DE250302C - - Google Patents

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVe 250302 -KLASSE 4 c. GRUPPE
WALTER SCHOELER in BRESLAU.
Sicherheitsvorrichtung für Gashähne. Patentiert im Deutschen Reiche vom 1. Oktober 1911 ab.
Gegenstand der Erfindung ist eine Sicherheitsvorrichtung für Gashähne, bei welcher der Gashahn in der Offenstellung, bei brennender Flamme durch eine von einem Ausdehnungskörper beeinflußte Klemmvorrichtung gesperrt wird.
Das kennzeichnende Merkmal der Erfindung besteht in einem an dem Hahngriff zu befestigenden Stift, welcher in einem Klemmstück geführt ist, das von einem Ausdehnungskörper derart beeinflußt wird, daß der Ausdehnungskörper bei brennender Flamme durch das Klemmstück den Stift durch Reibung feststellt.
Da die Entfernung der Klemmvorrichtung von dem Hahn beliebig groß sein kann, weil die Klemmung auf der ganzen Länge des des Stiftes an jeder Stelle in gleich sicherer Weise erfolgt, ist auch die den Gegenstand der Erfindung bildende Vorrichtung in ihrer Wirkung vollkommen unabhängig von der Konstruktion der Lampe und kann daher an jeder vorhandenen Anlage ohne weiteres angebracht werden.
Bei kleinen Gashähnen genügt zur Sperrung des Sperrstiftes ein als Kreis oder Spirale gebogenes Metallband, dessen Enden mit Führungen für den Stift versehen sind. Dehnt sich das Metallband aus, so wollen sich seine mit den Führungen versehenen Enden auseinanderbewegen und klemmen dadurch den Stift fest. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß auch bei sehr starker Erhitzung des Metallbandes niemals eine Deformation desselben stattfinden kann. Soll eine stärkere Klemmung des Stiftes herbeigeführt werden, so wird mit dem Ausdehnungskörper, der ein starrer Stab oder ein Draht sein kann, eine geeignete Hebelanordnung in Verbindung gebracht, welche. die; Klemmung des Stiftes herbeiführt.
Die Zeichnung zeigt zwei Ausführungsformen der Erfindung, und zwar veranschaulicht .
Fig. ι die eine Ausführung in einer Seitenansicht,
Fig. 2 dieselbe in einem Schnitt nach A-B bei zusammengezogenem Ausdehnungskörper, .
Fig. 3 denselben Schnitt bei erwärmtem Ausdehnungskörper, während
Fig. 4 die Anordnung der neuen Vorrichtung an einer Gaslampe zur Darstellung bringt.
Fig. 5 zeigt eine zweite Ausführungsform.
Bei der in Fig. ι bis 4 dargestellten Ausführung des Erfindungsgegenstandes ist der Ausdehnungskörper ein aus zwei verschiedenen Metallen zusammengelötetes Metallband α, welches als einfacher Ring oder auch als Spirale ausgebildet sein kann. Dieses Band wird durch eine geeignete Feststellvorrichtung b so über der Lampe befestigt, daß es im Bereiche des aufsteigenden Abgasstromes liegt, wie es Fig. 4 zur Darstellung bringt. Das eine Ende c des Streifens α weist die Ansätze d, d auf, in welchen der Stift e gleitet, während das andere Ende f des Bandes α Klemmbacken g, g aufweist, in welchen für den Stift e Schlitzführungen h, h vorgesehen sind.
Der Hebel i des Gashahnes ist auf der einen
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■ Seite in üblicher Weise durch ein Gewicht k belastet, welches den Gashahn in seine Schlußstellung zu bringen bestrebt ist. Das andere Ende des Hebels i steht mit dem Führungsstift e durch eine Kette I ο. dgl. in Verbindung.
