DE2404792A1 - Verfahren zum induktiven erwaermen von metallschmelzen - Google Patents
Verfahren zum induktiven erwaermen von metallschmelzenInfo
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Description
Patentanwälte
Dipl.-Ing. Helmut Missling 63 Giessen 31.1.1974
Dipl.-Ing. Richard Schlee Bismarckstraase 43
Dr.-Ing. Joachim Boecker Telefon: (0641) 71019
M/F 11.940
Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget
Västeras/Schweden
Verfahren zum induktiven Erwärmen von Metallschmelzen
Beim induktiven Erwärmen von Metallschmelzen mit niederfrequenten v/echselfeidern, beispielsweise mit netzfrequenten
mit 50 bis 60 Perioden/s, erhält man kräftige Bewegungen in der Schmelze. Wenn ihre Oberfläche sich nicht zu weit
von den die Wechselfelder erzeugenden "wicklungen entfernt befindet, entstehen dabei Niveauunterschiede in der Oberfläche
der Schmelze. Diese Niveauunterschiede können die Form von Höckern oder Hügeln haben. In gewissen B'ällen kann
es wünschenswert sein, diese Niveauunterschiede örtlich zu unterdrücken, beispielsweise um Schlacke abzulassen, die
von den Höckern der Oberfläche eingeschlossen ist.
Gemäß der Erfindung werden Niveauunterschiede in der Oberfläche der Schmelze örtlich dadurch unterdrückt, daß das
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•/"echselfeld örtlich durch eine Platte abgeschirmt wird, die
einen niedrigeren spezifischen Widerstand als die Schmelze hat und im Wechselfeld zwischen Schmelze und der das Wechselfeld
erzeugenden Wicklung an dem Platz angeordnet ist, an dem die Niveauunterschiede unterdrückt werden sollen.
Es hat sich gezeigt, daß das Verfahren gemäß der Erfindung "besonders dann von V/ert ist, wenn Niveauunterschiede in einer
Metallschmelze mit niedriger Badhöhe unterdrückt werden sollen und die Schmelze von einer unter dieser liegenden flachen
Spule erwärmt v/ird.
Die Platte wird vorteilhafterweise aus einem Metall mit niedrigem elektrischen ,widerstand hergestellt, z.B. aus Silber-^· Aluminium
oder vorzugsweise Kupfer. Sie wird am besten wassergekühlt ausgeführt und mit der Dicke hergestellt, die erforderlich
ist, um das Feld abzuschirmen und die Niveauunterschiede in gewünschter Erstreckung zu unterdrücken. Die Platte kann
entweder zwischen der Wicklung und der Schmelze fest montiert werden, d.h. zwischen der wicklung und dem Ofengefäß, in dem
die Schmelze eingeschlossen ist, oder sie kann auch nur zeitweise eingesetzt werden, falls ein ständiges Unterdrücken der
Niveauunterschiede nicht erforderlich ist.
Bei der Herstellung von Metallen durch Schmelzreduktion von .
metalloxydhaltigein Material, wobei dieses mit in dem ge-
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schmolzenen Metall aufgelösten Kohlenstoff in Kontakt gebracht
wird, wurde bereits vorgeschlagen (siehe beispielsweise
die schwedische Patentanmeldung 13630/72), die erforderliche
Reaktionswärme in der I-Ietallschmelze auf induktivem
Veg zu erzeugen. In den Fällen, in denen das o:cydhaltige Material
in feinkörniger Form vorliegt, wurde ferner vorgeschlagen (siehe beispielsweise die schwedische Patentanmeldung
73-00959-1), das Material der blanken, d.h. von Schlacke befreiten Fläche des geschmolzenen und Kohlenstoff enthaltenden
Metalles zuzuführen. Kan vermeidet so, das äußerst heftige Kochen, das auftritt, wenn das Material unter die Hetallflache
eingeführt würde. Um eine hohe Produktion je Ofeneinheit zu erzielen, ist bei dem Einführen von oben her eine große
blanke Metallfläche erforderlich, die man unter anderem erreichen kann, wenn der Ofen als verhältnismäßig flacher Trog
ausgeführt und unter seinem Boden eine Induktionsspule in Form einer Flachspule angeordnet wird.
