DE2627111C2 - Verfahren zur chemischen oder enzymatischen Isomerisierung einer Aldose oder eines Aldosederivates zur entsprechenden Ketose oder zum entsprechenden Ketosederivat - Google Patents
Verfahren zur chemischen oder enzymatischen Isomerisierung einer Aldose oder eines Aldosederivates zur entsprechenden Ketose oder zum entsprechenden KetosederivatInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß Oberbegriff von Patentanspruch 1. Insbesondere betrifft sie die
Isomerisierung von Glucose zu Fructose. Mannose zu Fructose. Glucose-6-phosphat zu Fructose-6-phosphat.
Maltose zu Maltulose, Galactose zu Tagatose und Lactose zu Lactulose bzw. analoge Reaktionen, wie die
Isomerisierung von Xylose zu Xylulose. ...
Wenn die Isomerisierung von Glucose zu Fructose in Gegenwart eines Enzyms durchgeführt wird, wie
Glucoseisomerase, stellt sich das Gleichgewicht häufig ein, wenn 50 bis 55% der Glucose in dem Reaktionsmedium zu Fructose umgesetzt sind.
Es war bisher nicht möglich, durch eine nicht-enzymische Reaktion Glucose in Fructose ohne are Erzeugung
von Nebenprodukten umzusetzen. Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen, beispielsweise US-PS 24 87 121,
34 32 345,35 58 355 und 35 14 327 sowie DE-PS 11 63 307, die sich auf eine nichtenzymische Isomerisierung von
Glucose zu Fructose beziehen und die alle Verfahren beschreiben, in denen die Bildung von Fructose begleitet
ist durch eine alkalische Zersetzung und die Bildung von anderen Produkten, welche aus der rein chemischen und
nicht-enzymischen Reaktion entstehen. Demzufolge basieren bisher alle großtechnischen Verfahren zur Herstellung von Fructose auf Enzym-katalysierten Reaktionen.
wird, mit dem Anstieg des Fructoseanteils in dem enzymischen Reaktionsmedium ab. Daher wird bei einem
technischen Verfahren zur Isomerisierung von Glucose zu Fructose die Fructoseausbeute optimiert, indem ein
anteil in dem Reaktionsmedium erhöht werden kann, abgewogen wird. Ein technisch durchgeführtes Verfahren
kann zur Herstellung eines Sirups, in dem typischerweise 40% Glucose zu Fructose isomerisiert werden,
optimiert werden. Bei dem meisten chemischen, nicht-enzymischen lsomerisierungen von Glucose zu Fructose
nimmt die Menge der vorhandenen Fructose nach Erreichen eines Maximums ab.
Demgemäß ist es vorteilhaft, den Anteil an Glucose, welcher während der Reaktion wirtschaftlich zu Fructose
isomerisiert werden kann, zu erhöhen.
Dies kann durch effektive Entfernung von Fructose aus dem Reaklionsmedium erreicht werden, indem man in
das Medium ein Reagenz einverleibt, welches mit der Fructose einen stärkeren Komplex bildet als mit Glucose,
wobei das komplexbildende Mittel zusätzliche Eigenschaften haben kann, durch welche die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht oder erniedrigt wird. Reagenzien, welche zu diesem Zweck vorgeschlagen wurden, sind Boratverbindungen, vgl. Y. Takasaki. Agr. Biol. Chem. 35 (1971) 1371 -5 und US- PS 36 89 362 (Enzymische Reaktion) sowie
J. F. Medicino, J. Amer.Chem.Soc. 82(i960)4975 (chemische Reaktion).
Ferner wurden Arenboronate in der GB-PS 13 69 185 sowohl für chemische als auch für enzymische Reaktionen vorgeschlagen.
Nachteile dieser bekannten Verfahren sind im Falle der Verwendung von Boratverbindungen, daß diese
toxisch sind und eine Gefahr für die Gesundheit in einem Produkt darstellen, das zur Verwendung als Süßungsmittel in Lebensmitteln für Konsum durch Menschen vorgesehen ist.
so keine Komplexe mit einem Verhältnis von 2 :1 von Zucker: Boronat bilden und hohe Konzentrationen an
41-53). Daher können diese komplexbildenden Reagenzien praktisch nicht für technisch durchzuführende
lsomerisierungen angewendet werden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, das im Oberbegriff von Patentanspruch 1 beschriebene Verfahren,
in der Weise zu verbessern, daß der Anteil der Ketose oder des Ketosederivates, die bzw. das bei der Isomerisierung erzeugt wird, gesteigert wird.
Diese Aufgabe wird mit den im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegebenen komplcxbildenden Reagenzien gelöst. . .
Sehr zweckmäßig ist das Aldosederivat ein Aldosephosphat oder Glykosyldenvat einer Aldose.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere vorteilhaft auf die Isomerisierung von Glucose oder
Mannose und zu Fructose angewendet werden. Während der Isomerisierung kann ein Enzymkatalysator vorhanden sein, wenn dadurch die Anwendung milderer Reaktionsbedingungen ermöglicht wird oder andere
Vortc '·■ erzielt werden, wie selektive Wirkung des angewendeten Enzyms auf nur ein Isomeres (D oder L) der
Aldose oder des Aldosederivates. Wenn eine enzym-katalysierte Isomerisierung durchgeführt wird, kann das
Enzym in Lösung oder in irgendeiner immobilisierten Form auf einer festen Matrix vorliegen, welche eine
lebende Zelle, eine inaktivierte Zelle oder irgendein anderer geeigneter Träger sein kann. Das Enzym kann
ebenfalls in löslicher Form vorliegen. In Tabelle A ist eine Anzahl von Isomerisierungsreaktionen aufgeführt, die
durch Enzyme vom Isomerasetyp katalysiert werden und auf die das erfindungsgemäße Verfahren anwendbar
ist. Die Isomerisierung^), auf die das erfindungsgemäße Verfahren angewandt wird, kann (können mehr als)
eine Reaktion aus einer Reihe von aufeinanderfolgenden Reaktionen sein.
