DE2711862C2 - - Google Patents

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DE2711862C2
DE2711862C2 DE19772711862 DE2711862A DE2711862C2 DE 2711862 C2 DE2711862 C2 DE 2711862C2 DE 19772711862 DE19772711862 DE 19772711862 DE 2711862 A DE2711862 A DE 2711862A DE 2711862 C2 DE2711862 C2 DE 2711862C2
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Wolf Dipl.-Ing. 7440 Nuertingen De Nagel
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Description

Die Erfindung betrifft eine Honmaschine mit einer Hubsteuervor­ richtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der DE-AS 19 50 112 ist eine Einrichtung zur maßgesteuerten Beendigung der Bearbeitung von Werkstücken auf Honmaschinen bekanntgeworden, bei der in Abhängigkeit von einer Durchmesser­ messung in einer Nachmeßstation die Zustellung des Honwerk­ zeuges, d. h. die Bewegung der Aufweitstange für das Honwerkzeug, nachgeregelt wird.
Es ist andererseits üblich, die Hubgrenzlagen von Honwerkzeugen bei der Honbearbeitung manuell so einzustellen, daß je nach der gewünschten Formverbesserung ein Überlauf zwischen der viertel und der halben Länge des Honwerkzeuges entsteht.
Weiterhin ist es aus der DE-PS 19 63 233 bekanntgeworden, das Honwerkzeug periodisch von Lang- auf Kurzhübe an den Bohrungs­ enden umzuschalten. Dies ist bei Bohrungen mit einer inneren Begrenzung, wie Sacklochbohrungen, abgesetzten Bohrungen etc. wichtig, um die Bohrungen bis an die innere Begrenzung heran maßgenau bearbeiten zu können.
Durch Ungenauigkeiten in der Form des zu bearbeitenden Werk­ stückes, beispielsweise der zu honenden Werkstückbohrung, oder durch Ungenauigkeiten des Werkzeugs (beispielsweise durch ungleichmäßige Abnutzung) entstehen oft Formfehler beim fertig bearbeiteten Werkstück, die die Eigenschaften des bearbeiteten Werkstückes nachteilig beeinflussen. In einigen Fällen soll aber auch bewußt eine gewisse, vom Zylindrischen abweichende Form erzeugt werden. In jedem Falle ist es in der Praxis schwierig, diese Forderungen einzustellen und in Abhängigkeit von den Eigenschaften des Werkzeugs und den Materialeigenschaften des Werkstückes beizubehalten.
Im älteren, jedoch nicht veröffentlichten deutschen Patent 25 59 949 ist eine Honmaschine mit einer elektrischen Steuerungs­ vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschriebenen Art bekannt geworden. Sie löst die Aufgabe, Geometriefehler der fertig bearbeiteten Bohrung durch automatische Korrekturen zu vermeiden, dadurch, daß der maximale Arbeitshub des Werkzeug- oder Werkstückträgers nach Maßgabe von Korrektursignalen ver­ ändert wird. Der Hub kann dabei vergrößert oder verkleinert werden, je nachdem, ob eine Tendenz zu Vorweiten oder Vorengen (Tonnen- oder Bauchform der Bohrung) besteht. Diese Vorrichtung arbeitet mit einer analogen elektronischen Steuerung, die Potentiometer als Ist- und Sollwertgeber sowie Schwellwert­ schalter zur Auslösung von Umschaltsignalen benötigt. Unter den bei Honmaschinen vorliegenden Betriebsbedingungen, die durch die Kühl- und Schneidflüssigkeit, Späne sowie Schleifmittelabrieb bestimmt sind, ist es schwer, mit großer Genauigkeit arbeitende analoge Stellglieder, wie Potentiometer oder dgl., mit der nötigen Betriebssicherheit herzustellen und anzuordnen. Die Steuervorrichtung erfordert daher nicht nur sehr hochwertige und aufwendige elektronische Bauelemente, sondern auch entsprechende Maßnahmen an der Maschine, um ihre Funktion und Betriebssicher­ heit sicherzustellen. Auch auftretende Wärmeeinflüsse sind bei derartigen analogen Bauelementen nur aufwendig auszuschalten.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Honmaschine mit einer Hubsteuervorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 erwähnten Art bezüglich einer vereinfachten Herstellung bei erhöhter Betriebssicherheit und Unabhängigkeit von Außeneinflüssen weiter zu verbessern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst.