Durch das Magnetfeld der Induktionsspule wird sich die Oberfläche
des geschmolzenen Metalls sowohl neben den wänden des Troges als auch in dessen Mittelbereich nach unten ziehen.
Es bildet sich ein Hügel aus geschmolzenem Metall parallel zu den Trogwänden und eine Senke im Mittelbereich des Trogs.
Die gewünschte blanke Metallfläche würde kräftig abnehmen, wenn nicht die Schlacke, die sich bei der Reduktion bildet
und in der Senke ansammelt, entfernt würdeo
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Theoretisch kann die Schlacke durch einen Überlauf in Form eines vertikalen Rohres durch den Ofenboden entfernt v/erden.
Ein derartiger in der Schlacke liegender ungekühlter Schlackenablauf würde aber schweren Korrosionsbeanspruchungen ausgesetzt
sein und nur eine sehr kurze Lebensdauer haben.
Die Erfindung ermöglicht es, in der Metallschmelze lokale Hügelbildungen
zu unterdrücken und weiter auch Schlacke abzulassen. Eine solche Ablaßöffnung, die ihre Kühlung durch die Außenfläche
des Ofentroges erhält, bekommt eine normale Lebensdauer.
Gemäß der Erfindung wird die Hügelbildung dadurch unterdrückt, daß eine starke, zweckmäßigerweise mehr als 20 mm dicke Kupferplatte mit angepaßter Breite quer zur Spulenwicklung, aber elektrisch
von dieser isoliert, zwischen der Spule und dem Ofenboden direkt vor dem Ablaßloch in der Trogwand, angebracht wird. Die
Kupferplatte wird mit Kühlkanälen versehen, die an ein geeignetes Kühlwassersystem angeschlossen sind und die in der Platte
erzeugte Wärme ableiten. Die Kupferplatte saugt das Magnetfeld der Spule in einem Bereich auf, der der Fläche der Platte entspricht,
so daß in diesem Bereich die Metallschmelze innerhalb des Troges keinem Feld ausgesetzt wird. Hierdurch wird hier
auch die Hügelbildung unterdrückt, und das Niveau der Metallschmelze im Bereich oberhalb der Kupferplatte wird hauptsächlich
dasselbe sein, wie innerhalb der eigentlichen Senke. Dies ermöglicht es, die Schlacke durch die Trogwand direkt über der
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Kupferplatte abzulassen und dadurch die Senke vorwiegend frei von Schlacke zu halten. Man erhält so eine große blanke Metalloberfläche,
die für Reduktionszwecke zugänglich ist.
Dadurch, daß die Resistivität des Kupfers nur.—>Λ% der des
Roheisens ist, absorbiert die Kupferplatte nur 10% der Leistung,
die in diesem Fall von Roheisen im Bereich über der Platte absorbiert worden wäre. Das Verfahren gemäß der Erfindung bedeutet
somit bei Roheisen und anderen Metallen mit ähnlicher Resistivität
nur kleine EnergieVerluste im Kühlwasser der Kupferplatte.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert,
in dieser zeigen :
Fig. 1 einen horizontalen Schnitt durch einen Schmelzreduktionsofen
gemäß der Erfindung, und
Fig. 2 einen Schnitt in größerem Maßstab entlang der Linie H-II in Fig. 1.
Der gezeigte Ofen hat eine langgestreckte Form, einen ebenen Boden 2 und eine Wand 1 mit einer Ablaßöffnung 3 und einer
Abstichrinne 4 an einem Ende des Ofens. Unter dem Boden 2 des Ofens ist eine flache elektrische Induktionsspule 5
angeordnet, die mit niedrigtrequentem Wechselstrom gespeist wird. Zwischen der Spule 5 und dem Boden 2 des Ofens, in dem
Bereich, der der Ablaßöffnung 3 am nächsten liegt, ist eine Kupferplatte 6 mit Kühlkanälen angebracht, denen Kühlwasser
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durch einen Schlauch 7 zugeführt wird. Die Kupferplatte 6 wird von Führungsleisten 8 getragen, so daß sie bei Bedarf herausgezogen
werden kann und nicht die Spule 5 bedeckt.
