-
Vorrichtung zum Trenneii zweier sich unter einem Winkel schneidender,
ebener Flächen Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Trennen zweier, sich
unter einem Winkel schneidender, ebener Flächen entlang ihrer Schnittlinie unter
Verwendung eines motorisch angetriebenen, mit einer Führung versehenen Trennwerkzeuges.
-
In Neubauten ist es in Räumen mit frisch verputzten oder vergipsten
Wänden erforderlich, an derjenigen Kante, an der die Wande mit der Decke des Raumes
zusammenstossen, eiflen Trennschnitt von beispi.elsweise einigen Zentimetern Tiefe
anzubringen, um zu vermeiclen, dass sich in der Wand im Laufe der Zeit auftretende
Spannun(jsrisse in die Decke hinein fortsetzen und umgekehrt. Man hat diesel Trennschnitt
bisher
mit hilfe eines kurzen Stückes eines Sägeblattes, z. 13.
eincr Metallsäge, vorgenommen, wobei das eine Ende des Sägeblattes mit einem Tuch
umwickelt und anschliessend ähnlich wie ein Messer unter llin- und Herbewegung entlang
der Schnittkante zwischen Wand und Decke geführt wurde, um so die gewünschte Unterbrechung
zu erzeugen. Es leuchtet ein, dass dies ein umständliches und ungenaues Verfahren
ist, das in der Regel auch keine geradlinigen Trennschnitte liefern kann.
-
Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, eine motorisch angetriebene,
von ligand geführte Vorrichtung vorzuschlagen, mit deren Ililfe in einfacher Weise
ein genauer Trennschnitt zwischen zwei sich unter einem Winkel schneidenden, ebenen
Flächen, insbesondere einer Zimmerwand und einer Zinimerdecke, erzielbar ist.
-
Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass an einem motorisch
angetriebenen Trennwerkzeug die Führung aus zwei Gliedern besteht, die während des
Trennvorgangs an jeweils einer Fläche so abgestützt sind, dass das Trennwerkzeug
im Bereich der Schnittlinie gehalten ist.
-
Die Führung kann erfindungsgemäss als gleitende Fläche4 als Kufe,
als Rad und/oder Walze ausgebildet sein. Günstig ist es, wenn die Führungsglieder
in ihrer Winkelstellung relativ zum Werkzeug verstellbar sind. Als Trennwerkzeug
eignerl sich Stichsägeblätter, Kreissägeblätter, Fr.isstiftet Messerblcitter oder
dergl. Von besonderem Vorteil ist es, wenigstens oi Führungsglied als Rad auszubilden,
dass im Winkelraum der anei nandersnssn<ien Flächen entlang deren Schnittlinie
wie
von einer Schiene geführt ist, wobei das Profil der Radlauffläche
vorteilhafterweise an den Querschnitt des Winkel raums angepasst ist.
-
Die nachstehende Beschreibung bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigen:
Fig 1 eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung;
Fig. 2 eine Vorderansicht der Vorrichtung aus Fig. 1; Fig. 3 die Vorrichtung aus
Fig. 2 mit verstellten Führungsgliedern; Fig. 4 eine zweite Ausführungsform der
Erfindung; Fig. 5 eine dritte Ausführungsform der Erfindung; Fig. 6 eine vierte
Ausführungsform der Erfindung und Fig. 7 die Ausführungsform aus Fig. 6 in anderer
Stellung.
-
Sämtliche Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrichtung weisen
ein motorisch angetriebenes, mit einer Führung versehenes Trennwerkzeug auf. Bei
der in Fig. 1 - 3 dargestellte; Ausführungsform ist als Trennwerkzeug ein verhältnismässig
kurzes Stichsägeblatt 1 in einer Führung 2 befestigt, die in an sich bekannter und
deshalb nicht näher dargestellter Weise auf- und abbeweglich gelagert ist und unter
Zwischenschaltung eines Getriebes von einem über ein Kabel 3 mit einer Srannungsquelle
verbundenen Motor hin- und hergehend angetrieben ist.
-
Das Getriebe und der Motor sind von einem Gehäuse 4 umschlossen und
deshalb in der Zeichnung nicht sichtbar.