Beide Hubgrenzlagen können vorteilhaft unabhängig voneinander verstellbar sein. Vorzugsweise ist die Meßstation eine Nachmeß­ station, d. h. eine Meßstation, die die bereits bearbeiteten Werkstücke nachmißt. Bei dieser Ausführung wird automatisch sowohl ein Formfehler bei der Vorbearbeitung des Werkstücks als auch ein Formfehler des Werkzeugs berücksichtigt und jeweils für das nächste Werkstück ausgeglichen. Da anzunehmen ist, daß auch die Vorbearbeitung der Werkstücke auf automatischen Maschinen erfolgt und daher die Formfehler bei aufeinanderfolgenden Werk­ stücken gleich ausfallen, kann damit eine vollständige Beseitigung von Formfehlern erfolgen. Es ist auf jeden Fall immer dann der Fall, wenn die Honmaschine in eine automatische Fertigungs­ straße einbezogen ist.
Es ist jedoch auch möglich, daß die Meßstation eine Vormeßstation ist, die also die Form der noch zu bearbeitenden Werkstückfläche mißt. Diese Ausführung ist vorteilhaft, wenn nicht sicher ist, daß die der Honmaschine zugeführten Werkstücke alle den gleichen Formfehler haben. Eine zwar aufwendigere, aber alle Fakten berücksichtigende Lösung ist die, mit einer Vor- und einer Nachmeßstation zu arbeiten, bei der dann auch die übrigen Ein­ flüsse, insbesondere die von einer Formungenauigkeit des Hon­ werkzeugs stammenden, berücksichtigt werden, die nur mit einer Vormeßstation nicht automatisch zu berücksichtigen sind.
Es wäre ferner möglich, mit einer Meßstation zu arbeiten, die während der Bearbeitung oder in Bearbeitungspausen die Form des Werkstücks mißt. Hierbei können alle Fehlereinflüsse berück­ sichtigt werden, jedoch ist die Anordnung schwierig und die während der Messung notwendigen Honpausen verlängern die Bear­ beitungszeit. Ideal läßt sich diese Lösung jedoch einsetzen, wenn das Honwerkzeug selbst ein Meßgerät enthält.
Vorzugsweise kann durch das Regelgerät und die Einstelleinrich­ tung der Überlauf des Honwerkzeugs über die zu bearbeitende Werkstückfläche einstellbar sein. Während beispielsweise bei einer zylindrischen Bohrung und zylindrischem Werkzeug, d. h. ohne jeden Formfehler, ein Überlauf von ca. 1/3 der Honwerkzeug­ länge auf jeder Seite meist die besten Ergebnisse bringt, so kann bei einer sich zum Rand hin erweiternden Bohrung auf dieser Seite der Überlauf verringert werden, während er bei einer sich zum Rand hin verengenden Bohrung vergrößert werden kann. Es sei hier bemerkt, daß mit der Honmaschine nach der Erfindung nicht nur Formfehler bezüglich der Zylindrizität der Werkstücke beseitigt werden können, sondern auch bewußt Formabweichungen erzeugt werden können, beispielsweise eine leichte Konizität, Tonnenform oder dergleichen. Ferner kann die Erfindung bei Innenhon­ maschinen (für Bohrungen) und bei Außenhonmaschinen (für Außen­ durchmesser) verwendet werden.
Wenn die Nachregelung des Überlaufs des Honwerkzeugs zur Erreichung der Sollform des Werkstücks nicht ausreicht, so kann in vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung das Regelgerät zur Einleitung von Kurzhüben an den Bohrungsenden in Abhängigkeit von der Größe der Abweichung von der Soll-Form des Werkstücks ausgebildet sein. In diesem Zusammenhang ist bereits erwähnt worden, daß die manuelle oder vorprogrammierte Einstellung von Kurzhüben an Bohrungsenden bereits aus der DE-PS 19 63 233 bekannt geworden ist. Nach dem vorliegenden vorteilhaften Merk­ mal können aber Kurzhübe in ihrer Hublänge und/oder Hubzahl bzw. Dauer in Abhängigkeit von der Messung geregelt werden.
