgeführt, die sieh durch
einen pH-Wert von etwa 8,0 bis 8,5 anzeigt, wobei lediglich eine geringe Menge an organischen Verbindungen In
der wäßrigen Phase enthalten bleibt. In einigen Fällen kann jedoch die H;S-Zugabe früher beendigt werden, beispielsweise
wenn der Alkallhydrogensulfldgehait mindestens etwa 75 Gew.-% Jer gelösten Alkaliverbindungen
erreicht. In letzterem Fall sind etwas mehr Kresylverbindungen
in der wäßrigen Lösung und auch in dem organischen Sulfidendprodukt gemäß der Erfindung enthalten,
was im Hinblick auf die bekannten Antioxidationsei^en- -, schäften der alkyllerten phenolischen Verbindungen günstig
sein kann.
Die wäßrige, bei dieser Behandlung erhaltene Phase hat im allgemeinen die folgende typische Gewichtszusammensetzung:
| Natriumhydrogensulfid | 16 bis | 24 |
| Natriummonosulfid (Na2S) | Obis | 4 |
| Natriumcarbonat | 1 bis | 3 |
| rohe Kresylsäuren | 0,1 bis | 1,0 |
| Natriumsulfat | Obis | 7 |
| Natriumchlorid | 0,05 | |
| Wasser | Rest |
,„
Zur Herstellung des Sulfurierungsreaktionsteilnehmers für das erfindungsgemäße Verfahren wird diese Lösung
dann mit einer stöchiometrischen Menge an Natriumhydroxid, d. h. 1 Mol NaOH je Vt,-*. NaHS oder etwa bis
zu einem 5*igen Überschuß hiervon rehandeii, wodurch
üblicherweise der pH-Wert bei der Überführung des Natriumhydrogensulfids in Natriummonosulfid auf 10
bis 10,5 erhöht wird.
Vorzugsweise arbeitet man also so, daß man in die SuI-furierungs-Dechlorierungs-Reaktion
eine Alkalimonosulfidlösung einsetzt, bei welcher der Anteil an Alkalihydrogensulfid
nach der Behandlung der verbrauchten Ablauge aus der Kohlenwasserstoffraffination mit Schwefelwasserstoff
und bevor anschließend praktisch das gesamte Alkalihydrogensulfid durch Zusatz mindestens
der stöchiometrischen Menge an Alkalihydroxid in Alkallmonosulfid
überführt wird, mindestens 75 Gew.-% der gelösten Alkaliverbindungen betrug.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform besteht darin, daß man eine verbrauchte Ablauge aus der Kohlenwasserstoffraffination,
die einen wesentlichen Anteil an organischen Verbindungen enthält, mit Schwefelwasserstoff
behandelt, die entstehende organische Phase abtrennt und die verbleibende wäßrige Phase nach
Umsetzung mit Alkalihydroxid der Sulfurterungs-Dehalogenlerungs-Reaktion
zuführt.
Obwohl üblicherweise bevorzugt ein Alkalisulfidreaktlonsteilnehmer
verwendet wird, der sich von einem Gemisch sowohl des oben jeweils beschriebenen organischen
als auch anorganischen Typs der verbrauchten Ätzalkalllösungen ableitet, können besondere Vorteile
mit einem Reaktionsteilnehmer erhalten werden, der lediglich aus dem verbrauchten Ätzlaugenabfluß vom
anorganischen Typ hergestellt wurde. Im letzteren Fall wird die gleiche Herstellungsweise angewandt, jedoch
tritt hierbei selten, fails überhaupt, Irgendeine Phasen- :ren,iung nach der Schwefelwasserstoffbehandlung ein.
Der niedere aliphatische Alkohol wird als Lösungsmittel
für die Sulfurierungs-Dechlorlerungs-Reaktlon zugegeben.
