DE2507385B2 - Verfahren zur Herstellung eines Räuchermittels - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines RäuchermittelsInfo
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Description
Eiweiß- und fetthaltigen Produkten die N«erkmale
von Räucherprodukten zu verleihen, ist seit langem bekannt und wird allgemein angewandt, indem man
auf die Produkte einen durch unvollständiges Verbrennen von cellulose- und ligninhaltigen Stoffen erhaltenen
Räucherrauchstrom einwirken läßt. Dieses direkte Verfahren im Räucherstrom verleiht zwar den
Produkten den erwarteten Räuchergeschmack und Räuchergeruch, jedoch werden dabei überflüssige und
schädliche Bestandteile abgelagert, vor allem Stickstoffbasen und verschiedene, den behandelten Produkten
fremde Geruchsnoten verleihende flüchtige Säuren, sov/ie kanzerogene Kohlenwasserstoffe, ferner
Derivate des Benzpyrens und des Benzphenanthrens.
Außerdem ist das Räuchern mit Rauch in der Großtechnik ein technologisch umständliches Verfahren,es
ist schwierig zu standardisieren und zu automatisieren und in kontinuierliche Herstellungsprozesse
zu überführen, außerdem sind kostspielige Anlagen und große Vorräte von bestimmten, zur
Räucherraucherzeugung notwendigen Holzmaterialien erforderlich.
Die oben genannten Nachteile und Schwierigkeiten führen zu immer häufigerer Aufgabe der direkten
Räuchermethode und zu ihrem Ersatz durch das sogenannte rauchlose Räuchern mit Räuchermitteln, die
unmittelbar den Lebensmitteln zugegeben werden und ihnen die Geschmacks- und Aromaeigenschaften
verleihen, die mehr oder weniger den nach konventionellen Methoden erreichbaren Eigenschaften angenähert
sind und zugleich keine kanzerogenen Substanzen und Ballaststoffe enthalten.
Die Räuchermittel werden im Laufe der Zersetzungsdestillation von Holz oder verwandten Rohstoffen
gewonnen. Anfänglich wurde das aus einem Ausgangsmaterial bei der Trockendestillation abgetrennte
Destillationswasser verwendet, mit der Zeit wurden jedoch Destillationsrückstandsteere und der bei der
Holzpyrolyse entstehende Rauch verwendet.
Es gibt mehrere Verfahren zur Gewinnung von Räuchermitteln aus diesen Rohstoffen durch Destillation,
Extraktion, Fraktionieren oder durch eine Kombination der genannten Maßnahmen, die das Beseitigen
der schädlichen und unerwünschten Bestandteile und das Gewinnen der entsprechenden, die gewünschten
geschmacklichen, aromatischen, antioxidativen und bakteriziden Eigenschaften aufweisenden
Verbindungen oder Verbindungsgruppen bezwekken.
An Räuchermittel werden sehr hohe Qualitätsanforderungen gestellt, deren Einhaltung für die Zulassung
zur Anwendung in Lebensmitteln die Hauptbedingung seitens staatlicher Institutionen des Gesundheitsschutzes
ist. Sie sollen den Lebensmitteln nicht nur den gewünschten typischen Geschmack und Räuchergeruch
verleihen und antioxidative und bakterizide Eigenschaften aufweisen, sondern sie dürfen als
kanzerogen erkannte Verbindungen in nicht größerer Menge als nur einige Zehntel Gewichtsteile pro Million,
bezogen auf das Lebensmittelprodukt, enthalten und nur in Mengen von einigen bis zu einigen Hundert
Gewichtsteilen pro Million, bezogen auf das Produkt, verwendet werden.
Von den bekannten Räuchermitteln genügen nur wenige den oben genannten Bedingungen. Dazu zählen
die nach den polnischen Patentschriften 49216 und 52159 sowie nach der DT-OS 2031662 gewonnenen
Räuchermittel. Diese Räuchermittel werden durch fraktionierte Extraktion und mit Hilfe organischer
Lösungsmittel „vorzugsweise mit Äthyläther, aus einem Räucherrauchkondensat gewonnen, das bei der
bei Luftüberschuß durchgeführten Zersetzungsdestillation von Cellulose und/oder Ligninstoffen erzeugt
wird.
