DE227106C - - Google Patents

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DE227106C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D04BRAIDING; LACE-MAKING; KNITTING; TRIMMINGS; NON-WOVEN FABRICS
    • D04BKNITTING
    • D04B7/00Flat-bed knitting machines with independently-movable needles
    • D04B7/04Flat-bed knitting machines with independently-movable needles with two sets of needles

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Knitting Machines (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
■- Mi 227106 KLASSE 25 a. GRUPPE
Mehrfachschloßstrickmaschine. Patentiert im Deutschen Reiche vom 17. April 1909 ab.
Als »hinterlegte Fangware« werden solche mit zwei Fäden gestrickte Strickwaren bezeichnet, bei welchen der eine Faden immer auf der vorderen Nadelreihe abgestrickt, auf der hinteren nur gefangen wird, der andere dagegen immer auf der hinteren Nadelreihe abgestrickt und auf der vorderen nur gefangen wird; bei solcher Ware erscheint auf jeder Seite der Ware ein anderer Faden. Solche Muster lassen sich nur auf Strickmaschinen mit Mehrfachschlössern herstellen. Fig. ii zeigt schematisch eine solche Ware.
Fangware mit einreihig versetztem Muster ist solche, bei welcher jede Maschenreihe gegenüber der vorangehenden seitlich verschoben ist.
Solche Muster lassen sich nur auf Strickmaschinen mit Einfachschlössern herstellen, weil das Nadelbett nach jeder Maschenreihe verschoben werden muß. Diese Ware läßt sich in zwei Ausführungen herstellen, nämlich so, daß die Maschenreihen schräg, aber geradlinig am Warenstück verlaufen und so, daß die Maschenreihen in Zickzackform verlaufen.· Fig. 10 zeigt schematisch eine solche Ware letzterer Art.
Eine hinterlegte Fangware mit einreihig versetzten Mustern ist eine solche, welche die Kennzeichen der beiden erwähnten Warengattungen an sich trägt. Solche Ware konnte bisher gar nicht hergestellt werden, weil die bis jetzt bekannten Mehrfachschloßmaschinen (Lambsche oder Rundstrickmaschine) wohl das »Hinterlegen«, nicht aber das »einreihige Versetzen« gestattet, während die Einfachschloßmaschine wohl das »einreihige Versetzen«, nicht aber das »Hinterlegen« gestattet. .
Gegenstand der Erfindung bildet nun eine Maschine, welche die Herstellung solch hinterlegter Fangware mit einreihig versetzten Mustern auf einfache Weise gestattet.
Bei der neuen Maschine arbeiten nun zwei einfache Fangschlösser mit Abstand voneinander und in solcher Weise, daß, wenn das eine Einfachschloß aus den Nadelreihen ausgetreten ist bzw. eine Nadelreihe abgestrickt worden, das Nadelbett verschoben wird, worauf erst das andere Einfachschlöß in die Nadelreihe eintritt.
Die beiliegende Zeichnung zeigt als Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes eine Lamb sehe Strickmaschine, -soweit dies zum Vers-tändinis erforderlich. Es stellen dar:
Fig. ι eine Vorderansicht der Maschine. .
Die Fig. 2 bis 4 zeigen die Maschine im Grundriß bei verschiedenen Stellungen des Schlittens. Die Fig. 5 bis 7 betreffen Einzelheiten.
Fig. 8 ist die Seitenansicht der Maschine, in Fig. ι von rechts gesehen, wobei einige Teile im Schnitt gezeichnet sind.· Die Fig. 10, 11 und 12 zeigen die schon erwähnten Warengattungen.
Die neue Strickmaschine besitzt zwei Schiitten ι und 2 (Fig. 1 bis 4), von denen jeder zwei Platten 3, 4 bzw. 5, 6 aufweist. Die Platten 3 und 4 bilden den Schlitten 1, die Platten 5 und 6 den Schlitten 2. Die beiden Schlitten 1 und 2 sind durch Stangen 27 und 28 starr miteinander verbunden; der Zwischenraum zwischen den beiden Schlitten 1 und 2 ist größer als die Länge der Nadelreihen 38 und 39. Unter den Schlittenplatten 3 bis 6 sind .die bekannten; sog. einfachen Fangschlösser 25 und 26 (Fig. 9) zur Bewegung der Nadeln angebracht, und zwar besitzt jeder Schlitten ein solches Schloß.
