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Vorrichtung zum maschinellen En-tnehmen von Süßwarenartikeln aus
Formkästen Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum maschinellen Entnehmen
von in Stärkepuder enthaltenden Formkästen gegossenen Süßwarenartikeln, insbesondere
Krustenartikeln, aus den Formkästen mit einem umlaufenden endlosen Entnahme£c'rderband,
das unter relativer Längsbewegung zwischen den Formkästen und dem Förderband schräg
von oben nach unten in die Formkästen einsticht und zu diesem Zweck in Abahängigkeit
von der Stellung des Formkastens automatisch heb- und senkbar ausgebildet ist.
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Bei einer bekannten Vorrichtung (DT-OS 2 042 755) ist das Entnahmeförderband
zu einer Einheit mit dem die entnommenen Krustenartikeln durch eine anschließende
Reinigungsvorrichtung führenden 1ransportband zusammengefaßt, so daß das Transportband
und das Entnahmeförderband aus einem einzigen endlosen umlaufenden Band bestehen.
Mit Hilfe von Umlenkrollen am oberen und unteren Trum des Bandes und der Umleitkante
ist das Band an einem Umlaufende spitz zulaufend
ausgebildet. Der
Entnahmeteil des Bandes ist dabei verhältnismäßig lang gehalten. Wenn die Umleitkante
dort mit Hilfe eines Gestänges zum Einstechen in einen Formkasten abwärtsgeschwenkt
wird, legt sich das obere, d.h. das Entnahmetrum nahezu auf das untere Trum, das
an dieser Steile durch eine entsprechend angebrachte Umlenkrolle geführt ist. Das
Entnahmeende des Bandes kann infolgedessen nur um einen geringen Winkelbetrag verschwenkt
werden. Dieser würde nicht ausreichen, um in horizontal bewegte Transportkästen
einstechen zu können. Deshalb ist bei dieser bekannten Vorrichtung das Transport-Zuführband
der Formkästen schräg nach unten geneigt verlaufend angeordnet. Trotzdem muß an
der Stelle des Einstechens der Umleitkante in den Formkasten ein -verhältnismäßig
breiter Bereich von Krustenartikeln freigehalten werden, so daß die Formkästen bei
weitem nicht vollständig ausgenützt werden können. Trotz des verhältnismäßig komplizierten
Aufbaues dieser Vorrichtung ist deren Leistungsfähigkeit nicht ausreichend.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
geschilderten Art mit baulich einfachen Mitteln so auszubilden, daß die Aufnahmefähigkeit
der Formkästen bei sehr schonender Entnahme der Krustenartikeln aus den Formkästen
wesentlich verbessert wird.
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Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung bei einer Vorrichtung
gemäß der eingangs geschilderten Art vor, daß über dem Entnahmetrum des Entnahmeförderbandes
mindestens eine die Förderwirkung des Entnahmetrums unterstützende, in der entsprechenden
Drehrichtung rotierend angetriebene Bürste angeordnet ist.
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Durch diese Maßnahme wird auf einfache Art und Weise erreicht, daß
das Entnahmetrum verhältnismäßig steil, d.h. dicht hinter der Kante des jeweils
vorbeibewegten Formkastens in diesen einstechen kann, ohne daß dabei die Gefahr
besteht, daß die Krustenartikel vom Entnahmeförderbandendenicht mitOenommen werden
oder auf diesem zurückrutschen würden. Die rotierend angetriebene Bürste bewegt
vielmehr die auf das vorderste Ende des Entnahmetrums aufgelaufenen Krustenartikel
auf schonende Art und Weise mit, und drückt diese mit sanfter Kraft gegen das Entnahmetrum,
so daß die Krustenartikel auch nicht zurückrutschen oder sich sonst in ihrer Lage
verändern können. Wenn die Krustenartikel sich nämlich beim Entnehmen aneinander
stoßen, besteht die Gefahr, daß sie mit Rücksicht auf die dünne Kruste beschädigt
werden. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, daß die Bürste die Krustenartikel
ein erstes mal vom anhaftenden Puder befreit, so daß in der nachgeschalteten Reinigungsvorrichtung
unter Umständen weitere Bürsten eingespart werden können und der restliche anhaftende
Puder durch Anblasen mit Luft beseitigt werden kann.
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Eine besonders einfache Bauweise ergibt sich, wenn das Entnahmetrum
in Förderrichtung gesehen nach der Umleitkante über ein Rad geführt ist,l dessen
Drehachse die Umleitkante schwenkbar ist. So läßt sich das Entnahme förderband ohne
Führungsschwierigkeiten im erforderlichen Winkel abschwenken.
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Dabei ist es besonders günstig, wenn das Rad md die Umleitkante in
einem im Querschnitt etwa tropfenförmigen Gestell zusammengefaßt sind, das vom Entnahmeförderband
umschlungen und an seinem dickeren Ende schwenkbar gelagert ist. Auf diese Art und
Weise ist das gesamte Entnahmeförderbad in in einer minimalen Länge ausbildbar,
wobei
besonders vorteilhaft Ist, daß die Schwenkachse des Gestells mit der Drehachse des
Rades zusammenfallen kann.
