DE2455341C3 - Verfahren zur Ermittlung des Windprofiles von Höhenwinden - Google Patents
Verfahren zur Ermittlung des Windprofiles von HöhenwindenInfo
- Publication number
- DE2455341C3 DE2455341C3 DE2455341A DE2455341A DE2455341C3 DE 2455341 C3 DE2455341 C3 DE 2455341C3 DE 2455341 A DE2455341 A DE 2455341A DE 2455341 A DE2455341 A DE 2455341A DE 2455341 C3 DE2455341 C3 DE 2455341C3
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- wind
- rocket
- radar
- missile
- speed
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 35
- 238000005259 measurement Methods 0.000 claims description 19
- 239000000523 sample Substances 0.000 claims description 5
- 239000000779 smoke Substances 0.000 claims description 3
- 235000015842 Hesperis Nutrition 0.000 claims 1
- 235000012633 Iberis amara Nutrition 0.000 claims 1
- 230000015556 catabolic process Effects 0.000 claims 1
- 230000000694 effects Effects 0.000 claims 1
- 230000002452 interceptive effect Effects 0.000 claims 1
- 239000005435 mesosphere Substances 0.000 claims 1
- 230000008901 benefit Effects 0.000 description 3
- 230000001419 dependent effect Effects 0.000 description 3
- UFHFLCQGNIYNRP-UHFFFAOYSA-N Hydrogen Chemical compound [H][H] UFHFLCQGNIYNRP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 2
- 238000012937 correction Methods 0.000 description 2
- 229910052739 hydrogen Inorganic materials 0.000 description 2
- 239000001257 hydrogen Substances 0.000 description 2
- LPLLVINFLBSFRP-UHFFFAOYSA-N 2-methylamino-1-phenylpropan-1-one Chemical compound CNC(C)C(=O)C1=CC=CC=C1 LPLLVINFLBSFRP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 1
- 241000132539 Cosmos Species 0.000 description 1
- 235000005956 Cosmos caudatus Nutrition 0.000 description 1
- 239000002775 capsule Substances 0.000 description 1
- 230000009194 climbing Effects 0.000 description 1
- 238000011161 development Methods 0.000 description 1
- 230000018109 developmental process Effects 0.000 description 1
- 238000010586 diagram Methods 0.000 description 1
- 238000011156 evaluation Methods 0.000 description 1
- 230000002349 favourable effect Effects 0.000 description 1
- 238000010304 firing Methods 0.000 description 1
- 239000000446 fuel Substances 0.000 description 1
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 description 1
- 238000000691 measurement method Methods 0.000 description 1
- 239000002184 metal Substances 0.000 description 1
- 230000003287 optical effect Effects 0.000 description 1
- 239000000843 powder Substances 0.000 description 1
- 239000002689 soil Substances 0.000 description 1
- 230000005236 sound signal Effects 0.000 description 1
- 230000000087 stabilizing effect Effects 0.000 description 1
- 230000003068 static effect Effects 0.000 description 1
- 230000002123 temporal effect Effects 0.000 description 1
- 238000012360 testing method Methods 0.000 description 1
- 230000001960 triggered effect Effects 0.000 description 1
Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01S—RADIO DIRECTION-FINDING; RADIO NAVIGATION; DETERMINING DISTANCE OR VELOCITY BY USE OF RADIO WAVES; LOCATING OR PRESENCE-DETECTING BY USE OF THE REFLECTION OR RERADIATION OF RADIO WAVES; ANALOGOUS ARRANGEMENTS USING OTHER WAVES
- G01S13/00—Systems using the reflection or reradiation of radio waves, e.g. radar systems; Analogous systems using reflection or reradiation of waves whose nature or wavelength is irrelevant or unspecified
- G01S13/88—Radar or analogous systems specially adapted for specific applications
- G01S13/95—Radar or analogous systems specially adapted for specific applications for meteorological use
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01W—METEOROLOGY
- G01W1/00—Meteorology
- G01W1/08—Adaptations of balloons, missiles, or aircraft for meteorological purposes; Radiosondes
-
- Y—GENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
- Y02—TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
- Y02A—TECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE
- Y02A90/00—Technologies having an indirect contribution to adaptation to climate change
- Y02A90/10—Information and communication technologies [ICT] supporting adaptation to climate change, e.g. for weather forecasting or climate simulation
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Remote Sensing (AREA)
- Radar, Positioning & Navigation (AREA)
- Environmental & Geological Engineering (AREA)
- Physics & Mathematics (AREA)
- Ecology (AREA)
- Biodiversity & Conservation Biology (AREA)
- Environmental Sciences (AREA)
- Atmospheric Sciences (AREA)
- Electromagnetism (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
- Computer Networks & Wireless Communication (AREA)
- General Physics & Mathematics (AREA)
- Radar Systems Or Details Thereof (AREA)
Description
Eine Messung von unterschiedlichen vertikalen Winden ist hierbei kaum möglich. Im übrigen läßt sich
das Verfahren nur bei klarer Witterung und über einen begrenzten Höhenbereich anwenden.
