DE2133152C3 - Verfahren zur Herstellung von Halogenmethanen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von HalogenmethanenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
-W
Gegenstand des Hauptpatents 2126105 ist ein
Ver&ihren zur Herstellung von wasserstofffreien HaIogenmethanen
mittels Umsetzung von Fluor enthaltenden wasserstofffreien Halogenmethanen in Gegenwart
von Friedel-Crafts-Katalysatoren, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
a) Fluor enthaltende wasserstofffreie Halogenmethane,
die wenigstens I Fluoratom und im übrigen Chlor und/oder Bromatome enthalten, mit
b) Tetrachlonnethan oder Tetrabrommethan in Gegenwart
von Aluminiumchlorid, Aluminiumbrom id oder deren Gemischen im Temperaturbereich
von -IO bis + 150°C umsetzt.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß auch die wasserstoffhaltigen Halogenmethanc, die, wie beispielsweise
Methylenchlorid, Chloroform und Methylenbromid, bei den bekannten Verfahren zur Herstellung von Tetrahalogenmethanen
als Nebenprodukte anfallen, einer ähnlichen Umsetzung zugänglich sind.
Gegenstand der Erfindung ist daher die in den vorstehenden Patentansprüchen aufgezeigte weitere
Ausbildung des Verfahrens des Hauptpatents.
Als Ausgangsstoffe für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich wasserst off halt ige Halogenrfiethane
(= Komponente b), wie CH2CI2, CHCI,,
CH2Br2 und CHCI2Br. Für die praktische Durchführung
des Verfahrens der Erfindung ist es vorteilhaft, wenn wenigstens eine der Reaktionskomponenten bei
Raumtemperatur flüssig ist; andernfalls muß bei erniedrigter Temperatur oder bei erhöhtem Druck gearbeitet
werden.
Als Katalysator wird in gleicher Weise wie bei dem Verfahren des Hauptpatents ein Friedel-Crafts-Katalysator,
insbesondere Aluminiumchlorid und/nder Aluminiumbromid. verwendet. Auch bei dem vorlie
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55 genden Verfahren hat sich ein Gemisch aus gleichen
Gewichtsteilen AICI3 und AlBr3 besonders wirkungsvoll
bewährt. Die Menge an zuzusetzendem Katalysator beträgt z. B. 0,1 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen
auf die Gesamteinwaage. Die für jeden Fall optimale Katalysatormenge kann durch einfache Vorversuche
leicht ermitteU werden.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die bei Raumtemperatur am wenigsten
flüchtige Komponente mit der erforderlichen Menge an Katalysator vermischt und zu dieser Mischung die
weitere Reaktionskomponente zugetropft bzw. zugegeben. In besonderen Fällen, vor allem, wenn beide
Reaktionskomponenten bei Raumtemperatur gasförmig sind oder ihr Siedepunkt wenig darüber liegt, kann
es vorteilhaft sein, die Umsetzung in einem inerten Lösungsmittel, beispielsweise Alkanen, durchzuführen.
Dann wird zunächst der Katalysator in dem zu verwendenden Lösungsmittel suspendiert, end anschließend
werden die beiden Reaktionskomponenten gleichzeitig oder nacheinander zugesetzt. In jedem
Fall wird nach Beendigung der Zugabe der Ausgangssubstanzen das Reaktionsgemisch auf die Reaktionstemperatur gebracht und unter lebhafter Durchmischung
mehrere Stunden auf dieser Reaktionstemperatur gehalten. Die Reaktionstemperatur liegt im
Bereich von —10 bis 150° C; vorteilhaft wird eine Temperatur zwischen 20 und 80° C gewählt.
Im allgemeinen werden die Umsetzungen unter Normaldruck durchgeführt. Es kann in einigen Fällen
jedoch auch von Vorteil sein, unter vermindertem oder-vor allem in Verbindung mit höherer Temperatur
— unter erhöhtem Druck zu arbeiten.
Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Reaktionsbedingungen bezüglich Temperatur und Druck so
gewählt werden, daß ein Teil der bei der Reaktion entstehenden Produkte unter diesen Bedingungen
flüchtig ist. Diese können dann aus dem Reaktionsgemisch laufend destillativ entfernt werden, was sich zumeist
günstig auf die Ausbeute an bestimmten anderen Produkten auswirkt.
Neben der vorstehend beschriebenen diskontinuierlichen Arbeitsweise läßt sich das erfindungsgemäße
Verfahren auch kontinuierlich durchführen. Hierbei wird dann, neben den Ausgangssubstanzen, auch der
Katalysator in dem Maße, wie er sich bei der Reaktion verbraucht, in das Reaktionsgemisch eingeführt. Bei
kontinuierlicher Arbeitsweise ist es besonders vorteilhaft, wenn die Endprodukte oder zumindest eins davon
unter Reaktionsbedingungen flüchtig sind bzw. ist, so daß sie über einen Kühler fortlaufend aus dem
Reaktionsgemisch abgezogen werden können.