Enzym
Literatur
1 D-Galactose D-Tagatose
2 L-Arabinose L-Ribulose
3 L-Fucose L-Fuculose
4 L-Rhamnose L-Rhamulose
5 L-Mannose
6 D-Mannose
L-Fructose D-Fructose
7 D-Glucose D-Fructose
8 D-Glycero-D-annoheptose D-Sedoheptulose
9 D-Lycose D-Xylulose
10 D-Xylose D-Xylulose
11 L-Xylose L-Xylulose
12 D-Arabinose D-Ribulose
13 D-Ribose-5-phosphat D-Ribulose-5-phosphat
14 D-Arabinose-5-phosphat D-Ribulose-5-phosphat
15 D-G lyceraldehyd-3-phosphat
Dihydroxyaceton-3-phosphat
16 D-Galactose-6-phosphat D-Tagotose-6-phosphat
17 D-Glucose-6-phosphat D-Fructose-6-phosphat
18 D-Mannose-6-phosphat D-Fructose-6-phosphat
19 D-Glucosamin-6-phosphat D-Fructose-6-phosphat
L-Arabinose- Isomer
(D-Galactose-Isomerase)
wie in
L-Fucose-lsomerase
(D-Arabinose-Isomerase)
L-Rhamnosc-Isomerase
L-Mannose-Isomerase
D-Lyxose-Isomerase
(C-Mannose-lsomerase)
D-Glucose-Isomerase
(L-Xylose-Isomerase)
wie in
wie in wie in
L-Xylose-Isonmerase wie in
D-Arabinose 5-somerase
J. BioLChem, 246(1971)5102-6
wie in 1
J. Biol. Chem, 230(1958)457
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wie in 6
wie in 7
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5410-19
In der vorliegenden Beschreibung wird unter dem Ausdruck Ketose eine Ketulose verstanden (siehe die
Diskussion der Nomenklatur von Ketosen in »The Editorial Report on Nomenclature«, Journal of the Chemical
Society, (1952) 5110.
Das komplexbildende Reagenz kann in das Isomerisierungsverfahren in irgendeiner geeigneter Weise eingeführt
werden, z. B. als Komplex mit einer Aldose oder als Derivat eines solchen Komplexes oder als Salz oder in
Form einer Verbindung, die Germanat oder Polygermanat-Ionen unter den Bedingungen der Isomerisierung
bildet. Die erfindungsgemäßen komplexbildenden Reagenzien Germanat- oder Polygermanat-Ionen können als
Natriumgermanat oder Germaniumdioxid eingeführt werden und in Lösung als immobilisierte Chelate oder als
Gegenronen von lonenaustauscherharzen verwendet werden. Komplexionen wie [GeOj(SO^]4" oder
[HGeOz(PO4)]2- oder lactathaltige Germanationen können in einigen Fällen ebenfalls als komplexbildende
Reagenzien eingesetzt werden.
Die Isomerisierung von Glucose zu Fructose kann durch eine rein chemische Reaktion unter Verwendung von
Germanat- oder Polygermanat-Ionen durchgeführt werden, um die Pseudo-Gleichgewichte, die von S. A. Barker,
B. W. Hatt und P.). Somers (Carb. Res., 26 (1973) 41 -53) beschrieben sind, zu verschieben. Vorzugsweise
wird die Isomerisierung jedoch als Enzym-katalysierte Reaktion in Anwesenheit von Glucose-Isomerase durchgeführt.
Zu geeigneten Isomerasen gehören solche, die von Bakterien der Genes Aerobactor, Pseudomonas, Lactobacillus
(K. Yamanaka, Agr. Biol. Chem. 27,1963.265—270) Streptomyces, Curtocacterium (beschrieben in GB-PS
14 51 273) oder insbesondere Arthrobacter (beschrieben in GB-PS 13 28 970) abgeleitet sind. Glucose-Isomerasen
aus thermofilen Mikroorganismen der Genes Thermoactinomyces, Thermopolyspora, Thermomonospora
und Pseudonocardia wie in der japanischen Patentveröffentlichung 74/30 588 beschrieben, sind ebenfalls geeignet.
Einige der vorstehenden Glucose-Isomerasen benötigen für optimale Aktivität Kobaltionen.
Die Isomerisierung von Glucose zu Fructost kann kontinuierlich durchgeführt werden, indem man eine
Glucose enthaltende Lösung durch eine Säule leitet, welche das immobilisierte Enzym oder einen anderen
Katalysator enthält. Vorzugsweise ist das Enzym dadurch immobilisiert, daß es in ausgeflockten ganzen Mikroben-Zellen
in der Art enthalten ist, wie in der GB-PS 13 68 650 beschrieben. Das komplexbildende Reagenz, z. B.
Germanat-Ionen, kann in der Lösung, v/elche durch die Kolonne geleitet wird, enthalten sein oder zusammen mit
dem immobilisierten Enzym oder dem anderen Katalysator in der Kolonne vorliegen. Im letzteren Fall ist die
Kolonne mit dem immobilisiertem Enzym oder einem anderen Katalysator gepackt, mit dem das Reagenz
vermischt und homogen innerhalb der Kolonne dispergiert ist Alternativ kann die Kolonne abwechselnde
Schichten von dem immobilisiertem Enzym oder dem anderen Katalysator und dem Reagenz, welche durch
Maschen oder Gitter getrennt sind, enthalten. Wenn das Reagenz in der Kolonne vorhanden ist, liegt es in
s unlöslicher Form vor, beispielsweise in Gelform, als Zeolit oder als anorganisches oder organisches polymeres
Derivat
Nach der Isomerisierungsreaktion wird die Fructose aus dem Reaktionsgemisch, weiches das komplexbildende Reagenz enthält, abgetrennt und aus dem Verfahren entweder allein oder im Gemisch mit Glucose entfernt
werden. Das Produkt des Verfahrens ist Fructose, ein Glucose/Fructose-Sirup oder ein Gemisch davon. Das
komplexbildende Reagenz kann allein oder zusammen mit Glucose oder als Bestandteil eines Komplexes mit
GiucosemolekOlen rezyklisiert werden. Zwei Methoden sind zur Abtrennung und Rezyklisierung des komplex -bildenden Reagenzes besonders geeignet:
a) Bei der einen Methode wird das Produkt der Isomerisierung von Glucose zu Fructose zur Abtrennung des
komplexbildänden Reagenzes durch eine Säule geleitet, die ein Kationenaustauscherharz mit kationischen
Gegenionen eines Metalls der Gruppe Il des Periodensytems (vorzugsweise Calciumionen) und Wasserstoffionen enthält Auf diese Weise wird das Produkt der Isomerisierung in Fructose, die als Endprodukt aus
dem Verfahren entfernt wird, eine Mischung aus Glucose und komplexbildendem Reagenz, die rezyklisiert
wird, aufgeteilt
b) Bei der anderen Methode wird das Produkt der Isomerisierung von Glucose zu Fructose zur Abtrennung
des komplexbildenden Reagenze» zunächst durch eine Säule geleitet, die ein Kationenaustauscherharz mit
kationischen Gegenionen eines Metalls der Gruppe I oder II des Periodensystems (vorzugsweise Natriumionen) enthält Auf diese Weise wird das Produkt der Isomerisierung in zwei Anteile nämlich (i) einen Sirup,
der Glucose und Fructose enthält, und (ii) Fructose und komplexbildendes Reagenz aufgeteilt Anteil (i) wird
entfernt während Anteil (ii) durch eine Säule, wie sie vorstehend unter (a) beschrieben wurde, geieiici wird,
um Fructose von dem komplexbildenden Reagenz, das rezyklisiert wird, abzutrennen.
