DE266342C - - Google Patents

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  1. KAISERLICHES
    PATENTAMT.
    PATENTSCHRIFT
    KLASSE 8/. GRUPPE
    JOSEPH THEODOR SZEK in BRÜSSEL. Verfahren zur Herstellung von armiertem Hartgummi. Patentiert im Deutschen Reiche vom 21. September 1912 ab.
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von armiertem Hartgummi, bei dem in bekannter Weise der Gummi auf ein Gewebe aus Jute, Leinen oder sonst einem beliebigen Gewebestoff aufgebracht und dann vulkanisiert wird.
    Die bisher bekannten Herstellungsverfahren dieser Art zeigten den großen Mangel, daß durch das Vulkanisieren die Gewebefaser fast
    ίο völlig zerstört wurde, so daß das Produkt schließlich ebenso brüchig war wie das gewöhnliche Ebonit bzw. Hartgummi. Der durch das Verfahren erstrebte technische Fortschritt wurde deshalb nicht nur nicht erreicht, sondem im Gegenteil hatte das Erzeugnis den erheblichen Nachteil, daß die Gewebefaser in denjenigen Fällen, wo sie der Feuchtigkeit ausgesetzt war, diese aufsaugte und demzufolge faulte.
    Zweck der Erfindung ist es, einen armierten Hartgummi herzustellen, dessen Bewehrung durch das Vulkanisieren nicht zerstört wird und der demzufolge gegenüber dem gewöhnlichen Hartgummi erheblich bessere Eigenschäften zeigt. Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß das Gewebe zuerst mit einem in geeigneter Weise aufgelösten vulkanisierten Asphalt, der verschiedene Zusätze erhalten kann, getränkt wird und hierauf vor dem Verdunsten der Lösungsflüssigkeit mit feingemahlenem Quarzit oder ähnlichen Stoffen bestäubt wird, worauf dann der Gummi aufgebracht und das Ganze vulkanisiert wird.
    Die Vorbehandlung des Gewebes verhindert dessen Zerstörung durch die Einwirkung des Schwefels während des Vulkanisieren und schützt das Gewebe gegen Fäulnis, Aufnahme von Feuchtigkeit und sonstige zerstörende Einflüsse.
    Das als Bewehrung dienende Gewebe kann auch unter Benutzung von Metallfäden hergestellt sein, um ihm eine größere Festigkeit zu geben. Der zur Tränkung des Gewebes benutzte vulkanisierte Asphalt, der in Tetrachlorkohlenstoff, Benzin oder einem sonst geeigneten Lösungsmittel gelöst werden kann, kann zur Erzielung verschiedener SpezialSorten Zusätze von Teer, Pech, Gummi, Gummiregeneraten, Wachs, Paraffin o. dgl. erhalten. Zur Bestäubung' des Gewebes wird Quarzit, Kieselgur, Glaspulver, Talkum o. dgl. benutzt. Die nach diesem Verfahren hergestellten Hartgummigegenstände sind von höchster Widerstandsfähigkeit und zeigen vorzügliche Eigenschäften, die bisher zu erreichen unmöglich war.
    Da erfahrungsgemäß Schildfische, Muscheln, Seetang, Algen o. dgl. an Hartgummi nicht haften, so würde sich der nach dem neuen Verfahren hergestellte Hartgummi, der zu diesem Zweck auf flachem Streckmetall aufgewalzt oder aufgepreßt und mit einer Schicht von vulkanisiertem Asphalt unterlegt sein könnte, auch sehr gut zur Bekleidung der Außenwände von Schiffen eignen.
    Paten τ-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von armiertem Hartgummi, bei dem der Gummi vor
    dem Vulkanisieren auf ein Gewebe aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe zuerst mit in einem geeigneten Lösungsmittel aufgelöstem, vulkanisiertem Asphalt, der verschiedene Zusätze erhalten kann, getränkt und hierauf vor völligem Verdunsten der Lösungsflüssigkeit mit feingemahlenem Quarzit, Talkum o. dgl., bestäubt wird, worauf der Gummi aufgebracht und das Ganze vulkanisiert wird.
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