DE2120232B2 - Verfahren zur Herstellung eines Blockpolymeren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines BlockpolymerenInfo
- Publication number
- DE2120232B2 DE2120232B2 DE19712120232 DE2120232A DE2120232B2 DE 2120232 B2 DE2120232 B2 DE 2120232B2 DE 19712120232 DE19712120232 DE 19712120232 DE 2120232 A DE2120232 A DE 2120232A DE 2120232 B2 DE2120232 B2 DE 2120232B2
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- styrene
- reaction
- lithium
- conjugated diene
- butadiene
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Granted
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08F—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
- C08F212/00—Copolymers of compounds having one or more unsaturated aliphatic radicals, each having only one carbon-to-carbon double bond, and at least one being terminated by an aromatic carbocyclic ring
- C08F212/02—Monomers containing only one unsaturated aliphatic radical
- C08F212/04—Monomers containing only one unsaturated aliphatic radical containing one ring
- C08F212/06—Hydrocarbons
- C08F212/08—Styrene
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08F—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
- C08F297/00—Macromolecular compounds obtained by successively polymerising different monomer systems using a catalyst of the ionic or coordination type without deactivating the intermediate polymer
- C08F297/02—Macromolecular compounds obtained by successively polymerising different monomer systems using a catalyst of the ionic or coordination type without deactivating the intermediate polymer using a catalyst of the anionic type
- C08F297/04—Macromolecular compounds obtained by successively polymerising different monomer systems using a catalyst of the ionic or coordination type without deactivating the intermediate polymer using a catalyst of the anionic type polymerising vinyl aromatic monomers and conjugated dienes
- C08F297/042—Macromolecular compounds obtained by successively polymerising different monomer systems using a catalyst of the ionic or coordination type without deactivating the intermediate polymer using a catalyst of the anionic type polymerising vinyl aromatic monomers and conjugated dienes using a polyfunctional initiator
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Medicinal Chemistry (AREA)
- Polymers & Plastics (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Graft Or Block Polymers (AREA)
- Polymerization Catalysts (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Blockcopolymeren mit einem mittleren Copolymerenblock
aus einen konjugierten Dien und einer vinylaromatischen Verbindung und mit zwei endständigen
Homopolymerblöcken, wobei die Häufigkeit der von dem konjugierten Dien gebildeten Struktureinheiten
von der Mitte des mittleren Copolymerenblocks zu dessen Enden hin abnimmt, durch eine einstufige
Polymerisation einer Mischung des konjugierten Diens und der vinylaromatischen Verbindung in einem
unpolaren Lösungsmittel, wobei nicht mehr als Gew.-°/o eines polaren Lösungsmittels zugegen sind, in
Gegenwart eines Katalysators, welcher durch Umsetzung eines konjugierten Diens mit einem Reaktionsprodukt
von metallischem Lithium mit einem aromatischen Kohlenwasserstoff in einem polaren Ätherlösungsmittel
hergestellt worden ist.
Es wurden verschiedene Verfahren zur Herstellung von Blockcopolymeren dieser Art beschrieben. So
beschreibt z. B. die japanische Patentanmeldung Nr. 798/1965 die Herstellung eines Blockcopolymeren in
einer vielstufigen Reaktion unter Verwendung einer Lithiumverbindung als Starter. Dabei wird die Methode
der »lebenden« Polymerisation angewandt. Man erhält Blockcopolymere, bei denen aufeinanderfolgend ein
nichtelastomerer Block aus einer ungesättigten Verbindung, z. B. einer vinylsubstituierten aromatischen
Verbindung, ein elastomerer Block aus einem konjugierten Dien und dann nochmals der beschriebene
nichtelastomere Block miteinander verknüpft sind.
Aus der japanischen Patentanmeldung Nr. 19 286/ 1961 sind Blockcopolymere bekannt welche einen
mittleren elastomeren Block und zwei endständige nichtelastomere Blöcke aufweisen. Auch bei diesem
bekannten Verfahren wird die Reaktion in mehreren Stufen durchgeführt Als Starter wird eine aromatische
Verbindung mit zwei Lithiumatomen verwendet und die Polymerisation schreitet an beiden Enden voran.
Aus der GB-PS 9 64 478 ist ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung eines Blockcopolymeren dieser Art mit
ίο einem mittleren Copolymerenblock aus einem konjugierten
Dien und einer vinylaromatischen Verbindung und mit zwei endständigen Homopolymerblöcken aus
der vinylaromatischen Verbindung bekannt Dabei wird einstufig gearbeitet und als Starter wird ein Reaktions-5
produkt aus Lithium und einer rnehrkernigen aromatischen Verbindung, z. B. Naphthalin, verwendet Die
erhaltenen Produkte haben jedoch eine unzureichende Schlagzähigkeit und eine unzureichende Dehnung.
Diese Nachteile beruhen darauf, daß unerwünschte Homopolymere oder aus zwei Blöcken aufgebaute
Copolymere in erheblichen Mengen in dem resultierenden Blockcopolymerisat enthalten sind. Dies ist auf eine
Erhöhung der inaktiven Endgruppen zurückzuführen, welche durch Verunreinigungen im Lösungsmittel oder
in den Monomeren allmählich vermehrt werden. Falls das Drei-Block-Copolymere ein Zwei-Block-Copolymeres
enthält, wird die Klarheit, die Dehnbarkeit, die Reißfestigkeit und insbesondere die Schlagfestigkeit
herabgesetzt
ίο Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Blockcopoly-'
meres der eingangs genannten Art zu schaffen, welches ausgezeichnete mechanische Eigenschaften, insbesondere
eine hohe Schlagzähigkeit und Reißfestigkeit und eine ausgezeichnete Klarheit aufweist.
•λ Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß man einen Katalysator verwendet, welcher durch Umsetzung des konjugierten Diens mit dem Reaktionsprodukt von metallischem Lithium und einem Diphenylkohlenwasserstoff
und/oder einem Terphenylkohlen-
to wasserstoff in einem cyclischen Äther oder einem aliphatischen Polyäther hergestellt worden ist.
Das erhaltene Blockcopolymere weist eine Drei-Block-Struktur auf, bei welcher ein elastomerer
Mittelblock beidseitig mit einem nichtelastomeren
4rj Block verbunden ist. Dabei sollte vorzugsweise ein
großer Unterschied zwischen dem Glasumwandlungspunkt (Tg) der beiden Blöcke bestehen. Vorzugsweise
sollte der Glasumwandlungspunkt des nichtelastomeren Blocks (Tg) oberhalb 1000C liegen, während der
M Glasumwandlungspunkt des elastomeren Blocks (Tg)
unter -4O0C sein sollte.
