DE252901C - - Google Patents

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DE252901C
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    • G01—MEASURING; TESTING
    • G01P—MEASURING LINEAR OR ANGULAR SPEED, ACCELERATION, DECELERATION, OR SHOCK; INDICATING PRESENCE, ABSENCE, OR DIRECTION, OF MOVEMENT
    • G01P1/00—Details of instruments
    • G01P1/07—Indicating devices, e.g. for remote indication
    • G01P1/08—Arrangements of scales, pointers, lamps or acoustic indicators, e.g. in automobile speedometers

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVi 252901 KLASSE 74b. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 22. Oktober 1911 ab.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine optisch und akustisch wirkende Vorrichtung zur Ermittlung, der Geschwindigkeit von Fahrzeugen und ortsfesten Maschinen, mit deren Hilfe sich die Geschwindigkeit des zu beobachtenden Fahrzeuges bzw. der zu beobachtenden Maschine nicht nur auf kleine, sondern auch auf große Entfernungen erkennen läßt und die es dem Leiter eines Fahrzeuges
ίο ermöglicht, die jeweilige Geschwindigkeit, ohne Beanspruchung seines auf die Fahrbahn gerichteten Auges, festzustellen.
Gemäß vorliegender Erfindung werden durch an dem zu beobachtenden Fahrzeug bzw. an der zu beobachtenden Maschine vorgesehene Mittel proportional der Geschwindigkeit des Fahrzeuges' bzw. der Maschine einzeln aufeinanderfolgende, zählbare optische und akustische Zeichen erzeugt und
ao gleiche, als Beobachtungsperioden dienende, aufeinanderfolgende Zeiträume optisch und akustisch voneinander unterschieden, so daß aus der Zahl der auf eine Beobachtungsperiode entfallenden optischen und akusti- sehen Zeichen die Geschwindigkeit ermittelt werden kann.
Auf beiliegender Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. ι eine Ausführungsform der Vorrichtung im senkrechten Schnitt,
Fig. 2 eine Vorderansicht,
Fig. 3 einen wagerechten Schnitt und
Fig. 4 einen weiteren senkrechten Schnitt durch die Vorrichtung·.
45
Fig. 5 zeigt einen Bestandteil der Vorrichtung in Ansicht und
Fig. 6 und 7 eine Abänderung von zwei Bestandteilen der Vorrichtung.
Fig. 8 veranschaulicht eine zweite Ausführungsform der Vorrichtung im senkrechten Schnitt und
Fig. 9 diese in Ansicht.
Fig. 10 und 11 sind Schnitte nach den Linien A-B und C-D der Fig. 8, und
Fig. 12 und 13 zeigen Bestandteile der Vorrichtung in Ansicht.
Bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 1 bis 7 bezeichnet 1 ein Gehäuse von rechteckiger Querschnittsform, welches an seiner Vorderwand eine ringsegmentartige Öffnung 2 besitzt. Hinter der Vorderwand des Gehäuses 1 ist eine runde, drehbare Scheibe 3 vorgesehen, die auf einer im Gehäuse wagerecht gelagerten Achse 4 sitzt und eine der Öffnung 2 im Gehäuse 1 entsprechend gestaltete Öffnung 5 besitzt. Die Achse 4 ist auf einem Teil ihrer Länge in einer Hohlachse 6 geführt, die eine hinter der Scheibe 3 liegende runde Scheibe 7 trägt. Diese Scheibe besitzt zwei nebeneinander liegende Öffnungen, von welchen jede der Größe und Form der Öffnung 2 bzw. 5 entspricht und in ein inneres und ein äußeres Feld abgeteilt ist. In die äußeren Felder der beiden Öffnungen sind lichtundurchlässige Plättchen eingesetzt, die auf ihrer der Scheibe 3 zugekehrten Fläche mit grell voneinander abstechenden Farben bemalt sind, und zwar ist das in das äußere ■ Feld der einen Öffnung eingesetzte Platt-
55
chert 8 ζ. B. weiß und das in das äußere Feld der anderen Öffnung eingesetzte Plättchen. 9 z. B. rot gestrichen. Ferner sind in die inneren Felder der beiden Öffnungen verschiedenfarbige, lichtdurchlässige Scheiben eingesetzt, und zwar in die eine öffnung eine gewöhnliche Glasscheibe 10 und in die andere Öffnung eine rote Glasscheibe 11 (Fig. 2). Die farbigen Plättchen 8 und 9 dienen zur Anzeige bei Tag und die farbigen Scheiben 10 und 11 zur Anzeige bei Nacht, und zwar ist für letzteren Zweck hinter der Scheibe. 7 auf der Höhe der Öffnung 2 des Gehäuses 1 eine Lichtquelle vorgesehen, die z. B. durch eine elektrische Glühlampe 12 gebildet ist.
