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Pharmazeutisches Präparat zur Krebsbehandlung und Verfahren zu dessen
Herstellung Die Erfindung betrifft neue, pharmazeutisch aktive Präparate, bei denen
ein Antikrbsmittel mit niedrigem Molekulärgewichtchemisch gebunden ist an Antikörper
, die gegenüber Tumorantigenen selektiv oder spezifisch sind. Die Erfindung betrifft
auch das neue Mittel enthaltende Zubereitungen zur Behandlung von Brustdrüsen, die
von verschiedenen Arten von bösartigen Geschwulsten befallen sind.
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In den letzten Jahren wurden mit verschiedenen Antikrebsmitteln gewisse
Erfolge erzielt Unter diesen Mitteln sind besonders folgende zunnennen; Daunomycin,
Adriamycin, Methotrexat, Mithramycin, Cytosin, Arabinosid, 6-Azauridin und dergleichen.
Alle diese niedermolekularen Verbindungen können gemäss der Erfindung zur Zusammensetzung
der neuen Heilmittel dienen.
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Die genannten Antikrebamittel haben den Nachteil, dz sie einen verhältnismässig
hohen Grad der Toxizität aufweisen. Es ist daher in manchen Fällen schwer möglich,
die für die Behandlung angemessene Dosierung anzuwenden.
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Neurdrings wurden verschiedene versuche unternommen, um spezifische
Antikörper gegen Tumoren herstellen. Es wurde Jedoch bisher nicht der gewünschte
Antikrebseffekt erreicht. Gewisse, gegenüber Tumoren selktive Antikörper wurden
in nicht covalenter Weise mit Antikrebsmitteln kombiniert, um ihnen dio Wirkung
solcher Mittel gegen Tumorzellen zu verleihen. Man erreicht jedoch nicht die gewünschten
Ergebnisse.
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Gemäss der Erfindung erreicht man eine spezifische cytotoxische Wirkung
mit Präparaten, bei denen ein Antikrebsmittel covalent an einen für Tumoren selektiven
oder spezifischen Antikörper gebunden ist.
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Die Antikörper werden nach ihrer spezifischen cytotoxischen Wirkung
ausgewählt. Versuche haben gezeigt, dass eine Reihe Ton Tumor-spezifischen Antikörpern
an Antikrebsmittel fest gebunden werden können. Letztere sind allgemeine Verbindungen
mit verhältnismässig niedrigem Molekulargewicht, während die Antikörper ein viel
höheres Molekulargewicht, meist in der Grössenordnung von etwa 150 0001 aufweisen.
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Die Wirksamkeit solcher zusammengesetzter Mittel hängt in weiten Masse
von der Natur der chemischen Bindung ab. Dies wurde von Pall zu Fall geprüft, und
es wurde klargestellt, dass bei beiden Komponenten funktionelle Gruppen gewalt werden,
die für die Aktivität der Komponeneten nicht notwendig sind0 Die chemische Bindung
des Antikrebsmittels an den Antikörper kann direkt oder über ein Verbindungsmittel
(Zwischenglied) erfolgen. Als Verbindungsmitteel können bivalente Verbindungen,
z. B. von der Art des Glutaraldehyds, dienen.
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Eine direkte Bindung kann durch verschiedene chemische Reaktionen
bewirkt werden, z. B. durch die Öffnung einer Bindung immerhalb des kleinen Moleküls
(in allgemeinen des Antikrebsmittels) und anschliessende Bindung an den Antikärper.
