DE2109384C3 - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen röhrenförm iger Tunnel, Stollen od.dgl. im Schildvortrieb mit einer Auskleidung aus Ortbeton - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen röhrenförm iger Tunnel, Stollen od.dgl. im Schildvortrieb mit einer Auskleidung aus OrtbetonInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen röhrenförmiger Tunnel,
Stollen od. dgl. im Schildvortrieb mit einer Auskleidung aus Ortbeton, wobei der Vortrieb und die Auskleidung
gleichzeitig kontinuierlich erfolgen. Allgemeiner Zweck der Erfindung ist es, die Herstellung von Bauwerken
kleiner Durchmesser zu erleichtern.
Es ist bereits bekannt (s. DE-AS 12 79 054), beim Herstellen röhrenförmiger Tunnel oder Stollen im
Schildvortrieb mit einer Auskleidung aus Ortbeton Vortrieb und Auskleidung gleichzeitig kontinuierlich
vorzunehmen. Hierbei ist ein Vortriebsschild an seiner Rückseite mit einer Gleitschalung versehen, deren
Außendurchmesser dem Innendurchmesser der Auskleidung entspricht und in deren Schalungsraum Beton
eingepreßt wird; durch den Druck wird der Schild vorwärts bewegt, während gleichzeitig die Auskleidung
aufgebaut wird. Um die im vorderen Teil des Schildes angeordneten Abräumwerkzeuge unabhängig vom
Vorrücken des Gesamtschildes vorwärts bewegen zu können, sind im Schildmittelteil Druckkolben angeordnet,
die eine translatorische Bewegung der Werkzeuge bewirken. Außerdem ist der Schild, um überhaupt ein
Auffahren von Kurven zu ermöglichen, in seiner Wandung gegliedert und mit weiteren Kolbentrieben
versehen, die jedoch lediglich eine Winkelbewegung und damit die Lenkbarkeit des Schildes gewährleisten,
weil durch den Betondruck allein eine Steuerung des Schildes in bezug auf das Auffahren von Krümmungen
nicht möglich wäre. Dieser bekannte Schild ist außerdem bei dem gegebenen Längen-Durchmesserverhältnis
von ungefähr 1 : 1 und der gleichzeitig vorhandenen Vielzahl von Geräten und Werkzeugen
nicht für die Herstellung besonders kleiner Bauwerksdurchmesser geeignet.
Für das Auffahren röhrenförmiger Bauwerke geringer Durchmesser, insbesondere von Durchmessern
ι unter vier Metern, ist ein Verfahren bekannt (s. DE-AS 12 52 227). bei dem entsprechend dem Schildvortrieb
hinter die standfeste Innenschalung ein Korngerüst eingebracht und nach mehreren Vortrieben mit Mörtel
verpreßt wird. Jedoch ist nach diesem Verfahren kein
in kontinuierliches Arbeiten am vorderen und hinteren
Ende des Schildes möglich, sondern es muß nach erfolgtem Erdreichabbau, d.h. nach Vorrücken des
Schildes um ein bestimmtes Wegstück, eine Auswechslung der im Schild vorhandenen Werkzeuge und Geräte
vorgenommen werden, um die Auskleidung am hinteren Schildende mit den hierfür erforderlichen Werkzeugen
durchführen zu können, weil der Schild im ganzen zu kurz ist und damit nicht genügend Platz für die
gleichzeitige Unterbringung aller erforderlichen Werk-
2(i zeuge hat. Der Werkzeugaustausch aber erfordert einen
erheblichen Zeit- und Kostenaufwand, worunter die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens leidet. Auch wird
durch den nur in ungenügendem Maße zur Verfügung stehenden Arbeitsraum die Aufeinanderfolge von
2) Abbau und Auskleidung wesentlich erschwert, während
der gesamte, für die Auskleidung eines Ringes benötigte Zeitraum um so größer wird, je komplizierter die
Auskleidung selbst ist.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
jo besteht darin, ein Verfahren und einen Vortriebsschild
zu schaffen, die auch für kleine und kleinste Durchmesser, insbesondere für Durchmesser unter vier Meter
Nennweite wirtschaftlich einsetzbar sind und die die gleichzeitige Unterbringung aller erforderlichen Geräte
)5 und Werkzeuge ermöglichen.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, daß ein aus mindestens drei Teilen bestehender
Vortriebsschild verwendet wird, dessen Teile sich gegeneinander über zum Vortrieb der jeweiligen Teile
4« dienenden Pressen abstützen und dessen rückwärtiger
Teil sich mittels Pressen gegen eine Innenschalung abstützt. Damit wird in vorteilhafter Weise ein größerer
Abstanii zwischen Vorder- und Hinterende des Schildes
und somit der erforderliche Raum geschaffen, um im Schild die für den Abbau des Erdreiches und den
Abtransport desselben sowie die für die Auskleidung des Bauwerkes nötigen Geräte und Werkzeuge
gleichzeitig und in richtiger Folge unterzubringen, so daß der notwendige Arbeitsraum nicht beeinträchtigt
W wird, am vorderen und hinteren Schildende gleichzeitig
und kontinuierlich gearbeitet werden kann und jeglicher Austausch der Schildbestückung entfällt. Es ergibt sich
zugleich eine viel wirtschaftlichere Ausnutzung der im Schild befindlichen Arbeitsgeräte und sonstigen Hilfsmittel,
die bekanntlich in ihrer Anschaffung sehr teuer sind und deren Rentabilität natürlich bei ständiger
Inbenutzungshaltung und ohne wesentliche Stillstandzeiten wesentlich höher ist, während gleichzeitig das
Bauwerk schneller fertiggestellt werden kann und die Geräte schon zu einem früheren Zeitpunkt wieder für
eine andere Baustelle zur Verfügung stehen.