Methanol, Äthanol, Propanol, Butanol und Isobutanol sowie Gemische hiervon können zu diesem Zweck
angewandt werd-n, und Isopropanol wird bevorzugt. Obwohl eine Menge des Alkohols Im Betrag bis zu 10%
des Gewichtes des SultOehlorleningsprodukts eine ausreichende
Lösungsmittelwirkung Im Reaktlonsgemlsch ergibt, wurde festgestellt, daß überraschende Effekte mit
größeren Mengen des Alkohols im Reaktionsgemisch erhalten werden, d.. sich durch mehr Alkohol bis zu einer
Menge von etwa 50 Gew.-% des Produkts nicht nur eine
unerwartete Zunahme der Reaktionsgeschwindigkeit,
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sondern auch eine verblüffende Verbesserung hinsichtlich einer scharfen Erniedrigung des Gehaltes an unerwünschtem Chlor Im Endprodukt unter Erhöhung von
dessen Schwelelgehalt ergibt. Deshalb Ist günstig, wenn mindestens etwa 20% Alkohol eingebracht werden, und
der Mengenbereich von etwa 25 bis 40% wird bevorzugt.
Auch mit größeren Mengen an Alkohol können einige zusätzliche Vorteile erhalten werden, jedoch werden die
Kosten der Handhabung und Zurückgewinnung des zusätzlichen Alkohols dann ebenfalls erhöht.
Bei der Sulfurlerung und Dechlorlerung des Sullbchlorlerungsproduktes Ist die wäßrige Alkallmonosulfldlösung gUnstlgerwelse mindestens In der stöchlometrlschen
Menge und vorzugsweise In geringem Überschuß an verfügbaren Alkallmetall vorhanden, um praktisch das
gesamte gebundene Chlor aus dem Produkt zu entfernen. In der Praxis wird das Produkt aus der Sullochlorlerungsreaktlon in die Lösung von Natriummonosulfid In Wasser und den Alkohol In einer Menge üblicherweise im
Bereich von 2,52 bis 2,70 kg Produkt je kg Natrlumsulfld (wasserfreie Basis) gepumpt, so daß sich ein geringer
Überschuß an verfügbarem Natrium ergibt. Die Umsetzung des Produkts wird bei Temperaturen zwischen etwa
66 und 121" C durchgeführt, und der Bereich zwischen
etwa 77 und 91" C wird Üblicherwelse bevorzugt. Der
Reaktionsdruck kann Unterdruck oder erhöhter Druck bis zu 4,5 bar oder mehr sein. Aus Gründen der Einfachheit wird es Üblicherwelse bevorzugt, die Umsetzung bei
der Rückflußtemperatur von typischerweise 80 bis 85° C unter Atmosphärendruck In einem mit Rückflußkühler
ausgestatteten Gefäß auszuführen.
Diese Umseizung in der zweiten Stufe wird mit geiegentlicher Probenahme des Reaktionsgemisches fortgesetzt, bis die organische Phase, die sich beim Stehen
abscheidet, einen befriedigend niedrigen Gehalt an gebundenem Chlor, üblicherweise unterhalb 0,5 Gew.-%
und häufig weniger als 0,2%, hat. Typischerwelse kann dies etwa 1 bis 3 Stunden unter den bevorzugten Bedingungen In Abhängigkeit von einer Anzahl Faktoren einschließlich der Reaktionstemperatur und des Mengenanteils von Isopropanol oder anderen Alkoholen im Reaktlonsgemlsch betragen, jedoch können gewünschtenfalls
auch längere Reaktionszelten angewandt werden.
Wenn das Chlor auf den gewünschten Wert erniedrigt Ist, wird das Reaktionsgemisch stehen gelassen und In
eine untere wäßrige Natriumchloridschicht und eine obere Flüssigkeitsschicht aufgetrennt, die das
gewünschte organische Sulfidprodukt enthalt. Nachdem die Salzschicht abgezogen Ist, wird das flüssige organische Produkt üblicherweise In ein Waschgefäß überführt,
worin es ein- oder mehrmals mit Wasser gewaschen und
stehen gelassen wird, bis sich die organischen und wäßrigen Schichten trennen, worauf das Waschwasser abgezogen und verworfen wird. Die Wäsche und Abtrennung
der flüssigen Phase kann durch Einbringung einer erheblichen Menge eines organischen Lösungsmittels, beispielsweise Hexan, Benzol oder Petroläther gefördert werden. Wie bereits früher angegeben. Ist üblicherweise eine
zusätzliche Ätzalkaliwaschbehandlung ungünstig und selten, falls überhaupt, notwendig beim vorliegenden
Verfahren, um ein Produkt mit guter Kupferkorrosionsstrelfenbewertung und niedrigem Chlorgehalt zu erhalten. Das gewaschene Produkt wird üblicherweise durch
Erhitzen bei mäßig erhöhten Temperaturen unter Druck getrocknet. Etwa vorhandene Trübungen können häufig
durch Filtration des getrockneten Produktes durch ein Bett von Bauxit, Ton oder Diatomeenerde beseitigt werden.