Ein weiteres, ebenfalls in dieser Veröffentlichung beschriebenes Verfahren besteht darin, eine entsprechende
säulenartige Düppelwolke mittels einer kleinen Rakete zu erzeugen und die Bewegung der Säule
mittels Radar und einem Dopplerverfahren zu verfolgen. Praktische Erprobungen dieses Vefahrea« haben
jedoch gezeigt, daß sich hiermit Daten über den erwünschten Höhenbereich oder mit einer erwünschten
räumlichen Auflösung nicht erhalten lassen.
Ähnliches gilt für ein Verfahren, bei dem eine Säule von ionisierter Luft mittüs eines vertikalgerichteten
Brennelementes gebildet wird, die man anschließend mit Radar vermißt. Bei diesem im Jahr 1965 versuchsweise
durchgeführten Verfahren können höhere Schichten nicht vermessen werden; vgl. IEEE Transactions
on Nuclear Science, April 1966, S. 54.
Ein Verfahren zur Windmessung mittels Rauchstreifen ist des weiteren in der DE-AS 1 648 182 beschrieben.
Auch in diesem Falle reicht der ver-neßbare Bereich lediglich bis zu Höhen von ca. einem Kilometer.
Für eine genaue Messung der Windgeschwindigkeiten über mehrere Kilometer ist man daher im wesentlichen
auf Verfahren angewiesen, bei denen die Flugbahneines Körpers vermessen wird; hiermit sind
noch am raschesten brauchbare Ergebnisse erziel- m bar.
Ein solches Verfahren ist in der DE-AS 1 008939
beschrieben. Hier wird eine Abwurfsonde von einem Flugzeug abgeworfen und fällt mit einem Fallschirm
zur Erde, wobei die von der Rakete ermittelten me- J5
teorologischen Daten zum Flugzeug gesendet und dort empfangen werden, bis die Sonde am Erdboden angekommen
ist. Dieses auf die Einsatzhöhe des Flugzeuges beschränkte Verfahren hat ebenfalls den Nachteil
einer sehr großen Meßdauer und ist sehr aufwendig. Schließlich ir* insbesondere bei militärischen Operationen
ein derartiger Flug nicht risikolos.
Ein weiteres Verfahren ist die Messung der Luftgeschwindigkeit mittels einer akustischen Sonde, wie sie
in der DE-AS 1 965 126 beschrieben ist. Hierbei werden vom Boden ausgesandte Schallsignale an Lufttur ·
bulenzen reflektiert und über die Dopplerverschiebung ausgewertet. Die Genauigkeit dieses Verfahrens
ist insbesondere bei laminaren horizontal verlaufenden Strömungen gering.
Auch ein in der Zeitschrift »Air et Cosmos«, Heft Nr. 520, vom 9. März 1974. auf Seite 35 vorgestelltes
neues Geräf für die Bestimmung von Windgeschwindigkeiten benötigt eine sehr große Vermeßzeit. Hierbei
wird eine Ballonsonde üblicher Bauart, die mit einem Radarreflektor versehen ist, vom Boden mittels
eines transportablen Radargerätes bei ihrem Aufstieg verfolgt. Während der langen Meßzeit können sich
die Windverhältnisse wiederum erheblich ändern. Ein weiterer Nachteil beruht darin, daß das Aufblasen des &o
Ballons mit Wasserstoff ebenfalls zeitraubend und zudem die Herstellung und Mitführung des hierfür benötigten Wasserstoffes aufwendig ist.