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Dabei kann zur weiteren baulichen Vereinfachung im dickeren Ende des
Gestells ein Antrieb für das Entnahmeförderband angeordnet sein.
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Durch den Zusammenschluß aller wesentlichen Teile des Entnahmeförderbandes
in einem Gestell ist außerdem eine besonders günstige automatische Steuerung der
Umleitkante in Abhängigkeit von der Stellung der Formkästen in der Weise möglich,
daß das Gestell mit eiIier Tragvorrichtung eine Einheit bildet, an welcher eine
mit der Kante des jeweils vorbeibewegten Formkastens zusammenwirkende und damit
das Gestell verschwenkende Steuerfläche vorgesehen ist.
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Eine besonders schonende Entnahme der Krustenartikel kann mit der
Maßnahme erzielt werden, daß die Utnfangsgeschwindikeit der angetriebenen Bürste
der Laufgeschwindigkeit des Entnahmetrums des Entnahmeförderbandes entspricht.
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Der Erfindungsgedanke wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels
erläutert, das in der Zeichnung dargestellt ist.
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Dabei zeigen: Fig.1 eine schematisierte Draufsicht auf eine gesamte
Vorrichtung zum automatischen Entnehmen der Krustenartikel, ferner zum Reinigen
und zum Zuführen zu einer Schokoladeüberziehmaschine, Fig.2 die Entnahmevorrichtung
in Seitenansicht in schematisierter Darstellung.
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Um einen Uberblick der Arbeitsweise der Entnahmevorrichtung im Zusammenhang
mit den damit zusammenwirkenden anderen Vorrichtungen zur automatischen Bearbeitung
von Krustenartikeln zu erhalten, ist in Fig.1 schematisch ein Reiferaum 1 für die
Süßwarenartikel, d.h. Krustenartikel gezeigt, welche in Stärkepuder enthaltenden
Formkästen in der bekannten Art und Weise gegossen sind. Aus diesem Reiferaum 1
werden die Formkästen 8 zu einem Transportbaiid 3 gebracht, auf welchem sie, in
einem gewissen Abstand zueinander der Entnahmevorrichtung 5 zugeführt werden. Mit
der Ausgestaltung dieser Entnahmevorrichtung beschäftigs sich die Erfindung. Sie
wird im Einzelnen später anhand der Fig.2 erläutert.
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An die Entnahmevorri chtung schließt sich die insgesamt mit 4 bezeichnete
Reinigungsvorrichtrn an. Am Ende der Gesamtvorrichtung befindet sich die Uberzllgeinrichtuzlg
2, die durch ein Transportband 26 mit der Reinigungseinrichtung 4 in Verbindung
steht.
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Die Zuführrichtung der Transporteinrichtung 3 für die Formkästen 8
ist durch den Pfeil 7 bezeichnet. Der Transporteinrichtung ist eine durch einen
Pfeil 9 angedeutete Abnahmeeinrichtung für geräumte Formkästen 8 zugeordnet.
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Die Reinigungseinrichtung 4 weist drei Bahnabschnitte 11,13 und 14
auf. Der erste Bahnabschnitt 11 besteht aus einem endlos umlaufenden Siebband mit
einer bestimmten Anzahl parallel zueinander in Transportrichtung verlaufender Rillen,
in welchen die Krustenartikel zum zweiten Bahnabschnitt 13 gefördert werden. Dieser
weist eine dem ersten Abschnitt gleiche Anzahl von Rillen auf, die jedoch fächerartig
auseinanderlaufen. Der zweite Bahnabschnitt ist als
Schüttelrutsche
ausgebildet, so daß die Krustenartikel darauf im vergrößerten Querabstand dem dritten
Bahnabschnitt 14 zugeführt werden, der aus einem Gitterband mit entsprechenden längslaufenden
Rillen ausgebildet ist. Im Bereich dieses dritten Bahnabschnittes 14 ist eine Blaseinrichtung
6 vorgesehen, deren Düsen dem noch anhaftenden Puderstaub von den Krustenartikeln
wegblasen.
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Vom dritten Bahnabschnitt 14 werden die Krustenartikel in der dort
eingenommenen Formation an das Förderband 26 übergeben.
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Es ist ohne weiteres erkenntlich, daß die Sunktionsfähigkeit der gesamten
Vorrichtung sehr wesentlich von der Arbeitsqualität der Entnahmevorrichtung 5 abhängig
ist.
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Wie aus Fig.2 ersichtlich, weist diese Entnahmevorrichtung 5 ein etwa
tropfenförmiges Gestell 17 auf, das um eine Achse 18 schwenkbar gelagert ist. Das
Gestell setzt sich im wesentlichen aus einem Antricbsrad 19, das konzentrisch zur
Achse 18 in Richtung des Pfeiles B dreht, und aus einer Anordnung 20 von Spann-
und Umlenkmessern zusammen. Das Gestell 17 ist von einem Förderband 21 umschlungen,
das vom Antriebsrad 19 bewegt wird. Das Gestell 17 ist an einer Tragvorrichtung
22 angeordnet, die in Fig.2 nur durch eine strichpunktierte Linie angedeutet ist.
