DE2109902C3 - Verfahren zum Verschweißen eines Glasteils mit einem Metallteil unter Anwendung von Druck - Google Patents
Verfahren zum Verschweißen eines Glasteils mit einem Metallteil unter Anwendung von DruckInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der US-PS 28 76 596 ist es bekannt, zum ™ Verschweißen einer ebenen gläsernen Frontplatte mit
der zylindrischen Glaswandung einer Fernsehaufnahmeröhre, wie z. B. eines Vidikons, einen dünnen Ring aus
Aluminium zwischen beide Teile zu legen. Im allgemeinen geht man dabei so vor, daß man den dünnen v">
Aluminiumring auf das eine Ende der Röhrenwandung setzt und die Frontplatte mit einer hydraulischen Presse
auf dem Aluminiumring in Stellung bringt. Damit: die Teile in ihrer Stellung gehalten werden, wird ein leichter
Druck ausgeübt. Der nächste Schritt besteht im Erhitzen b0
der Wandung, des Aluminiums und der Frontplatte mittels einer um den Bereich der Frontplatte herurngelegten
Widerstandsheizspirale auf eine Temperatur, die unterhalb der Erweichungstemperatur des Glases liegt,
jedoch der Schmelztemperatur des Metallringes ent- h' spricht oder ihr nahe kommt. Nachdem die Teile der
Röhre und der Ring diese sogenannte Verschweißtemperatur erreicht haben, wird durch Betätigung der
hydraulischen Presse ein Druck von mehreren 100 kg/cm2 auf die Verbindungsfläche ausgeübt, indem
die Frontplatte und die Röhrenwandung aneinandergedrückt
werden. Durch den Druck verformt sich der zwischenliegende Aluminiumring schnell und wird an
die gläserne Frontplatte und an die Röhrenwandung gebunden. Die Verbindung scheint durch eine Diffusion
des Aluminiums in das Glas bewirkt zu werden, wobei die Aluminiumatome Siliciumatome in der Glasstruktur
ersetzen (»Glastechn. Berichte« 33 (I960), Heft 4, S. 26).
Bei dem bekannten Verfahren ergeben sich jedoch Schwierigkeiten dadurch, daß der Aluminiumring zur
Bildung einer starken Oxidschicht neigt, nachdem die miteinander zu verschweißenden Teile zusammengesetzt
und auf die Verschweißtemperatur erhitzt worden sind. Da das Oxid nicht annähernd so gut am Glas haftet
wie nicht oxidiertes Metall, sind viele nach dem derzeitigen Verfahren hergestellte Verbindungen ungeeignet,
zumindest weil sie nicht vakuumdicht sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das
bekannte Verfahren dahingehend zu verbessern, daß eine bessere Verbindung zwischen den beiden Teilen
erreicht und insbesondere eine Beeinträchtigung durch
ein Oxidieren des Metallteils vermieden wird.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden beschrieben. In der Zeichnung zeigt
F i g. 2 in einer Schnittansicht den Röhrenkolben einer Fernsehkamera und eine Einrichtung zum
Verschweißen des Kolbens gemäß der Erfindung.
Das Schema des Ablaufs einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens ist in F i g. 1 dargestellt. Nach
dem dort veranschaulichten Verfahren wird, wie in Fi g. 2 gezeigt, eine Frontplatte 10 auf die Röhrenwandung
12 des Glaskolbens 14 einer Vidikonröhre dicht abschließend aufgebracht.