Die Methoden zur chemischen Bindung von gewünschten Verbindungen an Antikörper sind
aus der Literatur bekannt. Zur Herstellung der erfindungsgemässen
Präparate
muss die Methode der chemischen Bindung sorgfältig ausgewählt werden, da sich bei
den einzelnen Verfahren grosse Unterschiede ergeben können. Es wurde gefunden, dass
die Spezifität der Antikörper gegenüber den Tumorantigenen im Endprodukt aufrecht
erhalten werden kann. Bie Spezifität der Antikörper führt zu einer beträchtlichen
Konzentration der neuen Präparate im Tumor bzw. in seiner unmittelbaren Nachbarschaft,
wodurch die Wirksamkeit erhöht wird und die für den cytotoxischen Effekt erforderliche
Gesamtdosierung wesentlich herabge setzt werden kann. So können jetzt Fälle behandelt
werden, bei denen ees bischer nicht möglicht war, eine adäquate Dosis des Antikrebsmittels
anzuwenden.
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Pür die Bindung von Daunomycin und Adriamycin an spezifische Hommoglobuline
ist die Methode der Wahl die Perjodatoxidation des Antikrebsmittls, gefolgt von
der Bindung des oxidierten Antikrebsmittels an des Immunoglobulin. Darauf wird die
Bindung stabiliisert durch Reduktion des Produkts mit einem angemessenen Reduktionsmittel,
wie Natriumborhydrid. Für Methotraxat wird die Bindung in Gegenwart von 1-Äthyl-3-(3-dimethylaminopropyl)-carbodiimid-hydrochlorid
durchgeführt.
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Die Präparate gemäss der Erfindung können gegen ein Vielzahl von Tumoren
angewendet werden, jedenfalls gegen alle Tumoren, bei denen bischer die in den Präparaten
enthaltenen Antikrebsmittel angewendet wurden. Darüberhinaus können sie auch den
andere Tumoren angewendet werden, gegen die die genannten Antikrebsmittel nicht
verwendbar waren, da wegen der Toxizität nicht die erforderlichen Dosen anwendbar
waren. Unter den Arten von Tumoren, die mit den neun Präparaten behandelt werden
können, sind folgenden zu nennen: akute lymphatische Leukämie, akute myclocytische
Leukämie, Lymphom, Brustcarcinon, Blasencarcinon, Hodencarcinom, osteogenes Sarcon,
Weichtgewebesarcom und ähnliche bösartige Geschwulste.
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Die covalente Bindung von Daunomycin und Adriamycin an aus spezifischen
Antitumorsera isoliert Immunologlobulin unter Anwendung
der perjodatoxidation
erfolgt vermutlich durch Öffnung der Bindung zwischen C3 und C4 des Aminozuckerteils
des Moleküls.
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Dies führt zur Bildung von Carbonylgruppen, die mit den freien Aminogruppen
des Proteins reagieren können. Die entstehenden Schiff'sche Basen-Bindung wird mit
Natriumborhydrid reduziert.
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Zur Herstellung wurden etwa 40 mg/ml des Antikrebsmittels in 1 ml
PBS mit 0,1 m N-atriumperjodat in, leichetem molarem Überschuss gemischt und während
etwa 1 Stunde im Dunkeln bei Raumtemperatur inkubiert. Zur Verbrauch des Überschusses
an Perjodat wurde 0 m Glycerin bis zu einer Endkonzentration von 0,05 m zugegeben.
Die Lösung des oxidierten Materials wurde mit 1 ml Tumor-spezifischen Immunoglobulin
und 20 bis 25 mg/ml 0,15 m Kaliumcarbonat-puffer (pH 9,5) vermischt und während
1 Stunde bei Baumtemperatur inkubiert. Dann wurde Natriumborhydrid bis zu einer
Erdkonzentration von 0,5 mg/ml zugegeben. die Reaktion vollzog sich während 2 Stunden
bei 37°C. Freies und gebundenes Antikrebsmittel wurden durch Gelfiltrationschromatographie
unter Verwendung von Bio-gel P-100 oder Sepharose 6 B getrennt. Kleine Mengen an
freiem Antikrebsmittel wurden aus den Proteinfraktionen durch Adsorptionschromatographie
an Poropak Q entfernt. Die proteingebundenen Antikrebsmittel gingen unverzögert
durch die Säule. Pro Mol Antikörper waren etwa 2 bis 5 Mol Antikrebsmittel covalent
gebunden.
