DE2552965C2 - Rohrverzweigungssystem aus Kunststoff, insbesondere für Bewässerungszwecke - Google Patents

Rohrverzweigungssystem aus Kunststoff, insbesondere für Bewässerungszwecke

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DE2552965C2
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Hubert Dipl.-Ing. 8859 Oberhausen Droßbach
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Rohrverzweigungssystem aus Kunststoff, insbesondere für Bewässerungszwecke, bei dem an ein Zuführrohr eine Vielzahl von Abzweigrohren mit Hilfe von Abzweigstutzen anschraubbar sind.
Die Verbindung von koaxial hintereinander liegenden Rohren stellt in der Praxis im allgemeinen kein Problem dar, besonders dann, wenn die Rohre mit schraubenlinienförmig verlaufenden Profilierungen versehen sind, weil dann die Verbindung solcher Rohre mit Schraubmuffen oder dgl. erfolgen kann.
Wenn aber Rohre miteinander verzweigt werden sollen oder, was in der Praxis immer häufiger gefordert wird, eine Vielzahl von Abzweigrohren an ein Zuführrohr angeschlossen werden soll, dann treten arbeitszeittechnische und daher kalkulatorische Schwierigkeiten auf. Es ist bekannt, zur Vorbereitung eines Abzweiges das Kunststoffrohr an der gewünschten Stelle abzuschneiden, einen vorgeformten Abzweigstutzen einzuschrauben oder anzuschweißen und an dessen anderem Ende ein weiteres Stück des Zuführrohres anzuschließen. Es ist ferner bekannt, in das Kunststoffrohr ein Loch einzuschneiden und mit Hilfe geeigneter Vorrichtungen senkrecht oder schräg zur Rohrachse angeordnete Abzweigstutzen einzuschweißea Man hat auch schon versucht, einen mit einer Rohrschelle verbundenen Abzweigstutzen im Bereiche des in die Rohrwandung eingeschnittenen Loches mit Hilfe von geeigneten Dichtungen zu befestigen.
Diesen bekannten Maßnahmen haftet der Mangel an, daß sie sowohl hinsichtlich der Teilekosten als auch der erforderlichen Arbeitszeit sehr aufwendig und umständlich sind. Dieser Nechteil macht sich besonders dann bemerkbar, wenn die Forderung gestellt wird, an ein Zuführrohr eine Vielzahl von Abzweigrohren anzuschließen.
Dieses Problem ist beispielsweise im Bereiche der Bewässerung größerer landwirtschaftlicher oder gärtnerischer Flächen gegeben, wo zusätzlich die Bedingung gestellt wird, bei minimalem Wasserverbrauch einen maximalen Bewässerungseffekt zu erzielen. Zu diesem Zweck werden entlang den Pflanzenreihen sog. Tropf bewässerungs-Leitungen verlegt, aus denen das Wasser nur im Bereiche der einzelnen Pflanzstelle austreten kann. Diese Tropfbewässerungsleitungen müssen an eine Zuführleitung angeschlossen werden. Es liegt auf s der Hand, daß bei der Vielzahl von Pflanzenreihen eine dementsprechend große Anzahl von Abzweigungen in dem Rohrverzweigungssystem vorgesehen sein muß.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Rohrverzweigungssystem aus Kunststoff zu schaffen, ίο das die bekannte Montagearbeit zur Herstellung von Abzweigungen erspart
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß das im Extnidierverfahren aus einem endlosen Kunststoffschlauch hergestellte Zuführrohr eine Vielzahl von bei der Rohrbildung angeformten, radial abstehenden und stirnseitig verschlossenen Abzweigstutzen aufweist, von denen die nicht benötigten stirnseitig verschlossen bleiben. Im Rahmen von Ausgestaltungen der Erfindung erweist es sich als zweckmä- Big, wenn die Wandung der Abzweigstutzen nach Art eines Gewindes, Bajonettverschlusses oder dgl. profiliert ist und wenn das Zuführrohr zwischen den Abzweigstutzen sickenartige Rohrprofilierungen aufweist