Zwischen die gläserne Frontplatte 10 des Kolbens 14 und seine zylindrische Glaswandung 12 wird ein von
Oxid befreiter Aluminiumring 16 gelegt. Anschließend werden die Frontplatte 10 und die Röhrenwandung 12
gemeinsam gegen den Aluminiumring 16 gedrückt Die Röhrenwandung 12 ist ein Hohlzylinder aus hartem
Borsilikatglas mit einer Länge von 25,4 cm, einem Außendurchmesser von 2,9845 cm und einem Innendurchmesser
von 2,7305 cm. Die Frontplatte 10 ist eine 0,127 cm dicke Glasscheibe, deren Durchmesser dem
Außendurchmesser der Röhrenwandung 12 gleich ist Der Aluminiumring 16 überlappt die Außenfläche der
Röhrenwandung 12 leicht und besteht aus reinem Aluminium (mindestens 99,0% Aluminium). Der Aluminiumring
16 ist sehr weich und kalt verformbar. Zur Herstellung der Verbindung wird die Röhrenwandung
12 in einen stählernen Haltezylinder 18 angeordnet, um
sie während des Zusammenschließens mit der Frontplatte sehr genau in ihrer Stellung zu halten und
auszurichten. Der Aluminiumring 16 wird in koaxialer Anordnung zwischen das obere Ende des Zylinders 12
und die Frontplatte 10 gebracht. Ein aus keramischem Material bestehender Preßstempel 20 berührt die
Außenfläche der Frontplatte 10 nahe ihrem Rand. Das untere Ende der Röhrenwandung 12 ruht auf einer
Druckscheibe 22 aus Kunststoff- oder Plastikmaterial, die ihrerseits auf einer stählernen Endplatte 24 des
Haltezylinders 18 aufliegt. Eine (nicht gezeigte) pneumatische Presse ist derart angeordnet, daß sie eine
längs der Achse der Röhrenwandung 12 gerichtete
Gegenkraft auf den Stempel 20 und die Endplatte 24 ausüben kann.
Während sich die Anordnung noch auf Zimmertemperatur befindet, wird mit Hilfe der pneumatischen
Presse ein Verschweißdruck angelegt, der in der Größenordnung von einigen hundert kg/cm2 liegt Bei
der in Rede stehenden Röhre liegt der Druck speziell bei annähernd 200 kg/cm2. Zur Herstellung dieses Drucks
übt die pneumatische Presse eine Gegenkraft von etwa 227 kg aur.
Unter Beibehaltung des besagten Drucks wird als nächstes der Röhrenaufbau mittels der Widerstandsheizung
26 für eine Zeit von etwa 10 Minuten auf eine Temperatur von etwa 5000C geheizt Diese Temperatur
liegt unterhalb des Erweichungspunktes sowohl der gläsernen Röhrenwandung 20 als auch der Frontplatte
10, sie ist jedoch hoch genug, um den Aluminiumring 16 mit den beiden anliegenden Glasteilen 10, 20 durch
chemische Bindung dichtend zusammenzuschließen. Diese Temperatur wird für etwa 10 Minuten aufrechterhalten,
um eine ausreichende Diffusion von Aluminiumatomen in die Glasoberlläche zu erlauben. Nach
Herstellung der Bindung wird der Druck langsam abgebaut, und der Röhrenaufbau wird über eine
Zeitspanne von etwa 10 Minuten langsam abgekühlt, um Spannungen auszugleichen.
Im Zusammenhang mit dem Anbringen von Frontplatten an Bildaufnahmeröhren durch Zusammenfügen
von Glas- und Metallteilen ist es zwar bekannt daß durch eine Kombination von Hitze und Druck eine
Bindung entstehen kann, es ist jedoch nicht erkannt worden, daß dabei die Reihenfolge in der Zuführung der
Wärme und des Druckes von Bedeutung ist Beim Zusammenschließen der Frontplatte einer Bildaufnahmeröhre
mit Aluminium ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Oxid auf dem Aluminium bildet, abhängig von
der Temperatur und der Menge des an die Aluminiumoberfläche gelangenden Sauerstoffs.
