DE2719528C3 - Verfahren zur Herstellung von Pentachlornitrobenzol - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von PentachlornitrobenzolInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Pentachlornitrobenzol mit einem stark herabgesetzten
Gehalt an Hexachlorbenzol, wobei gleichzeitig eine übermäßige Verunreinigung mit Pentachlorbenzol
vermieden wird.
Pentachlornitrobenzol ist ein wirtschaftlich bedeutsames Fungizid, das in Böden eingebracht oder auf
Saatgut aufgebracht wird zur Bekämpfung verschiedener Pflanzenerkrankungen. Es ist besonders zu,-Bekä-npfung
von Pflanzenkrankheiten, die durch Botrytis (Grauschimnelfäule bei Trauben und insbesondere
Salat), Fusarium (z. B. Welkekrankheiten und insbesondere Trockenfäule bei Kartoffeln), Rhizoctonia
(Erkrankung von Garten- und Zierpflanzen, insbesondere Wurzeltöterkrankheit) und Anthraknose (Schwarzer
Brenner, Rebenerkrankung) verursacht werden.
Es sind schon mehrere Verfahren zur Herstellung von
Es sind schon mehrere Verfahren zur Herstellung von
ίο .Pentachlornitrobenzol bekannt. Für den vorliegenden
Fall sind solche Verfahren von besonderer Bedeutung, die die Nitrierung von Pentachlorbenzo! mit Nitriersäure
betreffen, die im wesentlichen aus einem Gemisch von Salpeter- und Schwefelsäure besteht.
In der CA-PS 6 20 338 ist ein solches Verfahren beschrieben, bei dem 50 bis 90% Pentachlorbenzol zu
einer auf 80 bis 900C vorerhitzten Nitriersäure gegeben
werden, wobei während der Reaktion die erhaltene Temperatur im Bereich von 90 bis 95° C beibehalten
wird. Dann wird das restliche Pentachlorbenzol zugefügt, während die Temperatur auf 90 bis 100°C
gehalten wird, und anschließend wird die Temperatur erhöht und auf 120 bis 13O0C eingestellt, bis die
Umsetzung beendet ist. Anschließend wird das Reaktionsgemisch gekühlt und das Pentachlornitrobenzol
isoliert. Am vorteilhaftesten wird die Ausführungsform des Beispiels 3 in dieser Patentschrift angesehen, denn
das Endprodukt enthält nach dem Entfernen von Schwefelsäure, Salpetersäure und Wasser etwa 1%
Pentachlorbenzol und etwa 2,1% Hexachlorbenzol. Die industriellen Normen erfordern jedoch eine beträchtliche
Herabsetzung hinsichtlich der Mengen an diesen Verunreinigungen. Dies wird jedoch ganz offensichtlich
nicht erreicht, wenn man das in dieser Patentschrift angegebene Temperaturkontrollschema anwendet.
Pentachlornitrobenzol ist unter Verwendung von Nitriersäure wirtschaftlich hergestellt worden, wenn
man einen Überschuß an Nitriersäure zu Pentachlorbenzol in einer solchen Geschwindigkeit zugegeben hat,
die sicherstellt, die Reaktionstemperatur im Bereich von 120 bis 135°C zu halten. Das bei diesem Punkt bei dem
Verfahren erhaltene Endprodukt ist eine Aufschlämmung von unerwünscht feinteiligen Pentachlornitrobenzol-Kristallen,
die in unangebracht hoher Menge Pentachlorbenzol enthalten. Um die Kristalleigenschaften
zu verbessern und den Gehalt an Pentachlorbenzol herabzusetzen, wird anschließend die Aufschlämmung
rasch auf den Schmelzpunkt des Pentachlornitrobenzols (142 bis 144°C) erhitzt und dann gekühlt, um das
Pentachlornitrobenzol wieder auskristallisieren zu lassen. Obwohl ein derart hergestelltes Pentachlornitrobenzol
nur noch geringe Mengen an Pentachlorbenzol enthält, weist es dennoch 1 bis 1,5% Hexachlorbenzol
auf, was in wirtschaftlicher Hinsicht eine nicht akzeptierbare Menge darstellt. Dieses Verfahren ist
auch derart abgewandelt worden, daß man durch eine rasche Aufheizperiode eine Reaktionsanfangstemperatur
von etwa 105 bis 1100C anwendet und anschließend
wie beim industriell angewendeten Verfahren die Säure zufügt. Hierbei wird — wenn überhaupt — nur eine
geringe Herabsetzung des Hexachlorbenzolgehaltes vermerkt. Diese Reaktion ist auch durch weiteres
Erhöhen der Temperatur auf 140 bis 145°C durchgeführt worden, wobei man ein Pentachlornitrobenzol mit
einem Gehalt von 1 bis 1,9% Hexachlorbenzol erhält (Jackson und Mitarbeiter in »J. Org. Chem.« 36 [23]
[1971]1S. 3638-3639).
