DE2708442A1 - Verfahren zur herstellung von modifizierten, waessrigen kunststoff- dispersionen - Google Patents
Verfahren zur herstellung von modifizierten, waessrigen kunststoff- dispersionenInfo
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Description
2708A42
Zentralbereich Patente, Marken und Lizenzen
5090 Leverkusen. Bayerwerk Wr-by
Verfahren zur Herstellung von modifizierten,
wäßrigen Kunststoff-Dispersionen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Modifizierung von stabilen wäßrigen Dispersionen auf Polyurethan-Basis,
die nach diesem Verfahren erhältlichen modifizierten Dispersionen, sowie ihre Verwendung zur Beschichtung
von flexiblen oder nicht flexiblen Substraten.
Die Herstellung von wäßrigen, stabilen, d.h. nicht-sedimentierenden
Dispersionen von anionisch, kationisch oder nichtionisch hydrophil modifizierten Polyurethanen ist seit langem
bekannt (vgl. hierzu beispielsweise GB-PS 1 076 688, DT-PS 1 184 946, DT-AS 1 495 745, DT-OS 1 495 847, DT-OS 2 035 732,
DT-OS 2 344 135, DT-OS 2 446 440, US-PS 3 479 310, US-PS 3 756 992 oder US-PS 3 905 929, "DIE ANGEWANDTE MAKROMOLEKULARE
CHEMIE" 26,1972, Seiten 85-106, "ANGEWANDTE CHEMIE", 82, 1970, Seiten 53-63, J.Oil CoI. Chem. Assoc. 1970, £3,
Seiten 363-379, Advan. Urethane Sei. Technol. 4_, 1976,
Seiten 112-131).
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in einigen dieser Literaturstellen findet sich auch der Hinweis, daß den wäßrigen Polyurethan-Dispersionen Polyisocyanate
einverleibt werden können. So wird beispielsweise in der DT-OS 1 495 847 u.a. der Zusatz von Polyisocyanaten
als Vernetzungsmittel vor der formgebenden Verarbeitung der Dispersionen empfohlen. Auch in der US-PS
3 756 992 findet sich ein Hinweis, daß den dort beschriebenen Dispersionen freie Polyisocyanate des Molekulargewichtsbereichs 110 bis ca. 40OO hinzugefügt werden können, womit
offensichtlich ebenfalls eine Vernetzung der dispergierten Polyurethane bewirkt werden soll.
Wie jetzt überraschend gefunden wurde gelingt es, die anwendungstechnischen Eigenschaften von stabilen wäßrigen,
vorzugsweise Emulgator-freien Polyurethan-Dispersionen, die auch wasserdispergierbare Polymerisate enthalten können,
ganz beträchtlich zu verbessern, wenn den Dispersionen nach einem ganz bestimmten, nachstehend näher beschriebenen
Verfahren ganz bestimmte, ausgewählte Diisocyanate einverleibt werden, wobei offensichtlich eine Umhüllung der
dispergierten Latexteilchen mit aus den Diisocyanaten gebildetem Polyharnstoff erfolgt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von modifizierten wäßrigen Kunststoff-Dispersionen,
dadurch gekennzeichnet, daß man in Polyurethane enthaltende, nicht sedimentierende, wäßrige Kunststoff-Dispersionen
bei Raumtemperatur flüssige organische Diisocyanate, gegebenenfalls bei gleichzeitiger
Anwesenheit von die Isocyanatpolyadditionsreaktion und/ oder die Dimerisierung von Iso-
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cyanatgruppen und/oder die Carbodiimidisierung von Isocyanatgruppen
und/oder die Trimerisierung von Isocyanatgruppen beschleunigenden Katalysatoren, unter Durchmischen bei einer
solchen Temperatur einträgt, bei welcher eine sichtbare Schaumbildung unterbleibt, man die genannte Temperaturbedingung
nach erfolgter Zugabe des Diisocyanats solange aufrecht erhält, bis mindestens 50 % der Isocyanatgruppen
des eingetragenen Diisocyanats abreagiert sind und man gegebenenfalls anschließend die Umsetzung durch Erhitzen
auf bis zu 100°C liegende Temperaturen zu Ende führt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind auch die nach diesem Verfahren zugänglichen modifizierten Kunststoff-Dispersionen,
sowie ihre Verwendung zur Beschichtung von flexiblen und nicht flexiblen Substraten.
Bei den bei erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzenden
wäßrigen Kunststoff-Dispersionen handelt es sich vorzugsweise um Emulgator-freie, nicht-sedimentierende Polyurethan-Dispersionen
mit einem Feststoffgehalt von 10 bis 60 vorzugsweise 20 bis 5O Gew.-%. Es ist jedoch auch
möglich, beim erfindungsgemäßen Verfahren Mischungen derartiger Polyurethan-Dispersionen mit,gegebenenfalls Emulgator-haltigen
Polymerisatdispersionen einzusetzen, wobei der Gehalt dieser Mischungen an Gesamtfeststoff 10 bis
60, vorzugsweise 20 bis 50 Gew.-% und der Anteil der Polymerisate bezogen auf Gesamtfeststoff bis
zu 70 Gew.-%,vorzugsweise bis zu 50 Gew.-%,betragen kann.
Unter "nicht sedimentierenden" Dispersionen sollen in diesem Zusammenhang solche Kunststoff-Dispersionen verstanden
werden, welche nach 4-wöchiger Lagerung bei 200C keinen
sichtbaren Niederschlag bilden.
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8 η 9 81 c>
/ η ι η 7
Für das erfindungsgemäße Verfahren sind beliebige wäßrige
Polyurethan-Dispersionen geeignet, die diesen Voraussetzungen genügen, unabhängig davon, ob es sich um Dispersionen
von anionisch, kationisch oder nicht-ionisch hydrophil modifizierten Polyurethanen handelt und unabhängig
davon, ob die dispergierten Latexteilchen von kugeliger, faseriger oder blättchenförmiger Form sind.
Die Herstellung derartiger Polyurethandispersionen gehört zum bekannten Stand der Technik und erfolgt beispielsweise
nach den in den eingangs erwähnten Literaturstellen beschriebenen Verfahren.
Bei den Polymerisat-Dispersionen, die vor Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens gegebenenfalls mit den
Polyurethan-Dispersionen abgemischt werden können, handelt es sich um beliebige mit diesen Polyurethan-Dispersionen
verträgliche Polymerisat-Dispersionen, wie sie beispielsweise in US-PS 2 939 013, DT-OS 2 014 385, DT-OS 1 953 345,
DT-OS 1 953 348 oder DT-OS 1 953 349 beschrieben sind. Grundsätzlich können beliebige, mit den Polyurethan-Dispersionen
verträgliche Polymerisatlatices wie beispielsweise solche auf Basis von natürlichem oder synthetischem
Kautschuk, Styrol-Butadien-Copolymeren, Polymeren des 2-Chlor-butadiens, Styrol-Acrylnitril-Copolymeren, Polyäthylen,
chlorsulfoniertem oder chloriertem Polyäthylen, Butadien-Acrylnitril-Copolymeren, Butadien-Methacrylat-Copolymeren,
Polyacrylsäureestern, PVC oder gegebenenfalls partiell verseiften Äthylen-Vinylacetat-Copolymerisaten
eingesetzt werden. Besonders bevorzugte Polymerlatices sind solche auf Basis von Polyacrylnitril, Butadien-Acrylnitril-Copolymerisaten
oder aber auch auf Basis von gepfropften Copolymerisaten
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auf Basis von Acrylnitril, Butadien und Styrol, sowie solche auf Basis von Poly(meth)acrylaten.