Nach dem Verfahren gemäß der DT-OS 2031662
werden drei Fraktionen gewonnen. Als erste und Hauptfraktion erhält man eine hauptsächlich Phenolverbindungen
mit einem Molekulargewicht über 140 enthaltende Fraktion. Diese kann mit der zweiten im
weiteren Verlauf der Extraktion gewonnenen Terpenfraktion vermischt werden, die Verbindungen enthält,
die in einem Medium mit einem pH-Wert, von 12,8 keine salzartigen Verbindungen bilden, sowie mit
der dritten sauren, niedere Carbonsäuren enthaltende Fraktion, um dadurch das fertige Rä>
:hermittel zu gewinnen. Dieses Verfahren ist technologisch ziemlich
umständlich, arbeitsaufwendig und erfordert eine komplizierte Apparatur.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Gewinnung eines Räuchermittels anzugeben,
das technologisch und in bezug auf Apparate einfach, leicht zu automatisieren ist und günstige Arbeitsschutzbedingungen
gewährleistet, wobei das gewonnene Räuchermittel vortreffliche, das Räucheraroma
vollständig wiedergebende geschmackliche und aromatische, sowie auch oxidationshemmende und
bakteriostatische Eigenschaften aufweisen soll und für eiweiß- und fetthaltige Lebensmittelprodukte ein ausgezeichnetes
konservierendes Mittel sein soll, das zugleich von ballastartigen und gesundheitsschädlichen
Verbindungen frei ist.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung eines Räuchermittels durch Extraktion
und Destillation aus einem Teer oder einem Räucherrauchkondensat, wobei Teer (= Destillationsrückstand)
bzw. Räucherrauchkondensat durch Zersetzungsdestillation von Cellulose und/oder Ligninrohstoffen
(in sauerstofffreier oder sauerstoffhaltiger Atmosphäre durchgeführt) erhalten worden sind, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß man
(la) den Teer oder das Räucherkondensat oder dessen Fraktionen mit einer wäßrigen Lösung von Schwefelsäure (Konzentration 5 bis 20%, Menge 5 bis 15 Gewichtsprozent, bezogen auf Teer oder Räucherrauchkondensat) extrahiert, wobei man die anfallende, die organischen Sticksloffbasen enthaltende obere Schicht verwirft und die untere Schicht mit Wasser und mit einer wäßrigen Natriumhydrogencarbonatlösung oder mit einer gesättigten wäßrigen Natriumchloridlösung wäscht, oder daß man
"> (Ib) den Teeroder das Räucherrauchkondensat oder dessen Fraktionen zur Bindung der organischen Stickstoffbasen mit Orthophosphorsäure (85 bis 90%ige Säure, Menge: 0,5 bis 3 Gewichtsprozent) vevmischt,
(la) den Teer oder das Räucherkondensat oder dessen Fraktionen mit einer wäßrigen Lösung von Schwefelsäure (Konzentration 5 bis 20%, Menge 5 bis 15 Gewichtsprozent, bezogen auf Teer oder Räucherrauchkondensat) extrahiert, wobei man die anfallende, die organischen Sticksloffbasen enthaltende obere Schicht verwirft und die untere Schicht mit Wasser und mit einer wäßrigen Natriumhydrogencarbonatlösung oder mit einer gesättigten wäßrigen Natriumchloridlösung wäscht, oder daß man
"> (Ib) den Teeroder das Räucherrauchkondensat oder dessen Fraktionen zur Bindung der organischen Stickstoffbasen mit Orthophosphorsäure (85 bis 90%ige Säure, Menge: 0,5 bis 3 Gewichtsprozent) vevmischt,
ι» (2) die so vorgereinigten Ausgangsstoffe unter vermindertem
Druck in einer Inertgasatmosphäre zweistufig destilliert, wobei man den in der ersten
Destillationsphase bei 30 bis 20 mm Hg erhaltenen Vorlauf (Siedepunkt unter 110 bis
π 100° C) verwirft und in der zweiten Destilla-
'ionsphase bei einem auf höchstens 10 mm Hg herabgesetzten Druck Verbindungen abtrennt,
die einen Siedepunkt bis zu 250° C bei 20 mm Hg aufweisen, welche das fertige Räuchermittel
JH darstellen.