Auf den Schlittenplatten 3 bis 6 (Fig. 1 bis 4 und 8) sind Büchsen 7 bis 10 mit darin angeordneten Mitnehmerbolzen 11 bis 14 (Fig. 5 und 8) zum Mitnehmen der Fadenführer 13 und 16 angebracht. Federn 29 haben das Bestreben, die Mitnehmerbolzen 11 bis 14 in der untersten Lage zu erhalten, in welcher die unteren Bolzenenden aus den Büchsen 7,10 herausragen. Die zwei Mitnehmerbolzen 11 und 14 (Fig. 5
to und 8) haben an ihren unteren Enden links und rechts aufrecht stehende gerade Anstoßflächen 30, wogegen der Mitnehmerbolzen 12 an seinem unteren Ende rechts eine schräge Auflauffläche 31 und links eine gerade Anstoßfläche 32, und der Mitnehmerbolzen 13 links eine schräge Auflauffläche 33, rechts eine gerade Anstoßfläche 34 hat.
Auf den Schlittenführungsstangen 17 und 18 (Fig. ι bis 8) sitzen die Fadenführer 15 und 16 verschiebbar und die Hemmschuhe 19 bis 22 fest.
Die Fadenführer 15 und 16 (Fig. 6) haben oben nach außen gerichtete schräge Auflaufflächen 35 und nach innen zu gerade Anstoßflächen 36.
Die Hemmschuhe 19 bis 22 haben oben nach beiden Seiten abgeschrägte Auflaufflächen 37.
Die Bewegung der Schlitten 1 und 2 findet
auf bekannte Weise statt, z. B. bei Handbetrieb durch Kurbel oder Hebel und bei Motorbetrieb durch Kette oder Stange.
Wirkungsweise: Es sei angenommen, die Schlitten 1 und 2 sowie die Fadenführer 13 und 16 befinden sich auf der rechten Seite der Maschine (Fig. 3) und der vordere Fadenführer
15. führe z. B. weißen, der hintere Fadenführer 16 dagegen schwarzen Faden. Beim Gang der Schlitten 1 und 2 von rechts nach links trifft der Mitnehmerbolzen 14 (Fig. 5) mit seiner geraden Anstoßfläche 30 gegen die innere gerade Anstoßfläche 36 des Fadenführers 15 (Fig. 6) und schiebt diesen vor sich her, wodurch weißer Faden in die arbeitenden Nadelreihen eingelegt wird.
Der hintere Fadenführer 16 nimmt vorerst an dieser Bewegung nicht teil, weil die nach außen gerichtete schräge Auflauffläche 33 des Mitnehmerbolzens 13 über den Fadenführer 16 (Fig. 6) hinweggleitet. Sobald jedoch der Mitnehmerbolzen 12 des Schlittens 1 mit seiner geraden Anstoßfläche 32 auf die Anstoßfläche 36 des Fadenführers 16 (Fig. 6) auftrifft, wird auch der hintere Fadenführer vom Schlitten 1 mitgeschoben und schwarzer Faden in die arbeitenden Nadelreihen eingelegt. Das Schloß 26 (Fig. 9) des Schlittens 2 (Fig. 3) ist so eingerichtet, daß beim Gang von rechts nach links der weiße Faden des vorderen Fadenführers 15 auf die hintere. Nadelreihe 39 abgestrickt und von der vorderen Nadelreihe 38 der Faden nur gefangen wird; es wird also hinten eine weiße Maschenreihe gebildet. Das Schloß 25 (Fig. 9) des Schlittens 1 (Fig. 3) strickt dagegen den schwarzen Faden des hinteren Fadenführers 16 auf die vordere Nadelreihe 38 ab, während die hintere Nadelreihe 39 den Faden nur fängt; es wird also vorn eine schwarze Maschenreihe gebildet.
Beim Gang des Schlittens 1 und 2 von links nach rechts (Fig. 4) wird der vordere Fadenführer 15 mit seinem weißen Faden wieder durch den vorangehenden Schlitten 1 mitgenommen, indem die gerade Anstoßfläche 30 des Mitnehmerbolzens 11 (Fig. 5) gegen die Anstoßfläche 36 des Fadenführers 15 (Fig. 6) auftrifft, und es wird weißer Faden verarbeitet. Der hintere Fadenführer 16 mit dem schwarzen Faden wird erst vom nachfolgenden Schlitten 2 mitgenommen, weil der Mitnehmerbolzen 12 mit seiner schrägen Auflauffläche 31 über den Fadenführer 16 hinweggeht und der Mitnehmerbolzen 13 mit seiner geraden Anstoßfläche 34 auf die Anstoßfläche 36. des Fadenführers 16 (Fig. 6). trifft.
Das Schloß 25 (Fig. 9) des Schlittens 1 (Fig. 4) ist so eingerichtet, daß beim Gang von links nach rechts der weiße Faden des vorderen Fadenführers 15 auf die hintere Nadelreihe 39 abgestrickt und auf der vorderen Nadelreihe 38 der Faden nur gefangen wird; es wird also hinten wieder eine weiße Maschenreihe gebidet. go Das Schloß 26 (Fig. 6) des Schlittens 2 (Fig. 4) strickt dagegen den schwarzen Faden des hinteren Fadenführers 16 auf die vordere Nadelreihe 38 ab, während die hintere Nadelreihe 39 den Faden nur fängt; es wird also vorn wieder eine schwarze Maschenreihe gebildet.