Bei dem erfindungsgemäßen Polymerisationsverfahren handelt es sich um eine an beiden Enden des Starters
»lebende« Polymerisation. Es besteht ein bemerkenswerter Unterschied in den Reaktionsgeschwindigkeiten
der beiden Monomeren in dem nichtpolaren Lösungsmittel. Daher wird bei der erfindungsgemäßen einstufigen
Polymerisation in der ersten Reaktionsphase in der Hauptsache des konjugierten Dien polymerisiert unter
ho Mitpolymerisation einer nur geringen Menge der
vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffverbindung. Dabei wird allmählich das Verhältnis von
vinylsubstituiertem aromatischen Kohlenwasserstoff zu konjugiertem Dien von der Mitte des gebildeten Blocks
h5 zu den Enden hin erhöht. Nachdem das gesamte
konjugierte Dien zusammen mit der geringen Menge der vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffverbindung
polymerisiert ist, wird erst die Polyme-
risation des vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffs in nennenswerten Ausmaßen gesteuert,
wobei zwei endständige homopolymere Blöcke entstehen.
Bei der Herstellung des Starters wird zu dem Reaktionskomplex der Umsetzung des Lithiums mit
dem Diphenyl- oder Terphenylkohlenwasserstoff eine geringe Menge konjugiertes Dien gegeben, wobei das
Dianion eines Oligomeren des Kohlenwasserstoffs entsteht Sodann wird das polare Medium gegen ein
nichtpolares Lösungsmittel ausgetauscht, indem man das polare Medium abdestilliert und nichtpolares
Lösungsmittel hinzugibt. Nach dieser Methode kann ein homogener Starter hergestellt werden.
Bei der Herstellung des Starters wird mindestens ein Grammatom Lithium mit einem Mol des nicht
kondensierten aromatischen Kohlenwasserstoffs umgesetzt Vorzugsweise sollte nicht weniger als 1 Grammatom
Lithium verwendet werden, da anderenfalls der erhaltene Starter eine geringe Aktivität aufweist
Andererseits ist es auch nicht bevorzugt, einen zu großen Überschuß an Lithium zu verwenden, um das
Verfahren wirtschaftlich zu halten. Vorzugsweise sollte 1 bis 10 Grammatom Lithium auf 1 Mol des nicht
kondensierten aromatischen Kohlenwasserstoffs kommen.
Bei der Herstellung des Starters sollte die Reaktionstemperatur im allgemeinen zwischen -78° C und
+30° C liegen, vorzugsweise zwischen -40° C und 0°C.
Bei mehr als 3O0C polymerisiert das konjugierte Dien.
Die Reaktionsdauer kann je nach der Reaktionstemperatur
gewählt werden. Sie unterliegt jedoch keinen Beschränkungen.
Das zur Herstellung des Starters verwendete polare Medium kann z. B. Tetrahydrofuran, Tetrahydropyran,
Äthylenglykol-diäthyläther, Äthylenglykol-dimethyläther
oder Diäthylenglykol-dimethyläther sein.
Es ist nicht vorteilhaft, einen aliphatischen Monoäther zu verwenden, da die Reaktionsgeschwindigkeit in
diesem Fall recht gering wäre. Demgegenüber ist die Reaktionsgeschwindigkeit bemerkenswert hoch, wenn
man einen aliphatischen Polyäther oder einen cyclischen Äther verwendet. In letzterem Fall ergibt sich ein
sekundärer Vorteil dadurch, daß das Verhältnis des nicht kondensierten aromatischen Kohlenwasserstoffs
zu Lithium herabgesetzt werden kann, so daß die Reinheit des Endprodukts erhöht wird.
Die Menge des polaren Mediums ist nicht begrenzt, es ist jedoch erforderlich, eine wesentliche Menge dieses
polaren Mediums nach der Reaktion des Lithiums und des nicht kondensierten aromatischen Kohlenwasserstoffs
zu entfernen und gegen ein nichtpolares Lösungsmittel, z. B. einen Kohlenwasserstoff, auszutauschen.
Falls das polare Medium in dem Starter verbleibt und in einer Menge mit den Monomeren vermischt wird,
welche den Wert von 2 Gew.-% übersteigt, so erhält man lediglich ein statistisches Copolymeres mit
unregelmäßig verteilten Monomeren, und es ist unmöglich, ein Blockcopolymeres mit ausgezeichneten
mechanischen Eigenschaften und ausgezeichneter optischer Klarheit zu erhalten.
Man kann z. B. die folgenden vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffe einsetzen: Styrol,
Λ-Methyl-styrol, p-Methylstyrol, 3,5-Diäthyl-styrol,
4-n-Propyl-styrol, 2,4,6-Trimethylstyrol, 4-n-Propyl-styrol,
2,4,6-Trimethylstyrol und 3-Methyl-5-n-hexyl-styrol. Im folgenden soll die Erfindung anhand von Styrol als
Beispiel für den vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoff beschrieben werden. Als konjugierte
Diene kann man z.B. 13-Butadien und Isopren einsetzen. Man setzt vorzugsweise Styrol in einer
Menge von 60 bis 95 Gew.-°/o insbesondere 75 bis 85 Gew.-%, bezogen auf die gesamten Monomeren ein,
wobei der Rest aus konjugierten Dienen bestehen kann.
Alb inerte Kohlenwasserstofflösungsmittel kann man
aromatische Kohlenwasserstoffe, z.B. Benzol, Toluol, Xylol und Äthylbenzol; aliphatische Kohlenwasserstoffe,
z. B. n-Hexan und Cyclohexan und Mischungen derselben verwenden.
Es ist bevorzugt, vorher etwaige Verunreinigungen zu
entfernen, welche den Starter oder die für die Erfindung verwendeten Monomeren zersetzen können, z. B.
r> Feuchtigkeit, Sauerstoff, Kohlendioxid, bestimmte
Schwefelverbindungen oder Acetylen.
Die Blockcopolymerisation des Styrols und des
konjugierten Diens wird gewöhnlich bei etwa —20° C bis 100° C, vorzugsweise bei etwa 20° C bis 65° C
durchgeführt Die Blockcopolymerisationsdauer hängt von den Polymerisationsbedingungen ab und beträgt
gewöhnlich bis zu 48 Stunden, vorzugsweise bis zu 24 Stunden.