Die Wirkungsweise , der Vorrichtung ist folgende:
Ehe die Lampe angezündet wird, solange
ίο der Metallstreifen noch nicht erwärmt ist, nehmen dessen Enden die in Fig. 2 der Zeichnung dargestellte Lage ein. Es liegt hierbei der Stift e lose in den Schlitzen der Klemmbacken g, g'und kann sich frei in seinen Führungslappen d, d bewegen, wenn der Hahn geöffnet wird. Wird jetzt die Flamme angezündet, so dehnt sich sofort der Metallstreifen aus und kommt in die in Fig. 3' der Zeichnung dargestellte Lage. Dabei legen sich die-Enden der Schlitze h mit starkem Druck gegen den Führungsstift e an und halten diesen in seinen Führungen d, d durch Reibung fest. Diese Reibung ist so groß, daß das Schließgewicht k nicht in Wirkung treten kann, sondern der Hahn durch den Führungsstift e offen gehalten wird. Der Hahn kann dadurch richtig geschlossen werden, daß man einen Druck auf das Gewicht k ausübt, durch welchen die Reibung des Stiftes e überwunden wird. Nach Erlöschen der Flamme geht das Band a in seine Anfangsstellung - zurück und gibt dadurch den Stift e für die Offenbewegung des Hahnes wieder frei.
Wird es vergessen, den Hahn zu schließen, und erlischt die Flamme erst durch Schließen des Haupthahnes, so zieht sich beim Erkalten das Metallband α zusammen und gibt dadurch den Stift e frei. Sofort tritt dann das Schließgewicht k in Wirkung und bringt den Hahn selbsttätig in seine Schließlage.
Bei der Ausführung nach Fig. 5 bilden die beiden Stifte m, m die Ausdehnungskörper, welche sich einerseits an einen Bügel η stützen, welcher durch eine in der Zeichnung nicht dargestellte Stellschraube o. dgl. eingestellt werden kann, und sich mit ihrem anderen Ende gegen zweiarmige Hebel 0, 0 anlegen, die bei q, q drehbar befestigt sind, und die Schlitzführungen p, p für den Führungsstift e aufweisen. Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß, wenn die Stifte m, m nach dem Anzünden der Lampe durch die aufsteigende Wärme erwärmt werden, sie bei ihrer Ausdehnung eine Bewegung der Hebel 0, 0 um deren Drehpunkte q, q herbeiführen und dadurch das Festklemmen des Führungsstiftes e bewirken. Erlischt die Flamme und kühlen die Stifte m, m wieder ab, so gelangen auch die Hebelarme 0 wieder in die in Fig. 5 gezeichnete Stellung zurück und geben dadurch den Stift e frei. Sind die Stifte m mit ihren Enden einerseits an dem Bügel n, andererseits an den Hebeln o, 0 fest angeordnet, so erfolgt auch die Rückbewegung der Hebel zwangsweise. Stützen sie sich dagegen lose gegen die Hebel, so erfolgt die Rückführung der Hebel beim Abkühlen der Stifte m, m durch Federwirkung.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Sicherheitsvorrichtung für Gashähne, bei welcher der Gashahn in der Offenstellung bei brennender Flamme durch eine von einem Ausdehnungskörper beeinflußte Klemmvorrichtung gesperrt wird, gekennzeichnet durch einen an dem Hahngriff befestigten Stift (e), welcher in einem Klemmstück geführt ist, das von einem Ausdehnungskörper derart beeinflußt wird, daß der Ausdehnungskörper bei brennender Flamme mittels des Klemmstückes den Stift durch Reibung feststellt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Ende eines als Kreis oder Spirale gebogenen Metallbandes (a) mit Klemmbacken (g) versehen ist, die sich an einen in Führungen gleitenden, mit dem Hahn in Verbindung stehenden Stift anlegen und diesen durch Reibung" festhalten.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausdehnungskörper Stifte (m) dienen, die unter Vermittlung eines Hebelgetriebes (0) bei seiner Ausdehnung die Feststellung des Führungsstiftes (e) bewirken.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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