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Solche zusammengesetzten Präparate wurden mit verschiedenen Immunoglobulinen,
die für verschiedene Tumoren spezifisch waren, hergestellt. Unter diesen waren drei
Mäuselymphoidtumoren Die Präparate wurden auf ihre toxische Wirkung auf verschiedene
Tumor-target-Zellen geprüft. Gemessen wurde die Inhibierung der RNA-Synthese oder
die Verminderung des Wachstums der Tumorzellen nach der Transplantation. Die Präparate
gemäss der Erfindung greifen vorzugsweise die Target-Zellen an, erkennbar durch
den Antikörperbestandteil des Präparates.
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Tumore Für diese versuche wurden verschiedene Murinylmphoidtumoren
verwendet. Diese umfassen ein carcinogenindurzeirte B-Zellen-leukämie bei SJL/J-Mäusen
(Nature 241 (1973) 396), ein Maloney-Virusinduziertes Lymphon (YAC) bei A/J-Mäusen
(J.Nat.Canc.Inst. 32 (1964) 547) und ein mineralölinduziertes Plasmacytom (PCS)
bei BALB/c-Mäusen (J.Nat.Canc. Inst. 25(1960)847). ferner wurde ein Lymphon verwendet,
das bei Lewis-ratt4en durch intrathymische InJetion von urinstrahlenleukämievirus
induziert war.
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Diese Rattenlymphon zeigt virale Zelloberflächenantigene, wie das
PCS-Plasmacytom, was bei den anderen hier verwendeten Mäusetumoren nicht der Fall
ist. Alle Tumoren wurden erhalten im Durchgang ihrer natürlichen animalischen Stämme.
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Antisera Ein Antiserum zum Rinderserumalbumin (Anti-SA) wurde in Kaninchen
hergestellt durch schwache subkutane Injektion von 2 mg BSA, das in Freund's Adjuvans
emulgiert war.
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Kaninchenantisera zu B-Leukämiezellen und zu PCS-Zellen wurden durch
4 bis 5 intravenöse Injektionen von 108 Tumorzellen in fünftägigea Intervallen hergestellt.
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Die Antikörperaktivität wurde mittels der komplementabhängigen Cytotoxizität
gemessen. Für diese erhielt man Titer von 1/100 bis 1/200 gegenüber ihren Immuniiserungszellen.
Die Anti-B-leukämieantisera zeigten ähnliche Cytotoxizität gegenüber YAC-Tumorzellen.
Die Anti-PCS-antisera wurde nach Absorption für normale BALB/c-Thymus- und-Milzzellen
verwendet. In der absorbierten Form waren sie cytiotoxisch gegenüber beiden Immunisierungs-PCS-zellen
und den Rattenlymphomzellen, nicht jedoch gegenüber den YAC-Zellen.
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Die Immunoglobulinfraktionen dieser Antisera durch Fällung mit Ammoniunsulfat
bei 33 %iger Sättigung hergestellt.
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Sie wurden für die H~erstellung der erfindungsgemässen Kombinationspräparate
verwendet.
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Aktivität des Antikrebswirkstoffs Die pharmakologische Aktivität von
Daunomycin und Adriamycin wurde vorweg durch ihre Inhibition der zellularen RNA-Synthese
gemessen. Die Versuche wurden mit Mikrotitersdhalen (Cook, V-Bodenschalen) in Eagle's
Minimaleassentialmedium, enthaltend Penicillin uund Streptomycin, ausgeführt. die
Zellen wurde mit einer Konzentration von 2 x 107 Z~ellen pro ml in Medium suspendiert
und in den Schalenvertiefungen in Teilmengen von 50 µl verteilt. Die Wirkstoffe
wurden in P13S gelöst (0,15 m NaCl, 0,01 m PO4, pil 7,2) und dann den Z ellen in
Mengen von 50 µl zugegeben. Dann wurde -soweit nicht anders angegeben - 2 Stunden
bei 37°C in feuchter Atmosphäre 5 % CO2 in der Luft inkubiert.