Bei beiden Methoden a) und b) ist das Kationenaustauscherharz vorzugsweise ein im Kern sulfoniertes
Polystyrol-Kationenaustauscherharz, das ein Vernetzungsmittel enthält.
Die Isomerisierung von Glucose zu Fructose wird vorzugsweise enzymatisch und kontinuierlich unter Ver
wendung einer Kolonne von ausgeflockten ganzen Zellen, welche das Enzym enthalten, wie vorstehend be
schrieben, durchgeführt Wenn das Reagenz in dem Reaktionsmedium, welches in die Kolonne eintritt, vorliegt,
ist es vorzugsweise in Konzentrationen zwischen 200 mM und 800 mM, insbesondere zwischen 500 mM und
600 mM vorhanden. Das Reaktionsmedium, welches in die Kolonne eintritt, enthält vorzugsweise 30 bis 50
Gew.-% Glucose in wäßriger Lösung, und die Reaktion wird auf solche Weise durchgeführt, daß die Konzentra-
tion an Fructose in dem die Kolonne verlassendem Medium zwischen 40% und 85%, insbesondere zwischen
75% und 80% liegt Der pH des Reaktionsmediums liegt vorzugsweise im Bereich von 6 bis 10, wobei optimale
Aktivität im Bereich von pH 8, insbesondere bei pH 7,8 auftritt, jedoch etwas variiert mit der jeweiligen
Enzym-Species, wobei sich die genannten Werte auf ein Enzym beziehen, welches von Arthrobacter-Organismen abgeleitet ist Die Arbeitstemperatur liegt vorzugsweise innerhalb des Bereiches von 50° bis 1000C,
insbesondere innerhalb des Bereiches von 45° bis 800C. Der pH des Eluats ist im allgemeinen niedriger als der
des Zustromes wegen des mit dem Oxyanion komplexbildenden Fructoseproduktes.
Außer Glucose und verschiedenen Arten von Germanationen enthält das Reaktionsmedium die folgenden
Bestandteile, welche in folgenden Anteilen vorhanden sind:
Magnesiumchlorid in Konzentrationen von etwa 4 mM und NaOH zur Einstellung des pH-Wertes.
Für andere Enzymreaktionen (z. B. Phosphorglucoisomerase, welche Glucose-6-phosphat zu Fructose-6-phosphat umsetzt und wobei erhöhte Ausbeuten des Produktes bei 250C in Anwesenheit von Arten des
Germanats gefunden wurden) sind die Reaktionsbedingungen sehr unterschiedlich und müssen für jedes Enzym
optimiert werden. Glucose-Isomerase kann ebenfalls verwendet werden, um D-Xylose zu D-Xylulose umzusetzen, wobei Glucose-Isomerase ein geeignetes Ausgangsprodukt für diese Technologie ist und Germanat das
so Gleichgewicht zugunsten einer erhöhten Xylulose-Ausbeute verschiebt.
Die Verwendung von Germanat- oder Polygermanat-Ionen als komplexbildendes Reagenz besitzt Vorteile
gegenüber der bekannten Verwendung von Boratverbindungen, da Germanat oder Polygermanat-Ionen starke
Komplexe mit Fructose bilden und stereochemisch bei der Zuckerkomplexbildung selektiver sind als Borat. Die
mit der Verwendung von Boratverbindungen verbundenen Toxizitätsprobleme werden vermieden. Im Unter-
schied zu Arenborsäuren kann Germanat ein 1:2 Germanat-Fructose-Chelat bilden und macht somit die
Verwendung eines komplexbildenden Mittels wirtschaftlicher.
Der normale optimale pH des Enzyms allein ist nicht der optimale pH für das kombinierte Verfahren mit
Enzym und komplexbildendem Reagenz. Es ist unerwarteterweise festgestellt werden, daß im Fall der aus
Stämmen der Gattung Arthrobacter erhaltenen Glucose-Isomerase die Verwendung von Germanationen in
dem Verfahren eine Verminderung des optimalen pH-Wertes für dieses Enzym von 8,5 auf 7 bewirkt, was für die
Verminderung der Kosten des Verfahrens vorteilhaft ist. Dieselbe Wirkung kann bei anderen wichtigen Enzymen eintreten.
Die Zugabe von Germanat erhöht die Anfangsreaktionsgeschwindigkeit der Isomerisierung von Glucose zu
Fructose merklich, so daß eine wirtschaftliche Umsetzung bei kürzerer Verweilzeit erhältlich ist. Weiter ist es
vorteilhaft, daß Germanat im Verlauf der untersuchten Zeit keine destabilisierende Wirkung auf die Arthrobacter-Glucose-Isomerase zeigt, wenn berücksichtigt wird, daß der optimale pH für die Wirkung dieses Enzyms in
Gegenwart von Germanationen im Vergleich zu dem optimalen pH in Abwesenheit von Germanationen
niedriger ist.
F i g. 2 zeigt die prozentuale Veränderung der optischen Drehung als Ergebnis einer Komplexbildung, aufgetragen
gegen pH für Germanat-Komplexe mit Glucose, Fructose und Mannose. Es ist zu ersehen, daß der
Fructose-Komplex einen niedrigeren pH-Wert bildet, als die Komplexe von Glucose und Mannose.
Die Erfindung wird nachstehend durch folgende Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
Enzymatische Isomerisierung von Glucose zu Fructose
Enzymatische Isomerisierung von Glucose zu Fructose
Eine Reihe von wäßrigen Glucoselösungen mit verschiedenen Glucosekonzentrationen wurden zusammen
mit Magnesiumionen und Germanationen durch eine Säule mit 32 cm in der Länge und 0,4 cm Innendurchmesser
geschickt, die mit geflockten ganzen Zellen mit einem Gehalt an Glucoseisomerase gepackt war. Entsprechende
Lösungen ohne Germanatgehalt wurden ebenso durch die Säule für Vergleichszwecke geschickt. Die
prozentuale Isomerisierung von Glucose zu Fructose in dem Eluat aus der Säule wurde in dem Autoanalyser
unter Verwendung der Resorcinmethode gemessen. Die Reaktionen wurden bei einem Anfangs-pH von 8,5 und
bei einer Temperatur von 600C durchgeführt, wobei eine Konzentration von 0,004 Mol Magnesiumchlorid in
den wäßrigen Glucoselösungen vorhanden war.
