DE2462006B2 - Mehrschichtige schaltkreisstrukturmatrix und verfahren zu ihrer herstellung - Google Patents
Mehrschichtige schaltkreisstrukturmatrix und verfahren zu ihrer herstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine mehrschichtige Schaltkreisstrukturmatrix
mit einem relativ dünnen, einheitlichen Körper aus einer gesinterten, elektrisch iso-
a5 liererden Keramikzusammensetzung, der mindestens
einen inneren Kanal vorbestimmter Größe und Form aufweist, der sich bis zu mindestens einer Oberfläche
des Körpers erstreckt und der eine Querschnittsfläche besitzt, die, verglichen mit der des Körpers, relativ
klein ist, und der dafür geeignet ist, mit einem einen inneren Leiter bildenden Metall gefüllt zu werden; sowie
Verfahren zur Herstellung dieser Schaltkreisstrukturmatrix.
In ihrer einfachsten Form besteht eine keramische Schaltkreisstruktur aus einem Paar relativ dünner
Plättchen der gewünschten Form und Größe, die man durch Brennen einer elektrisch isolierenden Keramikmasse
erhält und die auf den gegenüberliegenden Oberflächen mit Elektroden versehen sind. In vielen
Fällen ist es jedoch erwünscht, eine Struktur zu verwenden, die eine Vielzahl derartiger Plättchen aufweist,
zwischen denen elektrisch leitende Gebiete vorgesehen sind. Gemäß einem typischen bekannten
Verfahren zur Herstellung solcher Schaltkreisstrukturen wird eine elektrodenbildende Paste, die ein Edelmetall,
wie Platin oder Palladium, enthält, auf die obere Fläche eines kleinen, üblicherweise gegossenen,
dünnen Plättchens aus einer geeigneten, elektrisch isolierenden Keramikzusammensetzung, die mit Hilfe
eines organischen Bindemittels vorübergehend gebunden ist, aufgetragen, wobei der Auftrag in der
Weise erfolgt, daß die Abscheidung der Elektrodenpaste sich bis zu einer Kante des Plättchens erstreckt.
Dann werden zwei oder mehrere der in dieser Weise mit der Elektrodenpaste beschichteten, kleinen Plättchen
aufeinandergestapelt. Der Stapel aus den mit der Paste beschichteten Plättchen wird dann in geeigneter
Weise verfestigt und erhitzt, um die organischen Bindemittel des Keramikplättchens und der elektrodenbildenden
Paste, auszutreiben oder zu zersetzen und die dielektrische Masse zu einem einheitlichen, vielschichtigen
Körper zusammenzusintern. Die an den Enden des Körpers frei zutageliegenden Elektroden
werden dann in üblicher Weise mit einer Abschlußelektrode elektrisch verbunden.
Wegen der Notwendigkeit, bei dem genannten Verfahren innere Elektroden aus Edelmetall zu verwenden,
sind solche Schaltkreisstrukturen kostspielig.
billigere Silberelektroden, wie sie häufig für andere
'trukturen verwendet werden, sind im allgemeinen für
ichaltkreisstrukturen nicht geeignet, da das in Form
»iner Elektrodenpaste aufgetragene Silber während jes Brennens zur Herstellung der Keramik hohen
Temperaturen ausgesetzt und hierdurch geschädigt wird Demzufolge besteht ein Bedürfnis für ein Verfahren
zur Herstellung von Schaltkreisstrukturen, bei dem es nicht erforderlich ist, Edelmetalle oder sehr
kostspielige Metalle zu verwenden.
Ein Verfahren dieser Art ist in der US-PS 3679 950
beschrieben, das sich mit monolithischen Keramikkondensatoren befaßt. In diesem Patent ist für die
Herstellung dieses Keramikkondensators eine Reihe von Maßnahmen angegeben, die die Bildung gesinterter
Keramikmatrices, die abwechselnd Schichten aus dichtem, elektrisch isolierenden Material und Gebiete
aus porösem Keramikmaterial aufweisen, und das anschließende Abscheiden eines leitenden Materials in
der porösen Schicht umfassen, wozu man billige Metalle verwenden kann. Obwohl sehr zufriedenstellende,
relativ preisgünstige Schaltkreisstrukturen nach den in der genannten Patentschrift angegebenen Verfahrensweisen
hergestellt worden sind, hat es sich in gewissen Fällen als problematisch erwiesen, die Kontinuität
des Metalls in den inneren Elektroden aufrechtzuerhalten. Weiterhin ist es erwünscht, den
Elektrodenwiderstand so niedrig wie möglich zu halten, insbesondere wenn Strukturen hergestellt werden
sollen die bei hohen Frequenzen eingesetzt werden. Die in diesem Stand der Technik beschriebenen
Keramikmatrices besitzen zwar eine ausreichende mechanische Festigkeit, leiden jedoch an dem erheblichen
Nachteil, daß auf Grund der porösen Keramikschichten die Einführung des leitenden Materials in
die Leiterschichten erheblich erschwert wird und häufig Unterbrechungen der Leiterbahnen auftreten.
Dies mag bei den aus diesem Stand der Technik bekannten Keramikkondensatoren zwar von Nachteil
sein, ist jedoch für Schaltkreisstrukturen nicht vertretbar
bei denen keine großen Leiterschichten, sondern lediglich schmale Leiterbahnen bzw. Kanäle gebildet
werden. . .
Die Aufgabe der Erfindung besteht somit dann, eine mehrschichtige Schaltkreisstrukturmatrix, die
eine ausreichende Druckfestigkeit und damit mechanische Stabilität besitzt und dennoch ohne weiteres
die Einführung eines leitenden Materials in die kanalartieen
Kapillarhohlräume ermöglicht und ein Verfahren zur Herstellung dieser Schaltkreisstrukturmatrix
anzugeben.
