DE228104C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B66—HOISTING; LIFTING; HAULING
- B66B—ELEVATORS; ESCALATORS OR MOVING WALKWAYS
- B66B1/00—Control systems of elevators in general
- B66B1/02—Control systems without regulation, i.e. without retroactive action
- B66B1/06—Control systems without regulation, i.e. without retroactive action electric
- B66B1/12—Control systems without regulation, i.e. without retroactive action electric with devices, e.g. handles or levers, located at a control station for direct control movements, e.g. electric mining-hoist control systems
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Automation & Control Theory (AREA)
- Control Of Conveyors (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- ΛΙ.228104 — KLASSE 35«. GRUPPE
J. IVERSEN in STEGLITZ b. BERLIN.
Sicherheitsvorrichtung für Förder- und ähnliche Anlagen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Mai 1907 ab.
Die bekannten Sicherheitsvorrichtungen, welche die bei Förderanlagen häufig vorkommenden
Unglücksfälle verhüten sollen, sind entweder auslösende oder regelnd wirkende Vorrichtungen. Bei den ersteren wird bei
Überschreitung der Geschwindigkeit die Kraftzuführung abgesperrt und gleichzeitig oder entsprechend
später die Bremse mit sofort voller Kraft angezogen, wodurch die Maschine jedesmal
plötzlich zum Stillstand gebracht wird, was große Unannehmlichkeiten für den Betrieb
nach sich zieht. Bei den regelnd wirkenden Sicherheitsvorrichtungen wird dieser Nachteil
dadurch beseitigt, daß eine verzögernde Kraft nur so lange ausgeübt wird, als eine Geschwindigkeitsüberschreitung
vorhanden ist; hört diese aber auf, so wird das Verzögerungsorgan (z. B. die Bremse) wieder gelöst und die Maschine
läuft unbehindert weiter.
Auch bei dieser Bauart ist es nicht möglich, eine genügende Betriebssicherheit zu erzielen,
da eine genaue Regelung der Geschwindigkeit nur unter ganz bestimmten Betriebsverhältnissen
erreichbar ist. Dieser Nachteil ist hauptsächlich auf die allgemein übliche Verwendung
von Zentrifugalregulatoren oder in ähnlicher Weise wirkenden elektrischen oder hydraulischen
Vorrichtungen zurückzuführen. Veranlaßt wird derselbe dadurch, daß die Verstell-'kraft
der erwähnten Vorrichtungen mit sinkender Tourenzahl sehr schnell abnimmt und bei
den kleineren Geschwindigkeiten, bei denen es besonders auf eine genaue Wirkungsweise ankommt,
viel zu klein ist. Außerdem wird bei normaler Geschwindigkeit gar kein Einfluß auf
die Regelungsorgane (Drosselventil, Bremse, Widerstände) ausgeübt, denn eine Einwirkung
auf die Regelungsorgane kann nur dann und nur so lange erfolgen, als die zulässige Geschwindigkeit
um einen bestimmten Betrag überschritten wird.
Dieser Betrag wird infolge der erwähnten ungenauen Wirkungsweise der Regulatoren um
so größer, je kleiner die Geschwindigkeit ist, und ist außerdem in hohem Maße von der Größe
der Belastung abhängig. Ist diese gering, so ist natürlich eine viel kleinere Verzögerungskraft zur Verminderung der Geschwindigkeit
und folglich auch eine geringere Geschwindigkeitsüberschreitung erforderlich,- als wenn
größere, besonders negative Lasten in Frage kommen.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine Vorrichtung zur Sicherung des Betriebes von
Förder- und ähnlichen Anlagen, welche unter Vermeidung der vorerwähnten Nachteile der
bekannten Sicherheitsvorrichtungen bezweckt, daß auch bei normaler Geschwindigkeit die richtige
Verzögerungskraft selbsttätig ausgeübt wird.
Um diesen Zweck zu erreichen, wird ein Regler verwendet, dessen größte Geschwindigkeit nur
abhängig ist von der jeweiligen Stellung der Fördergefäße, dagegen gänzlich unabhängig von
deren Geschwindigkeit. Der Unterschied, welcher sich zwischen der stets richtigen Geschwindigkeit
des Reglers und der Maschinengeschwindigkeit ergibt, wird dann in geeigneter Weise
zur Beeinflussung der Regelungsorgane benutzt.
Zur Ausführung des Verfahrens kann beispielsweise die in. den beiliegenden Zeichnungen
in Fig. ι in Seitenansicht dargestellte Vorrich-
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tung dienen. Die Fig. 2 und 3 zeigen Einzeldarstellungen der letzteren.
