DE2507723C3 - Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät - Google Patents
Perimetrisches AugenuntersuchungsgerätInfo
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Description
35
Die Erfindung bezieht sich auf ein perimetrisches Augenuntersuchungsgerät mit einer Betrachtungsfläche,
vorzugsweise in Form einer Halbkugelinnenfläche, in der ein Fixationspunkt sowie eine Anzahl von
gruppenweise einschaltbaren Lichtquellen geringer Fläche angeordnet sind.
Ähnliche Geräte sind schon aus den deutschen Patentschriften 12 02 024, 12 29 753 sowie der US-Patentschrift
30 25 755 bekannt.
Bei den bekannten Geräten dienen Glühlampen oder Neonlampen als Lichtquellen.
Glühlampen lassen sich zwar durch Spannungsänderung in ihrer Lichtstärke ändern, jedoch ändert sich
hiermit auch die farbliche Zusammensetzung, d. h. die Farbtemperatur des abgegebenen Lichtes. Weiterhin
ändert sich die Charakteristik einer Glühlampe mit ihrer Brenndauer. Es ist also nicht möglich, die Leuchtdichte
einer Glühlampe auf einfache Weise durch Änderung der zugeführten elektrischen Leistung linear abhängig
hiervon und über einen längeren Zeitpunkt konstant definiert einstellbar zu machen. Kurzlichtblitze bestimmter
Farbtemperatur sind mit Glühlampen nicht darstellbar.
Xenon- bzw. Neonlampen sind grundsätzlich von ihrer physikalischen Wirkungsweise her in der Leuchtdichte
nicht regelbar. Sie lassen zwar Lichtblitze konstanter Energieausbeute zu, sind jedoch wegen ihrer
Abmessungen und schlechten zeitlichen Regelbarkeit als Einzellichtquellen in einem Kugelperimeter ungeeignet.
Leuchtdioden, wie sie z. B. in dem Buch »Einführung in die Lumineszenz« von Prof. Dr. Nikolaus R i e h 1,
Seiten 246 bis 251 beschrieben sind, werden bisher
ausschließlich als Indikatoren verwendet.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein perimetrisches Augenuntersuchungsgerät zu schaffen, bsi dem eine
Vielzahl von gruppenweise einschaltbaren Lichtquellen in ihrer Leuchtdichte uud Leuchtdauer auf einfache
Weise mit einer über einen längeren Zeitraum konstanten Charakteristik einstellbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß als Lichtquellen Leuchtdioden vorgesehen sind.
Die erfindungsgemäße Anwendung von Leuchtdioden als definierte Lichtquellen in einem perimetrischen
Augenuntersuchungsgerät ergibt enorme technische Vorteile insofera als mit geringem technischen
Aufwand bisher übliche Untersuchungsmethoden verbessert und reproduzierbar durchgeführt werden
können und andere, mit bekannten perimetrischen Augenuntersuchungsgeräten nicht durchführbare Untersuchungen
ermöglicht werden.
Lev.chtdioden sind in ihrer Leuchtdichte linear abhängig von der zugeführten elektrischen Stromstärke,
d. h. sie sind auf einfache Weise steuerbar. Bei der Veränderung der Leuchtdichte bleibt die Farbtemperatur
praktisch konstant, dies gilt auch noch nach einer langen Betriebsdauer.
Die Ansprechzeit von Leuchtdioden ist extrem kurz, so daß auch blitzartige Darbietung der Lichtquellen
exakt möglich ist.
Das erfindungsgemäße, mit Leuchtdioden ausgerüstete, Augenuntersuchungsgerät läßt daher auf technisch
sehr einfache Weise eine lineare Steuerung der Leuchtdichte zu. Regelkreise zur Konstanthaltung der
Leuchtdichte, wie dies bei der Verwendung von Glühlampen der Fall ist, sind nicht mehr erforderlich.
Nach dem Prinzip der Kugelperimetrie durchzuführende Testverfahren mit Mehrfachlichtreizen setzen
eine Anzahl von synchronen Lichtblitzen voraus, deren Blitzdauer unterhalb der für das menschliche Auge
kritischen Erkennungszeit liegt. Die kritische Erkennungszeit liegt gemäß dem »Blochschen Gesetz« bei
0,02 bis 0,03s (vgl. Erik Louis Greve, Single and
Multiple Stimulus Static Perimetry in Glaucoma; The Two Phases of Perimetry, Den Haag, 1973, S. 37 bis 39).
Dieses Gesetz besagt, daß bei Darbietung von Lichtreizen über die kritische Erkennungszeit hinaus
zeitliche Summationen (z. B. Adaptationsvorgänge) im Auge auftreten. Liegt die Darbietungszeit unterhalb der
kritischen Erkennungszeit, so ist die Empfindlichkeitsschwelle, die für Gesichtsfelduntersuchungen ausschlaggebend
ist, lediglich durch die Lichtenergie des Stimulus bestimmt. Blitze gleicher Lichtenergie haben dann
gleichen Reizeffekt unabhängig von der Verteilung über die Darbietungszeit.
