DE2200548C3 - Vorrichtung zum Räumen von abgesetzten Feststoffen oder von der schwersten Phase in Mehrphasen-Gemischen in Absetzbecken o.dgl - Google Patents
Vorrichtung zum Räumen von abgesetzten Feststoffen oder von der schwersten Phase in Mehrphasen-Gemischen in Absetzbecken o.dglInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Räumen von abgesetzten Feststoffen oder von der schwersten
Phase in Mehrphasen-Gemischen in Absetzbecken od. dgl. mit annähernd flacher Sohle.
Räumvorrichtungen werden in Absetzanlagen oder Trennvorrichtungen benutzt, um die abgesetzten
Feststoffe odei die schweren Phasen in der gewünschten Richtung entlang der Beckensohle zu bewegen.
Hierbei ist es üblich, die Räumschilde so hoch auszubilden, daß sie mit Sicherheit die abgesetzten
Feststoffe oder die schwerste Phase erfassen. Da jedoch während des Betriebes einer Trennvorrichtung entweder
keine genaue Grenzschicht zwischen den Feststoffen und der Trübe oder zwischen den einzelnen Phasen
vorhanden ist, werden die Räumschilde meist überdimensioniert. Man nimmt hierbei bewußt in Kauf, daß
durch die Räumvorrichtung ein gewisses Volumen des nicht zu fördern gewünschten Stoffes mitgenommen
wird und möglicherweise unter gewissen hydraulischen Umständen durch das herausragende Räumschild die
Hauptströmung störend beeinflußt wird. Bei diesem Räumprinzip geht man von dem Gedanken aus, daß das
zu räumende Medium körperlich von der Räumvorrichtung erfaßt werden muß.
Diese Räumvorrichtungen sind vor allem in der Klär- und Trenntechnik in den unterschiedlichsten Varianten
np.ch dem genannten Prinzip ausgeführt worden. Besonders hat man auch schon berücksichtigt, daß in der
Abscheidevorrichtung an verschiedenen Orten verschiedene Mengen der abgeschiedenen Stoffe anfallen
und hat dieser Erkenntnis durch verschieden hohe Räumvorrichtungen entsprochen. So ist beispielsweise
eine Räumvorrichtung für runde Absetzbecken von Kläranlagen bekannt, bei denen die Höhe der
Räumschilde von außen nach innen zunimmt. Die oben erwähnten Nachteile sind jedoch auch in diesem Fall
grundsätzlich vorhanden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Räumvorrichtung der eingangs genannten Art so
auszubilden, daß sie möglichst keinen störenden Einfluß auf die darüberstehende oder strömende Flüssigkeit
oder Phase ausübt.
Erfindungsgemäß wird daher vorgeschlagen, daß die Räumvorrichtung in ihrer Höhe klein gegenüber der
Höhe der abgesetzten Feststoffe oder der schwersten Phase in Form eines Stabes, Messers od. dgl. ausgebildet
ist und bei Bewegung über der Beckensohle in der Hauptsache nicht die abgesetzten Feststoffe oder die
schwerste Phase vor sich herschiebt, sondern lediglich deren Wandreibung aufhebt
Es sollen folglich die bekannten Räumschilde ersetzt werden durch eine Räumvorrichtung von geringster
Höhe, die in der Hauptsache nicht körperlich auf das zu fördernde Medium eingreift
Besonders geeignet ist diese Vorrichtung in den
ίο Fällen, in welchen durch die Gestaltung der Abseilvorrichtung
oder durch die vorhandenen Hauptströmungen ein Druckgradient in Richtung des gewünschten
Stofftransportes vorhanden ist, aber sein Einfluß durch die Wandreibung aufgehoben ist Solche Verhältnisse
liegen beispielsweise in tangential angeströmten Absetzbecken mit kreisförmigem Grundriß und mit
zentrisch angeordnetem Feststoff-Sammelraum vor. Bei flacher oder annähernd flacher Sohle hat die natürliche,
in Sohlennähe spiralförmig nach innen gerichtete Strömung keine ausreichende Schleppkraft, um die
abgesetzten Feststoffe mitzunehmen. Durch einen niedrigen Körper, welcher beispielsweise von einem
umlaufenden Räumwerk über der Sohle bewegt wird und weicher im Idealfall als dünnes Messer vorzustellen
ist, kann die Wandreibung aufgehoben werden, so daß durch die Schleppkraft der Strömung ein Feststofftransport
erreicht wird. Da dieser Körper jedoch eine endliche Ausdehnung nach oben hat, wird er vorteilhaft
und wie in der Räumtechnik an sirh bekannt, gegenüber seiner Bewegungsrichtung unter einem Winkel angestellt,
so daß durch die Stirnfläche des Körpers auf die Feststoffe auch ein seitlicher Räumeffekt ausgeübt wird.