Zunächst wird also dem Ausgangsmaterial ein Teil der Ballastverbindungen, insbesondere der organischen
Stickstoffbasen, entzogen. Diese Verbindungen werden entweder durch Extraktion mit Schwefel-
2Ί säure, oder durch deren Bindung an Orthophosphorsäure,
beseitigt, wobei die letztgenannte Säure gleichzeitig Kondensations-Polymensations-Prozessen vorbeugt.
In diesem Fall ve-bleiben diese Ballastverbindungen
bis zum Prozeßende im später verworfenen in Nachlauf. Zur Extraktion wird die wäßrige Schwefelsäurelösung
mit einer Konzentration von 5 bis 20% in einer Menge von 5 bis 15 Gewichtsprozent, bezogen
auf Teere oder Räucherrauchkondensate.verwendet. Die Extraktion wird durch einmalige oder mehr-(
> malige Zugabe von Säure bei Zimmertemperatur durchgeführt, wobei die die organischen Stickstoffbasen
enthaltende und später verworfene obere Schicht abgetrennt wird. Die untere, Teer enthaltende Schicht
wird dagegen mehrmals mit Wasser und mit einer wäßrigen Natriumhydrogencarbonatlöcung oder mit
einer gesättigten wäßrigen Natriumchlondlösung gewaschen, wonach sie weiterbehandelt wird. Dagegen
erfolgt die Bindung der organischen Stickstoffbasen an die Orthophosphorsäure durch Vermischen des
r. Ausgangsstoffs mit 0,5 bis 3 Gewichtsprozent einer 85- bis 90%igen Säure.
Der auf eine der beschriebenen Weisen vorgereinigte Ausgangsstoff wird unter vermindertem Druck
in einer Inertgasatrnosphäre, z. B., Stickstoff, Argon -.Ii oder Kohlendioxid zweistufig destilliert, vorzugsweise
bei einem Zusatz von 1 bis 10 Gewichtsprozent, am besten von 5 Gewichtsprozent Zink-, Aluminiumoder
Eisenstaub. Die Verwendung von Zink-, Aluminium- oder Eisenstaub gestattet es, ein Räuchermittel
r, von heller Bernsteinfarbe zu erhalten, der er der Oxydation des Hydrochinon- oder Chinonsystems
vorbeugt. Der Staub kann gleich in der ersten oder auch erst in der zweiten Destillationsphase zugegeben
werden.
mi In der ersten, unter einem Druck von 30 bis 20 mm Hg durchgeführten Destillationsphase wird als Vorlauf,
der verworfen wird, eine Fraktion erhalten, welche Substanzen mit einem Siedepunkt unter 110 bis
100° Centhält. Dies sind vor allem niedermolekulare ι,-) organische Säuren, Wasser, Kohlenwasserstoff und
andere Ballastsubstanzen.
In der zweiten Destillationsphase wird der Druck bis auf höchstens 100 mm Hg herabgesetzt und es wird
eine Fraktion mit Verbindungen gewonnen, die einen Siedepunkt bis zu 250° C bei 20 mm Hg aufweisen.
Bei einem Druck unter 10 mm Hg werden Verbindungen mit entsprechend niedrigeren Siedepunkten
destilliert. Diese Fraktion bildet das fertige Räuchermittel, Der Nachlauf aus dieser Destillation, der
hauptsächlich Pech, und bei Verwendung der Orthophosphorsäure auch die organisch gebundenen Stickstoffbasen
enthält, wird verworfen.