Um zu verhindern, daß die Germanationen eine Abscheidung von Magnesium aus den Lösungen verursachen,
wurden für die Herstellung von Glucoselösungen bis zu 10OmM Germanationen-haltige Lösungen immer zu
den Glucoselösungen hinzugeben, die in die Säule vor dem Magnesiumchlorid eintreten, da Magnesium durch
den Glucose-Germanatkomplex, der sich in den Lösungen bildet, nicht abgeschieden wird. Die Germanationenhaltigen
Lösungen wurden hergestellt, indem man Germaniumdioxid in Wasser suspendiert, eine konzentrierte
alkalische Lösung hinzusetzt, bis pH 10,5 erreicht wird und danach eine Glucoselösung und anschließend
Magnesiumchlorid hinzugibt. Bei der Endeinrichtung auf pH 8,5 wurden die Lösungen klar.
Für Substrallösungen mit einem Gehalt von 200 niM Germanat oder mehr wurde das Germaniumdioxid zu
einer 1 M Glucoselösung hinzugesetzt, so daß bei intermittierender Alkalizugabe bis zu einem pH 8,5 das
Germanat langsam in Lösung ging. Eine leicht trübe Lösung wurde nach Zugabe von Magnesiumchlorid
erhalten, jedoch war das Eluat aus der Säule vollständig klar.
Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 aufgeführt.
| Tabelle 1 | Germanationen- | Isomerisierung % von | pH des Eluats | Durchflußrate |
| Glucosc- | konzentration | Giucosä zu | (ml/min) | |
| konzentration | (mM) | Fructose | ||
| (mM) | 0 | 59 | n. z. | 0.12 |
| 0,528 | 25 | 75 | n. z. | 0,12 |
| 0,528 | 0 | 57 | 8.3 | 0,10 |
| 4,65 | 25 | 82 | 8,1 | 0,10 |
| 4,58 | 0 | 47.5 | 7,0 | 0,11 |
| 122 | 25 | 80,5 | 6.8 | 0,11 |
| 118 | 0 | 44,5 | 6,8 | 0,11 |
| 337 | 25 | 63 | 6,7 | 0,11 |
| 270 | 0 | 46+) | 6,5 | 0.11 |
| 259 | 25 | 53 | 6.3 | 0,11 |
| 265 | 50 | 52 | 6,0 | 0,11 |
| 300 | 100 | 59,5 | 6,4 | 0,11 |
| 284 | 200 | 72,5*) | 7,2 | 0,11 |
| 275 | ||||
*) 55,5% beim Gleichgewicht.
*) 82% beim Gleichgewicht (End-pH-Wert b,5).
Wie aus Tabelle 1 in jedem Fall entnommen werden kann, wo Vergleichslösungen, die keine Germanationen
enthielten, getestet wurden, wurde die Fructosekonzentration in Gegenwart von Germanationen erhöht
Enzymatische Isomerisierung von Glucose zu Fructose
Die Verfahrensweise von Beispiel 1 wurde unter Verwendung einer Säule mit ähnlichen Ausdehnungen (d. h.
30 cm in der Länge und 0,4 cm Innendurchmesser) wiederholt, um den Einfluß von höheren Glucosekonzentrationen
zu studieren. In diesem Fall wurde die Durchflußgeschwindigkeit auf 0,03 ml/Min, reduziert um eine
maximale Verweilzeit von 125 Min. zu ergeben, so daß Gleichgewicht über mehrere Stunden erreicht wird. Der
unter diesen Bedingungen erhaltene Gleichgewichtswert wurde aufgezeichnet. Die Glucosekonzentration wur-
de jeweils geprüft, nachdem die Mischung entsprechend der Verdünnung mit Alkali-/Magnesiumsalzen korrigiert worden war.
Anfangsglucosekonzentration
(% GewyVol)
German?,tionenkondensalion %rructcse
(mM) (Gew./Vol)
10 47,4 45,6 43.7 43,5 50,0
ts
20
25
30
40
50
0 364
524
696
800
| 25,6 | 54,0 |
| 32,0 | 70,0 |
| 35,0 | 80,0 |
| 36,5 | 84,0 |
| 39,7 | 79,4 |
Wie aus den Ergebnissen ersichtlich wird, erhöhte die Gegenwart von Germanationen die prozentuale
Isomerisierung zu Fructose stark.
Die Fructose wurde durch die Chaplin-Kennedy-Methode analysiert (Carbohydrate Res., 40, 227—33 (1975)).
Dieses Verfahren ergibt leicht höhere Werte als die Resorcin-Methode, welche bei allen späteren Beispielen für
Fructose verwendet wurde.
In einem weiteren Versuch, der durch die Resorcin-Methode geprüft wurde (Carbohydrate Res., 26,41 (1975))
wurden unter Verwendung einer Säule mit den gleichen Ausdehnungen bei 600C und pH 8,5 die folgenden
Ergebnisse unter Verwendung von verschiedenen Durchflußraten auf der Säule erhalten.
| Durchflußrate | Säule | Zustrom |
| (ml/min) | 5U%GewyVol | (mit zugefügtem 4 mM MgCb) |
| nur Glucose | 47,8% GewVVol | |
| Glucose+ 80OmM | ||
| Germanat | ||
| 0,015 | 53 | 74 |
| 0.030 | 423 | 69 |
| 0,050 | 36 | 50 |
| % Umsetzung zu Fructose |
Das Produkt mit der anfänglichen Glucosekonzentration von 43,5% in vorstehender Tabelle 2 wurde auf
einem Anionenaustauscherharz in der Boratform unter Verwendung einer stufenweise Elution mit Boratpuffern
fraktioniert (0,13 molares Borat pH 7 bis 035 molares Borat pH 9,8), um eine Trennung zwischen der Glucose
und der Fructose in dem Produkt zu bewirken. Das Verhältnis von Fructose zu Glucose betrug 331 :1 ohne
vorherige Germanatentfernung. Fructose und Glucose wurden unter Verwendung der Cystein-Schwefelsäure-Methode analysiert
Beispiel 3 Chemische Isomerisierung von Glucose zu Fructose
Die rein chemische Isomerisierung von Glucose zu Fructose in Gegenwart von Germanationen wurde
durchgeführt indem man eine Lösung mit einem Gehalt von 50% Gew/Vol Glucose, 4 mM Magnesiumsalz und
600 mM Germanationen auf 600C bei pH 8,5 erhitzt. Die gefundenen Fructosekonzentrationen nach verschiedenen Zeiten waren wie folgt:
55
eo
es
Zeit (Min.)