Zur Deaktivierung des Starters und der aktiven Endgruppen des erhaltenen Blockcopolymeren wird
nach beendeter Blockcopolymerisation Methanol oder Isopropylalkohol zugegeben. Ferner wird eine geringe
Menge eines Antioxidationsmittels hinzugegeben, z. B. 4-Hydroxymethyl-2,6-di-t-butyl-phenol und danach wird
das erhaltene Blockpolymere dnrch Zugabe eines Überschusses Methanol oder Isopropylalkohol ausgelallt,
abfiltriert und getrocknet.
Das erhaltene Blockpolymere hat bemerkenswerte mechanische Eigenschaften, z. B. eine große Schlagzähigkeit,
eine hohe Streckgrenze und eine große Zugdehnung. Darüber hinaus hat es eine bemerkenswerte
Klarheit. Die vorteilhaften Eigenschaften des erhaltenen Blockcopolymeren resultieren aus der
neuartigen Struktur, welche aus einem Drei-Block-Copolymeren besteht, deren innerer Block einen von innen
nach außen abnehmenden Gehalt an konjugiertem Dien aufweist.
Im folgenden soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
Beispiel 1
a) Herstellung des Katalysators
a) Herstellung des Katalysators
Ein 1-1-Kolben wird mit einem dichten Rührer, einem
r)0 Rückflußkühler, einem Gaseinleitungsrohr, einem Einlaß
für die Reaktanten, einem Trichter und einem Thermometer ausgerüstet. In diesen Kolben werden
250 ml Äthylenglykol-dimethyläther gegeben, in welchem 7,7 g Diphenyl aufgelöst wurden. Ferner werden
1,7 g Lithium, welches in einer Menge von 30 Gewichtsprozent in festes Paraffin dispergiert ist, in den
Kolben gegeben, wobei die Lösung eines tiefgrüngefärbten Komplexes entsteht.
Sodann wird der Kolben in ein Trockeneis-Methanol-
bo bad gegeben, um den Inhalt auf eine Temperatur von
weniger als — 40°C abzukühlen und danach werden 50 g Butadien langsam eingeführt. Das Einleiten des
Butadiens erfolgt derart langsam, daß die Tiefgrüne Farbe des Inhalts sich nicht in eine rötlichbraune Farbe
b5 umwandelt. Nach dem Einführen des Butadiens, was
etwa 1 Stunde in Anspruch nimmt, wird das Reaktionsprodukt bei Zimmertemperatur stehengelassen. Dabei
ändert sich die Farbe des Reaktionsproduktes nach
Die Blockcopolymerisation gemäß Beispiel 1 wird wiederholt, wobei jedoch in jeder Reaktionsperiode
50 ml der Lösung des Reaktionsproduktes entnommen werden. Jede Probe wird mit einer geringen Menge der
Benzol-Methanol-Mischung versetzt. Die Viskosität, die Ausbeute nach dem Ausfällen in Methanol und der
Gehalt des Polymeren an Styrol werden gemessen. Die erhaltenen Werte sind in Tabelle I zusammengestellt
15 Reaktions- Viskosität Ausbeute Periode (*1) (*2)
Styrolgehall des Polymeren (*3)
(Gew.-%)
| 10 | 190 | 11 | 30 |
| 20 | 340 | 19 | 34 |
| 20 30 | 500 | 25 | 37 |
| 40 | 1500 | 99 | 79 |
| 50 | 1450 | 98 | 81 |
rötlichbraun hin.
Das Reaktionsprodukt wird bis zum Siedepunkt des Lösungsmittels erhitzt und mehrere Minuten am
Rückfluß gehalten, und danach wird das Lösungsmittel abdestilliert, und das Produkt wird im Vakuum
getrocknet Nach ausreichendem Trocknen werden 300 ml Benzol hinzugegeben und wiederum abdestilliert,
so daß ein trockenes Produkt erhalten wird. 400 ml trockenes Benzol werden nochmals hinzugegeben, und
die Lösung wird filtriert, wobei man 500 ml einer rötlichbraivnen Lösung erhält.
Das Produkt wird mit 0,1 n-HCl in Methanol-Wasser
gegen Phenolphthalein als Indikator titriert, wobei sich eine Konzentration von 0,36 n/l ergibt
b) Blockcopolymerisation
30 ml der Katalysatorlösung werden in einen Atoklav gegeben, welcher mit einem Rührer ausgerüstet ist und
bei 500C gehalten wird. In den Autoklav wurden vorher
1,51 dehydriertes und luftfreies Benzol sowie 400 g Styrol und 100 g Butadien gegeben. Beim Eingeben der
Katalysatorlösung verändert sich die Farbe der Mischung zu einem rötlichen Braun. Mit abnehmendem
Butadiengehalt schlägt sie nach Gelb um. Der Ausgangsdruck des Butadiens beträgt etwa 0,5 kg/cm2.
Er nimmt im Verlauf von etwa 20 Minuten Atmosphärendruck an. Nach etwa 30 Minuten nimmt die
Reaktionslösung eine rote Färbung an, und die Polymerisation des Styrols führt zu einer Erhöhung der
Temperatur durch eine exotherme Reaktion. Nach etwa 1 Stunde, vom Start der Reaktion an wird die viskose
rötliche Lösung mit mehreren Millilitern einer Mischung von Benzol und Methanol versetzt, wobei eine
klare farblose Lösung erhalten wird. Dabei vermindert sich die Viskosität der Lösung von etwa 500OcP bis
hinab zu etwa 2500 cP bei 500C.
Das Produkt wird mit Methanol ausgefällt und im Vakuum getrocknet, wobei 495 g Blockcopolymeres
erhalten werden. Das Molekulargewicht des erhaltenen Blockcopolymeren wird nach der Methode des osmotischen
Druckes in Toluol bestimmt und beträgt 125 000. Der Styrolgehalt wird nach der Methode des Brechungsindex
gemessen und beträgt 79 Gewichtsprozent. Das Produkt hat eine Zugfestigkeit von 201 kg/cm2, eine
Dehnung von 127% und eine Dynstat-Schlagfestigkeit von 130 kgcm/cm2.
