DE2425248A1 - Mehrfarbige direktpositive radiografien - Google Patents

Mehrfarbige direktpositive radiografien

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DE2425248A1
DE2425248A1 DE19742425248 DE2425248A DE2425248A1 DE 2425248 A1 DE2425248 A1 DE 2425248A1 DE 19742425248 DE19742425248 DE 19742425248 DE 2425248 A DE2425248 A DE 2425248A DE 2425248 A1 DE2425248 A1 DE 2425248A1
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silver
direct positive
radiographs
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Hans-Martin Dipl Chem Barchet
Hanns-Ulrich Dipl Chem Meisel
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Filmfabrik Wolfen VEB
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Filmfabrik Wolfen VEB
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    • G03C5/16X-ray, infrared, or ultraviolet ray processes
    • GPHYSICS
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    • G03C1/005Silver halide emulsions; Preparation thereof; Physical treatment thereof; Incorporation of additives therein
    • G03C1/46Silver halide emulsions; Preparation thereof; Physical treatment thereof; Incorporation of additives therein having more than one photosensitive layer

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Description

NACHQEREICHT
VEB Filmfabrik Wolfen Wolfen, den 17. 7. 1974
PN 593
Mehrfarbige direktpositive Radiografien
Die Erfindung betrifft mehrfarbige direktpositive Radiografien mit verbesserten Eigenschaften. Die wesentliche Schwierigkeit der herkömmlichen radiografischen Verfahren besteht in dem geringen Unterschied des Durchdringungsvermögens von Röntgenstrahlen. Auf diese Weise entstehen, insbesondere bei medizinischen Aufnahmen, sehr schwache Aufnahmekontraste, so daß die Detailerkennbarkeit gering bleibt. Zur Erzielung eines wenigstens einigermaßen brauchbaren Kontrastes ist die Verwendung dicker Emulsionsschichten mit hohem Silberhalogenidgehalt nötig, wodurch wiederum das Auflösungsvermögen verschlechtert wird. Die hohe Gußdicke belastet die Herstellungskosten durch einen hohen Silberverbrauch.
In der Medizin muß weiterhin Wert auf hohe Empfindlichkeit des Aufnahmematerials gelegt werden, um die Strahlenbelastung für den Patienten so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grunde kommen nur höchstempfindliche Emulsionen für Aufnahmematerialien in Betracht. Derartige Emulsionen besitzen jedoch ein relativ grobes Korn und daher ein schlechtes Auflösungsvermögen. Zur weiteren Verringerung der Strahlenbelastung hat sich in der Medizin die Verwendung von Verstärkerfolien eingebürgert, die z.B. OaIciumwolframat enthalten, das bei Einwirkung von Röntgenstrahlen blaues Licht emittiert. Derartige Folien verschlechtern
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jedoch durch Streuung zusätzlich das Auflösungsvermögen und zwar desto mehr, je dicker die Halogensilbersehichten des Aufnahmematerials sind.
Zur Verbesserung der angeführten Eigenschaften wurden zahlreiche Versuche unternommen. Insbesondere ist bekannt, die aus den vorgenannten Gründen resultierende geringe Detailerkennbarkeit dadurch zu verbessern, daß das latente oder durch die Entwicklung erhaltene Silberbild auf beliebigem Wege in ein Farbstoffbild überführt wird, wobei sich der Informationsgehalt erhöht.
Die bisher zu diesem Zweck vorgeschlagenen Verfahren sind jedoch unbefriedigend. Eine große Zahl dieser bisherigen Verfahren benötigt zur Herstellung der Aufnahmen eine wesentlich höhere Strahlungsintensität, die aus medizinischen Gründen nicht zu vertreten ist. Andere Verfahren benötigen komplizierte Voraussetzungen in Aufnahmetechnik oder Verarbeitung, die die Anwendbarkeit der Verfahren stark einschränken.