Der Vorteil der Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß das Zuführrohr mit den Abzweigstutzen bereits im Herstellungsvorgang des Rohres praktisch fertig erzeugt wird. Will man eine Abzweigleitung an einen Abzweigstutzen anschließen, braucht man lediglich die geschlossene Stirnseite des Abzweigstutzens mit einem geeigneten Werkzeug, z. B. Messer, abzuschneiden und das Abzweigrohr in üblicher Weise am Abzweigstutzen anzuschließen. Die nicht benötigten Abzweigstutzen stellen dann lediglich Rohrausbuchtungen dar, die aber stirnseitig verschlossen sind und daher nicht zu Abdichtproblemen Anlaß gebea
Durch das DE-GM 74 70 188 ist zwar eine verzweigte Verrohrung für die Kühlwasserversorgung einer Isotopentrennanlage bekannt geworden, die aus einer Viel- zahl von Kunststoff-Blasformteilen besteht, welche aber mit einem Sammelrohr stumpf verschweißt und deren Abzweigleitungen mittels Schellen oder Klebstellen mit den Zentrifugen verbunden werden müssen. Abgesehen davon, daß hierzu komplizierte Blasformen erforderlich sind, die hinsichtlich der Baugröße nur relativ kleine Rohrverzweigungsabschnitte einstückig herzustellen in der Lage sind, lassen sich der vorbekannten Lehre keine Anregungen entnehmen, wie man sehr preisgünstige und hinsichtlich der Montage wenig aufwendige Rohr- Verzweigungssysteme entwickeln kann, die beispiels weise für großflächige landwirtschaftliche Bewässerungsanlagen eingesetzt werden können, deren Bewässerungsstellen von Fall zu Fall gänzlich unterschiedlich sind.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Zuführrohre geschieht mit Hilfe bekannter Anlagen, bestehend aus einem im Anschluß an eine den Kunststoffschlauch ausstoßende Extruderdüse angeordneten Formwerkzeug, das aus zwei endlos umlaufenden, den Schlauch entlang einer Strecke stufenlos umgreifenden Reihen von Formbackenhälften gebildet wird, gegen deren Innenwandung der im plastischen Zustand befindliche Schlauch mittels Innendruckes oder Vakuum formbildend angedrückt wird.
Derartige Anlagen werden im wesentlichen zur Herstellung profilierter Rohre aus Kunststoff verwendet, wobei die Profilierungen, wenn sie achsparallel verlaufen, zur Versteifung der Rohre oder wenn sie schrau-
benlinienförmig bzw. senkrecht zur Achse verlaufen, zur Erzeugung einer Flexibilität des Rohres benötigt werdea Die dem aus der Extruderdüse herausgedrückten Schlauch zugekehrten Flächen der Formbackenhälften weisen dann entsprechende Rillen oder Riefen zur Erzeugung dieser Profilierungen des Rohres auf.
Einige der Formbackenhälften weiset; von der Innenfläche ausgehende, die Abzweigstutzen formbildende Aussparungen nach Art von Sacklöchern auf. Auf diese Weise kann ein endloses Zuführrohr mit beim Herstellungsvorgang einstückig angeformten Abzweigstutzen hergestellt wurden, wobei der Abstand dieser Abzweigstutzen durch die Länge und Teilung der Formbackenhälften im umlaufenden Formwerkzeug bestimmt wird. Man kann auf diese Weise die Abzweigstutzen in zueinander gleichen Abständen anordnen, hat es aber auch in der Hand, die Abstände im Einzelfall zu variieren. Jedenfalls entsprechen die Abstände minimal der Länge einer Formbackenhälfte oder einem ganzen Vielfachen davon. Auf ebendieselbe Weise kann man die Wandung des Rohres zwischen den Abzweigstutzen profilieren, beispielsweise mit längs- oder querlaufenden bzw. gewindeartigen Profilierungen versehen. Wenn jede Formbacke, die den Abzweigstutzen bildende Aussparung aufweist, dann kann man darüberhinaus in endloser Weise Abzweigstutzen oder sonstige Kunststoffarmaturen herstellen, die dann durch Abschneiden vom Rohr betriebsfertig in die einzelnen Nutzen geteilt werden können.
Wenn jeweils zwei gegenüberliegende Formbackenhälften entlang ihrer Trennungsebene je eine die Hälfte des Abzweigstutzens entlang seiner Achse bildende Aussparungen aufweisen, können die Aussparungswandungen mit Profilierungen zur Bildung von Gewinden, Bajonettverschlüssen oder dgl. versehen werden, wobei das Entformen der Formbackenhälften vom profilierten Rohr erleichtert wird.