Das Meßgerät, das vorzugsweise pneumatisch, jedoch auch elektrisch oder mechanisch arbeiten kann, kann vorzugsweise mehrere, in axialem Abstand voneinanderliegende Meßstellen aufweisen. Es ist jedoch auch möglich, das Meßwerkzeug während der Messung längs der Werkstückachse zu bewegen und die Änderung des Meß­ wertes während dieses Meßhubes zu ermitteln. In diesem Falle käme man beispielsweise mit einer Meßstelle aus.
Vorzugsweise kann ein Impulsgeber seine Impulse während der Bewegung der Honspindel an einen Zähler geben. Die Hubgrenzlagen können digital eingestellt bzw. vom Regelgerät der digitalen Auswertelektronik zugeführt werden. Beim Erreichen der der jeweiligen Hubgrenzlage entsprechenden Zahl wird ein Umsteuer­ signal an den Honspindelhubantrieb gegeben, beispielsweise an ein Magnetventil bei hydraulischem Hubspindelantrieb. Diese Einrichtung arbeitet außerordentlich genau und mit geringem mechanischem Aufwand. Sie ist besonders gut an eine elek­ tronische Hubsteuervorrichtung, die eine digitale Auswerte­ einrichtung und eine Recheneinrichtung enthält, anzupassen. Die Steuereinrichtung ermittelt aus den von dem Meßgerät ermittelten Differenzwerten nicht nur die Größe der Formabweichung von dem Sollwert, sondern ermittelt daraus auch in vorprogrammierter Weise die Größe des jeweiligen Überlaufs und/oder die Notwen­ digkeit sowie die Dauer und Größe von Kurzhüben.
Der digitale Aufbau der Steuereinrichtung ermöglicht eine anpassungsfähige und störungsfreie Arbeitsweise bei großer Genauigkeit und Reproduzierbarkeit. Insbesondere Außeneinflüsse sowie Verschmutzungen und Temperaturänderungen beeinträchtigen den Regelvorgang nicht. Ferner ist die Steuereinrichtung leicht in andere vorprogrammierte Arbeitsabläufe einzubeziehen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Honmaschine mit einer Vormeßstation und den zugehörigen Steuer- und Regeleinrichtungen in Form von Blockschaltbildern;
Fig. 2 eine Darstellung gemäß Fig. 1 einer Honmaschine mit einer Nachmeßstation.
In Fig. 1 ist schematisch eine Honmaschine 11 dargestellt, deren Honspindel 12 an ihrem unteren Ende ein Honwerkzeug 13 trägt. Die Honspindel wird in nicht dargestellter, üblicher Weise drehend angetrieben und ist mit einem ebenfalls nicht darge­ stellten Aufweitmechanismus für das Honwerkzeug 13 versehen. Die Honspindel führt ferner während der Bearbeitung eine axiale Hubbewegung aus, die bei der Ausführungsform nach Fig. 1 von einem elektromechanischen Hubantrieb 14 bewirkt wird. Die Hon­ maschine besitzt einen mechanischen Hubantrieb 14. Es kann aber auch ein Hydraulikzylinder verwendet werden.
Der Motor des Hubantriebes 14 wird von einem Steuergerät 15 versorgt und gesteuert. Eine Einstelleinrichtung 20 arbeitet mit einem an der Honspindel befindlichen Istgeber in Form eines Impulsgebers 18, der mit einer kammartigen Leiste 35 zusammen­ wirkt und beim Vorbeilaufen an jedem der Zähne der kammförmigen Leiste einen Impuls abgibt. Diese Ausgangssignale bzw. Impulse werden einem vorwärts und rückwärts arbeitenden Zähler 36 zuge­ führt, auf dessen Anzeige man die jeweilige Stellung der Hub­ spindel digital ablesen kann. Mit diesem ist ein Speicher 37 verbunden, der die beiden Digitalwerte des oberen und unteren Umkehrpunktes enthält, anzeigt und zum Vergleich mit dem im Zähler angezeigten Ist-Wert bereithält.
Der Speicher 37 erhält die Angabe über den oberen und unteren Umkehrpunkt von einer digitalen Recheneinrichtung 30, die diesen in Abhängigkeit von den Signalen der ebenfalls digitalen Aus­ werteinrichtung 29 ermittelt. Die Programmeingabe 31 kann eben­ falls zur Eingabe der Soll-Werte des oberen und des unteren Umkehrpunktes dienen.