Es sind erhebliche Anstrengungen in der Forschung
gemacht worden, um Mittel zur Nitrierung von Pentachlorbenzol mit Nitriersäure zu Finden, um
Pentachlornitrobenzol in Ausbeuten über ungefähr 98%
herzustellen, während gleichzeitig das Endprodukt nicht mehr als 0,6% Hexachlorbenzol enthalten soll.
Es ist jetzt gefunden worden, daß es eine kritische Beziehung zwischen der Hexachlorbenzolbildung und
einer genauen Zugabe und der angewendeten Reaktionsjparameter
nach einer Zugabe gibt und daß weiterhin verschiedene Bedingungen eingehalten wer··
den müssen, um den vorstehenden Erfordernissen gerecht zu werden. Zunächst muß eine niedrige
Reaktionsanfangstemperatur während der Zugabe angewendet werden. Im Anschluß an diese Zugabeperiode
bei niedriger Temperatur muß das erhaltene Reaktionsgemisch auf eine Zwischentemperatur erhitzt
werden, um die Umsetzung zu beenden, und im Anschluß daran muß das Reaktionsgemisch eine
ausreichende Zeit lang in diesem Temperaturbereich gehalten werden, um die Salpetersäurekonzentration
auf einen vorbestimmten Wert zu senken. Danach kann
das Reaktionsgemisch über die Schmelztemperatur hinaus erhitzt und dann gekühlt werden, um das
Pentachlornitrobenzol in hohen Ausbeuten und mit ausgezeichneten Kristalleigenschaften wieder kristall)-sieren
zu lassen, das dann einen niedrigen Hexachlorbenzolgehalt aufweist.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist demzufolge ein Verfahren zur Herstellung von Pentachlornitrobenzol,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
(a) Pentachlorbenzol mit einer Nitriersäure, die im wesentlichen aus Schwefelsäure und einem Überschuß
an Salpetersäure besteht, bei einer Anfangstemperatur von 100 bis 1200C miteinander
vermischt, danach
(b) das erhaltene Reaktionsgemisch auf eine Zwischentemperatur von 13O0C bis zum Schmelzpunkt des
Pentachlornitrobenzols erhitzt und das Reaktionsgemisch so lange auf diesem Lwischentemperaturbereich
hält, bis — vor Erreichen des Schmelzpunktes — die Salpetersäurekonzentration im Reaktionsgemisch
auf unter 1 Gewichtsprozent gesunken ist, bezogen auf den Flüssigkeitsanteil der
erhaltenen Aufschlämmung, und anschließend
(c) diese Aufschlämmung auf eine Temperatur von 142 bis 1600C erhitzt, dadurch eine Schmelze bildet und
diese Schmelze abkühlt, aus der Pentachlornitrobenzol mit einem Gehalt von unter 0,6%
Hexachlorbenzol wieder auskristallisiert.
