DE212876C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C3/00—Tanning; Compositions for tanning
- C14C3/02—Chemical tanning
- C14C3/08—Chemical tanning by organic agents
- C14C3/10—Vegetable tanning
- C14C3/12—Vegetable tanning using purified or modified vegetable tanning agents
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 212876 KLASSE 28«. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 13. Mai 1908 ab.
Das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren bezweckt, die
durch warme Extraktion (Diffusion) gewonnenen Quebrachobrühen, welche bekanntlich eine
mehr oder minder erhebliche Menge hochmolekularer, schwerlöslicher Gerbstoffe — die
sogenannten Phlobaphene — enthalten, unter Anwendung sehr geringer Mengen Alkali vollkommen
zu reinigen und zu klären, die in
ίο ihnen enthaltenen schwerlöslichen Gerbstoffe
leichtlöslich zu machen und alle gerbfähigen Substanzen zu gewinnen und in eine auch in
der Kälte klar- und leichtlösliche Form, zu bringen. .
Um dies zu erreichen, läßt man die durch warme Extraktion gewonnene Brühe abkühlen,
wodurch sich ein Schlamm absetzt, von welchem die darüber stehende Flüssigkeit getrennt
wird. Der Schlamm, welcher zumeist aus harzähnlichen, in Wasser schwerlöslichen,
stark gefärbten Stoffen besteht, läßt sich mit Hilfe sehr geringer Mengen Alkali löslich
machen bzw. verseifen und hat in diesem Zustande die Eigenschaft, die von dem Schlamme
abgezogene, noch trübe Brühe vollständig zu klären.
Die Herstellung von Quebrachoholzextrakt unter Verwendung von Alkali ist allerdings
bekannt, jedoch wurden bisher beträchtliche Mengen Alkali benutzt und diese dem Extrakt
direkt zugesetzt. Hierdurch werden aber nicht nur die schwerer löslichen Gerbstoffe
leichtlöslich gemacht, sondern auch die leichtlöslichen Gerbstoffe in alkalische Verbindung
übergeführt, wodurch sie an Gerbkraft einbüßen, eine dunkle Farbe annehmen, sich
an der Luft leicht oxydieren und dadurch noch dunkler werden. Bei dem den Erfindungsgegenstand
bildenden Verfahren werden alle diese Nachteile vermieden, da zum Verseifen bzw. Löslichmachen des beim Abkühlen
der warmen Brühe entstehenden Schlammes nur ganz geringe' Alkalimengen erforderlich
sind und die aus dem Schlamm erhaltene Lösung die Eigenschaft hat, die schwerlösliehen
Gerbstoff an teile der Brühe leichtlöslich zu machen, während die in der Brühe enthaltenen,
nicht gerbend wirkenden Stoffe dadurch ganz aus der Brühe entfernt werden.
Zur praktischen Durchführung des bisher 5° ' geschilderten Teiles des den Erfindungsgegenstand
bildenden Verfahrens wird dem durch Abkühlenlassen des warmen Quebrachoextraktes
entstandenen Schlamm eine geringe Menge Alkali, z. B. eine Pottasche- oder Sodalösung,
zugesetzt und das Gemisch unter gutem Rühren mehrere Stunden lang auf einer Temperatur
von 50 bis ioo° C. erhalten, bis eine auch in abgekühltem Zustande eine klare; tiefrote
Färbung besitzende Lösung entstanden ist. Die Menge des zuzusetzenden Alkalis sowie
die Dauer der Erwärmung des aufgerührten Schlammes sind empirisch zu bestimmen. Versuche
haben ergeben, daß in den meisten Fällen ein Zusatz von i°/00 Alkali des ursprünglichen
Gewichtes der behandelten Brühe
und eine Zeitdauer von 6 bis 7 Stunden genügen.
Von dieser roten Lösung wird der von dem Schlamme abgesonderten Brühe unter gutem
Umrühren eine durch Versuche festzustellende Menge zugesetzt. Im allgemeinen genügen,
wie die Erfahrung gezeigt hat, auf 1000 1 abgelassener Brühe etwa 50 1 der tiefroten
Flüssigkeit, um eine sofort eintretende starke Flockenbildung herbeizuführen. Nach wenigen
Stunden ist die Brühe ganz klar, während sich am Boden ein fester Niederschlag absetzt,
welcher, nachdem er durch Wasser und Alkalizusatz unter genügend langer Erwärmung
wieder aufgelöst ist, zur Klärung einer weiteren Menge vom Schlamme getrennter, frischer, durch warme Extraktion gewonnener
Quebrachobrühe verwendet werden kann.