Es besteht daher ein erhebliches Bedürfnis für ein einfaches und rasch durchführbares Verfahren zur
Bestimmung von Windprofilen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neues Verfahren zur Bestimmung eines Windprofils
anzugeben, bei dem die hierzu notwendige Vermessungszeit des diskreten Körpers und damit die gesamte
für das Verfahren benötigte Meßzeit wesentlich verkürzt wira.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen
Maßnahmen gelöst.
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Auf diese Weise können erstmals Windprofile über 10 bis 20 Kilometer Höhe innerhalb einer Zeitdauer
von 2 bis 4 Minuten gemessen werden. Bei einer militärischen Anwendung ergeben sich hierdurch bedeutende
taktische Vorteile, da in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß das tatsächliche Windprofil
zum Zeitpunkt des Abschusses einer ballistischen Rakete noch demjenigen entspricht, das kurze Zeit zuvor
gemessen und in der Rampenstellung berücksichtigt wurde. Auch für den meteorologischen Bereich ergeben
sich erhebliche Vorzüge. Dies gilt sowohl für den Zeitaufwand bei der Messung, als au^h für die Ergebnisse,
die nahezu eine momentane Verteilung der Windgeschwindigkeiten wiedergeben.
Prinzipiell können als diskrete Körper auch Kapseln mit Metallpulver oder Düppeln, die in die jeweiligen
Luftschichten freigegeben werden, oder von der Rakete ausgestoßene Ballons verwendet werden.
Düppelwolken weisen allerdings eine sehr geringe Sinkgeschwindigkeit auf, während Ballons wiederum
den Vorteil aufweisen, daß ihre Steiggeschwindigkeit unabhängig von der Luftdichte ist, solange keine vertikalen
Winde herrschen. Auch die ausgebrannte Rakete kann als einer der diskreten Körper verwendet
werden. Sie wird hierbei mit einem Fallschirm zur Erde zurückgeführt.
Auf die Vermessung der von dem Wind beeinflußten Flugbahnen der einzelnen diskreten Körper mit.
Hilfe elektromagnetischer Wellen wird im folgenden nicht näher eingegangen, da diese in bekannter Weise
erfolgt. Insbesondere eine rasterartige Vermessung der Flugbahnen der einzelnen Körper mittels Radar
lediglich durch Bestimmung der Ortskoordinaten der diskreten Körper hat sich hierbei als besonders geeignet
erwiesen. Da die zur Vermessung zur Verfügung stehende Zeit wegen der relativ geringen Geschwindigkeit
der diskreten Körper verhältnismäßig lang ist, ist es im allgemeinen nicht nötig, zusätzliche Dopplermessungen
zu tätigen. In erdnahen Bereichen ist auch eine optische Verfolgung möglich. Die bei der Vermessung
gewonnenen Daten werden einem Rechner eingegeben. Der Rechner bestimmt aus diesen Werten
das Windprofil der Höhenwinde nach Geschwindigkeit und Richtung, wobei die normale Sinkgeschwin
digkeit der jeweils verwendeten diskreten Körper in Abhängigkeit von der Höhe bzw. der Luftdichte berücksichtigt
wird.
Bei einer Anwendung des erfindungsgemnßen Verfahrens
im militärischen Bereich, beispielsweise zur Berücksichtigung des Windeinflusses beim Abschuß
ballistischer Rakeln, kann der Rechner die Daten liefern, die eine automatische Nachführung der Startrampe
während des Countdowns entsprechend dem ermittelten Windprofil ermöglicht- Da die Messung
der Windgeschwindigkeiten in den verschiedenen Höhen bei Durchführung des Verfahrens innerhalb
eines sehr kurzen Zeitraumes durchführbar ist, verringert sich die Gefahr, daß sich die Windgeschwindigkeiten
zum Zeitpunkt des Abschusses bereits er-
heblich geändert haben.
