DE2508811B2 - Form zur Herstellung von vorzugsweise dünnwandigen Bauelementen und Verfahren zur Bearbeitung der Arbeitsflächen einer derartigen Form - Google Patents

Form zur Herstellung von vorzugsweise dünnwandigen Bauelementen und Verfahren zur Bearbeitung der Arbeitsflächen einer derartigen Form

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Description

Die Erfindung betrifft eine Form zur Herstellung von vorzugsweise dünnwandigen und/oder schlanken Bauelementen, wie Platten, Trägern, Rahmen, Rinnen, Rohren o. dgl, aus einem Gemenge aus einem organischen Bindemittel, z. B. einem Bindemittel auf Kunststoffbasis, und einem, vorzugsweise anorganischen, Zugschlagstoff, z. B. Natursand, bei der auf die Arbeitsflächen ein Trennmittel aufgetragen ist und in welche das Gemenge eingefüllt oder eingepreßt und darin durch Rütteln verdichtet wird. Ferner betrifft die Erfindung Verfahren zur Bearbeitung der Arbeitsflächen einer derartigen Form.
Eine Form der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus der Literaturstelle »Betonstein-Zeitung«, 1971, Heft8, Seite 482 bis 487, bekannt, wobei dort darauf hingewiesen ist, daß bei starren Metallformen insbesondere bei größeren Objekten zu beachten ist, daß durch den kaum vorhandenen Schrumpf der mit niedrigen Harzgehalten hergestellten Bauelemente nach der Aushärtung zwischen dem Formkörper und der Form eine sehr gute Passung eingetreten ist, die nur bei konischer Gestaltung der Randleisten überwunden werden kann. Ferner ist dort darauf hingewiesen, daß die trotzdem vorhandene hohe Flächenhaftung das Entformen oftmals recht schwierig gestaltet Aus diesem Grund ist dort die Verwendung von Karosserie» oder Edelstahlblech angegeben, um durch eine gewisse Flexibilität der Form das Entformen zu erleichtern, weil dann das Blech vom Bauelement abgeschält werden kann.
Insbesondere bei der Herstellung von dünnwandigen oder schlanken Bauelementen treten in der Praxis Schwierigkeiten auf, die zu einem vergleichsweise hohen Ausschußanteil bei der Produktion führen, weil das das organische Bindemittel enthaltende Gemenge an den Arbeitsflächen der Form haftet und klebt, so daß gerade feingegliederte Bauelemente beim Entformen allzu leicht beschädigt werden.
Aus diesem Grunde wurde bisher versucht, diese Schwierigkeit dadurch zu überwinden, daß man die Arbeitsflächen der Form möglichst glatt gestaltete, wobei man dies beispielsweise durch eine Beschichtung
ίο der vorher aufwendig vorbearbeiteten Arbeitsflächen mit Chrom o. dgL erreichen wollte. Weder in technischer noch in wirtschaftlicher Hinsicht konnten die damit erzielten Ergebnisse befriedigen, denn es stellte sich heraus, daß das ein Sindemittel auf Kunststoffbasis
is enthaltende Gemenge eher noch stärker an besonders glatten Arbeitsflächen der Form klebte. Darüber hinaus wurden die Herstellungskosten aufgrund der Vorbearbeitung der Arbeitsflächen durch Schleifen und Polieren sowie durch das Beschichten mit teueren metallischen Legierungen erheblich vergrößert. Auch die Verwendung von Trennmitteln, wie Seifen, ölen. Wachsen o. dgL, brachte nicht die erforderliche Verbesserung bei derartigen Formen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Form der eingangs genannten Art anzugeben, die ein einfaches und einwandfreies Entformen der darin hergestellten Bauelemente gewährleistet
Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß die Arbeitsflächen der Form rauh sind.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß im grundsätzlichen Gegensatz zur bisherigen Tendenz erstaunlicherweise eine außergewöhnliche Glätte der Arbeitsflächen der Form gar nicht wünschenswert ist, da eine derartige Glätte die Haftung zwischen einer
Schaltungsfläche, d. h. der Arbeitsfläche der Form, und
der Oberfläche des herzustellenden Bauelementes eher vergrößert und sich dadurch störend und nachteilig auf die Produktion auswirkt
Mit der Form nach der Erfindung wird in überra-
sehender Weise der wertvoiie Erfolg erzielt daß sich das in der Form hergestellte Bauelement nach der Verfestigung des Materials bis zu einer gewissen Standfestigkeit bei einer vorteilhafterweise geringen Beanspruchung leicht und ohne Beschädigung des geformten Bauelementes ablösen läßt Dies gilt vorteilhafterweise auch in denjenigen Fällen, wo eine hochgradige Verdichtung des Materials erfolgt, um vergleichsweise feingegliederte Bauelemente herzustellen.
so In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Form ist vorgesehen, daß die Arbeitsflächen durchgehend auf eine Tiefe von mindestens 0,0012 mm, vorzugsweise auf 0,01 bis 0,15 mm, rauh sind.
Ein erstes erfindungsgemäßes Verfahren zur Bearbei-
tung der Arbeitsflächen zeichnet sich dadurch aus, daß die Arbeitsflächen mechanisch, z. B. mittels Sandstrahl, oder chemisch-physikalisch, z. B. durch Ätzung, oder elektrisch durch Induktionsbehandlung, auf die erforderliche Tiefe aufgerauht werden.
Bei einem zweiten erfindungsgemäßen Verfahren werden die Arbeitsflächen durch Auftragen einer Beschichtung, eines Belages o. dgl. auf die erforderliche Tiefe aufgerauht.
Bei der Form nach der Erfindung kann selbstver-
f>5 ständlich auch die natürliche Rauheit ausgenutzt werden, d. h. die Arbeitsflächen können schon bei der Herstellung der Wände der Form bewußt rauh gefertigt werden, wobei man die sonst übliche Nachbearbeitung
durch Schleifen, Polieren usw, entfallen läßt, Eine derartige fertigungsbedingte natürliche Rauhigkeit der Arbeitsflächen kann im Bedarfsfall noch durch eine künstliche Aufrauhung der genannten Art nachträglich verstärkt bzw. vertieft werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beschreibung eines Ausfuhrungsbeispiels und unter Bezugnahme auf die Figur der Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt in einer axonometrischen Darstellung eine Form zur Herstellung einer sogenannten Sohlschale für den Einbau in Randprofile.
Die dargestellte Form besteht aus einem ortsfest auf einem aus U-Profilschienen 1 und Querstreben 2 bestehenden Grundrahmen befestigten gewölbten Unterteil 3 sowie zwei an diesem Grundrahmen in Scharnieren 4' schwenkbar angelenkten und seitwärts abklappbaren Seitenteilen 4 mit mindestens jeweils einem Handgriff 5. Die einander gegenüberliegenden Stirnwände 6 der Form, von denen nur die hintere Stirnwand sichtbar ist, sind mit den Stirnrändern des gewölbten Unterteiles 3 fest verbunden, beispielsweise verschweißt, oder aber ebenso wie die Seitenteile 4 am Grundrahmen angelenkt und abklappbar angeordnet Der dem Betrachter zugewendete vordere Teil der Form mit der vorderen Stirnwand ist der Deutlichkeit halber in der Zeichnung weggelassen.
An der Unterseite des Unterteiles 3 ist mindestens ein Schwingungserzeuger 7 starr befestigt, wobei derartige Schwingungserzeuger in beliebiger Anzahl, Anordnung und Leistungsfähigkeit über die Unterseite der Form verteilt angeordnet sein können, um die Formfüllung innerhalb einer angemessenen kurzen Zeitspanne einwandfrei zu gewährleisten.
Diese Schwingungserzeuger 7 können beliebiger, an sich bekannter Bauart sein, beispielsweise einen elektrischen, pneumatischen oder hydraulischen Antrieb aufweisen, während die Form auch auf einer mit gleichen Rüttlern ausgerüsteten Platte stehend gerüttelt werden kann, wobei etwa die gleichen Bedingungen gelten.
Dabei sind in einer derartigen Form die Arbeitsflächen, d. h. die einem Formling 8 zugewandten Flächen der Seitenteile 4 sowie des gewölbten Unterteiles 3, mit der entsprechenden Rauhigkeit versehen, die mindestens 0,0012 mm beträgt und vorzugsweise einen Wen von 0,0t bis 0,15 mm aufweist Dabei kann die Rauhigkeit selbstverständlich variieren und ist unter Berücksichtigung der Eigenschaften des zu verarbeitenden Materials zu wählen, wobei sich der optimale Wert empirisch ermitteln läßt
Der in einer derartigen Form hergestellte, aus dem
ίο Gemenge entstandene Formling 8 wird nach seiner ausreichenden Verfestigung vom gewölbten Unterteil 3 abgehoben, und zwar kann dieses Abheben dank der Ausbildung der neuartigen Form verhältnismäßig früh erfolgen, nämlich schon nach geringfügiger Verfestigung des Gemenges, weil der Formling 8 auch dann keiner Beschädigungsgefahr unterworfen ist, wenn er dünnwandig und schlank ausgebildet ist Das Abheben des Formlinge 8 vom Unterteil 3 kann durch Flansche 9 begünstigt werden, die längs der unteren Ränder der schwenkbaren Seitenteile 4 verlaufen und in der Weise nach innen gerichtet sind, daß sie an die konvexe Oberseite des Unterteiles 3 satt anschließen und die unteren Ränder des Formlings 3 dabei unterfassen.
Der Formling 8 läßt sich von sämtlichen Wänden der | auseinanderklappbaren Form leicht ablösen, da die diesem Formling zugewandten Arbeitsflächen der. Wände entsprechend rauh gestaltet sind und vor dem' Einbringen des Gemenges in die Form mit einem Trennmittel vorbehandelt sind. Auf diese Weise läßt sich das Entschalen oder Entformen der Formlinge mit einem in vorteilhafter Weise geringen Ausschuß durch Bruch durchführen.
Der Grund für die vorteilhafte Wirkung der oben beschriebenen Form mit der rauhen Ausbildung der Arbeitsflächen besteht offenbar darin, daß in der Rauhigkeitstiefe der Arbeitsfläche die erforderliche Menge an Trennmittel gespeichert werden kann, auch wenn in der Ebene dieser Arbeitsfläche erhebliche Scherkräfte wirksam werden, die sonst bei glatter Oberfläche den schnellen Abtrag des Trennmittels bewirken wurden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (4)

  1. Patentansprüche;
    U Form zur Herstellung von vorzugsweise dünnwandigen und/oder schlanken Bauelementen, wie Platten, Trägern, Rahmen, Rinnen, Rohren o. dgl, aus einem Gemenge aus einem organischen Bindemittel, z, B. einem Bindemittel auf Kunststoffbasis, und einem, vorzugsweise anorganischen, Zuschlagstoff, z. B, Natursand, bei der auf die Arbeitsflächen ein Trennmittel aufgetragen ist und in welche das Gemenge eingefüllt oder eingepreßt und darin durch Rütteln verdichtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsflächen der Form rauh sind.
  2. 2. Form, vorzugsweise aus Metall, insbesondere Stahl, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsflächen durchgehend auf eine Tiefe von mindestens 0,0012 mm, vorzugsweise auf 0,01 bis 0,15 mm, rauh sind.
  3. 3. Verfahren zur Bearbeitung der Arbeitsflächen einer Forra nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsflächen mechanisch, ζ. B. mittels Sandstrahl, oder chemisch-physikalisch, z. B. durch Ätzung, oder elektrisch durch Induktionsbehandlung auf die erforderliche Tiefe aufgerauht werden.
  4. 4. Verfahren zur Bearbeitung der Arbeitsflächen einer Form nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsflächen duich Auftragen einer Beschichtung, eines Belages o. dgl. auf die erforderliche Tiefe aufgerauht werden.
DE19752508811 1974-03-05 1975-02-28 Form zur Herstellung von vorzugsweise dünnwandigen Bauelementen und Verfahren zur Bearbeitung des Arbeitsflächen einer derartigen Form Expired DE2508811C3 (de)

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