Es ist zwar bekannt, beim Auffahren von Tunneln kleiner Durchmesser im Schildvortrieb Abbau und
Auskleidung in kontinuierlich gleichmäßigem Rhythmus erfolgen zu lassen, jedoch wird bei diesen bekannten
Verfahren (s. zum Beispiel DE-AS 12 21663 und 14 59 879) die Auskleidung mit Tübbingen, und zwar
entweder mit Wendeltübbingen oder mit Tübbingringen
durchgeführt. Hierbei ist es aber nachteilig, daß die Tübbingversetzmaschinen verhältnismäßig groß sind
und damit nicht mehr genügend Raum für ein unbehindertes Arbeiten lassen, daß die meist als
Betonfertigteile vorhandenen Tübbinge wegen ihres ". relativ hohen Gewichtes nur schwierig aufzustellen und
einzubauen sind, wobei zudem das Zusammensetzen der einzelnen Tübbinge zu einer geschlossenen Auskleidung
eine hohe Präzision erfordert, und daß die zwischen den einzelnen Tübbingen vorhandenen Fugen speziell im
Kanalbau nicht den Anforderungen und Vorschriften für solche Bauwerke entsprechen, weil Schwierigkeiten
in der Abdichtung auftreten.
In besonders vorteilhafter Weise läßt sich das erfindungsgemäßs Verfahren verwirklichen, wenn man
als Auskleidung Skelettbeton zwischen einer verlorenen Außenschalung und der Innenschalung einbringt Ein so
hergestelltes Bauwerk erfüllt sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht alle Erfordernisse des
modernen Tunnel- oder Kanalbaues. :o
Zur Durchführung des Verfahrens kann ein Vortriebsschild mit einem Abbauteil mit den erforderlichen
Abbauvorrichtungen und einem Abschlußteil mit den erforderlichen Auskleidungseinrichtungen eingesetzt
werden, bei dem nach einem weiteren vorteilhaften 2> Merkmal der Erfindung zwischen diesen beiden Teilen
mindestens ein Zwischenteil als Beladestation für Tunnelhunde vorgesehen ist. Zweckmäßigerweise kann
das Zwischenteil eine solche Länge aufweisen, daß es genügend Raum für den Erdaushub einer Ringbreite der
Auskleidung bietet. Durch diese Anordnung werden die einzelnen Arbeitsgänge im Schild ausreichend weit
auseinandergezogen, d. h.. Abbau und Auskleidung können gleichzeitig ausgeführt werden. Ein solcher
Schild ist wesentlich länger als die üblichen Schilde, r> gewährleistet aber gerade durch diese größere Länge
die Kontinuierlichkeit des Arbeitens am vorderen und hinteren Schildende."
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der in der schematischen Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen erfindungsgemäßen mehrteiligen Vortriebsschild,
F i g. 2 im Detail eine besondere Ausbildungsform des Schildschwanzes in vergrößertem Maßstab und
F i g. 3 eine Detaildarstellung der Pressenanordnung.
In F i g. 1 erkennt man einen mehrteiligen Vortriebsschild, der sich aus einem Abbauteil 11, einem daran
anschließenden Zwischenteil 12 und einem auf dieses folgenden Abschlußteil 13 zusammensetzt. Zwischen
den Einzelteilen sind Vortriebspressen 14 in Form von Druckkolben angeordnet, die für jedes der einzelnen
Teile eine individuelle Bewegung und vor allen Dingen eine gesonderte Steuerung ermöglichen. Da der
gesamte Vortriebsschild 1 relativ lang ist, trägt die Unterteilung desselben zur Verbesserung seiner Steuerbarkeit
bei.
