DE267346C - - Google Patents

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DE267346C
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peat
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B32/00Carbon; Compounds thereof
    • C01B32/30Active carbon
    • C01B32/312Preparation
    • C01B32/342Preparation characterised by non-gaseous activating agents
    • C01B32/348Metallic compounds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Disinfection, Sterilisation Or Deodorisation Of Air (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 267346 KLASSE 12«?. GRUPPE
Das vorliegende Verfahren bezweckt die Herstellung eines Materials von hoher Absorptionskraft, wie sie etwa die Knochenkohle für koloidale Stoffe aller Art, Farbstoffe, übelriechende Gase usw. betätigt. Im Gegensatz zu den zahlreichen bisherigen Vorschlägen zur Herstellung künstlicher. Reinigungskohle wird im vorliegenden Falle das Material ausschließlich aus natürlich vorkommendem und bis zu einem
ίο gewissen Grade an freier Luft oder durch künstliche Anlagen vorgetrocknetem Torf gewonnen. Wiewohl »Torfkohle« (das ist Torfkoks) an sich schon eine recht erhebliche Reinigungskraft besitzt, so reicht die letztere doch aus rein wirtschaftlichen Gründen in vielen Fällen nicht aus, um eine praktische Benutzung z. B. für städtische Abwässer, Färbereiabwässer usw. zu ermöglichen; es müßten eben viel zu große Quantitäten von gewöhnlichem Torfkoks in Anwendung kommen, um den gewünschten Reinigungseffekt zu erzielen. Das Wesen des vorliegenden Verfahrens liegt nun darin, dem Torfkoks eine so hohe Aktivität zu erteilen,, daß man für die erstrebten Reinigungsprozesse mit einer möglichst geringen Menge des Reinigungsmaterials auskommt.· Dies wird dadurch erreicht, daß man den aus der Erde gewonnenen Torf zunächst so weit abtrocknen läßt, daß er nur noch einen Feuchtigkeitsgehalt von 50 bis 70 Prozent aufweist. In diesem Trockenheitsgrade vermischt man das Material innig mit geeigneten alkalischen Substanzen, wie Ätzkali, Ätznatron, Ätzkalk, Ätzbaryt oder kohlensauren Alkalien und überläßt die Mischung längere Zeit sich selber. Im Verlaufe dieser Zeit wird die Torf masse auf chemischem Wege aufgelockert, indem sich die in dem Torf enthaltenen sauren Substanzen (wie Huminsäure usw.) mit alkalischen Substanzen zu salzartigen Verbindungen vereinigen und dabei das ganze Gefüge des Rohmaterials zu einem äußerst feinen Grade der Verteilung bringen. Nachdem dieser Prozeß vollendet ist, trocknet man die Masse weiterhin an der Luft oder in künstlichen Trockenvorrichtungen ein und unterwirft sie schließlich der trockenen Destillation in geeigneten öfen bei nicht zu hoher Temperatur (600 bis 8000C), bis keine Destillationsprodukte irgendwelcher Art mehr aus der Masse entweichen.
Das so erhaltene Produkt stellt , ein tiefschwarzes, äußerst fein verteiltes Pulver dar, welches, wie praktische, in großem Maßstabe ausgeführte Versuche erwiesen haben, vorzüglich geeignet ist für die Klärung von Sielwässern und für die Desodorierung von Flüssigkeiten und Gasen. Für bestimmte Verwendungszwecke empfiehlt es sich, das Material mit sehr geringen Mengen von Fällungs- und Sterilisierungsmitteln zu vermischen, als welche besonders Eisenoxydsulfat, Aluminiumsulfat und Küpfersulfat in Betracht kommen. Auch die letztgenannten Körper haben an sich, wie bekannt, ein bedeutendes Reinigungsvermögen. Durch ihre gleichzeitige Anwendung mit der beschriebenen aktiven Torfkohle gelingt es indessen, die jeweils notwendige Menge davon auf einen ganz geringen Bruchteil zu reduzieren.
Ein ähnliches Verfahren zur Herstellung einer aktiven Kohle aus Torfmoos (Sphagnum cymbifolium oder Sphagnum acutifolium) ist bekannt,
aber Torfmoos stellt nach seiner chemischen Zusammensetzung ein ganz anderes Substanzgemisch dar als die hier benutzten Torfsorten. Denn die Sphagnumarten enthalten als Gerippe Cellulose und als Zelleninhalt pflanzliches Protoplasma. Behandelt man solches Moos mit alkalischen Substanzen, so wird zunächst das Plasma der Zellen in Alkälialbuminate übergeführt und weiterhin möglichenfalls auch die Cellulose der
ίο Zellenwände in Hydrocellulose verwandelt. Fertiger Torf hingegen enthält überhaupt kein Plasma mehr, sondern nur noch einen Teil von seinen Zersetzungsprodukten, und die Cellulose der verschiedenartigen Pflanzen, aus denen sich der Torf gebildet,hatte, ist im Verlaufe des Verwesungsprozesses so widerstandsfähig geworden, daß ein Angriff alkalischer Substanzen auf dieselbe entweder gar nicht oder nur im Verlaufe von Zeiträumen erfolgen kann, die so groß sind, daß sie für das vorliegende Herstellungsverfahren nicht mehr in Frage kommen. Dagegen enthält jeder Torf gewisse, ihm eigentümliche Körpergruppen, wie Humussäuren, harzartige Körper usw., die von jeder genügend kräftigen alkalischen Substanz sofort unter Bildung salzartiger kolloidaler Verbindungen angegriffen werden; diese Körper sind im Torfmoos nicht enthalten. Die Verbindungen der Humussubstanzen und Harze des Torfes mit den Alkalien, die vorliegend zur Aufschließung des Torfes verwendet werden, liefern beim Verkoken eine äußerst zarte, sammetweiche Kohle von großer Aktivität, während die aus Alkälialbuminat bzw. Hydrocellulose erbrannte Kohle von graphitartiger, d. h. wesentlich anderer physikalischer Beschaffenheit ist.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung einer aktiven Kohle von großer Absorptionskraft, dadurch gekennzeichnet, daß man Torf mit einem bestimmten Wassergehalte längere Zeit der Einwirkung von alkalischen Substanzen, wie Kali, Natron, Soda, Pottasche, Kalk, Baryt, unterwirft und die so behandelte Masse nach weiterem Eintrocknen in geeigneten Apparaten bei Luftabschluß bis zum Aufhören der Gasentwicklung erhitzt.
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