Diese Aufgabe wird nun durch die erfindungsgemäße mehrschichtige Schaltkreisstrukturmatrix mit
einem relativ dünnen, einheitlichen Körper aus einer gesinterten, elektrisch isolierenden Keramikzusammensetzung,
der mindestens einen inneren Kanal vorbestimmter Größe und Form aufweist, der sich bis zu
mindestens einer Oberfläche des Körpers erstreckt und eine Querschnittsfläche besitzt, die, verglichen
mit der des Körpers, relativ klein ist und der dafür geeignet ist, mit einem einen inneren Leiter bildenden
Metall gefüllt zu werden, gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß der Kanal lediglich durch eine oder
mehrere diskrete Säulen aus Keramik oder einem Metall mit hohem Schmelzpunkt unterbrochen ist, die
sich zwischen der Oberseite und der Unterseite des Kanals befinden und diese berühren, wobei im we-
«pntlinhen sämtliche Säulen, wenn davon eine Vielzahl
vorhanden ist, voneinander getrennt sind, und nicht mehr als 40 Vol.%, vorzugsweise nicht mehr als
10 Vol.% des Volumens des Kanals ausmachen.
In dieser Weise ist es möglich, uhne weiteres ein leitendes Material, wie ein Metall, in die Hohlräume
der Matrix einzuführen und einen Körper bzw. eine Schaltkreisstruktur zu bilden, der bzw. die abwechselnd
ununterbrochene, leitende Gebiete und elektrisch isolierende Keramikschichten aufweist,
ίο Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren
zur Herstellung der mehrschichtigen Schaltkreisstrukturmatrix, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
man einen verfestigten Stapel herstellt, der eine Vielzahl relativ dünner Blätter aus einem fein verteilten
Keram'ikmaterial, das mit einem sich in der Hitze verflüchtigenden
Bindemittel gebunden ist, umfaßt, wobei eine Vielzahl der Blätter ein vorbestimmtes Muster,
das mit einer Zusammensetzung gebildet ist, die aus einem sich in der Hitze verflüchtigenden Materia]
»° und einer geringeren Menge keramischer und/oder metallischer Körnchen solcher Größe, daß sie sich im
wesentlichen über die gesamte Dicke des Musters hinweg erstrecken, besteht; und den verfestigten Stapel
erhitzt,um das sich in der Hitze verflüchtigende Mate- »5 rial zu entfernen und eine gesinterte Keramikmatrix
zu bilden, in der im wesentlichen dünne, leere, den Mustern entsprechende Kanäle vorhanden sind, die
lediglich durch die Körnchen unterbrochen sind.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform bereitet man die erfindungsgemäße mehrschichtige Schaltkreisstrukturmatrix
dadurch, daß man einen verfestigten Stapel herstellt, der eine Vielzahl relativ dünner
Blätter aus einem fein verteilten Keramikmaterial, das mit einem sich in der Hitze verflüchtigenden Bindemittel
verbunden ist und beim Sintern eine dichte Schicht bildet, und eine Vielzahl von Schichten aus
einem sich in der Hitze verflüchtigenden Material umfaßt, wobei diese Schichten zwischen zwei der Keramikblätter
vorliegen und an vorbestimmten Positionen ein oder mehrere Löcher oder Öffnungen
aufweisen; und den verfestigten Stapel erhitzt, um die sich in der Hitze verflüchtigenden Materialien zu entfernen
und eine gesinterte Keramikmatrix zu bilden, in der dünne Kanäle vorhanden sind, in denen jeweils
eine Säule vorhanden ist, die sich im Bereich der genannten Löcher oder öffnungen von der Oberseite
bis zu der Unterseite des Kanals erstreckt.
Erfindungsgemäß werden die mehrschichtigen Schaltkreisstrukturmatrices dadurch hergestellt, daß
So man
1. auf einem oder mehreren dünnen Blättern oder Plättchen aus einem geeigneten, fein verteilten
Keramikmaterial, das mit einem sich in der Hitze verflüchtigenden Bindemittel gebunden ist,
55 Überzüge aufträgt, die dünne, ausgewählte Muster aus pseudoleitendem Material umfassen, das
im wesentlichen aus einem sich in der Hitze verflüchtigenden Material, einem oder mehreren
Keramikkörnchen oder Metallkörnchen und ei-
6o nem sich in der Hitze verflüchtigenden Bindemittel
besteht;
2. einen verfestigten Stapel aus zwei oder mehreren beschichteten Blättern oder Plättchen bildet; und
3. den erhaltenen Körper zum Entfernen der sich 55 in de." Hitze verflüchtigenden Materialien und
2um Sintern des Keramikmaterials zu einem monolithischen Körper erhitzt oder brennt, der
dünne offene Kanäle oder Hohlräume aufweist,
die lediglich durch ein oder mehrere diskrete Keramik- oder Metall-Säulen bzw. Stützen unterbrochen
sind, wobei im wesentlichen sämtliche Säulen bzw. Stützen, wenn davon eine Vielzahl
vorhanden ist, einzeln bzw. diskret und voneinander getrennt angeordnet sind, und nicht mehr
als 40 Vol.%, vorzugsweise nicht mehr als 10 Vol.% des Volumens der Hohlräume oder
Kanäle ausmachen.
Nachfolgend wird die Erfindung an Hand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine vergrößerte Schnittansicht einer mehrschichtigen Schaltkreisstruktur, die mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Matrix gebildet ist,
Fig. 2 in Explosionsdarstellung die verschiedenen Keramikplättchen, die zur Bildung der in der Fig. 1
dargestellten Struktur verwendet werden, und die mit Pseudoleitern versehen sind,
Fig. 3 eine vergrößerte Ansicht eines gebundenen, zusammengesetzten Keramikkörnchens, das für die
Durchführung der Erfindung geeignet ist,
Fig. 4 in stark vergrößerter Form eine Teildraufsicht eines gebundenen Blattes oder Plättchens aus
einer elektrisch isolierenden Keramikzusammensetzung, auf dem eine ein Muster bildende Schicht aus
einem sich in der Hitze verflüchtigenden Material aufgetragen
ist, das für die Anwendung gemäß einer Abänderung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet
ist, und
Fig. 5 eine stark vergrößerte Teilschnittansicht einer gesinterten Keramikmatrix, die aus einer Vielzahl
der in der Fig. 4 dargestellten Blätter bzw. Plättchen
gebildet worden ist.
Es ist erkennbar, daß in den Zeichnungen gewisse relative Abmessungen übertrieben wiedergegeben
sind.
Es versteht sich, daß man eine Mehrzahl bekannter, keramischer, elektrisch isolierender Materialien zur
Bildung der elektrisch isolierenden Gebiete verwenden kann.
Beispielsweise kann man TiO2, Glas, Steatit und
Bariumstrontiumniobat als auch Bariumtitanat als solches, verwenden, wobei in an sich bekannter Weise
die Brennbedingungen und dergleichen verändert werden, um ein befriedigendes Sintern zu erreichen.
Es versteht sich ferner, daß die Zusammensetzung der gebildeten, Körnchen enthaltenden Gebiete verändert
werden kann. Die Körnchen können aus einem geeigneten Keramikmaterial oder aus einem hochschmelzenden, oxidationsbestäneügen Metall, wie
Palladium, Platin, Gold und Legierungen davon, gebildet werden. Keramikmaterialien, die zur Herstellung
der Körnchen eingesetzt werden können, sind ASuminiumoxid, Zirkondioxid und Bariumtitanat. Da
es jedoch im allgemeinen von Bedeutung ist, eine Reaktion zwischen den Körnchen und dem elektrisch
isolierenden Keramikmaterial zu verhindern, da hierdurch die elektrischen Eigenschaften des letzteren
verändert werden könnten, sind Keramikmaterialien, die schmelzen oder mit dem elektrisch isolierenden
Material reagieren, nicht geeignet. In den meisten Fällen ist es bevorzugt, ein Material zu verwenden,
das die gleiche Zusammensetzung besitzt wie das elektrisch isolierende Material. Wie oben bereits erwähnt,
sollten die Körnchen eine solche Größe aufweiser., daß sie sich im wesentlichen über die gesamte
Dicke des Gebietes, in dem sie verwendet werden, hinweg erstrecken. Die Anzahl oder die Menge der
in den Schichten vorhandenen Körnchen kann in breitem Maße variieren, in Abhängigkeit von der Anzahl
der Säulen, die in den Hohlräumen erwünscht sind, die sich ihrerseits durch die Entfernung des sich in
der Hitze verflüchtigenden Materials aus den Schichten ergeben. Sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielt
man, wenn man als Körnchen kleine, keramische Ansammlungen verwendet.
In der Fi g. 3 ist in stark vergrößertem Maßstab eine
ίο derartige keramische Ansammlung vor dem Brennen
dargestellt. Die Keramikteilchen 71 sind mit einem sich in der Hitze verflüchtigenden Bindemittel 73 miteinander
verbunden. Diese Ansammlungen können in einfacher Weise beispielsweise dadurch hergestellt
werden, daß man eine Mischung aus fein verteiltem, keramischen, elektrisch isolierenden Material, wie es
für die elektrisch isolierenden Plättchen verwendet wird, und einem temporären Bindemittel, wie es für
die Herstellung der elektrisch isolierenden Plättchen
ao verwendet wird, bereitet und die Mischung trocknen läßt. Dann wird die Masse zerkleinert und die verbundenen
Ansammlungen werden in der gewünschten Größe durch Aussieben gewonnen. Diese Ansammlungen
können unter geeigneten Bedingungen ge-
a5 brannt werden, so daß die darin enthaltenen einzelnen
Keramikteilchen zusammensintern. Es zeigt sich jedoch, daß, wenn man ungebrannte Ansammlungen
der beschriebenen Art als Körnchen verwendet, das Sintern der Keramikteilchen in den Ansammlungen
gleichzeitig mit dem Sintern der elektrisch isolierenden Schichten erfolgt, wobei sich kaum Probleme dadurch
ergeben, daß durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien ein ungleichmäßiges
Schrumpfen erfolgt. Ob die Ansammlungen nun in gebranntem oder nichtgebranntem Zustand vorliegen,
es besteht keine Gefahr einer schädlichen Reaktion zwischen den Körnchen und dem elektrisch isolierenden
Material. Da die Art des temporären, sich in der Hitze verflüchtigenden Bindemittels, das zur Bildung
der genannten Ansammlungen verwendet wird, nicht besonders kritisch ist, obwohl es nicht in dem Lösungsmittel
löslich sein sollte, das zum Abscheiden der pseudoleitenden Schichten verwendet wird, kann eine
Reihe von geeigneten Materialien verwendet werden,
z. B. jene, die für die Bildung der elektrisch isolierenden Keramikplättchen verwendet werden.
Das Brennen der ungebrannten Keramikblöcke. Einheiten oder Chips, durch das diese zu einheitlicher
oder monolithischen Körpern gesintert werden, wird vorzugsweise in einer oxidierenden Atmosphäre, wie
Luft, in einem Ofen durchgeführt. Vorzugsweise ver wendet man einen elektrischen Tunnelofen, obwoh
man auch andere öfen oder Heizeinrichtungen einsetzen kann. Die Temperatur und die Brennzeit hän
gen von den verwendeten Keramikzusammensetzun gen ab. Wie oben bereits erwähnt, sind die Fachleuti
mit solchen Einzelheiten und der Tatsache vertraut daß im allgemeinen die notwendige Sinterzeit de
Temperatur umgekehrt proportional ist. Der hierii verwendete Ausdruck »Sintertemperatur« steht fü
die Temperatur, die dazu erforderlich ist, die ge wünschten Keramikeigenschaften des Körpers ode
der Körper zu erreichen. Wie oben erwähnt, ist zu Entfernung des temporären Bindemittels, das in de
Plättchen und in den körnchenhaltigen Schichten vci wendet wird, eine längere Heizdaucr bei relativ niec
rigen Temperaturen bevorzugt. Die Entfernung de sich in der Hitze verflüchtigenden Materialien sollt
vorzugsweise so langsam erfolgen, daß die Ausdehnung der bei der Zersetzung oder Verflüchtigung dieser
Produkte gebildeten Gase nicht zu einem Bruch der Körper führt.
In der allgemeinen Beschreibung sind die Plättchen aus dem isolierenden Material, die Körnchen enthaltenden,
sich in der Hitze zersetzenden Abscheidungen oder Schichten sowie die damit hergestellten mehrschichtigen
Schaltkreisstrukturmatrices als rechteckig angegeben. Die Erfindung umfaßt jedoch auch
Schaltkreisstrakturmatrices anderer Form. Es versteht sich, daß in diesen Fällen die alternierend vorhandenen
dünnen Hohlräume oder Kanäle nicht auf gegenüberliegenden Randflächen vorliegen können.
Demzufolge ist es ersichtlich, daß der in den Ansprüchen verwendete Ausdruck »Randbereich« einen Bereich
auf der Oberfläche eines Körpers, der in der angegebenen Weise hergestellt ist und eine beliebige
Form aufweisen kann, beschreibt, die einen oder mehrere Kanäle oder Hohlräume in dem Körper berührt
oder die Ebene dieser Hohlräume schneidet.
In der Fig. 1 ist eine aus der erfindungsgemäßen Schaltkreisstrukturmatrix gebildete typische keramische,
mehrschichtige Schaltkreisstruktur 81 wiedergegeben, wie sie für integrierte Hybridschaltkreise
verwendet wird. Die Struktur oder der Körper 81 umfaßt eine Keramikmatrix 83 und mehrere Leiter 85,
die sich in und/oder durch die Matrix erstrecken. Die Dicke sowohl der Leiter als auch der Matrix ist in
der Fig. 1 aus Gründen der Übersichtlichkeit übertrieben dargestellt. Bislang sind solche Strukturen mit
einem kostspieligen Verfahren hergestellt worden, das normalerweise darin besteht, daß man auf eine Vielzahl
von temporär gebundenen Plättchen der gewünschten Dicke aus einem elektrisch isolierenden
Keramikmaterial, wie feinem Aluminiumoxidpulver, mit dem Siebdruckverfahren eine metallische, Elektroden
bildende Paste, die ein Edelmetall wie Palladium oder Platin enthält, mit dem gewünschten Muster
aufbringt, die verschiedenen bedruckten Plättchen und ein oder mehrere unbedruckte, die
Oberseite und die Unterseite bildende Plättchen, aufeinanderstapelt und verfestigt und den verfestigten
Stapel zu einem einheitlichen Körper zusammensintert.
Wie bereits erwähnt, können solche keramischen, mehrschichtigen Schaltkreisstrukturen unter Anwendung
von den oben beschriebenen Verfahrensweisen hergestellt werden, wodurch die Notwendigkeit entfällt,
kostspielige Edelmetalle als Leiter zu verwenden. Die Herstellung einer in der Fig. 1 dargestellten
Struktur unter Anwendung der erfindungsgemäßen Technik sei im folgenden unter Bezugnahme auf die
Fig. 2 beschrieben. Es versteht sich, daß das beschriebene
Verfahren nur ein Beispiel darstellt und auch andere Verfahrensweisen angewandt werden können,
gemäß denen zum Beispiel große Keramikblöcke gebildet werden, die dann zu einzelnen Schaltkreisstrukturkörpern
zerschnitten werden können.
Man formt die in der Fig. 2 dargestellten Plättchen oder Blätter A, B und C mit der gewünschten Größe,
Form und Dicke durch Vergießen, Formen oder ähnliche Behandlung einer gewünschten, elektrisch isolierenden
Keramikzusammensetzung, zum Beispiel fein verteiltem Aluminiumoxid, wobei mun ein sich
in der Hitze verflüchtigendes Material, wie ein Harz, Äthylcellulose etc. als temporäres Bindemittel dafür
verwendet. Dann werden mit dem Siebdruckverfahren und unter Anwendung einer hierfür geeigneten
Druckmasse oder Druckfarbe, die im wesentlichen aus einem sich in der Hitze verflüchtigenden Material besteht,
in dem eine geeignete, relativ kleine Menge von Keramik- oder Metall-Körnchen enthalten ist, auf die
Plättchen oder Blätter B und C Pseudoleiter 87 in der in der Fig. 1 dargestellten Struktur folgen. Es versteht
sich, daß die Muster der dargestellten Pseudoleiter 87 nur beispielhaft sind und für beliebige Anordnungen
angewandt werden können. Die bedruckten Plättchen werden aufeinandergestapelt und mit einem
oder mehreren unbedruckten Deckplättchen bedeckt, wonach der Stapel in geeigneter Weise verfestigt und
erhitzt wird, um die sich in der Hitze verflüchtigenden
*5 Materialien zu entfernen und das in den Plättchen enthaltene
Keramikmaterial zu einem einheitlichen Körper zusammenzusintern, wobei man im wesentlichen
in der oben beschriebenen Weise vorgeht.