Im Abbauteil 11 erfolgt der Erdaushub, und zwar ist dort genügend Platz für die Installierung eines
Abbaugerätes, hier in Form einer Fräse mit anschließendem Förderband 113, vorgesehen. Dieses Förderband
reicht bis in den Zwischenteil 12 hinein, in dem Schienen usw. angebracht sind, so daß dort Tunnelhunde 122
eingefahren und beladen werden können. Dieses Zwischenteil 12 ist im übrigen so lang, daß dort eine
ausreichend große Menge Erdreich aufgenommer. werden kann. z. B. die Menge, die beim Vorschub des
Schildes um eine Ringbreite anfällt, oder zumindest die Hälfte davon. — Wie im übrigen durch eine
strichpunktierte vertikale Linie im Zwischenteil 12 angedeutet, kann dieses wiederum unterteilt sein, um
eine genügende Steuerungsfähigkeit des Gesamtschildes zu bewirken.
Im Abschlußteil 13 endlich erfolgt dann der Einbau der Tunnelauskleidung in Ringform. Zu diesem Zwecke
sind dort alle erforderlichen Ausbau- und Auskleidungseinrichtungen vorgesehen, die an sich dem Fachmann
bekannt und deshalb hier nicht näher dargestellt sind.
Je nach Art der Auskleidung kann auch das Abschlußteil 13 wieder in die Länge gezogen und
unterteilt sein, wie dies in F i g. 2 dargestellt ist. Dies ist von besonderem Vorteil bei der Auskleidung mit
Skelettbeton und Außenschalung. Zunächst wird hier in einem vorauslaufenden Abschnitt eine Außenschalung
21 eingebaut, während in einem zweiten Abschnitt eine Innenschalung 22 und ein Kiesgerüst 23 für den
Skelettbeton eingebracht werden. Das Abstützen der Vortriebspr?ssen 14 gegen die Innenschalung 22 erfolgt,
da letztere sich in einem größeren Abstand im rückwärtigen Abschnitt des Schildschwanzes befindet,
über Verlängerungsstangen 141.
Es ist dem Fachmann ohne weiteres aus der vorstehenden Beschreibung erkennbar, daß die Gesamtlänge
des erfindungsgemäßen Schildes variieren kann und sich aus den jeweils erforderlichen betrieblichen
Einrichtungen und der zu lösenden Aufgabe bei der Erstellung des unterirdischen Bauwerkes ergibt.
Ebenso ergibt sich die Länge der Einzelteile des Vortriebsschildes aus den jeweiligen baulichen Verhältnissen,
insbesondere den erforderlichen Kurvenradien der aufzufahrenden Ausbaustrecke.
F i g. 3 zeigt noch die Anordnung der Vortriebspressen 14 zwischen den einzelnen Teilen des Schildes, hier
des Abbauteiles 11 und des Zwischenteiles 12, die mit Lagern 142 versehen sind, an denen die Vortriebspressen
14 befestigt sind bzw. gegen die sich diese abstützen. Um zu verhindern, daß von außen Erdreich zwischen die
einzelnen Schildteile eindringen kann, sind Überlappungsbleche 15 vorgesehen, die an einem der Schildteile,
hier dem Abbauteil 11, fest angeordnet sind, während diese Überlappungsbleche 15 am anderen Schildteil,
also hier dem Zwischenteil 12, mit Führungsrippen 16 zusammenwirken, die dazu dienen, daß die beiden
Schildteile nicht miteinander verklemmen.
1st der erfindungsgemäße Schild lang genug, so wird man beim Vorpressen die Schubkraft weitgehend über
die Reibung auf das außenliegende Erdreich übertragen können, wobei man bei den Zwischenteilen die Pressen
auch auf Zug wirken lassen kann. Durch diese Maßnahmen wird erreicht, daß nur ein Teil der
Schubkraft auf die Auskleidung übertragen wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zum Herstellen röhrenförmiger Tunnel, Stollen od. dgl. im Schildvortrieb mit einer
Auskleidung aus Ortbeton, wobei der Vortrieb und die Auskleidung gleichzeitig kontinuierlich erfolgen,
dadurch gekennzeichnet, daß ein aus mindestens drei Teilen bestehender Vortriebsschild
(1) verwendet wird, dessen Teile sich gegeneinander über zum Vortrieb der jeweiligen Teile dienende
Pressen (14) abstützen und dessen rückwärtiger Teil sich mittels Pressen (14) gegen eine Innenschalung
(22) abstützt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Auskleidung Skelettbeton zwischen
einer verlorenen Außenschalung (21) und der Innenschalung (22) eingebracht wird.
3. Vortriebsschild zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, mit einem Abbauieil
mit den erforderlichen Abbauvorrichtungen und einem Abschlußteil mit den erforderlichen Auskleidungseinrichtungen,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen diesen beiden Teilen (11, 13) mindestens ein Zwischenteil (12) als Beladestation für Tunnelhunde
(122) vorgesehen ist.
4. Vortriebsschild nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Zwischenteil (12) eine
solche Länge aufweist, daß es genügend Raum für den Erdaushub einer Ringbreite der Auskleidung (2)
bietet.
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| DE19712109384 Expired DE2109384C3 (de) | 1971-02-27 | 1971-02-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen röhrenförm iger Tunnel, Stollen od.dgl. im Schildvortrieb mit einer Auskleidung aus Ortbeton |
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