DE2633209C2 - Verfahren zur Herstellung von Käse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von KäseInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Weichkäse vom Camembert-Typ.
Eine neuere Entwicklung bei der Herstellung von s. Käse ist die Anwendung einer Membranfiltration zur
Konzentrierung von Milch und/oder Milchnebenprodukten (vgl. zum Beispiel DT-OS 20 35 534 und DT-OS
24 17 926). Ein größerer Vorteil besteht darin, dall mittels Membranfiltration die Milch und/oder die
Milchnebenprodukte zu einem solchen Ausmaß konzentriert werden können, daß nach dem Gerinnen keine
Molkeabscheidung erforderlich ist und infolgedessen die Molkeproteine in dem Käse verbleiben. Der durch
ein solches Verfahren hergestellte Bruch kann in Käse -4 > umgewandelt werden, beispielsweise in einen Weichkäse
vom Camembert-Typ.
Der in Deutschland hergestellte Käse vom Camembert-Typ wird im allgemeinen aus pasteurisierter Milch
gefertigt, wohingegen in Frankreich Camembert-Käse ><> gewöhnlich aus nichtpasteurisierter Milch hergestellt
wird. Der französische Camembert-Käse hat in der Praxis eine glattere Struktur als der in Deutschland
hergestellte Camembert-Käse, was möglicherweise auf die Pasteurisierungsbeharidlung der Milch zurückzufiih- >".
ren ist.
Manchmal besitzt ein Käse vom Camembert-Typ, der
aus einer durch Membranfiltration konzentrierten Milch hergestellt wurde, den Nachteil eines etwas mehligen
und/oder sandigen Gefüges, was bei Verbrauchern, wi welche an die Qualität eines normalen glatten
Camembert-Käses gewöhnt sind, nicht geschätzt wird.
Es wurde nun gefunden, daß ein weicher, gereifter
Käse mit einer glatteren Struktur, z. B. mehr in dei
Richtung von französischem Camemberl-Käse, aus m
Milch und/oder Milchncbenprodiikien, welche durch
Membranfiltration unter Verwendung von ausgewählten sehleimbildenden Kulturen von Milchsäurcbaktcrien,
die auch bereits für die Herstellung von Edamer, also Hartkäse, eingesetzt worden sind, anstelle der
normalerweise für die Ansäuerung der Milch bei der Käseherstellung verwendeten nichtschleimbildenden
Kulturen konzentriert wurden, hergestellt werden kann. Es können sowohl Magermilch und Vollmilch als auch
teilweise abgerahmte Milch zur Anwendung gelangen. Beispiele für die normalen nichtschleimbildenden
Kulturen sind für die Herstellung von Frischkäse verwendete Kulturen, die aus einer Mischkultur von
Streptococcus lactis. Streptococcus cremoris, Leuconostoc citrovorum und Streptococcus diacetilactis bestehen
und von verschiedenen Lieferanten von Säuerunps- oder Starterkulturen für Milchprodukte vertrieben
werden.
Beispiele für geeignete schleimbildende Kulturen, die bei einem Verfahren gemäß der Erfindung zur
Anwendung gelangen können, sind Kulturen aus spezifischen Stämmen von Streptococcus lactis, Streptococcus
cremoris und Streptococcus diacetilactis, die gewöhnlich in skandinavischen sehleimbildenden Sauermilcharten
aufzufinden sind, deren Mikroorganismen die allgemein bekannte Eigenschaft haben, der Milch
eine schleimige Struktur zu erteilen (vgl. zum Beispiel R. Forsen, »Milchwissenschaft« 18 [1963], Seiten 22 bis
25, »Der Einfluß der Mikroflora auf die Eigenschaften des finnischen Sauermilchgetränkes Piima«, R. Forsen,
Finnish J. Dairy Sei. 26 [1966], Seiten 10 bis 76, »Die Langmilch«, und E. Wolfertstetter »Deutsche
Milchwissenschaft«, Hildesheim [1969], Heft 30, 1473- 1474, »Langmilch — ein Produkt aus Lappland«).