Gewichtsverhätinis von eingesetztem
Styrol zu Butadien
Styrol zu Butadien
Gewichtsverhältnis Styrol/Butadien
im Blockcopolymeren (*1)
im Blockcopolymeren (*1)
Molekulargewicht (· 104) (*2)
Zugfestigkeit (kg/cm2) (*3)
Dehnung (%) (*3)
Zugfestigkeit (kg/cm2) (*3)
Dehnung (%) (*3)
Dynstat-Schlagfestigkeit
(kgcm/cm2) (*4)
(kgcm/cm2) (*4)
Rockwell-Härte (M-Skala 1/4) (*5)
Trübung (%) (*6)
Trübung (%) (*6)
(*1) Das Blockcopolymere wurde in CS2 aufgelöst und durch ein Luftgebläse auf einem Abbe-Refraktometer getrocknet. Das
Verhältnis von Styrol zu Butadien wurde anhand des Brechungsindex gemessen.
(*2) Es wurde nach der Methode des osmotischen Druckes in Methanol gemessen.
(*3) Es werden hanteiförmige Stäbchen von 2 mm Dicke, 10 mm Breite und 80 mm Länge verwendet.
(*4) Die Dynstat-Schlagfestigkeit wurde nach DIN gemessen. Es wurden Proben von 2 mm Dicke und 10 mm Breite verwendet.
(*5) Es wurde nach ASTM D 785 gemessen. (*6) Es wurde nach ASTM D lOO3 gemessen.
Das Produkt mit einem Styrolgehalt von 81 Gew.-% hat ein Molekulargewicht von 119 000, eine Zugfestigkeit
von 214 kg/cm2, eine Dehnung von 105% und eine Dynstat-Schlagfestigkeit von 110 kg cm/cm2.
(*1) 50 ml des Reaktionsproduktes werden mit 3 ml einer Mischung von Benzol und Methanol in einem Volumenverhältnis
von 4 :1 behandelt. Die Probe wird mit einem Emiller-Viskosimeter bei 50° C gemessen.
(*2) 10 ml des Reaktionsproduktes werden im Vakuum auf
einer Aluminiumfolie getrocknet.
(*3) Das im Vakuum getrocknete Reaktionsprodukt wird in CS2 aufgelöst, und die Lösung wird durch ein Luftgebläse
auf einem Abbe-Refraktometer getrocknet. Der Styrolgehalt wird über den Brechungsindex des Produktes
gemessen.
Die Blockpolymerisation nach Beispiel 1 wird wiederholt, wobei jedoch die Gesamtmenge an Styrol
und Butadien 500 g beträgt und das Verhältnis von Styrol zu Butadien im Bereich von 70/30 bis 90/10 liegt
Die verschiedenen Eigenschaften des erhaltenen Blockcopolymeren sind in Tabelle II zusammengestellt.
35
40
65/35
70/30
63,5/36,5 71,5/28,5 74/26 80/20
78/22
85/15
86,5/13,5 93/7
| 10,1 | 10,6 | 10,8 | 11,0 | 12,1 | 11,0 |
| 185 | 187 | 198 | 217 | 305 | 385 |
| 350 | 275 | 172 | 126 | 104 | 67 |
| - | - | - | 130 | 110 | 26 |
| _ | - | 7 | 11,0 | 24,5 | 32,5 |
| 21,0 | 17,0 | 15,0 | 11,0 | 6,8 | 4,6 |
Beispiel 4
a) Herstellung des Katalysators
a) Herstellung des Katalysators
11,5g o-Terphenyl und 1,7 g Lithium werden in
250 ml Tetrahydrofuran gemäß Beispiel 1 umgesetzt. Sodann wird Butadien zu dem Reaktionsprodukt
gegeben und das aus Tetrahydrofuran bestehende Lösungsmittel wird durch Benzol ersetzt, wobei 500 ml
einer schwärzlichrötlichbraunen Reaktionsmischung erhalten werden. Bei der Titration des Produktes mit
HCl ergibt sich eine Konzentration von 0,39 n/l.
c) Blockpolymerisation
Entsprechend dem Verfahren gemäß Beispiel 1 wird die Blockcopolymerisation von Styrol und Butadien
r> unter Verwendung dieser Katalysatorlösung wiederholt,
wobei jeweils die Gesamtmenge von Styrol und Butadien 500 g beträgt und wobei das Verhältnis von
Styrol zu Butadien zwischen 70/30 bis 90/10 beträgt.
Die physikalischen Eigenschaften des erhaltenen ι ο Blockpolymeren sind in Tabelle HI zusammengestellt.
| Gewichtsverhältnis von eingesetztem | 63/35 | 70/30 | 75/25 | 80/20 | 85/15 | 90/: |
| Styrol zu Butadien | ||||||
| Gewichtsverhältnis Styrol/Butadien | 64,5/35,5 | 69/31 | 74,5/25,5 | 80/20 | 85/15 | 89/: |
| im Blockcopolymeren | ||||||
| Molekulatgewicht (■ 104) | 10,5 | 9,9 | 11,1 | 9,5 | 8,9 | 10,1 |
| Zugfestigkeit (kg/cm2) | 175 | 200 | 225 | 197 | 282 | 370 |
| Dehnung (%) | 385 | 272 | 170 | 102 | 94 | 40 |
| Dynstat-Schlagfestigkeit (kg/m/cm2) | - | - | - | 104 | 64,5 | 20 |
| Rockwellhärte (M-Skala 1/4) | - | - | - | 8 | 21 | 39 |
| Trübung (%) | 23,0 | 18,0 | 17,0 | 12,6 | 5,0 | 4,5 |
Vergleichsbeispiel 1
Im folgenden soll anhand eines Vergleichsbeispiels der Unterschied zwischen dem erfindungsgemäßen
Verfahren und der herkömmlichen Herstellung von Blockcopolymeren erläutert werden. Unter Verwendung
der gleichen Katalysatorlösung wie in Beispiel 1 werden Butadien und Styrol in zwei Stufen polymerisiert,
wobei zunächst Butadien allein polymerisiert wird und wobei nach Abbau des Butadiendrucks die Luft aus
dem Gefäß entfernt wird und 0,1 ml sec-Butyl-Lithium
in 11 Benzol eingegeben werden und sodann das Gefäß mit Styrol beschickt wird. Es wurde mit den
Monomerverhältnissen gemäß Beispielen 3 und 4 gearbeitet. Die Ergebnisse dieses Vergleichsbeispiels
sind in Tabelle IV zusammengestellt.
