DE2155194C3 - Vorrichtung zum hydraulischen Aufweiten eines metallischen Hohlkörpers - Google Patents
Vorrichtung zum hydraulischen Aufweiten eines metallischen HohlkörpersInfo
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Description
30
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum hydraulischen Aufweiten eines metallischen, an beiden Seiten
offenen, zylindrischen Hohlkörpers mittels eines auf einem inneren, zylindrischen Kern und axial anliegenden
Wangen abgestützten, dehnbaren und mit einer Zuführung für ein flüssiges Druckmittel versehenen
Balges.
Eine derartige Vorrichtung ist bereits aus der US-PS 32 80 608 bekannt. Diese Vorrichtung dient zur
Beseitigung von Exzentrizitäten an metallischen, verhältnismäßig dünnwandigen, längsnahtgeschweißten,
zylindrischen Hohlkörpern durch geringfügiges hydraulisches Aufweiten der Hohlkörper. Die bekannte
Vorrichtung begrenzt die Aufweitung der Hohlkörper durch einen äußeren Formring und ist zur Aufweitung
von dickwandigen Hohlkörpern aus Stählen hoher Festigkeit, insbesondere von geschmiedeten Kappenring-Rohlingen,
ungeeignet, da mit der bekannten Vorrichtung nur ein geringer Aufweitungsgrad erreicht
werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der zylindrische Hohlkörper
aus Stählen hoher Festigkeit, insbesondere geschmiedete Kappenring-Rohlinge, auf einfache Weise
hydraulisch aufgeweitet werden können, wobei größere Aufweitungsgrade erzielt werden sollen.
Die zur Sicherung von Induktorwellen dienenden Kappenringe sind, da sie die durch die hohen
Umdrehungszahlen großer Massen bedingten Fliehkräfte aufnehmen müssen, die mechanisch am höchsten
beanspruchten Teile von elektrischen Generatoren. Bedingt durch das Betriebsverhalten der Generatoren i->5
ist die auf den Kappenring einwirkende Beanspruchung vorwiegend statisch. Man verwendet daher zu ihrer
Herstellung Stahl mit hoher Streckgrenze. Der Werkstoff, aus dem der geschmiedete Kappenring besteht,
darf aber nicht magnetisierbar sein, damit der Feldlinienverlauf durch den Kappenring nicht beeinflußt
wird. Wirtschaftlich werden diese Forderungen nur von austenitischen Stählen erfüllt. Jedoch scheiden die
gebräuchlichen 18-8-CrNi-Stähle aus, weil sie bei der
zur Erreichung der hohen Streckgrenze notwendigen Kaltumformung magnetisierbar werden und dadurch
den Wirkungsgrad des Generators negativ beeinflussen. Die überwiegend verwendeten hochlegierten Manganstähle
haben zwar den Vorteil der Nichlmagnetisierbarkeit, lassen sich aber nur sehr schwer bearbeiten. Die
heutigen Anforderungen an die Mindeststreckgrenze des Werkstoffs für Kappenringe sind bei gleichzeitig
guten elastischen Eigenschaften nur noch dann zu erreichen, wenn bei der Herstellung der Kappenringe
ein Teil der Umformarbeit bei niedrigen Temperaturen durchgeführt wird. Für eine nach der Warmformgebung
(Schmieden) stattfindenden Kaltumformung des Kappenring-Rohlings bietet sich neben dem Dornschmiedeverfahren,
dem Aufweiten mit Sonderwerkzeugen und dem explosiven Aufweiten auch das hydraulische
Aufweiten an.