50
Ausgangsverbindung für das vorstehend beschriebene Verfahren ist Pentachlorbenzol, das in wirtschaftlicher
Weise durch Halogenieren von Benzol, Mono-, Di-, Tri- oder Tetrachlorbenzol oder auch Gemischen der
vorstehend genannten Verbindungen hergestellt und mittels bekannter Maßnahmen, z. B. durch Destillieren,
gewonnen wird. Nach diesem bekannten Verfahren ist das erhaltene Pentachlorbenzol praktisch frei von
Hexachlorbenzol. Es ist wichtig, daß die Ausgangsverbindung praktisch frei von Hexachlorbenzol ist, da sich
selbst unter den nachstehend genannten Verbindungen etwas Hexachlorbenzol während der Nitrierung bildet.
Der Mechanismus der Hexachlorbenzolbildung bei der Nitrierung von Pentachlorbenzol ist noch nicht
vollständig geklärt. Jackson und Mitarbeiter (a. a. O.) setzen voraus, daß diese Verbindung durch einen
Angriff eines in situ erzeugten, etwas polaren Reagens oder durch die Salpetersäure selbst auf Pentachlorben-
35 zol auftritt Wenn dies zuträfe, könnte man erwarten,
daß die Bildung von Hexachlorbenzol in den ersten Reaktionsstufen auftritt, wenn nämlich erhebliche, für
die Reaktion verfügbare Mengen an Pentachlorbenzol vorliegen. Es ist jedoch gefunden worden, daß während
einer Reaktionsstufe bei zunächst niedriger Temperatur kein Hexachlorbenzol in bemerkenswerter Menge
gebildet wird. Es ist im Gegenteil gefunden worden, daß die Bildung von Hexachlorbenzol ein temperaturabhängiges
Phänomen ist, das größtenteils in den Endstufen der Reaktion auftritt, wenn die Temperatur bis zur
Schmelztemperatur erhöht wird und gleichzeitig, wenn in dem Reaktionsgemisch sehr geringe Pentachlorbenzolmengen
vorliegen. Nach den diesseitigen Erkenntnissen tritt eine sehr starke Erhöhung der Hexachlorbenzolbildung
in einem Nitriersäuresystem bei oder oberhalb einer Temperatur von etwa 138 bis 142°C auf.
Es ist ferner gefunden worden, daß bei einer Erschöpfung der Salpetersäure auf einen Wert von 1
Gewichtsprozent oder darunter, bezogen auf den flüssigen Anteil der Aufschlämmung, vor einer Erhöhung
der Temperatur über den Schmelzpunkt die Geschwindigkeit der Hexachlorbenzolbildung eine ganz
erhebliche Herabsetzung während der anschließenden Schmelzdauer erfährt.
Das Nitriermittel stellt ein Nitriersäuregemisch dar, das — wie vorstehend angegeben — im wesentlichen
aus Schwefelsäure und Salpetersäure besteht. Obwohl angenommen wird, daß dies nicht kritisch ist, ist es
jedoch vorteilhaft, ein Säuregemisch einzusetzen, das einen Salpetersäuregehalt von 12,5 bis etwa 25
Gewichtsprozent, vorzugsweise 15 bis 20 Gewichtsprozent, aufweist, um ein Vorliegen von einer ausreichenden
Menge Schwefelsäure zu gewährleisten, die das während der Umsetzung gebildete Wasser bindet. Man
kann auch gegebenenfalls Schwefeltrioxid (wie im Oleum) zugeben.
Es wird eine ausreichende Menge Nitriersäure verwendet, um einen Überschuß an Salpetersäure zur
Verfügung zu stellen. Es sollte mindestens ein 25prozemiger molarer Überschuß eingesetzt werden,
um einen hohen Umwandlungsgrad zu gewährleisten. Vorteilhaft wird ein 40- bis lOOprozentiger Überschuß
verwendet, wobei ein 50- bis 75prozentiger Überschuß bevorzugt ist. Eine derartige Nitriersäure wird zur
Schaffung von 1,25 bis 2 Mol, vorteilhafterweise von 1,4 bis 2 Mol und vorzugsweise 1,5 bis 1,75 Mol
Salpetersäure je Mol Pentachlorbenzol verwendet.