Zusätzlich zu den normalen Eigenschaften der obenerwähnten Arten von Milchsäure-Streptokokken, bilden
diese schleimige Stoffe in verschiedenen Abstufungen in verschiedenen Medien, z. B. Milch und Molke. Die
Schleimigkeit von Milch, die durch diese Organismen vergoren ist, kann durch die nachstehend beschriebenen
Methoden beobachtet und bestimmt werden:
(1) Die Beobachtung der Struktur der Sauermilch im Vergleich mit Sauermilch, die mit normalen
Kulturen vergoren ist. Die normale Sauermilch haftet an der Wand eines Glasbechers, während die
schleimige oder fadenziehende Sauermilch in sich selbst kohäsivist.
(2) Ein anderer Test kann mit Hilfe einer Pipette gemacht werden. Die Pipette wird in die Sauermilch
getaucht, von der etwa 2 ml eingesaugt weiden, und danach wird die Pipette aus der
Sauermilch herausgezogen. Die schleimige Milch bildet einen Faden zwischen der Pipette und der
Oberfläche der Flüssigkeit, während die normale Sauermilch dies nicht tut. Wenn die Flüssigkeit aus
<ler Pipette freigegeben wird, bildet normale Sauermilch einzelne Tropfen ebenso wie Wasser,
während die schleimige oder fadenziehende Sauermilch Tropfen mit langen Fäden bildet, die sich zu
der Spitze der Pipette erstrecken.
(3) Wenn ein Reagenzglas, das zu etwa einem Drittel seiner Höhe gefüllt ist, mit einem umlaufenden
Rührer gerührt wird, kriecht normale Sauermilch an der Innenwand hoch, während die schleimige
oder fadenziehende Milch dies praktisch nicht tut.
(4) Lactodynamogramme. die nach dorn von |. Thomasow in »Milchwissensehaft-<
2i (1968), 725 bis 731, beschriebenen Verfahren gemacht sind,
/eigen, daß die für schleimige oder fadenziehende
Milch bestimmten Amplitudenwerte im Vergleich mit denjenigen für normale .Sauermilch höher sind.
10
Die folgende Arbeitsweise für Test 2 kann benutzt werden, um zu bestimmen, ob eine spezifische Kultur
eine schleimbi'idende Kultur oder eine nichtschleimbildende Kultur ist:
Mikroorganismen wurden aus einer schwedischen Sauermilch »Langfil« isoliert, und es wurde eine
Starter-Kultur der Organismen in Magermilch hergestellt. Die Schleimigkeit der Starter-Kulturen wurde
durch den Pipetten-Schnelltest geprüft. Diejenigen Kulturen, bei denen ein Faden mit einer Länge von
wenigstens 5 cm gebildet wurde, wenn die Pipette aus der Oberfläche der Kultur gezogen wurde, wurden als
genügend schleimig oder fadenziehend betrachtet.
So sieht die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Weichkäse vom Camembert-Typ vor, bei dem
(1) Milch oder ein Milchnebenprodukt oder eine Mischung davon einer Membranfiltrationsbehandlung
unterworfen wird, um ein Konzentrat zu bilden, und erforderlichenfalls mit Rdim gemischt
wird, um den Fettgehalt des endgültigen Käses zu regeln,
(2) das Konzentrat mit einer Kultur von Milchsäurebakterien und gegebenenfalls mit Lab und/oder mit
anderen Mikroorganismen, die bei der Käseherstellung verwendet werden, gemischt wird, wonach die 2>
Mischung vergoren wird, bis ein Käse-Vorprodukt gebildet ist und
(3) das Käse-Vorprodukt durch eine Auswahl der üblichen Stufen wie Schneiden, Kochen, Molkeabtrennung,
wenn notwendig. Waschen, Formen. «1 Pressen und Reifen in Abhängigkeit von der Art
des herzustellenden Käses
in Käse umgewandet wird, mit dem kennzeichnenden Merkmal, daß das in der Stufe 1 erhaltene Konzentrat
mit einer schleimbildenden Kultur von Milchsäurebak- π tericn, wie sie vorstehend definiert sind, gemischt wird.
Vorzugsweise wird das Konzentrat vor dem Mischen mit der schleimbildenden Kultur pasteurisiert.
Die Erfindung sieht insbesondere ein Verfahren zur Herstellung eines weichen, gereiften Käses vom 4ii
Camembert-Typ vor, bei dem Milch, die 0 bis etwa 5 Gew.% Fett enthält, oder Milchnebenprodukte durch
Membranfiltration konzentriert werden, das Konzentrat pasteurisiert und mit einer schleimbildenden Kultur
von Milchsäurebakterien und gegebenenfalls mit Peni- -n
eillium caseicolum beimpft und mit Lab gemischt wird,
wonach die Mischung zur Bildung eines Koagulums vergoren wird, das zu Käse aufgearbeitet wird, wie dies
bei der Herstellung von Käse vom Camembert-Typ bekannt ist.