Das hydraulische Aufweiten erfolgt in der Weise, daß in das Innere des zylindrischen Hohlkörpers, insbesondere
des geschmiedeten Kappenring-Rohlings, ein dehnbarer Balg eingebracht wird, der mit Mitteln zum
Zuführen des hydraulischen Druckmittels versehen ist und der derart durch das Druckmittel beaufschlagt wird,
daß an der Innenwand des Hohlkörpers die zum Aufweiten erforderliche radiale Kraft entsteht. Das
Aufweiten kann auch in mehreren Einzelschritten vorgenommen werden.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zur Aufweitung von zylindrischen
Hohlkörpern aus Stählen hoher Festigkeit, insbesondere von zur Sicherung der Wickelköpfe von Induktorwellen
verwendbaren Kappenringen, eine den Balg axial abstützenden Wange mit dem zylindrischen Kern
einstückig ausgeführt und die andere Wange als gegenüber der erstgenannten Wange verspannbare und
lösbare Druckplatte ausgebildet ist. In vorteilhafter
Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Balg an beiden Seiten seiner Oberkante und an seiner
unteren Außenkante mit ringförmigen Bewehrungen versehen ist und daß zur stufenweisen Aufweitung der
Hohlkörper zylindrische Beilagenringe zwischen Kern und Balg einlegbar sind, deren Wanddicke der
Aufweitung entspricht, die mit einem Aufweiteschritt erreicht wird.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung können zylindrische Hohlkörper aus Stählen hoher Festigkeit
auf einfache Weise aufgeweitet werden, denn es lassen sich Aufweitegrade von bis zu 50% erreichen, was
insbesondere bei der Herstellung von Kappenringen vorteilhaft ist. Mit der Vorrichtung können Hohlkörper
von unterschiedlichem Durchmesser so aufgeweitet werden, daß Hohlkörper mit unterschiedlichen Endabmessungen
entstehen.
Die Zeichnung zeigt als Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes eine Vorrichtung zum hydraulischen
Aufweiten eines Kappenringes, und zwar zeigt
F:ig. I das Aufweiten eines Kappenringes mit Hilfe
eines dehnbaren Ringbalges in der Ausgangsstellung und
F i g. 2 in der Endstellung.
Die zum hydraulischen Aufweiten des Kappenringes I dienende Vorrichtung besteht aus einem als Wange
ausgebildeten Unterteil 2 mit einem zylindrischen Kern 3, um den der Ring 1 in seiner Ausgangsform gelegt
wird. Dabei besitzen der Ring 1 und der zylindrische Kern 3 unterschiedliche Durchmesser d% und <£. In den
Zwischenraum zwischen dem Ring 1 und dem zylindrischen Kern 3 wird ein dehnbarer Balg 4
eingebracht, der über einen Kanal 5 an ein nicht dargestelltes Hydrauliksystem angeschlossen wird. Als
Überteil der Vorrichtung dient eine als Druckplatte ausgebildete Wange 6, die nach dem Einbringen des
Balges 4 in den Zwischenraum auf den Balg 4 aufgelegt und mittels einer nicht dargestellten Spannvorrichtung
mit dem zylindrischen Kern 3 fest verspannt wird.
Der Balg 4 ist an seiner Oberkante und an seiner unteren Außenkante mit ringförmigen Bewehrungen 7,
8, 9 versehen, durch die verhindert wird, daß beim Aufweiten des Ringes 1 durch den im Balg 4
entstehenden hohen Druck, der in der Größenordnung von 1000 bis 2000 kp/cm2 liegen kann, der Bah* 4 in den
Spalt zwischen Ring 1 und Unterteil 2 bzw. Platte 6 gepreßt und zerstört wird. Diese Bewehrungen 7, 8, 9
sollen aus einem Werkstoff bestehen, dessen Umformwiderstand erheblich geringer ist als der Umformwiderstand
des aufzuweitenden Ringes 1 selbst. Vorzugsweise können die Bewehrungen aus Leichtmetall, wie
Aluminium u. dgl, bestehen.