Die Erfindung ist anhand der Zeichnung näher erläutert. Hierbei stellt dar
Fig. 1 eine nicht maßstabsgerechte Prinzipdarstellung eines Verfahrens zur Bestimmung des höhenab-'
häiigigen Windprofils,
Fig. 2 schematisch einen Flugkörper, der bei dem Verfahren benutzt wird,
Fig. 3 ein Blockdiagramm einer Prinzipschaltung zur Bestimmung des Windprofils,
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform eines Flugkörpers,
und
Fig. 5 einen Flugkörper gemäß Fig. 4 nach der Zerlegung.
Zur Bestimmung des höllenabhängigen Windprofils wird eine kleine Rakete 1 verwendet, die aus einem
Triebwerkteil 11, der ein schnell brennendes einstufiges Triebwerk enthält, und einem Teil 12 besteht,
der eine Mehrzahl von diskreten Körpern 13, aufnimmt. Diese bestehen aus einem Fallschirm 14 und
einer an diesem hängenden, als Radarreflektor dienenden Luneburg-Linse 15. Die Rakete 1 wird senkrecht
oder schräg - vgl. die Bezugsziffer 1' - gestartet, erreicht nach kurzer Zeit die mit 2 bezeichnete Gipfelhöhe
und fällt danach frei gegen die Erdoberfläche, in bestimmten Zeitpunkten, die mittels eines in der
Raketenspitze angeordneten Zeitwerkes 16 vorgegeben sind, werden die diskreten Körper 13 aus der Rakete
ausgestoßen. Diese selbst wird danach schließlich mittels Fallschirm abgebremst und erreicht die Erdoberfläche.
Es ist ebenfalls möglich, daß bereits im Bereich der Gipfelhöhe 2 der Triebwerkteil 11 von dem Teil 12
getrennt wird, und daß der Triebwerkteil mit Fallschirmen zur Erde zuriickgeleitet wird, während der
z. B. durch ausklappbare Stabilisierungsflossen aerodynamisch stabil gehaltene Teil 12, wie oben beschrieben,
im freien Fall absinkt.
Ein Radargerät 17 auf einem Fahrzeug 18 schwenkt den gesamten Höhenbereich ab, in dem die Körper
13 ausgestoßen wurden und erfaßt sukzessive deren Ortskoordinaten. Diese werden gespeichert und diener!
bfirn närhctpn Ahciirhpn ripc Rprpirhpc da-r\\t Hip
Antennenrichtung voreinzustellen, damit die Körper 13 rascher erfaßt werden.
Der geschilderte Absuchvorgang wird zyklisch wiederholt, so daß mit der nach einigen Zyklen möglichen
Auswertung die Bahnender Körper 13 ein Raster von Meßwerten ergeben und durch Interpolation der gewonnenen
diskreten Meßwerte das Windprofil über den gesamten Meßbereich liefern. Diese Meßmethode
gestattet es, daß die Koordinaten der einzelnen diskreten Körper 13 bei ihrem Ausstoß beliebig sein
können, so daß die Rakete 1 weder beim Aufstieg noch beim Herunterfallen eine Sollflugbahn einzuhalten
braucht.
Für die Schwenkung der Antenne 31 des Radargerätes ist ein Motor 32 mit gekoppeltem Winkelgeber
33 vorgesehen, welcher den Winkel w zwischen Antennenrichtung
und einer Referenzrichtung angibt; vgl. Fig. 3. Dieser Winkel wird jeweils einem Sinus-
und einem Cosinuswandler, 34 bzw. 35, zugeführt, deren Ausgänge mit einem Eingang jeweils eines
Multiplikators, 36 bzw. 37, verbunden sind.
In einer Schaltung 38 wird die Laufzeit A t des verstärkten,
von den Luneburg-Linsen 15 reflektierten Radarsignals zwischen Antenne und Luneburg-Linse
bestimmt und mit der Lichtgeschwindigkeit c multipliziert. Damit ist die Entfernung r zu den Fallschirmen
bekannt. Dieser Meßwert wird den zweiten Eingängen der Multiplikatoren 36 und 37 zugeführt, an
deren Ausgängen die Ortskoordinaten χ und y des
angemessenen Fallschirmes 13 anliegen. Diese werden Z. B. einem .v-y-Schreiber 39 eingegeben, auf dem
das Windprofil direkt aufgetragen wird wird. Außerdem werden die Meßsverte χ und y einem Rechner
40 zugeführt, in dem das Windprofil berechnet wird
ίο und an dessen Ausgängen Steuersignale für die
Korrektur der Einstellung einer Startrampe für eine ballistische Rakete abgenommen werden können.