Die Achse 4 mit Scheibe 3 wird proportional der Geschwindigkeit des zu beobachtenden Fahrzeuges bzw. der zu beobachtenden Ortsfesten Maschine gedreht, und zwar kann der Antrieb der Achse, wenn die Vorrichtung, wie dies im vorliegenden Falle angenommen ist, für einen Kraftwagen bestimmt ist, z. B. von dessen einem Vorderrad aus zweckmäßig mittels einer biegsamen Welle 13 und .eines Winkelrädergetriebes 14, 14' erfolgen. Die Achse 6 mit Scheibe 7 ihrerseits erhält von einem im Gehäuse 1 untergebrachten Uhrwerk 15 aus durch Vermittlung eines auf der Achse 6 sitzenden Armes 16, der vom Uhrwerk angetrieben wird, eine hin und her gehende ruckweise Bewegung, welche in ihrer Größe so bemessen ist, daß die Scheibe 7 am Ende jeder Hin- und Herbewegung abwechselnd mit der einen und anderen ihrer beiden Öffnungen, d. h. einmal mit den Feldern 8 und 10 und das andere Mal mit den Feldern 9 und 11 hinter die Öffnung 2 im Gehäuse 1 zu stehen kommt; hierbei wird die Scheibe 7 in ihrer jeweiligen Stellung durch eine Flachfeder 7', die in Einschnitte 7" am Umfang der Scheibe schnappt, vorübergehend festgehalten (Fig. ι und 2).
Außer den vorbeschriebenen, zur Erzeugung von optischen Zeichen für Anzeige bei Tag und Nacht dienenden Mitteln besitzt die Vorrichtung noch Mittel zur Erzeugung" von akustischen Zeichen. Diese bestehen in zwei Glocken 17 und 18 verschiedenen Klanges, die an einer Stange 19 befestigt sind. Die Stange 19 wird von Lenkern 20 (Fig. 4) getragen, die an das Gehäuse 1 angelenkt sind, und besitzt an ihrem unteren Ende eine Rolle 21. Eine auf den einen Lenker wirkende Flachfeder 22 ist bestrebt, die Stange 19 mit der Rolle 21 stets gegen den Umfang einer auf der Achse 6 sitzenden Hubscheibe 23 zu drücken (Fig. 1 und 4). Diese Hubscheibe, welche mit der Scheibe 7 vom Uhrwerk 15 aus eine ruckweise hin und her gehende Bewegung erhält, dient dazu, die Stange 19 mit den Glocken 17 und 18 gegen das Ende jeder Hin- und Herbewegung zu heben und zu senken und so die Glocken abwechselnd in den Bereich eines Klöppels 24 zu bringen. Dieser wird proportional der Geschwindigkeit des Kraftwagens bewegt; er erhält seine Bewegung von einer auf der Achse 4 sitzenden Nockenscheibe 25 aus. Der Klöppel ist lose drehbar auf einer Achse 26 gelagert und steht unter der Wirkung einer Torsionsfeder 27 (Fig. 5) gegen einen Anschlag 28 an; in dieser Lage befindet sich der Klöppel außer Berührung mit den Glocken und ragt mit einem mit Rolle ausgerüsteten Arm 29 in die Bahn des Hubnockens 30 (Fig. 3) der Scheibe 25. Dieser Hubnacken erteilt dem Klöppel mit jeder Umdrehung der Achse 4, durch'Einwirkung auf den Arm 29, eine Schwingung gegen die Glocken hin, derart, daß der Klöppel die in seinem Bereich befindliche Glocke anschlägt und hierauf unter Wirkung der Feder 27 schnell wieder in seine Ruhelage am Anschlag 28 zurückkehrt. Mit 30' sind im Gehäuse 1 vorgesehene öffnungen bezeichnet, die ermöglichen, daß die Glockenzeichen außerhalb des Gehäuses deutlich vernehmbar sind.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende:
Während der Fahrt dreht sich die Scheibe 3 stetig proportional der Geschwindigkeit des Kraftwagens. Wenn bei dieser Drehung die öffnung 5 an der Scheibe 3 sich mit der Öffnung 2 am Gehäuse 1 deckt, so wird das jeweils hinter der Öffnung 2 stehende weiße oder rote Feld 8 bzw. 9 an der Scheibe 7 durch die beiden Öffnungen 2 und 5 hindurch als rasch erscheinendes und rasch wieder verschwindendes optisches Zeichen deutlich sichtbar, um so mehr, als es sich von der einfarbig, z. B. schwarz oder dunkelgrau, gehaltenen Vorderwand des Gehäuses 1 grell abhebt. Bei Nacht sind diese farbigen Felder 8 und 9 nicht mehr sichtbar; es wird dann die elektrische Lampe 12 eingeschaltet, die von einer auf dem Kraftwagen befindlichen Stromquelle, z. B. einer elektrischen Batterie, gespeist wird. Die Lampe 12 sendet in dem Augenblick, in welchem die öffnungen 2 und 5 sich decken, ein optisches Zeichen in Form eines Licht-Strahles durch diese hindurch nach außen, und zwar wird dieser Lichtstrahl, je nachdem die rote oder weiße Glasscheibe 10 bzw. 11 der Scheibe 7 vor der Öffnung 2 am Gehäuse 1 steht, als roter oder weißer Lichtblitz sichtbar sein. Gleichzeitig mit dem Erzeugen der optischen Zeichen erfolgt auch das Erzeugen der akustischen Zeichen, indem der Klöppel 24 bei jeder Umdrehung der Achse 4 einen Schlag auf die in seinem Bereich befindliche Glocke ausführt, diese also zum Ertönen bringt.
Um nun ermitteln zu können, mit welcher Geschwindigkeit der Wagen fährt, werden gleiche, als Beobachtungsperioden dienende, aufeinanderfolgende Zeiträume optisch und akustisch voneinander unterschieden, und zwar erfolgt dies in der Weise, daß der Achse 6 vom Uhrwerk aus, z. B. alle fünf Sekunden, eine plötzliche Bewegung in der einen und anderen Richtung hin erteilt wird, so daß
ίο fünf Sekunden lang die Felder 8 und io und hierauf fünf Sekunden lang die Felder 9 und 11 hinter die Öffnung 2 am Gehäuse 1 zu
. stehen kommen, und ebenso fünf Sekunden lang die Glocke 17 mit hellem Klang und hierauf fünf Sekunden lang die Glocke 18 mit tiefem Klang in den Bereich des Klöppels 24 gehoben bleibt. Es werden also abwechselnd alle fünf Sekunden hintereinanderfolgende rote bzw. weiße Farbzeichen (bei Tag) und rote bzw. weiße Lichtblitze (bei Nacht) erzeugt, die vom Auge des Beobachters einzeln wahrgenommen und gezählt werden können, und ferner abwechselnd alle fünf Sekunden hintereinanderfolgende helle bzw. tiefe Glockenzeichen erzeugt, die vom Leiter sowie Insassen des Fahrzeuges und Passanten einzeln gehört und ebenfalls gezählt werden können.
Je nachdem nun das Automobil schneller oder langsamer fährt, wird auch die Zahl der Umdrehungen der Scheibe 3 bzw. die Zähl der Schläge des Klöppels 24 und damit die Anzahl der erzeugten gleichartigen optischen und
. akustischen Zeichen pro Beobachtungsperiode, also während fünf Sekunden, größer oder kleiner sein.. Es ist somit möglich, aus der Zahl der in je eine Beobachtungsperiode fallenden gleichartigen, optischen und akustischen Zeichen und dem mechanischen, durch einen Koeffizienten ausdrückbaren Übersetzungsverhältnis zwischen der Achse 4 und dem diese antreibenden Teil (z. B. einem Vorderrade) die Geschwindigkeit des Kraftwagens zu ermitteln.
Bei der beschriebenen Ausführungsform kann die Achse 6 mit Scheibe 7 anstatt ruckweise hin und her bewegt auch ruckweise· stets in gleicher Richtung weitergedreht werden. In diesem Falle werden an Stelle der Scheiben 7 und 23 die entsprechend gestalteten Scheiben 31 und 32 nach Fig. 6 und 7 verwendet. Die Scheibe 31 . besitzt hierbei je zwei sich diametral gegenüberliegende Felder 8 und 10 bzw. 9 und 11 und die Hubscheibe 32 zwei sich diametral gegenüberliegende Hubnocken; ebenso besitzt die Scheibe 31 an ihrem Umfange vier Einschnitte 7" für die Flachfeder 7'. 'Die Scheibe 3 könnte auch mehrere Öffnungen 5 besitzen, und die beiden Glocken 17 und 18 könnten auch eine feste Lage einnehmen und dafür der Klöppel 24 von der Hubscheibe 23 aus abwechselnd in den Bereich der einen oder anderen Glocke gehoben und gesenkt werden. Auch könnte an der Rückseite des Gehäuses 1 noch eine zweite Öffnung 2 vorgesehen und hinter dieser ein zweites Paar Scheiben 3 und 7 angeordnet sein, die sich gleichzeitig mit dem ersten Scheibenpaar bewegen, so daß die Absendung von optischen Zeichen nach zwei entgegengesetzten Seiten hin erfolgt bzw. diese Zeichen von zwei entgegengesetzten Seiten her wahrnehmbar sind.
Die Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 8 bis 13 dient ebenfalls dazu, gleichzeitig optische und akustische Zeichen zu erzeugen, und ermöglicht auch, die optischen Zeichen gleichzeitig nach mehreren Richtungen hin zu senden.
Zu diesem Zwecke besitzt die Vorrichtung ein senkrecht stehendes zylindrisches Gehäuse 33, das an seinem Umfange vier unter 900 zueinander versetzte rechteckige Öffnungen 34 aufweist (Fig. 8 bis 10). In dem Gehäuse 33 ist ein Hohlzylinder 35 drehbar angeordnet, welcher an seinem Umfange ebenfalls vier, den Öffnungen 34 in Form und Anordnung entsprechende Öffnungen 36 besitzt (Fig. 10 und 12). Ferner ist im Hohlzylinder 35 ein zweiter Hohlzylinder 37 drehbar angeordnet, go der an seinem Umfange acht Öffnungen von der Gestalt der Öffnungen 34 und 36 aufweist, von welchen jede in zwei übereinanderliegende Felder geteilt ist. In die oberen Felder dieser Öffnungen sind abwechselnd nebeneinander lichtdurchlässige Glasscheiben 38 und 39 von verschiedener Farbe, z. B. rot und grün, und in die unteren Felder lichtundurchlässige Plättchen 40 und 41 eingesetzt, die auf ihren dem Hohlzylinder 35 zugekehrten äußeren Flächen mit grellen, voneinander abstechenden Farben bemalt sind, z. B. abwechselnd weiß und rot. Die Glasscheiben 38, 39 und die Plättchen 40, 41 sind hierbei so zueinander angeordnet, daß jeweils unter einer roten Glasscheibe 38 ein weiß bemaltes Plättchen 40 und unter einer grünen Glasscheibe 39 ein rot bemaltes Plättchen 41 sich befindet. Auch hier dienen die farbigen Plättchen zur Erzeugung von bei Tag sichtbaren optischen Zeichen, und die farbigen Scheiben zur Erzeugung von bei Nacht sichtbaren optischen Zeichen. Zu letzterem Zwecke ist wieder eine Lichtquelle, z. B. eine elektrische Glühlampe 42, im Innern des Hohlzylinders 37 auf der Höhe der Scheiben 38 und 39 vorgesehen, die z. B. von einer außerhalb des Gehäuses 33 auf dem Fahrzeug oder der Maschine untergebrachten Batterie gespeist wird.
Die Zylinder 35 und 37 sind nach oben offen und besitzen an ihren unteren, durch Böden abgeschlossenen Enden ineinander ge-
führte Hohlachsen 43 bzw. 44, vermittels deren sie um eine feste senkrechte Achse 45 drehbar sind. Der Zylinder 35 dreht sich stetig und erhält seinen Antrieb zu diesem Zwecke von einem sich drehenden Teil des Fahrzeuges oder der Maschine aus, auf welcher die Vorrichtung montiert ist, und zwar proportional der Geschwindigkeit dieses Fahrzeuges bzw. dieser Maschine. Ist die Vorrichtung ζ. B. an einem Kraftwagen angebracht, so erhält der Hohlzylinder seine Drehbewegung', ζ. B. von dem einen Vorderrad des Kraftwagens aus, zweckmäßig durch Vermittlung einer biegsamen Welle 46 und eines mit dieser in Verbindung stehenden Stirnrädertriebes 47, 47'. Der Hohlzylinder 37 seinerseits erhält seine ruckweise erfolgende Drehbewegung von einem im unteren, viereckigen Teil des Gehäuses untergebrachten Uhrwerk 48 aus, ebenfalls durch Vermittlung eines Stirnrädertriebes 49,49'. Die ruckweise Drehbewegung des Zylinders 37 ist so groß, daß am Ende jeder Drehbewegung die Felder 38, 40 oder 39, 41 hinter die Öffnungen 36 am Zylinder 35 zu stehen kommen. Hierbei können Mittel vorgesehen sein, um den Zylinder 37 in seiner jeweiligen Ruhelage vorübergehend festzuhalten.
Die akustischen Zeichen werden bei dieser Ausführungsform ebenfalls durch zwei Glocken 50, 51 verschiedenen Klanges und durch einen Klöppel 52 (Fig. 8, 11 und 12) erzeugt. Die Glocken sind miteinander durch eine Schraube 53 fest verbunden und vermittels dieser am Zylinder 37 befestigt (sie könnten jedoch an letzterem auch federnd aufgehängt sein). Jede Glocke besitzt an ihrem Umfang vier Zargen, vermittels deren sie gegenseitig ineinanderragen, ohne sich zu berühren (Fig. 11 und 12), so daß in der Umfangsrichtung der beiden Glocken abwechselnd neben einer Zarge der Glocke 50 eine Zarge der Glocke 51 liegt. Der Klöppel 52 erhält seine Bewegung vom Zylinder 35 aus, und zwar wird er entsprechend den vier Öffnungen 36 im Zylinder 35 während einer Umdrehung" des letzteren viermal bewegt. Zu diesem Zwecke ist am Zylinder 35 ein Ring 54 konzentrisch befestigt, der an seinem Umfange vier unter 900 zueinander versetzte Einkerbungen 55 aufweist (Fig. 11). Der am Gehäuse 33 schwingbar gelagerte Klöppel 52 liegt unter Wirkung einer Feder 56 (Fig. 11) mit einer Rolle gegen den Umfang des Ringes 54 an; wenn der Klöppel mit der Rolle in eine der Einkerbungen 55 fällt, so führt er einen Schlag auf die in seinem Bereich befindliche Glockenzarge bzw. Glocke aus.
Mit 57 sind vier am Gehäuse 33 auf der Höhe der Glocken 50, 51 über den Öffnungen 34 vorgesehene, Schallöffnungen und mit 58 vier Uhren mit durchsichtigen Zifferblättern bezeichnet, die in das Gehäuse 33 über den Öffnungen 57 eingelassen sind. Zwischen den Öffnungen 57 und den Uhren befindet sich ebenfalls an vier Stellen die Kontrollnummer des Fahrzeuges in Form von Durchbrechungen am Gehäuse 33. 60 ist ein das Gehäuse
33 tragender Ständer. Infolge Beleuchtung durch die Glühlampe
42 können sowohl die Stellungen der Uhrzeiger auf den Zifferblättern der Uhren 58 als auch die Kontrollnummern bei Nacht abgelesen werden. Es könnte jedoch zu diesem Zwecke auch eine besondere Lichtquelle vorgesehen sein.
Die Wirkungsweise dieser zweiten Ausführungsform der Vorrichtung ist folgende:
Bei der Fahrt des Wagens dreht sich der Zylinder 35 proportional der Fahrgeschwindigkeit, und es werden, wenn bei dieser Drehung die Öffnungen 36 des Zylinders 35 sich mit den Öffnungen 34 am festen Gehäuse decken, die hinter den Öffnungen stehenden farbigen Felder 40 oder 41 bei Tag als rasch erscheinende und rasch wieder verschwindende optische Zeichen durch die Öffnungen
34 und 36 hindurch deutlich sichtbar sein, da auch hier diese farbigen Felder sich von der z. B. mit einer dunklen neutralen Farbe angestrichenen Außenseite des Gehäuses grell abheben. Bei Nacht, wenn die farbigen Felder 40 und 41 nicht mehr sichtbar sind, wird die Glühlampe 42 eingeschaltet. Alsdann können die durch die roten oder grünen Scheiben 38 oder 39 und durch die sich deckenden Öffnungen 34 und 36 hindurch nach außen fallenden Lichtstrahlen als rote oder grüne Lichtblitze wahrgenommen werden. Mit dem Erzeugen der optischen Zeichen erfolgt gleichzeitig das Anschlagen der im Bereich des Klöppels 52 befindlichen Glocke.
Zur Ermittlung der Geschwindigkeit des Kraftwagens werden gleiche, als Beobachtungsperioden dienende, aufeinanderfolgende Zeiträume optisch und akustisch voneinander unterschieden, und zwar in gleicher Weise wie beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bis 7; es wird also dem Zylinder 37 vom Uhrwerk 48 aus, ζ. B. alle fünf Sekunden, eine ruckweise Drehbewegung erteilt, so daß abwechselnd fünf Sekunden lang die Felder 38, 40 und hierauf fünf Sekunden lang die Felder 39,41 hinter die Öffnungen 34 des Gehäuses 1x5 33 zu stehen kommen, und ebenso fünf Sekunden lang die Glocke 50 mit hohem Klang und alsdann fünf Sekunden lang die Glocke 51 mit tiefem Klang durch den Klöppel 52 angeschlagen wird. Es werden also abwechselnd alle fünf Sekunden rote oder weiße Farbzeichen (bei Tag) und rote oder grüne Licht-
blitze (bei Nacht) sowie gleichzeitig hohe oder tiefe Glockentöne erzeugt. Diese optischen und akustischen Zeichen können vom . Beobachter oder Führer des Fahrzeuges einzein wahrgenommen und gehört und somit auch gezählt werden. Aus der Zahl der auf eine Beobachtungsperiode fallenden gleichartigen optischen und akustischen Zeichen kann in gleicher Weise wie beim erstbeschriebenen Ausführungsbeispiel die Geschwindigkeit des Fahrzeuges ermittelt werden.
Die beschriebene Ausführungsform hat gegenüber der in den Fig. ι bis 7 dargestellten den Vorteil, daß die optischen Zeichen gleichzeitig nach vier Richtungen hin gesandt werden, daß sie also von vier verschiedenen Seiten her gesehen und gezählt werden können. Nun könnte der Zylinder 35 auch nur eine einzige Öffnung 36 besitzen, in welchem Falle dann das Absenden der optischen Zeichen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander nach allen vier Richtungen hin erfolgt, wobei der Zylinder 35 sich viermal schneller drehen müßte.
Die erläuterten Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes können außer für Kraftwagen auch für Lokomotiven, Straßenbahnwagen, Schiffe, Luftschiffe, und Flugmaschinen sowie für ortsfeste Maschinen, deren Geschwindigkeit überwacht und von nah und fern ermittelt werden soll, Verwendung finden. Sie werden zweckmäßig an einer solchen Stelle angebracht, daß die optischen und akustischen Zeichen vom Leiter des Fahrzeuges sowie von Personen innerhalb und außerhalb des Fahrzeuges deutlich und klar genug gesehen bzw. vernommen und insbesondere die optischen Zeichen von außerhalb des Fahrzeuges befindlichen Personen (wie Aufsichts-Organen) auf verhältnismäßig große Entfernungen ungehindert und deutlich wahrgenommen werden können.
Die Anordnung von nur einer Öffnung im festen Teil (Gehäuse) der Vorrichtung und nur einer Öffnung im bewegten, von dem zu beobachtenden Fahrzeug oder von der zu beobachtenden ortsfesten Maschine angetriebenen Teil (Scheibe, Zylinder), und ferner die Anordnung mehrerer Öffnungen im festen Teil und nur einer Öffnung im bewegten Teil eignen sich für größere Geschwindigkeit des bewegten Teiles. Umgekehrt eignen sich die Anordnung nur einer Öffnung im festen Teil und mehrerer Öffnungen im bewegten Teil und ferner, die Anordnung mehrerer Öffnungen im festen und im beweglichen Teil mehr für kleinere Geschwindigkeiten des bewegten Teiles.
Außer den erläuterten Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes und den erwähnten Abänderungen von deren Teilen sind noch andere Ausführungsformen und Abänderungen von deren Bestandteilen möglich. So können an Stelle der Glockenzeichen auch Horn- oder Pfeifensignale. erzeugt werden. Die farbigen optischen Zeichen können anstatt durch bemalte und in die Teile 7 und 37 eingesetzte Plättchen auch durch unmittelbar auf diese Teile 7 und 37 aufgemalte farbige Felder gebildet sein. Ferner kann der feste Teil (Gehäuse) und der von dem zu beobachtenden Fahrzeug oder von der zu. beobachtenden ortsfesten Maschine angetriebene Teil der Vorrichtung so ausgebildet und mit einer solchen Zahl von Öffnungen ausgerüstet sein, daß bei verschiedenartiger Anordnung dieser letzteren die optischen Zeichen durch diese Öffnungen hindurch sowohl von oben, von unten und von der Seite als auch von vorn und von hinten, also von sechs Richtungen her gesehen werden können. Anstatt der drehbaren Scheibe 3 und der hin und her beweglichen Scheibe 7 (Fig. 1) könnten auch in gerader Richtung hin und her bewegliche Platten verwendet werden.
Weiter könnte der feste Teil durch einen rechteckigen, festen Rahmen mit an den vier Seiten vorgesehenen Öffnungen gebildet sein und der von dem zu beobachtenden Fahrzeug oder von der zu beobachtenden, ortsfesten Maschine aus bewegte Teil als auch der vom Uhrwerk aus bewegte Teil je durch ein endloses, über Rollen geführtes Band gebildet sein, von welchen das erste mit Öffnungen, das zweite mit verschieden farbigen Feldern versehen ist, und welche Bänder statt nebeneinanderliegend den Seiten des festen Rahmens entlang bewegt werden, und zwar das erste proportional der Geschwindigkeit des Fahrzeuges bzw. der ortsfesten Maschine stets in gleicher Richtung und das zweite von einem Uhrwerk entweder ruckweise hin und her oder ruckweise in gleicher Richtung vorwärts. Diese Vorrichtung dürfte sich zweckmäßig für Straßenbahnwagen eignen, wobei die vier Wände des Wagens den rahmenförmigen, festen Teil der Vorrichtung bilden können.
Bei den vom Uhrwerk aus bewegten Teilen erfolgt die ruckweise Bewegung derart, daß die Bewegung selbst wenig Zeit beansprucht, und daß zwischen den Bewegungen immer Stillstände (Beobachtungsperioden) eintreten. Zweckmäßig werden diese ruckweisen Bewegungen durch Maltesergetriebe erzeugt.
Die vom Fahrzeug bzw. von der ortsfesten Maschine angetriebenen Teile sind so beschaffen, daß sie sowohl bei Vorwärtsfahrt bzw. Drehung im einen Sinne als auch bei Rückwärtsfahrt bzw. Drehung im · anderen Sinne bewegt werden können.
Außer den erwähnten, während der ganzen
Dauer der Beobachtungsperioden wirkenden Unterscheidungsmerkmalen ·— verschiedene Farbe der optischen Zeichen und verschiedener Klang" der akustischen Zeichen —· können auch noch die Zeitpunkte des Wechsels der Beobachtungsperioden durch kurze optische oder kurze akustische Zeichen hervorgehoben werden. Dies kann erfolgen durch AOm Uhrwerk in bestimmten, die Beobachtungsperioden abgrenzenden Zeitpunkten bewegte optische Zeichen (farbiges Feld, Lichtblitz usw.) und akustische Zeichen (Glocke, Pfeife, Horn usw.).
Die erläuterten Ausführungsformen der Erfindung sind auch bei einem etwaigen Versagen des Uhrwerkes noch wirksam, weil der Beobachter die Zahl der in einen bestimmten Zeitraum fallenden optischen und akustischen Zeichen auch mit Hilfe eines beliebigen Zeitmessers (z. B. mit einer Taschenuhr) feststellen kann. Ebenso kann mittels einer Taschenuhr die Wirksamkeit der Vorrichtung bezüglich richtiger Zeitteilung leicht geprüft werden.
Der von dem zu beobachtenden Fahrzeug bzw. von der zu beobachtenden, ortsfesten Maschine angetriebene Teil der Vorrichtung kann anstatt drehbar oder geradlinig hin und her bewegbar auch proportional der Geschwindigkeit des Fahrzeuges bzw. der Maschine um eine Achse hin und her schwingbar sein und sowohl als Scheibe als auch als Hohlzylinder ausgebildet sein.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Optisch und akustisch wirkende Signalvorrichtung zur Ermittlung der Geschwindigkeit von Fahrzeugen und ortsfesten Maschinen, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb eines mit wenigstens einer öffnung versehenen, festen Gehäuses (1) ein proportional der festzustellenden Geschwindigkeit bewegter, gleichfalls wenigstens eine entsprechende Öffnung aufweisender Teil und hinter diesem noch ein dritter Teil mit wenigstens zwei jene Öffnungen ausfüllenden, über- bzw. nebeneinander liegenden, farbigen Feldern angeordnet ist, von denen das eine zur Anzeige bei Tag dienende Feld in bekannter Weise aus undurchsichtigem Stoff, und das andere Feld in bekannter Weise aus durchsichtigem Stoff besteht, um bei Dunkelheit das Licht einer im Innern des Gehäuses befindlichen Lampe durchzulassen, und daß die beim vorübergehenden Aufdecken der Felder des dritten Teiles durch die öffnungen des zweiten Teiles je nach · der augenblicklichen Geschwindigkeit des Fahrzeuges bzw. der ortsfesten Maschine mehr oder weniger rasch hintereinander abgegebenen Signale oder Lichtblitze während der Dauer ihrer Sichtbarkeit gegebenenfalls durch akustische Signale unterstützt werden, so daß aus der Zahl der auf eine Beobachtungsperiode entfallenden optischen und akustischen Zeichen bereits auf größere Entfernungen die Geschwindigkeit geschätzt, und unter Berücksichtigung des Übersetzungsverhältnisses, mit welchem der zweite Teil angetrieben wird, genau ermittelt werden kann.
    Vorrichtung nach Anspruch 1, da
    durch gekennzeichnet, daß der dritte Teil noch mit einem neben dem ersten Felderpaar liegenden, verschieden von diesem gefärbten Felderpaar versehen ist und durch ein im Gehäuse untergebrachtes Uhrwerk derart ruckweise bewegt wird, daß beide Felderpaare abwechselnd in eine Flucht mit der Öffnung des ersten Teiles gebracht und je während gleich langer Zeiträume (Perioden) in dieser Stellung belassen werden, so daß aus der durch die Bewegung des zweiten Teiles bestimmten Zahl der in einer Periode erzeugten, gleichfarbigen, optischen Zeichen die Geschwindigkeit ermittelt werden kann.
    3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die akustischen Zeichen durch die Bewegung des zweiten Teiles proportional der festzustellenden Geschwindigkeit abgegeben werden.
    4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der vom Uhrwerk bewegte dritte Teil bei seiner ruckyveisen Bewegung Tonquellen verschiedenen Klanges abwechselnd während gleich langer Zeiträume (Beobachtüngsperioden) in den Bereich der vom zweiten Teil bewegten Glockenklöppel o. dgh oder letztere in den Bereich der verschiedenen Tonquellen bringt, so daß aus der Zahl der in einer Beobachtungsperiode erzeugten Töne gleichen Klanges die Geschwindigkeit ermittelt werden kann.
    5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der vom Uhrwerk ruckweise gedrehte dritte Teil zwei Glocken verschiedenen Klanges trägt, die mit Zargen, ohne gegenseitige Berührung, ineinanderragen, und daß der vom zweiten Teil bewegte Klöppel immer abwechselnd während gleich langer Zeiträume eine der beiden Glocken anschlägt.
    6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste feste Teil durch ein Gehäuse mit wenigstens einer die Signalöffnung aufweisenden flachen Wand gebildet ist, zu
    welcher der zweite und dritte, je als flacher Körper ausgebildete Teil gleichgerichtet ist.
    7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Teil aus einer stetig geradlinig hin und her be-
    . wegten oder um einen Drehpunkt schwingenden und der dritte Teil aus einer ruckweise hin und her bewegten Platte besteht.
    8. Vorrichtung nach Anspruch 6,. dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Teil durch eine stetig drehbare Scheibe und der dritte Teil durch eine ruckweise hin und her schwingbare oder drehbare Scheibe gebildet ist.
    9. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das feste Ge häuse (Teil 1) rahmenartig mit Öffnungen in jeder Rahmenseite ausgeführt ist, und dem zweiten und dritten Teil entsprechende, mit Öffnungen bzw. farbigen Feldern versehene, endlose Bänder an den Seiten des Rahmens entlang entweder kreislaufförmig oder hin und her gehend bewegt werden.
    10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß alle drei Teile aus konzentrisch ineinanderliegenden Zylindern bestehen und die beiden ersten Teile mehrere im Kreise gegeneinander versetzte Öffnungen aufweisen, denen ebenso viele Feldgruppen im dritten Teil entsprechen, so daß optische Zeichen nach verschiedenen Seiten hin abgegeben werden können.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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