-
"Aufgabebunker" Die Erfindung betrifft einen Aufgabebunker zum Aufnehmen
von durch selbstkippende Fahrzeuge, Schaufelstapler oder dgl. angeliefertem schüttfähigem
Gut, insbesondere Rüben, mit einer Einrichtung zum steuerbaren Beschicken eines
Schwemmrinnensystems mit dem im Bunker gelagerten Gut, bei dem der Schwemmrinnenanfang
unterhalb des Bunkerauslaufes angeordnet ist und eine zur Lenkung des Gutes dienende
Abdeckung aufweist.
-
In zahlreichen Zuckerfabriken werden die zu verarbeitenden Rüben durch
selbstkippende Lastkraftwagen angeliefert, die ihre Ladung in einen Aufgabebunker
kippen, der seinerseits Uber ein Schwemmrinnensystem mit einer Beschickungsvorrichtung
für die Rüben wäsche oder dgl. verbunden ist. Zur leichten Beschickung der Schwemmrinne
ist es bekannt, den Schwemmrinnenanfang unterhalb des Aufgabebunkers anzuordnen
(vgl. französische Patentschrift 1 299 582). Zu diesem Zweck erstreckt sich der
Schwemmrinnenanfang entlang einer senkrechten Symmetrieebene des Bunkers
über
dessen ganze Ausdehnung. Im Abstand oberhalb des Bunkerbodens ist über den Schwemmrinnenanfang
eine dachförmige Abdeckung in Form einer Ablenkplatte angeordnet, unter deren Seitenkanten
die Rüben in die Schwemmrinne gelangen können.
-
Die Überführung der Rüben in den Schwemmrinnenanfang erfolgt mit Hilfe
von Druckwasserdüsen, die hin und her schwenkbar sind und deren Reichweite und Wassergeschwindigkeit
einstellbar sind.
-
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Aufgabebunker der
eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß bei einfachem Aufbau und der Vermeidung
des Einspülens der Rüben aus dem Aufgab-ebunker in den Schwemmrinnenanfang die Rüben
zuverlässig und in dosierter Weise in den Schwemmrinnenanfang eingebracht werden
können, ohne daß die Einbringung durch Brückenbildung oder dgl. beeinträchtigt wird,
wobei gleichzeitig eine hohe Aufnahme und Abgabeleistung des Autgabebunkers erreicht
werden sollen.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Abdeckung
einen beweglichen Teil des Bunkerbodens bildet, mit dessen Hilfe die Größe und/oder
die Lage der Bunkerauslauföffnung in bezug auf die Eintrittsöffnung des Schwemmrinnenanfanges
veränderbar sind. Auf diese Weise kann der Aufgabebunker durch entsprechende Ausdehnung
in einer Richtung ein beliebiges Fassungsvermögen erhalten, während gleichzeitig
gewährleistet wird, daß die Rüben ohne Verwendung von Wasserstrahldüsen
zuverlässig
und in dosierter Weise aus dem Bunker in den darunterliegenden Schwemmrinnenanfang
eingebracht werden können. Durch den beweglichen Teil des Bunkerbodens läßt sich
der Querschnitt des Bunkerauslaufes in vorbestimmter Weise einstellen.
-
Darüber hinaus läßt sich jedoch diese Auslauföffnung ohne Beeinträchtigung
oder Veränderung der eingestellten Querschnittsgröße in ihrer relativen Lage zu
der Eintrittsöffnung-des Schwemmrinnenanfanges verändern, und zwar fortlaufend,
so daß durch diese fortlaufende Bewegung jegliche Brückenbildung der darüber im
Bunker befindlichen Rüben ausgeschlossen wird und diese im Bereich des Auslaufes
in ständiger Bewegung gehalten und damit mit hoher Geauigkeit in die Schwemmrinne
eindosiert werden können.
-
Vorteilhafterweise ist der Bunker in Förderrichtung des Schwemmrinnenanfanges
langgestreckt so ausgebildet, daß er von drei Seiten her mittels Kippfahrzeugen
oder dgl. beschickt werden kann. In diesem Falle erstreckt sich der-bewegliche Teil
des Bunkerbodens über die ganze Länge des Bunkers, so daß das eingeschüttete Gut
gleichförmig von allen Stellen des Bunkers in den Schwemmrinnenanfang eingespeist
werden kann. Hierbei ergibt sich eine hohe Aufnahme- und Abgabeleistung des Bunkers.
-
Besonders vorteilhaft ist es, wenn der bewegliche Teil des Bunkerbodens
zwei voneinander unabhängig bewegbare Leitwände aufweist.
-
Diese können dabei zweckmäßigerweise zur senkrechten LUngsmittelebene
des Schwemmrinnenanfangs etwa symmetrisch ausgebildet und angeordnet sein und Schließklappen
bilden, mit denen der Bunkerauslauf
vollständig abgeschlossen bzw.
die Bunkerauslauföffnung auf jede gewünschte Querschnittsgröße eingestellt werden
kann.
-
Darüber hinaus läßt sich diese eingestellte Auslauföffnung jedoch
durch gegenläufig fortlaufende Bewegung der Schließklappen quer zur Förderrichtung
des Schwemmrinnenanfanges hin und her verlagern. Vorteilhafterweise ist dabei eine
die Bewegung der Bodenklappen steuernde Einrichtung vorgesehen. Durch diese Steuereinrichtung
kann automatisch und in Abhängigkeit von der Weiterverarbeitungsgeschwindigkeit
der Rüben bzw. vom Füllstand des Bunkers die Offnungsbreite des Bunkerauslaufs vorgewählt
und die relative Schwenkbewegung der beiden Klappen pro Zeiteinheit gesteuert werden.
Hierbei ergibt sich eine einfacheuid genaue Anpassungsmöglichkeit dieser Größen
an die einzuwerfende und somit an die dauernd einzuschwemmende Rübenmenge, Damit
erhält man eine automatische Mengensteuerung, die vom Füllstand des Bunkers her
geregelt wird oder aber von der Stellung eines Schwingschiebers der Schwemmrinne
oder einer anderen Zuteil- oder Transporteinrichtung.
-
G Die innerhalb der beweglichen Teile des Bunkerbodens in einer begehbaren
Kammer des Bunkers angeordnete Schwemmrinne kann als Blechrinne ausgebildet sein,
die jenseits des Bunkers in eine normale Schwemmrinne aus Beton mündet. Im Bereich
des Bunkers sollte die Neigung der Schwemmrinne mindestens 20 bis 25 mm pro m betragen,
um eine rasche Austragung der Rüben aus dem Bereich des Schwemmrinnenanfanges zu
gewährleisten. Das Transportwasser
für die Rüben kann dabei als
Hinterwasser in bekannter Weise eingeführt werden. Davon unabhängig kann im Bereich
des Schwemmrinnenanfanges beidseitig an bestimmten Stellen weiteres Transportwasser
zugespeist werden.
-
Die Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen an
einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
-
Es zeigen: Fig. 1 einen senkrechten Querschnitt durch den Aufgabebunker
gemäß der Erfindung und Fig. 2 eine'Draufsicht auf den Bunker nach Fig.1.
-
Im dargestellten Beispiel ist der Aufgabebunker 1 in Form eines Betonbunkers
ausgebildet, der in Förderrichtung 6a eines Schwemmrinnenanfanges 6 langgestreckt
ausgebildet ist und im oberen Bereich durch relativ steile Seitenwände 4a, 4b und
4c auf drei Seiten begrenzt ist. Die Abmessungen des Bunkers 1 sind in Draufsicht
zweckmäßigerweise so gewählt, daß er, wie aus Fig.2 ersichtlich, von drei Seiten
her durch Kippfahrzeuge oder, wie in Fig.1 dargestellt, durch Schaufelfahrzeuge
beschickt werden kann, wobei jeweils an den Längsseiten zwei nebeneinander stehende
selbsttätig rückwärts kippende Fahrzeuge entladen werden können. Ein weiteres Fahrzeug
kann von der Stirnseite her zum Entladen an den Bunker heranfahren. Der Bunkerrand
3 ist auf allen drei Seiten 3a, 3b und 3c so weit über den Boden 2 hinaus geführt,
daß die Fahrzeuge dicht heranfahren können, ohne daß
der Kippvorgang
behindert wird.
-
Der aus Beton bestehende Bunker 1 weist unterhalb seines Bodens eine
Bunkerkammer 5 auf, in der mittig ein im dargestellten Beispiel aus Blech bestehender
Schwemmrinnenanfang 6 angeordnet ist. Die Schwemmrinnenhöhe und die Tiefe des Bunkerraums
5 sind so gewählt, daß der Bereich beiderseits neben der Schwemmrinne frei begangen
werden kann.
-
Die Steilwände 4 des Bunkers enden jeweils in einer unteren Kante
7, unterhalb der der Bunkerquerschnitt hinterschnitten ist und in den Bunkerraum
5 übergeht. Im Bereich unterhalb der Kanten 7 sind beiderseits der senkrechten Längsmittelebene
des Schwemmrinnenanfanges 6 symmetrisch zur Längsrichtung des Bunkers parallele
Schwenkachsen 14,15 für zwei den Boden des Bunkers bildende bewegliche Teile fest
angebracht. Im dargestellten Beispiel sind diese beweglichen Teile in Form von Bodenklappen
8 und 9 ausgebildet, die symmetrisch zu der genannten Ebene gestaltet und angeordnet
sind. Diese Bodenklappen 8 und 9 können jeweils unabhängig voneinander in Richtung
der eingezeichneten Doppelpfeile verschwenkt werden. Zudiesem Zweck ist eine Betätigungseinrichtung
vorgesehen, die im dargestellten Beispiel in Form von Drucknittelzylindern ausgebildet
ist, die in dem Bunkerraum 5 angeordnet sind und sich an einem Ende am Bunker und
am anderen Ende an der zugehörigen Bodenklappe abstützen.
-
Der Druckmittelzylinder für die Bodenklappe 8 ist mit 16 und der Zylinder
für die Bodenklappe 9 mit 17 bezeichnet. Anstelle
der Druckmittelzylinder
können andere Schwenkeinrichtungen vorgesehen sein.
-
Die beiden Bodenklappen 8 und 9 erstrecken sich, wie aus Fig.2 hervorgeht,
über die ganze Länge des Bunkers. Sie können in eine Endstellung gebracht werden,
in der sie die Auslauföffnung 12 des Bunkers vollständig verschließen. Sie können
aber auch durch gegenläufige Schwenkbewegungen in jede beliebige Zwischenstellung
gebracht werden, in der sie die Auslauföffnung 12 begrenzen, und zwar mit den sich
gegenüberliegenden Längskanten 10 und 11 der beiden Bodenklappen. Die Weite und
damit der Auslaufquerschnitt der Bunkerauslauföffnung kann auf jeden gewünschten
Wert eingestellt werden. Bei 8a und 9a ist eine Stellung gezeigt, bei der dieser
Querschnitt etwa die halbe Breite von der in Fig.1 dargestellten Auslauföffnung
12 aufweist.
-
Es ist weiterhin eine nicht dargestellte Steuereinrichtung vorgesehen,
um die Druckmittelzufuhr zu den beiden Zylindern 16 und 17 nach einem vorbestimmten
Programm und ggfs. in Abhängigkeit von sich ändernden Größen zu steuern. Die sich
ändernden Größen können beispielsweise der Füllungsgrad des Bunkers 1 sein oder
die Leistung einer die durch das Sehwemmrinnensystem zugeführten Rüben verarbeitenden
Einrichtung. Auf diese Weise läßt sich der Austrittsquerschnitt, der durch die beiden
Klappen 8 und 9 für den Durchtritt der Rüben freigegeben wird, auf den jeweils optimalen
Wert einstellen.
-
Unabhängig davon werden jedoch die Bodenklappen durch die Programmsteuereinrichtung
fortlaufend gegenläufig bewegt, und zwar im wesentlichen unter Aufrechterhaltung
der voreingestellten Querschnittsgröße der Auslauföffnung 12. Aufgrund dieser gegenläufigen
Bewegung verlagert sich die Austrittsöffnung 12 in Querrichtung gegenüber der Eintrittsöffnung
13. Gleichzeitig werden dadurch die über den Bodenklappen liegenden Rüben in ständiger
Bewegung gehalten, so daß es zu keiner Brückenbildung kommen kann. Hierdurch läßt
sich eine gleichmäßige Austragung der Rüben in die Schwemmrinnen ebenso wie eine
genaue Dosierung der Rübenzufuhr zu der Schwemmrinne gewährleisten. Es kann damit
eine gleichförmige und genaue Steuerung auch bei großem Rübenanfall ebenso wie bei
kleinen Rübenmengen erreicht werden. Bei einfachem Aufbau weist die Anordnung eine
hohe Leistung auf, ohne daß es notwendig wird, mit Wasserstrahldüsen die Rübenaustragung
zu steuern. Das für die Schwemmrinne erforderliche Wasser kann als Hinterwasser
zugeführt werden, wobei an einer oder mehreren Stellen der im Anfangsbereich aus
Blech gebildeten Schwemmrinne 6 einseitig oder beidseitig Einrichtungen zur Zuführung
von Zusatzwasser vorgesehen sein können.