Zu dieser Zeit wurden 10 µl, enhaltend 1 µc 5-[°H]-Uridin in jede Vertiefung zugegeben
und weitere 1 bis 2 Stunden inkubiert.
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Dann wurden 25 µl 25% ige Trichloressigsäure (TCA) zugegeben und die
Schalen über Nacht bei 4°C stehengelassen. Die TCA-Niederschlä ge wurden gewaschen,
in NeOH gelöst und in Ampullen gebracht, um sie - wie in "Transplantation" 13 (1972)541-545
beshrieben - auszuzählen. Das Scintillationsgemisch bestand aus einer Scintillationslösung
auf Basis von Toluol mit Triton X-100 und 0,01 n HCl in Verhältnis vn 6:3:1. HCl
var beigegeben, um der Chemiluminestenz entgegenzuwirken. Die versuche wurden dreifach
lausgeführt, wobei die Abwecihungen allgemin kleiner als 10 % waren. Die Versuche
zeigten, das die Aktivität des Anitkrebsmittels auch nach dessen Bindung an das
Antikörpermolekül beibehalten blieb, wie es aus Tabelle 1 zu ersehen ist.
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Tabelle 1 totoxishe Aktivität des Kombinationspräparats, verlichen
mit dem freien Wirkstoff Inkubations- %Inhibition von [³H]-Uridin-incorporation
zeit (min) freies gebundenes Daunomycin Daunomycin Daunomycin- Daunomycin-anti-B
anti BSA laukämie 30 43 2 25 60 58 33 35 90 61 39 48 120 66 53 57 240 83 76 89 C7
B-Leukämie-Zellen wurden bei 37°C in Gegenwart von 4 µg/ml Kaunomycin, einerseits
frei, anderseite proteinsgebunden, inkubiert. Die Incorporation in das durch TCA
fällbare Zellmaterial wurde gemessen und ausgedrückt als p@@mortuale Inhibition
(100 % der Kontrollkultur ohne Wirkstoff).
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Pharmakologische Wirkung des Kombinationsprägnantes Die spezifische
Cytotoxizität der Wirkstoff-immunoglobulin-kerhination wurde geprüft, nachdem dieses
präparat Gelengenheit hatte, sich während einer kurzen Inkubation in vitro an Tragetzellen
zu binden, worauf zur Entfernung nichtspezifischer Proteine und deren Wirkstoffkonjugat
gewaschen wurde. Dann wurden die Zellen auf die Verbleibenden Wirkstoffeffesktes
geprüft.
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Die Tumorzellen wurden gewaschen und die Eagles's MJedium mit einer
Konzentration von 2 X 107 Zellen pro ml suspendiert und dann in Mengen von 50 µl
in den Vertiefungen von Mikrotiterschalen (Cock.
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V-Bodenschalen) verteilt. In verschiedenen Konzentrationen wurden
freier Wirkstoff, Immunoglobulin und Wirkstoff-immunoglobulinkombination in Mengen
von 50 ml zugegeben. Nach Schütteln (Cook AM 69 Mikrosharker) wurde während 5 Minuten
bei 37°C inkubiert, 100 1 1 des Mediums wurden dann ia jede Vertiefung gegeben,
und die Schalen wurden bei 4°C und 1800 Upm 10 Minuten zentrifugiert
(International
PR-J-Zentrifuge, ausgerüstet mit Cook-Schalenträger). Das Überstehende wurde durch
ein einfaches Abschütteln der umgedrehten Schale entfernt, und die Vertiefungen
wurden wieder mit 200 µl frischem Medium gefüllt. Dieser Wawschvorgang wurde nochmals
wiederholt. Schliesslich wurden die Zellen wieder in Eagle's Medium suspendiert
(100 µl pro Vertiefung) und während 2 Stunden bei 37°C in feuchter Atmosphäre mit
5 % CO2 in der Luft inkubiert. 10 µl, enthaltend 10 µ Ci [³H]-Uridin, wurden dann
in jede vertiefung gegeben, und anch einer weiteren einstündigen Inkubation wurden
25 µl 25%ige TCA zugesetzt. Die TCA-Niederschläge wurden gewaschen, in NaOH gelöst
und - wie bei Rosenberg et al. (Transplantation 13 (1972) 541 - 545) beschrieben
- radioaktiv gezäht. Die Ergebnisse sind ausgedrückt als Prozentinhibition der [³H]-Uridinincorporation,
vergleichen mit dem Kontrollmetrial, das entweder salzige oder freie Antikörper
in ä~quivalenter Konzentration zu der Antikörperkonzentration des entsprechenden
Präparats enthielt. Die Abweichungen bei den dreifach durchgeführten versuchen waren
allgmein kleiner als 10 %.
