DE225523C - - Google Patents

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DE225523C
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    • G—PHYSICS
    • G01—MEASURING; TESTING
    • G01K—MEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G01K5/00—Measuring temperature based on the expansion or contraction of a material
    • G01K5/28—Measuring temperature based on the expansion or contraction of a material the material being a gas
    • G01K5/30—Measuring temperature based on the expansion or contraction of a material the material being a gas the gas displacing a liquid column

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-- Λ* 225523 KLASSE 42 L GRUPPE
MAX ARNDT in AACHEN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 22. Januar 1908 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Luftpyrometer mit einem der zu messenden Temperatur i3 ausgesetzten Luftvolumen v2, welchem Luft durch Druck zugeführt oder durch Absaugen entzogen wird. Die Erfindung besteht außer in den sonstigen damit im Zusammenhang stehenden Einrichtungen darin, daß eine zur Messung der Differenz ti-t1 zwischen der bekannten Außenlufttemperatur f3 und der ίο gesuchten Meßtemperatur t2 benutzte Luftmenge durch eine Tauchglocke V1 in einen der Meßtemperatur ί2 ausgesetzten Meßraum v2 hineingepreßt oder aus diesem abgesaugt wird, also entweder eine aus der Tauchglocke Vx in den ,Meßraum V2 übergepreßte Luftmenge um t2-tt erwärmt oder aber eine aus dem Meßraum v2 in die Tauchglocke V1 übergesaugte Luftmenge um t2-t1 abgekühlt wird, so daß die dadurch im Pyrometerinnern eintretenden Luftspannungsänderungen dem Meßzwecke dienen.
Fig. ι zeigt ein Luftpyrometer, bei dem eine Meßluftmenge aus der Tauchglocke V1 in den Meßraum v2 gepreßt wird, Fig. 2 ein solas ches, bei der eine Meßluftmenge aus dem Meßraum V2 in die Tauchglocke V1 gesaugt wird.
Die Tauchglocke ^1 kommuniziert mit dem in einem im Meßkanal K eingesetzten KoI-ben k befindlichen Meßraum v2- durch eine enge bzw. kapillare Luftleitung a-b, deren einer Teil b offen unter der Tauchglocke V1 ausmündet und von einer Flüssigkeit d (Quecksilber usw.) umgeben ist, die sich in dem Glockenbehälter c befindet und als Sperrflüssigkeit für die Tauchglocke V1 dient.
Man kann nun die Tauchglocke V1 bei jeder einzelnen Messung um ein stets gleiches Maß in die Sperrflüssigkeit d eintauchen oder um ein stets gleiches Maß aus letzterer herausziehen bzw.. stets eine bestimmte Luftmenge aus der Glocke V1 verdrängen oder in diese einsaugen, wo dann jedoch am Ende einer jeden Messung" im ersterert Falle eine mit der Temperaturdifferenz t2-tx wachsende, im letzteren Falle eine mit dieser Differenz sinkende, also in beiden Fällen eine mit letzterer stets wechselnde Pyrometerluftspannung eintritt, die mittels eines bekannten Manometers gemessen bzw. registriert werden kann, das in beliebiger Weise mit dem Pyrometerinnern verbunden ist. Bei diesem Verfahren kann aber, wenn die Differenz t2-t± sehr groß, z. B. = 1220 — 20 — 12000 C. ist, die Meßluftspannung leicht derart groß werden, daß dadurch das auf z. B. 12000 C. erhitzte und hierbei weich werdende Material des Meßraumes V2 deformiert wird, die Messungen mithin unrichtig" werden. Es ist daher vorteilhaft, die Messungen unter einer für alle Temperaturdifferenzen I2-I1 annähernd gleichbleibenden Endspannung der Meßluft erfolgen zu lassen, was bei dem in den Fig. 1 und 2 der Zeichnung beispielsweise dargestellten Luftpyrometer zutrifft.
