DE22613C - Neuerung an Regulirungsvorrichtungen - Google Patents
Neuerung an RegulirungsvorrichtungenInfo
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-
- G—PHYSICS
- G05—CONTROLLING; REGULATING
- G05D—SYSTEMS FOR CONTROLLING OR REGULATING NON-ELECTRIC VARIABLES
- G05D13/00—Control of linear speed; Control of angular speed; Control of acceleration or deceleration, e.g. of a prime mover
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT-
PATENTSCHRIFT
KLASSE 60: Regulatoren für Kraftmaschinen.
SIEMENS & HALSKE in BERLIN. euerung an Regulirungsvor. richtungen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. September 1882 ab.
Wenn ein Cylinder in der Richtung seiner Rotationsachse verschiebbar ist, so übt eine
Rolle, welche sich auf seiner Mantelfläche unter starkem Druck abrollt, keinen verschiebenden
Einflufs auf den rotirenden Cylinder aus, wenn die Achse der Rolle parallel der Achse des
Cylinders ist. Wird dagegen die Rolle etwas gedreht, so dafs die Rotationsebene der Rolle
nicht mehr senkrecht auf der Achse des rotirenden Cylinders steht, so beschreibt der Berührungspunkt
zwischen Rolle und Cylinderwand eine Spirale auf der letzteren.
Diese Spirale ist eine rechts oder links gewundene, je nachdem die Rolle nach rechts
oder links verdreht ist.
Da die um ihren Zapfen drehbare Rolle ihren Ort nicht verändern kann, so müfs der Cylinder
sich in der Richtung seiner Achse, der Windung der Spirale entsprechend, nach rechts
oder links verschieben. Diese Verschiebung dauert so lange wie die Schiefstellung der Rolle, und
wechselt ihre Richtung, wenn die Rolle im anderen Sinne aus ihrer zur Achse des Cylinders
verticalen Stellung verdreht wird. Die Kraft, mit welcher die Verschiebung des Cylinders
stattfindet, ist der Gröfse der Reibung zwischen der Rolle und dem Cylinder gleich; sie ist daher
sehr beträchtlich, wenn der Druck zwischen Rolle und Cylinder grofs ist und die Oberflächen
nicht gefettet sind.
Doch auch in letzterem Fall ist die verschiebende Kraft bei grofsem Druck der Rolle
noch beträchtlich, weil der Druck auf einen Punkt oder wenigstens auf eine sehr kleine
Fläche concentrirt ist.
Dieser Bewegungsmechanismus eignet sich ganz besonders zur Construction von Regulatoren
für Dampfmaschinen oder andere Motoren. Wird die Achse des verschiebbaren Cylinders
mit der Drosselklappe oder der Expansionssteuerung einer Dampfmaschine, dem Gaszuführungsregulator
einer Gasmaschine etc. verbunden und wird die Stellung der Rolle in
der Weise von der constant zu erhaltenden Rotationsgeschwindigkeit der Maschine oder
ihrer Arbeitsleistung abhängig gemacht, dafs die Rolle bei normalem Gang oder normaler
Leistung der Maschine senkrecht auf der Achse des Cylinders steht, so mufs die Maschine
nach kurzen Regulirungsschwankungen stets absolut auf den normalen Gang zurückkommen.
Da zur Drehung der Rolle auch bei sehr starkem Druck gegen die Cylinderwand nur eine äufserst
geringe Kraft erforderlich ist, welche fast ganz unabhängig von dem Widerstand ist, der der
Verschiebung des Cylinders entgegensteht, so genügt eine sehr schwache regulirende Kraft
auch dann, wenn die Arbeitsleistung der Regulirungsyorrichtung eine beträchtliche ist.
In den Zeichnungen Fig. 1, 2 und 3 sind einige Anwendungen dieses Mechanismus zu
Regulirungsvorrichtungen dargestellt.
Fig. ι stellt einen Dampfmaschinenregulator in der Seitenansicht dar. α ist der verschiebbare
Cylinder, auf welchem die Rolle b läuft, die in den Zapfenlagern c und C1 drehbar ist.