In Fig. 1 ist das gemessene Windprofil schcnatisch
durch die aus der Interpolation der gesamten Meßwerte gewonnene Verbindungslinie dargestellt.
Es ist für eine exakte und schnelle Bestimmung des Windprofils auch für den angedeuteten militärischen
Zweck ausreichend, wenn die diskreten Körper etwa
2(1 alle 1000 ivictci ficigcSciZi Vvcfdcn. ΕϊΠ V/iildprofi!
kann hiermit über eine Höhe von 10 bis 20 km, was
etwa dem Flughöhenbereich der ballistischen Mittelstreckenraketen entspricht, mittels 10 bis 20 Fallschirmen
und Radarreflektoren innerhalb von 2 bis 4 Minuten vermessen werden.
Außer den horizontalen Beträgen der höhenabhängigen Windgeschwindigkeiten können z. B. für die
Einstellung der Startrampe von ballistischen Raketen noch dU vertikalen Komponenten bedeutend sein.
Um diese zu erfassen, weist der Teil 12 der Rakete 1, wie in Fig. 2 angedeutet, zwei Meßstellen 19 und 20
für die Messung (!es statischen Druckes ρ und der Temperatur T auf. Aus den hier ermittelten und zur
Bodenstation gesendeten Meßwerten kann in dem Rechner 40 die jeweilige Luftdichte und aus dieser,
da durch sie in bekannter Weise die Sinkgeschwindigkeit der Fallschirme 14 beeinflußt wird, die vertikalen
Windgeschwindigkeiten berechnet werden.
Im allgemeinen werden die einzelnen diskreten Körper nicht nur über ihre jeweilige Meßstrecke erfaßt,
die in dem hier beschriebenen Fall etwa 1000 Meter beträgt; vielmehr ist es für bestimmte EinsatzmöglirhVpitpn
7we.ckmäßie. die einzelnen diskreten Körper jeweils bis zu ihrem Aufschlag am Erdboden
zu verfolgen. Die meisten Meßstrecken werden dadurch mehrmals vermessen, so daß das Windprofil
auch in seinem zeitlichen Verlauf bekannt ist, und damit die niederfrequenten Turbulenzen der einzelnen
Luftschichten bestimmt werden. Mit diesen Werten ist z. B. eine Feinkorrektur der Rampeneinteilung für
Mittelstreckenraketen möglich.
Anstatt die einzelnen diskreten Körper beir.j Herunterfallen
der ausgebrannten Rakete auszustoßen, ist es möglich, den Flugkörper derart zu modifizieren,
daß der obere Teil 12 aus den einzelnen diskreten Körpern besteht; vgl. Fig. 4. Sobald die Rakete die
Gipfelhöhe erreicht hat, werden die diskreten Körper voneinander getrennt und gelangen dann jeweils im
freien Fall in ihre jeweilige Einsatzhöhe, wo sie wiederum
durch Fallschirme abgebremst werden, die mittels eines Zeitwerkes entfaltet werden; vgl. Fig. 5.
Hierbei ist es günstig, wenn die diskreten Körper windschlüpfig sind, d. h. einen geringen aerodynamischen
Widerstand aufweisen, so daß sie sehr schnell in ihre Einsatzhöhe gelangen.
Die Vermessung des Windprofils geschieht in gleicher Weise wie oben beschrieben.