Zum Unterschied von dem Verfahren des Hauptpatents, bei dem ausschließlich wasserstofffreie HaIogenmethane
miteinander umgesetzt werden, entsteht beim Einsatz von wasserstoffhaltigen Halogenmethanen
eine größere Anzahl verschiedener Endprodukte. Für die wichtigsten technischen Anwendungszwecke,
beispielsweise als Feuerlöschmittel oder als Treibgas bei der Herstellung von Polyurethanschaumstoffen,
die durch die Vervyendung solcher Halogenmethane gleichzeitig selbstverlöschend werden, läßt sich ein erfindungsgemäß
anfallendes Gemisch von Halogenmethanen praktisch ebenso wirkungsvoll verwenden wie eine reine Verbindung. Da zudem die anfallenden
Nebenprodukte immer wieder durch geeignete Kombinationen mit anderen wasserstofffreien oder wasserstoffhaltigen
Halogenmethanen nach den erfin-
dungsgemäßen Verfahren sich gegenseitig umwandeln lassen, entstehen schließlich nur technisch verwertbare
Produkte.
Nachfolgend sei das erfindungsgemäße Verfahren anhand einiger Beispiele näher erläutert:
In ein Reaktionsgefäß, das mit Rührvorrichtung und Destillationsaufsatz versehen ist, werden
173 Gewichtsteile CF3Br2 gegeben, 18,2 Gewichtsteile
einer Mischung aus gleichen Gewichtsteilen AlCI3 und AlBr3 als Katalysator hinzugefügt und dazu
70 Gewichtsteile CH2CI2 getropft (Molverhältnis
1:1). Das Gemisch wird bei Raumtemperatur 44 Stunden lang gerührt. Im Verlauf dieser Zeit wer- is
den über den Destillationsaufsatz, dessen Kolonnenkopf
auf einer Temperatur von 0° C gehalten wird, 28,8 Gewichtsteile CF3Br (12,4 Gewichtsprozent),
13,3 Gewichtsteile CF2Cl2 (5,7 Gewichtsprozent) und
14,3 Gewichtsteile CF2ClBr (6,1 Gewichtsprozent) >o
abgezogen. Der Rückstand wird einer fraktionierten Destillation unterworfen. Dabei werden als Hauptprodukle
46,2 Gewichtsteiie CH2CIBr (19,0 Gewichtsprozent)
und 39,4 Gewichtsteiie CH2Q2 (17,0 Gewichtsprozent) sowie in geringeren Mengen
die Verbindungen CF2Br2, CH2Br2, CCI3Br, CCl2Br2
und CCIBr3 gewonnen. Das während der Umsetzung bei einer Kühlertemperatur von 0° C entweichende
Gemisch von CF3Br1 CF2Cl2 und CF2ClBr stellt ein
hochwirksames und gleichzeitig ungiftiges Feuerlöschmittel dar. Auch das Hauptprodukt CH2ClBr ist
ein bekanntes Feuerlöschmittel.
In das gleiche Reaktionsgefäß wie im Beispiel 1 werden 173 Gewichtsteiie CF2Br2 gegeben, 20,3 Gewichtsteiie
einer Mischung aus gleichen Teilen AlCl3 und AlBr3 als Katalysator hinzugefügt und dazu
98,4 Gewichtsteile CHCI3 getropft (Molverhältnis
1:1). Das Gemisch wird bei Raumtemperatur 24 Stunden lang gerührt. Im Verlauf dieser Zeit werden
über den Destillationsaufsatz, dessen Kolonnenkopf auf einer Temperatur von 0° C gehalten wird,
10.1 Gewichtsteile CF3Br (3,9 Gewichtsprozent),
20.2 Gewichtsteiie CF2CI2 (7,8 Gewichtsprozent) und
10,6 Gewichtsteile CF2ClBr (4,1 Gewichtsprozent)
abgezogen. Der Rückstand wird einer fraktionierten Destillation unterworfen. Dabei werden als Hauptprodukte
53,6 Gewiehtsteile CHCl2Br (20,5 Gewichtsprozent) und 39,5 Gewichtsteile CHClBr2
(15,1 Gewichtsprozent) sowie in geringeren Mengen die Verbindungen CF2Br2, CHCl3, CCl4, CCI3Br,
CCl2Br2, CHBr3 und CClBr3 gewonnen.
Claims (2)
1. Weitere Ausbildung des Verfahrens zur Herstellung von wasserstofffreien HaJogenmethanen s
nach Patent 2126105 mittels Umsetzung von
Fluor enthaltenden wasserstofffreien Halogenmethanen in Gegenwart von Friedel-Crafts-Katalysatoren,
wobei man
a) Fluor enthaltende wasserstofffreie Halogen- m methane, die wenigstens 1 Fluoratom und im
übrigen Chlor- und/oder Bromatome enthalten, mit
b) Tetrachlormethan oder Tetrabrommethan in Gegenwart von Aluminiumchlorid, Alumi- is
niumbromid oder deren Gemischen im Temperaturbereich von — 10 bis +150° C umsetzt,
dadurch gekennzeichnet, daß man statt oder zusätzlich zu Komponente b) ein Halogenmethan 2n
einsetzt, das neben Chlor- bzw. Bromatomen noch 1 bis 3 Wasserstoffatome im Molekül aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man statt oder zusätzlich zu
Komponente b) ein Halogenmethan einsetzt, das neben Chlor- bzw. Bromatomen noch 1 bis
3 Wasserstoffatome und außerdem noch Fluoratome im Molekül aufweist.
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- 1971-07-03 DE DE19712133152 patent/DE2133152C3/de not_active Expired
Also Published As
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