Sie weist eine Steuerfläche 23 auf, die zum Verschwenken des Gestells mit dem von
der Transportbahn 3 herangetragenen Formkästen 8 zusammenwirkt. Je nachdem taucht
das spitze Ende des Gestells 17 und damit das Entnahme förderband 21 teilweise in
die Formkästen ein oder wird aus deren Verschiebeweg herausgeschwenkt. Der Tragvorrichtung
22 ist eine Einstellschraube 24 zum Verstellen der Eintauchtiefe zugeordnet. Über
dem Entnahmetrum des Entnahmeförderbands 21 sind am Gestell 22 zwei Bürsten 25 angeordnet,
die in Richtung der Pfeile C zum rotieren antreibbar sind.
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Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist wie folgt: Aus dem Reiferaum
1 wird ein Formkast;en 8, gefüllt mit Stärkepuder und darin gegossenen und ausgereiften
Krustenartikeln 10 in Zuführrichtung 7 zur Transportbahn 3 gebracht.
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Die Krustenartikel 10 liegen bekanntlich im Formkasten in einer bestimmten
gegenseitigen Anordnung. Sobald die Vorderkante des Formkastens 8 auf die Steuerkurve
23 der Tragvorrichtung 22 aufläuft, wird das Gestell 17 mit dem Förderband 21 über
die Vorderkante 8 geschwenkt und ta0iht anschließend mit seinem spitzen Ende unmittelbar
hinter der Vorderkante in den Puder ein.
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Der Formkasten 8 bewegt sich stetig weiter; dadurch laufen die Krustenartikel
10 zwangsläufig f da Entnahmetrum des Entnahme förderbandes 5 auf. Diese Bewegung
wird nach durch die rotierenden Bürsten 25 unterstützt, die gieichzeit->g einen
Teil des den Krustenartikeln 10 anhsftenden Puders entfernen. hut dem Entnahmeförderband
behalten die Krustenartikel ihre gegenseitige Lage, insbesondere ihren Querabstand
voneinander bei. Diese Beibehaltung der bestimmten Ordnung bildet ene wesentlicbe
Voraussetzung dafür, daß auch das weitere Fördern der Krustenartikel zu den nächsten
Bearbeitungsstationen, wo ein solcher bestimmter Querabstand unerlässlich ist, selbsttätig
erfolgen kann. Das Zusamnenwirken zwischen den Entnahmeförderband und den 3ürsten.
ist besonders gut, wenn, wie im gezeichneten Beispiel, in Förderrichtung zwei Bürsten
25 hintereinander angeordnet sind, so daß praktisch der gesamte Bereich des Entnahmetrums
von den Bürsten überdeckt wird.
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Die beiden Bürsten laufen in einer Drehrichtung gemäß dem Pfeil C
um, wobei die Rotationsgeschwindigkeit der Bürsten so eingestellt werden kann, daß
ihre Umfangsgeschwindigkeit an der Berührungsstelle
von Bürste und
Entnahme trum der Fortschreitgeschwindigkeit des Entnahmetrums angepaßt ist.
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Hervorzuheben ist, daß das untere Trum 21 mit dem Entnahmetrum des
Entnahmeförderbandes 5 einen verhältnismäßig spItzen Keil bilden, so wird bezüglich
des Entnehmens der Krustenartikel aus den Formkästen zusammen mit den rotierenden
Bürsten ein Optimum erzielt, indem praktisch der gesamte Raum im Formkasten mit
Krustenartikeln belegt sein kann, ohne daß beim Eintauchen des Entnahmeförderbandes
mit dem spitzen Ende die Gefahr besteht, daß dabei Krustenartikel beschädigt oder
gar nicht mit entnommen werden.
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Nachdem das gesamte Entnahme förderband um das Gestell 17 geschlungen
ist, das um eine Achse schwenkbar ist, welches mit der Drehachse des Antriebsrades
19 konzentrisch ist, wird der Vorteil erzielt, daß die Spannung des Entnahmeförderbandes
unabhängig von der Winkel stellung gegenüber der Horizontalen stets gleichbleibt.
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Das dickere Ende des Gestelles 17 bietet außerdem Raum für einen Antrieb
für das Entnahmeförderband lind für die Schwenklagerung des Gestells. Das Gestell
17 kann im übrigen einen zur Schwenklagerung kreisbogenförmig verlaufenden Abschnitt
aufweisen, was den Vorteil hat, daß auch bei einer Schwenkbewegung die Neigung im
Ubergangsbereich zu der anschließenden Fördereinrichtung immer gleich bleibt.
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Die Krustenartikel werden somit der anschließenden Fördereinrichtung
zimmer unter dem gleichen Winkel zugeführt, unabhängig von der Winkelstellung des
Entnahmeförderbandes.
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- Patentansprüche -