DE2709433C2 - Verfahren zur Herstellung eines Kommutators für einen Elektromotor - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Kommutators für einen ElektromotorInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Kommutators für einen Elektromotor, bei dem die Lamellen einzeln in eine Formeinsatzplatte eingelegt werden, die mit einem Kunststoff,
vorzugsweise einem Duroplast ausgefüllt wird.
Kommutatoren bestehen üblicherweise aus einem zylindrischen Grundkörper aus Kunststoff, auf dessen
Umfang mehrere Lamellen verankert sind. Bei der Herstellung eines solchen Kommutators muß darauf
geachtet werden, daß die Lamellen durch Schlitze voneinander getrennt sind, die nicht mit Kunststoff
ausgefüllt sein dürfen. Der üblicherweise verwendete Kunststoff nutzt sich nämlich im Betrieb nicht in dem
Maße ab wie die Lamellen, so daß sich im Laufe der Zeit zwischen zwei benachbarten Lamellen hervorstehende
Kunslstoffstege bilden würden. Dies hätte eine verstärkte Kohlenbürstenabnutzung und eine stärkere
Geräuschbildung zur Folge. Wesentlich nachteiliger ist aber, daß die hervorstehenden Kunststoffstege ein
Wiederanlaufen des Motors dann unmöglich machen, wenn der Motor in einer solchen Stellung stillgesetzt
wird, in der eine Bürste genau auf diese Kunststoffstege
zurückfedert Die Bildung derartiger Kunststoffstege
bei der Herstellung des Kommutators muß also unter allen Umständen vermieden werden.
In der Praxis muß man bei der Herstellung der
j Einzellamellen mit Toleranzen von ±0,02 mm rechnen. Bei derartigen Toleranzen können sich schon Kiinststoffhäutehen am Rand der Einzellamellen ausbilden, die
sich im geschilderten Sinne nachteilig auswirken und bisher in umständlicher Nacharbeit, die nicht t'itomati-
lu siert werden konnte, wieder weggekratzt werden
mußten.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit dem derartige Kommutatoren mit sauberen Lufuchlitzen zwischen den Lamellen
ι ϊ automatisch und damit kostengünstig gefertigt werden
können.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst daß die Lamellen in der Formeinsatzplatte durch ein
Werkzeug in Kommutatorumfangsrichtung derart ver
formt werden, daß sie sich an zur Bildung der
Lamellenschlitze radial in den Einsatz hineinragende Trennstege anschmiegen.
Durch diese Materialverformung der Lamellen in der
Formeinsatzplatte werden sowohl die Toleranzen der
Lamellen selbst wie auch die Toleranzen bezüglich der
Ausrichtung der Trennstege, die in der Größenordnung von 15 min. liegen, voll ausgeglichen. In der Praxis
können nun die Lamellen sogar mit größerer Toleranz und daher kostengünstiger als bisher gefertigt werden.
to Damit wird auch das automatische Einlegen der Lamellen in die Formeinsatzplatte wesentlich erleichtert
An sich ist es denkbar, die Verformung der Lamellen mit einem Werkzeug durchzuführen, welches radial
ausfahrende Preßstempel hat Ein derartiges Werkzeug ist aber sehr teuer und außerdem praktisch dann nicht
realisierbar, wenn der Durchmesser des Kommutators nur in der Größenordnung von einigen Millimetern
liegt Dieses Verfahren wird man daher vorzugsweise
bei Kommutatoren für größere Motoren anwenden,
wobei die Lamellen dann in radialer Richtung derart
gestaucht werden, daß sich ihre Abmessungen in
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung die Verformung der Lamellen mit einem koaxial in die
Formeinsatzplatte eingeführten Werkzeug durchführen. Dieses Werkzeug kann keilförmig ausgebildet sein.
Damit keine allzu hohen Preßdrücke erforderlich
werden, ist dabei der Stempel vorzugsweise derart
ausgebildet, daß nur einer oder beide Randbereiche der Lamellen verformt werden. Eine Verformung im
mittleren Bereich der Lamelle ist also nicht notwendig und zudem auch dann schlecht möglich, wenn die
Lamelle — wie an sich bekannt — Widerhaken zur Verankerung im Grundkörper aufweist.
In der Praxis hat sich ein Verfahren besonders bewährt bei dem durch das Werkzeug mit Abstand von
den Trennstegen spanlos längsgerichtete Riefen in die
Lamellen eingearbeitet werden und dadurch ein
Verstemmen der Lamellen in der Formeinsatzplatte zwischen den Trennstegen erfolgt. Bei dieser Art der
Verformung werden nur am inneren Rand der Lamellen Dichtwülste gebildet, während der äußere Rand nicht
notwendigerweise an den Trennstegen anliegt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher
erläutert. Es zeigt
Fig, 1 einen Längsschnitt durch das Werkzeug zur Durchführung des Verfahrens,
Fig.2 eine Aufsicht auf die Formeinsatzplatte vor
Durchführung des Verfahrens,
F i g. 3 einen Schnitt durch einen bekannten Kommutator,
Fig.4 eine Darstellung entsprechend Fig.2 nach
Durchführung des Verfahrens,
F i g. 5 eine Einzellamelle in perspektivischer Ansicht nach Durchführung des Verfahrens und
F i g. 6 einen Schnitt durch einen Kommutator.
Die in den Zeichnungen dargestellte Formeinsatzplatte 10 hat einen zylindrischen Hohlraum 11, in den
radial mehrere Trennsfege 12 hineinragen. Diese Trennstege nutzen sich verhältnismäßig schnell ab und
sind daher auswechselbar in der Formeinsatzplatte gelagert, wie dies bei 13 angedeutet ist.