% Fructose
90 135 180
33 4,6 5,7
Der Versuch wurde bei 900C mit einer Glucosekonzentration von 48,4—50% (Gew/Vol) und einer Germanatkonzentration von 600 mM—582 mM wiederholt Die prozentuale Isomerisierung zu Fructose, die nach verschiedenen Zeiten erhalten wurden, ist in Tabelle 3 aufgeführt Fructose wurde durch die Resorcin-Methode
analysiert Stickstoff war in dem erhitzten Sirup während des Versuchsverlaufs vorhanden. In allen Fällen fiel der
anfängliche pH, welcher bei 31 "C gemessen worden war. und wurde auf den ursprünglichen pH bei der
angeführten Zeit wieder eingestellt
| Tabelle 3 | % Umsetzung | 26 27 | 111 | 50% (Gew/Vol) Glucose | % Umsetzung |
| zu Fructose | iu% (Gew/Vol) Glucose | Anfangs-pH 8,0 | zu Fructcs^ | ||
| 48% (Gew/Vol) Glucose | 2,0 | Anfangs-pH 7,5 | 9,1 | ||
| Anfangs-pH 7,0 | 3.8 | kein zugesetztes MgOj | kein zugesetztes MgCN | 12,5 | |
| kein xugcsclztcs MgCb | 4.7 | 600 mM Germanat | 600 mM Germanat | 14,4 | |
| 582 mM Germanat | 6,8 | Zeit(h) | u/o Umsetzung | Zcii(h) | 15,2 |
| Zcit(h) | 7,4 | zu Fructose | 15,45 | ||
| 7,8 | 0,5 | 4,3 | 0,5 | 15,4 | |
| 0,5 | 1,0 | 8,2 | 1,0 | ||
| 1,0 | 8,3 | 1.5 | 9,7 | 1,5 | 183 |
| 1,5 | 8,7 | 2.0 | 18.3 | ||
| 2,5 | 3,0 | 12.0 | 3,0 | ||
| 3,0 | 3,5 | 12,6 | 3,5 | ||
| 3,5 | (pH 6,74) | ||||
| 4,0 | |||||
| 4,0 | 6,0 | 12,2 | 4,5 | ||
| 4,5 | (End-pH 6,37) | ||||
Ähnliche Versuche wurden in Gegenwart von zugesetztem MgCb durchgeführt. Die durch die Resorcin-Methode erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 4 aufgeführt.
| Tabelle 4 | % Umsetzung | 50% (Gew/Vol) Glucose | % Umsetzung | 50% (Gew/Vol) Glucose | % Umsetzung | 25 |
| zu Fructose | Anfangs-pH 8,5 | zu Fructose | Anfangs-pH 9,0 | zu Fructose | ||
| 50% (Gew/Vol) Glucose | 0.004 M MgCl3 | 19,5 | 0.004 M MgCl2 | 303 | ||
| Anfangs-pH 8 | 600 mM Germanat | 28.5 | 35,2 | |||
| 0.004 M MgCl3 | 16,9 | Zeit(h) | 35,7 | |||
| 19,0 | 29,8 | 600 mM Germanat | 36,7 | 30 | ||
| 18,8 | 0.5 | 27,2 | Zeit(h) | |||
| 600 mM Germanat | 1,0 | |||||
| Zeit(h) | 18,0 | 0,5 | 35,8 | 35 | ||
| 2,83 | 1,0 | 35,8 | ||||
| 22,1 | 3,33 | 34,3 | 2,0 | 36,2 | ||
| 23 | (pH 6.42) | 35.5 | 2.33 | |||
| 2,17 | 22,7 | 2,67 | ||||
| 2,83 | Beispiel 4 | (pH 6,98) | 40 | |||
| 3,33 | 4,5 | 3.33 | ||||
| 5,0 | 3.33 | |||||
| 4,0 | 3,67 | |||||
| (pH 6,37) | 45 | |||||
| 4,5 | ||||||
| 4,83 | ||||||
| 5,33 | ||||||
Die anfänglichen Reaktionsgeschwindigkeiten unter Verwendung von Glucoseisomerase in einer löslichen
Form (200 μΐ) wurden bei 60° C und pH 8.5 mit 0,5 mM D-Glucose als Substrat untersucht, wobei 4 mM MgCb 50
und 0,5 mM CoCb konstant in einer Reihe von Lösungen (25 ml) mit einem Gehalt von verschiedenen Mengen
des zugesetzter; Gerrnanats hinzugegeben wurden. Die Lösungen wurden mit der automatisierten Resorcin-Methode analysiert.
0,5 mM Germanat, 8,75 μg Fmctose/Min/m! Enzym
25 mM Germanat, 15 μg Fructose/Min/ml Enzym
Keine Germanatzugabe, 43% Umsetzung, 0,5 mM Germanat 51% Umsetzung; 25 mM Germanat 62% Um- 60
Setzung.
| 30 | 3,44 |
| 60 | 6,42 |
| 120 | 13,4 |
| 150 | 15,4 |
| 170 {pH 7,25 wiedereingestellt auf dH 8.5) | 15.9 |
| 260 | 20.4 |
| 280 | 20,6 |
Beispiel 5
Isomerisierung von Mannose zu Fructose
Isomerisierung von Mannose zu Fructose
Eine Lösung mit einem Gehalt von 50% (Gew/Vol) Mannose, 4 mM MgCb und 600 mM Germanal wurden
bei 900C und pH 8,5 erhitzt. Die Fructosekonzentrationen, die durch die Resorcin-Methode analysiert wurden,
sind in Tabelle V aufgeführt.
ίο
Isomerisierung von Glucose-6-phosphat zu Fructose-6-phosphat
Unter Verwendung der Technik von Beispiel 1 wurde eine Reihe von Versuchen unter Verwendung einer
0,5-mMol-Lösung von Glucose-6-phosphat durchgeführt, zu welcher verschiedene Mengen von Germanationen
zugesetzt wurden. Die Versuche wurden bei 25°C durchgeführt und bei einer Reihe von verschiedenen pH-Werten.
Das verwendete Enzym war Sigma-Grad-III aus Hefe (kristalline Suspension) und wurde 200fach verdünnt
und gegenüber destilliertem Wasser dialysiert, um Puffersalze vor der Verwendung zu entfernen. Das erzeugte
Fructose-6-phosphat wurde durch die Resorcin-Methode analysiert. Die erzielte prozentuale Isomerisierung ist in Tabelle 6 aufgeführt.
Wie aus der Tabelle ersichtlich wird, stieg die prozentuale Isomerisierung in Gegenwart von Germanationen
an.
Beispiel 7
Erizy ms tische isomerisierung von Glucose zu Fructose-Stabilität
Erizy ms tische isomerisierung von Glucose zu Fructose-Stabilität
Eine Zufuhrlösung mit einem Gehalt von 41.2% Glucose, 600 mM Germanat und 4 mM Magnesiumchlorid bei
einem anfänglichen pH von 7,0 wurde kontinuierlich durch eine Enzymsäule, ähnlich wie diejenige von Beispiel 1
geschickt Der End-pH und die prozentuale Umsetzung zu Fructose wurden nach verschiedenen Zeitintervallen
gemessen. Der Versuch wurde in drei Perioden eingeteilt
Nach einer ersten Periode von 43 Stunden wurde die Zufuhrlösung durch gesinterte Filtration zur Entfernung
eo des geringen Niederschlags gereinigt, welche sich in Glucose/Germanat-Lösungen nach sehr langen Zeitspannen
leicht bilden. Dies führt zu einer Erhöhung in der Aktivität, welche leicht gefallen war. Nach einer zweiten
Zeitspanne, die sich von 43 bis 102 Stunden ausdehnte, wurde der pH der Zufuhr auf 7.8 mit vorteilhaften
Ergebnissen erhöht Der pH des Eluats hat die Neigung nach längerem Durchgang durch die Säule merklich zu
fallen. Es scheint, daß Umsetzungen von mehr als 70% über eine verlängerte Zeitspanne beibehalten werden
können, falls der pH des Säuleneluats nicht merklich unter 7,0 fällt Die Ergebnisse sind in Tabelle 7 A aufgeführt
| Gcrmanat- | Isomerisierung % | pH 9.5 | pH 9.0 | pH 8,5 | pH 8,0 | pH 7.5 | pH 7,0 |
| ionenkon- | pH 10.5 pH 10,0 | ||||||
| zentration | |||||||
| (mM) | |||||||
| 200 | 84 | 86 | 84 | 63 | 56 | 48 | 36 | 30 |
| 100 | 81 | 81 | 77 | 68 | 48 | 40 | 36 | 32 |
| 50 | 82 | 81 | 77 | 62 | 48 | 40 | 33 | 29 |
| 25 | 89 | 81 | 78 | 60 | 50 | 39 | 29 | 23 |
| 12,5 | 76 | 69 | 64 | 56 | 40 | 29 | 25 | 22 |
| 6.25 | 62 | 55 | 48 | 40 | 32 | 25 | 23 | 22 |
| 0 | 23 | 22 |
Zeit(h)
Anfangs-PH
End-pH nach Durchgang durch den Enzymreaktor
% Isomerisierung zu
Fructose
2 7,0 6,6 67,2
!7 7,0 5,6 61,5
43 7,0 53 60,8·)
54 7,0 5,8 643
102 7,0 5,7 65,5*·)
126 7,8 6.9 763
150 7,8 63 783
Γ/4 7,8 63 76,5
198 7,8 6.8 71,6
*) Ende der ersten Zeitspanne — die Zufuhrlösung wurde danach gereinigt.
**) Ende der zweiten Periode — der Anfangs-pH wjrde erhöht.
Die Effekte von verschiedenen Temperaturen auf die Stabilität wurden unter Verwendung einer wie vorstehend verwendeten Enzymsäule gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabellen 7B und 7C aufgeführt. Die Reaktionsbedingungen sind bei den Tabellenköpfen der Tabellen angegeben. In Tabellen 7B ist die Umsetzung diejenige,
die beim Gleichgewicht erreicht ist, während in Tabelle 7C die Isomerisierung diejenige ist, die anfänglich
erreicht wird. In beiden Tabellen 7B und 7C zeigen die Ergebnisse den kumulativen Effekt.
44(Gew/VoI) Glucose + 4 mM MgCl2 + 600 mM Germanat pH 7,1
bei einer Durchflußrate von 0,05 ml/min durch das Enzym
Temp. ° C
% Isomerisierung
zu Fructose
(Enzym 2 Tage später gewaschen)
55
60
65
70
75
80
85
69,2 73.4 75,1 71,5 72,1 75,0 60,5
44% (Gew/Vol) Glucose + 4 mM MgCI2 + 600 mM Germanat pH 7,1
bei einer Durchflußrate von 0,16 ml/min durch das Enzym
(Enzym, 14 Tage später
gewaschen)
DurciifluQratc durch die Säule
bei einer einzelnen Temperatur
(h)
(h)
| 55 | 22,7 |
| 60 | 30,1 |
| 65 | 31,8 |
| 70 | 34.1 |
| 75 | 35,8 |
| 80 | 32,4 |
| 85 | 25,6 |
IV2 IV2
1V2 3
IV2 4V2
IV2 6
2V2 8V2
10V2
Γ·/2 12
Chemische Isomerisierung von Zuckern a) Glucose zu Fructose
Glucoselösungen (55—60% Gew/Vol) wurden sowohl mit als auch ohne Einschluß von 600 mM Germanat bei
pH 12 bei 20°C hergestellt. Unmitelbar nach Herstelung wurden 50 ml aliquote Anteile genommen, auf 5 ml
verdünnt und danach bei einer Temperatur von — 20° C aufbewährt, bis sie analysiert wurden. Die Sirups wurden
dann in gestöpselte Flaschen in einem KGhlschrank bei 4,5° C gelegt Die Flaschen wurden täglich geschüttelt
und aliquote Anteile wurden bei den in Tabelle 8A gezeigten Zeitintervallen entfernt Alle Proben wurden durch
Trennung auf einem lonenaustauscherharz mit Borat analysiert und die Peaks wurden durch die automatisierte
Cystein/Schwefelsäureanalyse überwacht (Anal. Biochem. 26,219) 1968). Es wurde bemerkt, daß die germanathaltige Lösung nur eine .eicht matt weiße Farbe Ober die gesamte, durch die Tabelle 8A aufgeführte Periode
entwickelte, während die germanatfreie Lösung rasch eine grüne Farbe annahm, welche sich während der
Inkubation vertiefte. Die Ergebnisse sind in Tabelle 8A aufgeführt
ίο Tabelle 8A
| Lage- Germanat-haltige Lösungen | verbliebene | Lösungen ohne Germanat | verbliebene |
| rungs- Erzeugte | Glucose in % | erzeugte | Glucose in % |
| zeit Fructose in % | (Gew/Vol) | Fructose in % | (Gew/Vol) |
| (Tage)(Gew/Vol) | (Gew/Vol) | ||
2,1 173 25,0
313*)
| 51,8 | 2,2 | 48,7 |
| 40,3 | 8,9 | 44,6 |
| 34.2 | 11.1 | 35,2 |
| _ | 11,1") | 35,6 |
265
*) Äquivalent zu einer 54%igen Umsetzung. Nur 3,1 % Mannose vorhanden.
**) 5% Mannose vorhanden.
b) Der Inkubationseffekt bei pH 12 und 50C in Gegenwart und Abwesenheit von Germanationen wurde mit
einer Reihe von Zuckern untersucht. Die erzielten Ergebnisse und die Grundbedingungen im Hinblick auf die
Fructose-, Mannose-, Maltose- und 3-O-Methyl-D-Glucose-Lösungen sind in Tabellen 8B, 8C, 8D bzw. 8E
aufgeführt. In allen Fällen hat die Germanatanwesenheit zwei Effekte a) sie verzögert die Zerstörung von
Zuckern und b) sie ändert die Konstitution der Gleichgewichtsmischung. In den Tabellen addieren sich die
Ziffern nicht zu 100% wegen der Zersetzung.
Anfängliche D-Fructosekonzentration
Germanat
52,1% (Gew/Vol) keines
50,5% (Gew/Vol) 60OmM
| gefundene Komponenten (%) | 17 Tage | 30 tage | 17 Tage |
| D-Glucose | 36,4 | 42,3 | 18,1 |
| D-Mannose | 22.8 | 24,3 | 26,7 |
| D-Fructose | 27,8 | 21,2 | 51,2 |
| unbekannt a | + + + | + + + | + |
| unbekannt b | + + + + | + + + + | + |
Anfängliche D-Mannosekonzentration Germanat
51.14(Gew/Vol) keines
53,3% (Gew/Vol) 60OmM
| gefundene Verbindungen % | 17 Tage | 30 Tage | 17 Tage | 30 Tage |
| D-Mannose | 79,3 | 53,4 | 60,2 | 27,45 |
| D-Fructose | 13.65 | 18,3 | 32 | 44,4 |
| unbekannt 1 | + | + + | — | — |
| unbekannt 2 | + | + + + | — | |
| D-Glucose | 7,2 | 18,8 | 7,1 | 13,36 |
Anfängliche Maltosekonzentration Germanat
59% (Gew/Vol) keines
58,7% (Gew/Vol) 358 mM
gefundene Verbindungen (%)
| 15 Tage | 27 Tage | 15 Tage | 27 Tage |
| 38,3 | 26,5 | 48,5 | 13,9 |
| 24.5 | 21,5 | 51,9 | 67 9 |
| 2,4 | 4,39 | — | + + |
| 22,1 | 22.8 | Spuren | 9,3 |
Maltose Malti. >se
Fructose b5 Glucose
Berechnet als Molekulargewicht mit 0,5 molarer Gliicoseempfindlichkeit +0,5 molarer Fructoseempfindlichkeit
10
Anfängliche a-O-Methyl-D-glucosekonzentration") 413% (Gcw/Vol) 58,7% (Gew/Vol)
Germanat keines 464 raM
| gefundene Komponenten (%) | 15 Tage | 15 Tage |
| 3-O-Methylfructose*·) | 18.5 | 29.7 |
| 3-O-Methylglucose | 36.1 | 46 |
*) Diese Verbindung ist als sehr alkalilabil bekannt **) Berechnet unter Berücksichtigung der Fructoseempfindlichkeit
Beispiel 9
Enzymatische Isomerisierung von Xylose zu Xylulose
Eine Xylecelösung mit einem Gehalt von 44% (Gew/Vol) Xylose und 4 mJw MgCb bei pH 7,0 wurde
hergestellt und durch die Glucoseisomerasenzymsäule, die in den früheren Beispielen für die enzymatische
Isomerisierung von Glucose zu Fructose verwendet wurde, geschickt (Slulentemperatur 600C und Durchflußgeschwindigkeit 0,05 mUM'm.). In ähnlicher Weise wurde eine Lösung mit einem Gehalt von 44% Xylose, 4 mM
MgCl2 und 600 mM Germanationen durch die Säuie bei pH 7,0 geschickt
Nach zwei Stunden wurden die Fraktionen gesammelt und auf einem Ionenaustauscherharz in der Boratform
getrennt Ein Xylosekontrollstandard wurde ebenso durch die Säule ils Vergleich geschickt Eine automatisierte
Cystein/Schwefelsäurc-Analyse für Pentosen wurde verwendet, um die Peaks in der Reihe, wie tie aus der Säule
herauskamen, zu analysieren. Die Probe reagiert ferner mit Pentulosen und das Xyluloseprodukt aus den
Xyluloselösungen, die durch die Enzymsaule geschickt worden waren, war deutlich sichtbar.
Weil eine Standardxylulose für Eichungszwecke noch nicht verfügbar war, wurde das Ausmaß der Reaktion
durch Vergleich der Fliehen unter den Peak bestimmt Dieses Verhältnis von Xylulose, das durch die Gesamt·
xylulose gebildet wurde und Xylulose betrug 41 :100. In Gegenwart von Germantioncn betrug diese« Verhältnis
58:100.
Beispiel 10
Enzymatische Isomerisierung von Glucose zu Fructose: Einfluß von pH und Germanatgehalten
a) Zwei Versuchsserien wurden unter Verwendung einer Glucoseisomerasesiule (Lange 31 cm, Durchmesser
4 cm) durchgeführt, die ähnlich wie die in den früheren Beispielen verwendete Säule war. Jede Serie wurde mit
den erzielten Ergebnissen unter Verwendung von Speiselösungen, mit einem Gehalt an Glucose und 4 mM
MgCb mit und ohne 600 mM Germanat verglichen. Die Durchflußrate durch die Säule betrug 0,05 ml/Min, und
die Temperatur des Enzyms betrug 6O0C Der anfängliche pH der Speiselösungen wurde zwischen verschiedenen Versuchen in jeder Serie variiert und der End-pH des Eluats wurde gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle
sind in Tabelle 9 aufgeführt
| Serie | pH der | Analysenzahl | Anfängliche- | Germanat | Isomerisierung | End-pH des |
| Anfangs | prozent | Konzn. | zu Fructose | Eluats | ||
| zufuhr | Glucosekonz. | mM | ||||
| (Gew/Vol) | ||||||
| 1 | 7 | 3 | 48 | 0 | 48,2 | |
| 1 | 6,9 | 8 | 47 | 0 | 49,6 | 7,2 |
| 1 | 8,5 | 1 | 49,2 | 0 | 49,2 | — |
| 1 | 8,5 | 2 | 49,3 | 0 | 49,2 | |
| 1 | 7 | 5 | 40,2 | 600 | 76,5 | 7,0 |
| 1 | 7 | 6 | 40,0 | 600 | 703 | 6,9 |
| t | 8,5 | 4 | 38,2 | 600 | 74,6 | 7,2 |
| 1 | 8,3 | 7 | 40,4 | 600 | 72,5 | 6,6 |
| 1 | 8,3 | 9 | 37,0 | 600 | 71,2 | 7,0 |
| 2 | 7,0 | 2 | 42,0 | 0 | 54,0 | 6,8 |
| 2 | 8,4 | 1 | 41,6 | 0 | 49,3 | 7,1 |
| 2 | 8,5 | 4 | 44,6 | 0 | 54,9 | 7,0 |
| 2 | 7,1 | 5 | 53,4 | 600 | 67,4 | 6,8 |
| 2 | 8,6 | 3 | 50,0 | 600 | 66,7 | 6.8 |
1D
15
20
25
30
3Ji
45
so
55
60
65
b) Zwei Versuchsserien wurden unter Verwendung einer Glucoseisomerasesäule durchgeführt, die ähnlich
wie die in früheren Beispielen verwendete Säule war. Die Speiselösungen enthielten 50% (Gew/Vol) Glucose-
11
konzentrationen, 4 mM MgCl2 und 200 bzw. 600 mM Germanat in den verschiedenen Serien. Die Versuche
wurden bei einer Vielzahl von pH-Werten durchgeführt Ein Vergleichsserie von Versuchen wurde unter
Verwendung von Lösungen ohne Germanat durchgeführt In allen Versuchen wurden die Lösungen durch die
Säule mit immobilisierten Enzym bei einer Durchflußrate von 0,05 ml/Min. (75 Min. Verweilzeit) gepumpt Die
Ergebnisse sind in Tabelle 10 gezeigt
pH
Eluatzusammenseizung (% Fructose) kein Germanat 200 mM Germanat
60OmM Germanat
| 9.0 | 51 | 64 | 68 |
| 8,5 | 51 | 59 | 69 |
| 8.0 | 49 | 60 | 70 |
| 7,5 | 50 | 60 | 70 |
| 7,0 | 50 | 59 | 70 |
| 6,5 | 39 | 58 | 69 |
| 6.0 | 50 | ||
Beispiel 11
Enzymatische Isomerisierung von Glucose zu Fructose-Reversibilität
Enzymatische Isomerisierung von Glucose zu Fructose-Reversibilität
Lösungen von Glucose zu Fructose mit den in Tabelle 11 gezeigten Kohlenhydratkonzentrationen wurden
hergestellt Diese Lösungen mit einem Gehalt an Germanat wurden hergestellt, indem man abgewogene
Mengen GeOz in aliquoten Anteilen von diesen Lösungen unter Rühren in kleinen Mengen von 50%iger
Natriumhydroxydlösung auslöst. Aliquote Anteile einer MgCb-Lösung wurden zu all diesen Lösungen hinzugefügt,
bis eine Endkonzentration von 4 ml erreicht war und der pH von allen Lösungen wurde auf 8,5 bei 25° C
eingestellt
Die Lösungen wurden danach bei den aufgeführten Durchflußgeschwindigkeiten durcli die Enzymsäuie
(30 χ 0,4 cm) bei 60°C gepumpt. Der Fructosegehalt in dem Säuleneluat wurde nach Verdünnung überwacht Für
die Eichung wurden Sirups mit 035% (Gew/Vol) hergestellt und durch das gesamte analytische System geschickt
Um den Anfangsglucosegehalt in den Speisesirups zu kontrollieren, wurden die Proben und die Eichstandardsirups
auf 2 χ 104 manuell verdünnt und durch die Cystein-Schwefelsäuremethode analysiert. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 11 aufgeführt und sind graphisch in F i g. 1 der Zeichnungen gezeigt. Diese Zeichnungen
zeigen deutlich, daß ohne vorhandenes Germanat die Gleichgewichtslage zwischen 52 und 53% Fructose liegt,
ob man mit einem Glucose- oder einem Fructosespeisesirup beginnt. Die Gleichgewichtslage liegt zwischen 74
und 79% in Gegenwart von 600 mM Germanat, wobei man wieder entweder von Glucose oder Fructose als
Speisesirup ausgeht.
DurchfiuB-rate
Kohlenhydrat-Speisezusam. % (Gew/Vol) ohne Germanat
KCohlenhydrat-Zu-
sam.
% (Gew/Vol)
mit Germanat
in der Zufuhr
Nominelle Eluaizusammensetzung
Vcrweilzeit kein 60OmM
Germanat Gemunat
Speisetyp
0,05
0,03
0,015
0,03
0,015
0,05
0,03
0,015
0,03
0,015
54,6 51.2 5U 51,2
55,0 55,0 55,0 55,0
50,5 473 47,8 47,8
48,2 48,2 48,2 48,2
38
75
125
251
75 125 251
31.0 49,5 68,5 74,0
79,0 77,5 77,0 77,0
Glucose
Fructose
Beispiel 12
Enzymatische Isomerisierung von Glucose zu Fructose-Konzentrationsabhängigkeit
Enzymatische Isomerisierung von Glucose zu Fructose-Konzentrationsabhängigkeit
Eine Reihe von Lösungen mit einem Gehalt von b00 mM Germanat und 4 mM MgCb, jedoch mit vcrschiedcnen
Glucosekonzentrationen wurde durch eine Glucoscisomerascsäulc bei einer Temperatur von bO"C geschickt.
Die verwendete Säule war ähnlich wie diejenige in früheren Beispielen. Die F.rgcbnissc sinil in Tabelle 12
gezeigt.
Glucosczufuhrkonzentration (% Gew/Vol)
% Isomerisierung zu Fructose End-pH
20,6 30,0 40,0 53,4 60,0
92,7 80,0 72,5 67,4 65,0
7,8
7,8
7,5
6,8")
7,5
*) Aus einem früheren Versuch.
Beispiel Chemische Isomerisierung von Melibiose
Die chemische Isomerisierung von Melibiose (6-O-D-Galactopyranosyl-D-glucose) wurde in Gegenwart und
Abwesenheit von 324 mM Germanat bei pH 12,0 und 4"C untersucht. Die Melibiosekonzentration in der
Ausgangslösung betrug 51,6% (Gew/Vol). Die Ergebnisse sind in Tabelle 13 gezeigt. 20
% des angegebenen Zuckers im Gesamtzucker
nach der im Tabellenkopf der Spalten
aufgeführten Anzahl von Tagen
15 29 42
Melibiose
6-O-*-D-
Galactose
Produkte
Melibiose
6-O-*-D-
Galactose
Produkte
|
92,2
3.2 |
55,5
9.8 |
57,5
12,8 |
49,6
11,0 |
| 95,4 |
9.9
75,2 |
Π.9
82,2 |
123
72.9 |
| - |
42,7
37,8 |
35,0
42.5 |
25,2
31,1 |
| - | 80,5 |
7.9
85.4 |
12.8
69.1 |
Germanat
Abwesend
Vorhanden
13
Claims (2)
1. Verfahren zur chemischen oder enzymatischen Isomerisierung einer Aldose oder eines Aldosederivates
zur entsprechenden SCetose oder zum entsprechenden Ketosederivat in Gegenwart eines komplexbildenden
Reagenzes, d a d u r c h g e k e η η ζ e i c h η e t. daß man als kompiexbildende Reagenzien Germanat- oder
Polygermanat-Ionen einsetzt ..... ^t
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei der Umsetzung von Glucose zu
Fructose in Gegenwart von Glucose-Isomerase das komplexbildende Reagecz in Lösung in Konzentrationen zwischen 200 und 800 mmol/I einsetzt
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