Bei radial oder diametral durchströmten runden Absetzbecken sowie bei rechteckigen Becken ist die
Hauptströmung auf dem ganzen oder halben Weg entgegengesetzt der Richtung des Feststolftransports.
Die Räumwerke arbeiten also gegen die Hauptströmung. Zur Erleichterung des Feststofftransports wird
die Sohle meist flach geneigt ausgebildet, so daß der Feststofftransport durch das Abgleiten längs der
flachgeneigten Sohle erleichtert wird.
Der beschriebene Räumeffekt, welcher durch die Aufhebung der Wandreibung erreicht wird, wird durch
eine spezifische Eigenschaft solcher Phasen unterstützt.
Es wird häufig beobachtet, daß durch Störkörper, welche relativ zur Flüssigkeit bewegt werden, dünne
Schichten in der Flüssigkeit oder Phasen abgeschält und in der Bewegungsrichtung transportiert werden. Dabei
erstrecken sich solche Schichten sehr weit vor den Körper, ohne durch Turbulenzen an der Phasengrenzfläche
zerstört zu werden.
Die durch die Erfindung vorgeschlagene Vorrichtung ist besonders hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die
darüberstehende Phase vorteilhaft. Die Vorrichtung ragt nie störend in diese obere Phase hinein, auch nicht
bei unterschiedlichster Belastung der Anlage. Dieser Vorteil ist besonders dann wichtig, wenn die herkömmliche
Räumkonstruktion im Vergleich zur gesamten Flüssigkeitstiefe groß ist, wie dies z. B. bei den
genannten tangential angeströmten Rundbecken mit flacher Sohle, sogenannte Flachsandfänge und dergleichen,
der Fall ist. Durch die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung wird auch bei niedrigstem Flüssigkeitsstand
die Hauptströmung nicht gestört.
b5 Die Vorrichtung nach der Erfindung kann in einfachster Weise an einem Krählwerk oberhalb der
Flüssigkeitsoberfläche angehängt und nachgeschleppt werden, so daß die Tragkonstruktion des Räumwerkes
außerhalb der Strömung liegt Diese Maßnahme bewirkt einen besonders wünschenswerten Vorteil. Bei
den bisher bekannten Räumvorrichtungen war man nämlich von der Übertragbarkeit der Verhältnisse z. B.
von Eindicker-Konstruktion mit Krählwerken auf die bereits erwähnten Flachsandfänge ausgegangen, ohne
den störenden Einfluß des Krählwerks auf die Wirkung des Flachsandfangs zu berücksichtigen. Dieser Flachsandfang
arbeitet nur bei ungestörter Kreisströmung einwandfrei. Es sind beispielsweise Flachsandfänge
bekannt, die allein wegen der strömungsstörenden Wirkung des Krählwerks doppelt so groß wie
theoretisch erforderlich ausgelegt werden. Diese Auslegung gewährleistet, daß die Strömung hinter dem
Krählwerk eine gewisse Beruhigung erfährt, so daß der
Abscheidevorgang wieder erreicht wird. Allerdings wird die Strömung bereits beim nächsten Durchgang
des Ki-ählwerks wieder gestört, d. h. die Störung ist in
schädlicher Weise sogar periodisch und das gewünschte kontinuierliche Abscheiden nach eindeutigen Auslegungsdaten
kann überhaupt nicht auftreten. Durch die Vorrichtung nach der Erfindung findet durch die
Elemente, weiche die Räumung bewirken, keine Störung der natürlichen Strömung statt. Deshalb können
beispielsweise die genannten Flachsandfänge hydraulisch und verfahrenstechnisch angenähert so ausgelegt
werden, als wäre gar kein Räumwerk vorhanden.
In vielen Fällen wird es vorteilhaft sein, die Räumung durch die sinnvolle Ausnutzung der beiden genannten
Effekte zu erreichen, nämlich die Aufhebung der Wandreibung durch einen sehr niedrigen Körper und
die Bildung einer in sich druckstabilen Schicht von Feststoffen oder schwererer Phase.
