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Schlußlichtvorrichtung zur Anzeige des Bewegungszustandes eines Fahrzeuges
Die Erfindung betrifft eine Schlußlichtvorrichtung zur Anzeigendes Bewegungszustandes
eines Fahrzeuges mit einer Lichtsignalvorrichtung für normale Geschwindigkeit und
mit einer Lichtsignalvorrichtung für kleine Geschwindigkeit und/oder Stillstand,
wobei die Lichtsignalvorrichtung selbsttätig in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit
eingeschaltet wird.
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Kraftfahrzeuge sind an ihrem hinteren Ende mit einer Schlußlichtvorrichtung
ausgerüstet, die bei Dunkelheit oder schlechter Sicht eingeschaltet wird. Die Schlußlichtvorrichtung
enthält einmal im Abstand links und rechts zwei rote Positionslampen. Zum anderen
enthält die Schlußlichtvorrichtung ein sog. Bremslicht, das aus zwei im Abstand
voneinander befindlichen gelben oder roten Lampen besteht und
die
eingeschaltet werden, wenn die Bremse betätigt wird, d.h. wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit
vermindert wird.
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Es ist weiter vorgeschrieben, stillstehende Fahrzeuge durch Blinkiichter
am Fahrzeug oder durch Aufstellen von Einzelblinklichtern und reflektierenden Warnzeichen
abzusichern.
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Dadurch soll der Stillstand des Fahrzeuges für den Fahrer eines nachfolgenden
Fahrzeuges eindeutig gekennzeichnet sein.
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Es ist weiterhin eine Schlußlichtvorrichtung zur Kenntlichmachung
des Bewegungszustandes eines Fahrzeuges bekannt, bei dem die Schlußlichtanlage mit
zwei Lichtsignalen ausgerüstet ist, von denen eins für normale Geschwindigkeiten
bestimmt ist. Das andere ist unabhängig oder in Verbindung mit dem ersteren für
kleine Geschwindigkeit und bzw. für Stillstand vorgesehen. Die verschiedenartigen
Lichtsignale werden von Hand und bzw. selbsttätig in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit
eingeschaltet. Die selbsttätige Einschaltung des Lichtsignals für langsame Fahrt
und bzw. oder für Stillstand wird durch eine Schaltvorrichtung gesteuert, die ihren
Impuls von einem Fahrzeugteil erhält, das zwangsweise Bewegungen in Abhängigkeit
von der Fahrzeuggeschwindigkeit ausführt.
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Als Impulsgeber kann die Welle des Geschwindigkeitsmessers oder dieser
selbst dienen. Das Lichtsignal für langsame Fahrt und bzw. oder für Stillstand kann
aus einer Einrichtung bestehen, in der die Buchstaben oder die Buchstabenfolge H,
Halt, Stop oder andere Zeichen durch Beleuchtung oder Darstellung
mittels
Glühbirnen eindringlich und deutlich sichtbar gemacht werden. Das Lichtsignal für
langsame Fahrt und bzw. oder Stillstand kann als Blinklicht ausgebildet sein. Diese
Anlage unterscheidet sich von der zur Zeit vorgeschriebenen Schlußlichtvorrichtung
dadurch, daß zusätzlich ein Lichtsignal vorgesehen ist, das die Bewegung des Fahrzeuges
bei normaler Geschwindigkeit anzeigt (DBP 860 002).
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Die bekannten Schlußlichtvorrichtungen haben einmal den Nachteil,
daß sie bei schlechter Sicht nicht deutlich genug erkennbar sind und daß vor allem
der Fahrer des nachfolgenden Fahrzeuges nicht erkennen oder abschätzen kann, mit
welcher Geschwindigkeit sich das vorauffahrende Fahrzeug bewegt. Der Fahrer kann
bestenfalls feststellen, daß das vorauffahrende Fahrzeug bremst. Er kann aber nicht
unterscheiden, mit welcher Geschwindigkeit sich das vorauffahrende Fahrzeug bewegt.