63/35
Gewichtsverhältnis der Monomeren
Styrol/Butadien
Styrol/Butadien
Gewichtsverhältnis Styrol/Butadien
im Blockpolymeren
im Blockpolymeren
Molekulargewicht (· 104)
Zugfestigkeit (kg/cm2)
Dehnung (%)
Zugfestigkeit (kg/cm2)
Dehnung (%)
Dynstat-Schlagfestigkeit (kg m/cm2)
Rockwell-Häne (M-Skala 1/4)
Trübung (%)
Rockwell-Häne (M-Skala 1/4)
Trübung (%)
Es zeigt sich, daß die nach diesem Vergleichsbeispiel in zwei Stufen hergestellten Biockcopolymeren den
nach dem erfindungsgemäßen einstufigen Verfahren hergestellten Blockcopolymeren in Bezug auf die
Schlagfestigkeit und die Dehnung unterlegen sind.
Ein 3-l-Kolben wird mit einem abgedichteten Rührer,
einem Rückflußkühler, einem Gaseinlaß, einem Einlaß für die Reaktanten, einem Trichter und einem
Thermometer ausgerüstet. 300 ml Tetrahydrofuran, welches über einer Natrium-Kalium-Legierung am
Rückfluß gekocht und anschließend destilliert wurde, werden eingefüllt. 1 g Diphenyl, welches aus Hexan
umkristallisiert und getrocknet wurde, wird ebenfalls eingeführt und in dem Tetrahydrofuran aufgelöst.
Ferner werden I ml Styrol hinzugegeben.
70/30
75/25
80/20
85/15
62,5/37,5 71,5/28,5 74,5/25,5 87/13
86,5/13,5 91/9
| 11,7 | 12,1 | 10,1 | 13,1 | 12,6 | 11,0 |
| 198 | 201 | 250 | 272 | 321 | 405 |
| 170 | 52,1 | 25,5 | 12,5 | 10 | 7 |
| 70 | 35 | 32,5 | 21,0 | 11,5 | 12 |
| 7 | 22 | 25 | 27 | 31 | 41 |
| 22,0 | 17,0 | 12,5 | 11,0 | 5,0 | 4,5 |
Sodann werden während 30 Minuten 30 1 Argongas in das Reaktionsgefäß eingeleitet. Das Argongas wurde
zur Dehydratisierung durch eine auf 800°C erhitzte Schicht aus Titanschwamm und durch ein Molekularsieb
geleitet, Sodann werden etwa 0,3 mmol sec-Butyl-Lithium
zu dem Inhalt gegeben, worauf dieser eine blaßgelbe Färbung annimmt. Weiter werden 101
Argongas während 10 Minuten eingeleitet. 70 mg Lithium, welches in einer Konzentration von 30
Gewichtsprozent in festem Paraffin dispergiert ist werden hinzugegeben, und der Inhalt nimmt nach 2 bis 3
Minuten eine grüne Färbung an.
Sodann wird der Reaktionskolbcn in ein Trockeneis-Methanol-Bad
gegeben, um den Inhalt abzukühlen und 3 ml Isopren werden hinzugegeben, und der Inhalt wird
30 Minuten gerührt. Sodann wird der Kolben vom Trockcneis-Methanol-Bad genommen und auf ein
Wasserbad mit einer Temperatur von 30° C gesetzt. Das Tetrahydrofuran wird im Vakuum entfernt. Sodann
werden 300 ml Benzol hinzugegeben, welches vorher durch Argongas von Luft befreit wurde und mittels
sec-Butyl-Lithium dehydratisiert wurde. Dieses Benzol
wird danach wieder im Vakuum abdestilliert.
b) Hochpolymerisation
Zu der erhaltenen Mischung werden 1,5 1 Benzol und 400 g Styrol hinzugegeben, welche vorher nach dem
gleichen Verfahren dehydratisiert und von Luft befreit wurden. Ferner werden 100 g Isopren hinzugegeben,
welches über Natrium abdestilliert wurde. Der Inhalt nimmt dabei eine blaßgelb-rötlich-braune Färbung an.
Es wird umgerührt und während der Reaktion erhöht sich die Viskosität des Inhalts allmählich. Nach etwa 50
Minuten nimmt der Inhalt eine rote Färbung an, und die Polymerisation des Styrols setzt ein. Nach etwa 10
Minuten erhöht sich die Temperatur auf 70° C bis 800C
und eine Vielzahl von Bläschen wird beobachtet. Nach etwa 1,5 Stunden vom Start der Polymerisation an
gerechnet, wird eine geringe Menge einer Mischung von Methanol und Benzol hinzugegeben, und das Reaktionsprodukt wird durch Zugabe von Methanol ausgefällt
und im Vakuum getrocknet.
Zu dem getrockneten Polymeren werden 1% 4-Hydroxymethyl-2,6-di-t-butyl-phenoI hinzugegeben,
und das Produkt wird mit Hilfe eines Extruders zu einem Granulat verarbeitet. Das erhaltene Granulat wird zu
Probekörpern von Hantel- oder Stäbchenform geformt, welche 2 mm Dicke, 10 mm Breite und 8 mm Länge
aufweisen. Diese Probekörper werden durch Spritzguß hergestellt. Die physikalischen Eigenschaften des
erhaltenen Produktes sind in Tabelle V zusammengestellt.
Aus dem erhaltenen Granulat werden durch ein Spritzgußverfahren Probekörper von Hantelform oder
Stäbchenform gebildet, welche eine Dicke von 2 mm, eine Breite von 10 mm und eine Länge von 80 mm
aufweisen. Die physikalischen Eigenschaftesn des erhaltenen Produktes sind in Tabelle VI zusammengestellt.
Gewichtsverhältnis eingesetztes
Styrol/Butadien 85/15
Molekulargewicht (χ 104) 12,5
Zugfestigkeit (kg/cm2) 320
Dehnung (%) 70
Dynstat-Schlagfestigkeit (kg cm/cm2) 107
Rockwell-Härte (M-Skala 1 /4) 23
Trübung (%) 7,0
Gewichtsverhältnis von eingesetztem
Styrol/Isopren 80/20
Molekulargewicht (χ 104) 8,9
Zugfestigkeit (kg/cm2) 370
Dehnung (%) 37
Dynstat-Schlagfestigkeit (kg cm/cm2) 25
Rockwell-Härte (M-Skala 1/4) 31
Trübung (%) 7,5
Ig Para-Terphenyl und 100 mg Lithium werden
gemäß Beispiel 5 in Tetrahydrofuran umgesetzt. 5 g Butadien werden hinzugegeben, und das Tetrahydrofuran
wird abdestilliert und durch Benzol ersetzt. 1,51 Benzol, 425 g Styrol und 75 g Butadien werden
hinzugegeben, und das Ganze wird bei 50° C polymerisiert. Nach der Polymerisation des Butadiens mit einer
geringen Menge Styrol nach etwa 35 Minuten, setzt die Polymerisation des Styrols ein, wobei sich die
Temperatur des Inhalts des Reaktionsgefäßes auf etwa 100° C erhöht.
