DE2736637C3 - Vorrichtung zur Abschirmung des Neutronenflusses eines in einer Reaktorkaverne angeordneten Kernreaktors - Google Patents
Vorrichtung zur Abschirmung des Neutronenflusses eines in einer Reaktorkaverne angeordneten KernreaktorsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Abschirmung des Neutronenflusses eines in einer Reaktorkaverne
angeordneten Kernreaktors mit einer im Ringraum zwischen dem Reaktordruckbehälter und der
Reaktorkaverne befindlichen ringförmigen Abschirmkonstruktion, die starr mit der Reaktorkavernenwand
und elastisch mit dem Reaktordruckbehälter verbunden ist, wobei zwischen der starren Abschirmkonstruktion
und dem Reaktordruckbehälter im Bereich der elastischen Verbindung ein Ringspalt verbleibt (vgl. »Kernenergie«
13. Jg., H. 7,1970, S. 219).
Beim Betrieb eines Kernreaktors treten in dem Ringraum zwischen Reaktordruckbehälter und Reaktorkaverne
durch Neutronenfluß und Neutronenreflexion am Beton der Reaktorkaverne hohe Neutronenflüsse
auf. Der Ringraum ist u. a. für die Kühlung des Betons der Reaktorkaverne erforderlich und dient als
Zugang für die wiederkehrende Prüfung dps Reaktordruckbehälters
von außen. Damit die Neutronen nicht nach oben in das über dem Reaktordruckbehälter
befindliche Flutbecken dringen, ist es erforderlich, eine den Ringraum nach oben abschließende Abschirmung
anzubringen.
Derartige Abschirmungen sind allgemein bekannt. Sie werden in der Regel so ausgebildet, daß sie starr mit der
Betonabschirmung und elastisch über einen Kompensator mit dem Reaktordruckbehälter verbunden sind.
Im Bereich der elastischen Kompensatorverbindung verbleibt jedoch noch ein Ringspalt, der zwar mittels
der Kompensatorverbindung wasserdicht verschlossen ist, aber ebenfalls noch der Abschirmung bedarf.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine einfache, zuverlässige Abschirmung für diesen Ringspalt zu
finden, die eine wiederkehrende Prüfung des Reaktordruckbehälters von außen ermöglicht. Gelöst wird diese
Aufgabe bei der eingangs genannten Vorrichtung erfindungsgemäß dadurch, daß unterhalb der starren
Abschirmkonstruktion senkrecht zur Reaktordruckbehälterachse verschiebbare Abschirmsegmente gelagert
sind, die zu einem geschlossenen Abschirmring zusammenfügbar sind und im zusammengefügten Zustand eine
wirksame Abschirmung gegen Strahlung aus dem Ringspnlt nach oben gewährleisten. Die Lagerung der
Abschirmsegmente erfolgt in vorteilhafter Weise so, daß an den Abschirmsegmenten Rollen angelenkt sind,
die auf Laufschienen abrollen, die an der Unterseite der starren Abschirmkonstruktion montiert sind. Damit ist
sichergestellt, daß bei geschlossenem Abschirmring eine ausreichende Abschirmung erzielt wird. Zur wiederkehrenden
Prüfung kann jeweils ein Abschirmsegment zurückgeschoben werden, so daß nicht die gesamte
Fläche des Ringspalts freigelegt werden muß. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, daß keine Zeit zum
Demontieren und Montieren der Ringspaltabdeckung notwendig ist, da das Verschieben sowohl von Hand als
auch ferngesteuert erfolgt Die Folge ist, daß weder an der Verfügbarkeit des Kernkraftwerkes etwas verloren
geht, noch eine erhöhte Strahlenbelastung für das Wartungspersonal auftritt
Anhand der schematischen Zeichnungen F i g. 1 bis Fig.4 wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Vorrichtung beschrieben. Es zeigt
F ä g. 1 einen Querschnitt durch die Reaktorkaverne mit dem Reaktordruckbehälter,
F i g. 2 die Einzelheit »A« der F i g. 1 in vergrößertem Maßstab,
F i g. 3 einen Schnitt entlang der Linie B-B der F i g. 2,
F i g. 4 die Einzelheit »B« der F i g. 3 in Pfeilrichtung 26.
In der Fig. 1 ist mit 1 ein Reaktordruckbehälter bezeichnet, der in der Reaktorkaverne 2 mittels nicht
dargestellter Stützkonstruktionen eingehängt ist Mit einem Deckel 14 ist der Reaktordruckbehälter über
Stehbolzen 15, die in den Reaktordruckbehälterflansch 13 eingeschraubt sind, verschlossen. Der Ringraum 3 ist
nach oben mit einem ringförmigen Abschirmelement 4 und einem Kompensator 5 abgeschlossen. Oberhalb
dieses Abschlusses befindet sich das Flutbecken 6, das bei einem Brennelementwechsel mit Wasser gefüllt ist.