Aus den erwähnten Gründen konnte bisher kaum ein Verfahren zur praktischen Anwendung gelangen. Das bislang einfachste Verfahren, das annähernd die Empfindlichkeit üblicher Eöntgenmaterialien erreicht, wird in der BED-OS 1 946 652 vorgeschlagen. Dabei wird mit Hilfe von Farbkupplern nach dem chromogenen Verfahren ein monochromatisches Farbbild erzeugt, das bei Betrachtung mit farbigem Licht eine gewisse Verbesserung der Detailerkennbarkeit bietet. Allerdings ist es auch nach diesem Verfahren nicht möglich, geringe Aufnahmekontraste in große Farbkontraste zu verwandeln, da durch chromogene Entwicklung nur eine geringe Gradationsversteilerung zu erreichen ist. Aus dem gleichen Grunde kann auch der Silbergehalt pro Flächeneinheit nur in begrenztem Maße gesenkt werden. Die Erhöhung des Informationsgehaltes beruht also lediglich auf dem Übergang vom Schwarz-Weiß-Bild zu einem monochromatischen Farbbild. Der Verbesserung der Detailwiedergabe sind dabei naturgemäß
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enge Grenzen gesetzt. Zur Erzielung eines genügend großen Belichtungspielraums werden hohe Farbdichten benötigt, was ziemlich hohe Gußdicken mit allen damit verbundenen Nachteilen erfordert.
Weiterhin ist es bekannt, farbige Bilder nach dem Silberfarbbleichverfahren zu erzeugen. Auf Grund der hohen Schichtanfärbung wurden Silberfarbbleichmaterialien bisher nur für Kopiermaterialien verwendet. -Lediglich wurde im britischen Patent 799 835 vorgeschlagen, durch Einlagerung schwarzer Farbstoffe in einer gesonderten Schicht unter der Emulsionsschicht empfindliche Materialien für Radiografie zu schaffen. Dieses Verfahren bedingt jedoch durch die notwendige Diffusion des Katalysators aus einer Schicht in die andere einen erheblichen Scharfeverlust und ergibt außerdem nur schwarze bzw. monochromatische Bilder. Außerdem schlägt die BeIg. AS 737 820 ein Radiografiematerial vor, das in verschiedenen Schichten mindestens zwei Bilder mit entgegengestellten Gradationen und kontrastierenden Farben ergibt, wobei zur Erzeugung der gewünschten Bilder auch die Verwendung des Silberfarbblei chverfahrens (z.B. in Kombination mit dem chromogenen Verfahren) vorgeschlagen wird.
Ein derartiges Verfahren weist jedoch zahlreiche Nachteile auf. Durch die Verwendung entgegengestellter Gradationen erhält, man ein Bild, bei dem die Belichtungsunterschiede lediglich zu Unterschieden des Farbtons führen, während die Farbdichte (Helligkeit) über das gesamte Bild etwa gleich bleibt. Ein solches Verfahren ergibt daher nur eine andere Art der Darstellung von Aufnahmekontrasten, jedoch keine wesentliche Verbesserung der Detailerkennbarkeit.
Weiterhin erfordert das in der BeIg. AS 737 820 vorgeschlagene Verfahren sehr lange Verarbeitungszeiten und komplizierte Verarbeitungsmaschinen, um eine Zerstörung der
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auf der Gegenseite gebildeten Azomethinfarbstoffe durch das Silberfarbbleichbad zu vermeiden. Schließlich beziehen sich die in der BeIg. AS 737 820 für die Verwendung von Silberfarbbleichmateraalen angegebenen Beispiele nur auf Anwendungsmöglichkeiten in der Materialprüfung,nicht auf eine medizinische Anwendung.