-
Am vorderen Ende des Gehäuses 4 erstreckt sich eine Nase 5 nach unten,
in welcher ein Gelenkbolzen 6 gelagert ist. Zwei im rechten Winkel zueinander angeordnete
mit Durchbrechungen 9 versehene Führungsflächen 7 und 8 sind durch ein Gestänge
11 mit daran angeordnetem Handgriff 12 und durch eine Lagerbuchse 13 in bestimmter
Winkelstellung starr miteinander verbunden. Die Buchse 13 ist drehbar auf den Gelenkbolzen
aufgesteckt und mit einem Sprengring 14 oder dergl. gehalten.
-
An ihrer dem Stichsägeblatt 1 zugekehrten Kante sind die beiden Führungsbleche
7 und 8 durch ein bogenförmiges Verbindungsstück 15 verbunden, das einen kreisförmig
gebogenen Schlitz aufweist. Der Mittelpunkt des gebogenen Führungsstückes 15 und
des Schlitzes 16 liegen auf der Achse des Gelenkbolzen 6. Der Schlitz 16 wird von
einer Schraube 17 durchdrungen, die in die Nase 5 der Vorrichtung eingeschraubt
ist. Durch Festziehen der Schraube 17 können die starr miteinander verbundenen Führungsbleche
7 und 8 in ihrer Lage relativ zum Stichsägeblatt 1 festgestellt werden, wobei wegen
des Schlitzes 16 diese Stellung (vergl. Fig. 3) veränderbar ist, indem man die gesamte
aus den Blechen 7 und 8 gebildete Führung nach Lösen der Schraube 17 entsprechend
verschwenkt und die Schraube 17 wieder fest anzieht.
-
Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung wird in folgender Weise gearbeitet:
Man legt z. B. das eine Führungsblech 7 an die Decke eines Zimmers und das Führungsblech
8 an die an diese Decke anstossende Wand an, so dass sich die Spitze des SägeblattesF
genau in der Schnittlinie von Wand und Decke befindet. Dabei. wird die Vorrichtung
am Griff 12 und/oder
am Gehäuse 4 mit einer oder beiden Händen gehalten.
Alsdann wird durch Betätigung eines nicht dargestellten Schalters der Motor der
Vorrichtung in Umlauf versetzt, so dass sich das Stichsägeblatt 1 auf und ab bewegt
ud in die Schnittkante zwischen Wand und Decke einsticht. Alsdann bewegt man die
Vorrichtung entlang der Schnittlinie zwischen Wand und Decke derart, dass die Stichsäge
1 in dieser Schnittlinie einen Trennschnitt ausführt, wobei die Führungsbleche 7
und 8 stets in Anlage an Decke bzw. Wand gehalten werden und so die Ausführung eines
sauberen Schnittes erlauben.
-
Anstelle des Stichsägeblattes 1 kann man auch ein Messerblatt verwenden.
Günstig ist es, wenn, wie in Fig. 1 dargestellt, die Stichsäge 1 zur Achse der Vorrichtung
leicht schräg steht, weil dadurch gewährleistet ist, dass man den Trennschnitt von
der einen Ecke des betreffenden, frisch verputzten Raumes bis zur nächsten Ecke
durchziehen kann, ohne dass dabei vor Erreichen der Ecke das Gehäuse 4 der Vorrichtung
oder die Führungsbleche 7, 8 an der benachbarten Wand anstossen.
-
Die Führungsbleche 7 und 8 können auch als Gleitkufen mit 2. B. leicht
gewölbten Gleitflächen ausgebildet werden. Die Bleche 7 und 8 sind bei der in Fig.
1 bis 3 dargestellten Ausführungsform starr mit-einander verbunden. Sie können erfindungsgemäss
jedoch auch relativ zueinander verstellbar sein, so dass sich ein Trennschnitt auch
zwischen Flächen anbringen lässt, die unter einem von 900 verschiedenen Winkel aneinatiderstossen.
Dies gilt im übrigen auch für die Führungsglieder an den später noch zu beschreibenden,
weiteren AusführuIlgsformen der Erfindung.
-
In Fig. 4 ist eine zweite Ausführungsform der Erfindung dargestellt,
bei der als Trennwerkzeug eine rotierende Trennscheibe 21, z. B. in Form einer Kreissäge,
vorgesehen ist, die wiederum unter Zwischenschaltung eines Getriebes von einem im
Gehäuse 4 gelagerten Motors drehend angetrieben wird. Am Gehäuse 4 ist ein Bügel
22 einstellbar gelagert, der an seinem einen abgewinkelten Ende 23 eine Rolle oder
ein Rad 24 trägt und an seinem anderen Ende in einer bügelartigen Lagerung 25 mit
einer drehbaren Walze 27 versehen ist.