Für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Diisocyanate
sind bei Raumtemperatur flüssige organische Diisocyanate mit einem maximalen mittleren Molekulargewicht
von 400 vorzugsweise 300. Bevorzugt sind derartige Diisocyanate mit Isocyanatgruppen unterschiedlicher Reaktivität.
Beispiele geeigneter Diisocyanate, die auch als Gemische eingesetzt werden können, sind 2,4-Diisocyanatotoluol,
2,6-Diisocyanatotoluol, durch Umsetzung mit unterschüssigen
Mengen an Tri- oder Tetrapropylenglykol (NCO/OH
Molverhältnis = 1:0,1 - 1:0,3} verflüssigtes 4,4'-Diisocyanatodiphenylmethan,
durch partielle Carbodiimidisierung der Isocyanatgruppen,verflüssigtes 4,4'-Diisocyanatodiphenylmethan,
1-Methyl-2,4-diisocyanato-cyclohexan, 1-Methyl-2,e-diisocyanato-cyclohexan,
1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethylcyclohexan,
4,4"-Diisocyanato-dicyclohexylmethan, oder Hexa-
methylendiisocyanat bzw. dessen Umsetzungsprodukt mit unterschüssigen Mengen an niedermolekularen Glykolen, wie z.B.
1,2-Dihydroxy-propan, Di- oder Tripropylenglykol. Zu den
bevorzugten Diisocyanaten gehören 2,4-Diisocyanatotoluol und
die oben beispielhaft genannten cycloaliphatischen Diisocyanate .
Diisocyanate, welche ein deutlich über 400 liegendes mittleres
Molekulargewicht aufweisen sind ebenso wie tri- und höherfunktionelle Polyisocyanate weniger geeignet und können
allenfalls in untergeordneten Mengen mitverwendet werden.
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δ η 9 8 ^ ^ / η 3 ο 7
Monoisocyanate sind für das erfindungsgemäße Verfahren ungeeignet.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die erfindungsgemäß zu modifizierende Kunststoff-Dispersion
vorzugsweise in einem mit einem Rührer oder einem sonstigen Mischaggregat versehenen, temperierbaren Reaktionsgefäß vorgelegt
und das Diisocyanat bei einer solchen Temperatur im Bereich zwischen O und 5O°C vorzugsweise 10 - 30°C unter
Durchmischen der Komponenten eingetragen, bei welcher eine Schaumbildung nicht beobachtet wird. Diese Bedingungen
werden nach Zugabe des Diisocyanats beibehalten bis mindestens 50 % der Isocyanatgruppen des eingetragenen Diisocyanats
verbraucht sind. Anschließend kann gegebenenfalls die Umsetzung durch Erhitzt
abgeschlossen werden.
abgeschlossen werden.
setzung durch Erhitzen auf Temperaturen von bis zu 100°C
Die Menge des beim erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzenden
Diisocyanats beträgt 1,5 bis 80, vorzugsweise 3 bis Gew.-%, bezogen auf den in der modifizierten Kunststoff-Dispersion
vorliegenden Gesamtfeststoff. Im Falle von Hexamethylendiisocyanat
beträgt die bevorzugte Menge 1,5-5 Gew.-%.
Die genaue Beachtung der obengenannten Temperaturbedingungen ist zur Erreichung des erfindungsgemäß angestrebten Effekts
einer Umhüllung der in der Dispersion vorliegenden Latexteilchen mit einer Polyharnstoffschicht wesentlich, da anderenfalls
mit nicht erwünschten Reaktionen wie beispielsweise der Bildung von, die Latexteilchen nicht umhüllenden, neben
den Polyurethanteilchen vorliegenden Polyharnstoffen oder Vernetzungsreaktionen unter Koagulation des dispergierten
Kunststoffs gerechnet werden muß.
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Neben der Temperaturführung während und nach der Diisocyanat-Zugabe
spielen auch die Mischintensität und die Druckverhältnisse während der Kohlendioxidentwicklung eine gewisse
Rolle, da jedenfalls so gearbeitet werden muß, daß ein Aufschäumen der Reaktionsansätze unterbleibt. Oft ist jedoch
das Anlegen eines schwachen Vakuums zur Entfernung des gebildeten Kohlendioxids von Vorteil.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann
es von Vorteil sein, die bekannten, die Isocyanatreaktionen
beschleunigenden Katalysatoren mitzuverwenden, insbesondere
wenn die Reaktionstemperatur niedrig gehalten wird.
Geeignete Katalysatoren sind insbesondere die Isocyanatadditionsreaktion
beschleunigenden tertiären Amine wie beispielsweise Triäthyl- oder Tributylamin, N-Methyldiäthanolamin,
Dimethyl-äthanolamin oder Triethanolamin.
In gewissen Fällen kann es auch von Vorteil sein, die Di- und/oder Trimerisierungsreaktion von Isocyanatgruppen
beschleunigende Katalysatoren wie z. B. Tributylphosphin,die Carbodiimidisierung von Isocyanatgruppen
beschleunigende Katalysatoren wie z. B. Phospholinoxid mitzuverwenden. Alle diese Katalysatoren kommen im allgemeinen
in Mengen von 0,2 bis 10, vorzugsweise 1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die zur Modifizierung vorgesehene
Diisocyanatmenge, zum Einsatz.
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Anstelle der Verwendung von Abmischungen von Polyurethan-Dispersionen
und Polymerisat-Dispersionen kann man beim erfindungsgemäßen Verfahren auch zunächst eine reine Polyurethan-Dispersion
einsetzen und während der oder nach Beendigung der erfindungsgemäßen Umsetzung die Dispersion
mit einer geeigneten Polymerisat-Dispersion der oben beispielhaft genannten Art verschneiden. Auch derart hergestellte
Kunststoffdispersionen weisen gegenüber nichtmodifizierten entsprechenden Kunststoff-Dispersionen bemerkenswerte
anwendungstechnische Vorteile auf.
Analog können erfindungsgemäß modifizierte Kunststoffdispersionen
mit üblichen Polyurethandispersionen abgemischt werden, z.B. zur Verbesserung der Griffs und Festigkeit
unter Erhalt der guten Filmbildungseigenschaften.
Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet, wie bereits ausgeführt,
eine Umhüllung der dispergierten Latexteilchen mit einem Polyharnstoffilm, was sich in anwendungstechnischer
Hinsicht,insbesondere in einer Erhöhung der Zugfestigkeit, Reibechtheit, Wasser- und Hochtemperaturbeständigkeit, Verbesserung
des Griffs, Verringerung der Kristallisationsneigung oder die Vermeidung von Blockingeffekten der aus
den Dispersionen hergestellten Flächengebilde bemerkbar macht, ohne die Lagerstabilität der Dispersionen zu beeinträchtigen.