Die zu bearbeitenden bzw. bearbeitenden Werkstücke 22 werden, da es sich um eine in einen automatischen Arbeitsprozeß einbe­ zogene Honmaschine 11 handelt, automatisch in Transportrichtung 23 (von links nach rechts) schrittweise an der Honmaschine vorbeibewegt. Es handelt sich um Werkstücke, bei denen eine Bohrung 24 zu bearbeiten ist.
Eine Meßstation 25 ist bei Fig. 1 als eine Vormeßstation ausge­ bildet. Die Meßeinrichtung 26 kann ein an sich bekanntes elek­ trisches oder pneumatisches Meßwerkzeug sein, das durch einen Antrieb in der Meßeinrichtung 39 in die Bohrung eingefahren und bis zu ihrem Ende hindurchgefahren wird. Während dieses Durch­ fahrens können mehrere Messungen entweder kontinuierlich oder an bestimmten Stellen durchgeführt werden, so daß das eine Meßwerk­ zeug nacheinander die benötigten Meßwerte zur Feststellung der Formgenauigkeit liefert. Es braucht also nicht für jede Länge der Bohrung 24 ein gesondertes Meßwerkzeug zur Verfügung stehen. Die Signale der Meßstation 25 werden der Auswerteinrichtung 29 einer elektronischen Steuereinrichtung 28 zugeleitet.
Außer einer Anzeigeeinrichtung 27 für die drei Durchmesser werden die Signale der Meßeinrichtung der Steuereinrichtung 28 zugeführt, die die digitale Auswerteinrichtung 29 für die die Form der Bohrung darstellenden Differenzwerte und die digitale Recheneinrichtung 30 enthält, die mittels eines über eine Programmeingabe 31 eingegebenen Programms die Signale der Meß­ station in Signale umsetzt, die die Hubsteuervorrichtung beein­ flussen, d. h. die axialen Hubendlagen der Honspindel verändert.
Die Recheneinrichtung 30 ist beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 so ausgebildet und programmiert, daß sie über eine einen Zusatzbehälter enthaltende Kurzhubeinrichtung 38, die an den Zähler 36 angeschlossen ist, wahlweise am oberen oder unteren Umkehrpunkt eine vorgegebene oder von der Recheneinrichtung 30 errechnete Anzahl von Kurzhüben von programmierter oder in Abhängigkeit von den Meßwerten vom Rechner ermittelter Hublänge einleiten kann. Die Steuerung der Hubmechanik der Honspindel erfolgt über das Steuergerät 15, das vom Zähler 36 gesteuert wird. Wenn der im Zähler 36 angezeigte Ist-Wert ("987") gleich der Wert im Speicher 37 ist, wie in Fig. 1 dargestellt, erfolgt die Hubumsteuerung, hier am unteren Ende.
Die Arbeitsweise der Ausführungsform nach Fig. 1 ist wie folgt:
Beim dargestellten Beispiel stellt das Meßwerkzeug 26 an dem zu bearbeitenden Werkstück 22 eine konische Verengung nach unten fest. Dementsprechend werden über die beschriebene Steuerein­ richtung die Digitalwerte der Hubgrenzlagen im Speicher 37 derart verändert, daß die Hubgrenzlage nach unten verschoben wird. Dadurch wird das Honwerkzeug aus dem unteren, engeren Bohrungsende bei jedem Hub weiter herausgefahren, als aus dem oberen, so daß am unteren Bohrungsende ein größerer Werkstoff­ abtrag erfolgt. Wenn eine Formgenauigkeit oberhalb eines gewissen Grenzwertes festgestellt wird, so wird von der Kurzhubeinrichtung 38 die Durchführung von Kurzhüben am unteren Bohrungsende eingeleitet. Dabei wird der Hub des Honwerkzeuges 13 auf den Bereich des unteren Bohrungsendes beschränkt. Eine Serie von Kurzhüben kann je nach den Erfordernissen im Laufe einer Be­ arbeitung ein- oder mehrmals eingeleitet werden und die Kurzhübe können vorteilhaft in ihrer Länge unterschiedlich sein. So kann beispielsweise eine Serie von Kurzhüben in der Nähe des unteren Bohrungsendes damit ausklingen, daß die Kurzhübe immer länger werden, bis sie wieder die Länge der Normalhübe erreicht haben.
Es ist zu erkennen, daß durch die digitale Hubumsteuerung zahl­ reiche Bearbeitungsvarianten einfach durchführbar sind. Bisher wurde in den Ausführungsbeispielen nur von der Herstellung einer zylindrischen Vorbearbeitung bzw. nichtzylindrischem Werkstück gesprochen. In gleicher Weise läßt sich jedoch eine bewußte Abweichung von der zylindrischen Form erzielen, beispielsweise eine schwach konische Gestalt der Bohrung. In diesem Falle wäre lediglich die Programmierung der Recheneinrichtung so zu ändern, daß der Sollzustand in einer Konizität, d. h. einer vorgegebenen Abweichung der von der Meßstation festgestellten Meßwerte von­ einander, besteht. In diesem Falle arbeitet man jedoch vorteil­ haft mit einer Nachmeßstation oder einer Meßstation am Bearbeitungsort und kann dort zu Erzielung größerer Konizitäten die Kurzhubeinrichtung einsetzen. Die beschriebene digitale Hubumsteuerung ist im einzelenen in der DE-OS 27 11 908 beschrieben.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 erfolgt die Umsteuerung des vom Steuergerät 15 versorgten und gesteuerten, an eine Hydraulikzu- und -ableitung angeschlossenen Hubantriebes 14, der als Hydraulikzylinder ausgebildet ist, in Abhängigkeit von oberen und unteren Enschaltern 16, 17, die beispielsweise als berührungslose Endschalter ausgebildet sein können und von einem Vorsprung bzw. Bund der Honspindel 12 betätigt werden. Die Endschalter 16, 17 sind durch zwei Stellantriebe 19, 21 unab­ hängig voneinander in Richtung der Honspindelachse verfahrbar. Die beiden Stellantriebe 19, 21 bilden somit zusammen mit den Endschaltern 16, 17 und dem Vorsprung 18 eine Einstelleinrich­ tung 20 für die oberen und unteren Hubgrenzlagen der Honspindel. Die Stellantriebe können beliebiger Art sein, beispiels­ weise elektrische oder hydraulische Schrittmotoren oder dgl.
Im Beispiel nach Fig. 2 befindet sich einen Transportschritt hinter der Bearbeitungsposition unter der Honmaschine eine Nachmeßstation 25, die ein Meßwerkzeug 26 enthält, das in die Bohrung 24 eingefahren werden kann und dazu ausgebildet ist, Signale zu erzeugen, die die Form der Bohrung 24 repräsentieren. Dazu kann entsprechend der dargestellten Ausführungsform das Werkstück jeweils 3 Paare von pneumatischen Meßdüsen enthalten, die in bezug auf die Bohrung in axialem Abstand angeordnet sind und somit die Durchmesser der Bohrung am unteren, mittleren und oberen Ende feststellen. Die pneumatische Meßvorrichtung kann im übrigen in an sich bekannter Weise ausgebildet sein.
Außer einer Anzeigeeinrichtung 27 für die drei Durchmesser werden die Signale der pneumatischen Meßeinrichtung einer Steuereinrichtung 28 zugeführt, die eine Auswerteinrichtung 29 für die die Form der Bohrung dargestellten Differenzwerte und eine Recheneinrichtung 30 enthält, die mittels eines über eine Programmiereingabe 31 eingegebenen Programms die Signale der Meßstation in Signale umsetzt, die die Einstelleinrichtung 20 beeinflussen, d. h. die Endschalter 16 und 17 in ihrer axialen Stellung zur Honspindel verändern.
Die Honmaschine nach Fig. 2 arbeitet nach folgendem Verfahren:
Es sei angenommen, daß das Werkstück 22 vor der Bearbeitung eine Erweiterung in Richtung auf die beiden Bohrungsenden bzw. eine Einschnürung in der Mitte aufweist, wie es in Fig. 2 in zur Verdeutlichung extrem starker Überhöhung dargestellt ist. In der Praxis handelt es sich um Formfehler in der Größenordnung von hundertstel, allenfalls zehntel Millimetern. In Fig. 2 ist die Maschine in einem von zahlreichen Bearbeitungsvorgängen gezeigt, die nacheinander mit gleichartigen Werkstücken durchgeführt werden.