Bei der Durchführung der Umsetzung werden Pentachlorbenzol und die Nitriersäure durch Zugeben
des einen zum anderen in einer ausreichenden Geschwindigkeit vermischt, um die gewählte Umsetzungsausgangstemperatur
beizubehalten. Es wird nicht angenommen, daß es kritisch ist, ob das Pentachlorbenzol
zur Nitriersäure oder umgekehrt zugegeben wird, solange während der Dauer der Zugabe eine einwandfreie
Temperaturkontrolle beibehalten wird. Der Einfachheit halber wird das erfindungsgemäße Verfahren
jedoch so beschrieben, daß man die Nitriersäure zum Pentachlorbenzol hinzugibt.
Die Reaktion zwischen dem Pentachlorbenzol und der Nitriersäure ist in hohem Maß exotherm. Um die
Temperatur des Reaktionsgemisches während des Zugebens zu steuern, ist es erforderlich, die Säure (oder
das Pentachlorbenzol) in einer solchen Geschwindigkeit zuzugeben, daß die Temperatur innerhalb des gewünschten
Anfangstemperaturbereiches bleibt. Wenn eine Außenkühlung vorgesehen ist, kann eine schnellere
Zugabe erfolgen, doch ist ein Kühlen nicht unbedingt erforderlich. Für eine einwandfreie Temperatursteuerung
ist es wesentlich, daß die Reaklionsteilnehmer bei
der Zugabe durch an sich bel'anntes Rühren oder Anwendung anderer Bewegungsmittcl gründlich miteinander
vermischt werden.
Nach vorliegender Erfindung erfolgt die Zugabe mit einer ausreichenden Geschwindigkeit, um das Reaktionsgemisch
bei einer Temperatur von 100 bis 120° C, vorzugsweise 105 bis 115° C, zu halten. Bei Temperatureit
unter etwa 100° C treten Produktionsschwierigkeiten auf, die sich in einer schwierigen Temperaturkontrolle,
übermäßiger Viskosität und mangelhaften Produktionsgeschwindigkeiten äußern. Bei einer Reaktionsanfangstemperatur
oberhalb 120°C verläuft die Hexachlorbenzolbildung ziemlich rasch, so daß die
Umsetzung nicht ohne Bildung übermäßiger Mengen an Hexachlorbenzol durchgeführt werden kann. Demgemäß
ist es erforderlich, die Zugabe bei einer Temperatur innerhalb des genannten Bereiches durchzuführen. Bei
dieser Temperatur verläuft die Umsetzung in Abhängigkeit von der angewendeten genauen Temperatur bis /u
einem Ausmaß von 80 bis 95% ohne merkliche Bildung von Hexachlorbenzol.
Das Reaktionsgemisch wird dann in beliebiger Zeit auf die Zwischentemperatur von 1300C bis zum
Schmelzpunkt, annähernd 142 bis 144°C, vorteilhafterweise 130 bis 140°C und vorzugsweise 132 bis 1380C
erhitzt und eine ausreichende Zeit lang auf dieser Temperatur gehalten, um die Salpetersäurekonzentration
des Reaktionsgemisches auf einen Weii von unter
1%, vorzugsweise unter 0,8 Gewichtsprozent, bezogen auf den flüssigen Anteil der erhaltenen Aufschlämmung,
zu senken. Die Herabsetzung auf diesen Wert muß vor Erreichen des Schmelzpunktes des Pentachlornitrobenzols
erfolgen und wird vorzugsweise vor einem Überschreiten einer Temperatur von 138° C erreicht, um
eine adäquate Temperatursteuerung in dem Reaktionsgemisch zu gewährleisten.