Bei dem Pyrometer nach Fig. 1 wird die
. Luftglocke V1 vor dem Beginn einer Messung' aus der Sperrflüssigkeit ausgehoben, damit sich die Luftspannung· im Meßraum V2 durch die Röhren bzw. Leitungen a, b gegen den äußeren atmosphärischen Luftdruck ausgleichen kann.
Beim Pyrometer nach Fig. 2 dagegen bleibt die Luftglocke νΛ dauernd in die Sperrflüssigkeit d eingetaucht und ist daher mit einer be-
xo liebigen Druckausgleichvorrichtung verbunden, die z.B. ein Rohr.??1 sein kann, das mit einem Flüssigkeitsverschluß q versehen ist, der die Mündung des Rohres b1 während der Meßzeit absperrt, außerhalb dieser Zeit aber gegen die Atmosphäre freigibt, und der zu diesem Zwecke von den auch die Meßvorgänge steuernden Teilen diesen Vorgängen entsprechend mitgesteuert werden kann, z. B. mittels eines von einem Antriebshebel e betätigten und durch eine Führung s'2 geleiteten Gestänges S1 s1, ss sowie mittels eines um einen Bolzen q2 drehbaren und mit der Stange .? verbundenen zweiarmigen Hebels, der einerseits ein Gewicht q1, andererseits den Flüssigkeitsverschluß q trägt und ein Ruheauflager r erhält. Dieser Flüssigkeitsverschluß kann auch ein z. B. mit Quecksilber gefülltes Rohr q sein, das durch ein punktiert gezeichnetes Gestänge s* unmittelbar von einem Hebel e getragen wird und dessen ganzen Ausschlage während eines Meßvorganges folgt, in diesem Falle fällt das Gestänge j mitsamt dem Gewicht q1 und seinem Hebel fort.
Die Bewegungen der Tauchglocke V1 können durch beliebige Mittel bewirkt werden, z. B. mittels eines um einen Bolzen e1 drehbaren Antriebshebels e, der durch ein intermittierend mit Wasser gefülltes und wieder entleertes Gefäß f1 abwechselnd belastet und wieder entlastet wird, so daß die Tauchglocke V1 bei dem Pyrometer nach Fig. 1 z. B. mittels eines Bolzens e* und einer Stange ez, und beim Pyrometer nach Fig. 2 durch eine Schnur e2 bewegt wird.
Das Wassergefäß f1 kann auch durch ein beliebiges Gewicht ersetzt werden, das während der Meßzeit am Hebel e befestigt bzw. angehängt ist, außerhalb dieser Zeit aber abgenommen wird.
Ein oder mehrere Gewichte I können die beweglichen Meßteile annähernd oder ganz ausbalancieren, und der Antriebshebel e kann ein Ruhelager r erhalten.
Ferner kann mit dem Pyrometer, z. B. mit dem Antriebshebel e, eine beliebige Anzeigebzw. Registriervorrichtung", z. B. mittels eines Bolzens e", ein Gestänge m für einen Schreibstift η (Fig. 1) oder für eine Schreibfeder η (Fig. 2), oder umgekehrt, verbunden sein, so daß sich der Schreibstift oder die Feder η an einem mit einer Meßskala versehenen Papierstreifen bewegt, der sich z. B. auf einer Trommel ο befindet, die durch ein Uhrwerk O1 in langsamer Umdrehung' gehalten wird.
Das Schreibstiftgehänge m (Fig. 1) kann über den Bolzen e6 hinaus verlängert sein und eine Rolle m1 tragen, die vor beendigtem •Rückgang des Meßhebels.β in seine Ruhelage eine schräge Fläche tn2 zu dem Zwecke trifft, daß dadurch der Schreibstift η (oder die Schreibfeder) vom Registrierpapier abgedrückt wird, sobald der Stift η den höchsten Teilstrich der Registrierskala erreicht bzw. diesen Teilstrich erst wieder trifft, sobald der nächste Meßvorgang beginnt.
