DE2360160C3 - Blockiervorrichtung für einen Kraftfahrzeug-Sicherheitsgurt mit Aufroller - Google Patents
Blockiervorrichtung für einen Kraftfahrzeug-Sicherheitsgurt mit AufrollerInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Blockiervorrichtung mit den Gattungsmerkmalen des Hauptanspruchs.
In der DT-AS 10 98 370 ist ein Hauptkörpergurt für
Flugzeug-Schleudersitze und in diesem Zusammenhang unter anderem eine Blockiervorrichtung beschrieben.
Flugzeug-Schleudersitze sind für die außerordentlich selten auftretenden Fälle konzipiert, in denen der Pilot
beispielsweise nach Havarien od. dgl. das Flugzeug in Sekundenbruchteilen zusammen mit dem Sitz verlassen
muß. Die auftretenden Verhältnisse unterscheiden sich somit grundlegend von denjenigen eines in Großserie
hergestellten Autositzes, bei denen die Sicherheitsgurte nicht nur bei einem Zusammenprall, sondern in ähnlicher Weise auch bei scharfen Bremsungen wirksam
werden müssen. Bei der bekannten Blockiervorrichtung
wird der Gurt zwischen konkaven bzw. konvexen
Klemmflächen einer festen Platte und eines gegenüber dieser Platte schwenkbaren Klemmgliedes eingeklemmt. Das Klemmglied ist durch ein elastisches
Druckorgan beaufschlagt, dessen Wirkungslinie unter einem Winkel von etwa 45° gegenüber der Mittelebene
der Kontaktflächen verläuft Auf Grund der gegenseitigen Zuordnung der Klemmorgane verteilt sich die
Klemmwirkung nicht über eine größere Fläche, sondern die Klemmkräfte wirken entlang einer Linie auf
den Gurt ein, was zu sehr hohen Klemmdrücken und zur Gefahr von Gurtquetschungen führt. Auf Grund
der häufigen Beanspruchungen eines Sicherheitsgurtes für Straßenfahrzeuge, z. B. beim Bremsen oder beim
Durchfahren von Schlaglöchern, können diese Quetschungen zur Zerstörung des Gurtes führen.
Aus der DT-OS 14 56 125 ist eine Klemmeinrichtung
für einen Sicherheitsgurt bekannt, die ein weiteres Herausziehen des angelegten Gurtes verhindert. Der vom
Aufroller ausgeübte ständige Zug wird durch diese Klemmeinrichtung nicht aufgenommen, so daß die
Kleidung des Fahrers vom gespannten Gurt beschädigt und die Bequemlichkeit beeinträchtigt werden kann.
Darüber hinaus läßt sie ein Vorbeugen des Fahrers, wie es beispielsweise zum Erreichen des Handschuhfaches
häufig erforderlich ist, nicht zu. so daß in derartigen Fällen die Gurtschnalle jedesmal gelöst werden muß.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Blokkiervorrichtung für Sicherheitsgurte von Straßen-Kraftfahrzeugen, die bei kompakter und stabiler Ausbildung eine gefährliche Beschädigung der Sicherheitsgurte auch nach langjährigem Betrieb verhindert und die
dem Fahrer im normalen Fahrbetrieb eine optimale Bewegungsfreiheit gibt.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1.
Durch die Ausbildung des Widerlagers in Form eines
abgewinkelten U-Profils entsteht einmal an seiner dem Gurt zugekehrten Seite eine ebene Fläche sowie zum
anderen ein freier Innenraum zur Aufnahme von Einzelteilen des Betätigungsmechanismus. Die abgewinkelten freien Enden des U-förmigen Widerlagers erlauben
eine vernünftige und stabile Befestigung der Blockiervorrichtung an einem Karosserieholm des Fahrzeuges.
Das ebenfalls eine ebene Klemmfläche aufweisende schwenkbare Klemmglied wird gegen die ebene Fläche
des Widerlagers durch Kuppelstangen angepreßt, was eine gleichmäßige Klemmwirkung unter weitestgehender Schonung des Gurtmaterials gewährleistet. Von besonderer Bedeutung zur Erzielung dieser großflächigen
Klemmwirkung ist dabei, daß die Kuppelstangen als zweiarmige Schwenkhebel ausgebildet sind, an deren
einem Arm das Klemmglied angelenkt ist und an deren anderen Armen das elastische Organ und die Betätigungseinrichtung angreifen. Die Schwenkachse der
Kupplungsstangen sitzt in Augen, die im mittleren Abschnitt des Widerlagers angeordnet sind und in den Innenraum hineinragen.