Die Erfindung ist in der Zeichnung schematisch und beispielsweise dargestellt Es zeigen
F i g. 1 einen Teillängsschnitt durch ein Kunststoffzuführrohr mit einstückig angeformten Abzweigstutzen,
F i g. 2 eine Draufsicht auf eine Vorrichtung zur Herstellung solcher Rohre,
Fig.3 und 4 Seitenansicht und lüngsschnitt einer Formbackenhälfte zur Bildung eines Abzweigstutzens mit Gewinde und
Fig.5 und 6 Seitenansicht und Längsschnitt durch eine Formbackenhälfte zur Bildung von Abzweigstutzen mit Bajonettverschluß.
Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist ein Zuführrohr aus Kunststoff dargestellt, das eine Reihe von Abzweigstutzen 3 aufweist, deren Wandung einstückig in die Wandung des Zuführrohres 1 übergeht Die Abzweigstutzen 3 sind an ihrer freien Stirnseite 4 geschlossen ausgebildet Ihre Wandung kann mit geeigneten Verbindungsmitteln, z. B. Gewinde 5 oder Bajonettverschluß 6, profiliert sein. Zwischen den Abzweigstutzen 3 sind beim Ausführungsbeispiel sickenartige Rohrprofilierungen 2 vorgesehen, die beispielsweise zur Versteifung der Rohre dienen können. Es ist aber auch möglich, die Zuführrohre 1 mit Längs- oder Querwellen bzw. mit gewindeartigen Wellen zu versehen, wie dies beispielsweise zur Herstellung von Isolierrohren, Drainagerohren oder dgl. bekannt und üblich ist
Solche Rohre gemäß Fi g. 1, deren Abzweigstutzen 3 auch in beliebig anderer Weise gestaltet werden können, lassen sich mit einer Maschine gemäß F i g. 2 herstellea Diese Maschine umfaßt einen Extruder 7, durch dessen Extruderdüse 8 thermoplastisches Material im aufgeschmolzenen Zustand zu einem plastischen Schlauch ausgedrückt wird. Dieser Schlauch wird unmittelbar nach seinem Austritt aus der Extruderdüse 8 von einem umlaufenden Formwerkzeug 9, das aus endlos aneinander gereihten Formbackenhälften 10 besteht, erfaßt und entweder durch Innendruck oder Vakuum in diese Formbacken 10 gedrückt Diese Formbacken können glatt oder in beliebiger Form profiliert sein.
In einer beliebigen Anzahl dieser Formbackenhälften
10 (vgl. F i g. 3 bis 6) können nun von der Innenwandung
11 ausgehende Aussparungen 12 in Form von Sacklöchern vorgesehen werden, in die der zugeordnete Teilbereich der Rohrwandung unter dem Innendruck oder Vakkum hineingedrückt wird, was zur Bildung der Abzweigstutzen 3 führt Diese Aussparungen 12 können beispielsweise in Einsätzen 14 vorgesehen werden, die mit den Formbackenhälften 10, gegebenenfalls austauschbar, verbunden sind.
Im Fall Fig.3 und 4 ist die Aussparung 12 in <hrer Wandung mit einer Gewindeprofilierung 15 versehen. In F i g. 5 und 6 ist eine Bajonettverschluß-Profilierung 16 angedeutet Die Trennebene 17 der Formbackenhälften 10 verläuft bei diesen Ausführungsbeispielen durch die Längsachse der Aussparungen 12. Jeweils zwei gegenüberliegende Formbackenhälften 10 bilden also mit ihren Einsätzen 14 die den Abzweigstutzen 3 erzeugende Aussparung 12, wobei die Formbackenhälfte 10 leicht vom Rohr mit den gebildeten Aussparungen 3 entformbar ist
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Rohrverzweigungssystem aus Kunststoff, insbesondere für Bewässerungszwecke, bei dem an ein Zuführrohr eine Vielzahl von Abzweigrohren mit Hilfe von Abzweigstutzen anschraubbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß das im Extrudierverfahren aus einem endlosen Kunststoffschlauch hergestellte Zuführrohr (1) eine Vielzahl von bei der Rohrbildung angeformten, radial abstehenden und stirnseitig verschlossenen Abzweigstutzen (3) aufweist, von denen die nicht benötigten stirnseitig verschlossen bleibea
2. Rohrverzweigungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung der Abzweigstutzen (3) nach Art eines Gewindes (5), Bajonettverschlusses (6) oder dgl. profiliert ist
3. Rohrverzeigungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zuführrohr (1) zwischen den Abzweigstutzen (3) sickenartige Rohrprofilierungen (2) aufweist
DE2552965A 1975-11-26 1975-11-26 Rohrverzweigungssystem aus Kunststoff, insbesondere für Bewässerungszwecke Expired DE2552965C2 (de)

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