Unabhängig von der Veränderbarkeit der Leuchtdichte der einzelnen Lichtquellen im Rahmen einer
Untersuchungsreihe können die über die Betrachtungsfläche verteilten Leuchtdioden bei gleicher Farbtemperatur
so abgestimmt sein, daß die Leuchtdichte den physiologischen Gegebenheiten des menschlichen
Auges entsprechend vom Zentrum der Betrachtungsfläche nach außen zunimmt, derart, daß dem Betrachter
auch am Rand der Betrachtungsfläche befindliche Lichtquellen ähnlich hell erscheinen wie zentrumsnahe
Lichtquellen. Durch die vom Zentrum zur Peripherie hin abnehmende Lichtempfindlichkeit des Sehfeldes des
menschlichen Auges um etwa zwei Zehner-Potenzen wurden zentrumsnahe Lichtquellen gegenüber gleich
hellen peripheren Lichtquellen besser erkennbar sein. Diese physiologisch bedingte Leuchtdichteabstufung
um einen Betrag von etwa 1 zm 100 der einzelnen
Lichtquellen vom Zentrum der Betrachtungsfläche nach außen kann abschaltbar sein. Als Fixationspunkt für das
zu untersuchende Auge kann ebenso wie für die einzelnen Testpunkte eine Leuchtdiode vorgesehen
sein.
Zur Ermöglichung einer gewissen Farbtüchtigkeitsprüfung im Rahmen der mit dem erfindungsgemäßen
Gerät durchführbaren perimetrischen Untersuchung können einige Leuchtdioden unterschiedliche Leuchtfarbe
aufweisen. Hierbei können Leuchtdioden unterschiedlicher Leuchtfarbe vorgesehen sein, oder es
können Leuchtdioden Verwendung finden, die durch entsprechende elektrische Ansteuerung in ihrer Leuchtfarbe
veränderbar sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Hierbei zeigen
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines perimetrischen
Augenuntersuchungsgerätes,
Fig. 2 eine in der Betrachtungsfläche erscheinende Leuchtdiode in vergrößertem Maßstab und
Fig.3 eine einfache elektrische Schaltung zur Steuerung der Leuchtdichte einer Leuchtdiode.
Im einzelnen ist in Fig. 1 ein perimetrisches Augenuntersuchungsgerät 1 dargestellt, in dessen
halbkugelförmiger Betrachtungsfläche 2 eine Vielzahl von Leuchtdioden 3 angeordnet sind. Auch der
Fixationspunkt 4 ist durch eine Leuchtdiode gebildet. Eine übliche Kopfstütze 5 befindet sich vor der
Betrachtungsfläche 2.
F i g. 2 zeigt einen Schnitt durch die Halbkugelschale 6, welche auf ihrer Innenseite die Betrachtungsfläche 2
bildet. In eine öffnung 7 der Halbkugelschale 6 ist eine
der Leuchtdioden 3 eingesetzt.
Fig.3 zeigt ein einfaches elektrisches Schaltschema
zur Steuerung der Leuchtdichte einer hier als Symbol dargestellten Leuchtdiode 3 mit Hilfe eines einfachen
elektrischen Potentiometers 8.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät mit einer Betrachtungsfläche, vorzugsweise in Form
einer Halbkugelinnenfläche, in der ein Fixationspunkt sowie eine Anzahl von gruppenweise
einschaltbaren Lichtquellen geringer Fläche angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß als Lichtquellen Leuchtdioden vorgesehen sind.
2. Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der den
Leuchtdioden zugeführte elektrische Strom und damit die Leuchtdichte der Leuchtdioden z. B. mit
Hilfe eines einfachen Regelwiderstandes regelbar ist.
3. Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Leuchtdichte der über die Betrachtungsfläche verteilten Leuchtdioden vom Zentrum der Betrachtungsfläche
nach außen zunimmt.
4. Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
Fixationspunkt eine Leuchtdiode vorgesehen ist.
5. Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
zusätzlicher Farbtest Leuchtdioden unterschiedlicher Leuchtfarbe vorgesehen sind.
6. Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in ihrer
Leuchtfarbe durch entsprechende elektrische Ansteuerung veränderbare Leuchtdioden vorgesehen
sind.
Priority Applications (7)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752507723 DE2507723C3 (de) | 1975-02-22 | Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät | |
| JP50141525A JPS5198191A (de) | 1975-02-22 | 1975-11-26 | |
| IT7647693A IT1053342B (it) | 1975-02-22 | 1976-01-19 | Apparecchio d esame oftalmico perimetrico |
| FR7601960A FR2301215A1 (fr) | 1975-02-22 | 1976-01-26 | Appareil perimetrique pour l'examen des yeux |
| DD191278A DD122779A1 (de) | 1975-02-22 | 1976-02-17 | |
| GB6824/76A GB1529016A (en) | 1975-02-22 | 1976-02-20 | Eye examination device |
| US05/659,787 US4063807A (en) | 1975-02-22 | 1976-02-20 | Perimetric eye testing device |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752507723 DE2507723C3 (de) | 1975-02-22 | Perimetrisches Augenuntersuchungsgerät |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2507723A1 DE2507723A1 (de) | 1976-08-26 |
| DE2507723B2 DE2507723B2 (de) | 1977-05-05 |
| DE2507723C3 true DE2507723C3 (de) | 1977-12-15 |
Family
ID=
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