Selbstverständlich ist es ferner möglich, die Rakete
Urtd die einzelnem diskreten Körper vor Erreichen des
Erdbodens in kleine Teile zu zerstören, so daß eine Gefährdung Von Personen ausgeschlossen ist. Ferner
kann für die Auslösung zur Zerlegung der Rakete und der Entfaltung der Fallschirme anstelle des genannten
Zeitwerkes auch ein Höhenmesser benutzt werden oder es kann die Auslösung durch Fernsteuerkommandos
erfolgen. Da diese verschiedenen Möglichkeiten als solche bekannt sind, wird auf sie nicht «la'her
eingegangen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
•30 227/230
Claims (7)
1. Verfahren zur Ermittlung des Richtungs- und Geschwiridigkeitsprofils von Höhenwinden über
einen bestimmten Höhenbereich bei dem
a) ein Radarreflektor mittels einer Rakete in eine bestimmte Höhe transportiert und dort
von der Rakete freigegeben wird,
b) die Flugbahn des freigegebenen und die Bewegungsrichtung sowie die Geschwindigkeit
der durchfiillenen Luftschichten annehmenden Radanreflektors durch Radarmessungen
von einer Bodenstation aus ermittelt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß is
c) mittels der gleichen Rakete (1) zusätzlich weitere Radarreflektoren (13) transportiert
werden,
d) die einzelnen Radarreflektoren (13) in innerhalb des zu überwachenden Höhenbereichs
<-iwa gleichabständig verteilte Ausgangspositionen
gebracht werden, und
e) der Höhenbereich bei der Radarmessung zwecks wiederholter Ortung der einzelnen
Radarrflektoren (13) zyklisch abgetastet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Radarreflektoren
(13) beim Herunterfallen der ausgebrannten Rakete (1) von dieser in den verschiedenen Ausgangspositionen
freigesetzt und dort abgebremst Werden und d.^ß ihre Fallgeschwindigkeit reduziert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß alle Radarreflektoren (13) bis
tür Gipfelhöhe (2) der Rakete ,1) hochgetragen Und dort von der Rakete und voneinander gelrennt
werden, und daß die Fallgeschwindigkeit «ler einzelnen Radarreflektoren nach einer Zeit-
»panne, deren Dauer für jeden Reflektor unter- -to schiedlich bemessen wird, reduziert wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
Sis Radarreflektoren reflektierend ausgebildete
Fallschirme (14) verwendet werden. «
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Radarreflekloren
(13) an Fallschirmen (14) hängende Luneburg-l.insen
(15) verwendet werden.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden An-Iprüchc,
dadurch gekennzeichnet, daß die ausgebrannte Rakete als einer der Radarreflektoren
Verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehend genannten Ansprüche,dadurch gekennzeichnet, daß
«.lic Radarreflcktorcn von einer ein- oder mehrstufigen
Rakete mit zumindest einem aufgesetzten fcntrichsloscn, die Radarreflektoren aufnehmenden
Teil (12) transportiert werden.
S Verfahren nach einem der vorstehenden An- bo
Iprüche,dadurch gekennzeichnet, daß gemeinsam mit den Radarreflektoren eine Sonde zur Gewinnung von atmosphärischen Meßwerten sowie ein
Sender zu deren Übermittlung an die Bodenstation hochgetragen werden.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein Verfahren zur Bestimmung des Windprofils in
der Mesosphäre oberhalb.20 km Höhe ist in der Zeitschrift
ARS-Journal, August 61, Seite 1060ff., beschrieben. Hierbei wird mit Hilfe einer Rakete ein
Körper, beispielsweise ein Fallschirm, auf eine Gipfelhöhe von etwa 60 bis 70 km hochgetragen und dann
freigegebeii; beim Absinken des Fallschirmes wird dessen Flugbahn mit Radar vermessen, so daß vueraus
die in den einzelnen durchfallenen Luftschichten herrschenden Höhenwinde nach Geschwindigkeit und
Richtung berechnet werden können.
Für Windprofilmessungen vom Erdboden bis in ca. 20 Kilometer Höhe ist dieses Verfahren nicht angewendet
worden; dieser Höhenbereich ist jedoch im militärischen Bereich von besonderem Interesse, beispielsweise
im Zusammenhang mit dem Abschuß einer ballistischen Rakete auf ein bestimmtes Ziel. Da
die Windverhältnisse während des Fluges der Rakete zu erheblichen Abweichungen von der Sollflugbahn
führen können - es wurde gefunden, daß ca. 60% bis 80% des ermittelten Streubereiches auf Windeinflüsse
zurückgehen -, muß die Rampe für den Abschuß der ballistischen Rakete bezüglich Elevation und Azimut
in Abhängigkeit von dem Windprofil in den einzelnen zu durchfliegenden Luftschichten korrigiert werden.