Um eine stärkere Durchbiegung der Druckplatte 6 zu vermeiden, soll der Durchmesserunterschied zwischen
Kappenring 1 und dem zylindrischen Kern 3 nicht größer als etwa 20 mm sein. Wenn sich dieser
Unterschied auf 40 bis 50 mm vergrößert hat, wird der Aufweitvorgang zweckmäßig unterbrochen, wozu die
Hydraulikanlage vollständig entlastet wird. Danach wird die Druckplatte 6 vom zylindrischen Kern 3 gelöst
und der Ringbalg 4 herausgenommen, und es werden um den zylindrischen Kern 3 Ringe 10, 11, 12 gelegt, und
zwar in einer solchen Anzahl und mit einer solchen Dicke, daß zwischen dem aufzuweitenden Kappenring 1
und dem äußersten Ring 12 wiederum ein Ringspalt von etwa !0 bis 20 mm entsteht. Nach Einbringen des
dehnbaren Balges 4 in den Ringraum zwischen Ring 12 und Kappenring 1 und erneutem Anschluß an die
Hydraulikanlage kann danach das Aufweiten fortgesetzt werden. Die Anzahl der Schritte, die erforderlich
sind, um den Kappenring 1 auf die gewünschten Abmessungen zu bringen, hängt demnach von diesen
Abmessungen ab.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Vorrichtung zum hydraulischen Aufweiten eines metallischen, an beiden Seiten offenen, zylindrischen
Hohlkörpers mittels eines auf .einem inneren, zylindrischen Kern und axial anliegenden Wangen
abgestützten, dehnbaren und mit einer Zuführung für ein flüssiges Druckmittel versehenen Balges,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufwei- ίο
tung von zylindrischen Hohlkörpern aus Stählen hoher Festigkeit, insbesondere von zur Sicherung
der Wickelköpfe von Induktorwellen verwendbaren Kappenringen, eine den Balg (4) axial abstützende
Wange (2) mit dem zylindrischen Kern (3) einstückig ι s
ausgeführt und die andere Wange als gegenüber der Wange (2) verspannbare und lösbare Druckplatte (6)
ausgebildet ist'.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Balg (4) an beiden Seiten seiner
Oberkante und an seiner unteren Außenkante mit ringförmigen Bewehrungen (7,8,9) versehen ist
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur stufenweisen Aufweitung der
Hohlkörper (1) zylindrische Beilagerringe (10, 11, 12) zwischen Kern (3) und Balg (4) einlegbar sind,
deren Wanddicke der Aufweitung entspricht, die mit einem Aufweiteschritt erreicht wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712155194 DE2155194C3 (de) | 1971-11-06 | 1971-11-06 | Vorrichtung zum hydraulischen Aufweiten eines metallischen Hohlkörpers |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19712155194 DE2155194C3 (de) | 1971-11-06 | 1971-11-06 | Vorrichtung zum hydraulischen Aufweiten eines metallischen Hohlkörpers |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2155194A1 DE2155194A1 (de) | 1973-05-10 |
| DE2155194B2 DE2155194B2 (de) | 1978-03-23 |
| DE2155194C3 true DE2155194C3 (de) | 1978-11-09 |
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ID=5824373
Family Applications (1)
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| DE19712155194 Expired DE2155194C3 (de) | 1971-11-06 | 1971-11-06 | Vorrichtung zum hydraulischen Aufweiten eines metallischen Hohlkörpers |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE2155194C3 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4407908A1 (de) * | 1994-03-09 | 1995-09-14 | Ver Schmiedewerke Gmbh | Verfahren zum Umformen metallischer Körper mittels über ein druckübertragendes Medium aufgebrachter hoher Drücke, Anwendung des Verfahrens und Vorrichtung dazu |
Families Citing this family (1)
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| CH625273A5 (de) * | 1978-01-25 | 1981-09-15 | Bbc Brown Boveri & Cie |
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1971
- 1971-11-06 DE DE19712155194 patent/DE2155194C3/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4407908A1 (de) * | 1994-03-09 | 1995-09-14 | Ver Schmiedewerke Gmbh | Verfahren zum Umformen metallischer Körper mittels über ein druckübertragendes Medium aufgebrachter hoher Drücke, Anwendung des Verfahrens und Vorrichtung dazu |
| EP0673694A1 (de) * | 1994-03-09 | 1995-09-27 | Vereinigte Schmiedewerke Gmbh | Verfahren zum Umformen metallischer Körper mittels über ein druckübertragendes Medium aufgebrachter hoher Drücke, Anwendung des Verfahrens und Vorrichtung dazu |
| DE4407908C2 (de) * | 1994-03-09 | 1998-04-23 | Ver Schmiedewerke Gmbh | Verfahren zum Umformen metallischer Körper mittels über ein druckübertragendes Medium aufgebrachter hoher Drücke und Vorrichtung dazu |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE2155194A1 (de) | 1973-05-10 |
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