Die Pressung der Rolle gegen die Cylinderwand geschieht durch die Feder e, welche
gegen den Kopf des Zapfens d der Rolle drückt. Die Rolle wird durch den an dem
Zapfen d befestigten Arm / mittelst des Winkel-
hebeis g gedreht, dessen anderer Arm in das Gleitstück eines kleinen Watt'sehen Regulators
h eingreift. Durch die konischen Räder i und Z1 und die Riemscheibe k werden sowohl
der verschiebbare Cylinder wie die Regulatorwelle in Drehung versetzt. Die Drehung der
Drosselklappe oder die Einstellung der variablen Expansion geschieht auf bekannte Weise durch
die Verschiebung der Achse des Cylinders a. Den Regulatorkugeln ist nur eine sehr geringe
Regulirungsbewegung gestattet, da die Rolle b nur um wenige Grade in dem einen oder anderen
Sinne gedreht zu werden braucht, um in kurzer Zeit die nöthige arbeitende Regulirungsbewegung
des Cylinders a auszuführen, welche den Gang der Maschine absolut auf die normale
Geschwindigkeit zurückführt.
Fig. 2 stellt die Anwendung des beschriebenen Mechanismus zur Regulirung des Ganges
einer Pumpmaschine dar, welche ein entferntes Reservoir bis zu einer gewissen Höhe gefüllt
erhalten soll. Der an dem Zapfen der'Rolle sitzende Arm / trägt hier an seinem Ende
einen kleinen Eisencylinder /, welcher zwei Drahtrollen m und Ui1 gegenübersteht. Durch
einen im Reservoir befindlichen Schwimmer wird nun ein elektrischer Strom durch die die
Schliefsung der Dampfklappe etc. bewirkende Drahtrolle geschickt, wenn der Schwimmer sich
über die Normalstellung erhebt, während ein Strom durch die die Oefmung bewirkende
Drahtrolle läuft, wenn der Schwimmer unter die normale Stellung sinkt.
In Fig. 3 ist eine Anordnung dargestellt, durch welche die Drehungsgeschwindigkeit des
Motors so regulirt werden soll, dafs eine Drahtrolle stets von einem Strom von bestimmter
Stärke durchlaufen wird. Es ist hier der Arm/ mit einem Eisencylinder η verbunden, welcher
durch die Drahtrolle ο angezogen wird, wenn sie von einem Strom durchlaufen wird. Hierdurch
wird die Feder / bis zu einem der Stromstärke entsprechenden Grade zusammengedrückt.
Stellt man den Arm f nun derart ein, dafs bei der gewünschten Stromstärke die
Rolle senkrecht zur Cylinderachse steht, so mufs diese Stromstärke stets erhalten werden.
Soll in einem elektrischen Kreislauf, in welchem ein durch eine Dynamomaschme erzeugter
Strom circulirt, die Stromstärke constant erhalten werden, so läfst man diesen Strom oder
einen Zweig desselben durch die mit passend gewähltem Draht umwundene Rolle ο circuliren.
Soll dagegen die Potentialdifferenz constant erhalten werden, so umwickelt man die Rolle ο
mit feinem isolirten Draht von grofsem Widerstand und schaltet denselben in einen Nebenschlufs
desjenigen Leitungskreises, in welchem die Potentialdifferenz constant erhalten werden
soll. Soll endlich die elektrische Arbeitsleistung der Dynamomaschme constant erhalten werden,
so ersetzt man den Eisencylinder η durch eine Drahtrolle und läfst durch die eine der beiden
Rollen den Hauptstrom, durch die andere den Strom des Nebenschlusses circuliren. Es wird
dann der ■ Gang des Motors so regulirt, dafs das Product aus Stromstärke und Potentialdifferenz
(also die elektrische Arbeit der Dynamomaschine) constant erhalten wird.
Anstatt einer drehbaren Rolle kann man auch zwei oder mehrere verwenden, welche so
mit einander verbunden sind, dafs sie stets parallel mit einander bleiben. Man kann ferner
zur Verminderung des Reibungswiderstandes der Achse des Cylinders in ihren Lagern auf zwei
einander gegenüberstehenden Seiten des rotirenden Cylinders Rollen anbringen, die dann im
Sinne der von ihnen auf dem Cylinder abzuwickelnden Schraubenlinie gemeinschaftlich gedreht
werden müssen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Regulirung von Dampf-, Gas- oder an-, deren Motoren in der Weise, dafs die zur Ausführung der Regulirung erforderliche Arbeit durch die Maschine direct geleistet wird mittelst Drehung eines in seinen Lagern verschiebbaren Cylinders, während _ die schwache regulirende Kraft diese Verschiebung in dem einen oder anderen Sinne durch Drehung einer oder mehrerer belasteter Rollen veranlafst, die auf dem Cylinderumfang sich abrollen.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE22613C true DE22613C (de) |
Family
ID=299230
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT22613D Active DE22613C (de) | Neuerung an Regulirungsvorrichtungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE22613C (de) |
-
0
- DE DENDAT22613D patent/DE22613C/de active Active
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