Die durch das Brennen gebildete einheitliche oder
ao monolithische Matrix umfaßt einen dichten Körper
aus der isolierenden Keramikzusammensetzung, in dem Hohlräume oder Kanäle vorhanden sind, die lediglich
durch diskrete Säulen 86 unterbrochen sind, die im wesentlichen voneinander getrennt sind. Jeder
a5 der Kanäle steht mit mindestens einem Bereich einer
Fläche, zum Beispiel einer Seitenfläche, des Körpers in Kontakt.
Die in dieser Weise gebildete Matrix weist eine bestimmte Anzahl dünner Kanäle zwischen zwei aneinander
angrenzenden Schichten aus nicht leitendem Keramikmaterial auf. Die nicht gebrannten Körper
enthalten Schichten aus nicht leitendem Keramikmaterial, das mit einem sich in der Hitze verflüchtigenden,
temporären Bindemittel verbunden ist, zwischen denen Abscheidungen oder Schichten aus einem
Körnchen enthaltenden, sich in der Hitze verflüchtigenden Material vorhanden sind, die als Pseudoleiter
dienen, wobei die Matrices nach dem Sintern dichte, im wesentlichen parallel angeordnete Keramikschichten
mit dazwischenliegenden planaren Hohlräumen umfassen, die lediglich durch diskrete Säulen unterbrochen
sind, die im wesentlichen voneinander getrennt sind, und in die ein leitendes Material wie ein
Metall eingeführt werden kann. Wegen der Möglichkeit, unterschiedliche, sich in der Hitze verflüchtigende
Materialien und keramische Materialien für die Herstellung der Körper zu verwenden, werden auch
die Heiz- und Sinter-Maßnahmen andersgeartet sein. Der Fachmann ist jedoch in der Lage, zufriedenstellende
Behandlungszeiten und -temperaturen auszuwählen.
Es versteht sich, daß bei der erfindungsgemäßer Herstellung von mehrschichtigen Schaltkreisstrukturmatrices
eine beliebige Anzahl von Plättchen odei Blättern aus der temporär gebundenen, isolierender
Keramikzusammensetzung, auf die das Muster dei Pseudoleiter aufgedruckt oder in anderer Weise auf
getragen ist, verwendet werden kann. Somit kann mat Matrices herstellen, die auf einer Anzahl unterschied
1 icher Lagen Pseudoleiter aufweisen. Die Dicke de Keramikplättchenund der pscudoleitenden Schichte!
können innerhalb eines relativ weiten Bereiches vari
ieren. Im allgemeinen besitzen die Plättchen jcdocl
eine Dicke im Bereich von etwa 0,05 mm bis ctw
6S 0,25 mm, während die Pseudoleiter eine Dicke im Bc
reich von etwa 0,007 bis etwa 0,04 mm aufweiser Es ist zu ersehen, daß relativ dünne Matrices dahe
eine Vielzahl von Leitern enthalten können. Di
Breite der Pseudoleiter und daher der Kanäle für das leitende Material kann beliebig verändert werden. Jedoch
besitzen diese Kanäle im wesentlichen in allen Fällen Querschnitte, die, verglichen mit dem Matrixkörper,
klein sind, und verlaufen im allgemeinen senkrecht zu der Richtung, in der die Struktur am
dünnsten ist. Wegen der relativen Dünne der Kanäle, verglichen mit ihrer Breite und Länge, können sie als
planare Hohlräume angesehen werden.
Wie bereits angegeben, ist eine Reihe von Abänderungen und/oder Modifizierungen des angegebenen
Verfahrens möglich. Zum Beispiel kann man statt eine Schicht aus dem sich in der Hitze verflüchtigenden
Material und den Keramik- oder Metall-Körnchen auf die kleinen, verbundenen Keramikplättchen aufzudrucken,
kleine Stückchen eines geeigneten, vorgebildeten, in der Hitze zersetzbaren Kunststoffilms geeigneter
Größe und Form, der dispergierte Metall- und/oder Keramik-Körnchen und ein feines, brennbares
Material enthält, in geeigneter Weise zwischen die Plättchen legen, wenn der Plättchenstapel aufgebaut
wird. Weiterhin können die Schichten aus dem körnchenhaltigen, sich in der Hitze verflüchtigenden
Material gewünschtenfalls durch Aufmahlen oder Aufsprühen aufgetragen werden. Als weiteres Alternativverfahren
kann auf beide Seiten eines gebundenen, elektrisch isolierenden Keramikmaterials eine
Schicht aus einem Körnchen enthaltenden, sich in der Hitze verflüchtigenden Material aufgetragen werden,
wodurch es überflüssig wird, solche Schichten auf die in dem Stapel darüber- und darunterliegenden Plättchen
aufzubringen. Um den dünnen Chips oder Körpern physikalische Festigkeit zu verleihen und ihre
Bruchbeständigkeit zu erhöhen, kann man den gebildeten Stapel mit zwei Extraplättchen oder Blättern
versehen, die keine derartigen Schichten aufweisen.
Es ist erkennbar, daß die Zusammensetzungen zur Bildung der elektrisch isolierenden Plättchen oder
Blätter und der Pseudoleiter, die für die Herstellung der erfindungsgemäßen Keramikmatrices verwendet
werden, in weiten Bereichen variiert werden können. Weiter oben ist daher bereits eine Vielzahl geeigneter
Keramikmaterialien angegeben. Es gibt auch eine große Vielzahl von geeigneten Medien oder Trägermaterialien,
die für diese Keramikmaterialien als sich in der Hitze verflüchtigende Bindemittel eingesetzt
werden können. Viele Produkte dieser Art sind im Handel erhäUlich oder können ohne weiteres von dem
Fachmann hergestellt werden. Im wesentlichen besteht der Zweck dieser Medien und Trägermaterialien
darin, die zur Bildung der Plättchen und/oder Schichten verwendeten Teilchen zu susperdieren und zu dispergieren
und ein temporäres, sich in der Hitze verflüchtigendes Bindemittel zu bilden, während die
Plättchen und/oder Schichten daraus geformt und die ungebrannten Keramikkörper aus einer Vielzahl dieser
Plättchen und Schichten aufgebaut werden. In den gesinterten Keramikkörpern ist dieses temporäre
Bindemittel nicht mehr enthalten. Demzufolge wählt man das verwendete Medium und/oder Trägermaterial
im wesentlichen aus Gründen der Bequemlichkeit und der Zugänglichkeit aus.
Da der Zweck des sich in der Hitze verflüchtigenden Materials der pscudoleitcnden Schichten darin
besteht, einen Träger für die keramikhaltigen Plättchen oder Schichten zu bilden oder diese zu trennen,
bis sie selbst tragend geworden sind, so daß nach dem zur Entfernung der sich in der Hitze verflüchtigenden
Materialien angewandten Heizzyklus die gewünschten Hohlräume oder Kanäle in den gesinterten Matrices
zurückbleiben, sollten die Pseudoleiter die temporär gebundenen Keramikplättchen nicht in nachteiliger
Weise beeinflussen und sollten so lange vorhanden bleiben, bis die Plastizität der Plättchen so weit abgenommen
hat, daß sie steif geworden sind und sich nicht verformen oder durchhängen und in dieser Weise die
Hohlräume oder Kanäle verschließen. Wenn das zum
ίο Aufdrucken der Pseudoleiter verwendete filmbildende
Material diesem Erfordernis nicht entspricht, ist es notwendig, ein teilchenförmiges, sich in der Hitze
verflüchtigendes Material zuzusetzen, das das gewünschte Ergebnis liefert, wenn eine ausreichende
Menge dieses Materials zu der Pseudoleiter-Zusammensetzung zugesetzt wird.
Bei der Auswahl eines solchen teilchenförmigen, sich in der Hitze verflüchtigenden Materials ist es jedoch
von Bedeutung, jene Materialien zu vermeiden,
ao die bei dem Verbrennen eine merkliche Menge Asche
hinterlassen, die Elemente enthält, welche für die in den Keramikplättchen oder -blättern verwendete
elektrisch isolierende Zusammensetzung schädlich sind. Im allgemeinen sind für diesen Zweck feine Teil-
*5 chen aus Kohlenstoff oder einem verkohlbaren Material,
wie beispielsweise Stärke und Cellulose, geeignet. Bevorzugte Vertreter der großen Anzahl von sich in
der Hitze verflüchtigenden, filmbildenden Materialien, die zusammen mit derartigen teilchenförmigen
Materialien zur Bildung der sich in der Hitze verflüchtigenden Schichten oder Abscheidungen verwendet
werden können, sind Äthylcellulose, Acryloidharze und Polyvinylalkohol. Ein geeignetes Lösungsmittel
für das filmbildende Material wird in einer solchen Menge verwendet, daß die Masse die gewünschte Viskosität
erhält.
Wie bereits erwähnt, können in gewissen Fällen die säulenenthaltenden Hohlräume oder Kanäle zwischen
den Keramikschichten dadurch gebildet werden, daß
man vorgebildete, sich in der Hitze verflüchtigende Filme einsetzt, wozu man einen dünnen Film aus einem
geeigneten Harz verwendet, das beispielsweise Kohlenstoffteilchen und geeignete Körnchen aus Metall
oder Keramik enthält. Für diesen Zweck ist ebenfalls eine dünne Abscheidung aus einer Mischung aus
einem feinen, körnigen, brennbaren Material, wie Kohlenstoff und geeigneten Körnchen aus Metall odei
Keramik geeignet, die kein Bindemittel enthält unc in Form des gewünschten Musters oder der gewünsch-
ten Anordnung auf den Keramikplättchen abgeschieden wird. Das mit dem Ausdruck »sich in der Hitze
verflüchtigende« bezeichnete Material ist ein Material, das sich bei den angegebenen Verfahrensbedingungen
als solches verflüchtigt oder vollständig, gege-
benenfalls im Rahmen einer Oxidation, zu sich verflüchtigenden Produkten umgewandelt wird.
Es kann eine Reihe von Verfahrensweisen zusätzlich zu den oben beschriebenen dazu verwendet wer
den, die Säulen auszubilden. Zum Beispiel kann mat
ein Zweistufendruckverfahren anwenden, gemäß derr man mittels Siebdruck ein gewünschtes Gittermustei
aus einem sich in der Hitze verflüchtigenden Materia auf Plättchen aus feinem elektrisch isolierendem Ma
terial abscheidet, das mit einem sich in der Hitze ver flüchtigenden Material verbunden ist, wonach mar
Keramikkörnchen oder ein Keramikmaterial, da! beim Sintern Säulen bildet, in einem sich in der Hitz<
verflüchtigenden Trägermaterial dispergiert und au
die unbedeckten Bereiche des Gitermusters aufträgt. Gewünschtenf alls kann das Verfahren in umgekehrter
Reihenfolge durchgeführt werden, so daß man zunächst die Keramik- oder Metall-Körnchen in Form
eines Gittermusters aufträgt und anschließend eine sich in der Hitze verflüchtigende Abscheidung, die
keine derartigen Körnchen enthält, aufdruckt.
Gemäß einer weiteren Abänderung können die Säulen nach einem dem eben beschriebenen Verfahren
ähnlichen Verfahren gebildet werden, mit dem Unterschied, daß man statt die vorgebildeten Körnchen
in die freien Bereiche des Gittermusters einzubringen, diese Bereiche mit einer Zusammensetzung
versieht, in der ein Material enthalten ist, das beim Sintern Säulen bildet. Zum Beispiel kann man cine 1S
herkömmliche Platin oder Palladium enthaltende, elektrodenbildende Paste verwenden, die in Form
kleiner Bereiche oder Flecken mit der gewünschten Dicke aufgetragen wird. Eine andere Möglichkeit besteht
darin, eine Schicht aus einem sich in der Hitze ao
verflüchtigenden Material, beispielsweise nach dem Siebdruckverfahren, auf eine Vielzahl von Plättchen
aus einem fein verteilten Keramikmaterial, das mit einem sich in der Hitze verflüchtigenden Bindemittel
verbunden ist, aufzubringen, wobei man einen oder a5
mehrere, im Abstand angeordnete Bereiche freiläßt, so daß in der Schicht Löcher gebildet werden. Wenn
eine Vielzahl von Plättchen mit solchen Schichten zusammen verfestigt und gebrannt wird, um die sich in
der Hitze verflüchtigenden Materialien zu beseitigen und das Keramikmaterial zu sintern, verformen sich
die oberhalb und/oder unterhalb der freigelassenen Bereiche oder Löcher vorhandenen Plättchen in dem
Maße, daß in den Löchern keramische Säulen gebildet werden. Nach Beendigung des Brennvorganges stehen
diese Säulen natürlich in dem Hohlraum, der sich durch das Verschwinden des die Schicht ausmachenden,
sich in der Hitze verflüchtigenden Materials gebildet hat.
Die Fig. 4 und 5 verdeutlichen in schematischer Weise das zuletzt erwähnte Verfahren. Die Fig. 4
zeigt eine stark vergrößerte Teildraufsicht, in der zwei Blätter 91 aus fein verteiltem Keramikmaterial dargestellt
sind, das mit einem geeigneten, sich in der Hitze verflüchtigenden Bindemittel verbunden ist, und zwisehen
die eine Schicht 93 eingebracht ist, die aus einem sich in der Hitze verflüchtigenden Material besteht.
In der Schicht 93 ist eine Vielzahl von in einem Abstand angeordneten Löchern 95 vorgesehen. In der
F i g. 5 ist eine noch stärker vergrößerte Teilschnittan- S°
sieht längs der Linie 10-10 der Fig. 4 gezeigt. Es ist ein Teil des in der Fig. 4 wiedergegebenen Körpers
zu sehen, nachdem dieser, in der oben beschriebenen Weise, verfestigt und gebrannt worden ist, um die sich
in der Hitze verflüchtigenden Materialien zu entfernen und das Keramikmaterial zu sintern. Die Bezugsziffer 97 steht für eine in dem planaren Hohlraum
99 angeordnete Keramiksäulc, die durch eine Deformation
der oberhalb und unterhalb des Loches 95 liegenden Kcramikplättchcn und ein Eindringen des Kcramikmaterials
aus diesen Schichten gebildet worden ist. Es versteht sich, daß ähnliche Säulen mit anderen
Löchern 95 während der Verfestigung und des Brennens des Blätter- und Schichtstapels gebildet werden
können. Die Form der Löcher 95 ist nicht kritisch, und sie können daher beliebig gestaltet werden. Wegen
der Schwierigkeit, die Schichten aus dem sich in der Hitze verflüchtigenden Material mit sehr kleinen
Löchern zu versehen, beträgt die kleinste horizontale Abmessung dieser Löcher üblicherweise ein Mehrfaches
der Dicke der Schicht aus dem sich in der Hitze verflüchtigenden Material, in das sie eingearbeitet
worden sind. In jedem Fall sollte jedoch die kleinste horizontale Abmessung mindestens so groß sein wie
die Dicke der Schicht. Die Anzahl und die Anordnung der Löcher kann in Abhängigkeit von der gewünschten
Anzahl und Position der Säulen verändert werden.
Es sei wiederholt, daß die Funktion der Säulen darin besteht, die Hohlräume oder Kanäle der erfindungsgemäß
gebrannten Körper zu stützen, wodurch die Druckfestigkeit der Körper in ausreichender
Weise gesteigert wird und sich die Möglichkeit eines Bruches bei der Handhabung verkleinert. Offensichtlich
variiert die Anzahl der Säulen, die notwendig ist, um zu der gewünschten Festigkeit zu führen, mit der
Größe und der Form der Hohlräume oder der Kanäle. Um in den Hohlräumen oder Kanälen eine offene
Struktur aufrechtzuerhalten, sollten die Säulen nicht mehr als 40 Vol.% des Volumens des Hohlraumes
oder des Kanals ausmachen, wobei in den meisten Fällen 10 Vol.% oder weniger erwünscht sind. Wenn
der Hohlraum oder der Kanal sehr klein ist, kann in der Tat nur eine einzige Säule erwünscht sein. Wenn
die Säulen mittels keramischer oder metallischer Körnchen in einer pseudoleitenden Schicht gebildet
werden, sind sie natürlich statistisch angeordnet. Wie bereits erwähnt, sollten sie jedoch so weit getrennt
voneinander angeordnet sein, daß sie kein wesentliches Hindernis für das Eindringen des leitenden Materials
in die Hohlräume darstellen, so daß die Konzentration der Körnchen in dem Pseudoleiter nicht
größer sein sollte als die Konzentration, die zur Erzielung der gewünschten Festigkeit notwendig ist. Vorzugsweise
besitzen die Säulen einen Durchmesser, der etwa der Dicke des Pseudoleiters, in dem sie enthalten
sind, entspricht.
Der hierin verwendete Ausdruck »dicht« bedeutet, daß das in dieser Weise bezeichnete Material beim
Eintauchen in Wasser im wesentlichen kein Wasser absorbiert, während das Wort »dünn« einen relativen
Begriff darstellt, der beispielsweise in bezug auf die Keramikschichten eine Dicke im Bereich von 0,5 rnrr
oder weniger einschließt. Für besondere Zwecke können diese Schichten jedoch dicker sein.