Zweck der Erfindung ie- ;s, den Kontrast von Radiografien bedeutend zu steigern, die Schärfe zu verbessern und den Silbergehalt von Radiografiematerialien wirtschaft, licher zu gestalten, wobei die gleiche oder eine höhere Empfindlichkeit gegenüber herkömmlichen Schwarz-Weiß-Eöntgenmaterialien erreicht werden soll und die Ausführung des Verfahrens so einfach zu gestalten ist, daß sie im wesentlichen mit den herkömmlichen Anlagen möglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein mehrfarbiges Material für Radiografien mit steilen Gradationen der einzelnen Schichten, geringer Schichtdicke und geringem S über ge halt zu schaffen, das in s einer Empfindlichkeit die üblichen Radiografiematerialien erreicht oder übertrifft sowie ein Verfahren zur Verarbeitung derartiger Materialien zu finden, das in relativ kurzer Zugriffszeit reproduzierbar die visuelle Auswertung und die Speicherung von Information ermöglicht, die in Form durchdringender Strahlung, besonders Röntgenstrahlung, geliefert wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zur direkten oder indirekten Aufzeichnung ein Aufnahmematerial Verwendung findet, das in mindestens zwei voneinander getrennten Schichten je eine hochempfindliche Brom-/Jodsilberemulsion und insgesamt mindestens zwei für das Silberfarbbleichverfahren geeignete Azofarb-
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stoffe enthält, die sich in ihrer spektralen Absorption um mindestens 50 nm -unterscheiden und die zur Belichtung dienende Strahlung nicht oder nur geringfügig absorbieren, und das auf diese Weise erhaltene latente Bild nacheinander einer Schwarz-Weiß-Entwicklung und einer stark gradationsversteilernden Silberfarbbleichentwicklung unterworfen wird, wobei die Bedingungen so gewählt werden, daß mindestens eine G-xadation von 2,5 für jedes farbige Teilbild, erreicht wird.
Die Bezeichnung "direkte oder indirekte Aufzeichnung" schließt jede Art der Einwirkung von Röntgenstrahlen und Strahlung ähnlicher Eigenschaften sowie jede Art von Belichtung ein, die aus den genannten Strahlen durch Umwandlungs- und Verstärkungs-Methoden hervorgerufen wurde, insbesondere Verstärkung durch Wolframat- und andere Verstärkerfolien, Leuchtsehirme und jede Art von elektronischen Verstärkungs- und Übertragungsme tho den.
Für die Höntgenaufnähme oder Aufnahme mit anderen durch-, dringenden Strahlen wird z.B. ein Aufnahmematerial benutzt, das folgenden Aufbau hat» Auf einer fotografischen Unterlage befindet sich eine Aufnahmeschicht, die aus einer hochempfindlichen, möglichst feinkörnigen Halogensilberemulsion - vorzugsweise einer Brom-/Jod-Silberemulsion - und einem hydrophilen Bindemittel vorzugsweise Gelatine - oder einem Bindemittelgemisch besteht und einen für das Silberfarbbleichverfahren geeigneten Azofarbstoff enthält, der im Bereich zwischen 600 und 700 nm hohe Absorption aufweist, dagegen im Bereich zwischen 400 und 500 nm praktisch nicht absorbiert. Außerdem können übliche fotografische Zusätze wie chemische und optische Sensibilisatoren, KLarhalter, Härtemittel, Netzmittel usw. in geeigneter Menge enthalten sein.
Die andere Seite des Sohichtträgers erhält eine zweite fotografische Aufnahmeschioht, die eine um einen defi-
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nierten Betrag geringere Empfindlichkeit besitzt und statt des obenerwähnten Farbstoffs einen purpurnen Azofarbstoff mit einer hohen Absorption im Bereich zwischen 500 und 590 nm enthält, der zwischen 400 und 480 nm nicht oder nur gering absorbiert. Der Empfindlichkeitsunterschied soll so bemessen sein, daß am Ende der Verarbeitung die Farbkurven der beiden Schichten einen Empfindlichkeitsunterschied von 0,5 bis 1,2 Blenden bei der Dichte 1,0 aufweisen. Ea ist selbstverständlich auch möglich, die Aufnahmeschichten übereinander auf einer Seite des Schichtträgers anzuordnen. Dabei ist es zweckmäßig, die beiden Aufnahmeschichten durch eine Gelatinezwischenschicht zu trennen.