Nach der Polymerisation wird das Blockcopolymere abgetrennt. Es fällt in einer Menge von 495 g an. Das
Molekulargewicht wird nach der Methode des osmotischen Druckes in Toluol bestimmt. Es beträgt 125 000.
1% 4-Hydroxymethyl-2,6-di-t-butyl-phenol werden zu dem Blockcopolymeren gegeben, und dieses wird mit
Hilfe eines Extruders zu einem Granulat verarbeitet.
10 g Diphenyl und 2,5 g Lithium werden in 250 ml Tetrahydrofuran gemäß Beispiel 1 umgesetzt. 80 g
21") Butadien werden hinzugegeben und sodann wird das
Tetrahydrofuran durch Benzol ersetzt, wobei man 600 ml einer schwärzlich-rötlich-braunen Reaktionslösung
erhält. Durch Titration mit Salzsäure wird eine Konzentration von 0,45 n/l festgestellt. Gemäß Bei-
jo spiel 1 werden 400 g Styrol und 100 g Isopren in Benzol
bei 35° C umgesetzt, wobei 20 ml der Katalysatorlösung verwendet werden.
Nach 40 Minuten färbt sich der Inhalt des Reaktionsgefäßes rot und die Polymerisation des
Γ) Styrols setzt bei einer Temperatur oberhalb 100° C ein.
Nach beendeter Reaktion wird dais erhaltene Copolymere durch Methanol ausgefällt und im Vakuum
getrocknet. Es werden 1% 4-Hydroxy-methyl-2,6-di-tbutyl-phenol
hinzugegeben und das erhaltene Copoly-
4(i niere wird mit Hilfe eines Extruders granuliert. Das
erhaltene Granulat wird zu Probekörpern von Stäbchengestalt oder Hantelgestalt durch Spritzgießen
geformt. Die Probekörper haben eine Dicke von 2 mm, eine Breite von 10 mm und eine Länge von 80 mm. Die
v> physikalischen Eigenschaften des erhaltenen Produkts sind in Tabelle VII zusammengestellt.
rM Gewichtsverhältnis von eingesetztem
Styroi/Isopren 80/20
Molekulargewicht (χ 104) 8,5
Zugfestigkeit (kg/cm2) 320
Dehnung(%) 60
T> Dynstat-Schlagfestigkeit (kg cm/cm2) 35
Rockwell-Härte (M-Skala 1/4) 29
Trübung (%) 5,0
Beispie! 8
Es werden die Polymerisationsversuche gemäß den vorhergehenden Beispielen wiederholt, wobei jedoch
die Gesamtmenge an Styrol und Isopren jeweils 500 g hri beträgt und das Verhältnis von Styrol zu Isopren im
Bereich von 70/30 bis 90/10 ausgewählt wird. Die Eigenschaften des erhaltenen Blockcopolymeren sind in
Tabelle VIII zusammengestellt.
Gewichtsverhältnis von eingesetztem Styrol/Isopren
Molekulargewicht (· 104)
Zugfestigkeit (kg/cm2)
Dehnung (%)
Dynstat-Schlagfestigkeit
(kg cm/cm2)
Molekulargewicht (· 104)
Zugfestigkeit (kg/cm2)
Dehnung (%)
Dynstat-Schlagfestigkeit
(kg cm/cm2)
Rockwell-Härte (M-Skala 1/4) Trübung (%)
75/25
80/20
85/15
90/10
| 10,1 | 9,5 | 7,9 | 9,0 | 8,5 |
| 280 | 290 | 330 | 370 | 420 |
| 105 | 70 | 50 | 35 | 21 |
| 68 | 41 | 33 | 31 | 15 |
| 17 | 22 | 25 | 31 | 41 |
| 6,8 | 7,0 | 5,5 | 5,0 | 3,3 |
Vergleichsbeispiel 2
Zur Verdeutlichung der Unterschiede zwischen dem erfindungsgemäßen Verfahren und der herkömmlichen
Blockcopolymerisation werden die folgenden Versuche 2t durchgeführt. Unter Verwendung des gleichen Katalysators
wie im Beispiel 7 werden Isopren und Styrol in zwei Stufen polymerisiert, wobei zunächst Isopren
alleine bei 50°C während 30 Minuten polymerisiert wird
und sodann auf 250C abgekühlt wird. Sodann wird
Styrol hinzugegeben und bei 30 Minuten polymerisiert. Dabei wird das Verhältnis von Styrol zu Isopren im
Bereich von 70/30 bis 90/10 ausgewählt. Jedes der erhaltenen behandelten und getrockneten Copolymeren
wird mit 1% 4-Hydroxymethyl-2,6-di-t-butylphenol vermischt und zu Probekörpern verarbeitet. Die
physikalischen Eigenschaften des erhaltenen Copoiymeren sind in Tabelle IX zusammengestellt.
Gewichtsverhältnis von eingesetztem Styrol/Isopren
Molekulargewicht (· 104)
Zugfestigkeit (kg/cm2)
Dehnung (%)
Zugfestigkeit (kg/cm2)
Dehnung (%)
Dynstat-Schlagfestigkeit
(kg cm/cm2)
(kg cm/cm2)
Rockwell-Härte (M-Skala 1/4) Trübung (%)
75/25
80/20
85/15
90/10
| 8,5 | 7,5 | 9,0 | 10,1 | 10,5 |
| 310 | 300 | 350 | 390 | 440 |
| 50 | 20 | 15 | 17 | 5 |
| 22 | 25 | 18 | 19 | 15 |
| 32 | 33 | 35 | 39 | 45 |
| 9,0 | 7,5 | 7,7 | 6,0 | 3,0 |
Vergleichsversuche
Beispiel 3 der britischen Patentschrift 9 64 478 wurde mit Beispiel 1 der Erfindung verglichen.