Das Schreibfedergehänge m (Fig. 2) kann ein Ruhelager r2 sowie eine Schleife m1 zu dem Zwecke erhalten, daß die Schreibfeder oder ein Schreibstift η so lange in Ruhe verbleibt, bis das Rohr ö1 von der Sperrflüssigkeit q abgesperrt wird und der Meßvorgang beginnt, wo dann der Bolzen ea die Schleife m1 und damit die Schreibfeder η anhebt.
Zur selbsttätigen Ausführung von ununterbrochen aufeinander folgenden Temperaturmessungen kann das Luftpyrometer mit einer automatisch intermittierend wirkenden Wasserzuflußeinrichtung nach Fig. 1 versehen sein. Diese Einrichtung besteht aus einem Wasserbehälter w1 mit einem Zufluß z, einem Überlauf μ und einem engen Abfluß z1 sowie aus einem von diesem Abfluß gespeisten Wasserbehälter w2, der einen intermittierenden Heber s2 besitzt. Dadurch, daß der Abfluß z1 weniger' Wasser aus dem Behälter zv1 abfließen läßt, als durch das Rohr ζ zufließt, und der Wasserüberschuß, durch den Überlauf u abläuft, bleiben die Wasserfüllung des Gefäßes w1 sowie dessen. Wasserdruck und mithin auch die durch den Abfluß 21 abfließende zeitliche Wassermenge konstant, so daß das Gefäß w2 in bestimmten Zeitabschnitten gefüllt und wieder entleert wird, demzufolge auch der Heber ' z2 das Gefäß f1 in bestimmten Zeitabschnitten füllt und dieses dabei eine die Messung einleitende bestimmte Wassermenge aufnimmt, weil sein Heber f2 das Wasser schneller aushebert, als es der Fieber z2 zufließen läßt, aber so reguliert ist, daß das Gefäß iv2 noch vor der vollendeten Leerung des Gefäßes f1 ausgehebert wird.
Da die Messung der Temperaturdifferenz t.2-t1 vom jeweiligen atmosphärischen Luftdruck, also vom Barometerstande, abhängig ist, d. h. da mit steigendem Barometerstände für eine bestimmte Temperaturdifferenz t2-tt der Druck auf clie Tauchglocke v1 des Pyrometers Fig. ι größer, der Zug an der Tauchglocke V1 des Pyrometers Fig. 2 aber geringer sein muß, so kann das Pyrometer mit einer Einrichtung versehen sein, die den barometrischen Einfluß auf die Messung selbsttätig, be-
seitigt, ζ. B. mit einer barometrischen Ausgleichvorrichtung.
Diese in Fig. ι dargestellte Vorrichtung besieht aus einer Anzahl Aneroidbarometerdosen g1, die in einen Rahmen g2 am Meßbzw. Registrierhebel e angeordnet sind und, infolge des verschiedenen Luftdruckes auf die elastischen Dosenflächen, auf .die Verstellung eines Gewichtes g derart einwirken, daß dieses
ίο der Hebeldrehungsachse e1 mit steigendem Barometerstande mehr genähert, mit sinkendem Barometerstande aber mehr entfernt wird, wodurch die Wirkung des mit Wasser gefüllten Gefäßes f1 verschieden, d. h. bei höherem Barometerstande stärker ist als bei niedrigerem atmosphärischen Luftdruck, da durch die Verstellung des Gewichtes g eine Verschiebung des Schwerpunktes der Registriervorrichtung bzw. des Hebels e eintritt.
Die Verstellung des Gewichtes g kann entweder unmittelbar durch eine mit denAneroidclosen verbundene, punktiert gezeichnete Stange i4 oder \virksamer mit Hilfe eines Lenkers i2 durch zwei übersetzte Hebel i1, i3 eras folgen.
Die Aneroiddosen g können auch durch andere von den Luftdruckwechseln betätigte elastische Hohlkörper, z. B. durch eine oder mehrere federnde Röhren usw., ersetzt sein.