Es sei angenommen, daß die Werkstücke 22 vor der Bearbeitung eine zwar ungehonte, jedoch zylindrische Oberfläche hatten und das Werkzeug genau zylindrisch war. Wenn jetzt infolge einer Ungenauigkeit bei der Vorbearbeitung oder eines einsetzenden ungleichmäßigen Werkzeugverschleißes eine winzige Formungenauigkeit auftritt, beispielsweise die in Fig. 2 vielfach überhöht dargestellte Einschnürung, so wird die mittlere der drei Meß­ düsen des Meßwerkzeuges 26 einen etwas geringeren Durchmesser feststellen als die beiden äußeren Meßdüsen. Dieser Wert wird der Steuereinrichtung zugeführt, die in ihrer Auswert- und Recheneinrichtung mit Hilfe des eingegebenen Programms ein Ausgangssignal erzeugt, das im vorliegenden Falle die beiden Stellantriebe 19, 21 so betätigt, daß die Endschalter 16, 17 gleichmäßig aufeinander zu bewegt werden. Dadurch wird die Hubgrenzlage des Honwerkzeuges 13 verändert. Bis dahin erfolgte die Umsteuerung des Honwerkzeuges bei einem normalen Überlauf von etwa einem Drittel der Honwerkzeuglänge. Nunmehr wird das Honwerkzeug schon bei einem Überlauf von beispielsweise einem Viertel der Länge umgesteuert, und zwar wegen der gleichmäßigen Erweiterung auf beiden Seiten der Werkstückbohrung auf beiden Seiten in gleichem Maße. Die Hubumsteuerung wird von den End­ schaltern 16, 17 bei Annäherung des Vorsprungs 18 eingeleitet, indem sie beispielsweise im Steuergerät 15 Magnetventile betätigen, die den Hydraulikflüssigkeitsstrom zum Hydraulikzylinder 14 umsteuern.
Falls der Formfehler bei der ersten Verstellung noch nicht behoben wurde, so wird bei der nächsten Nachmessung wiederum ein kleiner Formfehler in der gleichen Tendenz festgestellt und die Nachregelung der Einstelleinrichtung wird in der gleichen Richtung fortgesetzt. Das gleiche tritt ein, wenn der Formfehler der Roh-Werkstücke oder des Werkzeugs sich im gleichen Sinne ver­ schlimmert.
Wenn der Formfehler jedoch durch die Hubgrenzlagenveränderung behoben wurde, dann mißt die Meßstation 25 keinen Formfehler mehr und der vorliegende Zustand bleibt erhalten, d. h. im vor­ liegenden Falle bliebe der Überlauf weiterhin sehr klein einge­ stellt. Dadurch findet eine Speicherung der dem Fehler zuge­ hörigen Korrektur statt. Die Steuereinrichtung enthält somit eine Speichereinrichtung für beim nächstfolgenden Werkstück 22 als Ausgangskorrekturwerte zugrundegelegte Korrekturwerte. Wenn sich der Fehler des Rohwerkstückes bzw. des Werkstückes wieder verringert, so wird von der Nachmeßstation 25 ein geringer, weit unterhalb der Toleranzgrenzen liegender tonnenförmiger Form­ fehler festgestellt, der dann über den Regelkreis eine Ver­ stellung der Endschalter voneinander weg und somit eine Ver­ größerung des Hubes und des Überlaufs des Werkstücks bewirkt.
Bei einem Arbeiten im Serienbetrieb spielt die Tatsache, daß an der Nachmeßstation immer erst ein geringer Fehler auftreten muß, ehe er für die nächsten Werkstücke korrigiert werden kann, in der Praxis keine Rolle. Die Meßwerkzeuge arbeiten so genau, daß dabei die Werkstücke immer noch innerhalb der Toleranz liegen. Allenfalls das erste Werkstück, was ohnehin auch bei anderen Arbeitsverfahren ein Probestück wäre, könnte größere Ab­ weichungen haben. Es ist jedoch auch möglich, statt einer Nach­ meßstation eine Meßstation vorzusehen, die das Werkstück unmittelbar während der Bearbeitung oder in deren Pausen mißt. Bei dieser Ausführung brauchte vorteilhaft kein fertig bearbeitetes Werkstück auch nur die geringste Formungenauigkeit aufzuweisen. Die Messung könnte dort beispielsweise in kurzen Bearbeitungs­ pausen von der der Honspindel abgewandten Seite her erfolgen. Der Regelkreis könnte im wesentlichen gleich aufgebaut sein. Während bei der Ausführung nach Fig. 2 die eingeregelte Lage der oberen und unteren Umkehrpunkte während eines Bearbeitungsvor­ ganges gleich bleibt, könnten bei dieser Ausführungsform jedoch in Abhängigkeit von der u. U. mehrmals während der Bearbeitung vorzunehmenden Messung die Hubgrenzlage jeweils verändert werden, um somit größte Formgenauigkeit erzielen zu können.