Versuch 1
Gemäß Beispiel 3 der britischen Patentschrift 64 478 wurde die folgende Reaktion durchgeführt:
Zusammensetzung:
Lithium
Isopren
Methylnaphthalin
Butadien
Dimethyläther
8g(l,14Mol)
41 ml (0,4 Mol) 56 ml (0,4 Mol) 14 g (0,45 Mol) 300 ml
In einen mit einem Rührer ausgerüsteten 2-l-KoIben
wurden 300 ml des getrockneten Äthers gegeben und ein Stickstoffstrom wurde eingeleitet. Sodann wurden
ml Methylnaphthalin, 41 ml Isopren und 8 g Lithium hinzugegeben, und der Kolben wurde während 24 h
unter Rühren bei einer Temperatur von -26° C gehalten. Die Reaktionsmischung zeigt eine blaßgelbe
Färbung. Hieraus ergibt sich, daß keine Reaktion stattgefunden hat. Die HCl-Titration ergibt im wesentlichen
den Wert Null. Auch dies zeigt, daß keine Reaktion stattgefunden hat. Nach 48stündigem Rühren ergibt sich
ein Titrationswert von 1,52 n/l (Bemerkung 1). Wenn die Lösung mit Benzylchlorid umgesetzt wird, so ergibt sich
ein Titrationswert von 0,21 n/l (Bemerkung 2). Hieraus läßt sich ein Wert für das aktive Lithium vom 1,31 n/l
(Bemerkung 2) berechnen.
Entsprechend der Berechnung beträgt die Ausbeute an wirksamem Polymerisationsstarter 40,2%, berechnet
als Li. Sodann wurde die Temperatur der Reaktionsmischung auf 5° C erhöht und 198 g Butadien wurden auf
10 ml während 2 h hinzugegeben. Nach dieser Zugabe wurde der Dimethyläther unter vermindertem Druck
abdestilliert und 2 I Toluol wurden hinzugegeben, wobei man eine braungefärbte Lösung erhält. Eine Messung
des aktiven Lithiums zeigt, daß die Ausbeute an wirksamem Polymerisationsstarler42% beträgt.
Unter Verwendung des so hergestellten Polymerisationsstarters werden Styrol und Butadien im Verhältnis
von 85/15; 80/20 und 40/60 copolymerisiert und die mechanischen Eigenschaften des erhaltenen Copolymeren
werden gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengestellt.
| Moleku lar gewicht |
13 | Dehnung | 21 20 | 232 | Mole kular gewicht |
14 | Dehnung | Dynstat- ScHag- festigkeit |
|
| Tabelle 1 | (Schmelz index) |
(%) | Tabelle 2 | (Schmelz index) |
(%) | (kg/cm2) | |||
| Styrol/ Butadien |
10,5 13,5 9,1 |
Zugfestig keit |
25 65 800 |
Dynstat- Schlag- festigkeit r> |
Styrol/ Butadien |
10,0 12,3 7,2 |
Zugfestig keit |
80 132 1080 |
58 96 |
| (kg/cm2) | (kg/cm2) | (kg/cm2) | |||||||
| 85/15 80/20 40/60 |
330 251 35 |
fs « | 85/15 80/20 40/60 |
350 260 164 |
|||||
| (Bemerkung 1) | Versuch 3 | ||||||||
Das metallische Lithium wird entfernt und lediglich das als Lithiumhydroxid, Lithiumoxid und organischem
Lithium vorliegende Lithium des Reaktionssystems wird gemessen.
(Bemerkung 2)
Das Gesamtlithium außer dem organischen Lithium wird gemessen.
(Bemerkung 3)
Das gesamte als aktives organisches Lithium vorliegende Lithium wird berechnet.
Versuch 2
Das Verfahren gemäß Beispiel 1 der Erfindung wird wiederholt. Es wird ein Katalysator eingesetzt, welcher
gemäß nachstehendem Ansatz erhalten wurde:
Lithium
Diphenyl
Tetrahydrofuran
Butadien
Diphenyl
Tetrahydrofuran
Butadien
3,5 g (0,5 Mol)
7,8 g (0,05 Mol)
250 nil
81g
7,8 g (0,05 Mol)
250 nil
81g
Das Lithium wird mit dem Diphenyl in Gegenwart von 250 ml Tetrahydrofuran bei 40C umgesetzt. Die
Reaktion ist plötzlich beendet, und es entsteht eine tiefblaue Färbung.
81 g Butadien werden langsam hinzugegeben, so daß die Farbe aufrechterhalten bleibt. Man erhält auf diese
Weise den erfindungsgemäßen Polymerisationsstarter, w
Die Messung des aktiven Lithiums zeigt, daß die Ausbeute an aktivem Lithium 95%, bezogen auf das
eingesetzte metallische Lithium beträgt. Dieser Wert ist wesentlich höher als derjenige gemäß Versuch 1. Unter
Verwendung dieses Polymerisationsstarters werden π Styrol und Butadien gemäß Versuch 1 copolymerisiert.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengestellt.
Bei den Polymerisationsstartern gemäß Versuchen 1 und 2 wird das polare Lösungsmittel gegen Benzol
ausgetauscht. Styrol wird in Gegenwart des erhaltenen Starters polymerisiert und die durchschnittliche Zahl
von Lithiumatomen an den Enden der Polymeren wird gemessen. Das Molekulargewicht des jweils erhaltenen
Polymeren wird anhand des osmotischen Druckes nach Umsetzung mit Trimethylmonochlorsilan festgestellt.
Mit dem Starter gemäß Versuch 1 wird ein Molekulargewicht von 15 600 erzielt und mit dem Starter gemäß
Versuch 2 wird ein Molekulargewicht von 17 500 erzielt.