Es wurde festgestellt, daß der zu verwerfende Nachlauf viel leichter aus dem Destillationsapparat zu
entfernen ist, wenn er mit dem mehrwertigen Alkohol Glycerin verdünnt wird. Es ist deshalb vorteilhaft, die
bei einem Druck von 100 mm Hg verlaufende zweite Destillationsphase als Extraktionsdestillation mit
Glycerin-Dämpfen durchzuführen, die auch den Destillationsverlauf als solchen vorteilhaft beeinflussen.
Dieser mehrwertige Alkohol wird mit dem Teer vermischt, der keine Fraktion mit Siedepunkten unter
100° C, vorzugsweise 80° C bei 20 mm Hg und keine organischen Stickstoffbaseη enthält, oder der die an
die Orthophosphorsäure gebundenen Sdckstorfbasen enthält, und zwar in einer Menge von 1 bis 10 Gewichtsteilen
Glycerin auf 1 Gewichtsteil Teer, vorzugsweise 5 Gewichtsteilen Glycerin auf 1 Teil Teer.
Aus dieser Mischung wird die Fraktion mit einem Siedepunkt bis zu 250° C bei 200 mm Hg oder bis
180° C bei 10 mm Hg oder mit entsprechend tieferen Temperaturen bei einem Druck unter 10 mm Hg gewonnen.
Diese aus einem Gemisch des mehrwertigen Alkohols und der das Räuchermittel bildenden Verbindungen
bestehende Fraktion wird anschließend bis auf eine Temperatur von 50 bis 90° C erwärmt, um
dadurch eine selbsttätige Trennung in zwei Schichten zu veranlassen. Die obere Schicht bildet das Räuchermittel,
die untere dagegen den mehrwertigen Alkohol, der wieder zur Destillation einer neuen Teermenge
verwendet werden kann.
Untersuchungen haben gezeigt, daß positive Ergebnisse auch bei einer Abänderung des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Gewinnung eines Räuchermittels erreicht werden können, und zwar wenn man
die Reihenfolge derart verändert, daß der Ausgangsstoff, der den Destillationsrückstand bildende Teer
oder das Räucherrauchkondensat zuerst nach dem oben beschriebenen Vorgehen, unter Einhaltung der
gleichen technologischen Kennwerte zweistufig destilliert wird und erst anschließend aus dem das Räuchermittel
enthaltenden Enddestillat die organischen Stickstoffbasen durrh Extrahieren mit der wäßrigen
Lösung der Schwefelsäure, beseitigt werden.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnene Räuchermittel besteht aus einem komplizierten
Gemisch von organischen Verbindungen mit mindestens 5P% an Komponenten mit Phenolcharakter
sowie höheren Fettsäuren, Terpenverbindungen und anderen, darunter jedoch keine kanzerogenen
Substanzen. Dieses Räuchermittel zeichnet sich durch das gewünschte typische Räucheraroma aus. Eiweißoder
fetthaltigen Produkten zugegeben, verleiht es ihnen die Eigenschaften der nach der direkten Räuchermethode
geräucherten Produkte, verlängert deren Haltbarkeit und wirkt der Oxydation entgegen.
Die Ausbeute des erfindungsgemäßen Verfahrens, bezogen auf den Ausgangsstoff, beträgt 15 bis 40 Gewichtsprozent.
Um den Reinigungseffekt des Räuchermittels von ballastartigen und schädlichen Verbindungen von der
Art des Benzpyrens, Dibenzanthracens und anderer aromatischer Kohlenwasserstoffe zu erhöhen, wird
dieses einem Selektivadsorptionsprozeß an Aktivkohle, weitporigem Kieselsäuregel oder synthetischen
'■ Molekularsieben unterworfen. Der Prozeß wird derart
geführt, daß das Räuchermittel entweder zuerst mit organischen Lösungsmitteln, wie niedrigen aliphatischen
Alkoholen, Dialkyläther oder Halogenkohlenwasserstoff en verdünnt oder unverdünnt bis auf eine
Temperatur von 50 bis 90 a C erwärmt und nachher
durch eine mit einem geeigneten Adsorptionsmittel gefüllte Ads.orptionskolonne geschickt wird. Für 100
Gewichtsteile des Räuchermittels werden 10 bis 50 Gewichtsteile einer Adsorptionsmasse genommen, in
'> Abhängigkeit von ihrer Art und selektiven Aktivität.