Außer den bereits beschriebenen werden auch andere Vorteile durch die Anwendung einer Alkallmonosullidreaktlonslösung erhalten, die sich von den verbrauchten
wäßrigen Ätzlaugenbehandlungslösungen aus der ErdOI-">
rafflnerlc ableitet, da das organische Sulfidprodukt im allgemeinen einen höheren gebundenen Schwefelgehalt
zeigt und auch weniger korrodierend wirkt, als dies bei
Produkten der Fall Ist, die durch Anwendung einer wäßrigen Lösung technischer Qualität entweder von Natrl-
H) ummonosulfld oder Natrlumhydrogensulfld bei der SuI-lurlslerungs-Dechlorlerungsreaktlon erhalten werden.
Die Ursache für diesen unerwarteten Effekt und bestimmte andere vorstehend aufgeführte Vorteile des
erfindungsgemäßen Verfahrens sind bis jetzt nicht
i'> geklärt; die Erfindung kann somit auch nicht von Irgendeiner speziellen Theorie abhängig gemacht werden.
Wenn auch die chemische Beschaffenheit der organischen Sulfldprodukte beim vorliegenden Verfahren noch
nicht vollständig geklärt ist. so steht doch fest, daß sie
-*0 einen hohen Anteil an SS-Blndungen enthalten und derartige Produkte korrodieren Kupfer nicht Im Gegensatz
zu Produkten, die höhere Polysulfldbindungen enthalten. Die folgenden Beispiele dienen zur weiteren Erläuterung der Erfindung. Falls nichts anderes angegeben ist,
-' sind sämtliche Anteile auf das Gewicht bezogen.
Nach Ourchspülung des Gefäßes mit Stickstoff wurden
2256 kg Schwefelmonochlorid in ein trockenes geschlos-
w senes Geläß aus rostfreiem Stahl von etwa 70001 Inhalt,
das mit Rührwerk und Druckregelventil sowie mit indirekten Warmeaustauscheinrichtiingen von ziemlich
begrenzter Kapazität zur Steuerung der Reaktionstemperatur ausgestattet war, eingebracht. Das Rührwerk wurde
kontinuierlich während der Umsetzung betätigt und der Inhalt bei 51 bis 52° C gehalten, wobei 1613 kg Isobutylen Im Verlauf von 8 Stunden zugegeben wurden, während 27 kg verdampftes Methanol in den unteren Teil des
Reaktors In einer Menge von etwa 50 bis 70 cm'/mln zur
Katalysierung der Sulfochlorlerung eingeführt wurden.
Es erfolgte eine exotherme Reaktion; trotz der durch Verdampfung des Isobutylens Innerhalb des Reaktors
absorbierten Warme war es notwendig. Kühlwasser in
hoher Geschwindigkeit durch die Wärmeaustauschvor-
4> richtung zur Steuerung der Reaktionstemperatur zu leiten. Auf der Basis von weiteren Versuchen zeigte es sich,
daß die zur Einführung und Umsetzung des Olefins benötigte Zelt erheblich bei einer Vorrichtung mit größerer KOhlkapazität verringert werden kann. Etwa 90 kg
Chlorwasserstoff wurden während dieser Umseuung entwickelt und durch ein Druckregelventil In eine Waschanlage abgeblasen. Das erhaltene Additionsprodukt war
eine Flüssigkeit mit einer Dichte von 1,175 d/ml und die
Ausbeute von 3775 kg entspricht einer Isobutylenaufnähme von 94%.