Ein nach einem derartigen Verfahren erhaltenes Aufnahmematerial, das gegebenenfalls noch übliche fotografische Hilfsschichten enthält, wird nach der Aufnahme, die z.B. unter Verwendung von Verstärkerfolien erfolgt, einer Schwarz-Weiß-Entwicklung unterworfen. Zweckmäßigerweise bevorzugt man Entwickler und.Entwicklungsbedingungen, die einen möglichst geringen Silberschleier hervorrufen. In einer bevorzugten Ausführungsform werden die üblichen Höntgenentwickler benutzt. In diesem Fall kann das erfindungsgemäße Material gemeinsam mit dem üblichen Schwarz-Weiß-Röntgenmaterial verarbeitet werden. Ea ist jedoch auch eine getrennte Verarbeitung, z.B. eine spezielle Schnellverarbeitung, möglich. Im Anschluß an die Schwarz-Weiß-Verarbeitung wird das Material einem Silberfarbbleichverarbeitungsgang unter-
worfen, der aus einem kräftigen, konzentrierten Silberfarbbleichbad sowie Bleichbad (Rehalogenierungsbad) und Fixierbad bzw. Bleichfixierbad besteht. Durch diese Verarbeitung werden die negativen Silber— bilder relativ flacher Gradation in allen Schichten in positive, farbige Teilbilder sehr steiler Gradation umgewandelt. Es resultiert ein positives, kontrastreiches
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Farbbild, dessen Einzelsohiehten den Kontrast üblicher Schwarz-Weiß-Röntgenbilder erreichen oder übertreffen, gemeinsam aber durch die Färbunterschiede eine erhebliche Kontraststeigerung bewirken.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht auf einen bestimmten Farbstoff beschränkt, vielmehr können alle für das Silberfarbbleichverfahren üblichen Azofarbstoffe verwendet werden, sofern sie im Spektralbereich der Belichtung keine oder eine geringe Absorption zeigen.
Ebenso können für die Silberbleichbäder die auch sonst beim Silberfarbbleichverfahren üblichen Bestandteile und Katalysatoren verwendet werden, wobei man zweckmäßigerweise Konzentrationen und sonstige Bedingungen, z.B. pH-Wert, Bleichzeit und Temperatur, so wählt, daß eine möglichst steile Gradation erreicht wird.
Bekannterweise führen z.B.' Erhöhung der Katalysatorkonzentrationen, Verlängerung der Bleichzeit und Erhöhung der Entwicklungstemperatur im Silberfarbbleichbad sowie Erhöhung der Wasserstoffionenkonzentration zur Gradationsversteilerung, wobei jede dieser Maßnahmen allein oder in Kombination angewandt werden kann. Als besonders günstig hat sich erwiesen, die Gradation so zu steuern, daß die Schicht höherer Empfindlichkeit nach vollständigem Verarbeitungsgang eine Gradation von 2,5 bis 3,5f die Schicht geringerer Empfindlichkeit eine Gradation über 3f5f vorzugsweise über 4»0 besitzt.
Vorteil der Erfindung ist, den visuell erfaßbaren Informationsgehalt von Röntgenmaterialien wesentlich zu erhöhen. Während bei normalen Schwärz-Weiß-Böntgenmaterialien Intensität sunterschie de der Belichtung nur als Helligkeitsunterschiede in Erscheinung treten, führen sie nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu Unterschieden in Farbton, Farbsättigung und Farbdichte (Helligkeit), so daß auch geringe Belichtungsunterschiede zu visuell deutlich wahrnehmbaren Farbkontrasten führen. Diese bedeutende Kontrastverbesserung beruht darauf, daß das Silberbild in zwei Farbbilder unter-
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sehiedlicher Farbe, sehr steiler aber unterschiedlicher Gradation und unterschiedlicher Dichte ungewandelt wird. Falls notwendig, kann der Kontrast zusätzlich in bekannter Weise durch Betrachtung bei farbigem Licht gesteigert werden. Ebenso ist das erfindungsgemäße Verfahren durch diese Vorteile dem in der BeIg, AS 737 820 vorgeschlagenen Verfahren überlegen, bei dem ja - wie bereits oben ausgeführt - Belichtungsunterschiede nur Unterschiede des Farbtons, nicht der Helligkeit hervorrufen.
Der Informationsgehalt wird noch zusätzlich dadurch erhöht, daß das Auflösungsvermögen des erfindungsgemäß en Materials durch Verwendung wesentlich geringerer Schichtdichten gegenüber herkömmlichen radiografischen Materialien verbessert wird.