Nach dem Durchschicken der Flüssigkeit durch die Adsorptionskolonne wird das Lösungsmittel gegebenenfalls
durch Verdampfen unter normalem oder vermindertem Diuck entfernt.
o Durch diese Maßnahmen erb".it man ein gereinigtes
Räuchermittel als dickes, gelblich gefärbtes öl mit intensivem
Räucheraroma und sehr hohem Reinheitsgrad, insbesondere was den Gehalt an kanzerogenen
Verbindungen betrifft. Als nach dem erfindungsge-
"> mäßen Verfahren gewonnenes Räuchermittel erhält man ein Produkt mit nicht nur ausgezeichneter Reinheit,
sondern auch mit vortrefflichen Aroma- und Antioxydationseigenschaften.
Das erfindungsgemäß erhalten? Räuchermittel ist
(· ein stark konzentriertes Präparat. Da es in Lebensmitteln nur in Mengen von einigen bis einigen hundert
Gewichtsteilen pro Million, bezogen auf das Produkt, verwendet wird, ist seine Verdünnung mit geeigneten
Trägersubstanzen unentbehrlich. Als Träger werden
-, bekannte Stoffe, wie Äthylalkohol, Äthylenglykol,
Glycerin, Tier- oder Pflanzenfette, Kochsalz, Stärke, Gewürze, Pökelgemische oder Wasser verwendet.
Diese Verdünnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Trägers, entweder durch Lösen des Räucheri
mittels im Träger oder durch Sättigen des festen Trägers mit dem Konzentrat oder durch Herstellen einer
Räuchermittelemulsion mit dem Träger selbst.
Das Räuchermittel wird auf eine Konzentration von einigen Prozenten verdünnt. Das im Träger verdünnte
"> Räuchermittel wird mit dem Lebensmittelprodukt
vermischt oder auf dessen Oberfläche auf bekannte Art aufgetragen. Beispielsweise wird eine wenig konzentrierte
Lösung oder eine Emulsion des Räuchermittels mit einem Träger von geringer Viskosität mit
,η oder ohne Farbstoffzusatz auf der Oberfläche eines
Lebensmittelpvodukts zerstäubt, vorzugsweise unter Verwendung eines elektrostatischen Feldes, worauf
der Träger von selbst verdampft.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Gewinnung
Yi eines Räuchermittels wird nachstehend an Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Teer aus der Trockendestillation von Buchenholz
Mi wird bei Zimmertemperatur einer Extraktion mit einer
10%igen wäßrigen Schwe/elsäurelösung in einer
Menge von 10 Gewichtsprozent, bezogen auf das Ausgangsgewicht des Teers, unterworfen. Die abgeschiedene
obere wäßrige Schicht, die das Aroma des -, Räuchermittels ungünstig beeinflussende organische
Stickstoffbasen enthält, wird verworfen, dagegen wird die teerige Schicht mit Wasser und mit einer wäßrigen
NaHCO,-Lösung oder mit einer 3%igen Natrium-
chloridlösung viermal bis zur neutralen Reaktion gewaschen. Der vorgereinigte Teer wird dann einer
fraktionierten Destillation in einer Stickstoffatmosphäre unter vorheriger Zugabe von S Gewichtsprozent Zinkstaub, bezogen auf den Teer, unterworfen.