Die erfindungsgemäßen modifizierten Dispersionen können
grundsätzlich für die gleichen Anwendungsgebiete verwendet werden, wie die nichtmodifizierten Ausgangs-Dispersionen,
beispielsweise für flexible,homogene oder mikroporöse Beschichtungen
für Papier, Textilien, Natur- und Syntheseleder oder als Klebstoff oder Imprägniermittel, aber auch
als wenig oder nichtflexible überzüge, wie Lacke, für
Holz oder Metalle oder als Schlichte für Glasfasern oder Pigmentumhüllung. Die Applikation erfolgt bevorzugt aus
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wäßriger Phase, in speziellen Fällen aber auch als sehr feinteilige Pulver.
Selbstverständlich können auch Filme hergestellt werden, die man nach der Filmbildung von einer Unterlage abzieht.
Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Polyharnstoff-Modifizierung
liegt darin, daß man die Eigenschaften der eingesetzten Dispersionen überraschend vorteilhaft verbessert,
so daß man in vielen Fällen von bisher ungeeigneten Dispersionen oder Mischungen unter Verwendung
besonders preisgünstiger Dispersionen ausgehen kann. Die Verwendung von wäßrigen Dispersionen scheitert häufig
an der zu großen Wasserempfindlichkeit, beispielsweise als Deckschicht. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gelingt
es, wie im Beispielteil gezeigt wird, aus zunächst unbrauchbaren Dispersionen durch die Polyharnstoff-Umhüllung
wasserfeste Deckstriche oder sogar naßreibechte Lederappreturen
herzustellen. Es ist ferner möglich, auf der Grundlage einer einzigen Dispersion erfindungsgemäß
eine in den Eigenschaften exakt auf den Verwendungszweck abgestufte Produktgruppe herzustellen. So kann z.B. eine
Mehrfachbeschichtung desselben Substrats in der Heise erfolgen, daß man erstens für einen Textilhaftstrich
die nicht modifizierte, wäßrige Primärdispersion verwendet und für zweitens den Deckstrich und gegebenenfalls
drittens den Finish die jeweils auf die Verwendungsfunktionen abgestimmten, durch Polyharnstoffumhüllung verbesserten.
Dispersionen auf der Grundlage derselben Primär-Dispersion.
Oder aber man läßt verschieden große Mengen eines oder mehrerer Diisocyanate auf die wäßrige Primär-Dispereion ein
wirken, so daß auf unterschiedliche Substrate, wie Papier,
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Textilien, Natur-, Synthese- oder Kunstleder, ferner auf Holz, Stahl oder Glas(fasern), speziell auf die Applikationstechnik
abgestimmte Forderungen erfüllt werden und gute Beschichtungen resultieren. Eine erfindungsgemäß
zu Polyharnstoff umhüllte PUR-Dispersion mit einem hohen Gehalt an Polyharnstoff kann auch durch Einrühren von
beliebigen, nicht umhüllten Latices variiert werden. Beispielsweise wird eine als Deckstrich optimierte, mit Poly-,
harnstoff umhüllte und verbesserte Dispersion mit einem weich eingestellten Polyacrylat-Latex vermischt und für
dasselbe Leder als Haftstrich verwendet.
Homogene Beschichtungen erzielt man auf beliebigen Unterlagen nach dem Direkt- oder Umkehrverfahren durch Aufräkeln,
Gießen oder Aufspritzen, überzüge auf flexiblen oder nichtflexiblen Materialien können auch durch Tauchen hergestellt
werden. Trägerlose Folien entstehen beispielsweise durch Aufrakeln der erfindungsgemäßen Verfahrensprodukte
auf ein Trennpapier oder Stahlband und Abziehen von der Unterlage nach Entfernung des Wassers in einem Heizkanal.
Die erfindungsgemäß modifizierten Kunststoff-Dispersionen
eignen sich ferner besonders zur Herstellung von sehr feinteiligen Pulvern mit einem Teilchendurchmesser von 1-5
,um durch Gefriertrocknung, Sprüh- oder Stromtrocknung. Solche
Pulver können entweder direkt oder nach dem Vermischen mit Wasser oder beliebigen anderen Dispersionsmitteln in
der Form von Sekundär-Dispersionen auf Substrate appliziert
werden. In speziellen Fällen können diese Pulver in organischen Medien suspendiert werden, die für Polyadditionsreaktionen
reaktive Gruppen enthalten. Beispielsweise können Polyole oder Polyisocyanate als sekundäre Dispersionsmittel
dienen. Als inerte organische Medien kommen auch Lösungsmittel in Frage, die gegebenenfalls Kunststoffe gelöst enthalten.
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Beim Mischen der Komponenten ist, um sehr störendes Schäumen zu vermeiden, darauf zu achten, daß das meistens
hydrophobe Diisocyanat in die wäßrige Dispersion rasch und feinteilig emuIgiert und gleichzeitig wenig Luft, oder
besser keine Luft, eingerührt wird. Dies kann dadurch erreicht werden, daß die Komponenten bei den angegebenen
Temperaturen in einem hochwirksamen statischen Nischer, beispielsweise in einem Kenics-Mischer oder dynamischen
Durchflußmischer mit sehr kurzer Verweilzeit vereinigt werden. In vielen Fällen ist es ausreichend, zuerst die
Emulgierung des Diisocyanate mit nur einem Teil der wäßrigen Dispersion, beispielsweise mit 20-40 Gew.-% der
Gesamtdispersion, vorzunehmen und in eine übliche Rührapparatur einzuleiten, in der die Restmenge der Dispersion
vorgelegt ist und die unter schwach reduziertem Druck (300-600 Torr) so langsam gerührt wird, daß das Diisocyanat
fein emulgiert bleibt. Dann wird allmählich die Temperatur eingestellt, bei der das Diisocyanat nur langsam mit Wasser
unter Kohlendioxidabspaltung reagiert. Die in den Versuchsbeispielen angegebenen Reaktionstemperaturen beziehen
sich auf die Reaktion der Hauptmenge, ca. 80-95 Gew.-% der Gesamtisocyantmenge (5), und Restmenge (6). über die
acetonische Lösung hergestellte wäßrige PUR-Dispersionen weisen einen Acetongehalt unter 1 Gew.-%, bevorzugt unter
0,5 Gew.-%, auf.
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Laborme thodeη
Methode I
Das Diisocyanat wird in einer Portion bei einer möglichst niedrigen Temperatur direkt in die flüssige Phase der gesamten
Dispersionsmenge, die in einer üblichen Labor-Rührapparatur vorgelegt und gegebenenfalls mit Wasser verdünnt
ist, eingetragen und fein emulgiert, indem während der raschen Zugabe sehr schnell und nach Beendigung der Zugabe
möglichst langsam gerührt wird. Dann legt man ein schwaches Vakuum von 500 +150 Torr an und stellt die angegebene
Hauptreaktionstemperatur (5) ein. Falls die Kohlendioxid-Entwicklung
ein zu starkes Schäumen bewirkt, senkt man die Reaktionstemperatur durch Kühlen mit Eiswasser. Die
fortschreitende Polyharnstoffbildung kann durch Probeentnahme und Bestimmung der Menge an freiem Isocyanat quantitativ
verfolgt werden. Wenn etwa 90 Gew.-% der eingesetzten Menge Diisocyanat zu Polyharnstoff umgesetzt sind, erhöht
man auf die Temperatur (6), bis kein freies Isocyanat mehr nachgewiesen werden kann.
Methode II
Die Emulgierung des Diisocyanats erfolgt kontinuierlich aber langsam oder diskontinuierlich in kleinen Portionen in der
Weise, daß bereits 30 - 70 Gew.-% Diisocyanat reagiert haben, bis die Restmenge eingetragen wird. In Fällen einer
katalytischen Beschleunigung durch organische Verbindungen wird der Katalysator vor der Diisocyanatzugabe mit der
wäßrigen Dis-
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persion vereinigt. Sonst wird wie unter Methode I beschrieben verfahren.
Die Reaktionen erfolgen in Kesselrührapparaturen mit Wendeloder Kreuzbalkenrührern bei möglichst niedriger Rührgeschwindigkeit,
in denen wenigstens ein Teil der wäßrigen Dispersion vorgelegt wird. Das Diisocyanat wird aus einem
mit Stickstoff überschichteten Vorratsgefäß mit Hilfe eines Stahlrohres (Ermetorohr, Innendurchmesser 5 mm) eingeleitet,
das in das untere Drittel der Flüssigphase des Reaktionskessels eintaucht.
Die im Reaktionskessel vorgelegte Dispersion wird auf eine Temperatur gekühlt, die ca. 2-5°C unter der als
Haupt-Temperatur (5) angegebenen liegt und mit dem kontinuierlichen Einleiten des Diisocyanat begonnen.
Falls die Temperatur (5) überschritten wird, muß intensiver gekühlt oder die Zuflußmenge gedrosselt werden.
Sonst wird nach Methode I und II verfahren.
Methode IV
Es wird wie bei Methode III beschrieben verfahren, jedoch
nach dem Einleiten des Diisocyanats der Di- bzw. Trimerisierungskatalysator
(10 %ig in der verwendeten Dispersion
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verdünnt) eingetragen. Wenn kein freies Isocyanat mehr nachgewiesen werden kann, wird der Katalysator bei Verwendung
von Tributylphosphin durch Zugabe von 5O Gew.-% Schwefelblume, bezogen auf die Katalysatormenge, vernichtet.
Analog wird Phospholinoxid zur partiellen "in situ"-Carboddimidisierung zugesetzt.
Methode V
Das Diisocyanat und 30-40 Gew.-% der Gesamtdispersion werden mit Hilfe eines Kenics-Mischers bei einer Temperatur möglichst
unter der Temperatur (5) sehr intensiv gemischt und in die im Rührkessel vorgelegte Restmenge der Dispersion
eingeleitet. Sonst wird wie unter Mehtode III beschrieben gearbeitet.
Methode VI
In einem statischen Mischer emulgiert man wie unter Methode V beschrieben das Diisocyanat jedoch in der Gesamtmenge der
PUR-Dispersion und leitet die Mischung in einen Rührkessel
ein, in dem der wäßrige Polymerisatlatex vorgelegt ist. Sonst wird wie bei den oben beschriebenen Methoden verfahren.
Anionische PüR-Dispersion A (PUR = Polyurethan)
Viskosität 40 %ig in Hasser bei 25°C ca. 40 cP, Teilchenform
und Durchmesser: kugelig, ca. 0,2-um, starker Tyndalleffekt.
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Zusammensetzung: 1OO,O Gew.-Tie.
17,5 Gew.-Tie. 2,7 Gew.-Tie.
Adipinsäure-Hexandiol-(1,6)-Neopentylglykol-Polyester (OH-Zahl 66)
1,6-Hexandiisocyanat
Äthylen-diamino-2-äthan-sulfonsaures Natrium
150,0 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser
Die Herstellung erfolgt nach DT-AS 1 495 745 und DT-AS 2 035 732 über die acetonische Lösung.
Tabelle 1; Versuchsbeispiele 1-13 mit PUR-Dispersion A
| Lfd. Nr. |
Verf. i Meth. |
Diisocyanat | 7 IPDI | Zus. St. °C |
Reakt Beg. 0C |
.Temp. Ende |
Festst. Gehalt Gew.-% i.Was. |
Viskosi tät 25°C |
Bemerkun gen |
| 1 | 2 | 3 | 10 IPDI | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
| 1 | III | 15 IPDI | 20 | 50 | 43 | 190 | |||
| 2 | III | 3 H 10 h |
2N | 18 | 40 | 42,6 | 45 | ||
| 3 | V | 5 H/DPG | - | 30 | 40 | 30 | 60 | ||
| 4 5 |
I I |
5 POT | - | 18 18 |
30 30 |
41,2 42,6 |
1500 hochpas- tös |
[nur wenige |Std. lagerf. |
|
| 6 | I | 10 PHMDI | - | 18 | 30 | 41,2 | 80 | ||
| 7 | I | 10 T100 | - | 20 | 40 | 41,2 | 100 | ||
| 8 | II | 30 T80 | - | 20 | 55 | 42,6 | 45 | ||
| 9 | I | 50 T80 | 3P0 | 20 | 22 | 42,6 | 50 | ||
| 10 | V | 5 D44/TPG | - | 15 | 24 | 40,0 | 80 | ||
| 11 | V | 5 D44 | - | 12 | 18 | 40 | 100 | ||
| 12 | II | - | 23 | 30 | 41,2 | 45 | |||
| 13 | II | - | 42 | 45 | 41,2 | 65 | ca. 3 Gew.-% Agglomerate |
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50.un
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27Ü8A42
Räkelt man die nach Beispiel 1-4 und 6-12 hergestellten
Polyharnstoff-PUR-Dispersionen auf eine Glasplatte auf und verdampft das Wasser bei 12O-15O°C (ca. 3-10 Min.),
entstehen transparente Filme. Die Zugfestigkeit von ca. 0,2 mm dicken Filmen oder Beschichtungen wird bei Verwendung
von 5-10 Gew.-% Diisocyanat um 50-120 % der ursprünglichen Zugfestigkeit (bezogen auf vergleichbare
Filme der Ausgangsdispersion A) erhöht unter Erhaltung einer ausgezeichneten Bruchdehnung. Die Oberfläche der
Filme verliert mit zunehmendem Gehalt an Polyharnstoff den gummiartigen Griff und wird unlöslicher in organischen
Lösungsmitteln und resistenter gegenüber Wasser. Die Versuche 4 und 13 zeigen, daß die dort genannten
Diisocyanate für das erfindungsgemäße Verfahren in der genannten hohen Konzentration (Beispiel 5) weniger gut
bzw., da bei Raumtemperatur nicht flüssig, überhaupt nicht geeignet sind (Beispiel 13).
Das unter Beispiel 11 aufgeführte Versuchsprodukt ist
besonders geeignet zum Abmischen mit beliebigen anderen Dispersionen oder als harter, trockener Deckstrich.
