DE254657A - - Google Patents

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DE254657A
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung isolierter Drähte, Bänder, Spulen usw. aus solchen Metallen, deren Oxyde, Hydroxyde, Sulfide oder sonstige chemische Verbindungen elektrisch isolierende Eigenschaften besitzen, wie insbesondere Aluminium. Es ist bekannt, die isolierenden Schichten auf solchen Drähten oder Spulen durch Benetzung derselben mit . einer chemisch einwirkenden Flüssigkeit herzustellen oder zu verstärken. Dabei wird aber eine Flüssigkeit verwendet, welche nach kürzerer oder längerer Zeit verdampft oder sonstwie »durch Trocknen der Spulen entfernt wird.
Nach der Erfindung wird nun zur Erzeugung oder Verstärkung der Isolierschicht auf dem Metall eine Flüssigkeit benutzt, welche ganz oder teilweise dauernd auf der Oberfläche des Metalls verbleibt und nach dem Eintrocknen einen Überzug auf dem behandelten Metall hinterläßt, der die durch die chemische Einwirkung auf den Leiter erzielte Schicht vor Beschädigung schützt. Die Schutzschicht kann ebenfalls elektrisch isolieren, so daß der Isolationswiderstand des Leiters höher wird. In diesem Fall ist also der Zweck der angewendeten Flüssigkeit ein dreifacher, da sie erstens als Flüssigkeit oder in halbfestem Zustand chemisch auf der Metalloberfläche wirkt, zweitens einen mechanischen Schutz der Oxydschicht usw. bildet und drittens nach vollständiger Trocknung elektrisch isoliert.
Als geeignete Flüssigkeiten kommen z. B. Fette, öle, Harze oder Anstrichfarben in Betracht, . die in flüssigem oder halbflüssigem Zustande saure, alkalische oder salzige Bestandteile haben, welche auf der Metalloberfläche elektrisch isolierende Verbindungen bilden. Fette, Harze oder schmelzbare Verbindungen können in geschmolzenem Zustande angewendet werden, wobei sie bis zu ihrer Erkaltung und Erstarrung oxydierend oder sonstwie chemisch wirken. Nach vollständiger Abkühlung und Erstarrung wirkt der Überzug nicht mehr chemisch ein. ' Zweckmäßig wird ein Anstrich verwendet, der bei gewöhnlichen Temperaturen vollständig fest wird; doch können auch Anstriche verwendet werden, die erst durch Erhitzen fest werden. Man kann bei Anwendung schmelzbarer Überzüge die Oxydationswirkung nach Fertigstellung des Anstrichs wiederholen, indem man das Metall erwärmt. Hierdurch wird der Überzug wieder Weich und die chemische Wirkung auf das Metall erneut, so daß auch ungenügend isolierteStellen noch nachträglich isoliert werden. Gleichzeitig erreicht man durch diese wiederholte Erwärmung eine gleichmäßige Verteilung des Überzuges auf der Metalloberfläche, was namentlich bei Drahtspulen vorteilhaft ist.
Wenn der Überzug je nach seiner Zusammen-Setzung schneller oder langsamer vollständig eingetrocknet ist, so hört die oxydierende Wirkung auf, so daß sich im Betrieb die Stärke der Isolierschicht und der Widerstand der Spule nicht mehr ändert, auch wenn sie warm 6g wird.
Ferner kommen, in Betracht Lösungen von Fetten, Salzen, Harzen, Lacke usw., deren
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Lösungsmittel von selbst oder bei Erwärmung verdampfen und die gelösten Stoffe alsdann in Form einer Schicht zurücklassen. Die Fähigkeit, auf Aluminium und dessen Legierungen chemisch einzuwirken, findet sich z. B. bei einer Reihe von im Handel käuflichen Lacken, welche oxydierend wirken, solange sie noch naß sind. Andernfalls kann die gewünschte Wirkung z. B. durch Zusätze flüchtiger oxydierender Stoffe, Alkalien, Sauerstoff oder auch Wasser erzielt werden. Die Trocknung kann in beliebiger bekannter Weise langsam oder schnell erfolgen. Auch hier kann, soweit die Rückstände der Lösungen schmelzbar sind, durch nachträgliche Erhitzung eine bessere Verteilung erzielt werden.
Die Flüssigkeit, gleichviel ob der Stoff durch Schmelzen oder Lösung flüssig gemacht ist, wird zur Wirkung gebracht, indem das Metall, welches zur besseren Benetzung vorher gereinigt oder erwärmt sein kann, mit oder ohne Benutzung von Vakuum oder Druck eingetaucht wird oder durch Bestreichen, Benetzen oder Besprengen der Metalloberfläche mit der Flüssigkeit. Sollen Drähte zu Spulen verarbeitet werden, so kann man sie durch die Flüssigkeit hindurchziehen und zu Spulen wickeln, während der Überzug noch naß und weich ist, wodurch eine Beschädigung der Isolier- oder Oxydschicht durch den beim Wickeln, auftretenden Reibungsdruck vermieden wird.

Claims (3)

Patent-An Sprüche:
1. Verfahren zur elektrischen Isolierung . von Aluminium und Aluminiumlegierungen, gekennzeichnet durch die Behandlung der Metalloberfläche mit einer Flüssigkeit, welche gleichzeitig eine elektrisch isolierende Metallverbindung auf chemischem Wege erzeugt und über derselben einen mechanisch schützenden Überzug bildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung einer chemisch einwirkenden Flüssigkeit, deren m echa- 4M nische Schutzschicht auch elektrisch isoliert. ™
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung eines schmelzbaren, chemisch einwirkenden Stoffes, welcher durch wiederholtes Erhitzen und Erweichen des Überzuges eine mehrmalige Oxydierung des Leiters ermöglicht.

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