-
Die Trennscheibe 21 ist an ihrer der Arbeitsstelle abgekehrten Seite
durch eine Schutzhaube 28 abgedeckt.
-
Mit der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform arbeitet man folgendermassen:
Man stützt das Rad 24 an einer frisch verputzten oder vergipsten Raumwand 31 ab
und legt die Walze 27 an der Decke 32 des Raumes an. Dabei begt die Trennscheibe
21 genau in der Schnittlinie zwischen Wand 31 und Decke 32. Wenn nun die Vorrichtung
gemäss Fig. 4 , die von Hand am Gehäuse 4 angefasst wird, unter stetigem Anliegen
des Rades 24 und der Walze 27 an der Wand 31 bzw. der Decke 32 parallel zur Schnittlinie
dieser beiden Flächen geführt wird, schneidet die rotierende Trennscheibe 21 einen
Trennschnitt zwischen Wand 31 und Decke 32 ein.
-
Es versteht sich von selbst, dass an dem Bügel 22 auch zwei Räder
und zwei Walzen an jedem Ende befestigt sein können, wodurch die Führung noch genauer
und einfacher wird. Auch kann anstelle der Walze 27 in Fig. 4 ein Rad ähnlich 3m
Rad 24 vorgesehen werden.
-
Die Ausführungsform gemäss Fig. 5 unterscheidet sich von derjenigen
nach Fig. 4 im wesentlichen nur dadurch, dass als Führungsglieder ein Rad 33 an
der Schutzhaube 28 befestigt ist, während der wieder schwenkbar und feststellbar
am Gehäuse 4 gelagerte Bügel 22 lediglich ein Rad 34 trägt, das so angeordnet ist,
dass es genau im Winkelraum von Wand 31 und Decke 32 entlang der Schnittlinie dieser
Flächen wie von einer Schiene geführt ist. Dabei ist das Rad 34 entweder vor oder
hinter der Trennscheibe 21 angeordnet.
-
Gegebenenfalls können auch zwei Räder 34 verwendet werden, von denen
eines vor und das andere hinter der Trennscheibe 21 angeordnet ist. Das Profil der
Radlauffläche des Rades 34 ist zur weiteren Verbesserung der Führung der erfindungsgemässen
Vorrichtung an den Querschnitt des Winkelraumes zwischen Wand 31 und Decke 32 angepasst,
besitzt also zwei sich unter einem Winkel von 900 schneidende Laufflächen.
-
Im übrigen arbeitet man mit der Ausführungsform gemäss Fig. 5 ebenso
wie mit der Ausführungsform nach Fig. 4, d. h. man setzt das Rad 34 an der Schnittlinie
von Wand 31 und Decke 32 an und führt durch Anfassen mit der Hand am Gehäuse 4 die
Trennscheibe 21 derart, dass sie einen Trennschnitt in der Kante zwischen Wand 31
und Decke 32 einschneidt, der von der einen bis zur anderen Ecke des Raumes reicht.
-
Bei der Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung gemäss
Fig. 6 und 7 ist als Trennwerkzeug ein rotierender Frässtift 41 vorgesehen, der
wiederum von einem im Gehäuse 4 den Schalter 42, bei dessen Betätigung der Motor
und damit der Frässtift 41 in Umlauf versetzt wird. Am Gehäuse 4 ist mittels Haltcrungen
43, 44 ein Winkelblech 47 mit Schenkeln 45 und 46 starr oder verstellbar angeoränet.
An der dem
Frässtift 41 benachbarten Seite (vergl. Fig. 7) ist das
Winkelblech 47 mit einer Auskerbung 48 versehen, durch die hindurch der Frässtift
41 austreten kann. Beim Arheiten mit der Vorrichtung nach Fig. 6 und 7 legt man
den Schenkel 45 des Winkelblechs 47 an eine frisch verputzte Wand 31 an, während
der Schenkel 46 gegen die Decke 32 gehalten wird. Dabei drückt man den umlaufenden
Frässtift zwischen Wand 31 und Decke 32 in den frisch angebrachten Verputz. Alsdann
führt man das von Hand am Gehäuse 4 gehaltene Gerät entlang der Schnittlinie zwischen
Wand 31 und Decke 32 und unterbricht dabei die Verbindung zwischen diesen Flächen,
so dass sich später keine durchgehenden Spannungsrisse ausbilden können.