Spalte 3 = Gew.-Prozent (bezogen auf Gesamtfeststoff
einschließlich erfinrtungsgemäß gebildeten
Polyharnstoff) und Art der Diisocyanate
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IPDI Isophorondiisocyanat
H 1,6-Hexandiisocyanat
H/DPG Addukt aus 1,6-Hexandiisocyanat und
Dipropylenglykol NCO-Gehalt 18,3 Gew.-%
PHT Perhydriertes Diisocyanat T8O
PHMDI Perhydriertes Diisocyanat D44
T 100 2,4-Toluylendiisocyanat
T 8O 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat
Isomerengemisch 80:20
D44/TPG Addukt aus 4,4'-Diphenylmethan-diisocyanat
und Tripropylenglykol, NCO-Gehalt 22,8 %
D44 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat
Spalte 4 = Zusatzstoffe in Gew.-Prozent bezogen auf Diisocyanatmenge
N N-Methyldiäthanolamin
PO Phospholinoxid
Viskosität 40 %ig in Wasser bei 25°C ca. 30 cP Teilchenform und Durchmesser : kugelig ca. 0,2,um
78 Gew.-TIe. Adipinsäure-Phthalsäure-Xthylenglykol-Polyester
(OH-Zahl 64)
Le A 17 744 - 17 -
809835/0307
22 Gew.-Tie.
15 Gew.-Tie.
4 Gew.-Tie.
179 Gew.-Tie.
Phthalsäure-Xthylenglykol-Polyester (OH-Zahl 56)
1,6-Hexandiisocyanat
Äthylen-diamino-2-äthansulfonsaures Natrium
entionisiertes Wasser
Herstellung nach DT-AS 1 495 847 und DT-OS 2 035 732 über
acetonische Lösung.
Lfd. Verf. Diisocyanat Zus. Reakt. Tanp. Festst. Viskosität Bemer-Nr. Meth. St. Beg. Erde Gehalt bei 25°C kungen
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 6 | 8 | 9 |
| 14 | III | 10IPDI | 2N | 15 | 45 | 42, | 6 | 121 | |
| 15 | II | 10PHM)I | 3N | 20 | 55 | 42, | 2 | 135 | |
| 16 | I | 5 H | - | 20 | 60 | 41, | 1200(870OP |
verpast.
b.Lagern |
|
Die nach Beispiel 14 und 15 hergestellten, lagerstabilen Dispersionen trocknen im Gegensatz zur reinen Dispersion B
zu einem trockenen, transparenten Film mit hoher Wasserfestigkeit bei 50-1100C.
1) Viskosität nach 1(2) Tagen. Anionische PÜR-Dispersion C
Le A 17 744
- 18 -
809835/0307
Viskosität 40 %ig in Wasser bei 25°C ca. 30 cP,
Teilchenform und Durchmesser: kugelig 0,1 ,um
100,0 Gew.-TIe. Adipinsäure-Butandiol-(1,4)-Polyester
(OH-Zahl 50)
12,0 Gew.-TIe. Toluylendiisocyanat, Isomerengemisch
2,4:2,6 = 65:35
2,5 Gew.-TIe. Äthylen-diamino-2-äthansulfonsaures
Natrium
172,0 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser
Herstellung nach der Lehre der DT-AS 1 495 745 und DT-OS 2 035 732 über die acetonische Lösung.
Lfd. Verf. Diisocyanat Zus. Reakt. Temp. Festst. Viskosität
Nr. Meth. St. Beg. Ende Gehalt bei 25°C
| 1 | 2 | 3 | 4 | - | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 17 | II | 1OT80 | - | 20 | 20 | 42,6 | 400 | |
| 18 | III | 15T8O | _ | 13 | 15 | 40,0 | 50 | |
| 19 | V | 3OT80 | 13 | 15 | 40,0 | 65 |
Le A 17 744 - 19 -
80983 5/0307
2Z
2708ΛΑ2
Die wasserfreien Filme und Beschichtungen der Beispiele 18 und 19 weisen eine besonders gute Zugfestigkeit 4(X)-470
2
kp/cm und Bruchdehnung 600-850 % auf und bleiben über 10°C transparent, da die Kristallisation des nicht er-
kp/cm und Bruchdehnung 600-850 % auf und bleiben über 10°C transparent, da die Kristallisation des nicht er-
2 findungsgemäß modifizierten Produktes (Zugf. 210 kp/cm ,
Bruchdehnung 870 %) stark verzögert wird. Die Wasserfestigkeit der Polyharnstoff-PUR-Beschichtungen wird
außerdem stark erhöht und gleichzeitig die Quellung in organischen Lösungsmitteln erniedrigt.
Ansatz; 85 Gew.-TIe. eines auf Bisphenol A gestarteten
Polypropylenglykol-Polyäthers (OH-Zahl
197) (PX)
15 Gew.-Tie. eines propoxylierten Adduktes aus
2-Butendiol-1,4 und NaHSO3 (OHZ 264,
76 %ig in Toluol) (AD)
44 Gew.-Tie. Hexamethylendiisocyanat-1,6 (H)
11 Gew.-Tie. Harnstoff
350 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser 25 Gew.-Tie. Formaldehyd (30 %ig in Wasser)
350 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser 25 Gew.-Tie. Formaldehyd (30 %ig in Wasser)
Die Polyäther (PÄ) und das Addukt (AD) werden bei 110°C unter Rühren im Wasserstrahlvakuum 1 Stunde entwässert
und dann auf 70°C abgekühlt. Es wird das Diisocyanat (H) zugegeben und solange bei 8O0C gerührt, bis ein NCO-Wert
Le A 17 744
- 20 -
809835/0307
von 5,2 % erreicht ist. Dann wird Harnstoff zugegeben und
auf 125°C erwärmt und gerührt. Wenn die Schmelze NCO-frei ist, wird auf 1OO°C abgekühlt und das Wasser (8O0C warm)
eingerührt. Nach ca. einstündigem Nachrühren wird der Formaldehyd zugesetzt und ca. 1 Stunde bei 7O°C gerührt.
Versuchsbeispiel 20 (mit PUR-Dispersion D)
Nun wird erfindungsgemäß auf Raumtemperatur abgekühlt und
mit 18 Gew.-TIn. Isophorondiisocyanat nach Methode III zur Reaktion gebracht. Man rührt bei ca. 20 C nun solange, bis
die Dispersion keine freien NCO-Gruppen mehr enthält, wobei man in der Endphase die Temperatur auf ca. 50 C
erhöht. Die entstandene Dispersion hat einen Feststoffgehalt von 29,3 %, eine Fordbecherviskosität (4 mm Düse)
von 11,3 Sekunden und einen pH-Wert von 6,1. Die Dispersion zeigt im durchscheinenden Licht einen Tyndall-Effekt.
Ein chromgegerbtes, nicht geschliffenes Naturleder wird
wie üblich mit Casein-Deckfarben und Polymerisatbindern (vgl. Bergmann-Großmann, Handbuch der Gerbereichemie und
Lederfabrikation, Band III, 1. Teil, S. 699 ff, Springer
Verlag Wien, 1961) grundiert und anschließend mittels Spritzauftrag mit folgender wäßriger Flotte appretiert:
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809835/0307
650 Tie. der modifizierten Dispersion aus Beispiel 20,
30 Teilen einer wäßrigen Siliconölemulsion und 320 Teilen Wasser (Auftragsinenge ca. 20 g der Flotte/
qfs Leder).
Nach dem Trocknen bei Raumtemperatur wird das zugerichtete Leder bei 12O-14O°C mit 100 atü Druck ohne Beschädigung gebügelt. Mit der unmodifizierten PUR-Dispersion D appretierte
Leder werden beim Bügeln bei 80°C bereits beschädigt und kleben an der Bügelmaschine.
Die Tabelle enthält die Echtheitswerte dreier Leder, die mit unterschiedlichen Appreturen zugerichtet wurden:
II Appretierung mit Dispersion D, d.h. ohne Isocyanatmodifizierung
III Appretierung analog II, aber zusätzlicher sauer katalysierter Polykondensation der Methylolharnstoffgruppen
I II III
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009835/0307
II III
Heißbügelechtheit über 15O°C 7O-8O°C 8O°C
Kante ohne Beschädigung
Heibügelechtheit mit 140°C 8O°C 8O°C
Bügelmaschine ohne Beschädigung
(.000 1 ι) 100.000 \
V ·
Knickungen (naß) 20.
Knickungen (trocken) 100.000 \ ohne Be- mit ger. mit ger.
schädig. Beschädig. Beschädig.
Haftung (naß) gut gut gut
7,58 kg Polypropylenglykol (linear, OHZ 56) (PPG) 2,51 kg auf Bisphenol A gestarteter Propylenoxidäther
(OHZ 197) (PÄ) 2,02 kg propoxyliertes Addukt aus 2-Butendiol-1,4 und
NaHSO3 (OHZ 236) (AD) 3,88 kg Toluylendiisocyanat 2,4/2,6 Isomeres wie 80:20
(T80)
25,00 kg entionisiertes Wasser 0,056 kg Hydrazin-Hydrat)
25,00 kg entionisiertes Wasser 0,056 kg Hydrazin-Hydrat)
) Amingemisch 1,33 kg Isophorondiamin)
Die drei Diole PPG, PÄ und AD werden bei 110°C unter Rühren
im Wasserstrahlvakuum 45 Minuten entwässert. Es wird auf
Le A 17 744 - 23 -
9835/0
40°C abgekühlt und T80 zugegeben. Es wird solange unterhalb 55°C gerührt bis ein NCO-Wert von 5,4 % erreicht ist.
Der Kessel wird auf etwa 25°C abgekühlt und unter schnellem Rühren mit Lewatit-Wasser dispergiert. Es sollte hierbei
etwas gekühlt werden, um eine CO^-Entwicklung zu vermeiden.
Nach 5-minütigem Rühren wird das Amin-Gemisch in 0,5 kg Wasser zugetropft. Nach 5-stündigem Nachrühren erhält man
eine Dispersion mit einem Feststoff von 40,2 %, einer Viskosität von 20 cP und einem pH-Wert von 8, die im durchscheinenden
Licht einen starken Tyndall-Effekt aufweist.
Nach Methode III wird die PUR-Dispersion E mit 5, 10 und 15 % T80 (bezogen auf Feststoff) bei 15°C gegen Ende der
Reaktion bei 20°C umgesetzt bis keine freien NCO-Gruppen nachweisbar sind.
Folgende Produkte resultieren und werden als Klebstoffe für Holz-Resopal-Verklebung geprüft:
Versuchsbeispiele 21 22 23
| Dispersion E | 10000 | g | 100OO g | 100OO | g |
| T80 | 201 g | (5%) | 402 g(10%) | 603 g | (15%) |
| Feststoff | 41,35 | % | 42,5 % | 43,6 % | |
| Viskosität | 20 cP | 20 cP | 20 cP | ||
| pH | 6,1 | 6,1 | 6,1 | ||
| Volumenquellung des | 52 % | 26,5 % | 8,5 % | ||
| Filmes in Wasser |
Le A 17 744 - 24 -
809835/0307
2708U2
Klebtechnische Ergebnisse Versuchsbeispiele 21 22 23
|
2
kp/cm |
1h | 111 HA | 116 | HA | 107 | HA |
| Holz-Holz | 24h | 125 HA | 90 | HA | 111 | HA |
| 9d | 118 Ha | 131 | HA | 96 | HA | |
|
2
kp/cm |
1h | 79* | 77 | . | 46 | * |
| Holz-Resop. | 24h | 93 * | 77 | 55 | 4 | |
| 9d | 65 * | 77 | 35 | * |
HA = Holzausriß
* = Resopalriß
Es wird die Polyurethan-Dispersion E mit einer 32,0 %igen Polymerisatdispersion (Copolymer aus Butadien mit 35 %
Acrylnitril) im Feststoffverhältnis 4:1 gemischt und mit 5 % Diisocyanat T 65 bei 15-2O°C erfindungsgemäß nach
Methode III umgesetzt. Der reine Polymerisatlatex ist als Holz-Resopal-Klebstoff ungeeignet. Eine Abmischung der
Dispersion aus Beispiel 21 mit der Polymerisatdispersion im Feststoff-Verhältnis 4:1 ist ebenfalls unbefriedigend.
Dagegen zeichnet sich die in Beispiel 24 beschriebene Dispersion fUr die Holz-Holz- oder Holz-Resopal-Verklebung
durch folgende Eigenschaften aus:
Le A 17 744 - 25 -
80983Β/Π307
22 2708U2
Holz - Holz
1h 114 HA 24 h 115 9 d 105
88 HA = Holzausriß 60 * = Resopalriß 80* Werte In kp/cm2
Viskosität 33,5 %ig in Wasser bei 25°C 66OO cP, Teilchenform
und Durchmesser: unregelmäßig geformte Blättchen und Nadeln von 0,05 - 5 -um.
172,0 Gew.-TIe. Polyester aus Adipinsäure, 1,6-Hexandiol
und Neopentylglykol, OH-Zahl
37,0 Gew.-TIe. Äthylen-diamino-2-äthansulfonsaures
Natrium
458,0 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser
Lösungsmittelfreie, kontinuierliche Herstellung nach DOS 2 311 635 mit Hilfe einer Kreiselhomogenisiermaschine.
| Lfd. Nr. |
Verf. Meth. |
Diisocyanat | Zus. St. |
Reakt. Beg. |
15 15 |
Temp. Ende |
22 20 |
Festst. Geh.Gew.-% |
25 29 |
Visk.b.25 C CP |
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | |||
| 25 26 |
IV IV |
15 H 15T65 |
2TBP 1TBP |
2.800 4.100 |
Le A 17 744 - 26 -
809835/0307
Spalte 3 T 65 = 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat, Isomeren-
verh. = 65:35
Spalte 4 TBP
Tributy!phosphin
Die Dispersionen der Versuchsbeispiele sind besonders für eine Textilbeschichtung (Vers. 26 als Haftstrich und Versuch
25 als Deckstrich) geeignet, da durch die erfindungsgemäße Diisocyanatmodifizierung die chemische Reinigungsbeständigkeit
und Wasserquellung sowie gleichzeitig die mechanischen Eigenschaften und die Oberflächenqualität verbessert werden.
|
Lfd.
Nr. |
Polymerisat- Verf.
Latex Meth. |
3 |
Diisccyanat Reakt.