300 mg des erhaltenen Polymeren werden in 0,5 ml Orthodichlorbenzol !aufgelöst und 20 mg Anisol werden
zugemischt. Die Methylgruppen des erhaltenen Produkts werden im NMR-Sprektrum gemessen. Die
Protonen der Methylgruppe des Anisols liegen bei 3,8 ppm (δ). Die Protonen der -Si-(CH3J3 Hegen bei
0 ppm (<5). Aus den Ergebnissen der Messung wird η gemäß folgender Formel berechnet:
wobei D die Anzahl der Lithiumatome in der Probe bedeutet und wobei B die Anzahl der Polymermoleküle
in der Probe bedeutet. Bei der mit dem Star'er gemäß Versuch 1 erhaltenen Probe beträgt η = 1,5 und bei der
mit dem Starter gemäß Versuch 2 erhaltenen Probe beträgt η = 2,1. Dies zeigt, daß das erfindungsgemäß
hergestellte Polymere im wesentlichen aus einem bifunktionellen Polymeren besteht, während dasjenige
gemäß der britischen Patentschrift 9 64 473 einen großen Anteil eines monofunktionellen Polymeren
enthält. In der britischen Patentschrift 9 64 473 ist ausgeführt, daß die physikalischen Eigenschaften eines
Copolymeren, welches unter Verwendung eines monofunktionellen Starters hergestellt wurde, wesentlich
schlechter sind, als bei Verwendung eines bifunktionellen Starters. Die großen Unterschiede hinsichtlich der
physikalischen Eigenschaften ergeben sich auf Grund der verschiedenen Herstellung des Starters. Die
Kombination der erfindungsgemäßen Merkmale führt zu einem rein bifunktionellen Starter und somit zu
einem äußest hochwertigen Polymeren.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung eins Blockcopolymeren
mit einem mittleren Copolymerenblock aus einem konjugierten Dien nnd einer geringen Menge
einer vinylaromatischen Verbindung und zwei endständigen Homopolymerblöcken, wobei die
Häufigkeit der vom konjugierten Dien gebildeten Struktureinheiten von der Mitte des mittleren
Copolymerenblocks zu dessen Enden hin abnimmt, durch eine einstufige Polymerisation einer Mischung
des konjugierten Diens und der vinylaromatischen Verbindung in einem unpolaren Lösungsmittel,
wobei nicht mehr als 2 Gew.-% eines polaren Lösungsmittels zugegen sind, in Gegenwart eines
Katalysators, welcher durch Umsetzung eines konjugierten Diens mit einem Reaktionsprodukt
von metallischem Lithium mit einem aromatischen Kohlenwasserstoff in einem polaren Ätherlösungsmittel
hergestellt worden ist, dadurch gekennzeichnet,
daß man einen Katalysator verwendet, welcher durch Umsetzung des konjugierten Diens
mit dem Reaktionsprodukt von metallischem Lithium und einem Diphenylkohlenwasserstoff
und/oder einem Terphenylkohlenwasserstoff in einem cyclischen Äther oder einem aliphatischen
Polyäther hergestellt worden ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Katalysator verwendet, bei
dessen Herstellung das polare Lösungsmittel nach beendeter Reaktion gegen ein unpolares Lösungsmittel
ausgetauscht wurde.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Katalysator
mit einer Dilithiumverbindung verwendet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP3473770A JPS501915B1 (de) | 1970-04-24 | 1970-04-24 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2120232A1 DE2120232A1 (de) | 1971-12-02 |
| DE2120232B2 true DE2120232B2 (de) | 1978-09-07 |
| DE2120232C3 DE2120232C3 (de) | 1979-05-03 |
Family
ID=12422616
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19712120232 Expired DE2120232C3 (de) | 1970-04-24 | 1971-04-24 | Verfahren zur Herstellung eines Blockpolymeren |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPS501915B1 (de) |
| DE (1) | DE2120232C3 (de) |
| FR (1) | FR2090626A5 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3953543A (en) * | 1973-12-26 | 1976-04-27 | The Firestone Tire & Rubber Company | Polymerization process and polymer produced thereby |
-
1970
- 1970-04-24 JP JP3473770A patent/JPS501915B1/ja active Pending
-
1971
- 1971-04-23 FR FR7114525A patent/FR2090626A5/fr not_active Expired
- 1971-04-24 DE DE19712120232 patent/DE2120232C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| JPS501915B1 (de) | 1975-01-22 |
| FR2090626A5 (en) | 1972-01-14 |
| DE2120232C3 (de) | 1979-05-03 |
| DE2120232A1 (de) | 1971-12-02 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| EP0026916B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Mischungen linearer Dreiblockcopolymerisate sowie Formteile aus diesen | |
| EP0046862B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von verzweigten Blockcopolymerisaten und Verwendung derselben | |
| DE2550226C2 (de) | Verzweigte Blockcopolymerisate und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| DE2366477C2 (de) | ||
| DE2402715C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von Blockcopolymerisaten | |
| DE60107187T2 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Dienelastomers durch anionische Polymerisation | |
| DE2015249A1 (de) | Blockcopolymerisate und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| DE2449299C3 (de) | Dreiblockpolymerisat aus Polystyrol-, Polybutadien- und Bly-2-vinylpyridin-blöcken | |
| DE1130169B (de) | Verfahren zur Herstellung von regellosen Mischpolymerisaten | |
| DE1224045B (de) | Verfahren zur Herstellung von Blockmischpolymerisaten | |
| EP0305909B1 (de) | Bifunktionelle Alkaliverbindungen, Verfahren zu ihrer Herstellung und Verwendung als Polymerisationsinitiatoren | |
| DE2550227C2 (de) | Verzweigte Blockcopolymerisate und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| EP0288761A2 (de) | Verfahren zur Herstellung multifunktioneller Initiatoren für die anionische Polymerisation, oligomere multifunktionelle Initiatoren, Verwendung der erhaltenen Polymeren zur Herstellung gegebenenfalls funktionalisierter Polymere und als Prepolymere für andere Harze | |
| DE2418772C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von klaren Blockcopolymerisaten | |
| DE2056310A1 (de) | Verfahren zum Herstellen eines Block Copolymeren | |
| EP0405327A1 (de) | Bifunktionelle Initiatoren für die anionische Polymerisation und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| DE2521502C3 (de) | Oligomere Dilithium-Polymerisationsinitiatoren und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| DE1242864B (de) | Verfahren zur Herstellung von Formmassen aus vinylaromatischen Polymerisaten und Dienpolymerisaten | |
| DE3537772A1 (de) | Transparente, schlagzaehe styrol-block-polymerisate und verfahren zu ihrer herstellung | |
| DE2120232C3 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Blockpolymeren | |
| DE1816089B2 (de) | Verfahren zum herstellen von regellosen coplymeren aus conjugierten dienen mit 4 12 kohlenstoffatomen und vinylsubstitu ierten aromatischen kohlenwasserstoffen | |
| DE2348923B2 (de) | ||
| DE3537771A1 (de) | Salze mehrwertiger kationen von block-polymerisaten von vinylaromaten und konjugierten dienen | |
| DE3025432A1 (de) | Styrolharzmasse | |
| DE3537770A1 (de) | Salze mehrwertiger kationen von polymerisaten von konjugierten dienen |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |