DE2514072C2 - Vorrichtung zum Umlenken kontinuierlich angelieferter Fasern und Drähte - Google Patents
Vorrichtung zum Umlenken kontinuierlich angelieferter Fasern und DrähteInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des ersten Anspruchs angegebenen Art.
Räumlich oder eben gekrümmte Führungsrohre besitzen ein großes Anwendungsspektrum. Sie werden
beispielsweise in kontinuierlich arbeitenden Spinnanlagen für Chemiefasern benutzt, um die Faserkabel in
Kannen abzulegen. Dabei ist es notwendig, da die Faserkabel am Umfang der Kannen abgelegt werden,
sie aus ihrer vertikalen Lieferrichtung auf eine Bahn umzulenken, deren Krümmung der der Kannen
entspricht. Dies geschieht durch Rotation des Führungsrohres, wodurch das Faserkabel in Kontakt mit der
Innenwand des Führungsrohres gelangt. Deshalb werden an ihre Innenwand hohe Anforderungen
hinsichtlich der Oberflächenqualität und der Fertigungsgenauigkeit gestellt.
Gekrümmt^ Führungsrohre, die ähnlich wie im Rohrleitungsbau aus einzelnen, ineinandergeschobenen
Krümmern bestehen, sind nicht geeignet, da durch die inneren Stoßkanten der einzelnen Segmente Kanten
und Vorsprünge im Führungsrohr entstehen, die nach dem Zusammenbau nicht mehr zu beseitigen sind,
insbesondere wegen der in Chemiefaseranlagen benötigten kleinen Durchmesser des Führungsrohres. Andererseits
besitzen gebogene Führungsrohre den Nachteil, daß ihre innere Oberfläche nach dem Biegen
— sei es nun räumlich oder eben — nicht mehr oder nur mit erheblichem Aufwand bearbeitet werden kann.
Eine Bearbeitung mit engen Bearbeitungstoleranzen und hohen Qualitätsanforderungen vor dem Biegen ist
deshalb nicht möglich, da durch das Biegen die Toleranzen verändert werden.
Es ist ferner bekannt, ein gekrümmtes Führungsrohr aus einzelnen geraden Rohrsegmenten mit abgeschrägten
Stirnflächen zusammenzusetzen. Die Stirnflächen dieser Segmente sind als Flansche ausgebildet, durch die
die einzelnen Segmente miteinander verbunden werden. Die Nahtstellen bilden dabei naturgemäß die Schwachstellen
des Führungsrohres, besonders dann, wenn diese Führungsrohre in Rotation versetzt werden, wie dies bei
der Ablage der Faserkabel in Kannen notwendig ist. Die dabei auftretenden Belastungen führen zu Deformation
oder sogar zur Zerstörung der Vorrichtung. Weitere Schwierigkeiten treten auf, wenn die Segmente in ihren
Außenabmessungen so gering werden, daß die üblicherweise verwendeten Schraubverbindungen der einzelnen
Segmente nicht mehr möglich sind. Die sich als Alternative anbietenden nicht lösbaren Verbindungen
— Löten, Kleben oder Schweißen — kommen nicht infrage, da nach dem Zusammenfügen keine eventuell
erforderliche Nachbearbeitung der Nahtstellen von innen mehr möglich ist Ferner sind bei den geringen
ίο Außenabmessungen de Segmente die Fügeflächen für
diese Verbindungen nicht genügend groß, um einen ausreichenden Zusammenhalt zu gewährleisten, wenn
eine zusätzliche Belastung durch Rotation auftritt
Des weiteren ist das DT-Gbm 66 03 843 bekannt, in dem ein in sich elastisch ausgeführtes Führungsrohr
beschrieben wird. Dabei wird ausgeführt daß die innere Oberfläche keine glatte Führungsbahn aufweist und die
Elastizität des Führungsrohres so groß ist daß während des Betriebes ein Verbiegen des Führungsrohres
durchgeführt werden kann. Bei der Verwendung dieser Vorrichtung zur Kannenablage treten die Nachteile auf,
daß aufgrund der Elastizität des Führungsrohres keine stabile Bauform bei Auftreten von Fliehkraftbelastung
pufgrund von Rotation erreichbar ist und daß durch die
Kanten der nicht glatten Oberfläche das Faserkabel beschädigt werden kann.
Daraus ergibt sich die Aufgabe der Erfindung, eine gekrümmte, beim Einsatz bei hohen Drehzahlen
genügend steife Führungsvorrichtung vorzuschlagen,
die aus einzelnen geraden Segmenten besteht die sich zu jeder gewünschten Raumkurve zusammensetzen
lassen und die durch nicht lösbare Verbindungen zusammengefügt sind.
Die Lösung der Aufgabe ergibt sich aus dem Kennzeichen des ersten Anspruchs. Durch die Anordnung
der einzelnen Segmente in einem Gehäuse und das Ausgießen des Gehäuseinneren mit dem Bindemittel
wird gewährleistet, daß das Führungsrohr hohen Drohzahlen ausgesetzt werden kann. Ein weiterer
Vorteil der Vorrichtung besteht darin, daß sie leicht ausgewuchtet werden kann.
Wird durch einen geraden Kreiszylinder eine Ebene gelegt, die die Zylinderachse unter einem Winkel
schneidet so ist der Querschnitt an der Schnittfläche eine Ellipse. Daraus entsteht die Forderung, daß — da
ein Führungsrohr aus verschiedenen Segmenten mit unterschiedlicher Neigung der Stirnflächen zur Zylinderachse
zusammengesetzt ist — jedes Segment entsprechend seiner Lage innerhalb des Führungsrohres
einzeln gefertigt werden muß und nur an der vorbestimmten Stelle eingebaut werden kann. Um diese
Nachteile zu vermeiden, und das Führungsrohr nur aus wenigen Grundsegmenten aufzubauen, wird in einer
vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen, die Kanten der Segmentbohrung an den Stirnflächen
zu runden. Um die einzelnen Segmente zueinander verdrehen zu können, ohne daß Überschneidungen der
Ellipsen auftreten, ist es vorteilhaft, die Neigung der Stirnflächen der einzelnen Segmente nicht größer als
10° auszubilden. Aus dem gleichen Grunde sollte das Verhältnis Segmentlänge/Bohrungsdurchmesser kleiner
1 ausgeführt werden.
Um den bündigen Zusammenhalt des Führungsrohres zu gewährleisten, sind die Stirnflächen geplant. Dadurch
6S wird verhindert, daß beim Umgießen des Führungsrohres
im Gehäuse mit einem Bindemittel dieses zwischen die einzelnen Segmente eindringen kann.
Zur Verminderung des Verschleißes durch Abrieb
Zur Verminderung des Verschleißes durch Abrieb
zwischen den Fasern und Drähten an der Innenwand des Führungsrohres und zur Erhöhung der Lebensdauer
des Führungsrohres wird ferner vorgeschlagen, daß Führungsrohr innen durch eine geeignete Oberflächenbehandlung
zu schützen, beispielsweise zu mattieren und/oder den gesamten Segmcntkörper aus verschleißfestem
Werkstoff herzustellen.
AJs Bindemittel im Sinne der Erfindung werden wegen ihrer Festigkeit und aus Gewichtsgründen
Duroplaste, beispielsweise Epoxyharze, bevorzugt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme auf die
Zeichnung näher erläutert
Es stellt dar
Fig. 1 einen Querschnitt der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
Fig.2, 3 einen Längsschnitt der Segmente zur Herstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Die in Fig. 1 dargestellte V01 richtung wird zur Ablage von vertikal angelieferten Faserkabeln in
Spinnkannen benutzt Die Vorrichtung besteht aus einem rotationssymmetrischen Gehäuse 1, das an einem
hier nicht dargestellten vertikalen Zufuhrrohr drehbar befestigt ist und das sich in Laufrichtung des
Faserkabels trichterförmig erweitert Das im Gehäuse 1 angeordnete Führungsrohr 2 verläuft von einer
Bohrung in der Rotationsachse auf der oberen Stirnfläche des Gehäuses 1 spiralförmig zu der
Austrittsöffnung am unteren Gehäuseumfang, an dem das Führungsrohr 2 im wesentlichen tangential nach
außen mündet Das Führungsrohr 2 ist aus einzelnen, bündig aneinandergereihten Segmenten zusammengesetzt.
Der im Gehäuse 1 verbleibende Hohlraum 3 ist mit einem Kunstharz ausgegossen.
Das in Fi g. 2 dargestellte Segment 4 wird von einem
geraden Kreiszylinder mit der Mittelbohrung 5 gebildet. Die Innenwand der Bohrung 5 ist hierbei zur
Verminderung der Reibung und des Verschleißes durch Abrieb mit einer Auftragsschicht versehen, oder das
gesamte Segment 4 ist aus geeigneten verschleißfesten Werkstoffen hergestellt. Die Kanten der Bohrung 5 sind
an den beiden Stirnseiten 6 des Segmentes 4 gerundet. Die Stirnseiten 6 weisen eine vollkommen poren- und
riefenfreie Oberfläche auf. Am äußeren Umfang des Segmentes 4 sind kurz vor den beiden Stirnflächen 6
zwei umlaufende Dreiecksnuten 7 eingedreht.
In F i g. 3 wird ein weiteres Segment 8 dargestellt, das sich von dem Segment 4 durch die gegensinnige
Neigung der beiden Stirnflächen 9 unterscheidet. Der Wert des Tangens «, d. h. die Neigung der Stirnfläche 9
zur Normalen auf der Segmentachse, beträgt bei den zur Herstellung des oben beschriebenen Führungsrohres 2
verwendeten Segmenten maximal 0,09, da sich schon damit ein geschlossenes Führungsrohr mit einem
mittleren Durchmesser von rund 100 mm herstellen läßt.
Größere Tangenswerte sind wegen der dabei auftretenden zu starken Krümmung des Führungsrohres 2 nicht
zum Umlenken von Faserkabeln geeignet, da hierbei an d?n Stoßkanten der Segmente die einzelnen Fasern
splittern oder sich Faserknäule bilden können. Durch vier Segmente, deren Neigungswinkel λ die Werte 0°,
1,5°, 2,5° und 5° annimmt läßt sich, wie ausführliche Versuche bestätigt haben, jede gewünschte Krümmung
für das oben beschriebene Einsatzbeispiel erreichen.
Die Herstellung eines gekrümmten Führungsrohres aus einzelnen geraden oder gebogenen Segmenten geschieht nach folgender Arbeitsweise:
Die Herstellung eines gekrümmten Führungsrohres aus einzelnen geraden oder gebogenen Segmenten geschieht nach folgender Arbeitsweise:
In dem Gehäuse 1 wird ein elastischer Dorn, der vorzugsweise als Schlauch gebildet ist an der Eintritts-
bzw. Austrittsöffnung angebracht dessen Außendurchmesser dem Bohrungsdurchmesser der Segmente
entspricht Auf dem freien Ende des Domes wird eine hinreichende Anzahl Segmente aufgereiht deren
Reihenfolge so gewählt werden muß, daß die geforderte Raumkurve des Führungsrohres 2 erhalten wird. Nach
Auffädeln der einzelnen Segmente wird das freie Dornende durch die Austritts- bzw. Eintrittsöffnung des
Gehäuses 1 geführt, so daß die freie Stirnfläche des ersten und letzten Segmentes sich an der Innenfläche
des Gehäuses 1 abstützen kann. Durch Einspannen des Domes zwischen der Eintritts- und Austrittsöffnung
erhalten die einzelnen Segmente eine Vorspannung. Die endgültige Raumkurve wird durch ein gegenseitiges
Verdrehen der einzelnen Segmente auf dem Dorn erhalten, da durch die unterschiedlichen Neigungen der
Stirnflächen jede geforderte Krümmung bei vorteilhafter Anordnung der einzelnen Segmente zueinander
hergestellt werden kann. Da der Dorn elastisch ist, leistet er keinen nennenswerten Widerstand gegen
Verbiegung. Der Dorn wird nun aufgeweitet, beispielsweise dadurch, daß bei Verwendung eines Schlauches
ein Ende luftdicht verschloßen wird und da:, andere an
eine Druckquelle angeschlossen wird. Dadurch wird gewährleistet daß die einzelnen Segmente in ihrer
Position gegen Verdrehen gesichert sind. DaE so gebildete, räumlich gekrümmte Führungsrohr 2 wird
durch Ausgießen des Gehäuseinneren 3 mit einem bei Betriebstemperatur der Vorrichtung gehärteten Bindemittel,
beispielsweise einem Kunstharz, in seiner Lage fixiert. Da die einzelnen Segmente durch die Vorspannung
zusammengedrückt werden und ihre Stirnflächen 6 bündig aufeinanderliegen, kann kein Bindemittel
zwischen die einzelnen Segmente eindringen. Durch die zusätzlich am Umfang der einzelnen Segmente angebrachten
Dreiecksnuten 7 übt das erstarrte Bindemittel eine Klemmwirkung aus, so daß keine Axialbewegung
der einzelnen Segmente auftreten kann. Nach der Aushärtung des Bindemittels wird die Aufweitung des
Domes rückgängig gemacht, und der Dorn «us dem Führungsrohr 2 entfernt.
Die Herstellung eines gekrümmten Führungsrohres beschränkt sich nicht auf das oben beschriebene
Beispiel, vielmehr läßt sich das Gehäuse 1 durch eine hohle Gießform ersetzen, die die Form des Führungsrohres
besitzt, wobei ihr Innendurchmesser so bemessen ist, daß zwischen dem Außendurchmesser der Segmente
und dem Innendurchmesser der Gießform ein Abstand vorhanden ist, der durch das Bindemittel ausgefüllt wird.
Nach dem Aushärten des Bindemittels wird die Form entfernt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Umlenken kontinuierlich angelieferter Fasern und Drähte durch ein gekrümmtes
Führungsrohr, das aus einzelnen bündig aneinandergefügten Segmenten mit vorzugsweiser
gerader kreiszylindrischer Bohrung besteht, wobei zumindest eine Stirnfläche der Segmente unter
einem Winkel zur Normalen auf der Segmentachse geneigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß
das aus den Segmenten zusammengesetzte gekrümmte Führungsrohr (2) in einem Gehäuse (1)
angeordnet ist, wobei der Raum zwischen der Gehäuseinnenwand und dem Umfang der einzelnen
Segmente durch ein Bindemittel ausgefüllt ist
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kanten der Segmentbohrungen (5) an den Stirnflächen (6) gerundet sind.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsrohr (2)
innen mattiert ist
Priority Applications (10)
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| US05/765,998 US4052498A (en) | 1975-03-29 | 1977-02-07 | Guide apparatus for deflecting a linear structure |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752514072 DE2514072C2 (de) | 1975-03-29 | Vorrichtung zum Umlenken kontinuierlich angelieferter Fasern und Drähte |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2514072B1 DE2514072B1 (de) | 1976-07-15 |
| DE2514072C2 true DE2514072C2 (de) | 1977-03-10 |
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