Beg. |
5 | . Tanp. Ende |
Festst.
geh. Gew.-% |
Viskos. b.25°C cP |
| 1 | 2 | VI | 4 | 20 | 6 | 7 | 8 |
| 27 | a | VI | 5 T80 | 20 | 20 | 33,6 | 2500 |
| 28 | a | VI | 10 T80 | 20 | 20 | 33,6 | 2950 |
| 29 | b | VI | 10 T80 | 20 | 40 | 32,0 | 3200 |
| 30 | C | VI | 10 T80 | 20 | 30 | 37,5 | 4350 |
| 31 | a | 15 T80 | 20 | 30 | 4100 | ||
| Erläuterung: | |||||||
| Spalte 2 = : | PUR-Polymerisat-Feststof!verhältnis 1:1 |
a =
b =
Le A 17 744
40 %iger, wäßriger Latex eines Copolymerisate aus Butadien-Methacrylsäurebutylester und 15
Gew.-% Acrylnitril
40 %iger, wäßriger Latex eines Copolymerisats aus Butadien und 15 Gew.-% Acrylnitril.
- 27 -
80983S/0307
2708U2
c = 50 %iger, wäßriger Latex eines Copolymerisats
aus Acrylsäurebutylester mit 5 Gew.-% Acrylnitril
Die bei 80-110°C aus den stabilen Dispersionen hergestellten
transparenten Filme haben folgende Eigenschaften:
| Vers. | Zugfestig | Bruch | Zugfestigkeit | nach Wasser- |
| Prod. | keit kp/cm2 | dehnung | lagerung bei | 20°C |
| % | 1 h | 24 h | ||
| 27 | 113 | 650 | ++ | + |
| 28 | 148 | 680 | +++ | ++ |
| 29 | 140 | 590 | ++ | ++ |
| 30 | 155 | 620 | +++ | +++ |
| 31 | 180 | 680 | +++ | +++ |
| Erläuterung: |
praktisch unverändert wenig verringert deutlich verringert
Filmvergleichswerte der Dispersionen vor der Polyharnstoffumhüllung
Bruchdehnung %
PUR-Disp. F
Copolymerisat a
Copolymerisat b
Copolymerisat c
Copolymerisat a
Copolymerisat b
Copolymerisat c
PUR-Disp.F + Cop. a Feststoffverh. 1:1
Le A 17 744
118 12 29 31 55
890
1650
650
720
1450
- 28 -
80983R/D307
Die Zugfestigkeit der Vergleichsproben ist nach 1 Stde, Wasserlagerung bei 20 C unbefriedigend gering.
Viskosität 47 %ig in Wasser 3850 cP, Teilchenform und Durchmesser:
unregelmäßig geformte Blättchen und Nadeln von 0,03-2 ,um.
2.5OO Gew.-TIe. eines 3,9 Gew.-% freie Isocyanatgruppen enthaltenden
Präpolymeren aus Polypropylenoxid, OH-Zahl 56 und Toluylendiisocyanat (Isomerengemisch
2,4:2,6 - 65:35) 125 Gew.-TIe. Äthylen-diamino-2-äthansulfonsaures Natrium
2.630 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser
Die Herstellung erfolgt kontinuierlich und lösungsmittelfrei nach DT-OS 2 311 635 mit Hilfe einer Kreiselhomogenisiermaschine.
Ein bei 90-110°C hergestellter Film hat eine Zugfestigkeit von 22 kp/cm und eine Bruchdehnung von 1150 %.
Versuchsbeispiel 32 (mit PUR-Dispersion G)
Eine mit 10 Gew.-% Diisocyanat T 80 (bezogen auf Gesamtfeststoff)
bei Raumtemperatur nach Methode I durchgeführte Polyharnstoffumhüllung führt zu einer Dispersion, die 40 %ig
in Wasser 2950 cP/25°C aufweist. Die Zugfestigkeit des bei 100°C gewonnenen Films beträgt 97 kp/cm und hat eine Bruch-
Le A 17 744 - 29 -
809835/0307
2708Α42
dehnung von 63Ο %. Die Dispersion ist wegen ihrer Weichheit
als Textilhaftstrich besonders geeignet.
Viskosität 30 %ig in Wasser bei 25°C 30 cP, Teilchenform
und Durchmesser: kugelig 0,05-0,2OyUm, starker Tyndalleffekt.
23,0 Gew.-TIe. Adipinsäure-Phthalsäure-Polyester (OH-Zahl 64)
77,0 Gew.-TIe. Phthalsäure-Äthylenglykol-Polyester
(OH-Zahl 56)
14,0 Gew.-Tie. 1,6-Hexandiisocyanat
2,2 Gew.-TIe. U-Methyldiäthanolamin
0,5 Gew.-Tie. 1,2-Diaminopropan
2,2 Gew.-TIo. Dimethylsulfat
277,0 Gew.-Tie. <?nt ionisiertes Wasser
Die Herstellung ei folqt nach der Lehre der DT-AS 1 495 745.
Versuchsbeispiel 32 mit PUR-Dispersion H
Mit 5 Gew.-% Diisocyanat IPDI bei 15-23°C nach Methode I
mit Polyharnstoff umhüllt hat die Dispersion 30 %ig in Wasser eine praktiscli unveränderte Viskosität. Bei Entzug
des Wassers bei ca. 100°C entsteht ein transparenter Film, der bei Temperaturen bei 175°C nicht blockt und auf Glas
besser haftet als ein Film aus der reinen Dispersion H. Die Wasserfestigkeit ist deutlich verbessert.
Le A 17 744 - 30 -
80983 S/0307
Erfolgt die Diisocyanat-Zugabe bei Temperaturen über 3O°C,
so tritt innerhalb kurzer Zeit eine starke Viskositätszunahme auf. Innerhalb einer Stunde verfestigt sich die
Dispersion zu einer krümeligen Masse.
Viskosität 50 %ig in Wasser bei 25°C ca. 50 cP, Teilchengröße und Durchmesser: kugelig ca. 0,2.um.
92,0 Gew.-TIe. Adipinsäure-Hexandiol-Neopentylglykol-Poly-
ester (OH-Zahl 66)
8,0 Gew.-TIe. Umsetzungsprodukt eines auf n-Butanol gestarteten
Polyäthylenoxidäthers und 1,6-Hexandiisocyanat und Diäthanolamin im Mol-Verhältnis
1:1:1 mit der OH-Zahl 50 14,0 Gew.-Tie. Isophorondiisocyanat
10,0 Gew.-TIe. 1,6-Hexandiisocyanat 4,3 Gew.-TIe. Isophorondiamin
1,3 Gew.-TIe. Hydrazin-Monohydrat 130,0 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser
1,3 Gew.-TIe. Hydrazin-Monohydrat 130,0 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser
Die Durchführung der Polyadditionsreaktionen erfolgt nach der Lehre der DT-OS 2 314 512.
Le A 17 744 - 31 -
8 η ci R ί w m η 7
Läßt man nach Methode III 15 Gew.-% Diisocyanat IPDI, bezogen auf Gesamtfeststoff, bei 15-2O°C in Anwesenheit
einer katalytischen Menge einer wasserlöslichen tert. Stickstoff enthaltenden organischen Verbindung einwirken,
so entsteht unter Ausbildung von Polyharnstoff-Hüllen einer
in der Viskosität nur wenig erhöhte Dispersion, die wegen der erhöhten Härte und Zugfestigkeit und Resistenz gegenüber
Wasser und chemischen Reinigungsmitteln vorzüglich als lichtstabiler Deckstrich verwendet werden kann,
während die nicht modifizierte Dispersion I aufgrund ihrer Eigenschaften gleichzeitig als Haftstrich geeignet
ist.