Eine andere Einrichtung zur Beseitigung des barometrischenEinflusses auf die Messung ist in Fig. 2 durch eine in dem Wassergefäß f1 fest angeordnete Luftglocke o. dgl. /3 dargestellt. Da diese Glocke f3 bei leerem Gefäß f1 mit der Außenluft kommuniziert, also innen barometrische Luftspannung besitzt, nimmt sie beim Füllen des Gefäßes Z1 um so weniger Wasser auf, je höher der Barometerstand ist, es ist mithin das beim Ansetzen des Hebers f2 im Gefäß f1 enthaltene Wassergewicht bei höherem Barometerstände geringer als bei niedrigerem atmosphärischen Luftdruck, und der wirksame Zug' an der Tauchglocke V1 des Pyrometers wird daher der richtigen Messung entsprechend selbsttätig" geregelt.
Eine analoge Einrichtung kann auch bei dem Pyrometer nach Fig. 1 Anwendung fin-. den; da hierbei aber das Gefäß f1 mit steigendem Barometerstande schwerer werden muß, wird dieses mit einer darin frei beweglichen Luftglocke /3 (Fig. 2) versehen, die bei Füllung des Gefäßes f1 unter höherem Barometerstande größeren Auftrieb besitzt und folglich mehr AVasser in das Gefäß f1 bis zum.
Aushebern eintreten läßt als bei niedrigerem atmosphärischen Luftdruck, wobei jedoch der Scheitel des Hebers f2 unterhalb des Scheitels der Luftglocke f3 liegen muß.
Ferner ist selbstverständlich die barotneirische Ausgleichvorrichtung g, g1 nach Fig. 1 im umgekehrten Sinne auch für das Luftpyrometer nach Fig. 2 verwendbar, wenn das Gewicht g entgegengesetzt verstellt wird.
Der Behälter c für die Tauchglocke V1 und die Sperr- bzw. Meßflüssigkeit d kann zum 6g Zwecke der Erhaltung einer gleichbleibenden Temperatur I1 von einem Kühl- bzw. Heizmantel χ umgeben sein, welcher von einem Kühl- oder Heizmittel, Wasser, Dampf usw. durchströmt wird, das z. B. durch einen Stutzen x1 eintritt und durch einen Stutzen x2 austritt oder umgekehrt.
Das Luftpyrometer nach Fig. 1 wirkt wie folgt:
Im Ruhezustand liegt der Flebel e an dem Stift r, und die Glocke V1 ist aus ihrer Sperrflüssigkeit d etwas ausgehoben, so daß im Meßraum v2, in den Leitungen bzw. Röhren a, b und in der Tauch glocke V1 atmosphärischer Luftdruck herrscht. Ist das Wassergefäß w2 bis zum Scheitel des Hebers z2 gefüllt, so setzt dieser an und leitet das abfließende Wasser in das Gefäß Z1, dieses wird schwerer, zieht also den Hebel e nieder und drückt dadurch die Tauch- bzw. Meßglocke V1 in das Quecksilber d, wobei zunächst eine bestimmte Meßluftmenge unter der Glocke V1 abgefangen wird. Infolge fortschreitender Füllung und zunehmender Schwere des Gefäßes f1 wird die Meß- bzw. Tauchglocke V1 immer mehr in das go Quecksilber d gedrückt und folglich ein Teil der in ihr eingeschlossenen Luft durch die Röhren b und α in den Meßraum. V2 gedrückt, wobei das Quecksilber d außerhalb der Tauchglocke V1 im Behälter c steigt, und zwar so lange, bis das Wasser im Gefäß Z1 den Scheitel des Hebers f'1 erreicht, wo dann letzteres sein größtes Gewicht erreicht hat, weil der Heber /2 jetzt ansetzt und das Gefäß f1 wieder entleert.
Da mithin das Endgewicht des Gefäßes f1 stets das gleiche ist, so ist auch, abgesehen von der Beeinflussung dieser Gewichtswirkung durch das barometrisch verstellbare Gewicht g, der Enddruck auf die Tauch- bzw. Meßglocke V1 immer der gleiche bei gleichbleibendem Barometerstände, folglich tritt auch, abgesehen von den durch die Wärmeausdehnung des Materials des Meßraumes V2 bedingten geringen Volumenänderungen- dieses Raumes, bei jedweder Temperaturdifferenz t.2-tt immer eine gleichbleibende Luftmenge in den Meßraum V2.
Da nun die Luft sofort bei ihrem Eintritt in den Meß raum v2 von der Temperatur t1 auf die Temperatur t2 erwärmt wird, so ergibt sich, daß aus der Meßglocke V1 um so weniger Luft von t±° C. in den Meß raum V2 gepreßt wird, je höher die Meßtemperatur t2 über der Außentemperatur t1 liegt, mithin ist auch das am Ende einer Messung in der. Tauchglocke V1 noch befindliche Luftvolumen bei einem be-
stimmten Barometerstande um so größer, je größer die Temperaturdifferenz t2-t1 ist, und da die jetzt im Meßraum v2 und in der Tauchglocke V1 befindliche Luftspannung in ihrer Wirkung auf die Tauchglocke V1 der Wirkung des Wassergefäßes f1 bzw. dem auf der Glocke V1 lastenden Druck oder der Quecksilbersäule h das Gleichgewicht hält, so ist auch der Stand . der Tauchglocke V1 am Ende
ίο einer Messung ein dieser entsprechender und bei verschiedenen Temperaturdifferenzen I2-I1 verschieden, so daß die Endpunkte der vom Registrierwerk aufgezeichneten Linien oder sonstiger Aufzeichnungen .usw. jenen Differenzen entsprechen, da die Meßvorgänge und die Aufzeichnungen, infolge der barometrischen Verstellung des Gewichtes g, auf den jeweiligen Barometerstand reduziert erfolgen. Es ändert sich also der der Quecksilbersäule h entsprechende Meßdruck sowie diese selbst in geringem Maße mit dem. Barometerstände, und die Tauch- bzw. Meßglocke V1 wird am tiefsten in das Quecksilber d eingetaucht, wenn die Temperaturen I1 und t2 einander gleich sind.
Nach Entleerung des Gefäßes Z1 nehmen alle Meßteile wieder ihre Ruhelage ein, die Glocke V1 taucht wieder aus und vermittelt jetzt wieder den Luftdruckausgleich im Meßraum V2 gegen die Atmosphäre, so daß das Pyrometer wieder für eine Messung bereit ist.
Das Pyrometer nach Fig. 2 wirkt wie folgt:
Beginnt Wasser in das Gefäß f1 zu fließen,
so gibt der Hebel e zunächst das Gestänge s, J1, ss frei, so daß das Gewicht q1 den Quecksilberverschluß q anhebt und dieser das Rohr b1 gegen die Atmosphäre absperrt. Beim Weiterfüllen des Gefäßes f1 wird die Tauchglocke V1 aus dem Quecksilber herausgehoben, also Luft aus dem Meßraum v2 in die Glocke V1 . gesaugt, und zwar ist bei gefülltem Gefäß Z1 der Glockenhub und die abgesaugte Luftmenge um so größer, je kleiner die Temperaturdifferenz t2-t± ist, da diese Luftmenge von der Temperatur t2 auf die Temperatur I1 abgekühlt wird. Der Hub der Glocke V1 und der Ausschlag des Registerwerkes sind daher am größten, wenn f2 = tx ist, und die barometrische Ausgleichglocke fs beseitigt hier den barometrischen Einfluß auf die Messung ähnlich wie das Gewicht g des Pyrometers nach Fig. i. Der jeweilige auch hier mit dem wechselnden Barometerstande sich etwas ändernde und der Wirkung des Wassergefäßes f1 das Gleichgewicht haltende Meßunterdruck h kann mittels einer im linken Schenkel des U - förmigen Rohres b1 aufgesaugten Quecksilbersäulebestimmt werden.
Wird nach beendigter Messung das Gefäß /J ausgehebert, so kehren auch die Meßteile in ihre Ruhelage zurück, dabei belastet der Hebel e wieder die Stange ^ und überwindet dadurch das Gewicht q1, so daß der Quecksilberverschluß q die Mündung des Rohres b1 wieder freigibt und nunmehr im Meßraum V2 und in der Tauchglocke V1 wieder atmosphärischer Druck eintritt, das Pyrometer also wieder für eine neue Messung bereit ist.