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht außerdem in der Tatsache, da£> trotz steilerer Gradation der BeiichtungsSpielraum größer als bei handelsüblichen Schwarz-Weiß-Materialien ist. Diese günstige Eigenschaft wird erreicht durch die unterschiedliche Empfindlichkeit der beiden Schichten, wie sie in Kurve 1 dargestellt ist. Auf diese Weise können auf einer Aufnahme mehr Details größerer Dichteunterschiede gleichzeitig dargestellt werden, so daß ein echter Informationsgewinn eintritt.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß der Silbergehalt pro Flächeneinheit des radiografischen Materials stark gesenkt werden kann, da bereits ein Silberbild geringer Dichte und Gradation durch die Silberfarbbleichentwicklung zu einem kontrastreichen Farbbild führt. Vorzugsweise werden Materialien mit einem Silbergehalt zwischen
2 und 5,5 Ag/m angewandt. Während bei Schwarz-Weiß-Röntgenfilmen ein sehr großer Teil des Silbers nach der Entwicklung als bildgebende Substanz im Film verbleibt, kann nach dem erfindungs gemäß en Verfahren das gesamte Silber aus den Verarbeitungsbädern wiedergewonnen werden.
Ein zusätzlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Materials liegt in seiner geringen Gußdicke, die neben der schon er-
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wähnten Schärfeverbeaserting zu einer Verkürzung der Trocknungszeiten führt.
Von besonderem Vorteil ißt die Tatsache, daß das erfindungsgemäße Verfahren ohne nennenswerten zusätzlichen Aufwand leicht überall angewandt werden kann. Nach einer bevorzugten Ausführungsform kann als Erstentwicklung eine normale Röntgenentwicklung dienen, so daß das erfindungsgemäße Material gemeinsam mit. handelsüblichen Schwärz-Weiß-Röntgenmaterial verarbeitet werden kann. Die anschließende Silberfarbbleichentwicklung erfordert keine Dunkelräume, sondern kann bei Tageslicht vorgenommen werden, wodurch als zusätzlicher Vorteil die Möglichkeit der visuellen Kontrolle und der Korrektur durch Variation der Farbentwicklungszeiten besteht. Durch dies· Vorteile ist es besonders dem in der BeIg. AS 737 820 vorgeschlagenen Verfahren weit überlegen.
Weiterhin ist von Vorteil, daß das erfindungsgemäße Verfahren trotz geringen Silbergehalts und hoher Anfärbung handelsüblichen Schwarz-Weiß-Röntgenmaterialien in der Empfindlichkeit nicht nachsteht. Die Ursache dieser günstigen Eigenschaft liegt einesteils in der Tatsache begründet, daß die zur Anfärbung verwendeten Farbstoffe im für die Belichtung verantwortlichen Spektralbereich kaum oder nur ganz gering absorbieren, andererseits aber die bedeutende Gradationevereteilerung dasu führt, daß bei gleicher Schwellenempfindlichkeit die Empfindlichkeit bei Dichte 1,0 (dem für Röntgenfilm üblichen Kriterium) deutlich verbessert ist. Auf diese Weise wird die Strahlenbelastung des Patienten nicht erhöht, während gleichzeitig Kontrast und Schärfe verbessert werden·. Gegenüber dem in der OS 1 946 652 beschriebenen Verfahren hat das erfindungsgemäße Verfahren außer dem beträchtlichen höheren Informationsgehalt noch den zusätzlichen Vorteil einer wesentlich besseren Lagerbeständigkeit der Bildfarbstoffe.
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Die Erfindung soll im Folgenden an einigen Beispielen erläutert werden;
Beispiel 1
Auf cer einen Seite eines fotografischen Sehiehtträgers wird in bekannter Weise eine Brom-/Jodsilberemulsion aufgetragen, die in ihrer Empfindlichkeit den für höchstempfindliche Schwarz-Weiß-Röntgenmaterialien verwendeten Emulsionen entspricht und die je kg Emulsion 12 g blauen Farbstoff der Formel
)H OCH3 OH
C6H5CO
HOxS
-N=N-
einen Stabilisator sowie ein geeignetes Netzmittel enthält. Das Gelatine-Silberhalogenid-Verhältnie wird so gewählt, daß die Schicht 1,9 bia 2,2 g Ag/»2 bei einer Schichtdicke von ca, 5/um enthält· Auf die gegenüberliegende Seite dee Schichtträgers wird eine feinkörnige BroBw/Joä-silberemulsion definiert geringerer Empfindlichkeit aufgebracht, die je kg Emulsion 10 g eines Azofarbstoffes der Formel
C6H5CO
HOCO6H5
einen Stabilisator, ein geeignete· Beizmittel und ein Ietsmittel enthält. Der Silbergehalt der Schicht beträgt 2,2 bis 2,5 g Ag/m bei einer Schichtdicke von ca. 6/um. Beide Schichten erhalten einen gehärteten Gelatineüberzug von 2/um Dicke.
Nach beiderseitiger Belichtung mit blauem Licht gemäß TGL
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143/408, Blatt 10, wird folgende Schwarz-Weiß-Erstentwicklung vorgenommen:
5 min Röntgenentwickler ORWO 30 20 O
σ
15 sec Unterbrecher ORWO 200 20 0C
5 min Fixierbad ORWO A 314 20 0C
5 min Wässern fließendes
Leitungswasser 12 bis 15
Falls erwünscht, ist auch eine Schnellentwicklung in Verarbeitungsmaschinen möglich, wie sie sonst für SW-Röntgenmaterialien angewandt wird.
Das erhaltene Silberbild auf farbigem Grund zeigt eine Gradation von 0,7 iHid eine Maximal dichte von 1,05 über dem Schleier. Dieses schwache Bild wird in der anschließenden Silberfarbbleichentwicklung verstärkt, die aus folgenden Teilschritten besteht:
a) Silberfarbbleichbad folgender -Zusammensetzung
15 g/l Kaliumiodid
10 g/l Kaliumhypophosph.it
100 g/l Chinolin
100 mg/1 2-Amino-3-hydroxy-phenazin
100 ml/l konz. Schwefelsäure
3 min bei 22 0C
b) 30 see Zwischenwässerung (20 bis 25 0C)
c) Bleichbad der Zusammensetzung
100 g/l krist. Kupfersulfat
80 g/l Kaliumbromid .
15 ml/1 konz. HGL
2 min bei 20 bis 25 0O
d) 1,5 min Fixierbad ORWO A 314 bei 20 bis 25 0O
e) 3 min SchlußWässerung
Die Ausmessung der auf diese Weise erhaltenen Farbkurven am objektiven Farbdichtemesser bringt folgende Ergebnisset
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Rotfilter max min 2425248
Grünfilter 2,8 0,02 G
hinter 2,2 0,04 2,5
hinter 4,0
Die Farbkurven sind in At)I). 1 im Vergleich zu der charakteristischen Kurve eines handelsüblichen Schwarz-Weiß-Eöntgenmaterials der Empfindlichkeit 57 BEZ nach TGL 143/ 408, Blatt 10, dargestellt, das auf die gleiche Weise belichtet und Schwarz-Weiß-entwickelt worden war.
Beispiel 2
Das in Beispiel 1 beschriebene Material wird zur Abbildung eines Schädelphantoms benutzt. Die Belichtung erfolgt mit 50 kV, 15 mAsec unter Verwendung eines 0,5 mm-Cu-FiIters mit einem PiIm-Pocus-Abstand von 141 cm, wobei sich der PiIm in einer Kassette befindet, die beidseitig CaIciumwoIframat-Verstärkerfolie (Handelsbezeichnung: Berluxfolie universal) enthält.
Die Verarbeitung erfolgt wie bei Beispiel 1. Die visuelle Auswertung ergibt eine deutlich verbesserte Detailwiedergabe im Vergleich zu dem handelsüblichen Schwarz-Weiß -Röntgenmaterial aus Beispiel 1, das in gleicher Weise belichtet wurde. Die dickeren Khochenteile erscheinen dunkelblau, die dünneren rot.
