DE220371A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-M 220371-KLASSE 43 a. GRUPPE
in ZÜRICH.
Zugfeder bewirkt wird.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 21. September 1907 ab. Längste Dauer: 25. März 1922.
Gegenstand des Hauptpatentes 212949, Kl.74a,
ist eine· Zeitkontrollvorrichtung, nämlich ein Wecker für verschiedene Zeitdauer, bei welchem
ein und dieselbe Feder zum Antrieb des Gehwerkes und des Weckerwerkes dient und ein
von Hand bewegter Stell- und Aufzugshebel mit dem Gehwerk und Weckerwerk derart in Verbindung
steht, daß er bei der Einstellbewegung zuerst das Weckerwerk ohne Vermittlung der
Feder einstellt und alsdann das Gehwerk aufzieht. Bei Freigabe dieses Aufzugshebels wird
von jener Feder zuerst das Geh werk und nach Austreten des Hebels aus der Verbindung mit
dem Gehwerk das Weckerwerk mit derselben Kraftstärke getrieben.
Durch die vorliegende Erfindung ist an Stelle des Weckerwerkes ein Zeitsummierwerk gesetzt,
welches mit dem Federhausrad und dem daran befestigten Zeiger derart in Ver-
bindung steht, daß es beim Anlauf des Gehwerkes zugleich mit einer Minutenanzeigevorrichtung
getrieben wird, daß sich aber beim Zurückdrehen des Stundenzeigers und des
Federhausrades in die Nullstellung nur das
es Minutenwerk mit zurückbewegt, während das
Zeitsummierwerk an der Zurückbewegung nicht teilnimmt, wie dies bei solchen Werken erforderlich
und üblich ist. Zum Antrieb sämtlicher Anzeigevorrichtungen dient auch hier nur eine Feder und das Federhausrad.
Die Uhr nach vorliegender Bauart kann in allen Fällen verwendet werden, wo die Dauer
der einzelnen Benutzungen einer Spielvorrichtung und außerdem zugleich die Summe aller
Benutzungszeiten angegeben werden soll.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise als Billarduhr dargestellt,
und zwar zeigt
Fig. ι diese Uhr in der Vorderansicht bei geschnittenem
Gehäusekasten, -
Fig. 2 den zugehörigen Grundriß im Schnitt nach der Linie A-B und
Fig. .3 eine Seitenansicht, geschnitten nach der Linie C-D.
Die Einrichtung ist in geschützter Lage in einem geschlossenen Kasten α untergebracht.
Auf einer Welle 4, die in dem Tragstuhlgestell b drehbar ist und durch die Vorderwand des
Kastens ragt, ist ein Stellhebel c befestigt. An dem aus der Kastenwand vorstehenden Ende
der Welle 4 sitzt ein als Zeiger e ausgebildeter Arm fest, welcher über einer mit Stundenteilung
Früheres Zusatzpatent 214630.
versehenen Skala f spielt, die an der Vorderseite des Kastens α angebracht ist. Der Hebel c
ist als Zahnradsegment ausgebildet und steht im Eingriff mit dem Trieb g einer Minutenzeigerwelle
5, die das erste Rad des Gehwerkes trägt und mit diesem durch ein Gesperr h gekuppelt
ist. Die Stellung der Klinke des Gesperres ist so gewählt, daß der Hebel c im Sinne
der Uhrzeigerbewegung (Fig. 1) frei gedreht werden kann. Die Drehung erfolgt dabei durch
einen abnehmbaren gabelartigen Stiftschlüssel, dessen Stifte in Bohrungen der Nabe des Zeigerarmes e eingesetzt werden. Bei der Drehung
des Hebels im Sinne des Uhrzeigers wird gleichzeitig eine Triebfeder i nachgespannt, die mit
ihrem inneren Ende an der Stellhebelwelle 4 und mit dem äußeren an einem im Tragstuhl b
festsitzenden Stift angreift. Die Minutenzeigerwelle 5 ragt wie die Welle 4 durch eine
Öffnung der Gehäusevorderwand und nimmt vor einem Zifferblättchen in der Wandöffnung
einen Minutenzeiger 6 auf.
Im Ruhezustand der Uhr wird die Unruhe der Hemmung des Gehwerkes am Umfang durch
eine Anlaßfeder 7 gehalten, die durch einen Drahtzug 8 verschoben werden kann. Dieser
steht wiederum unter dem Einfluß einer Vorrichtung, die zweckmäßig erst nach beendeter
Einstellung, d. h. nach Spannung der Triebfeder i, beispielsweise bei der Entnahme der
Billardbälle aus einem besonderen Fach des Kastens a, in Tätigkeit tritt. Die Verschiebung
der Feder 7 hat so zu erfolgen, daß die Unruhe angewippt und hierauf freigegeben
wird. Vor Beginn des Billardspieles wird der Stundenzeiger e in die strichpunktiert gezeichnete
Lage gebracht. Es entspricht diese der Nullstellung des Zeigers und kann leicht durch
Anschlagstücke oder Schrauben begrenzt werden. Der Minutenzeiger 6, welcher diese Bewegung
unter dem Einfluß der Verzahnung des Hebels c mitmacht, stellt sich hierbei auf den
Strich 0 (60) des Minutenzifferblättchens (Fig. 1) ein. Es beginnt sein Lauf mit dem Augenblick,
in welchem die Unruhe des Gehwerkes durch die von dem Drahtzug 8 bediente Anlaßfeder 7
angewippt wird. Die Zugfeder i wirkt durch den Hebel c auf das Gehwerk treibend ein, bis
dieses bei der Beendigung des Spieles wieder gesperrt wird. Während des Ganges der Uhr
dreht sich der Minutenzeiger 6 auf seinem Zifferblättchen und der Stundenzeiger e auf
der Skala f entlang, so daß die Spielzeit stets nach Stunden und Minuten abgelesen werden
kann.