Würde das angegebene Verfahren zur Bestimmung des Windprofils auf den Höhenbereich bis zu 20 Kilometern
übertragen, so würden sich, da die Sinkgeschwindigkeiten von Fallschirmen mit zunehmender
Luftdichte kleiner werden, und in diesem Höhenbereich unter 10 Meter pro Sekunde liegen, Meßzeiten
von über einer Stunde ergeben.
Aufgrund dieser langen Meßzeit wäre es möglich, daß die tatsächlichen Windstärken zum Startzeitpunkt
der ballistischen Rakete vielfach nicht mehr mit den vorher ermittelten übereinstimmten. Die Erfüllung
der geforderten Mission der Rakete ist somit auch bei Ausschaltung aller weiteren Fehler nicht sicher gewährleistet.
Auch aus der Verfolgung einer Rakete, die die interessierenden Luftschichten sehr schnell durchfliegt,
kann das erwünschte Windprofil nicht mit der nötigen Genauigkeit bestimmt werden, da zum einen die vertikale
Geschwindigkeit der Rakete die horizontale Windgeschwindigkeit um ein Vielfaches übersteigt,
d. h. die Kursänderungen durch Windeinflüsse nur sehr klein sind, und des weiteren insbesondere bei
kleinen Raketen ohne großen Steueraufwand das Windverhalten der Rakete sich von den übrigen Störeinflüssen
schlecht trennen laßt. Da sich außerdem die Rakete aufgrund ihrer relativ großen Massenträgheit
zur zögernd Windeinflüssen anpaßt und ein stationärer Zustand nur dann eintritt, wenn die Windgeschwindigkeit
über weite Strecken der Raketenflugbahn konstant ist, ist eine exakte Vermessung des
Windprofils mit einem solchen Verfahren nicht möglich.
In einer Veröffentlichung des NASA MARSHALL
SPACF. FLIGHT CENTER. März/April 1964, ist auf Seite 183 in einem Artikel von Scoggins and Vaughan
mit dem Titel »Atmospheric Wind Inputs for Missile Design« ein weiteres Verfahren beschrieben,
bei dem eine vertikale Rauch' oder Dampfsäule von eifier kleinen Rakete erzeugt und diese Säule in bestimmten
Abständen photographiert wird. Die genaue Mitte der Rauchsäule ist nur schwer festzustellen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2455341A DE2455341C3 (de) | 1974-11-22 | 1974-11-22 | Verfahren zur Ermittlung des Windprofiles von Höhenwinden |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2455341A DE2455341C3 (de) | 1974-11-22 | 1974-11-22 | Verfahren zur Ermittlung des Windprofiles von Höhenwinden |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2455341A1 DE2455341A1 (de) | 1976-05-26 |
| DE2455341B2 DE2455341B2 (de) | 1979-10-11 |
| DE2455341C3 true DE2455341C3 (de) | 1980-07-03 |
Family
ID=5931503
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2455341A Expired DE2455341C3 (de) | 1974-11-22 | 1974-11-22 | Verfahren zur Ermittlung des Windprofiles von Höhenwinden |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2455341C3 (de) |
Families Citing this family (8)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3304070A1 (de) * | 1983-02-07 | 1984-08-09 | Rheinmetall GmbH, 4000 Düsseldorf | Sensortraeger |
| DE3445387A1 (de) * | 1984-12-13 | 1986-06-26 | Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, 8012 Ottobrunn | Signatur-, sensor- und transmittertraeger zur zieldarstellung und gegenmessungen fuer boden/luft- bzw. luft/luft-systeme |
| WO1990015334A1 (en) * | 1989-06-02 | 1990-12-13 | Massachusetts Institute Of Technology | Winds aloft estimation through radar observation of aircraft |
| US5051750A (en) * | 1989-06-02 | 1991-09-24 | Massachusetts Institute Of Technology | Winds aloft estimation through radar observation of aircraft |