Um unbeabsichtigte Schräglagen des gegebenenfalls
mit einem Reibungsbelag versehenen Klemmgliedes zu vermeiden und die öffnungsweite zwischen dem
Widerlager und dem Klemmglied zu begrenzen, können bei vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung
am Widerlager eine seitliche Führung sowie Anschläge vorzugsweise seitlich befestigt sein.
Eine Ausführung der erfindungsgemäßen Blockiervorrichtung für den Sicherheitsgurt eines Straßen-Kraftfahrzeuges wird im folgenden an Hand der Zeich-
nung näher beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 einen Dreipunkt-Sicherheitsgurt mit der Anordnung der erfindungsgemäßen Blockiervorrichtung
am Karosserieholm in Vorderansicht,
F i g- 2 eine teilgeschnittene Ansicht der Blockiervorrichtung
nach Fi g. 1.
Der Sicherheitsgurt enthält einen ersten Gurtteil 3,
dessen eines Ende an einem Aufwickler 4 angeschlossen ist, der am unteren Teil eines Seitenpfostens 5 des
Wagens angebracht ist. Der Aufwickler enthält in be- ίο kannter Weise eine (nicht gezeichnete) elastische Rückholvorrichtung,
die einen ständigen Zug auf den Gurt 3 ausüben soll. Vom Aufwickler 4 läuft der Gurtteil 3
durch eine Blockiervorrichtung 6, die den Gegenstand der Erfindung bildet und die bei dem gewählten Ausführungsbeispiel
nahe dem oberen Ende des Pfostens 5 befestigt ist; er läuft dann weiter durch einen Ring 7,
der ebenfalls am Pfosten 5 befestigt ist, und von dort auf einer Diagonalen vor der Brust des Insassen 1 vorbei
und bildet so einen Brustgurt 8.
Der Sicherheitsgurt enhält ferner einen zweiten Gurtteil 9, der den Hüftgurt bildet, welcher an seinem
einen Ende mit dem freien Ende des Brustgurtes 8 verbunden ist mittels einer Schnalle 10 zur Befestigung an
einer Verankerungsöse 11, die am Boden 12 des Kraft- *5
wagens befestigt ist. Das andere Ende des Hüftgurtes 9 ist auf der anderen Seite des Insassen 1 und des Sitzes 2
an einer ebenfalls am Boden festen Verankerungsvorrichtung 13 befestigt.
Die Blockiervorrichiung 6 besteht im wesentlichen
aus einer Platte 14, diFTsei dem gewählten Ausführungsbeispiel
die Form eines abgewinkelten U-Profils hat und an ihren beiden Flanschen 14a mittels Schrauben
15 am Pfosten 5 befestigt ist. Diese Platte 14 bildet einen fast ebenen Boden 146 und hat eine Bohrung 14c,
die einen Achszapfen 16 aufnehmen kann. Die Blokkiervorrichtung enthält ferner einen beweglichen Beschlag
17, der mit der Platte 14 durch ein Paar einander paralleler Kuppelstangen 18 verbunden ist, die beiderseits
des Beschlages 17 angeordnet und an der Platte mittels des Achszapfens 16 angelenkt sind. Der Beschlag
17 hat die Form einer zum Boden \4b der Platte parallelen Platte und trägt an seiner dieser Platte zugewandten
inneren Seite eine Schicht 19 aus einem Werkstoff von sehr hohem Reibungskoeffizienten, z. B. aus
aufvulkanisiertem Gummi.
Der Gurtteil 3 des Sicherheitsgurtes ist zwischen der Platte 14, dem Beschlag 17 und den Kuppelstangen 18
hindurchgeführt. Diese Kuppelstangen sind so bemessen, daß, wenn sie zur Platte 14 senkrecht sind, die Weite
des Spaltes zwischen den einander zugewandten Seiten der Platte 14 und des Beschlages 17 etwas größer
als die Dicke des Gurtes 3 ist.
Zwischen der Platte 14 und den Kuppelstangen 18 ist eine elastische Rückholvorrichtung, hier Schrauben-Zugfedern
20, angeordnet. Diese Federn suchen die Kuppelstangen 18 in demjenigen Sinne zu drehen, der
Festklemmen des Gurtes 3 zwischen der Platte 14 und dem Beschlag 17 bewirkt derart, daß, wenn der Gurt,
sich abwickelnd, den Beschlag 17 mitzunehmen sucht, daraus eine Vergrößerung der Klemmwirkung oder,
anders gesagt, eine Selbstklemmung entsteht.