Es sei noch bemerkt, daß das der Recheneinrichtung zugrunde­ liegende Programm nicht unbedingt für jedes Werkstück oder jede Werkzeugart geändert werden muß. Die Recheneinrichtung wird lediglich die Signale von der Auswerteinrichtung in folgendem Sinne umsetzen: "Auf der Seite einer Einengung ist der Hub zu verlängern (Endschalter nach außen)" und "auf der Seite einer Erweiterung ist der Hub zu verkürzen (Endschalter nach innen)". Dies kann wie bei Fig. 2 symmetrisch geschehen oder auch unsymmetrisch (Fig. 1). Die Programmeingabe dient lediglich dazu, die Empfindlichkeit nachzuregulieren, um in möglichst wenigen Bearbeitungsschritten auf ein optimales Ergebnis zu kommen. Dies ist abhängig vom Werkstück und von der Art und Größe des Werkzeugs. Ferner kann über die Programmeingabe die Grundeinstellung der Hubgrenzlagen für jedes Werkstück vorge­ nommen werden.

Claims (12)

1. Honmaschine mit einer Hubsteuervorrichtung für die anschlaglose Hubbegrenzung der ein Honwerkzeug tragenden Honspindel zum Bearbeiten von Werkstücken, mit einer ein­ stellbaren Sollwertvorgabe für die Umkehrpunkte des Arbeitshubes, mit wenigstens einem Istwertgeber und mit einer Auswerteeinrichtung für die Ausgangssignale des Istwertgebers und der Sollwertvorgabe, sowie mit einer an die Auswerteinrichtung angeschlossenen elektronischen Steuereinrichtung (28) zur automatischen Beeinflussung des Arbeitshubes in Abhängigkeit von gemessenen Werten der Werkstückmaße, wobei die Steuereinrichtung (28) an eine Meßeinrichtung (26) zur Ermittlung von Geometriefehlern der Werkstücke (22) angeschlossen ist und von dieser Meßsignale sowie von der Sollwertvorgabe Sollwerte für die Hubgrenzlagen erhält und die Hubgrenzlagen in Abhängigkeit von den vorliegenden Meßsignalen um Korrekturwerte verän­ dert, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (28) eine digitale Auswerteeinrichtung (29) und eine digitale Recheneinrichtung (30) aufweist.
2. Honmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an die Steuereinrichtung (28) eine ggf. die Sollwertvor­ gabe enthaltende Programmeingabeeinrichtung (31) ange­ schlossen ist.
3. Honmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Istwertgeber (18) ein Impulsgeber zur Erzeugung von Zählsignalen ist.
4. Honmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (28) mit einer Kurzhubeinrichtung (38) versehen ist, die in Abhän­ gigkeit von den Meßsignalen bei Geometriefehlern oberhalb eines Grenzwertes auslösbar ist.
5. Honmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurzhubmaschine (38) zur Regelung der Kurzhübe in ihrer Hublänge und/oder Hubzahl bzw. Dauer in Abhängigkeit von der Messung ausgebildet ist.
6. Honmaschine, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (28) eine Speichereinrichtung für beim nächstfolgenden Werkstück (22) als Ausgangs-Korrekturwerte zugrunde gelegte Korrekturwerte enthält.
7. Honmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Messung durch das in das Honwerkzeug integrierte Meßwerkzeug während der Bearbei­ tungspausen erfolgt.
8. Honwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung während der Bearbeitung die Form des Werkstücks (22) mißt.
9. Honmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung (25) eine Vormeßstation ist.
10. Honmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung (26) für die Form des Werkstücks (22) mehrere in axialem Abstand voneinanderliegende Meßstellen aufweist.
11. Honmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubgrenzlagen ohne Ver­ größerung oder Verkleinerung des Hubweges verschiebbar sind.
12. Honmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung zur Beibehaltung der Lage und Länge des Arbeitshubes während eines Bearbeitungsvorganges ausgebildet ist.
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