Der RingsppJt 7, der zwar durch die Kompensatorverbindung wasserdicht abgeschlossen ist, wird durch die
erfindungsgemäßen Abschirmsegmente 8 gegen aufsteigende Neutronenflüsse abgesichert.
In F i g. 2, 3 und 4 ist die Abschirme-nrichtung übersichtlich dargestellt. Das Flutbecken 6 ist mit einer
Blechauskleidung 9 versehen. Das ringförmige Abschirmelement 4 besteht aus einem geschweißten mit
Abschirmmaterial 11 gefüllten Blechgehäuse 10, welches wenigstens eine Bohrung 25 aufweist. An der im
Beton der Reaktorkaverne 2 eingebauten Ankerplatte 12 sind Spannschrauben 26 verschweißt, mittels derer in
bekannter Weise die Abschirmelemente 4 gegen den Beton verspannt werden, so daß die selbsttragende
Konstruktion der Abschirmelemente 4 als permanent eingebaut betrachtet werden kann. Somit ist auch der
von den Betonierarbeiten der Reaktorkaverne und der Montage des Reaktordruckbehälters unabhängige Einbau
gewährleistet.
Die Mutter 27 der Spannschrauben ist dabei in dem Rahmen 10 versenkt, um eine wasserdichte Abdeckung
28 leichter anbringen zu können. Der Kompensator 5 ist mit dem ringförmigen Abschirmelement 4 sowie dem
Reaktordruckbehälterflansch 13 und die Blechauskleidung 9 mit dem Abschirmelement 4 wasserdicht
verschweißt. Damit ist sichergestellt, daß die Wärmeausdehnung des Reaktordruckbehälters zum starr
verankerten Abschirmelement 4 kompensiert wird und
beim Brennelementwechsel das in dem Flutbecken befindliche Wasser nicht in die Reaktorkaverne laufen
kann.
Zur Abschirmung des zwischen der Fläche 16 des Abschirmelementes 4 und der Mantelfläche 17 des
Reaktordruckbehälters verbleibenden Ringspaltes 7 werden erfindungsgemäß die verschiebbaren Abschirmsegmente
8 eingesetzt Die Abschirmsegmente S bestehen aus einem geschlossenen, mit Abschirmmaterial
11a gefüllten Blechmantel 18. An dem Blechmantel sind beispielsweise zwei Halter 19 befestigt, in denen die
Rollen 20 gelagert sind An dem Blechgehäuse 10 ist über Halter 21 eine Laufschiene 22 befestigt, in der die
Rollen 20 eingehängi und verfahrbar sind. Beispielsweise
zwölf Abschirmsegmente 8 bilden somit während des Reaktorbetriebes einen geschlossenen Abschirmring,
der gemäß F i g. 4 an den Stoßstellen 23 zur Bildung von Strahlenfallen abgewinkelt ist. Ist bei abgeschaltetem
Reaktor eine wiederkehrende Prüfung an dem Reaktordruckbehälterflansch
13 durchzuführen, so wird ein Abschirmelement 8 in die in F i g. 2 und 3 strich-punktiert
gezeichnete Stellung 8a gefahren und beispielsweise durch die Öffnung 24 im Bereich des Reaktordruckbehälterstutzens
25 ein Ultraschallprüfkoyf eingeführt und der freigelegte Bereich des Reaktordruckbehälterflansches
geprüft Während der Prüfung eines freigelegten Bereiches können die restlichen Abschirmsegmente
in Abschirmstellung verbleiben, so daß nur der jeweils zu prüfende Bereich ohne Abschirmung auskommen
muß. Die Verschiebung der Abschirmsegmente kann in bekannter Weise sowohl über mechanische, elektrische,
hydraulische oder pneumatische Antriebselemente als auch von Hand erfolgen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Vorrichtung zur Abschirmung des Neutronenflusses eines in einer Reaktorkaverne angeordneten
Kernreaktors mit einer im Ringraum zwischen dem Reaktordruckbehälter und der Reaktorkaverne
befindlichen ringförmigen Abschirmkonstruktion, die starr mit der Reaktorkavernenwand und
elastisch mit dem Reaktordruckbehälter verbunden ist, wobei zwischen der starren Abschirmkonstruktion
und dem Reaktordruckbehälter im Bereich der elastischen Verbindung ein Ringspalt verbleibt,
dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der starren Abschirmkonstruktion (4) senkrecht zur
Reaktordruckbehälterachse verschiebbare Abschirmsegmente (8) gelagert sind, die zu einem
geschlossenen Abschirmring zusammenfügbar sind und im zusammengefügten Zustand eine wirksame
Abschirmung gegen Strahlung aus dem Ringspak nach oben gewährleisten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Abschirmsegmenten (8) Rollen
(20) angelenkt sind, die auf Laufschienen (22) abrollen, welche an der Unterseite der starren
Abschirmkonstruktion (4) montiert sind.
Priority Applications (3)
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Family Applications (1)
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