| US5454265A (en) * | 1991-06-20 | 1995-10-03 | Diehl Gmbh & Co. | Installation for the measurement of the altitude of a surface wind, particularly for improving the hitting accuracy of unguided projectiles |
| DE4120367A1 (de) * | 1991-06-20 | 1992-12-24 | Diehl Gmbh & Co | Einrichtung zur messung des hoehenprofils eines bodenwindes |
| DE10359540A1 (de) * | 2003-12-17 | 2005-07-14 | Tlt-Turbo Gmbh | Vorrichtung und Verfahren zur Bestimmung der Strömungsgeschwindigkeit |
| RU2254600C1 (ru) * | 2004-03-10 | 2005-06-20 | Аносов Виктор Сергеевич | Способ оперативного исследования атмосферы, земной поверхности и океана и устройство для его осуществления |
-
1974
- 1974-11-22 DE DE2455341A patent/DE2455341C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2455341A1 (de) | 1976-05-26 |
| DE2455341B2 (de) | 1979-10-11 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69332878T2 (de) | Verfahren und vorrichtung zur bestimmung der bahn eines überschallprojektils | |
| DE60212809T2 (de) | Fugkörperlenksystem und Flugkörperlenkverfahren | |
| DE69332877T2 (de) | Pumpe mit Druckplatte | |
| EP0512202A2 (de) | Verfahren zum Schützen von eine IR-Strahlung abgebenden Objekten und Wurfkörper zur Durchführung des Verfahrens | |
| DE2455341B2 (de) | Verfahren zur Ermittlung des Windprofiles von Höhenwinden | |
| DE3020996A1 (de) | Einrichtung zur bestimmung der ausloeseentfernung von einem sich auf ein ziel zu bewegendem flugkoerper | |
| DE3313648A1 (de) | Verfahren zur echtzeit-gelaendeaufklaerung mittels eines sensors und einrichtung zum ausueben des verfahrens | |
| DE3733962A1 (de) | Verfahren zur automatischen zielklassifizierung durch land- und wasserkampffahrzeuge sowie einrichtung zur durchfuehrung des verfahrens | |
| CH636437A5 (en) | Artillery round having a radar reflector | |
| DE3022460C2 (de) | ||
| DE19505791C1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Bekämpfung verdeckt operierender Hubschrauber | |
| DE3707888C2 (de) | ||
| DE69111141T2 (de) | Vorrichtung zur Messung der Entfernung zu einer Rollbahn für einen Flugkörper. | |
| DE69627804T2 (de) | Mikrowellensensorsystem mit variabler frequenz für die messung der tropopause und verfahren dazu | |
| DE3829573C2 (de) | ||
| DE2627183C2 (de) | Einrichtung zur Bekämpfung von Bodenzielen an einem fliegenden Waffenträger | |
| DE3023290A1 (de) | Einrichtung zur zielerfassung von bewegten und stationaeren bodenzielen von tieffliegenden flugzeugen aus | |
| DE2741789C1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Entdeckung von Hubschraubern | |
| DE3743583C2 (de) | Zündvorrichtung für eine Panzerbekämpfungsvorrichtung | |
| EP0237714A1 (de) | Tiefflugverfahren zur automatischen Kursfindung | |
| DE2118508A1 (de) | Verfahren und Feuerleitsystem zum Leiten eines ein Bodenziel angreifenden Kampfflugzeugs | |
| DE3734758C2 (de) | ||
| DE1548415B2 (de) | Ortung und leitverfahren fuer flugkoerper | |
| DE3445387A1 (de) | Signatur-, sensor- und transmittertraeger zur zieldarstellung und gegenmessungen fuer boden/luft- bzw. luft/luft-systeme | |
| DE2532479C3 (de) | Verfahren zur Bekämpfung von Erdzielen mittels eines zur Luftaufklärung ausgerüsteten fernlenkbaren Fluggerätes und eines weiteren mit Waffen ausgerüsteten fernlenkbaren Fluggerätes sowie zweier ortsfester Sendestationen |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OD | Request for examination | ||
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| EF | Willingness to grant licences | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |