DE24868C - Neuerungen an Federwaagen - Google Patents

Neuerungen an Federwaagen

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DE24868C
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Germany
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DENDAT24868D
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J. RADEMACHER in Berlin N., Elsasserstr. 68
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01GWEIGHING
    • G01G3/00Weighing apparatus characterised by the use of elastically-deformable members, e.g. spring balances
    • G01G3/02Weighing apparatus characterised by the use of elastically-deformable members, e.g. spring balances wherein the weighing element is in the form of a helical spring

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  • Physics & Mathematics (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 42: Instrumente.
J. RADEMACHER in BERLIN. Neuerungen an Federwaagen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Juni 1883 ab.
Bei den meisten bisherigen Federwaagen ist die Scaleneintheilung für die ganze Belastung eine gleichmäfsige. Es ist nun aber vortheilhaft, die kleinen Lasten mit gröfserer Genauigkeit abwiegen zu können, als die gröfseren Lasten. Dies wird durch vorliegende Neuerung erzielt, und zwar dadurch, dafs die Scaleneintheilung bis zu einer bestimmten Lastgrenze eine gröfsere Theilung besitzt, als für Lasten über diese Grenze hinaus.
In Fig. ι und 2 sowie in Fig. 3 und 4 ist je eine Variation dargestellt. Die in beiden Variationen veranschaulichten Federwaagen sind sogenannte Salters-Waagen. Der Schalenhalter i trägt den Teller t, welcher die Schale mit der Last aufnimmt. Geführt wird der Schalenhalter durch die beiden Paare Führungshebel A1 h% und A3 ht. Abbalancirt wird der Schalenhalter durch die Feder_/. Es hängt nun nicht, wie bei den älteren Constructionen, der Schalenhalter direct an der Feder, sondern derselbe ist mittelst eines Hebels H an der Feder aufgehängt. Dieser Hebel hat seinen Stützpunkt in a. An dieser Stelle legt er sich auf den am Gehäuse befestigten Stift b, und drelit sich bei Belastung des Schalenhalters um denselben. Bei einer bestimmten Belastung hat sich nun der Hebel so weit gedreht, dafs der Punkt c den ebenfalls am Gehäuse befestigten Stift d berührt. Bei weiterer Belastung wird der Hebel sich nun nicht mehr um den Stift a, sondern um den Stift d drehen. Die hieraus resultirende Wirkung ist folgende:
Es wird ein bestimmter Lastzuwachs verschieden auf die Feder wirken, je nachdem der Hebel H sich um den Stift b oder um den Stift d dreht. Die dadurch erzielte verschiedene Ausdehnung der Feder multiplicirt mit dem verschiedenen Uebersetzungsverhältnifs der Bewegung des Schalenhalters zu der Federbewegung bewirkt nun, dafs der Weg des Schalenhalters bis zu einer bestimmten Belastungsgrenze in einem anderen Verhältnifs zur Belastung steht, wie bei Belastung über diese Grenze hinaus.
Die Bewegung des Schalenhalters wird durch Zahnstange und Zahnrad auf einen Zeiger übertragen, der die Last auf einer Scala anzeigt. Diese Scala zeigt nun bis zu einer bestimmten Belastungsgrenze, wie aus Fig. 5 ersichtlich, eine andere Scaleneintheilung, als über diese Grenze hinaus. (Im vorliegenden Falle ist die Theilung bis 1 kg bedeutend gröfser, als bei Belastung über ι kg.) Anstatt der Stifte b und d können auch Schneiden angewendet werden.
Es kann auch die ganze Anordnung umgekehrt werden, so dafs die Stifte b und d, sowie die Feder / am Schalenhalter festsitzen. Auch können, wie in Fig. 6 skizzirt, die Stifte am Schalenhalter befestigt und die Feder f am Gehäuse aufgehängt sein, sowie umgekehrt. Auch kann man, wenn man dem Aufhängepunkt der Feder f eine zwangläufige Bewegung giebt, durch Führung mittelst Hebel etc. den Angriffspunkt der Feder am Hebel H ändern und dadurch dasselbe Resultat erzielen.
Bei allen diesen Constructionen wird das Umsetzungsverhältnifs der Federbewegung zur Bewegung des Schalenhalters selbstthätig geändert. Man kann aber auch dieses Umsetzungsverhältnifs von Hand ändern.