Das Bremslicht schaltet auch bei sehr hoher Geschwindigkeit ein, wenn der Fahrer
bremst. Das Bremslicht und die roten Rücklichter sagen also allein über den Geschwindigkeitszustand
des vorauffahrenden Fahrzeuges nichts aus. Eine besondere große Gefahr bilden Fahrzeuge,
die langsam fahren, wie z.B. landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, Baufharzeuge, Schwertransporter
usw., da der nachfahrende Fahrer nicht eindeutig erkennen und nur schwer abschätzen
kann, mit welcher Geschwindigkeit sich diese Fahrzeuge bewegen. Da weiterhin keine
Gewähr gegeben ist, daß die vorgeschriebenen Blinklichter bzw. Warnlichter oder
Warnzeichen aufgestellt werden, kann ein Fahrer eines
nachfolgenden
Fahrzeuges über den Bewegungszustand eines vorausfahrenden Fahrzeuges, von dem er
nur die roten Rücklichter sieht, mit Sicherheit nichts Genaues aussagen. Er ist
hier allein auf seine Beobachtung über die Helligkeit des Rücklichtes, seine Fortbewegungsgeschwindigkeit
abhängig, und das sind alles Faktoren, die nur geschätzt werden können.
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Bei schlechter Sicht wird die Abschätzung noch mehr erschwert.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die geschilderten Nachteile
zu vermeiden und eine Schlußlichtvorrichtung der eingangs genannten Art so auszubilden,
daß der Fahrer des folgenden Fahrzeuges erkennen kann, ob und mit welcher Geschwindigkeit
das vorausfahrende Fahrzeug sich beweg. Die Erfindung besteht bei der eingangs genannten
Schlußlichtvorrichtung darin, daß die Lichtsignalvorrichtung für normale Fahrtgeschwindigkeit
mit mindestens zwei Lichtsignalen unter-/Gt4h schiedlicher Art und Farbe ausgerüstet
ist, die in Abhängigkeit von der Fahrtgeschwindigkeit durch Teile des Fahrzeugantriebes
eingeschaltet sind. Der Fahrer des nachfolgenden Fahrzeuges kann also je nach der
Art des eingeschalteten Lichtsignales erkennen, mit welcher Geschwindigkeit das
vorauf fahrende Fahrzeug sich bewegt. Es können zwei oder auch mehrere Lichtsignale
unterschiedlicher Art - beispielsweise drei Lichtsignalarten - vorgesehen werden,
die drei Fahrtgeschwindigkeitebereichen in den möglichen Fahrtgeschwindigkeiten
entsprechen.
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Gemäß einer einfachen Ausführungsform der Erfindung können die Lichtsignale
aus mindestens zwei über- bzw. nebeneinander angeordneten Rücklichtern bestehen,
wobei bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit ein Rücklicht bzw. eine Rücklichtgruppe
bei einer darüber liegenden Geschwindigkeit zusätzlich ein zweites Rücklicht bzw.
Rücklichtgruppe eingeschaltet wird und so fort. Es können also drei neben- bzw.
übereinander angeordnete Rücklichter bzw. Rücklichtgruppen vorgesehen sein, die
drei Fahrtgeschwindigkeitsbereichen entsprechen.
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Eine andere sehr einfache Ausführungsform besteht darin, daß die Lichtsignalvorrichtung
aus mindestens zweierlei neben- bzw.
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übereinander angeordneten Rücklichtern unterschiedlicher Art und/oder
Farbe besteht, wobei wiederum bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit das eine Rücklicht
bzw. die eine Rücklichtgruppe und bei einer darüber liegenden Geschwindigkeit das
andere Rücklicht bzw. Rücklichtgruppe eingeschaltet wird und so fort.
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Auch hier können drei unterschiedliche Rücklichter vorgesehen sein,
die eindeutig voneinander zu unterscheiden sind und die drei Geschwindigkeitsbereichen
entsprechen.
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Die Rücklichter können in unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen
unterschiedliche Farben haben. Zweckmäßig haben die Rücklichter grüne Farben.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung sind anhand der in den Zeichnungen
schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert, die beide die Rückansicht
eines Kraftfahrzeuges zeigen.
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Das Heck 1 eines Kraftfahrzeuges ist mit einer Schlußlichtvorrichtung
üblicher Art ausgerüstet, die einmal aus einem roten Schlußlicht 2, einem gelben
Bremslicht 3 und/oder Fahrtrichtungsanzeiger und einem bei Rückwärts fahrt eingeschalteten
Scheinwerfer 4 besteht.
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Bei der Ausführungsform nach Fig.1 sind drei grüne Rücklichtanlagen
5, 6 und 7 vorgesehen, wobei
die Rücklichtanlage 5 und 7 beidseitig symmetrisch zur Mitte angeordnet sind, während
sich die Rücklichtanlage 6 in der Mitte befindet.