In der Zwischenzeit wurde in einem in gleicher Weise ausgestatteten Gefäß die Natriummonosulfidlösung für
die zweite Umsetzung der Dechlorlerung und Sulfurlerung des sulfochlorierten Zwischenproduktes durch
Behandlung einer Rafflneriehydrogensulfldlösung mit Ätznatron hergestellt. Die Hydrogensulfldlösung bestand
aus der wäßrigen Phase, die aus dem gesamten Raffineriegemisch der verbrauchten anorganischen und organlsehen Ätznatronlösungen nach Behandlung mit Schwefelwasserstoff in der vorstehend geschilderten Welse
abgetrennt worden war, die erhaltene wäßrige Lösung enthielt 19,5 Gew.-% Natriumhydrogensulfid und 1,1%
Natriummonosulfid (Na1S) sowie kleinere Mengen der
21 Ol
ίο
Irüher aufgeführten weiteren Bestandteile. Praktisch das
gesamte Natrlumhydrogensullld in 2070 kg dieser Lösung wurde sodann In Nalrlummonosull'ld durch
Zugabe von 623 kg einer 50%lgen wäßrigen Natriumhydroxidlösung Überführt.
Dann wurden 644 kg Isopropanol dem geschlossenen Gefäß unter konstantem Rühren eingegeben und die
Temjviatur des Gemisches auf 79° C eingestellt, worauf
1792 kg des Sulfochlorlerungsreaktlonsproduktgemlsches
In diese Lösung Im Verlauf von I Stunde durch ein Eintauchrohr, das bis unter die Oberfläche dir Flüssigkeit
reichte, eingepumpt wurde, wobei die Temperatur des Gemisches bei etwa 85" C eingeregelt wurde, um die
exotherme Wärmeentwicklung zu beschränken; Dampf wurde dem Mantel des Gefäßes zugeführt, um das Reaktlonsgemlsch auf Rückllußtemperatur zu bringen. Um
den Verlauf der Umsetzung zu verfolgen, wurden Proben nach 1, 2 und 6 Stunden seit Beginn der Rückflußerhltz«r:g genommer! und die obers organisch? Schicht analysiert, wobei folgende Ergebnisse erhalten wurden:
und eine gute Kuplerstrellenkorroslonsbewertung sowie
einen hohen Zündpunkt von 121° C.
> Eine geringe Menge des sulfochlorierten Zwischenproduktes wurde nach dem Verfahren von Beispiel 1 In
einer Laboratoriumsausrüstung hergestellt und In vier
Ansätze aufgespalten, die jeweils einer 6stündlgen Sulfurlerungs-Dechlorlerungsbehandlung wie In Beispiel 1
ίο unter Anwendung der gleichen wäßrigen Natrlummonosulfldlösung unterworfen wurden, wobei jedoch jeweils
die Mengen des zugesetzten Isopropanols im Reaktionsgemisch variiert wurden. Dann wurden die organische
und die wäßrige Salzschlcht getrennt und die nicht gewa
scherte organische Schicht aus jedem Ansatz auf den
Gehalt an Chlor und gebundenem Schwefel untersucht, wobei folgende Werte erhalten wurden.
20
IJdSfSIt,!
Addjkt
Gew.-Verhältnis
%S
Zeit
%S
Viskosität
(10-J
1 Stunde
2 Stunden
6 Stunden
48,6
48,2
48,0
0,72
0,41
0.11
150-160 bei 38° C 443 bei 23° C
25
Diese Werte belegen, daß die Reaktion In lediglich
2 Sti \den praktisch beendet Ist; auf der Basis von grob
vergleichbaren Viskositätstesten ergibt sich, daß diese kurze Reaktionszelt wesentlich zur Herstellung von Produkten mit niedriger Viskosität beiträgt, da die Polymerisationsreaktionen unterdrückt werden. Nach 6 Stunden
wurde der Rückflußkühler abgeschaltet, worauf 479 kg
eines Isopropanol-Wasserazeotrops abdestilliert und In einem äußeren Kühler für die anschließende Wiederverwendung kondensiert wurden. Dann wurde mit dem
Rühren aufgehört; das Flüssigkeitsgemisch trennte sich nach etwa 3 Stunden in eine organische und eine wäßrige
Schicht; dann wurde die Bodenschicht, die praktisch aus
einer 20- bis 25%igen Lösung von Natriumchlorid In
Wasser bestand, abgezogen und In einem schlelfenförmlgen Tank zur anschließenden Rückgewinnung des geringen Gehaltes an organischen Verbindungen gelagert. Das
organische Mittel In dem Sullurlslerungsreaktor wunde
dann mit etwa 7001 Udex-RafTlnat (praktisch ein Gemisch von aliphatischen Kohlenwasserstoffen mit
einem Siedeberelch von 66 bis 104° C) eine Stunde bei
54° C zum Zweck der Erleichterung der Wasserwäsche aufgrund der Unterdrückung der Emulsionsbildung
durchmischt; daran schloß sich eine 1 stündige Wische mit Wasser von 60 bis 66° C an. Nach Abziehen des
Waschwassers wurde das Kohlenwasserstoffgemisch
abdestilliert und das Produkt im Vakuum von etwa 333 mbar bei 93° C getrocknet. Das getrocknete Produkt
wurde durch ein Bett von Bauxltteilchen von 0,25 cm zur
Verbesserung der Klarheitseigenschaften filtriert.