Beispiel 3
Auf einem fotografischen Schichtträger wird eine Brom-/Jodsilberemulsion aufgetragen, die je kg Emulsion 10,5 g blaugrünen Farbstoff der Formel
C6H5CO
CH,
NHCOO6H,;
- SO ,H
-N=N-
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sowie die üblichen fotografischen Zusätze enthält. Der Silber-
gehalt der Schicht beträgt ca. 3,0 g Ag/m bei einer Schichtdicke von 5 /um. Auf diese Schicht wird eine Gelatinezwischenschicht der Dicke 2,5 /um und danach eine Brom-Jodsilberemulaion etwas höherer Empfindlichkeit als die der unteren Schicht aufgetragen, die pro kg Emulsion 14 g Purpurfarbstoff der Ii1O rmel
NHSO2-
-SO ,H
und die üblichen fotografischen Zusätze enthält. Die Dicke der Schicht beträgt ca. 4,5 /tun, der Silbergehalt etwa 1,9
2 g/m ·
Nach Belichtung und Verarbeitung analog Beispiel 1 erhält man folgende Wertet
hinter Rotfilter hinter Grünfilter
max
2,5
2,1
1W
0,04
0,05
4,6
2,5
Die Abbildung eines Schädelphantoms analog Beispiel 2 zeigt bei der visuellen Auswertung eine wesentliche Verbesserung der Detailerkennbarkeit gegenüber einem bei gleichen Bedingungen belichteten Schwarz-Weiß-Material einer Empfind·,-lichkeit von 57 BEZ nach TGL 143/408, Blatt 10. Die dickeren Knoehenteile erscheinen violett, die dünneren blaugrün.
-H-
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Claims (6)

Patentansprüche
1. Mehrfarbige direktpositive Radiografien, dadurch gekennzeichnet, daß ein Aufnahmematerial,
■ das in mindestens zwei voneinander getrennten Schichten je eine hochempfindliche Brom-/Jodsil"beremulsion und insgesamt mindestens zwei für daa Silberfarbbleichverfahren geeignete Azofarbstoffe enthält, die sich in ihrer spektralen Absorption um mindestens 50 mn unterscheiden und die zur Belichtung dienende Strahlung nicht oder nur geringfügig absorbieren, schwarz-weiß entwickelt und danach kräftig, stark gradationsversteilernd, nach dem Silberfarbbleichverfahren entwickelt ist, wobei die Bedingungen so gewählt sind, daß mindestens eine Gradation von 2,5 für jedes farbige Teilbild erreicht ist.
2. Mehrfarbige direktpositive Radiografien nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Azofarbstoffe sich in zwei Emulsionsschichten unterschiedlicher Empfindlichkeit und Gradation befinden, die auf den beiden Seiten einer fotografischen Unterlage angeordnet sind.
3. Mehrfarbige direktpositive Radiografien nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Azofarbstoffe eich in zwei Emulsionsschichten unterschiedlicher Empfindlichkeit und Gradation befinden, die auf einer Seite einer fotografischen Unterlage angebracht und durch eine Gelatinezwischenschicht getrennt sind.
4· Mehrfarbige direktpositive Radiografien nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht höherer Empfindlichkeit nach vollständigem Verarbeitungsgang eine Gradation von 2,5 "bis 3,5, die Schicht geringerer Empfindlichkeit eine Gradation über 3,5, vorzugsweise über 4,0, besitzt.
409883/1201 " 15 "
5· Mehrfarbige direktpositive Radiografien nach. Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Empfindlichkeit beider Schichten - gemessen bei Dichte 1,0 - sich um 0,3 bis 1,5 vorzugsweise 0,5 bis 1,0, Blenden unterscheidet.
6. Verfahren zur Herstellung von mehrfarbigen direktpositiven Radiografien, dadurch gekennzeichnet, daß ein in mindestens zwei voneinander getrennten Schichten je eine hochempfindliche Brom-/Jodsilberemulsion und insgesamt zwei für das Silberfarbbleichverfahren geeignete Azofarbstoffe, die sich in ihrer spektralen Absorption um mindestens 50 mn unterscheiden und die zur Belichtung dienende Strahlung nicht oder nur geringfügig absorbieren, enthaltendes Aufnahmematerial einer Schwarz-Weiß-Entwicklung und darnach einer stark gradationsversteilemden Silberfarbbleichen twic kl ung unterworfen wird, deren Bedingungen so gewählt sind, daß mindestens eine Gradation von 2,5 für jedes farbige Teilbild erreicht wird.
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Leerseite
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GB (1) GB1474782A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0126644A3 (en) * 1983-05-20 1985-11-27 Konishiroku Photo Industry Co. Ltd. Light-sensitive silver halide photographic material for x-ray photography

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EP0126644A3 (en) * 1983-05-20 1985-11-27 Konishiroku Photo Industry Co. Ltd. Light-sensitive silver halide photographic material for x-ray photography

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GB1474782A (en) 1977-05-25
BE816903A (fr) 1974-10-16
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