Der Ofen ist ferner mit einem vertikalen Zuführungsrohr 9 für Kohlenstaub und mit einem vertikalen Zuführungsrohr 10 für
Eisenerzschlick und schlackenbildendes Material versehen.
Während des Betriebs enthält der Ofen eine verhältnismäßig dünne Schicht 11 geschmolzenen, kohlenstoffhaltigen Roheisens.
Wenn die Spule 5 mit niedrigfrequentem Wechselstrom gespeist wird, wird das geschmolzene Roheisen auf induktivem Weg erwärmt,
Die dabei erzeugten kräftigen Bewegungen im Roheisen sind der Anlaß für einen ringförmigen Hügel 12 auf der Metalloberfläche.
Kohlenstoff v/ird durch das Rohr 9 an der Außenseite des Hügels zugeführt, während Schlick und Schlackenbildner durch das Rohr
10 an der Innenseite des Hügels zugeführt werden. Dadurch, daß der Hügel eine rein metallische Fläche hat, geschieht das Aufkohlen
der Schmelze und die Reduktion des Schlicks schnell und wirksam. Der Schlackenbildner bildet eine Schlackenschicht 13
auf dem Teil der Oberfläche der Schmelze, der innerhalb des ringförmigen Hügels 12 liegt.
Wenn man Schlacke abzulassen wünscht, schiebt man die Kupferplatte 6 in die in Fig. 2 gezeigte Lage. Die resultierende
Abschirmung des elektromagnetischen Feldes hat zur Folge, daß
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der Teil des Hügels, der dem Ablaßloch 3 am nächsten liegt,
eine geringere Höhe bekommt oder ganz -verschwindet. Die
Schlacke 13 fließt zum Ablaßloch 3 und kann abgelassen werden, Wird die Kupferplatte 6 danach herausgezogen, nimmt der Hügel
wieder die Form eines geschlossenen Ringes an.
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Claims (6)
1. Verfahren zum induktiven Erwärmen von Metallschmelzen,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Erwärmung der Schmelze mit einem niedrigfrequenten Wechselfeld Niveauunterschiede in der
Oberfläche der Schmelze örtlich dadurch unterdrückt werden, daß das V/echselfeld durch eine Platte lokal abgeschirmt wird,
die eine niedrigere Resistivität als die Schmelze hat und im
Wechselfeld zwischen der Schmelze und der das Wechselfeld erzeugenden Wicklung an dem Platz angeordnet ist, an dem
Niveauunterschiede unterdrückt werden sollen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Niveauunterschiede in einer Metallschmelze, die eine niedrige
Badhöhe hat und von einer unter derselben angeordneten flachen Spule erwärmt wird, lokal durch eine zwischen dem
Bad und der Schmelze angeordnete Platte mit niedriger Resistivität als die Schmelze unterdrückt werden.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselfeld mit einer wassergekühlten
Metallplatte ausreichender Dicke, vorzugsweise aus Kupfer, abgeschirmt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterdrückung der Niveauunterschiede
in der Oberfläche der Schmelze zum Ableiten der zwischen den Niveauunterschieden eingeschlossenen Schlacke benutzt
wird.' 409 834/0751
5. Ofen zur Herstellung von Metall durch Reduktion von Metalloxyd mit einer kohlenstoffhaltigen Metallschmelze unter induktiver
Erwärmung der Metallschmelze für die Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem Ofenbehälter
mit einem Boden und einer Wand, aus einer unter dem Ofenboden angeordneten ringförmigen Spule, aus Zuführungsanordnungen
für ein kohlenstoffhaltiges Reduktionsmittel zur Oberfläche der Metallschmelze, aus Zuführungsanordnungen für Metalloxyd
und Schlackenbildner zur Oberfläche der Metallschmelze sowie aus einem Ablaßloch in der Wand des Ofens, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Platte (6) aus einem Material niedriger Resistivität zwischen der Spule (5) und Boden (2) des Ofens
unter der Stelle der Ofenwand (1) angeordnet ist, an der das Ablaßloch (3) liegt.
6. Ofen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (6) auf einer Führungsleiste (8) montiert ist.
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