In den Fig. 7, 8, 9, ίο, 11 und 12 sind nun zwei solcher Variationen dargestellt. Die Construction ist dieselbe wie in den vorerst beschriebenen Variationen. Die Feder f nebst Schalenhalter s sind an einem Hebel H aufgehängt. In Fig. 7 hat dieser Hebel seinen Drehpunkt in P1 ; in dieser Stellung ist das Uebersetzungsverhältnifs der Schalenhalterbewegung zur Federbewegung ein grofses, so dafs bei geringer Belastung der Zeiger einen verhältnifsmäfsig grofsen Weg macht. Verschiebt man nun mittelst des Knopfes k das Gestänge t in der Richtung des Pfeiles so weit, bis dasselbe in dem Punkt p2 den Hebel H berührt, so ist das Uebersetzungsverhältnifs der Schalenhalterbewegung zur Federbewegung bedeutend verkleinert und der Zeiger wird bei einer bestimmten Belastung einen weit geringeren Ausschlag geben, als im Falle, wo der Unterstützungspunkt des Hebels in P1 war. Die Scala der Waage hat, wie aus Fig. 11 hervorgeht, eine andere Gestalt wie bei selbsttätiger Umänderung des Umsetzungsverhältnisses der Schalenhalterbewegung zur Federbewegung. Im letzteren Falle folgt die Scala für gröfsere Lasten hinter der Scala für kleinere Lasten. In Fig. 11 dagegen befinden sich die beiden verschiedenen Scalen neben einander, die innere für geringere Lasten, die äufsere für gröfsere Lasten.
In Fig. 8 ist eine andere Variation dargestellt, indem daselbst nicht der Unterstützungspunkt des Hebels H, sondern der Angriffspunkt der Feder f verändert wird.
Alles Uebrige der Construction ist aus der Zeichnung leicht ersichtlich.
Auch kann man, anstatt den Unterstützungspunkt des Hebels oder den Angriffspunkt der Feder, den Angriffspunkt des Schalenhalters ί ändern.
Schliefslich sei noch erwähnt, dafs bei den in Fig. ι und 2 sowie in Fig. 3 und 4 dargestellten Anordnungen, bei welchen das Umsetzungsverhältnifs der Bewegung selbstthätig geändert wird, man nicht nothwendig auf nur zwei verschiedene Scaleneintheilungen angewiesen ist. Man kann auch drei oder mehr verschiedene Abschnitte auf der Scala treffen. Läfst man das Umsetzungsverhältnifs sich bei Belastung stetig ändern, indem man, wie etwa Fig. 13 zeigt, den Unterstützungspunkt a des Hebels H bei wachsender Belastung stetig auf dem unterstützenden Theil / wandern läfst, so erhält man eine stetig sich ändernde Scala. Diese Scala kann man mit beliebig ändernder Theilung herstellen, je nach der Form des Hebels H und der Form des unterstützten Theiles / desselben. Auch hierbei kann man, anstatt den Unterstützungspunkt des Hebels H, den Angriffspunkt der Feder oder den Angriffspunkt des Schalenhalters s stetig sich ändern lassen. Auch kann man den Hebel H nebst Zubehör bei sämmtlichen Anordnungen, anstatt ihn zwischen Schalenhalter und Feder einzuschalten, an irgend einer anderen Stelle zwischen den Hauptorganen der Waage, z. B. zwischen Schalenhalter und Zahnstange, einschalten und die Feder direct am Schalenhalter aufhängen. Die Wirkung ist dann dieselbe.

Claims (3)

Pate nt-An Sprüche:
1. Bei Federwaagen die Anwendung eines Hebels H, welcher an irgend einer Stelle zwischen den Hauptorganen der Waage eingeschaltet ist, derart, dafs bei Belastung der Waage unter einer bestimmten Last das Umsetzungsverhältnifs der Bewegung selbstthätig geändert wird, zum Zwecke, bis zu dieser bestimmten Belastung eine andere Scaleneintheilung zu erzielen, als bei Belastung über diese Grenze hinaus.
2. Die Anwendung eines Hebels H, welcher derart an irgend einer Stelle zwischen den Hauptorganen der Waage eingeschaltet ist, dafs bei wachsender Belastung das Umsetzungsverhältnifs der Bewegung selbstthätig und stetig geändert wird, zum Zwecke, die Scala der Waage mit stetig ändernder Theilung zu erhalten.
3. Die Anwendung eines Hebels H, welcher an irgend einer Stelle derart zwischen den Hauptorganen der Waage eingeschaltet ist, dafs von aufsen durch Handgriff. das Umsetzungsverhältnifs der Bewegung geändert werden kann, zum Zwecke, eine Waage mit Scalen von verschiedener Eintheilung zu erhalten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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