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Die Anordnung kann nun so getroffen sein, daß die Rücklichtanlage
5 und 7 bei einer Geschwindigkeit von über 40 -80 km/h eingeschaltet sind, während
die Rücklichtanlage 6 bei einer Geschwindigkeit von über 80 - 120 km oder höher
eingeschaltet ist.
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Die Ausführungsform nach Fig.2 unterscheidet sich von der in Fig.1
im wesentlichen dadurch, daß anstelle der Rücklichtleisten 5, 6, 7 beidseitig zwei
Gruppen grüner Rücklichtlampen 8, 9 und 10 angeordnet sind. Die Lampengruppe 8 ist
bei Geschwindigkeiten von beispielsweise über die Gruppe der Rücklichtlampen 9 dagegen
bei Geschwindigkeiten von über 80 km/h und die Gruppe der Rücklichtlampen 10 bei
einer Geschwindigkeit von über 100 km/h.
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Die Anordnung kann auch so getroffen sein, daß die roten Rücklichter
2 nur bei einer Fahrtgeschwindigkeit von ca.
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40 km/h abwärts eingeschaltet sind. Dadurch können Verwirrungen vermieden
werden, wenn neben den roten auch noch grüne Rücklichter brennen. Die roten Rücklichter
sollen nur auf
die Gefahr hinweisen, gleichgültig ob es sich um
ein Fahrzeug oder ein anderes Hindernis handelt, welches durch rote Warnleuchten
kenntlich gemacht wird.
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Im nachfolgenden ist erläutert, wie für den Fahrer des nachfahrenden
Fahrzeuges die Bewegungszustände des vorausfahrenden Fahrzeuges nach Fig.2 erkennbar
sind.
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Eine eindeutige Kennzeichnung des Bewegungs- oder Geschwindigkeitszustandes
eines vorausfahrenden Fahrzeuges wäre folgende: 1. Fahrzeug hält oder bewegt sich
mit einer Geschwindigkeit bis 40 km/h vorwärts.
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Rücklichtschaltung: Beide roten Rücklichter 2 sind automatisch eingeschaltet,
grüne Rücklichter aus.
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2. Fahrzeug fährt mit einer Geschwindigkeit von über 40 -80 km/h.
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Rückllchtschaltung Beide roten Rücklichter sind automatisch ausgeschaltet
worden. Die zwei grünen Rücklichter 8, links und rechts außen, sind automatisch
eingeschaltet.
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3. Fahrzeug fährt mit einer Geschwindigkeit über 80 bis 100 km/h.
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Rücklichtschaltung: Die zwei grünen Rücklichter 8 links und rechts
außen sind wie bei Schaltung 2 automatisch eingeschaltet. Zusätzlich ist die nächste
Gruppe der grünen Rücklichter 9 zugeschaltet.
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4. Fahrzeug fährt mit einer Geschwindigkeit über 100 km/h.
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Rücklichtschaltung: Zusätzlich zur Schaltung nach 4 sind die grünen
Rücklichter 10 zugeschaltet.
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5. Bei Geschwindigkeitsverminderung schalten die Rücklichter in der
gleichen Rückwärtsreihenfolge wieder automatisch aus.
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Die Kennzeichnung des Bewegungs- oder Geschwindigkeitszustandes eines
vorausfahrenden Fahrzeuges nach der Fig.1 ergibt sich sinngemäß.
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Die Anordnung von Rücklichtern gemäß der Erfindung zeigt auch plötzliche
Gefahrenmomente an, z.B. wenn bei einem vorausfahrenden Fahrzeug mit grünen Rücklichtern
plötzlich das gelbe Bremslicht aufleuchtet und die grünen Rücklichter schlagartig
verlöschen und die roten Rücklichter aufleuchten, weiß der nachfolgende Fahrer,
daß der Voranfahrende mit dem Fahrzeug eine Vollbremsung durchführt und Gefahr im
Verzuge ist.
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Geschwindigkeitskontrollen durch die Ordnungsbehörden können bei der
erfindungsgemäßen Anordnung der Rücklichter sehr einfach durchgeführt werden.
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Die am häufigsten vorkommenden Geschwindigkeitsbeschränkungen sind
60 km/h bzw. 80 km/h.
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Die Rücklichtschaltung der Rücklichtgruppe 8 würde dann im Geschwindigkeitsbereich
über 40 km/h bis 60 km/h aufleuchten, die der Rücklichtgruppe 9 von über 60 km/h
bis 80 km/h. Bei höheren Geschwindigkeiten leuchten die Lampen der Rücklichtgruppe
10 auf.