betrug 1093 kg oder 98* der Theorie bei dieser Verfah- Bestandteil
rensstufe. Untersuchungen ergaben, daß dieses Materia!
einen Schwefelgehalt von 48 Gew.-% und einen Chlorge- Propan
halt von nur 0,11% hatte und eine klare, hell orange- Propyien
braune Farbe, vollständige Mischbarkelt in Ölen und &5 n_Butan
einen angenehmen Geruch hatte. Außerdem zeigte das Isobutan Produkt eine maximale Bewertung von 209+ im SAE- Buten-(1)
Belastungstragungsversuch bei 1000 Umdrehungen/Min. Isobutylen
0,36
0,12
0,25
0,37
0,49
0,11 3,85 1,90 0,75 0,40
48,0 43.0 44,9 44,8 45,5
Aus den Analysen der Beispiele 2 bis 5 ergibt sich, daß
die Erhöhung des Anteils an Isopropanol Im Reaktionsgemisch sehr überraschende und günstige Effekte sowohl
hinsichtlich einer erheblichen Verringerung des Gehaltes
an unerwünschtem Chlor als auch einer ganz wesentlichen Erhöhung des Gehaltes an gebundenem Schwefel
Im Produkt hat. Weiterhin wird, wie bereits früher ausgeführt, durch eine Erhöhung der Konzentration an isopropanol auch die Reaktionsgeschwindigkeit wesentlich
•to erhöht, wodurch ein verbessertes Produkt von niedriger
Viskosität mit größerer Reinheit und Ausbeute hergt stellt wird.
Die abschließende Analyse des Produktes nach Beispiel 1 wurde in die Tabelle zum Vergleich mit dem im
wesentlichen gleichen Beispiel 4 aufgenommen, um die überlegenen Ergebnisse zu zeigen, die bei einer großtechnischen Arbeltsweise erhältlich sind.
Nach dem Verfahren von Beispiel 1 wurde anstelle von Isobutylen ein Mischbutylen eingesetzt, das aus einem
Erdölraffinerlestrom erhalten wurde und hieraus ein Gemisch von sulfurierten organischen Verbindungen
hergestellt; es wurden die gleichen Reaktionsbedlngun
gen und Molverhältnisse der Reaktlonstellnehmer ange
wandt, falls nichts anderes angegeben ist. Abgesehen von einem geringen Wassergehalt hatte das überwiegend olefinische Gemisch, das in diesem Fall eingesetzt wurde,
folgende Gewichtszusammensetzung:
Gew.-*
1,0
0,2
3,4
21,4
11,8
58,3
21 Ol
roriseizung
Gcw -"„
Trans-1-buten
Cls-2-buien
Butadien
Methylacetylen
andere Kohlenwasserstoffe
3,2 0,2 0,2
(420 ppm) 0,3
100,0
stolfgemlsches erhaltene Produkt ist komplizierter zusammengesetzt als dasjenige, welches mit dem Isobutylen
als Reaktlonstellnehmer erhalten wurde; die Eigenschaften sind jedoch denjenigen des Produktes
nach Beispiel I ähnlich, wie sich aus den folgenden physikalischen und chemischen Eigenschaften ergibt:
Die gesättigten Kohlenwasserstoffe In der Beschickung
sind nicht reaktionsfähig und werden aus dem Reaktlonsgemlsch durch Abdampfung während des Verfahrens
entfernt. Bei der zweiten Umsetzungsstufe (Sulfurlerung-Dechlorlerung)
betrug der lsopropanolantell Im Reaktor 38 Gew.-% des Produkts aus der ersten Stufe
und das Gemisch wurde bei einer Reaktionstemperatur von 82° C während 2 Stunden gehalten. Nach Trennung
der beiden flüssigen "nasen des Rcäktiorisprcdukics n
wurde die organische Phase bei mäßig erhöhten Temperaturen
mit einer 5%lgen wäßrigen Natrlumhydroxldlösung
vor dem vorstehend angegebenen Wasserwascharbeitsgang gewaschen.