Je geringer die Luftzirkulation in der Umgebung des Aluminiumstreifens während der Erwärmung des
Aufbaus ist, desto weniger dick kann sich die Oxidschicht ausbilden. Bei dem bisher ausgeübten
Verfahren, bei welchem man die Röhrenteile zusammensetzt und einen leichten Druck in der Größenordnung
von nur einigen Zehntel kg/cm2 ausübt, hält der leichte Druck die Einzelteile in ihrer Stellung fest, so daß
die Luftzirkulation und die nachträgliche Oxidation vermindert wird. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß
Aluminium trotzdem unter normalen atmosphärischen Bedingungen so leicht oxidiert, daß noch genug Oxid
gebildet wird, um die Abdichtungswirkung wesentlich herabzusetzen. Durch das erfindungsgemäße Anlegen
des vollen Verschweißdruckes von einigen hundert kg/cm2 vor dem Aufheizen des Aufbaus bildet sich im
Bereich der Dichtung beträchtlich weniger Oxid. Beim Anlegen des Drucks erfährt der Aluminiumring eine
starke Quetschung, und während der Erwärmung der Verbindungszone bis auf die tatsächliche Verschweißtemperatur
verformt er sich zunehmend. Es wird angenommen, daß durch die fortschreitende Verformung
während des Erwärmens die Menge des sich auf dem Aluminiumring bildenden Oxids sehr gering
gehalten wird, da durch die Verformung fortwährend eine frische Metalloberfläche an das Glas gebracht wird,
während die oxidbedeckte Metalloberfläche nach außen befördert wird. Hiermit wird die Menge des an die
Dichtungsfläche des Glases gelangenden reinen Metalls vergrößert, so daß die Dichtung verbessert wird.
Als Material für den Ring kann auch ein anderes Metall als Aluminium verwendet werden. Der angelegte
Druck und die Verschweißtemperatur muß jedoch geändert werden, um sich dem speziell für den Ring
verwendeten Metall und dem für die Frontplatte und die Röhrenwandung verwendeten Glas anzupassen. Aluminiumlegierungen
sind besonders geeignet. Das für den Dichtungsring verwendete Metall muß in erster Linie
sehr weich und kaltverformbar sein, so daß es sich bei den Drücken, die für das spezielle dicht zu verschweißende
Werkstück noch zugelassen werden können, leicht verformt. Das Metall sollte auch mit Glas derart
reagieren, daß unter Erwärmen beim Fehlen von Sauerstoff eine Bindung eingegangen wird.
Claims (5)
1. Verfahren zum Verschweißen eines Glasteils mit einem Metallteil, das kalt verformbar ist und eine
niedrigere Erweichungstemperatur hat als das
Glasteil, wobei die Teile an ihrer Berührungsfläche auf eine Verschweißtemperatur erwärmt werden,
die unter der Erweichungstemperatur des Glasteils liegt, jedoch zur Verformung des Metallteils und zu
seiner Verbindung mit dem Glasteil ausreicht, und ι ο die Teile unter Ausübung von Druck im wesentlichen
senkrecht zu der Berührungsfläche zwischen den beiden Teilen miteinander verbunden werden,
dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Erwärmen der Teile ein Druck ausgeübt wird, der '5
zur Verformung des Metallteils bei unter dessen Erweichungstemperatur liegender Temperatur ausreicht,
und daß die Teile unter Beibehaltung dieses Drucks unter weiterer Verformung des Metallteils
auf die Verschweißtemperatur erwärmt und für eine vorbestimmte Zeit auf dieser Temperatur gehalten
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß es vor dem Erwärmen mit einem Druck zwischen 140 und 490 kg/cm2 und mit einer
Verschweißtemperatur zwischen 450 und 6500C durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einem Druck von ungefähr
200 kg/cm2 und mit einer Verschweißtemperatur )<
> von annähernd 500° C durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschweißtemperatur
mindestens 1 Minute lang aufrechterhalten wird. «
5. Verfahren nach einem der Ansprüche I bis 4 zum Verschweißen von zwei Glasteilen mit einem
Metallteil, dadurch gekennzeichnet, daß auf die eine Seite eines Aluminiumringes koaxial ein Hohlzylinder
aus Glas und auf die andere Seite des *·' Aluminiumringes eine Glasscheibe, deren Durchmesser
etwa gleich dem Außendurchmesser des Hohlzylinders gewählt wird, gebracht werden.
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