Außer dem Gehwerk wird durch den Hebel c und die Triebfeder i aber auch noch ein Summierwerk
beeinflußt, um eine Nachprüfung ;nicht nur der Dauer der einzelnen Spielzeiten,
sondern auch der Gesamtspielzeit vornehmen zu können. Zur Erreichung dieses
Zweckes steht mit dem Zahnkranz des Hebels c auch, das Trieb υ einer zweiten, in einem besonderen
Gestell des Tragstuhles gelagerten Minutenzeigerwelle (Fig. 2) im Eingriff. Der dazu
gehörige Minutenzeiger 9 sitzt nicht fest auf dieser Welle, sondern ist auf einem Zeigerrohr
angebracht, welches durch Reibung mitgenommen wird. Das Zeiger- oder Viertelrohr ist mit
einem Trieb 10 versehen und übermittelt seine Bewegung durch Wechselräder 11 auf das Rad
des Stundenrohres 12, das auf dem Viertelrohr drehbar ist und einen Stundenzeiger 13 aufnimmt.
Die Anordnung ist derart getroffen, daß sich der Zeiger 13 in 24 Stunden nur einmal
dreht, so daß die Gesamtspielzeit täglich nur einmal ermittelt zu werden braucht. Zur Verhütung
einer Zurückdrehung der Zeiger des Summierwerkes bei der Einstellung des Zeigers
e der Aufzugswelle 4 greift in das eine Wechselrad 11 eine Sperrklinke 14 ein. Da der
Minutenzeiger 9 des Summierwerkes mit Hilfe des Viertelrohres von der Minutenwelle in bekannter
Weise nur durch Reibung mitgenommen wird, so dreht sich die Minutenwelle während
der Einstellung des Zeigers e unabhängig von dem Viertelrohr. Auch können die Zeiger 9
und 13 des Summierwerkes erforderlichenfalls durch Drehen von Hand auf bestimmte Zeitstriche
des Zifferblättchens 15 eingestellt werden. Letzteres ist durch eine Öffnung im Gehäuse
α sichtbar, die jedoch durch einen verriegelbaren Schieber 16 verschlossen ist und nur
von Befugten geöffnet werden kann.
Soll die Billarduhr in Benutzung genommen werden, so dreht man mit Hilfe des Schlüssels
den Zeiger e der Stell- und Aufzugswelle auf die Zahl 0 der Stundenskala. Bei Entnahme
der Billardbälle aus einem entsprechenden Kastenfach erfolgt eine Bewegung des Drahtzuges
8 und damit der Anlaßfeder 7, wodurch das Gehwerk in Tätigkeit tritt. Die ständig
sichtbaren Zeiger e und 6 gestatten eine Ablesung der Spieldauer. Eine gleiche Zeigerbewegung
findet aber auch bei dem Summierwerk statt, dessen Zeiger 9 und 13 nur in einer
Richtung weiterschreiten können. Bei Beendigung des Spieles wird durch das Einführen der
Bälle in das betreffende Kastenfach der Drahtzug mit der Feder 7 zur Festlegung der Unruhe
des Gehwerkes verschoben. Zu Beginn eines weiteren Spieles dreht man den Stundenzeiger e
vermittels des Stiftschlüssels wieder in die strichpunktiert gezeichnete Nullage, und die
Uhr tritt mit der Entnahme der Billardbälle aus dem Kastenfach in vorbeschriebener Weise
abermals in Tätigkeit. Das Summierwerk, welches sich an der Bewegung beim Einstellen
des Zeigers e nicht beteiligt hat, läuft mit dem Anlauf des Gehwerkes wieder weiter und summiert
so die Zeitdauer des neuen Spieles zu dem des vorhergegangenen usw., bis nach Ablesung
des Gesamtergebnisses die Zeiger 9 und 11 von
Hand in die Ausgangslage (Zahlenstrich 24) gedreht werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Zeitkontrollvorrichtung, bei welcher die Einstellung mit Hilfe eines Zeigerhebels auf einer Skala erfolgt und der Antrieb zweier Zeitzeigerwerke durch eine und dieselbe Zugfeder bewirkt wird, nach Art des Patentes 212949, dadurch gekennzeichnet, daß ein Minutenanzeige werk (g, 5, 6) und ein Summierwerk (ν, 9, ίο, II, 12,13) angeordnet und mit dem Federhausrad derart verbunden sind, daß unter dem Einfluß der einen Zugfeder beim Vorrücken des Stundenzeigers auch die Zeiger des Minuten- und des Summierwerkes vorwärts gedreht werden, beim Zurückdrehen des Stundenzeigers und demzufolge Spannen der Triebfeder wohl der Minutenzeiger diese Rückwärtsbewegung mit ausführt, das Summierwerk aber auf bekannte Art unbeeinflußt gelassen wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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