Die Kuppelstangen 18 sind über den Punkt, in welchem sie an der Platte 14 angelenkt sind, hinaus verlängert
und an einem Anker 21 eines Elektromagneten 22 angelenkt, der, wenn er mit Strom gespeist wird, entgegen
den Federn 20 wirkt.
An der Platte 14 befestigte seitliche Führungen 23 dienen dazu, erstens den Beschlag 17 bei seiner Bewegung
zu führen und zweitens mittels einer Schulter 24, an die sich Anschlagstifte 25 des Beschlages anlegen,
die Bewegung des Beschlages, wenn dieser der Wirkung des Elektromagneten 22 ausgesetzt ist, zu begrenzen.
Der Magnet erhält elektrischen Strom aus einer Quelle 26, die die Akkumulator-Batterie des Wagens
sein kann, über einen Unterbrecherschalter 27, der nur in der Offen-Stellung stabil ist.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Einrichtung ist wie folgt: Um den Gurt einzustellen, braucht man
nur den Unterbrecherschalter zu schließen: Der Elektromagnet 22 zieht den Anker 21 an, und die Kuppelstangen
18 kommen in eine Stellung, in der sie zur Platte 114 fast senkrecht sind; denn die Bewegung des Beschlages
17 ist durch die Anschlagstifte 25 und durch die Schultern 24 der Führungen 23 begrenzt (Stellung
der F i g. 2). Der Spalt zwischen der Platte 14 und dem Beschlag 17 ist dann am größten und erlaubt dem Gurt
3, frei zu gleiten.
Wenn der Gurt eingestellt ist, gibt man den Unterbrecher 27 frei; der Elektromagnet 22 erhält dann keinen
Strom mehr, und die Kuppelstangen 18, gezogen von den Federn 20, kommen in ihre in F i g. 2 durch
eine strichpunktierte Linie dargestellte Lage, in welcher der Beschlag 17 den Gurt gegen die Platte 14
klemmt.
Infolge des von den Federn 20 ausgeübten Zuges ist diese Einrichtung vollkommen stabil und wirksam geeignet,
zu verhindern, daß der Gurt 3 vom Aufwickler 4 in Richtung des Pfeiles B bewegt wird.
Wenn bei heftigem Stoß oder scharfem Bremsen der Wageninsasse 1 nach vorn geworfen zu werden droht,
entsteht daraus ein starker Zug am Gurt 3 in Richtung des Pfeiles A. Aber infolge der durch die Federn 20
bewirkten Anpressung und des großen Reibungskoeffizienten zwischem dem Gurt 3 und dem Beschlag 17
führt jedes Streben des Gurtes, sich zu bewegen, nur dazu, daß er nur noch fester eingeklemmt wird, und so
erhält man eine besonders wirksame Klemmung.
Um den Gurt wegzuräumen, braucht man nur, nachdem man die Schnalle 10 der Verankerung 11 gelöst
hat, auf den Unterbrechungsschalter 27 zu drücken. Dann kann der Gurt 3 frei in der Klemm- oder Blokkiervorrichtung
6 gleiten, und er wird normalerweise vom Aufwickler 4 eingeholt.
Es ist also, wie man sieht, die gestellte Aufgabe mit äußerst einfachen Mitteln und mit voller Sicherheit des
Funktionierens gut gelöst.
Folgendes mag noch dazu bemerkt werden:
a) ]e größer die Kraft der Federn 20 ist, um so größer kann die Zugkraft am Gurt 3 in Richtung des Pfeiles ßsein, ohne daß der Gurt gleitet. Man kann dann, ohne daß der Insasse dadurch behindert würde, kräftigere Gurtaufwickler als die bisher üblichen verwenden; die bisher üblichen sind nämlich, insbesondere nach einiger Gebrauchsdauer, oft zu schwach, den Gurt ganz einzuholen.
Ib) Die Einrichtung ist stets imstande, notfalls sofortiges Festklemmen des Gurtes zu bewirken, ohne daß irgendeine Betätigungsvorrichtung, die das Festklemmen einleiten müßte, nötig wäre,
c) Die Einrichtung würde auch funktionieren, wenn ebenfalls die ortsfeste Platte 14 mit einer Schicht eines Werkstoffes von hohem Reibungskoeffizienten bedeckt wäre; aber die Erfahrung zeigt, daß in diesem Fall das Lösen der Klemmeinrichtung schwieriger sein würde, da — z. B. nach scharfem
Folgendes mag noch dazu bemerkt werden:
a) ]e größer die Kraft der Federn 20 ist, um so größer kann die Zugkraft am Gurt 3 in Richtung des Pfeiles ßsein, ohne daß der Gurt gleitet. Man kann dann, ohne daß der Insasse dadurch behindert würde, kräftigere Gurtaufwickler als die bisher üblichen verwenden; die bisher üblichen sind nämlich, insbesondere nach einiger Gebrauchsdauer, oft zu schwach, den Gurt ganz einzuholen.
Ib) Die Einrichtung ist stets imstande, notfalls sofortiges Festklemmen des Gurtes zu bewirken, ohne daß irgendeine Betätigungsvorrichtung, die das Festklemmen einleiten müßte, nötig wäre,
c) Die Einrichtung würde auch funktionieren, wenn ebenfalls die ortsfeste Platte 14 mit einer Schicht eines Werkstoffes von hohem Reibungskoeffizienten bedeckt wäre; aber die Erfahrung zeigt, daß in diesem Fall das Lösen der Klemmeinrichtung schwieriger sein würde, da — z. B. nach scharfem
Bremsen — der Elektromagnet vielleicht nicht stark genug sein würde.
d) Da das Festklemmen des Gurtes am oberen Umkehrpunkt der Diagonale 8 erfolgt, wird vermieden,
daß das Festklemmen sich verzögert, wie das geschehen würde, wenn das Festklemmen auf der
Achse des Aufwicklers erfolgte; in diesem letzten Fall würden nämlich Verzögerungen dadurch entstehen,
daß der auf die Achse aufgewickelte Teil des Gurtes erst zusammengedrückt werden müßte
und daß der senkrechte Teil des Gurtes sich elastisch dehnte.
Wenn man die Anordnung noch vereinfachen will
Wenn man die Anordnung noch vereinfachen will
könnte man den Elektromagneten durch mechanische von Hand zu betätigende Mittel ersetzen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Blockiervorrichtung für einen mit seinem einen Ende an einem Aufroller befestigten Sicherheitsgurt
für Kraftfahrzeuge, die ein ortsfestes Widerlager und ein schwenkbares Klemmglied aufweist, zwischen denen der Sicherheitsgurt hindurchgeführt ist,
und mindestens ein das Klemmglied an das Widerlager andrückendes elastisches Organ sowie eine
<° von Hand zu steuernde Betätigungseinrichtung zum Ausrücken des Klemmgliedes und Freigeben des
Gurtes enthält, dadurch gekennzeichnet, daß das Widerlager (14) die Form eines abgewinkelten U-Profils hat und an seiner dem Gurt (3) züge- '5
kehrten Seite eine ebene Fläche (146) aufweist, daß das schwenkbare Klemmglied (17) ebenfalls eine
ebene Fläche hat, die gegen die ebene Fläche des Widerlagers (14) durch Kuppelstangen (18) anpreßbar ist, an deren freien, in den von dem Widerlager
(14) gebildeten Hohlraum ragenden Armen das elastische Organ (20) und die Betätigungseinrichtung
(21) angreifen.
2. Blockiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ebene Fläche (19) des *5
Klemmgliedes (17) mit einem Werkstoff von hohem Reibungskoeffizienten beschichtet ist.
3. Blockiervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Widerlager (14)
eine seitliche Führung (23) für das Klemmglied (17) aufweist.
4. Blockiervorrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung
einen Elektromagneten (22) enhält, dessen Anker (21) mit dem freien Arm der Kuppelstangen (18)
verbunden ist.
5. Blockiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Widerlager (14) mindestens ein fester Anschlag (24) vorgesehen und am Klemmglied (17) ein weiterer An-
schlag befestigt ist, die beide den Öffnungshub des Klemmgliedes (17) gegenüber dem Widerlager (14)
begrenzen.
6. Blockiervorrichtung nach den Ansprüchen 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die seitliche
Führung (23) und der Anschlag (24) auf dem gleichen Bauteil angeordnet sind, das an dem Widerlager (14) befestigt oder mit ihm einstückig ausgeführt ist.
50
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR7302759 | 1973-01-26 | ||
| FR7302759A FR2215846A5 (de) | 1973-01-26 | 1973-01-26 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2360160A1 DE2360160A1 (de) | 1974-08-08 |
| DE2360160B2 DE2360160B2 (de) | 1975-09-04 |
| DE2360160C3 true DE2360160C3 (de) | 1976-04-08 |
Family
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