Die Ausdrücke »obere«, »untere«, »Oberseite« »Unterseite«, »rechts«, »links«, »oberhalb«, »unter
halb« und ähnliche Ausdrücke betreffend die Positioi
und/oder Richtung, die hierin in bezug auf die Zeich nungen verwendet werden, dienen lediglich zur Er
leichtcrung des Verständnisses und bedeuten nichl daß die Strukturen oder deren Einzelteile derart an
geordnet sein müssen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Mehrschichtige Schaltkreisstrukturmatrix mit einem relativ dünnen, einheitlichen Körper
aus einer gesinterten, elektrisch isolierenden Keramikzusammensetzung, der mindestens einen inneren
Kanal vorbestimmter Größe und Form aufweist, der sich bis zu mindestens einer Oberfläche
des Körpers erstreckt und der eine Querschnittsfläche besitzt, die, verglichen mit der des Körpers,
relativ klein ist, und der dafür geeignet ist, mit einem einen inneren Leiter bildenden Metall gefüllt
zu werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal lediglich durch eine oder mehrere
diskrete Säulen aus Keramik oder einem Metall mit hohem Schmelzpunkt unterbrochen ist, die
sich zwischen der Oberseite und der Unterseite des Kanals befinden und diese berühren, wobei
im wesentlichen sämtliche Säulen, wenn davon eine Vielzahl vorhanden ist, voneinander getrennt
sind und nicht mehr als 40 Vol.%, vorzugsweise nicht mehr als 10 Vol.% des Volumens des Kanals
ausmachen.
2. Matrix nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper mit einer Vielzahl von
inneren Kanälen versehen ist und mindestens einer der Kanäle in senkrechter Richtung zu der
kleinsten Abmessung des Körpers verläuft.
3. Matrix nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei der im Inneren vorhandenen
Kanäle auf unterschiedlichen Ebenen des Körpers vorliegen.
4. Matrix nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei der im Inneren vorhandenen
Kanäle sich bis zu zwei unterschiedlichen Randbereichen des Körpers erstrecken und
dort nach außen geöffnet sind.
5. Matrix nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei der im Inneren vorhandenen
Kanäle auf unterschiedlichen Ebenen des Körpers vorliegen.
6. Verfahren zur Herstellung der mehrschichtigen Schaltkieisstrukturmatrix nach den Ansprüchen
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man einen verfestigten Stapel herstellt, der eine Vielzahl
relativ dünner Blätter aus einem fein verteilten Keramikmaterial, das mit einem sich in der
Hitze verflüchtigenden Bindemittel gebunden ist, umfaßt, wobei eine Vielzahl der Blätter ein vorbestimmtes
Muster trägt, das mit einer Zusammensetzunggebildet ist, die aus einerr. sich in der Hitze
verflüchtigenden Material und einer geringeren Menge keramischer und/oder metallischer Köi nchen
solcher Größe, daß sie sich im wesentlichen über die gesamte Dicke des Musters hinweg erstrecken,
besteht; und den verfestigten Stapel erhitzt, um das sich in der Hitze verflüchtigende Material
zu entfernen und eine gesinterte Keramikmatrix zu bilden, in der im wesentlichen dünne,
leere, den Mustern entsprechende Kanäle vorhanden sind, die lediglich durch die Körnchen unterbrochen
sind.
7. Verfahren zur Herstellung der mehrschichtigen
Schaltkreisstrukturmatrix nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man
einen verfestigten Stapel herstellt, der eine Vielzahl relativ dünner Blätter aus einem fein verteilten
Keramikmaterial, das mit einem sich in der Hitze verflüchtigenden Bindemittel verbunden ist
und beim Sintern eine dichte Schicht bildet, und eine Vielzahl von Schichten aus einem sich in der
Hitze verflüchtigenden Material umfaßt, wobei diese Schichten zwischen zwei der Keramikblätter
vorliegen und an vorbestimmten Positionen ein oder mehrere Löcher oder öffnungen aufweisen;
und den verfestigten Stapel erhitzt, um die sich in der Hitze verflüchtigenden Materialien zu entfernen
und eine gesinterte Keramikmatrix zu bilden, in der dünne Kanäle vorhanden sind, in denen
jeweils eine Säule vorhanden ist, die sich im Bereich der genannten Löcher oder öffnungen von
der Oberseite bis ^u der Unterseite des Kanals erstreckt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19742462006 DE2462006C3 (de) | 1973-09-24 | 1974-09-20 | Mehrschichtige Schaltkreisstrukturmatrix und Verfahren zu ihrer Herstellung |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US400243A US3879645A (en) | 1973-09-24 | 1973-09-24 | Ceramic capacitors |
| DE19742462006 DE2462006C3 (de) | 1973-09-24 | 1974-09-20 | Mehrschichtige Schaltkreisstrukturmatrix und Verfahren zu ihrer Herstellung |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2462006A1 DE2462006A1 (de) | 1975-07-03 |
| DE2462006B2 true DE2462006B2 (de) | 1977-10-27 |
| DE2462006C3 DE2462006C3 (de) | 1978-06-22 |
Family
ID=25768193
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19742462006 Expired DE2462006C3 (de) | 1973-09-24 | 1974-09-20 | Mehrschichtige Schaltkreisstrukturmatrix und Verfahren zu ihrer Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2462006C3 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| ES2023384B3 (es) * | 1986-08-18 | 1992-01-16 | Siemens Ag | Procedimiento para preparar componentes de capas de relleno |
-
1974
- 1974-09-20 DE DE19742462006 patent/DE2462006C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2462006A1 (de) | 1975-07-03 |
| DE2462006C3 (de) | 1978-06-22 |
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