Die auf die geschilderte Weise gewonnene, über dem Schlamme stehende klare Brühe kann auf den jeweilig gewünschten Konzentrationsgrad und selbst bis zur Trockne eingedampft werden und bildet den reinen, kaltlöslichen Quebrachoextrakt, der sich durch besondere Klarheit auszeichnet.
Die auf die geschilderte Weise gewonnene, über dem Schlamme stehende klare Brühe kann auf den jeweilig gewünschten Konzentrationsgrad und selbst bis zur Trockne eingedampft werden und bildet den reinen, kaltlöslichen Quebrachoextrakt, der sich durch besondere Klarheit auszeichnet.
Da zur Durchführung des bisher beschriebenen Verfahrens nur ein Teil des durch Abkühlen
der Brühe entstandenen, die Phlobaphene enthaltenen Schlammes verwendet wird, ist es wichtig, auch den verbleibenden Schlamm
für Gerbzwecke nutzbar zu machen, um möglichst alle in der Quebrachobrühe enthaltenen
Gerbstoffe vorteilhaft zu verwenden. Zu diesem Zwecke braucht man nur · den Rest der aus
dem ersten Schlamm durch Alkalizusatz und Erwärmen erhaltenen tiefroten Lösung mit
aus Sumach oder anderen Blättern, Rinden oder Holz erzeugten Gerbbrühen von höherer
Azidität, welche bekanntlich leichtlöslich sind, innig zu vermischen, da hierdurch die in der
erwähnten roten Lösung enthaltenen Phlobaphene in kaltlöslichen Zustand übergeführt
werden. Der Säuregehalt dieser Brühen soll ungefähr dem Alkaligehalt der roten Lösung
entsprechen; wenn derselbe in den Rindenusw. Extrakten nicht von Natur aus vorhanden
ist, kann er durch Zusatz geeigneter Säuren, z. B. Essigsäure, hervorgebracht werden.
Bei Vermischung der roten Lösung mit der entsprechende Azidität besitzenden Brühe entsteht
infolge Ausscheidung nicht gerbend wirkender Stoffe1 eine Trübung. Man läßt deshalb die Mischung so lange ruhen, bis sich
diese Stoffe abgesetzt haben und die Lösung
vollkommen klar geworden ist. Letztere kann, nach Trennung von dem gebildeten Niederschlage,
der nur aus für Gerbereizwecke unwirksamen, in Wasser unlöslichen Stoffen besteht,
auf die für den Extrakt gewünschte Dichte eingedampft werden.
Die nach dem' hier beschriebenen Verfahren gewonnenen Extrakte zeichnen sich gegenüber
den nach älteren Verfahren unter Verwendung von Alkali hergestellten dadurch aus, daß sie
auf Zusatz von Säuren keine Niederschläge geben, was für ihre gewerbliche Anwendung
wichtig ist, da bekanntlich die besten Gerbungen in sauer reagierenden Gerbbrühen erfolgen.
Es ist sehr wahrscheinlich, daß durch das geschilderte Verfahren nicht nur die in Quebrachoholzbrühen,
sondern auch in anderen schwerlöslichen Gerbextrakten enthaltenen Phlobaphene in leicht- und kaltlöslichen Zustand
übergeführt werden können.
Claims (2)
1. Verfahren, um Quebrachoextrakte unter Anwendung von Alkali zu klären
und leicht- sowie kaltlöslich zu machen, dadurch gekennzeichnet, daß der durch Abkühlen der durch warme Extraktion
gewonnenen Brühe entstandene Schlamm nach Trennung von der darüber stehenden Flüssigkeit durch Zusatz einer geringen
Menge Alkali und Wasser unter Erwärmung verseift bzw. gelöst wird, von welcher
Lösung der vom Schlamm abgezogenen Brühe so viel zugesetzt wird, daß eine starke Flockenbildung entsteht und
die Brühe nach Absetzen dieser Flocken ganz klar abgezogen werden kann.
2. Bei Durchführung des unter 1. ,angegebenen
Verfahrens die Überführung auch der in dem nicht verbrauchten Teil des alkalisch gelösten Schlammes enthaltenen
Phlobaphene in leicht- und kaltlösliche Form, dadurch gekennzeichnet, daß
man die übrige Lösting mit Gerbextrakten oder -brühen höherer Azidität vermischt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE212876C true DE212876C (de) |
Family
ID=474582
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT212876D Active DE212876C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE212876C (de) |
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