Das bevorzugte Verfahren zur Herabsetzung des Salpetersäuregehaltes liegt in einem langsamen Erwärmen
innerhalb des Bereiches bei vorgegebener Geschwindigkeit, so daß eine Erschöpfung des Salpetersäuregehaltes
eintritt, bevor die kritische Temperatur erreicht wird. Die vorbestimmte Geschwindigkeit muß
die Menge der vorhandenen Salpetersäure berücksichtigen. Deshalb erfolgt das Erhitzen langsamer, wenn eine
größere Menge Salpetersäure vorliegt, und schneller, wenn geringere Mengen Salpetersäure vorliegen. Um
eine möglichst kurze Zeitdauer zu erreichen, während der die Temperatur innerhalb dieses Bereiches gehallen
werden muß, ist die Verwendung nur eines solchen Überschusses an Salpetersäure bevorzugt, der für eine
im wesentlichen vollständige Umwandlung bei einem gegebenen Temperaturdurchschnitt erforderlich ist. Die
Verwendung größerer Überschüsse verlangt die Anwendung höherer Temperaturen innerhalb des Bereiches
und/oder längerer Verweilzeilen bei der Zwischentemperaturhöhe, um den gewünschten Abbau der
Salpetersäure zu bewirken. Dies erhöht dann wieder die Wahrscheinlichkeit, d?* "ine zusätzliche Hexachlorbenzolbildung
auftritt, urt ut-ssen Bildung eine Funktion
sowohl der Zeit als auch der Temperatur ist.
Wenn der Abbau oder die Erschöpfung der Salpetersäure erfolgt ist, wie vorstehend angegeben
wurde, d. h. durch Erhitzen bei einer im wesentlichen konstanten Geschwindigkeit innerhalb des Zwischenlemperaturbcreiches,
wird vorteilhafterweise ein Tem-
peraturprofil angewendet, daß sich die Temperatur des
Reaktionsgemisches um etwa 8 bis 180C, vorzugsweise
10 bis 15° C, je Stunde erhöht. Andererseits kann man
das gleiche Ergebnis durch ein rasches Erhitzen auf eine vorbestimmte Temperatur in dem angegebenen Bereich
und durch Einhalten dieses Temperaturbereiches erhalten, bis der gewünschte Abbaugrad erreicht ist
Wie beansprucht, umfaßt die vorliegende Erfindung sowohl diese Arbeitsweisen als auch geringfügige
JO Variationen davon.
Wie vorstehend ausgeführt worden ist wird der Gehalt an Salpetersäure auf unter 1 % und vorzugsweise
unter 0,8%, bezogen auf den flüssigen Anteil der erzeugten Aufschlämmung, während der Zwischentemperaturstufe
herabgesetzt Zu diesem Zweck wird bei vorliegender Erfindung der Gehalt an Salpetersäure am
zweckmäßigsten bei jeder beliebigen gegebenen Stufe und zu jedem beliebigen Zeitpunkt gemessen, indem
man eine Probe entnimmt, die Feststoffe abtrennt 5 g des Filtrats in 50 ml Schwefelsäure löst und anschließend
die Lösung mit weiterer Schwefelsäure auf 100 ml verdünnt, dann mit einer Normallösung von Eisen(Il)-sulfat
bis zur bleibenden Braunfärbung titriert und dann den Salpetersäurewert als Gewichtsprozent des Filtrats
berechnet.
Dieses Bestimmungsverfahren wird jedoch nur angvendet, wenn ein entsprechender Abbau der
Salpetersäure stattgefunden hat, um eine Zeit/Temperatur-Beziehung
für ein gegebenes System festzustellen. Es ist verständlich, daß bei Erreichen der gewünschten
Höhen für dieses System die Reaktion am vorteilhaftesten gesteuert wird, indem der Salpetersäuregehalt der
Ausgangsnitriersäure und die Verhältnisse der Ausgangsnitriersäure zu Pentachlorbenzol kontrolliert und
dann die Zeit/Temperatur-Beziehung für dieses System festgestellt werden, so daß die gewünschte Höhe an
Salpetersäure vor einem Aufheizen bis zum Schmelzbereich erreicht wird.
Im Anschluß an die Erschöpfung oder den Abbau der Salpetersäure auf die gewünschte Höhe wird das
Reaktionsgemisch auf eine Temperatur oberhalb der Schmelztemperatur der kristallinen Feststoffe (gewöhnlich
etwa 142 bis 144° C) erhitzt und dann eine bestimmte Zeitdauer bei dieser Temperatur gehalten,
um eine flüssige Schmelze zu erzielen. Zu diesem Zweck werden Temperaturen im Bereich von 142 bis 1600C.
vorzugsweise 145 bis 155° C, angewendet. Die Verweilzeit
hängt von der gewählten Temperatur ab, wie dies für den Fachmann auf diesem Gebiet offensichtlich ist.