Der gezeichnete Fahrtregler besteht im wesentlichen aus einem Gehäuse A, auf welchem
der gewöhnliche zweispindelige Teufenzeiger B und das Reglergehäuse C aufgebaut sind. Der
Teufenzeiger B wird in bekannter Weise von der Maschinenwelle aus derart angetrieben, daß
seine beiden Wandermuttern 1 und 2 stets die jeweilige Bewegung bzw. Lage der Förderkörbe
im Schachte angeben. Neben den beiden Teufenzeigerspindeln 3 und 4 (Fig. 2) ist eine
feststehende Stange 5 angebracht, die als Führung für das Gegengewicht 6 dient. Dieses ruht
abwechselnd auf einer der Wandermuttern, weshalb es am Anfang des Förderzuges nach
unten, am Ende desselben dagegen nach oben, und zwar mit der Geschwindigkeit der jeweils
mitnehmenden Mutter bewegt wird. Das Gewicht 6 ist durch das über die Rolle 7 gelegte
Seil 8 mit dem in dem Gehäuse C gleitenden Kolben 9 (Fig. 3) verbunden.
Das Gehäuse C ist mit Öl gefüllt, welches
Das Gehäuse C ist mit Öl gefüllt, welches
. beim Sinken des Kolbens von der unteren nach der oberen Kolbenseite durch den Schieber
10 hindurchgedrückt wird. Die hierbei für den Durchgang in Betracht kommende Öffnung
f kann durch Verstellung des Schiebers verändert und dadurch auch die Sinkgeschwindigkeit
des Kolbens beliebig geregelt werden. Diese Regelung erfolgt selbsttätig, und zwar
nur beim Hochgehen des Gewichtes 6 mit Hilfe der auf dessen Rückseite angebrachten Kurve
11, gegen welche die Rolle 12 des den Steuerschieber
10 verstellenden und im Punkte 13 gelagerten Winkelhebels 14 gedrückt wird.
Die Kurve 11 ist nun so ausgebildet, daß der Kolben bei einer bestimmten Stellung des
Gewichtes 6, also bei einer bestimmten Lage der Förderkörbe im Schachte nur mit einer begrenzten
Höchstgeschwindigkeit sinken kann. Die Seilrolle 7 ist in dem um die Welle 15
drehbaren Doppelhebel 16 gelagert, der durch die mit einem Gewicht 17 belastete Stange 18
mit dem um den Bolzen 19 drehbaren Doppelhebel 20 verbunden ist. Von dem Punkte 21
dieses Hebels erfolgt in geeigneter Weise die Einwirkung auf die Regelungsorgane. Während
des Förderzuges spielt sich nun folgender Regelungsvorgang ab: Am Anfange des Förderzuges
befindet sich das Gewicht 6 in der höchsten und der Kolben 9 in der tiefsten Lage. Beim Anfahren
bewegt sich das Gewicht 6 mit der Geschwindigkeit der dasselbe tragenden Mutter nach unten und der Kolben 9 mit gleicher Geschwindigkeit
nach oben, wobei das Öl im Reglergehäuse von der oberen Kolbenseite durch den Kolben hindurch (das kleine, in Schließstellung
gezeichnete Plattenventil 22 öffnet sich hierbei nach unten) nach der unteren Kolbenseite
strömt. Die Abwärtsbewegung des Gewichtes 6 dauert nun so lange, bis dasselbe unten aufsetzt oder bis es von der anderen, aufwärts
gehende Mutter wieder nach oben mitgenommen wird. Von diesem Zeitpunkt an erfolgt
die Regelung, die vorher wenig Zweck haben würde, selbsttätig. Durch die Form der
Kurve 11 ist, wie bereits beschrieben, für jede Stellung des Gewichtes die Größe der Durchgangsöffnung
f und damit die größte Sinkgeschwindigkeit des Kolbens begrenzt. Solange nun die Geschwindigkeit des Gewichtes 6
nicht größer ist als die größte Sinkgeschwindigkeit des Kolbens, verbleibt die Seilrolle 7 in
der tiefsten Lage, und eine Einwirkung auf die Regejungsorgane findet nicht statt. Sobald
jedoch das Gewicht 6 eine größere Geschwindigkeit als der Kolben bekommt, steigt die Rolle,
wobei das an dem langen Arm des Doppelhebels hängende Gewicht 17 mitwirkt. Die Aufwärtsbewegung
der Rolle dauert nun so lange, wie der erwähnte Geschwindigkeitsunterschied zwischen
Gewicht und Kolben besteht. Während dieser Zeit steigt auch der Punkt 21, der mit
den Regelungsorganen verbunden ist, und wirkt auf dieselben in verzögerndem Sinne ein. Dadurch
wird die Geschwindigkeit der Maschine allmählich so weit verringert, daß Gewicht und
Kolben schließlich die gleiche Geschwindigkeit haben. Die Aufwärtsbewegung der Rolle hört
daher auf, und eine weitere Einwirkung auf die Regelungsorgane in noch weiter verzögerndem
Sinne findet nicht mehr statt. Die Maschine hat vielmehr ihren normalen Gleichgewichtszustand
erreicht, und dieser Zustand wird, solange keine äußeren Kräfte den Gang der Maschine
beeinflussen, erhalten bleiben. Durch diese Anordnung wird also erreicht, daß die
Regelungsorgane selbsttätig, der zulässigen Höchstgeschwindigkeit entsprechend, eingestellt
werden. Dabei sind die Belastungsverhältnisse ohne irgendwelchen Einfluß, da die
Rolle stets so hoch steigen wird, daß der Gleichgewichtszustand der Maschine erreicht wird.
Auch die Verzögerung der Maschine am Ende des Förderhubes erfolgt selbsttätig. Zu diesem
Zwecke ist die Kurve 11 so ausgebildet, daß die höchste Sinkgeschwindigkeit des Kolbens allmählich,
und zwar der verlangten Verzögerung entsprechend, verringert wird. Es wird also auch hierbei erreicht, daß der Gang der Maschine
ohne Rücksicht auf die Belastungsverhältnisse stets ganz selbsttätig geregelt wird.
Da die Höchstgeschwindigkeit der Maschine nur abhängig ist von der Stellung des Steuer-Schiebers
10, so kann diese Geschwindigkeit bei der vorliegenden Ausführung in einfachster
Weise dadurch geregelt werden, daß die größte Durchflußöffnung f des Schiebers 10 vom Führerstande
aus begrenzt wird. Zu diesem Zwecke ist auf der Welle 13, auf welcher der Winkelhebel
14 befestigt ist, ein zweiter Hebel 23 auf-
gekeilt, welcher vom Führerstande aus durch den Hebel 24, der im folgenden Fahrhebel genannt
ist, die Verbindungsstange 25, den Doppelhebel 26 und den auf der Stange 27 befindliehen
Anschlag 28 gedreht werden kann. Beim Zurücklegen des Fahrhebels 24 wird die Rolle 12
von der Kurvenbahn 11 abgehoben, der Steuerschieber 10 niedergedrückt und dadurch die
Höchstgeschwindigkeit in der gleichen Weise wie früher selbsttätig begrenzt.
Durch den Fahrhebel 24 können auch- die Regelungsorgane direkt bewegt werden. Zu
diesem Zwecke ist der Doppelhebel 20 auf dem Bolzen 19 des Winkelhebels 30 gelagert, welcher
um den festen Punkt 29 drehbar ist und vom Führerstande aus durch die Stange 27 bewegt
werden kann. Beim Anziehen des Fahrhebels 24 wird der Bolzen 19 und somit auch der Punkt 21
des Doppelhebels gehoben, wodurch die Regelungsorgane in verzögerndem Sinne bewegt werden.
Bei einer bestimmten Stellung des Fahrhebels wird daher nicht nur eine Einstellung des
Steuerschiebers für eine gewisse Höchstgeschwindigkeit, sondern gleichzeitig auch eine
dieser Höchstgeschwindigkeit entsprechende Beeinflussung der Regelungsorgane bewirkt.
Claims (2)
1. Sicherheitsvorrichtung für Förder- und ähnliche Anlagen, bei welcher die Änderung
des Verhältnisses zwischen der zulässigen und der wirklichen Geschwindigkeit zur
Regelung des Ganges der Maschine benutzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die zulässige
Geschwindigkeit mit Hilfe eines durch potentielle Energie bewegten Körpers erzeugt
wird, dem die Energie durch die Sicherheitsvorrichtung während ihrer Bewegung zugeführt wird.
2. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch ι dadurch gekennzeichnet, daß der durch die
potentielle Energie bewegte Körper als Verdrängerkolben ausgebildet ist, der in einem
mit Flüssigkeit gefüllten Zylinder geführt ist, und. dessen Sinkgeschwindigkeit vom
Teufenzeiger oder vom Führer geregelt wird.·
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE228104C true DE228104C (de) |
Family
ID=488515
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT228104D Active DE228104C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE228104C (de) |
-
0
- DE DENDAT228104D patent/DE228104C/de active Active
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