Nichtionische PUR-Dispersion K
Zusammensetzung;
63 Gew.-TIe. Adipinsäure-Butandiol-Polyester (OHZ 50)
(PE)
24 Gew.-TIe. eines auf Bisphenol A gestarteten PoIypropylenglykolpolyäthers
(OHZ 197) (PÄ)
13 Gew.-TIe. eines auf Butanol gestarteten Polypropylenpolyäthylenglykolpolyäthers
(Verh. Propylenoxid:Äthylenoxid 85:15, OHZ 26) (Dispergator) 27 Gew.-TIe. Hexamethylendiisocyanat-(1,6)
7,6 Gew.-TIe. Isophorondiamin
1 Gew.-Tl. Hydrazin-Hydrat
205 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser 320 Gew.-TIe. Aceton
1 Gew.-Tl. Hydrazin-Hydrat
205 Gew.-TIe. entionisiertes Wasser 320 Gew.-TIe. Aceton
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Der Polyester (PE) und die Polyäther (PÄ) und (Dispergator) werden bei 11O°C unter Rühren im Wasserstrahlvakuum 1 Stunde
entwässert und dann auf 7O°C abgekühlt. Es wird das Diisocyanat zugegeben und solange bei 100 C gerührt, bis ein
NCO-Wert von 5,7 % erreicht ist. Dann werden 300 g Aceton eingerührt. Das NCO-endständige Präpolymer in Aceton wird
mit den zwei Aminen verlängert, wobei das Isophorondiamin
mit 20 g Aceton zuvor verdünnt wird. Nach dem Verlängern des Oligourethans mit den Aminen wird das Polyurethan mit
Wasser zu einer Dispersion gefällt. Anschließend wird das Aceton abdestilliert, bis der Acetongehalt unter 1 % liegt.
Es werden wie im Versuchsbeispiel 32 beschrieben mit 17
Gew.-Teilen Isophorondiisocyanat bei Raumtemperatur die
I'olyharnstoffhüllen gebildet. Man erhält eine Dispersion
mit einer Fordbecherviskosität (4 mm Düse) von 14 Sekunden
bei einem Feststoffgehalt von 40 %. Der pH-Wert beträgt
6,0. Die Dispersion zeigt im durchscheinenden Licht einen Tyndall-Effekt.
Ein chromgegerbtes nicht geschliffenes Narbenleder wird
mit folgender Flotte grundiert:
Le A 17 744 - 33 -
ft η 9 8 3 β / η 3 η 7
100 Gew.-Tie. Eukanolfarben (Bayer AG)
70 Gew.-Tie. Isodermmattierung LA 86 (Bayer AG)
535 Gew.-TIe. Wasser
75 Gew.-TIe. der Polyurethandispersion aus Beispiel 34
200 Gew.-TIe. Eukanolbinder IM (Bayer AG)
20 Gew.-Tie. einer Siliconölemulsion
Die Flotte wird zweimal aufgespritzt und nach dem Trocknen
bei 90°C auf der Bügelpresse mit 100 atü Druck gebügelt. Anschließend wird mit folgender Flotte im Spritzauftrag
appretiert:
465 Gew.-Tie. der Polyurethandispersion aus Beispiel 34
30 Gew.-TIe. einer wäßrigen Siliconölemulsion
480 Gew.-Tie. Wasser und
25 Gew.-TIe. Acrafix CN (Melaminharz)
Nach dem Trocknen bei Raumtemperatur wird das zugerichtete Leder bei 120°C mit 1OO atü gebügelt. Mit der unmodifizierten
Dispersion K appretierte Leder werden beim Bügeln über 800C
beschädigt.
I Appretierung mit der erfirtdungsgemäßen Dispersion von
Beispiel 34.
II Appretierung mit Dispersion K, d.h. ohne Isocyanatmod
i f i ζ1erung
Le A 17 744 - 34 -
809B35/0307
2708U2
| Naßreibungen | (1 | kg | Beiast.) | ■» r\r\r\ I | 250-300 | 20-30 |
| Trockenreibungen | (1 | kg | Beiast.) | ca. 1000 | ca. 1000 | |
| Alkoholreibungen | (1 | kg | Beiast.) | 20-25 | 5-10 | |
| Acetonreibungen | (1 | kg | Beiast.) | 10-15 | 2-3 | |
| Heißbügelechtheit | über Kante | 150°C | 80°C | |||
| Heißbügelechtheit maschine |
mit Bügel- | 120°C | 80°C | |||
| Knickungen (naß) | 20.000 | ohne Beschä digung |
mit erhebl. Beschädigung |
gut
gut
Le A 17 744
- 35 -
80983 5/0307
Claims (5)
1.: Verfahren zur Herstellung von modifizierten wäßrigen
Kunststoff-Dispersionen, dadurch gekennzeichnet, daß man in Polyurethane enthaltenden, nicht sedimentierten,
wäßrigen Kunststoff-Dispersionen bei Raumtemperatur flüssige organische Diisocyanate, gegebenenfalls
bei gleichzeitiger Anwesenheit von die Isocyanatpolyadditionsreaktionen und/oder die Dimerisierung von
Isocyanatgruppen und/oder die Carbodiimidisierung von Isocyanatgruppen und/oder die Trimerisierung von
Isocyanatgruppen beschleunigenden Katalysatoren, unter Durchmischen bei einer solchen Temperatur einträgt,
bei welcher eine sichtbare Schaumbildung unterbleibt, man die genannte Temperaturbedingung nach erfolgter
Zugabe des Diisocyanate solange aufrecht erhält, bis mindestens 50 % der Isocyanatgruppen des eingetragenen
Diisocyanats abreagiert sind und man gegebenenfalls anschließend die Umsetzung durch Erhitzen auf bis zu
100 C liegende Temperaturen zu Ende führt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Kunststoff-Dispersionen einsetzt, die einen Feststoffgehalt
von 10 bis 60 Gew.-% aufweisen, wobei sich der Feststoff zu 30-100 Gew.-% aus in Wasser dispergierbarem
Polyurethan und zu 70-100 Gew.-% aus in Wasser dispergierbaren Polymerisaten zusammensetzt.
3. Gemäß Anspruch 1 und 2 erhältliche modifizierte Kunststoff-Dispersionen.
Le A 17 744 F1Ivn-ZW, - 36 -
ORIGINAL INSPECTED
4. Verwendung der gemäß Anspruch 1 und 2 erhältlichen Kunststoff-Dispersionen zur Beschichtung von flexiblen
und nicht flexiblen Flächengebilden.
5. Verwendung der gemäß Anspruch 1 und 2 erhältlichen Kunststoff-Dispersionen zur Herstellung von sehr
feinteiligen Pulvern in an sich bekannter Weise, die direkt aber nach dem Suspendieren in einem sekundären
flüssigen Medium aus Substrate applizierbar sind.
Le A 17 744 - 37 -
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