In den zylindrischen Hohlraum 11 der Formeinsatzplatte
ragt ein Lamellenauflagebolzen 14 hinein. Ein Niederhalter 15 sorgt während der Durchführung des
Verfahrens für eine einwandfreie Verankerung der Lamellen 20 in der Fonneinsatzplatte.
Die Lamellen 20 sind aus einem Grundmaterial kalt verformt und haben einen Anschlußhaken 2f für die
Wicklungsdrähte des Motors sowie Widerhaken 22, die für eine einwandfreie Verankerung der Lamellen in dem
Grundkörper des Kommutators sorgen.
Die Lamellen 20 werden automatisch in die Formeinsatzplatte 10 derart eingesetzt, daß ihre
Anschlußhaken 21 in entsprechenden Ausbuchtungen 17 der Formeinsatzplatte liegen. Wie Fig.2 deutlich
zeigt, ist die Ausdehnung der Lamellen in Umfangsrichtung geringer als die lichte Weite zwischen zwei
Trennstegen IZ Dies liegt einerseits an den Toleranzen der Lamellen 20 und andererseits an der eventuell
ungenauen Ausrichtung der Trennstege. Würde man nun den Hohlraum 11 dieser Formeinsatzplatte 10 in
einem Spritzwerkzeug mit Kunststoff ausspritzen, würden sich zwischen dem Rand einer jeden Lamelle
und dem benachbarten Trennsteg 12 Kunststoffstege 30 bilden, wie dies in Fig.3 dargestellt ist. Dies hätte die
eingangs geschilderten nachteiligen Auswirkungen,
Um hier Abhilfe zu schaffen, wird nun vor dem
. Spritzvorgang in die Formeinsatzplatte 10 koaxial ein Stempel 40 eingeführt, der die in Fig.4 dargestellte
Außenkontur hat. Dieser Stempel 40 hat sternförmige Vorsprünge 41, die in die Lamelle 20 im Abstand von
den Trennstegen 12 längsgerichtete Riefen 25 spanlos
in einarbeiten. Das Material am Rand einer jeden Lamelle
wird dadurch nach außen gedrückt, so daß sich ein Dichtwulst 26 bildet, der sich an die Trennstege 12
anschmiegt. Wie insbesondere aus den Fig.4 und 6 ersichtlich ist, wird also nur der innere Rand der
v, Lamellen 20 verformt. Diese liegen also nicht mit ihrer
gesamten Seitenfläche an den Trennstegen 12 an. Durch diese Verformung der Lamellen 20 in der Formeinsatzplatte 10 werden also sämtliche Toleranzen ausgeglichen.
Damit wird verhindert, daß Kunststoff beim
m Spritzvorgang zwischen den Rand der Lamellen 20 und
die Trennstege 12 fließen kann. Dii- Lamellen 20 sind dann am fertigen Kommutator — wie i'ig.6 zeigt —
durch saubere Luftschlitze 50 voneinander getrennt.
Nach der Durchführung dieser Verfahrensschritte wird die Formeinsaizplatte 10 in eine Spritzgußvorrichtung
eingelegt. Diese Spritzgußvorrichtung kann so ausgebildet sein, daß ein Kommutator als separates Teil
hergestellt wird. Es ist aber auch denkbar, in diese Spritzgußvorrichtung eine Motorwelle mit einem
ω Ankerblechpaket einzulegen, so daß zugleich mit der
Herstellung des Kommutators in einem Spritzvorgang die gesamte Ankereinheit umspritzt und dabei der
Kommutator in lagerichtiger Zuordnung zu den Ankerblechen auf der Welle festgelegt wird. Nach
diesem Spritzvorgang ist dann gegebenenfalls nur noch ein Überdrehen des Kommutators notwendig. Auf diese
Weise kann also automatisch und damit kostengünstig ein kompletter Anker für einen Elektromotor hergestellt
werden.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung eines Kommutators für einen Elektromotor, bei dem die Lamellen
einzeln in eine Formeinsatzplatte eingelegt werden, die mit einem Kunststoff, vorzugsweise einem
Duroplast ausgefüllt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Lamellen in der Formeinsatzplatte durch ein Werkzeug in Kommutatorumfangsrichtung derart verformt werden, daß sie sich an zur
Bildung der Lamellenschlitze radial in den Einsatz hineinragende Trennstege anschmiegen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verformung der Lamellen mit
einem koaxial in die Formeinsatzplatte eingeführten Stempel erfolgt
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß nur einer oder beide Randbereiche der
Lamellen verformt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dȧ durch das Werkzeug mit Abstand von
den Trennstegen spanlos längsgerichtete Riefen in die Lamellen eingearbeitet werden und dadurch ein
Verstemmen der Lamellen in der Formeinsatzplatte zwischen den Trennstegen erfolgt
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Verformung nur am inneren
Rand der Lamelle ein Dichtwulst gebildet wird.
6. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lamellen automatisch in die Formeinsatzplatte eingelegt wc.-den.
7. Verfahren nach wenigstem einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
nach der Materiaiverformung r%r Lamellen koaxial
die Ankerwelle in die Formeinsatzplatte eingeführt und der Kommutator durch Umspritzen an der
Ankerwelle verankert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerwelle das Ankerblechpaket
trägt, welches zugleich mit der Herstellung des Kommutators mit Kunststoff umspritzt wird.
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