Die Destillation wird zweistufig unter vermindertem Druck geführt. Zuerst wird eine Fraktion der Verbin
dungen mit einem Siedepunkt unter 100° C bei 20 mm Hg, die aus einem Gemisch von niedermolekularen
Fettsäuren und Phenolen und von das Aroma des Räuchermittels nachteilig beeinflussenden Kohlenwasserstoffen
bestehen, erhalten und verworfen. Anschließend wird der Druck bis auf 10 mm Hg herabgesetzt
und es wird die Fraktion mit einem Siedepunkt unter 180° C bei 10 mm Hg gewonnen, die das
Räuchermittel bildet. Die Ausbeute des auf diese Weise gewonnenen Präparats, bezogen auf den einge-
/Ctr5gt sir /C
Erlenholzteer, der ein Kondensat eines bei einer bei Luftüberschuß durchgeführten Zersetzungsdestillation
erhaltenen Räucherrauches ist und von Stickstoffbasen und Verbindungen mit einem Siedepunkt
unter 100° C bei einem Druck von 20 mm Hg wie im Beispiel 1 befreit wurde, wird mit der 4fachen
Menge Glycerin vermischt und einer Extraktionsdestillation in Stickstoffatmosphäre unter einem 20 mm
Hg nicht übersteigenden Druck unterworfen, wobei eine Fraktion mit einem Siedepunkt bis zu 250° C
bei 20 mm Hg aufgefangen wird. Das abdestillierte Gemisch von Glycerin und das Räuchermittel bildenden
Verbindungen wird zur Trennung in zwei Schichten bis auf 60" C erwärmt. Die untere Schicht bildet
das Glycerin, die obere das Räuchermittel. Die Ausbeute, bezogen auf das Ausgangsprodukt,beträgt 20%.
Beispiel 3
Teer aus einer Trockendestillation von Buchenholz werden 2 Gewichtsprozent einer 85%igen Orthophosphorsäure zugesetzt, und anschließend wird die Mischung in einer COyAtmosphäre unter vermindertem Druck zweistufig destilliert. Zunächst wird ein j Vorlauf mit Verbindungen mit einem Siedepunkt un ter 110° C bei 25 mm Hg erhalten. Dieser Vorlauf besteht aus einem Gemisch niedermolekularer Fett säuren, Phenole und Kohlenwasserstoffe und wird verworfen. Ist der Vorlauf abdestilliert, werden dem
Teer aus einer Trockendestillation von Buchenholz werden 2 Gewichtsprozent einer 85%igen Orthophosphorsäure zugesetzt, und anschließend wird die Mischung in einer COyAtmosphäre unter vermindertem Druck zweistufig destilliert. Zunächst wird ein j Vorlauf mit Verbindungen mit einem Siedepunkt un ter 110° C bei 25 mm Hg erhalten. Dieser Vorlauf besteht aus einem Gemisch niedermolekularer Fett säuren, Phenole und Kohlenwasserstoffe und wird verworfen. Ist der Vorlauf abdestilliert, werden dem
i" Rückstand 5 Gewichtsprozent Aluminiumstaub züge
setzt und unter einer Co2-Atmosphäre die das Räuchermittel
bildenden Verbindungen mit Siedepunkten bis zu 250" C bei 20 mm Hg abdestilliert. Die Ausbeute
entspricht der des Beispiels 1.
ι. Dann wird dieses Räuchermittel in Äthylalkohol im Verhältnis 1:9 gelöst und bei Zimmertemperatur
durch eine mit Aktivkohle gefüllte Glaskolonne geschickt. Aus dsrn erhaltenen Filtrsit wird n?rh 'tcr"
Verdampfen des Lösungsmittels das Räuchermittel als
:<· dickes, gelbliches, intensiv rauchig riechendes öl gewonnen.
Die Ausbeute des Adsorptionsprozesses beträgt 90%.