><
Die Mischung von pasteurisiertem Konzentrat und schleinibildender Kultur und gegebenenfalls Lab und
anderen in bei der Käseherstellung verwendete Mikroorganismen kann z. B. in Formen gefüllt werden,
bis ein Koagulum gebildet worden ist, das darauf aus der v Form genommen und in die gewünschte Art von Käse
umgewandelt wird. Eine attraktive Alternative zu der Verwendung von einzelnen Formen ist ein Verfahren,
bei dem die Mischung in Schläuche oder schlauchartige Kunststoffolien oder Schläuche oder Rohre, die mit
Folien überzogen sind, gefüllt und dann zur Bildung eines festen Koagulums innerhalb von 5 bis 16 h
vergoren wird. Das wurstartige Koagulum wird dann in Scheiben von der Abmessung des endgültigen Käses
geschnitten. Sowohl die Scheiben als auch der geformte Käsebruch aus den einzelnen Formen können ferner in
üblicher Weise in Käse umgewandelt werden.
Der Fettgehalt des Käses kann durch Mischen des Konzentrats oder des Koagulums mit Rahm mit einem
Fettgehalt von etwa 20 bis 50% oder durch Anpassung des Fettgehalts der Ausgangsmilch geregelt werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Beispielen und Vergleichsversuchen näher veranschaulicht
Die angewandte allgemeine Arbeitsweise ist wie folgt:
Magermilch wurde pasteurisiert (z. B. 40 see bei 74° C)
und einer Membranfiltration bei einer Temperatur zwischen 10 und 15° C unterworfen, wobei ein
Konzentrat mit einem Gehalt an Trockenmasse von etwa 20% erhalten wurde. Durch die Membranfiltrationsbehandlung
wurde der größte Teil der Milchsalze und der Lactose entfernt. Das Konzentrat wurde mit
Rahm, der bis zu 50% Fett enthielt, in einer solchen Menge gemischt, daß die Mischung einen Gehalt von
Feit in der Trockenmasse von etwa 45% hatte. Das aufgerahmte Konzentrat mit einem Gehalt an Trockenmasse
von 29,4% und einem Gehalt von Fett in der Trockenmasse von 46,2% (Fettgehalt von 46,2% F. i. T.)
wurde pasteurisiert (5 min bei 75°C) auf 30°C abgekühlt
und mit 2% Starter- oder Säuerungskultur und Penicillium caseicolum auf eine Endkonzentration von
5 χ 10' Sporen/ml Milch beimpft und mit 23 ml Lab/100 I Milch (Labstärke 1 : 10 000) eingelabt.
Die Mischung wurde in schlauchförmige Kunststofffolien
mit einem Durchmesser von 9 cm gefüllt.
Die Mischung wurde gesäuert und bei Raumtemperatur innerhalb 20 h koaguliert. Das Koagulum hatte einen
pH-Wert von etwa 4,8 bis 4,9. Die Menge an gebildeter Molke, die abgetrennt wurde, lag in der Größenordnung
von 1 bis 5%. Die Trockenmasse betrug etwa 28,1 bis 29,6%. Das wurstartige Koagulum wurde in Scheiben
von etwa 31/: cm Höhe geschnitten, die in ein 18%iges
Salzbad,das40 χ 10s Sporen/ml Penicillium caseicolum
enthielt, eingelegt wurden. Nach 12 Tagen Lagerung bei
15°C und 80 bis 90% relativer Feuchtigkeit wurden die
mit einem dichten Schimmelrasen (dichtem Schimmelbelag) bedeckten Käse in Aluminiumfolien eingewickelt
und bei 8°C gelagert.
Bei dem Beispiel wurde gemäß der Erfindung ein schleimbildender Streptococcus diacetilactis, wie zuvor
beschrieben, als Starter- oder Säuerungskultur angewendet. Bei den Vergleichsversuchen wurden im
Handel erhältliche, nichtschleimige Kulturen, die S. lactis, S. cremoris, L. citrovorum und S. diacetilactis enthielten,
angewendet (Vergleichsversuch 1 und 2).
Nachstehend werden einige anschauliche Werte gegeben, welche Unterschiede in dem Verhalten zeigen.
Molke
pH-Wert
Proleingehalt
% des Bruchs
pH-Wert
Proleingehalt
% des Bruchs
4,98
1,01%
1%
Vergleichsversuche
Vergleichsversuch 1
Vergleichsversuch 1
Vergleichsversuch 2
4,86
2,24%
5%
5%
4,85
2,37%
3%
| 5 | :ortsetzung | 26 33 | 209 | 6 |
| Jruch pH-Wert Trockenmasse Fett-in-Trockenmasse |
Beispiel 1 | Verglcichsversuche Vergleichsversuch 1 |
Vergleichsversuch 2 | |
| ^ ach Salzen pH-Wert Trockenmasse Fett-in-Trockenmasse |
4,88 28,51% 43,14% |
4,81 28,10% 44,48% |
4,82 29,57% 43,96% |
|
| K.äse nach 12 Tagen Lagerung pH-Wert Trockenmasse Fett-in-Trockenmasse Geschmack Gefüge |
4,85 29,50% 44,07% |
4,79 30,29% 46,22% |
4,86 31,87% 45,50% |
|
| 5,61 38,51% 49,26% voller Geschmack glatt |
5.43 41,46% 50,65% fast geschmacklos sandig |
verworfen nach 9 Tagen Lagerung wegen einer Hefeinfektion |
Die Werte zeigen, daß, wenn eine schleimbildende Kultur verwendet wird,
(1) weniger Molke gebildet wird, die überdies einen geringeren Proteingehalt hat. Neben dem wirtschaftlichen
Vorteil ist es von Interesse, daß mehr
von dem wertvollen Molkeprotein in dem Käse bleibt,
(2) der Käse einen niedrigeren Gehalt an Trockenmasse hat und einen niedrigeren Gehalt an Fett in der
Trockenmasse, was mit der Beobachtung übereinstimmt, daß der Käse ein glatteres Gefüge hat.
2ί Pasteurisierte Vollmilch mit 4,0% Fett und 3.4%
Proteingehalt wurde durch Membranfiltration bei einer Temperatur zwischen 12° und 32°C konzentriert,
wodurch ein Konzentrat mit einem Gehalt an Trockenmasse von 39.2" und einem Fettgehalt von 20%
erhalten wurde. Das Konzentrat wurde pasteurisiert (5 min bei 750C) und dann, wie in Beispiel 1 beschrieben,
aufgearbeitet, wobei sich ein Käse mit einem Gehalt an Trockenmasse von 51,3%, einem Fettgehalt von 50.7%
(F. i.T) und einem pH-Wert von 5,25 am elften Tag der
r> Lagerung ergab. Das Aroma und der Geschmack waren
camembertähnlich und das Gefüge war fest und glatt.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Weichkäse vom Camembert-Typ, bei dem(1) Milch oder ein Nebenprodukt der Milch oder eine Mischung davon einer Membranfiltrationsbehandlung unterworfen wird, um ein Konzentrat zu bilden, und erforderlichenfalls mit Rahm gemischt wird, um den Fettgehalt des endgülti- ι ο gen Käses zu regeln,(2) das Konzentrat mit einer Kultur von Milchsäurebakterien und gegebenenfalls mit Lab und/oder mit anderen Mikroorganismen, die bei der Käseherstellung verwendet werden, gemischt wird, wonach die Mischung vergoren wird, bis ein Käse-Vorprodukt gebildet ist, und(3) das Käse-Vorprodukt durch eine Auswahl der üblichen Stufen wie Schneiden, Kochen, Molkeabtrennung, wenn notwendig. Waschen, Formen. Pressen und Reifen in Abhängigkeit von der Art des herzustellenden Käsesin Käse umgewandelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das in der Stufe 1 erhaltene Konzentrat vorzugsweise einer Pasteurisierungsbe- 2~> handlung unterworfen und danach mit einer schleimbildenden Kultur von Milchsäurebakterien gemischt wird.
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|---|---|---|---|
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Free format text: KOHLER, M., DIPL.-CHEM. DR.RER.NAT., 8000 MUENCHEN GLAESER, J., DIPL.-ING., PAT.-ANW., 2000 HAMBURG |