DE250263C - - Google Patents

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DE250263C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
- Me 250263 KLASSE 12/. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 5. November 1910 ab.
Die Aufbewahrung und der Transport von tief siedenden flüssigen Gasen zeigen bis jetzt immer noch große Ubelstände, und besonders ist die Aufbewahrung solcher flüssigen Gase bis jetzt sehr begrenzt gewesen, denn die bisher für diesen Zweck bekannten und ausschließlich zur Anwendung gelangten evakuierten Glasgefäße haben neben ihrer großen Zerbrechlichkeit noch weiterhin den Nachteil,
ίο daß man ihnen nur ein geringes Fassungsvermögen geben kann. Brauchbare Resultate in der Herstellung von Metallgefäßen sind bis jetzt noch nicht erzielt worden, weil nämlich die Verdampfung eine viel zu große ist, und weil man ein Vakuum in der Höhe, wie es für die Isolierung in Frage kommt, wegen der Porosität des Metalles nicht hat aufrechterhalten können.
Nach der vorliegenden Erfindung hat man nunmehr die Möglichkeit, bei Metallgefäßen nicht nur eine ebenso gute Isolierfähigkeit wie bei Glasgefäßen (10 bis 12 Prozent) zu erhalten, sondern eine weit bessere (etwa 5 Prozent).
Die Erfindung besteht darin, daß in einem zur Aufbewahrung und Transport flüssiger Gase und zur Isolieruug anderer Körper dienenden Metallgefäße der Hals des inneren Gefäßes, der nur auf Zugbeanspruchung zu berechnen ist, zwecks Einschränkung des Wärmeüberganges sehr dünnwandig und leicht nachgiebig angeordnet ist, so daß sich das innere Gefäß schon bei geringer Neigung gegen die äußere Gefäßwandung legt, damit der Hals gänzlich entlastet und eine für das Austreiben des Inhaltes notwendige erhöhte Verdampfung erzielt wird, während das Gewicht der inneren Flasche und deren Inhalt beim Aufhängen oder Aufstellen des Gefäßes in die annähernd Senkrechte die für die gute Aufbewahrung notwendige Lage zurückgibt bzw. eine Berührung der Wände nicht zustande kommen läßt. . , ;
Eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist auf der beiliegenden Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt
Fig. ι einen Schnitt durch das senkrecht stehende und
Fig. 2 einen gleichen Schnitt durch das umgelegte Gefäß. '
Es ist χ die das Vakuum begrenzende äußere Metallkugel und y die innere Kugel. Der Hals m ist, vorzugsweise aus Manganstahl bestehend, in sehr dünner Wandstärke ausgeführt. Dieser Hals wird so berechnet, daß sich die innere Kugel y schon bei sehr schwacher Neigung mit ihrer Rundung in die entsprechende Wölbung der äußeren Kugel einlegt; dadurch wird eine nicht nur teilweise, sondern vollständige Entlastung des Halses erzielt und gleichzeitig eine erhöhte Verdampfung des Gefäßinhaltes (flüssige Luft, flüssiger Sauerstoff, flüssiger Wasserstoff usw.) erreicht werden. Eine solche Anordnung ist im Interesse eines guten Ausflusses trotz des 6g geringen Halsdurchmessers sehr wichtig, denn die beim Auflegen der inneren in die äußere Kugel sich entwickelnden Dämpfe treiben die Flüssigkeit mit erhöhter Geschwindigkeit aus, während sonst bei der enormen Isolierfähigkeit des Gefäßes der Ausfluß ein sehr mangelhafter sein würde,
19320 MICROFILMED BY FIAT

Claims (1)

  1. Das Hineinlegen der inneren Kugel in die äußere bringt also zwei wesentliche Vorteile mit sich: Einmal die vollständige Entlastung des Halses und zweitens das durch die Wärmezufuhr bedingte beschleunigte Austreiben der Flüssigkeit durch den im Interesse möglichst geringer Wärmezufuhr relativ eng gehaltenen Hals.
    Beim Aufrechtstellen des Gefäßes zentriert
    ίο sich die innere Kugel wieder in die äußere hinein, und der Abstand der beiden den Vakuumraum begrenzenden Wände wird wieder durchweg der gleiche. Es sind sowohl bei Glas als auch bei Metallgefäßen zur Ab-Stützung der inneren Kugel Stützen oder Anschläge vorgeschlagen worden, durch die natürlich nie eine derartig vollständige Entlastung des Halses erreicht werden kann; und die auch nicht imstande sind, infolge der geringen Wärmezuführung durch die Stützen, den Inhalt beschleunigt herauszutreiben. Sämtliche Vorschläge in dieser Hinsicht laufen darauf hinaus, eine möglichst geringe Wärmezufuhr zu erhalten, das durch möglichst geringen Querschnitt der Stützen und der sich berührenden Flächen bzw. schlecht wärmeleitenden Materir.les erreicht werden sollte. Beim Erfmdungsgegenstand werden die gegenteiligen Mittel angewandt, um trotz des sehr engen Halses beim Kippen des Gefäßes den gewünschten schnellen Ausfluß zu erhalten
    Zur dauernden Aufrechterhaltung eines hohen Vakuums wird irgendein gasabsorbierender Stoff verwendet, der bei u angebracht ist. Es ist aber hierbei darauf zu achten, daß wegen der verhältnismäßig großen Porosität des Metalles ein Stoff verwendet wird, der stärker gasabsorbierend wirkt als die bei Glasgefäßen angewandten Stoffe. Auch muß das Gewicht des einzubringenden absorbierenden Stoffes ein möglichst geringes sein, da jede Gewichtsverminderung der inneren Kugel im' Interesse der Haltbarkeit nutzbringend wirkt. ' .
    Der Behälter ist nicht an eine bestimmte Form gebunden. Die walzenförmige oder jede andere Form läßt stets das Hineinlegen des inneren Mantels in den umschließenden äußeren Mantel zu. Die vorzügliche Entlastung des Halses durch Legen der inneren Flasche in die äußere und die dadurch mögliche Verringerung »des Durchmessers und Materialquerschnittes des Halses in Verbindung mit einem zur Aufrechterhaltung eines vorzüglichen Vakuums dienenden Stoffes haben Resultate ermöglicht, die das bis jetzt Erreichte weit in den Schatten stellen, denn bei einem bei der Erfinderin befindlichen Versuchsgefäß verdampfen nur 5 bis 6 Prozent flüssiger Luft in 24 Stunden, während bei Glasgefäßen, die bis jetzt die beste Isolierfähigkeit hatten, 10 bis 12 Prozent in der gleichen Zeit verloren gingen. ;
    Pa τ ε ν τ - A ν s ρ r υ c η :
    Metallgefäß zum Aufbewahren und zum . Transporte flüssiger Gase sowie zum IsoHeren anderer Stoffe, bestehend aus zwei konzentrisch angeordneten, gleichgeformten Behältern mit engen Hälsen, dadurch gekennzeichnet, daß der Hals des inneren Behälters sehr dünnwandig ist und bei senkrechter oder annähernd senkrechter ,Stellung den inneren Behälter, ohne daß beide Behälter sich berühren, frei schwebend trägt, dagegen bei einer Neigung des Gefäßes so weit nachgiebt, daß der innere Behälter sich auf die innere Wand des äußeren Behälters legt und beim Zurückführen des Doppelgefäßes in die senkrechte Stellung in die freihängende Lage zurückkehrt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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