DE2247276B2 - Antivalenzkontrolleinrichtung fuer ein zweikanaliges schaltwerk - Google Patents
Antivalenzkontrolleinrichtung fuer ein zweikanaliges schaltwerkInfo
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Description
30
Die Erfindung betrifft eine Aniivalenzkontrolleinrichtung
für ein zweikanaliges Schaltwerk, bei dem jedem zweikanaligen Schaltglied mit antivalenten Ausgangssignalen
ein Überwachungsglied in Form eines bei Signalantivalenz über eine Gleichrichter-Brückenschaltung
gespeisten Schaltverstärker zugeordnet ist und die Überwachungsglieder eine Reihenschaltung bilden, an
die eine Meldeeinrichtung angeschlossen ist.
Ein zweikanaliges Schaltkreissystem ist aus der deutschen Auslegeschrift 15 Yi 379 bekannt und hat die
Aufgabe, logische Verknüpfungen mit hoher Fehlersicherheit durchzuführen, ohne daß eine sogenannte
Fail-Safe-Technik angewandt werden muß. Bei einer derartigen Technik brauchen die einzelnen Verknüpfungsglieder
nicht fehlersicher gestaltet zu werden. Um jedoch die beispielsweise auf dem Gebiet der Eisenbahnsicherungstechnik
in hohem Maße geltenden Sicherungsanforderungen ausreichend zu gewährleisten, müssen die Ausgangssignale der einzelnen
Verknüpfungsglieder ständig auf Fehlerfreiheit überwacht werden. Dies erfolgt mit Hilfe eines jedem
zweikanaligen Verknüpfungsglied zugeordneter Überwachungsgliedes, das nur bei bestehender Antivalenz
der Ausgangssignale des betreffenden Verknüpfungsgliedes oder auch eines Speichergliedes einen dem
Überwachungsglied zugeführten Überwachungspuls weiterleitet. Die einzelnen Überwachungsglieder sind in
Reihe geschaltet, so daß bei ordnungsgerechtem Arbeiten, aiso bei bestehender Antivalenz der Ausgangssignale
an jedem zweikanaligen Glied des Schaltwerkes, der Überwachungspuls alle Überwachungsglieder
durchläuft und schließlich eine Meldeeinrichtung steuert. Sobald bei einem der Verknüpfungsglieder oder Speicherglieder ein Fehler auftritt, der sich
unbedingt in einer Antivalenzstörung auswirkt, wird dieser Fehler erkannt und durch die Meldeeinrichtung
angezeigt. In Abhängigkeit von dieser Meldung kann eine derartige Steuerung des gesamten Schaltwerkes
vorgenommen werden, daß beispielsweise alle Schaltwerksausgänge für entscheidende Befehle oder Meldungen
ein Nullsignal führen. Da dieses Nullsignal in der Eisenbahnsicherungstechnik oder auch bei Reaktorsteuerungen
dem jeweils ungefährlichen Zustand zugeordnet sind, können Störungen innerhalb des
Schaltwerkes niemals zu gefährlichen Betriebszuständen führen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, beispielsweise bei einem in TTL-Technik aufgebauten zweikanaligen
Schaltwerk mit anlivalenten Signalen eine Kontrolleinrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, die ohne einen zusätzlichen Überwachungspuls und den damit verbundenen Aufwand auskommt
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß für die Überwachungsglieder Schaltverstärker mit
gleichphasigen Eingangs- und Ausgangssignalen verwendet sind und daß die in Reihe vorgesehenen
Überwachungsglieder mit Hilfe eines Übertragers in Ring geschaltet sind. Auf diese Weise wird eine Art
Selbsthaltekreis gebildet.
Eine derartige Antivalenzkontrolleinrichtung schwingt nach einem einmaligen manuellen Startvorgang
unter der Voraussetzung, daß alle durch diese Kontrolleinrichtung überwachten zweikanaligen
Schaltglieder eines Schaltwerkes antivalente Signale ausgeben. Somit werden für diese Antivalenzkontrolleinrichtung
gemäß Aufgabenstellung keine besonderen Impulse benötigt, die mit Hilfe gesonderter Einrichtungen
erzeugt werden müßten. Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Antivalenzkontrolleinrichtung wird
darin gesehen, daß die einzelnen Überwachungsglieder nur einen geringen Aufwand an Bauteilen und keine
zusätzlichen Hilfsspannungen erfordern sowie unabhängig von der verwendeten Technik zur Realisierung der
zu überwachenden Verknüpfungs- und Speicherglieder zur Antivalenzkontrolle eingesetzt werden können.
Durch die An der verwendeten Schaltverstärker wird in vorteilhafter Weise erreicht, daß im Fehlerfall vom
Informationsfluß abhängige und sich dadurch nu; kurzzeitig offenbarende Antivalenzstörungen den
Selbsthaltekreis endgültig abschalten, so daß ein erneutes Anschwingen bei wieder eintretender Antivalenz
selbsttätig nicht erfolgen kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine Anzahl von in Reihe geschalteten und eine Rückkopplungsschaltung bildende Überwachungsglieder
und
F i g. 2 die Schaltung eines Überwachungsgliedes.
Die Antivalenzkontrolleinrichtung nach Fig. 1 besteh'
aus einer vorgegebenen Anzahl von Überwachungsgliedern L/l, L/2, (73 bis Un, die eine
Reihenschaltung bilden. Die zu überwachenden Schaltglieder wie Verknüpfungs- und/oder Speicherglieder
eines Schaltwerkes in beliebiger Technik, z. B. in TTL-Technik, sind nicht dargestellt. Wesentlich ist
jedoch, daß diese Schaltglieder bei ordnungsgerechtem Arbeiten auf zwei Ausgängen antivalente Signale
führen. Jedes der Überwachungsglieder L/l bis Un hat zu dessen Stromversorgung zwei Eingangsklemmen^die
beim Überwachungsglied U\ mit U11 und DlI
bezeichnet sind. Entsprechende Klemmen beim Überwachungsglied Un tragen die Bezeichnungen Un 1 bzw.
Ün 1. Die Stromversorgungsklemmen eines Überwachungsgliedes
werden mit den beiden Ausgängen des zugeordneten, auf Signalantivalenz zu überwachenden
Gliedes des Schaltwerkes verbunden. Sind bei einer
Ausführungsform überzählige Überwachungsglieder
vorhanden, so werden die beiden Stromversorgungsklemmen direkt mit einer allgemeinen Stromversorgungsquelle
verbunden, die unabhängig von der Signalantivalenz in einem Verknüpfungs- oder
Speicherglied ständig vorhanden ist An das letzte Überwachungsglied Un der in Reihe geschalteten
Überwachungsglieder U1 bis Un ist ein Schaltverstärker
mit iijiem Transistor Π angeschlossen, der
ausgangsseitig mit der Primärwicklung URII eines
Übertragers UR1 verbunden ist. Ein Widerstand R 1
legt die Basis des Transistors T\ bei nicht vorhandenem Steuerpotential vom Überwachungsglied Un auf Nullpotential. Die Sekundärwicklung UR 12 des Übertragers
UR 1 ist mit dem Eingang des in der Reihenschal- '5 tung an erster Stelle vorgesehenen Überwachungsgliedes
UX sowie über einen lmpulsverlpngerer V mit
einem durch den Transistor 7"2 gebildeten zweiten Schaltverstärker verbunden. Bei fehlendem Steuerpotential
für den Transistor 7"2 wird dieser über den *o
Widerstand R2 sicher gesperrt. Im Ausgangskreis
dieses Schaltverstärkers ist zur galvanischen Trennung ein Übertrager UR 2 angeordnet, über dessen Sekundärwicklung
UR 22 und eine Diode DO ein Relais RL gespeist wird. Der parallel zur Sekundärwicklung UR 22
und der Diode DO geschaltete Kondensator C dient zu Siebzwecken. Die an den Impulsverlängerer V angeschlossenen
Schaltungsteile bilden die Meldeeiirichtung MG.
An den Eingang des in der Reihenschaltung an erster Stelle vorgesehenen Überwachungsgliedes U\ ist
ferner zum Auslösen eines Startvorganges über einen Widerstand RO, der zur Strombegrenzung dient, eine
Starttaste TE angeschlossen, über die bedarfsweise auf
den Eingang des Überwachungsgliedes Ui positives
Potential gelegt werden kann. Die Überwachungsglieder Ui bis Un sind so aufgebaut, daß deren Eingangsund
Ausgangssignale gleichphasig sind. Die Überwachungsglieder bilden durch die Reihenschaltung in
Verbindung mit dem Übertrager UR 1, über den die genannte Reihenschaltung in Ring geschaltet wird, eine
rückgekoppelte Schaltung.
Wenn alle zweikanaligen Glieder des nicht dargestellten Schaltwerkes ordnungsgerecht antivalente Signale
abgeben, bleiben durch einen Startvorgang eingeleitete Schwingungen der rückgekoppelten Schaltung erhalten,
so daß die Meldeeinrichtung MG bei erregtem Relais RL über dessen Kontakte bzw. über die Klemmen K 1
und K 2 ein diesbezügliches Signal ausgibt.
Wenn zunächst für die weitere Betrachtungsweise angenommen wird, daß die an die Überwachungsglieder
U\ bis U2 zwecks Stromversorgung angeschlossenen zweikanaligen Glieder ordnungsgerecht arbeiten und
der Startvorgang mit Hilfe der Taste TE noch nicht ausgelöst ist, befindet sich die Antivalenzkontrolleinrichtung
in Grundstellung, bei der das Relais RL in der Meldeeinrichtung MG abgeschaltet ist. Durch Betätigen
der Starttaste TE wird der Eingang des Überwachungsgliedes Ui kurzzeitig auf positives Potential gelegt.
Dabei schaltet der in dem Überwachungsglied Ui
befindliche Verstärker durch und legt an seinen Ausgang U10 ebenfalls positives Potential, da, wie
bereits oben kurz erläutert wurde, im Überwachungsglied ein Verstärker vorgesehen ist, dessen Eingangsund
Ausgangssignale gleichphasig sind. Mit dem Ausgatigssignal am Ausgang UiO wird der Verstärker
des Überwachungsgliedes U 2 durchgeschaltet, der wiederum denjenigen Verstärker des Überwachungsgliedes U 3 betätigt. Schließlich gibt das letzte
Überwachungsglied Un positives Potential auf den Transistor 71, der somit auch schaltet. Damit sind zum
Betrachtungszeitpunkt alle Überwachungsglieder Ui
bis Un einschließlich des Transistors Tl durchgeschaltet, so daß über die Primärwicklung URi des
Übertragers UR ein Strom fließen kann. Nach dem Loslasssen der Taste TE und einer durch die
Zeitkonstanten der einzelnen ÜberwachungsgUeder U1
bis Un gegebenen Verzögerungszeit wird der Transistor 7Ί wieder abgeschaltet, wobei über die Sekundärwicklung
UR 12 des Übertragers UR i ein derart gerichteter !nduktivimpuls ausgelöst wird, daß der Verstärker des
ijberwachungsgliedes U1 erneut durchgeschaltet wird.
Dieses Durchschalten setzt sich wiederum fort bis zum Transistor 7"I1 der erneut einen Strom durch die
Primärwicklung UR11 des Übertragers UR 1 treibt.
womit der durch Betätigung der Starttaste TE eingeleitete Vorgang sich selbsttätig wiederholt. Die
über den Transistor 7Ί und den diesem nachgeschalteten Übertrager UR 1 in Ring geschalteten Überwachungsglieder
U1 bis Un bilden also eine Schwingschaltung,
die so lange ein dynamisches Verhalten zeigt, wie alle Überwachungsglieder ordnungsgerecht bei bestehender
Antivalenz im überwachten Schaltwerk mit Strom versorgt werden.
Die Impulse der Schwingschaltung gelangen über den Impulsverlängerer Vauf die Meldeeinrichtung MG und
steuern dort über den Transistor 7"2 nach galvanischer Entkopplung das Relais RL Sobald auch nur eines der
Überwachungsglieder U 1 bis Un infolge einer Antivalenzstörung
nicht mit Strom versorgt wird, wird der durch die Reihenschaltung der einzelnen Überwachungsglieder
gebildete Selbsthaltekreis unterbrochen, so daß die Schwingungen aufhören. Dies hat zur Folge,
daß über die Klemmen K i und K 2 kein Signal mehr abgegeben wird. Ebenfalls wird das Relais RL
abgeschaltet, das nach einer vorgegebenen, durch seine Konstruktion bedingten Verzögerungszeit abfällt.
Die vorliegende Antivalenzkontrolleinrichtung kann dahingehend abgewandelt werden, daß der Startvorgang
mit Hilfe der Starttaste 7"£ über den Widerstand
RO nicht beim Überwachungsglied Ui, sondern bei
einem der anderen Überwachungsglieder vorgenommen wird. Ferner ist es möglich, an Stelle des
Übertragers UR 1 in Verbindung mit dem zugeordneten Schaltverstärker eine gleichwirkende andere Hinrichtung
vorzusehen, die ähnlich wie der Übertrager UR i einen Rückflankenimpuls zum Aufrechterhalten der
einmal durch den Startvorgang ausgelösten Schwingungen abgibt.
Fig. 2 zeigt ein Ausfühuingsbeispiel eines Überwachungsgliedes
U, dessen Eingang mit E bezeichnet ist und dessen Ausgang das Bezugszeichen A trägt. Die
Eingänge UVS und Ö10 zur Stromversorgung sind mit
einem auf Antivalenz der Ausgangssignale zu überwachenden Verknüpfungs- oder Speicherglied eines
zweikanaligen Schaltwerkes zu verbinden. Da auf den Ausgangsleitungen jedes zweikanaligen Verknüpfungsoder Speichergliedes wegen der Antivalenzbedingung
eine Potentialdifferenz mit Richtungsänderung vorhanden ist, wird diese Potentialdifferenz nicht direkt zur
Stromversorgung benutzt, sondern zunächst einer Gleichrichter-Brückenschaltung zugeführt, die aus den
Dioden Di, D2, D 3 und D4 gebildet ist. Der
Verstärker des Überwachungsgliedes Ufür gleichphasige
Eingangs- und Ausgangssignale ist zweistufig und besteht aus zwei galvanisch gekoppelten Transistorstu-
fen mit den komplementären Transistoren 7"3 und T4.
An passiven Bauelementen für den zweistufigen Verstärker sind die Widerstände R 3, R 4, R 5 und R 6 zu
nennen. Wenn am Eingang fdes Überwachungsgliedes U steuerwirksames Potential Fehlt, wird der Transistor
T3 über den Widerstand R:\ und der Transistor 7"4
über den Widerstand Λ 4 gesperrt. Andererseits bildet
der Widerstand R 4 in Reihe mit dem Widerstand R 5 im Kollektorkreis des Transistors Γ3 einen Spannungsteiler,
der bei durchgeschaltetem Transistor T3, also wenn am Eingang E steuerwirksames positives Potential
ansteht, einen ausreichenden Spannungsabfall zum Durchsteuern des Transistors Γ 4 liefert. Einem dem
Spannungsteiler R 4, R 5 entsprechenden Spannungstei
ler bildet der im Kollektorkreis des Transistors T<
liegende Widerstand R 6 mit einem dem Widerstand R ': entsprechenden Widerstand eines dem Überwachungs
glied U nachzuschaltenden weiteren Überwachungs gliedes (nicht dargestellt).
Es ist eine Frage der Dimensionierung der einzelner Überwachungsglieder, ob die nach Gleichrichtung
erzeugte Versorgungsspannung mit Hilfe eines nich dargestellten Kondensators zusätzlich geglättet werder
muß oder nicht. Eine zusätzliche Glättung empfiehlt siel· bei der Überwachung von langsamen Schaltgliedern.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Antivalenzkontrolleinrichtung für ein zweikanaliges
Schaltwerk, bei dem jedem zweikanaligen Schaltglied mit antivalenten Ausgangssignalen ein
Überwachungsglied in Form eines bei Signalantivalenz über eine Gleichrichter-Brückenschaltung gespeisten
Schaltverstärkers zugeordnet ist und die Überwachungsglieder eine Reihenschaltung bilden,
an die tine Meldeeinrichtung angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, daß für die
Uberwachungsglieder (U 1. Fig. 1; LJ in Fig. 2)
Schaltverstärker mit gleichphasigen Eingangs- und Ausgangssignalen verwendet sind und daß die in
Reiiie vorgesehenen Überwachungsglieder (U 1, LJ2
bis Un, Fig. 1) mit Hilfe eines Übertragers(UR 1) in
Ring geschaltet sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Überwachungsglied einen
galvanisch gekoppelten zweistufigen Verstärker enthält (F ig. 2).
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Meldeeinrichtung (MG) an den Übertrager (UR 1) über einen Impulsverlängerer (V)
angeschlossen ist.
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