Der Weg der Fadenführer 15. und 16 (Fig. 1 bis 4 und 6) wird durch die Hemmschuhe 19 bis 22 begrenzt.
Aus dem Gesagten ergibt sich, daß der schwarze Faden immer vorn, der weiße immer hinten abgestrickt wird; die so erzeugte Ware ist eine hinterlegte Fangware, in welcher der schwarze Faden vorn und der weiße hinten liegt.
Um den Maschenstäbchen eine schräge Riehtung zu geben (Fig. 10), müssen die Nadelbetten nach dem Abstricken jeder Maschenreihe verschoben werden. Dies wird dadurch ermöglicht, daß die beiden Schlösser in einem Abstand voneinander angeordnet sind, der größer ist als die Länge eines Nadelbettes; selbstredend kann das Verschieben nur in denjenigen Stellungen der Schlitten geschehen, in welchen keines der Schlösser in Eingriff mit den Fadenreihen steht.
Befinden sich die Schlitten in der rechtsseitigen Endstellung (Fig. 3), so hat ein Verschieben des Nadelbettes zu geschehen. Wenn die Schlitten dann in die Stellung nach Fig. 2 kommen, hat der Schlitten 2 eine Reihe abgestrickt, worauf das Nadelbett zu verschieben ist.
Nachdem die Schlitten in die linksseitige Endstellung gekommen sind (Fig. 4), hat der Schlitten 1 wieder eine Reihe abgestrickt, worauf das Nadelbett abermals verschoben wird. Mit dem Eintreten der Schlitten in die Stellung nach Fig. 2 hat der Schlitten 1 wieder eine Maschenreihe abgestrickt, worauf das Nadelbett wieder verschoben wird.
Wenn die Schlitten in die rechtsseitige Endstellung nach Fig. 3 gekommen, hat der Schlitten 2 eine Maschenreihe abgestrickt, und es wird wieder das Nadelbett verschoben usf. Es wird also das Nadelbett bei jedem vollen Gang des Schlittens zweimal verschoben.
Das Verschieben des Nadelbettes wird nach Stricken einer Maschenreihe abwechslungsweise um eine Nadel nach links und nach Stricken der folgenden Maschenreihe um eine solche nach rechts vorgenommen. Wird dies beim Abstricken einer bestimmten Anzahl Maschenreihen wiederholt, so werden die Maschen der Ware immer auf der gleichen Seite nach der gleichen Richtung hin gezogen; die Maschenstäbchen verlaufen also schräg (s. Fig. 12, Strecke xx-yy).
Wird nach Abstricken einer bestimmten Anzahl von versetzten Maschenreihen das Nadelbett einmal nicht verschoben, so wird die Rich-. tung der Maschenstäbchen geändert, und man erhält das Bild yy-zz der.Fig. 12, wobei die Maschenstäbchen bei yy die Richtung ändern. Die Strecke xx-yy wie auch die Strecke yy-zz zeigen je das Bild der neuen Ware. Wird das erwähnte Verschieben des Nadelbettes immer in regelmäßigen Abständen unterlassen, so erhalten die Ränder der Ware einen zickzackförmigen Verlauf (Zickzackw?.re). Durch die beschriebene Arbeitsweise entsteht hinterlegte Fangware mit einreihig versetzten Zickzackmustern.
Statt daß, wie im gezeichneten Beispiel, die Einfachschlösser in starrer Verbindung miteinander stehen, könnten auch zwei separate Schlitten, jeder mit einem einfachen Fangschloß versehen, vorhanden sein. Dieselben hätten nacheinander im gleichen Sinne zu arbeiten, und zwar so, daß jeweilen der vorangehende Schlitten am Ende seiner Bahn hält, bis das Nadelbett verschoben und der andere Schlitten ihn wieder erreicht hat.
Unter dem Ausdruck »Mehrfachschloßstrickmaschine« soll außer der Lamb sehen Maschine auch die Mehrfachschloß-Rundstrickmaschine mit geteilten Nadelbetten verstanden sein.

Claims (1)

  1. Pate nt-Anspruch:
    Mehrfachschloßstrickmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß je die über dem nämlichen Nadelbett arbeitenden Einzelschlösser mit solchem Abstand voneinander arbeiten, daß, nachdem das eine derselben aus den Nadelreihen ausgetreten, das andere noch nicht in die letztere eingetreten ist und so ein Verschieben des. Nadelbettes zwischen den beiden Schloßwegen ermöglicht ist,. zum Zwecke, hinterlegte Fangware mit einreihig versetzten Mustern herzustellen.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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