DE218747C - - Google Patents
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Description
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| ι J | |
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 218747 .-KLASSE 53 c. GRUPPE
JOHANN SABELiN KEHRIG b. MAYEN, Rhld.
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schinken.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 6. August 1908 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von
Schinken, welches sich dadurch auszeichnet, daß der Schinken von seiner Loslösung aus
dem Großfleische an auf seinem ganzen Werdegange bis zum Verbrauch, d. h. auf den einzelnen
Stufen seiner Herstellung und Reife, von einer Schutzvorrichtung (Mantel) umgeben
ist, welche in allen diesen Phasen den Schinken schädigenden Einwirkungen den Zutritt
verwehrt, dagegen allen fördernden Einflüssen den Zutritt gestattet.
Die Fig. i, 2 und 3 stellen Ausführungsformen der zur Durchführung dieses Verfah-
ig rens angewandten Vorrichtung dar, welche ein
in bekannter Weise zum öffnen und Verschließeneingerichtetes
(auf- und zuklappbares) Gehäuse in der Form des Schinkens ist, das aus passend starkem Drahtgestell und Wänden
aus feiner Drahtgaze oder in gleicher Weise wirkendem Stoffe besteht.
Aus der amerikanischen Patentschrift 567938 ist bereits ein Schinkenmantel in der Form
des Schinkens bekannt. Derselbe besteht aber aus zwei dichten Blechwänden und hat lediglich
den Zweck, den fertigen Schinken beim Transport als seetüchtige Verpackung zu umhüllen
; eine etwaige anderweitige Verwendung ist in der Patentschrift nicht angedeutet, auch
würde z. B. ein Räuchern des Schinkens in dieser Blechform ausgeschlossen sein, da sie
nach der Patentschrift für Luft, Rauch u. dgl. ganz undurchlässig sein soll. Eine Art Schinkenmantel,
in welchen der Schinken nach erfolgtem Einsalzen gesteckt werden soll, gibt ferner die amerikanische Patentschrift 194693
an, nach deren Verfahren zunächst der Knochen aus dem gesalzenen Schinken vollständig entfernt,
durch ein Stück gesalzenen Fleisches ersetzt und der so behandelte Schinken dann
in eine Blase gestopft und darin geräuchert und gekocht wird.
Ein Schutz gegen schädigende Einwirkungen, wie z. B. durch Springmaden, Ungeziefer,
Mäuse u. dgl. ist durch einen solchen Mantel (Blase), der den Schinken lediglich zu einer
Art Wurst macht, nicht gegeben, und fördernden Einflüssen bietet er auch nicht die richtige
Zutrittsmöglichkeit. Als weiteres Schutzmittel ist vorgeschlagen worden, den Schinken
während des Räucherns mit Papier umhüllt zu halten; jedoch auch dieses Hilfsmittel ist
als Vorsichtsmaßregel sehr dürftig und fördernden Einflüssen andererseits nicht wenig hinderlich.
In allen Fällen ist aber bisher versäumt
worden, den Schinken gerade dann zu schützen, wo er besonders von den eierlegenden Maden
oder Fliegen bedroht ist, nämlich in der Zeit. zwischen Ausschnitt und Einsalzen.
Allem demgegenüber bietet das Verfahren zur Herstellung von Schinken nach der vorliegenden
Erfindung ganz wesentliche Vorteile.
Ist der Schinken ausgeschnitten, so wird er sofort in den Mantel gesteckt, dessen Wände
aus feiner Drahtgaze ihn bis zum Einsalzen gegen die Springmaden, Fliegen u. dgl. schützen,
die ihn in dieser Phase besonders bedrohen und die Ursache massenhaften Verderbens von ;
Schinken sind. Kommt der Schinken wieder aus der Salzlake heraus, so kann er, wieder
in den Mantel gesteckt, frei in die Luft ge-
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hängt werden, in welcher Lage er am allerbesten trocknet; Im Rauchhaus ist dann der
Schinken durch den Mantel gegen alles Ungeziefer (Insekten, Mäuse usw,) geschützt und
räuchert schön infolge des vorherigen guten Abtrocknens. Aus dem Rauchhaus genommen
und an seinen Platz gehängt, ist der Schinken durch seinen Mantel einerseits gegen alle
schädlichen Einwirkungen geschützt und gewinnt andererseits dadurch, daß ihm durch
die Drahtwandung fortwährend auf allen Seiten frische Luft zugeführt wird, noch weiter
an Güte und Wohlgeschmack.
Man kennt zwar schon Schränke zur Aufbewahrung von Lebensmitteln, welche teilweise
Wände aus Drahtgaze besitzen. Diese würden bei ihrer Verwendung zur Aufbewahrung
von Schinken aber nicht den Zweck erfüllen, den das Verfahren nach vorliegender
ao Erfindung anstrebt und erreicht, da bei diesem jeder einzelne Schinken vom Momente seines
Entstehens an bis zur Reife bzw. bis zum Verbrauch die übliche Behandlung unter Anwendung
des die Schinkenform selbst besitzenden Drahtgehäuses (Mantel) durchmacht. Je größer der Herstellungsbetrieb bzw. je größer
die Menge der in einem Betriebe herzustellenden Schinken ist, um so größer sind auch die
wirtschaftlichen wie technischen Vorteile, die das einfache Verfahren nach vorliegender Erfindung
gewährt.
Das in der. Form des Schinkens gestaltete
Gehäuse (Mantel) ist innen mit einem Haken ausgerüstet, in den der Schinken mit einer
durchs Bein gezogenen Schnur eingehängt wird. Das Gehäuse besitzt ferner noch einen
äußeren Haken, mittels dessen der Mantel selbst aufhängbar ist. Das obere Ende des
inneren Hakens ist zweckmäßig in dem unteren Ende des oberen Hakens drehbar angeordnet.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Schinken, dadurch gekennzeichnet, daß der einzelne
Schinken von seinem Ausschnitt aus dem Fleische an auf den verschiedenen Stufen seiner Herstellung von einem der
Form des Schinkens entsprechenden, aus feiner Drahtgase o. dgl. bestehenden Mantel
umgeben ist, zum Zweck, den Schinken auf seinem Werdegange allen fördernden
Einflüssen, wie Rauch und Luft, unbehindert zugänglich, allen schädigenden Einwirkungen
aber, wie Maden, Insekten u. dgl., unzugänglich zu machen.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch τ, dadurch gekennzeichnet,
daß der in bekannter Weise zum öffnen und Schließen eingerichtete und
mit einem äußeren Haken zum Aufhängen versehene Mantel aus Drahtgaze sich in einem der Form der Schinken entsprechenden
Drahtgestell befindet und einen inneren Haken zum Einhängen des Schinkens
besitzt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE218747C true DE218747C (de) |
Family
ID=479941
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT218747D Active DE218747C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE218747C (de) |
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