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Zusätzlich zu den [³H]-U~ridin-incorporationsversuch wurden die Target-Tumor-zellen
auf ihre Wachstumsfähigkeit nach der Transplantation untersucht. Nachdem die Zellen
in vitro dem Kombinationspräparat ausgesetzt und gewaschen waren, wurden die in
ihre jeweiligen syngenetischen Stämme transplantiert, und es wurde das Überleben
der Empfänger verfolgt.
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Spezifische Zytotoxizität von Daunomycin-anti-B-leukämie-kombinationspräparaten
Daunomycin wurde an Anti-B-leukämie- und Anti-BSA-Immmunoglobuline gebunden und
auf die Cytotoxizität gegenüber B-Leukämiezellen sowie mehreren anderen Tumoren
in vitro geprüft. Diese Kombinationspräparate behielten etwa 50 % der Aktivität
des freien Wirkstoffs.
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Die verschiedenen, hier verwendeten Tumoren haben gleiche Empfindlichkeit
gegenüber dem Wirkstoff-immunoglobulin-kombinationspräparat. Für die Versuche wurde
eine Konzentration an Daunomycin-immonoglobulin angewendet, die 40 bis 60 % Inhibition
der [³H]-uridin-incorporation in den Testzellen ergab, wenn es in Kontakt mit den
targetzellen während der gesamten Inkubationszeit
blieb. Um die
Spezifität der Präparate festzustellen, wurden die Testzellen diesen nur für 5 Minuten
ausgesetzt, um das Anhaften des spezifischen Antikörpers zu erlauben. Dann wurde
zur Entfernung des nichtspezifischen Immunoglobulins gewaschen und ide Toxizität
des Lit den Zellen in Kontakt bleibenden Daunomycins wie oben beschrieben bestimmt.
Die Ergebnisse zeigt Tabelle 2.
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Tabelle 2 Spezifische Cytotoxizität von an Anti-B-Leukämie gebundenen
Daunomycin Inkubiert mit % Inhibition von [³H-uridin- mittlere incorporation (a)
Überlabenszeit Testzellen (Tage) (b) B-Leukä- YAC PC5 Rattenmie lymphon Daunomydinanti-B-leu-
38a 42a 17b 9b 19,4 kämie Daunomycin- 1b 0b 4 9 12,2 anti-BSA Daunomycinanti-BSA
Anti-B-leukämie 18c 0d N.D.x) N.D.x) 12,2 Freies daunomycin 17 49 33 41 10,7 PBS
11,3 (a) 0,6 BB Wirkstoff, entweder an Protein gebundan oder frei, wurden mit 106
Zellen in einen Gesamtvolumen von 100 µl während 5 min bei 37°C inkubiert. Dann
wurden das Medium entfernt, die zellen g gewaschen und wieder in frischen Medium
suspendiert. Nach 2 Stunden weiterer Inkubation wurde mit [³H]-Uridin geschüttelt.
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(b) Tieren wurden 107 Zellen injiziert, die vorher kurz mit den verschiedenen
Kombinationspräparaten behandelt waren.
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Unterschied zwischen a und b P < 0,001 (Student#s Test) Unterschied
" " " c P <0,05 Unterschied " " " d P < 0,001
Nach den in Tabelle 2 wiedergegebenen Ergebnissen zeigt das Daunomycin-anti-B-leukämie-kombinationspräparat
eine signifikante bleibende Inhibition der [³H]-Uridin-incorporation in den 3.
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Laukämiezellen nach diesen kurzen Ausgesetztsein, und der Waschung.
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Bei den verschiedenen, in diesen Versuchen getesteten Targetzollen
wurde gefunden dass deren Emfindlichkeit gegenüber dem spezifischen Daunomycin-anti-B-leukämiekombinationspräparat
der Spezifität des Antikörpers folgt. Dies bedeutet, dem das Präparat gegenüber
den wachzelseitig reagierenden (cross-reacting) YAC-Zellen toxisch ist, jedoch gegenüber
den nicht wechselseitig (non-cros-reacting) reagierenden FCS- oder Rattenlymphomzellen
(Zeile 1) nicht toxisch ist, selbst wenn die Empfindlichkeit dieser Zellen gegenüber
dem freien Wirkstoff grösser als die der B-Leukämie-zellen (Zeile 4) ist. Der hier
festgestellte spezifische Effekt ist von der Aktivität des Antikörpers abhängig,denn
mit dem Daunomycin-anti-BSA-präparat zeigte.sich kein Effekt (Zeile 2). Im Falle
der B-Leukämie-Testzellen war die Wirkung des Daunomycin-antikörper-kombinationspräparats
grösser als die des freien Wirkstoff (Zeile 4, 1. Zahlenspalte). Freier Antikörper
macht die Zellen nicht empfindlicher gegenüber der Wirkung des freien Wirkstoffs,
aber er erhöht leicht die Wirkung des nicht spezifischen Daunomycin-anti-BSA-präparats
gegenüber diesen Zellen (Zeile 3, 1.Zahlenspalte). Die durch den Antikörper verursachte
schwere Agglutination der Zellen dürfte sich ergeben durch das Einfangen von Daunomycin-anti-BSA,
wodurch die Entfernung durch Waschen schwieriger wird. YAC-Zellen, die durch Anti-B-leukämie-antikörper
nicht stark agglutiniert sind, werden durch die Mischung von Anti-B-leukämie- und
Daunomycin-anti-BSA nicht angegriffen (zeile 3, 2.gahlenspalte).
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Zusätzlich zur Wirkung bezüglich der RN-A-Synthese wurden die Kombinationspräparate
auch auf ihre Wirkung auf das Tumorzellenwachstum geprüft. Die Zellen wurden in
vitro kurze Zeit den Kombinationspräparat, des freien Antikörper oder dem freien
Wirkstoff austgesetzt. fl Dann wurden sis gewaschen und transplatiert in syngenetisches
SJL/J
Material (Tabelle 2, letzte Spalte).
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Die mittlere Überlebenszeit der Tiere, die unbehandelte Zellen erhielten,
betrug 11 Tage. Bei allen Kontrollgruppen, die mit freien Wirkstoff, freiem Antikörper
oder mit einem Gemisch von Anti-B-leukämie-antikörper und Daunomycin behandelte
Zellen er~ hielten, war die Überlebenszeit ebeso wie bei denen, die unbehandelte
Zellen erhielten, Allein die Gruppe, welche die mit dem spezifischen Daunomycin-anti-B-leukämie-kombinationspräparat
behandelten Zellen erhalten hatten, zeigte eine längere Überlebenszeit. Ihre Überlebenszeit
war gleich der von Tieren, die nur 10³ unebehandelte Zellen erhalten hatten.
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Spezifische cytotoxixische Wirkungen von Daunomycin-anti-PCS-kombinationspräparaten
Für diese Versuche wurde an Anti-PCS-Immunoglobuline gebundenes Daunomycin verwendet.