Die theoretisch ausreichende Höhe der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann in der Praxis vielfach nicht
eingehalten werden, weil die Vorrichtung nach der Festigkeitslehre für die Übertragung der Räumkräfte
geeignet sein muß. In diesen Fällen wird also die Vorrichtung geringfügig höher sein als nach der
Erfindungslehre benötigt Die in der Praxis benutzten Höhen liegen jedoch weit unterhalb der bei z. B.
Räumschilden üblichen Abmessungen und ermöglichen immer noch den Effekt nach dem Erfindungsgedanken.
Tatsächlich würde auch von einem geringfügig höheren Element als theoretisch möglich die gewünschte
Auswirkung erreicht werden, solange nur die Höhe insgesamt klein bleibt gegenüber der Höhe der
abgesetzten Feststoffe oder der schwersten Phase. Für die großtechnischen Anlagen ergeben sich ausreichende
Festigkeiten der Vorrichtung bei einer Höhe im Bereich von 1 — 10 cm vorzugsweise jedoch von 3—8 cm. In
diesem Bereich sind handelsüblich Voll- und Hohlprofile erhältlich und aus Festigkeitsgründen ausreichend.
Durch die vorgeschlagene Vorrichtung kann erreicht werden, daß auch höhere Schichten des Fördermediums
gefördert werden, obwohl nur auf die in Sohlennähe liegende sehr dünne Schicht direkt eingewirkt wird. Das
darüber liegende Fördermedium ruht relativ zu der bewegten untersten Schicht und wird durch sie selbst
gefördert. Diese Wirkung kann durch mehrere, hintereinander angeordnete, gleichartige Vorrichtungen verstärkt
wenden. So kann zum Beispiel in dem genannten tangential angeströmten Rundbecken mit flacher Sohle
die Vorrichtung in an sich bekannter Weise jalousieartig angeordnet werden. Der Überdeckungsgrad kann ohne
besonderen Aufwand den Wert 2 erreichen. Bei rechteckigen Absetzbecken mit an Zugmitteln umlaufenden
Schilden können die Schilde ebenfalls durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Ausführungsform ersetzt
werden. In diesem Fall ergibt sich ein besonders einheitlicher Transport einer dünnsten Schicht des
Fördermediums entlang der Beckensohle, auf welcher und durch welchen das darüberliegende Fördermedium
mitgenommen wird. Die nach der augenblicklichen Belastung vorhandene Grenzfläche oder die einer
Grenzfläche entsprechende Mischzone bleibt in ihrer Art erhalten und völlig unbeeinflußt.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Räumen von abgesetzten Feststoffen oder von der schwersten Phase in
Mehrphasen-Gemischen in Absetzbecken od. dgl. mit annähernd flacher Sohle, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung in ihrer Höhe klein gegenüber der Höhe der abgesetzten Feststoffe
oder der schwersten Phase in Form eines Stabes, Messers od. dgl. ausgebildet ist und bei Bewegung
über der Beckensohle in der Hauptsache nicht die abgesetzten Feststoffe oder die schwerste Phase vor
sich herschiebt, sondern lediglich deren Wandreibung aufhebt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ihre Höhe 1 bis 10 cm beträgt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ihre Höhe 3 bis 8 cm beträgt
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19722200548 DE2200548C3 (de) | 1972-01-07 | 1972-01-07 | Vorrichtung zum Räumen von abgesetzten Feststoffen oder von der schwersten Phase in Mehrphasen-Gemischen in Absetzbecken o.dgl |
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| DE19722200548 DE2200548C3 (de) | 1972-01-07 | 1972-01-07 | Vorrichtung zum Räumen von abgesetzten Feststoffen oder von der schwersten Phase in Mehrphasen-Gemischen in Absetzbecken o.dgl |
Publications (3)
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| DE2200548A1 DE2200548A1 (de) | 1973-07-19 |
| DE2200548B2 DE2200548B2 (de) | 1980-03-06 |
| DE2200548C3 true DE2200548C3 (de) | 1980-11-13 |
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1972
- 1972-01-07 DE DE19722200548 patent/DE2200548C3/de not_active Expired
Also Published As
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| DE2200548B2 (de) | 1980-03-06 |
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