Vorzugsweise liegt die Verweilzeit bei diesen Temperaturen nicht oberhalb derjenigen, die erforderlich ist, um
eine Schmelze zu erzeugen. Im Anschluß daran wird das Reaktionsgemisch sofort gekühlt, um das Pentachlornitrobenzol
wieder zu kristallisieren, das dann unter 0,6% Hexachlorbenzol enthält.
Die Beispiele erläutern die Erfindung. In den nachstehenden Beispielen 1 bis 3 werden in
einen etwa 1900 Liter fassenden Rührbehälter bei 130°C
465,6 Liter Pentachlorbenzol gegeben. Die Temperatur wird auf die nachstehend genannte Reaktionstemperatur
eingestellt. Dann werden 890 Liter Nitriersäure mit einem Gehall von 17 bis 19 Gewichtsprozent Salpetersäure
eingespeist, so daß etwa 1,6 Mol Salpetersäure je Mol Pentachlorbenzol vorliegen. Nach der Zugabe wird
das Erhitzen begonnen und fortgesetzt, bis eine flüssige Schmelze erreicht ist (annähernd 146°C bei jedem
Ansatz). Das Reaktionsgemisch wird dann mittels Wasser in einem äußeren Kühlmantel auf etwa 50°C
gekühlt und filtriert. Das erhaltene Endprodukt wird gewaschen und getrocknet.
Beispiel 1
(Vergleichsbeispiel)
(Vergleichsbeispiel)
Zugabe bei hoher Temperatur
verbunden mit raschem Aufheizen
verbunden mit raschem Aufheizen
Die Nitriersäure wird im Verlauf von 90 Minuten in einer ausreichenden Geschwindigkeit zugegeben, um
die Temperatur auf etwa 13O0C zu halten. Im Anschluß
daran wird das Reaktionsgemisch weitere 90 Minuten auf dieser Temperatur gehalten, bevor das Erhitzen
beginnt, um die Vervollständigung der Umsetzung zu gewährleisten. Das Reaktionsgemisch wird dann während
einer Dauer von 45 Minuten auf die Schmelztemperatur erhitzt. Nach dem Abkühlen und Abtrennen der
Feststoffe (annähernd lOOprozentige Umsetzung) zeigt die Analyse des Endproduktes 98,18% Pentachlornitrobenzol
und 0,78% Hexachlorbenzol. Bei weiteren durchgeführten Ansätzen unter Anwendung dieser
Bedingungen weist das Endprodukt einen durchschnittlichen Hexachlorbenzolgehalt von etwa 1 % auf.
Dieses Beispiel zeigt, daß man einen hohen Anteil von Hexachlorbenzol erhält, wenn die Nitrierung bei 130°C,
verbunden mit einem raschen Aufheizen, durchgeführt wird.
20
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Beispiel 2
(Vergleichsbeispiel)
(Vergleichsbeispiel)
Zugabe bei niederer Temperatur
verbunden mit einem raschen Aufheizen
verbunden mit einem raschen Aufheizen
Die Nitriersäure wird innerhalb eines Zeitraumes von etwa 160 Minuten mit einer ausreichenden Gesehwindigkeit
zugegeben, um die Reaktionstemperatur auf etwa 110°C zu halten. Dann hält man das Reaktionsgemisch
weitere 90 Minuten bei dieser Temperatur, bevor man das Aufheizen beginnt. Der Hexachlorbenzolgehalt
des Reaktionsgemisches vor dem Erhitzen beträgt 0,22 Gewichtsprozent. Das Reaktionsgemisch wird dann auf
die Schmelztemperatur während einer Zeit von etwa 100 Minuten erhitzt. Bei einer Temperatur von 140 bis
1420C liegt die Salpetersäurekonzentration etwa im
Überschuß von 1 Gewichtsprozent vor, bezogen auf den flüssigen Anteil der Aufschlämmung. Nach dem Kühlen
und Abtrennen zeigt die Analyse der Feststoffe 98,60% Pentachlornitrobenzol und 0,86% Hexachlorbenzol an.