:. Teer, bestehend aus einem Kondensat eines bei einer
bei Lufiüberschuß durchgeführten Zersetzungsdestillation
vc>n Erlenholz und Tannenholz im Verhältnis 8:2 erhaltenen Räucherrauchs, wird einer
zweistufigen Destillation unter vermindertem Druck,
mi wie im Beispiel 2, unterworfen. Da« in der zweiten
Phase erhaltene Destillat wird nach Abtrennung der Glycerinschicht bei Zimmertemperatur mit einer
10%igen Schwefelsäurelösung, in einer Menge von 7 Gewichtsprozent zugegeben, extrahiert, wobei die die
r. organischen Stickstoffbasen enthaltende obere, wäßrige
Fraktion abgetrennt und verworfen wird. Die untere Fraktion bildet nach dem Waschen mit Wasser
und mit einer wäßrigen NaHCO3-Lösung und dem
Neutralisieren das reine Räuchermittel.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung eines Räuchermittels durch Extraktion und Destillation aus einem
Teer, oder einem Räucherrauchkondensat, wobei Teer (= Destillationsrückstand) bzw. Räucherrauchkondensat
durch Zersetzungsdestillation von Cellulose und/oder Ligninrohstoffen (in sauerstofffreier oder sauerstoffhaltiger Atmosphäre
durchgeführt) erhalten worden sind, dadurch gekennzeichnet, daß man
(la) den Teer oder das Räucherrauchkondensat oder dessen Fraktionen mit einer wäßrigen
Lösung von Schwefelsäure (Konzentration 5 bis 20%, Menge 5 bis 15 Gewichtsprozent,
bezogen auf Teer oder Räucherrauchkondensat) extrahiert, wobei man die anfallende,
die organischen Stickstoffbasen enthaltende obere Schicht verwirft und die untere Schicht mit Wasser und mit einer
wäßrigen Natriumhydrogcncarbcnatlosung
oder mit einer gesättigten wäßrigen NatriumchloricMösung
wäscht, oder daß man
(Ib) den Teer oder das Räucherrauchkondensat
oder dessen Fraktionen zur Bindung der organischen Stickstoffbasen mit Orthophosphorsäure
(85 bis 90%ige Säure, Menge: 0,5 bis 3 Gewichtsprozent) vermischt,
(2) die so vorgereinigten Ausgangsstoffe unter vermindertem Druck in einer Inertgasatmosphäre zweistufig destilliert, wobei man den in der ersten Destillationsphase bei 30 bis 20 mm Hg erhaltenen Vorlauf (Siedepunkt unter 110 bis 100° C) verwirft und in der zweiten Destillationsphase bei einem auf höchstens 10 mm Hg herabgesetzten Druck Verbindungen abtrennt, die einen Siedepunkt bis zu 250° C bei 20 mm Hg aufweisen, weiche das fertige Räuchermittel darstellen.
(2) die so vorgereinigten Ausgangsstoffe unter vermindertem Druck in einer Inertgasatmosphäre zweistufig destilliert, wobei man den in der ersten Destillationsphase bei 30 bis 20 mm Hg erhaltenen Vorlauf (Siedepunkt unter 110 bis 100° C) verwirft und in der zweiten Destillationsphase bei einem auf höchstens 10 mm Hg herabgesetzten Druck Verbindungen abtrennt, die einen Siedepunkt bis zu 250° C bei 20 mm Hg aufweisen, weiche das fertige Räuchermittel darstellen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in Stufe (2) die zweite Destillationsphase
als Extraktionsdestillation ausführt, wobei man
(1) das zu destillierende Produkt mit Glycerin vermischt (1 bis 10 Gewichtsteile Glycerin
auf 1 Gewichtsteil Teer bzw. Räucherrauchkondensat),
(2) die Fraktion mit einem Siedepunkt bis zu 250° C bei 20 mm Hg oder bei 1800C bei
10 mm Hg abtrennt,
(3) die erhaltene Fraktion anschließend auf 50 bis 90° C erwärmt und hierbei nach selbsttätiger
Phasentrennung als obere Schicht das Räuchermittel erhält.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zuerst Stufe (2) und dann
erst die Stufen (la) oder (Ib) ausführt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Destillation
in Stufe (2) in der ersten oder zweiten Destillationsphase mit einem Zusatz an Zink-, Aluminium-
oder Eisenstaub durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Metallstaub in einer Menge
von 1 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf die Menge des Destillierguts, eingesetzt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das erhaltene
Räuchermittel zwecks selektiver Adsorption von Ballaststoffen und gesundheitsschädlichen Substanzen
in verdünnter oder unverdünnter Form durch Aktivkohle, weitporigem Kieselsäuregel
oder ein synthetisches Molekularsieb schickt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man vor der selektiven Adsorption
das Räuchermittel mit einem organischen Lösungsmittel, vorzugsweise mit niederen aliphatischen
Alkoholen, Dialkyläthern oder Halogenkohlenwasserstoffen, verdünnt.
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