Das durch Umsetzung des angegebenen Kohlenwasser- .'ί
| Schwelelgehalt | 46,5'V. |
| Chlorgehalt | 0.47% |
| Kupl'erstreifenkorroslons- | 2A |
| bewertung | |
| SAE-Belastungsbewertung | 209* kl |
| (1000 Umdrehungen) | |
| Viskosität | 211 |
| UO-1 m!/s)bel 38° C |
Wenn auch das Produkt nach diesem Beispiel eine
etwas dunklere Farbe als das nach Beispiel 1 hat, 1st es doch billiger, da der In der Erdölralllnerle erhältliche
Mlschbutylenstrom leichter zugänglich Ist als das relativ reine Isobutylen, das Im vorstehenden Beispiel angewandt
wurde. Darüber hinaus Ist anzunehmen, daß der sullurlerte Buten-( I (-Bestandteil die Beständigkeit des
Produktgemisches gegen Oxidation erhöht.
Claims (4)
- 21 Ol 148Patentansprüche:' 1. Verfahren zur Herstellung eines organischen Sulfids mit einem hohen Gehalt an gebundenem Schwefel durch Umsetzung von Schwefelmonochlorid (S2CI2) mit geradkettigen, verzweigtkettigen oder cyclischen Olefinen mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen in Gegenwart einer katalytischen Menge eines niederen aliphatischen Alkohols bei Temperaturen bis zu 60° C und bei einem Molverhältnis von Olefin zu Schwefelmonochlorid zwischen etwa 1:1 und 1,65 :1 unter Bildung eines sulfochlorierten Zwischenproduktes und anschließende Sulfurierung und Dechlorierung des Zwischenproduktes mit einem Alkalimonosulfid in Gegenwart einer wesentlichen Menge eines niederen aliphatischen Alkohols, dadurch gekennzeichnet, daß man das Alkalimonosulfid in Form einer wäßrigen Alkalimonosuifidlösung einsetzt, die durch aufeinanderfolgende Behandlungen einer wäßrigen Alkaiihydroxldablauge aus der Kohlenwasserstoffraffination zunächst mit Schwefelwasserstoff und dann mit Alkalihydroxid erhalten wurde und einen erheblichen Genalt an gebundenem Schwefel aufweist, wobei die Sulfurierungs-Dechlorierungs-ReakMon bei einer Temperatur zwischen etwa 65 und 121° C ausgeführt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in die Sulfurierungs-Dechlorlerungs-Reaktlon eine Alkalimonosuifidlösung einsetzt, bei welcher der Anteil an Alkallhydrogensulfid nach der Behandlung der Ablauge aus der Kohlenwasserstoffraffination mit Schwefelwasserstoff und bevor .inschließend praktisch das gesamte Alkalihydrogensulfid durch Zusatz mindestens der stöchlometrlschen Menge an Alkalihydroxid In Alkalimonosulfld überführt wird, mindestens 75 Gew.-% der gelösten Alkallverbindungen betrug.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Ablauge aus der Kohlenwasserstoffraffination, die einen wesentlichen Anteil an organischen Verbindungen enthalt, mit Schwefelwasserstoff behandelt, die entstehende organische Phase abtrennt und die verbleibende wäßrige Phase nach Umsetzung mit Alkalihydroxid der SuIIurlerungs-Dechlorlerungs-Reaktlon zuführt.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man bei der Sulfochlorlerung eines flüssigen, unter Normalbedingungen flüchtigen Olelins die Reaktionswärme zumindest teilweise durch Verdampfung des Olefins abführt.
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