Dieses Beispiel zeigt, daß die Zugabe bei einer niedrigen Temperatur nicht allein den Hexachlorbenzolgehalt
auf die gewünschte Höhe herabsetzt.
Es werden zwei Ansätze, A und B, durchgeführt, bei denen die Nitriersäure in einer ausreichenden Geschwindigkeit
zugegeben wird, um die Temperatur bei etwa 1100C zu halten. Die Zugabe beim Ansatz A
beträgt 165 Minuten und beim Ansatz B 210 Minuten. Nach der Zugabe beträgt der Hexachlorbenzolgehalt
0,21 Gewichtsprozent beim Ansatz A und 0,42 Gewichtsprozent beim Ansatz B. Das Reaktionsgemisch
wird dann langsam auf die Schmelztemperatur erhitzt. Bei 140 bis 142°C beträgt die Salpetersäurekonzentration
0,6 Gewichtsprozent beim Ansatz A und 0,34 Gewichtsprozent beim Ansatz B. Im Anschluß an die
Schmelzstufe zeigt die Analyse des Endproduktes (annähernd lOOprozentige Umwandlung) beim Ansatz
A 99,36% Pentachlornitrobenzol und 0,36% Hexachlorbenzol und beim Ansatz B 99,24% Pentachlornitrobenzol
und 0,52% Hexachlorbenzol.
Dieses Beispiel zeigt das Erfordernis einer Zugabe bei niedriger Temperatur mit einem anschließenden Saipetersäureabbau
vor Erreichen des Schmelzpunktes, wie dies erfindungsgemäß beansprucht wird.
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Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung von Pentachlornitrobenzol,
dadurch gekennzeichnet, daß man
(a) Pentachlorbenzol mit einer Nitriersäure, die im wesentlichen aus Schwefelsäure und einem
Oberschuß an Salpetersäure besteht, bei einer Anfangstemperatur von 100 bis 120° C miteinander
vermischt, danach
(b) das erhaltene Reaktionsgemisch auf eine Zwischentemperalur von 1300C bis zum
Schmelzpunkt des Pentachlornitrobenzols erhitzt und das Reaktionsgemisch so lange auf
diesem Zwischentemperaturbereich hält, bis — vor Erreichen des Schmelzpunktes — die
Salpetersäurekonzentration im Reaktionsgemisch auf unter 1 Gewichtsprozent gesunken
ist, bezogen auf den Flüssigkeitsanteil der erhaltenen Aufschlämmung, und anschließend
(c) diese Aufschlämmung auf eine Temperatur von 142 bis 160° C erhitzt, dadurch eine Schmelze
bildet und diese Schmelze dann abkühlt, aus der Pentachlornitrobenzol mit einem Gehalt von
unter 0,6% Hexachlorbenzol wieder auskristallisiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe (a) eine ausreichende
Menge Nitriersäure verwendet, die 1,25 bis 2 Mol Salpetersäure je Mol Pentachlorbenzol enthält.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Nitriersäure
mit einem Gehalt von 12,5 bis 25 Gewichtsprozent Salpetersäure verwendet.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man in der
Stufe (a) eine Anfangstemperatur von 105 bis 115°C anwendet.
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die
Zwischentemperatur in Stufe (b) so lange beibehält, bis die Salpetersäurekonzentralion auf unter 0,8
Gewichtsprozent gesunken ist, bevor die Zwischentemperatur 138°C übersteigt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe (a) eine Nitriersäure
mit einem Gehalt von 15 bis 20 Gewichtsprozent Salpetersäure in einer solchen Menge verwendet,
daß 1,4 bis 2 Mol Salpetersäure auf 1 Mol Pentachlorbenzol kommen.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß man in Stufe (a) eine
Anfangstemperatur von 105 bis 115°C und in Stufe
(b) eine Zwischentemperatur von 132 bis 138°C
einhält.
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