Das Luftpyrometer ist in den Zeichnungen nur schematisch und nur beispielsweise dargestellt und kann auch beliebige andere Ausführungsformen erhalten, insbesondere können die einzelnen Teile wechselseitige Verwendung finden. Ferner können die dargestellten und beschriebenen Pyrometereinrichtungen durch äquivalente Teile oder Mittel ersetzt werden.

Claims (6)

Patent-Ansprüche:
1. Pyrometer mit einem der zu messenden Temperatur ausgesetzten Luftraum, welchem Luft durch Druck zugeführt oder durch Absaugen entzogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Hineinpressen bzw. Absaugen der Meßluft mittels einer in eine Sperrflüssigkeit eintauchenden Glocke erfolgt, welche stets mit gleichem Maximaldruck in die Sperrflüssigkeit gedrückt oder immer mit gleichem Maximaldruck in letzterer gehöben wird, so daß die Endmeßspannung der Pyrometerluft, bei \velcher die Tauchglocke (V1) eine bestimmte, der Temperaturdifferenz (t2-tj entsprechende Höhenlage einnimmt, für jede Temperaturdifferenz gleich oder annähernd gleich bleibt.
2. Ausführungsform des. Pyrometers nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungen der Tauchglocke (V1) durch ein abwechselnd mit Wasser gefülltes und wieder entleertes Gefäß (f1) bewirkt werden, welches mit einem intermittierenden Heber (f*) versehen ist, so daß in dem Gefäß (f1) eine bei jeder Temperaturmessung gleichbleibende Wassermenge wirksam wird, die eine stets gleichbleibende Endmeßspannung der Pyrometerluft bewirkt.
3. Aus f uhr ungs form des Pyrometers nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur automatischen Ausführung aufeinander folgender Temperaturmessungen das Wassergefäß (f1) zeitweise von einer selbsttätig intermittierend wirkenden Wasserzuflußeinrichtung (ζ, w1, u, z1, W-, Z-) gespeist wird.
4. Ausführungsform des Pyrometers nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem der Meßtemperatur (tj ausgesetzten Raum (v2) und der in der Meßflüssigkeit eingetaucht bleibenden Glocke (V1) ein mit einem Ende in der
Meßglocke mündendes und mit dem anderen Ende mit der Außenluft in Verbindung stehendes Rohr angeordnet ist, welches während der Messung durch einen Flüssigkeitsverschluß von der Außenluft abgeschlossen wird.
5. Ausführungsform des Pyrometers nach Anspruch 1 mit Einrichtung zur selbsttätigen Beseitigung des barometrischen Einflusses auf die Anzeige- bzw. Registrierung mit Hilfe von durch den Luftdruckwechsel bewegten elastischen Hohlkörpern, dadurch gekennzeichnet, daß diese Hohlkörper mit einem zur Verlegung des Schwerpunktes der Registriervorrichtung dienenden Gewicht (g1) versehen sind, welches durch die Hohlkörper entsprechend dem jeweilig herrschenden Luftdruck verstellt wird.
6. Ausführungsform des Pyrometers nach Anspruch 1 mit selbsttätiger Beseitigung des barometrischen Einflusses auf die Anzeige bzw. Registrierung", dadurch gekennzeichnet, daß das Wassergefäß (f1) mit einem Hohlraum (Luftglocke o. dgl. f) versehen ist, der bei verschiedenen Barometerständen verschieden große Wasr serfüUungen jenes Gefäßes (f1) regelt und dadurch dessen verschiedene Gewichtsbzw. Druck- oder Zugwirkung bedingt.
J. Ausführungsform des Pyrometers nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckausgleich in dem Pyrometerinnern gegen den atmosphärischen Luftdruck außerhalb der Zeit einer Messung durch einfaches Ausheben der Meßglocke (v1) aus der Meßflüssigkeit hergestellt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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