Aus Tabelle 3 ist zu ersehen, dass die spezifischen Kombinationspräparate gegenüber
den homologen PCS-Targetzellen und den welchseleseitig reagierenden (cross-reacting)
Rattenlymphomzellen Toxizität aufweisen, während sie gegenüber den nicht wechselseitig
reagierenden (non-cross-reacting) YAC-Zellen viel weniger toxisch sind. in diesen
serien von Versuchen diente das Daunomycin-anti-B-leukämie-kombinationspräparat
als spezifische Kontrollsubstanz, die das ungekehrte Muster der toxischen Wirkung
zeigt. Wiederum wer das homologe system Daunomycinanti-PCS gegenüber den PCS-Testzellen
überlegen bezüglich der Wirkung des freien Wirkstoffs auf die gleichen Zellen.
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Bei der Prüfung des Wachstums von behandelten PCS-Zellen ia agagenetischen
BALB/o-Tieren wurde eine schwache Wirkung sowohl des freien Wirkstoffs als auch
des freien Antikörpers gefunden.
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hingegen fiibrte du spezifische Daunomycin-anti-PCS-kombinationspräparat
zu bedeutend höherer Wirkung, wobei bei mehr als 50 % der Tiere der Tumorbefall
ausblieb (letzte Spalte der Tabelle 3), Die Uberlebenszeit dieser Gruppe von Tieren
war gleich der von Tieren, die hur 102 unbehandelte Tumorzellen erhalten hatten.
Die Langszeitüberlebenden waren resisitent gegen einen nachfolgenden Test mit 10³
Tumorzellen.
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Tabelle 5 Spezifische Toxizität von Daunomycin, gebunden an Anti-PCS-immunoglobuline
%Inhibition der [³H]-uridin- mittlere Inkubiert mit incorporation (a) Überlebenszeit
(Tage) Testzellen PCS Fattenlymphom YAC Daunomyscin-anti-RPCS 60a 63a 20b 3 Mäuse
>60 2 Mäuse 27,5 Daunomycin-anti- b b x) N.D. 19,8 Daunomycin-anti-B-leukämie
16b 14b 62a freies Daunomycin 320 53 67 25,6 21 (a) es wurden 1,5 µg Wirkstoff verwendet,
die anderen Bedingungen waren wie bei Tabelle 2 (b) Tieren wurden 107 Z~ellen injiziert,
die vorher kurz mit den vershiedenen Kombinationspräparaten behandelt waren Unterschied
zwischen a und b P < 0,001 (Stundent's Test) Unterschied zwischen a und c P <
0,001 In weiteren versuchsserien wurden die Zellen wie oben kurze Zeit in vitro
behandelt, jedoch ohne Waschung transplantiert. Hierdurch gelagen Wirkstoff und
nicht spezifische Wirkstoffkombination in das Tier. Die Ergebnisse waren gleichartig.
Bei einer Kontrolgruppe, bei der die Zellen einem gemisch von freiem Wirkstoff und
Anti-PCS-antikörper ausgesetzt waren, zeigte sich keine Wirkung, die über die das
freien Wirkstoff allein oder des freien Antikörpers allein hinausgeht.
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Die Versuchserien ergaben, dass Daunomycin, kovalent gebunden an Antikörper,
die gegen einen individuellen Tumor gerichtet sind, eine bevorzugende Cytotoxizität
gegenüber dieser spezifischen Tumorzellen aufweist. Wenn der Wirkstoff an Anti-B-leukämir-antikörper
gebunden ist, dann ist das Kombinationspräparat
toxisch gegen homologe B-Leukämie-zellen ebenso wie gegen wechselzeitig
reagierende YAC-Zellen (Tabell 2). Hingegen zeigt sich gegenüber nicht wechselseitig
reagierenden PCE- oder Rattenlymphomzellen keine bezeichnende Toxizität (Tabellen
2 und 3).