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Objektträger zur Durchführung von Agglutinationsreaktionen Die Erfindung
betrifft einen Objektträger zur Durchführung von Agglutinationsreaktionen, bestehend
aus einer Trägerplatte mit rasterartig angeordneten Reaktionsfeldern als Träger
für die zu untersuchenden Reaktionsansätze.
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Auf dem Gebiet der Immunhämatologie (Blutgruppenserologie) und der
bakteriologischen Serologie werden bisher Agglutinationsreaktionen unter Verwendung
verschiedener Objektträger durchgeführt.
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Beispielsweise werden Objektträger in Form von Plättchen oder Platten
aus Glas oder Kunststoff benutzt, auf denen die Reaktionsansätze an im Prinzip beliebiger
Stelle aufgebracht und anschließend beobachtet werden können.
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Es sind auch entsprechende Untersuchungen mit Glasröhrchen oder sogenannten
Tüpfelplatten aus Porzellan möglich. Bei diesen Platten ist auf einer Breitseite
ein Rasterfeld aus lagemäßig definierten Reaktionsfeldern vorgesehen, die durch
abgerundete Ausnehmungen gebildet werden und somit in ihren grundsätzlichen Eigenschaften
wie die entsprechend gerundeten Enden der erwähnten Glasröhrchen zu werten
sind.
Schließlich werden zur Durchführung von Agglutinationsreaktioner auch Glasspiegelobjektträger
benutzt.
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Die planen Objektträger der zur Zeit verwendeten Art haben durchweg
den Nachteil, daß ein Zusammenlaufen der verschiedenen Reaktionsansätze insbesondere
bei einer häufig vorkommenden Schrägstellung nur schwer vermieden werden kann, wenn
man nicht mit größtmöglicher Sorgfalt arbeitet oder die Abstände zwischen den Raktionsansätzen
entsprechend groß wählt. Durch ein Zusammenfließen der zu untersuchenden Ansätze
kann das Reaktionsergebnis nicht mehr ermittelt werden.
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Bei einer Glasspiegelfläche als Träger für mehrere Objekte bzw.
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Reaktionsansätze kommt noch erschwerend hinzu, daß sich gegenseitig
überschneidende Spiegelungen und eine Blendussg durch das Umfeld der gewählten Reaktionsbereiche
vor allem bei schwachen Aggluti-11.1 Lioncn ein starkes Hindernis für eine deutliche
Ablesung darstellen.
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Die ebenfalls gebräuchlichen Tüpfelplatten aus Porzellan sind relativ
teuer in der Anschaffung.Allen bisherigen Agglutinationsmethoden haften im übrigen
Nachteile an, wenn es sich um die Erkennung schwacher Agglutinationen handelt. Im
allgemeinen müssen dann zusätzliche optische Hilfsmittel wie Lupe oder Mikroskop
herangezogen werden.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eines Objektträgers,
der bei Vermeidung der genannten Nachteile auch bei schwachen Reaktionen eine eindeutige
sowie sichere Beobachtung und Auswertung der auftretenden Agglutinationen ermöglicht.
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Zur Lösung dieserAufgabe wird der eingangs erwähnte Objektträger nach
der Erfindung so ausgebildet, daß die Reaktionsfelder durch einzelne Spiegel mit
vorzugsweise planer Reaktionsfläche gebildet sind und daß die zwischen den Reaktionsbereichen
befindlichen Trägerplattenflächen als Umfeld der Spiegel nur durchscheinend oder
opak und im übrigen blendfrei sind.
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Zu diesem Zweck kann die vorzugsweise aus Glas hergestellte Trägerplatte
auf ihrer Rückseite insgesamt verspiegelt sein und auf der reflektionsseitigen Vorderseite
unter Aussparung der bis zur Verspiegelung durchsichtigen, kreisflächigen Reaktionsfelder
opak oder durchscheinend ausgebildet werden.
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Erfindungsgemäß werden also die ein bestimmtesRaster bzw. regelmäßiges
Muster auf der Trägerplatte darstellenden Reaktionsfelder jeweils gesondert durch
plane Spiegel dargestellt, auf denen die Agglutinationen der Reaktionsansätze einmal
unmittelbar auf direktem Wege und zum anderen noch einmal auf grund der Spiegelwirkung
indirekt dem Auge dargeboten werden, so daß selbst bei schwachen Reaktionen und
damit verbunden geringen Zusammenballungen von Blutkörperchen ein genaues Ablesen
und Erkennen der ablaufenden Vorgänge möglich ist, weil die Agglutinationen quasi
doppelt dargestellt werden.
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Da das Umfeld der Spiegelreaktionsfelder spiegelfrei und damit blendfrei
gehalten ist, werden störende Blendeffekte verhindert, so daß sich der Betrachter
unbeeinflußt auf die jeweils zu begutachtende Reaktion in einem bestimmten Reaktionsfeld
konzentrieren kann.
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Die Fläche des erwähnten Umfeldes wird im Vergleich zu den planen
Spiegeloberflächen eine andere Beschaffenheit haben müssen; sie kann also beispielsweise
aufgerauht sein, um eine Durchsichtigkeit dieser zugehörigen Glasschichtbereiche
auszuschließen. Eine durchscheinende Eigenschaft mit diffuser Lichtstreuung des
auftreffenden Lichts kann allerdings für das Umfeld zugelassen werden. Aufgrund
der unterschiedlichen Beschaffenheit der Flächen der Spiegelfelder und des Umfeldes
ist im übrigen gewährleistet, daß das flüssige Objekt wegen der vorgegebenen Oberflächenspannung
nicht auf das Umfeld übertreten wird, selbst wenn man die Trägerplatte bei ihrer
Handhabung relativ stark neigen sollte.
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Diese vorteilhafte Eigenschaft kann außerdem dadurch noch unterstützt
werden, daß die Reaktionsfelder im Vergleich zum Umfeld der Trägerplatte nach außen
oder innen im geringem Maße abgesetzt sind.
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Die Trägerplatte kann auf eine ihr in den Abmessungen angepaßte Bodenplatte
gesetzt und von einem gesonderten Rahmen eingeschlossen werden, der formschlüssig
mit dem Randbereich der Bodenplatte verbunden
ist. Auf diese Weise
können mehrere Rahmen unter Zwischenschaltung jeweils einer eine Trägerplatte aufnehmenden
Bodenplatte zu einem Stapel aufgebaut werden, dessen oberer Abschluß durch eine
Bodenplatte als Deckel gebildet wird. Man erhält so eine geschlossene Kammer.
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In der anliegenden Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt. Es zeigen: Figur 1 die Aufsicht auf eine Trägerplatte für einen Objektträger
nach der Erfindung, Figur 2 einen Querschnitt durch einen Objektträgerstapel, Figur
3 eine Aufsicht auf die von einem Rahmen eingeschlossene Trägerplatte und Figur
4 einen Querschnitt durch einen Objektträgg mit einer Beleuchtungseinrichtung für
die Trägerplatte.
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Die in Figur 1 gezeigte Trägerplatte 1 aus Glas ist auf der in der
Darstellung nicht sichtbaren Rückseite voll verspiegelt, und zwar beispielsweise
mit einer dünnen Reflektionsschicht aus Metall.
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Insoweit kann es sich also um einen üblichen Spiegel herkömmlicher
Art handeln.
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Aufgelöst ist die gesamte Spiegelfläche bei diesem Ausführungsbeispiel
allerdings in mehrere kreisflächenförmige Spiegel als Reaktionsfelder 2, die in
parallelen Reihen mit gleichen Abständen zueinander angeordnet sind und so in Verbindung
mit den benachbarten Reihen ein bestimmtes Rasterfeld bilden. Die Felder 2 sind
im übrigen bis auf die hintere Verspiegelung transparent bzw. durchsichtig.
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Der durch die unregelmäßige Strichlierung angedeutete Bereich auf
der Vorderseite der Trägerplatte 1 stellt das zusammenhängende Umfeld 3 des Spiegelrasters
dar, das im Vergleich zu den Reaktionsfeldern 2 nichttransparent, sondern höchstens
durchscheinend oder völlig opak ist.
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Dieses Umfeld 3 kannpraktisch so hergestellt werden, daß die betrachtete
Vorderseite unter Aussparung der Felder 2 im Sandstrahlverfahren oder auch durch
Schleifen behandelt wird, wobei sich eine aufgerauhte, das auftreffende Licht diffus
nach innen brechende und durchscheinende Glasoberfläche ergeben wird. Anstelle dieser
Vcrfallrcn könnten auch chemische Verfahren zum Auf rauhen der bctreffenden Umfeldfläche
zur Anwendung kommen.
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Weiterhin besteht die Möglichkeit, von einer vollkommen gerauhten
Oberfläche einer verspiegelten Glasplatte auszugehen und die Felder 2 durch Feinschleifen
und Polieren herzustellen. Schließlich kann das Umfeld 3 durch eine in ihrer Form
dem Umfeld entsprechende Abdeckung gebildet werden, die als gesondertes Teil auf
eine verspiegelte Glasplatte geeignet aufgebracht wird.
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Aus der Schnittdarstellung nach Figur 2 erkennt man, daß die Reaktionsfelder
2 zur Aufnahme der einzelnen Reaktionsansätze im Verhältnis zum Umfeld 3 nach außen
abgesetzt sind und vorspringen, wodurch, wie schon erwähnt wurde, ein Überlaufen
des zu prüfenden flüssigen Objektes aufgrund seiner Oberflächenspannung auf das
Umfeld besonders wirksam unterbunden wird. Diese nach außen vorspringenden Glasfelder
ergeben sich bei der Herstellung des Umfeldes 3 automatisch, wenn man das somit
in diesem Zusammenhang vorteilhafte Sandstrahlverfahren anwendet.
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Andererseits könnten die Reaktionsfelder 2 auch durch nach innen abgesetzte
Kreisflächen dargestellt werden, was sich in der Weise verwirklichen läßt, daß man
auf einer insgesamt gerauhten Glasspiegelplatte die jeweiligen Felder durch Schleifen
und anschließendes Polieren herstellt. Aus reinigungstechnischen Gründen wird jedoch
dif dargestellttund vorher beschriebene Möglichkeit in den meisten Fällen vorzuziehen
sein.
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Im übrigen zeigt dei Figur 2 noch, wie mehrere Trägerplatten 1 raumsparend
gestapelt werden können, was vor allem für eine Bevorratung oder für den Fall von
Bedeutung ist, daß mehrere mit Reaktionsansätzen versehene Trägerplatten vor einer
abschließenden Begutachtung zunächst aufbewahrt werden sollen.
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Zu diesem Zweck wird die im Stapel untere Trägerplatte 1 auf eine
ihr in den Abmessungen angepaßte Bodenplatte 4 gesetzt, worauf auf diesen Aufbau
ein unten offener Rahmen 5 gebracht wird, der die Trennwand 1 mit seinen vertikalen
Seitenwänden einschließt und
dessen untere umlaufenden Ausnehmung
5a nach der Darstellung formschlüssig über einen ebenfalls umlaufenden Vorsprung
4a der Bodenplatte 4 greift. Schließlich kann auf diesen Teilstapel eine geschlossene
obere Abschlußplatte gesetzt werden, die wiederum mit der Bodenplatte 4 identisch
ist und deshalb die gleiche Bezugsziffer trägt. Hierbei greift dann die obere Kante
des Rahmens 5 in eine umlaufende Ausnehmung 4b der Abschlußplatte 4.
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Auf diese Weise können mehrere Rahmen 5 unter Zwischenschaltung jeweils
einer eine Trägerplatte 1 aufnehmenden Bodenplatte 4 zu enem Stapel aufgebaut werden,
dessen oberer Abschluß durch eine Bodenplatte als Deckel gebildet wird. Es entsteht
so eine insgesamt geschlossene sogenannte "feuchte Kammer", die eine Verdunstung
der Reaktionsansätze auf den von ihr eingeschlossenen Trägerplatten verhindert und
eine relativ langzeitige Aufbewahrung der zu untersuchenden Objekte ermöglicht.
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Die Figur 3 zeigt eine mit einem Rahmen 5 kombinierte Trägerplatte
in Aufsicht. Zwei Stirnseiten des rechteckigen Rahmens 5 stehen über parallel zueinander
verlaufende Stege 5b miteinander in Verbindung, wobei die Stege jeweils zwischen
zwei Spiegelreihen 2 verlaufen. Die Breite der Stege 5b ist so zu wählen, daß sie
Markierungen bzw. Beschriftungen aufnehmen können, welche die zu untersuchenden
Reaktionsansätze auf den benachbarten Feldern 2 betreffen.
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Insbesondere bei Untersuchungen unter schlechten Lichtverhältnissen
kann es zweckmäßig sein, wenigstens eine der Trägerplattenstirnseiten über eine
Lichtquelle zu bestrahlen. Hierzu zeigt die Figur 4 eine
praktische
Lösung.
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Es kommen zwei vorzugsweise stabförmige Lampen 6 und 7 zur Anwendung,
die in den dargestellten seitlichen Hohlräumen eines Gehäuses 8 montiert sind. öffnungen
9 bzw. 10 dienen zur Ventilation der Lampenräume und damit zur Abfuhr von überschüssiger
Wärme. Zum Schutz der Lampenraumwandungen vor allzu starker Erhitzung können zusätzliche
Auskleidungen 11 bzw.12 aus Asbest oder dergleichen vorgesehen werden.
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Dies wird sich vor allem bei Kunststoffgehäusen empfehlen.
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Die Trägerplatte 1 liegt eingefaßt in einem inneren Rahmen 13, der
von einer Stirnseite her in das Gehäuse 8 eingeschoben werden kann und auf dem Boden
8a des Gehäuses ruht. Da der Rahmen 13 aus transparentem Kunststoff besteht, kann
das Lampenlicht über die schlitzförmigen Durchbrechungen 14 bzw. 15 im Rahmen 8
und über die Seitenwände dieses Rahmens schließlich auf die beiden zugeordneten
Stirnseiten der Trägerplatte 1 treffen und Licht einstrahlen, um im Bedarffall bessere
Beobachtungsbedingungen zu schaffen. Abschließend sei in diesem Zusammenhang noch
darauf hingewiesen, daß die Durchbrechungen 14 und 15 im Verhältnis zu den beiden
Lampen 6 und 7 auch so angeordnet werden können, daß ein Teil des Lampenlichtstroms
direkt auf die Oberfläche der Trägerplatte 1 gelangt, um neben der indirekten Beleuchtung
der Reaktionsfelder 2 auch deren direkte Beleuchtung zu ermöglichen.